Prof. Dr. Karl-Dieter Heller bittet um Unterstützung bei einer Online-Befragung zum ThemaEKIT-Hüfte – Arztsurvey der angewandten Indikationspraxis Hüft-TEP bei Coxarthrose.
Sehr geehrte Damen und Herren,
aufgrund der Häufigkeit des Eingriffs Hüft-Totalendoprothese (Hüft-TEP) bei Coxarthrose, der damit verbundenen Morbidität und regionaler Unterschiede in der Versorgungsdichte, kommt einer hohen Indikationsqualität große Bedeutung zu. Ich habe die Freude den BVOU bei dem Leitlinienprojekt EKIT-Hüfte zu vertreten. Hinter EKIT verbirgt sich der Begriff ,,Evidenz- und konsensbasierte Indikation Totalendoprothese Hüfte“. Ziel der Initiative “EKIT-Hüfte” ist daher die Festlegung expliziter Indikationskriterien für den elektiven Hüftgelenkersatz bei Coxarthrose anhand eines evidenzgeleiteten Konsensprozesses unter Einbeziehung aller relevanter Interessengruppen.
Zurzeit läuft eine bundesweite Online-Befragung von Orthopäden und Unfallchirurgen, Allgemeinmedizinern, Rheumatologen und Physiotherapeuten über die derzeitig praktizierte Indikationsstellung zur Hüftendoprothese bei Coxarthrose, welche u.a. unter den Mitgliedern des BVOU verteilt werden soll. Mit Hilfe dieses Fragebogens wird untersucht, anhand welcher Kriterien die überweisenden und operierenden Kollegen derzeit eine Indikation zur Hüft-TEP bei Coxarthrose stellen, welche Zielstellungen verfolgt und welche Untersuchungsmethoden genutzt werden. Wir sind auf eine hohe Zahl an Teilnehmern an dieser Befragung angewiesen und wir wären Ihnen extrem dankbar, wenn Sie sich ca. 10 – 15 Minuten Zeit nehmen könnten.
„Wandel in die Zukunft“ – mit diesem Motto der 14. Jahrestagung der Deutschen Wirbelsäulengesellschaft e. V. vom 28. – 30.11.2019 in München setzt Kongresspräsident Prof. Dr. Bernhard Meyer bei dem hochkarätigen Fachkongress neue Akzente und etwas andere Schwerpunkte als üblich. Rasante Entwicklungen und grundlegende Neuerungen in der Behandlung von Wirbelsäulenerkrankungen werden beim Kongress der bedeutendsten nationalen Fachgesellschaft für Wirbelsäulentherapien von über 2.500 Teilnehmern diskutiert.
Das Referat Wirbelsäule veranstaltet gemeinsam mit IGOST und der Kommission Konservative Wirbelsäulentherapie der DWG das Symposium “Zukunft der ambulanten Wirbelsäulen-THERAPIE” am 29.11.2019.
Am Freitag, den 29.11. von 9.30 – 11.00 Uhr im Raum „K1A“findet eine Versammlung für Mitglieder des Referat Wirbelsäule und Interessierte statt. Es werden die Arbeitsgemeinschaften, ein Rückblick 2019 und Projekte 2020 vorgestellt.
Maßgeschneiderte Finanzierungs- und Nutzungskonzepte für BVOU-Mitglieder
Mit 30 Jahren Erfahrung am Markt sind wir Spezialisten in Prüfung, Reparatur/Instandhaltung, Wartung und dem Vertrieb von Medizintechnik und Medizininformatik.
Leben retten mit der Unterstützung von präziser und verlässlicher Medizintechnik und Medizininformatik. Wir arbeiten mit den weltweit führenden Markenherstellern zusammen und konnten uns über unsere langjährige Tätigkeit als exklusive Vertriebs- und Servicepartner u.a. für Mindray und Schiller durchsetzen. Neben diesen großen Markenherstellern schätzen auch andere Qualitätsmarken unsere innovationsorientierte Zusammenarbeit.
Unser Dienstleistungsportfolio
Beratung
Planung & Konzeption
Beschaffung & Vertrieb
Finanzierung, individuelle Miet- und Mietkaufkonzepte
Installation
Wartung & Reparatur
Kennzeichnung der Geräte mit Prüfplaketten
Ausstellung von Prüfprotokollen
Durchführung von messtechnischen Kontrollen (MTK)
sicherheitstechnische Kontrollen (STK)
DGUV/V3-Prüfung gemäß Herstellervorgaben
MTK Tretkurbelergometerprüfung
Unsere Leistungen
Klinik-Ausstattung, wie OPTische, OP-Beleuchtungssysteme, Versorgungseinheiten
Patientenmonitoring
Defibrillatoren für Krankenhäuser und Arztpraxen als manuell, halb-, vollautomatisch
Die Schultersteife, auch bekannt als “frozen shoulder”, ist eine der häufigsten muskuloskeletalen Krankheitsbilder. Sie ist charakterisiert durch einen schmerzhaften Funktionsverlust der aktiven und passiven Beweglichkeit der betroffenen Schulter. Die Behandlung der Schultersteife richtet sich nach der klinischen Situation des Patienten und dem Stadium seiner Erkrankung: hier stehen diverse Therapieoptionen, von konservativen Behandlungansätzen bis hin zu chirurgischen Eingriffen, zur Verfügung. Im Fokus aller therapeutischen Strategien stehen Schmerzreduktion, Wiederherstellung der Beweglichkeit und Funktionalität, sowie Verkürzung der Symptomdauer. Eine universell akzeptierte Therapie der Schultersteife gibt es, trotz mehrerer Konsensusschriften nicht.
Gemeinsam mit dem BVOU untersuchen wir die verschiedenen Therapieoptionen in der Behandlung der primären Schultersteife. Wir freuen uns, daß Sie sich fünf Minuten für die Beantwortung dieses kurzen anonymisierten Fragebogens Zeit nehmen.
Das LG Meiningen hat
in einem aktuellen Urteil im einstweiligen Verfügungsverfahren noch einmal kurz
und bündig klargestellt, dass die Bewertung eines Arztes auf einer Ärztebewertungsplattform
ohne nachgewiesenen Behandlungskontakt unzulässig ist.
Das Gericht folgt damit der Rechtsprechung des BGH (BGH,
Urteil v. 1.3.2016, Az. VI ZR 34/15). Nach Ansicht des LG Meiningen gilt
dieser Grundsatz auch dann, wenn der angebliche Patient behauptet, er sei
bereits vor einer Behandlung vom Praxispersonal trotz starker Schmerzen
abgewiesen worden, dies aber nicht nachgewiesen hat.
Der Ärztebewertungsplattform obliegen auch dann
Prüfpflichten, denen sie im hier gegenständlichen Fall nicht nachgekommen ist.
Die bloße Forderung einer Praxisbeschreibung und der Benennung des
Behandlungsmonats und -jahres reicht dazu nicht aus (LG Meiningen, Urteil v.
15.5.2019, Az. (117) 2 O 274/19, nicht rechtskräftig).
Jameda-Bewertung
enthielt schwere Vorwürfe
Die Antragstellerin, eine niedergelassene
Allgemeinmedizinerin, wandte sich gegen eine Bewertung eines angeblichen
Patienten, der auf dem Ärztebewertungsportal jameda.de behauptet hatte, trotz
starker Schmerzen vom Personal der Antragstellerin „abgewimmelt“ worden zu
sein. Die Antragstellerin wurde mit der Gesamtnote 6,0 bewertet.
Das wollte sich die Ärztin verständlicherweise nicht
gefallen lassen. Denn in der unbegründeten Verweigerung einer Behandlung durch
einen Arzt liegt nicht nur die Verletzung des hippokratischen Eids (der zwar
in Deutschland nicht mehr verpflichtend geleistet wird, jedoch als
Ehrenkodex weiterhin Bedeutung hat) sondern möglicherweise auch eine
nach § 323c des Strafgesetzbuchs (StGB) strafbare unterlassene Hilfeleistung.
Die Antragstellerin meldete Jameda diese Bewertung daher als
Problem. Sie beanstandete, dass die Angaben in der Bewertung nicht wahr seien,
und bestritt, dass der Bewertende tatsächlich in der Praxis gewesen und trotz
starker Schmerzen im Nierenbereich vom Personal „abgewimmelt“ worden sei. Sie
teilte mit, dass sie sicher sei, dass sich ein solcher Vorfall nach eingehender
Rücksprache mit ihrem Praxisteam in ihrer Praxis nicht ereignet habe.
Jameda hatte die Bewertung samt Benotung zunächst
vorübergehend von der Webseite entfernt, die Bewertung ohne Noten dann aber
wieder veröffentlicht, da sie den Wahrheitsgehalt der Bewertung durch eine
kurze Praxisbeschreibung und die Nennung des Behandlungsmonats und -jahres des
Bewertenden als dargelegt ansah.
Jameda konnte die
Behauptung nicht beweisen
Das LG Meiningen bejahte eine Verletzung des
Persönlichkeitsrechts der Antragstellerin. Grundsätzlich sei zwar die
Antragstellerin nach den allgemeinen Regeln für die Verletzung ihrer Rechte
darlegungs- und beweisbelastet. Jedoch treffe die Antragsgegnerin bei negativen
Tatsachen – hier dem Fehlen des Kontakts mit dem Praxispersonal – eine
sekundäre Darlegungs- und Beweislast. Das Gericht entschied, dass die
Antragsgegnerin ihren daraus resultierenden Prüfpflichten hinsichtlich des
behaupteten Sachverhalts nicht nachgekommen war, und berief sich dabei auf die
Rechtsprechung des BGH.
Denn die vom Portalbetreiber durchzuführende Überprüfung
muss erkennbar zum Ziel haben, die Berechtigung der Beanstandung des
betroffenen Arztes zu klären. Er muss daher ernsthaft versuchen, sich hierzu
die notwendige Tatsachengrundlage zu verschaffen und darf sich insbesondere
nicht auf eine rein formale Prüfung zurückziehen (BGH, Urteil v. 1.3.2016,
Az. VI ZR 34/15).
Dies gilt nach Ansicht des LG Meiningen auch dann, wenn der
angebliche Patient behauptet, dass er bereits vom Personal abgewiesen worden
sei. Denn die ärztlichen Pflichten beginnen manchmal nicht erst im
Behandlungszimmer, sondern bereits dann, wenn der Patient mit starken Schmerzen
die Praxis betritt. Der Vorwurf des „Abwimmelns“ wiegt dann unter Umständen
sehr schwer, siehe oben.
Die Antragstellerin konnte nach eingehender Absprache mit
ihrem gesamten Personal jedoch glaubhaft machen, dass niemand mit starken
Schmerzen am Empfang abgewiesen worden war. Dem konnte Jameda nichts
entgegensetzen.
Pauschale
Praxisbeschreibung nicht ausreichend
Nach Ansicht des LG Meiningen reichen eine
Praxisbeschreibung und die Nennung des Behandlungsmonats sowie des
Behandlungsjahres nicht aus, um den behaupteten Kontakt mit dem Praxispersonal
darzulegen.
Das LG Meiningen überträgt damit die Rechtsprechung des BGH,
wonach es nicht ausreichend ist, die Behandlung in mindestens zwei Sätzen zu
umschreiben und den Behandlungszeitraum zu nennen (BGH, Urteil v. 1.3.2016,
Az. VI ZR 34/15), auf eine zu pauschale Praxisbeschreibung.
Jameda hätte den Verfasser der Bewertung vielmehr nochmals
auffordern müssen, die angebliche Abweisung in der Praxis der Antragstellerin
möglichst genau zu beschreiben und sich beispielsweise eine anschließende
Behandlung oder den weiteren Verlauf der Krankengeschichte skizzieren lassen
müssen. Jameda haftet hinsichtlich dieser Bewertung, da die Plattform als
Hostprovider durch die Kenntnis von der Rechtsverletzung mittelbare Störerin geworden
ist.
Im Falle der Zuwiderhandlung droht Jameda ein Ordnungsgeld
bis zu 250.000 € oder bis zu sechs Monate Ordnungshaft.
Der Streitwert wurde mit 15.000 € festgesetzt. Die Entscheidung
ist nicht rechtskräftig. Jameda steht nun das Rechtsmittel der Berufung zur
Verfügung oder die Klärung des Sachverhalts im Hauptsacheverfahren.
Arno Lampmann Rechtsanwalt Fachanwalt für gewerblichen Rechtsschutz Köln
Berlin – Auf Einladung des Bundesministeriums für Gesundheit sind am 14.08.2019 in Berlin Vertreter der Gesundheitsministerien aus den Ländern zusammen gekommen, um über den am 16. Juli 2019 versendeten Diskussionsentwurf zur Reform der Notfallversorgung zu diskutieren.
Dazu erklärt Zi-Geschäftsführer Dr. Dominik von Stillfried:
Initiativen der Kassenärztlichen Vereinigungen müssen jetzt unterstützt werden
„Die vertragsärztlichen Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen zeigen den Trend ganz deutlich: Die Zahl der an deutschen Krankenhäusern ambulant behandelten Notfallpatienten geht seit 2016 stetig zurück. Bis 2018 ist die Anzahl der Behandlungen dort um rund 222.000 Fälle gesunken. Gleichzeitig stiegen die durch niedergelassene Haus- und Fachärzte behandelten ambulanten Notfälle seit 2015 kontinuierlich um rund 360.000 Fälle von 8,96 Millionen in 2015 auf 9,32 Millionen Fälle in 2018 an. Zu beobachten ist außerdem, dass der mit der Abschaffung der Praxisgebühr zum 1. Januar 2013 verbundene Anstieg der Inanspruchnahme des vertragsärztlichen Bereitschaftsdienstes und der Notfallambulanzen langsam abflacht. 2013 ist die Inanspruchnahme der Notaufnahmen und des ärztlichen Bereitschaftsdienstes insgesamt um rund 10 Prozent angestiegen. In den Notaufnahmen und im ärztlichen Bereitschaftsdienst waren dies insgesamt rund 1,66 Millionen zusätzliche Fälle. Nicht zuletzt durch verstärkte Initiativen der Kassenärztlichen Vereinigungen zur Einrichtung von Portal- und Bereitschaftspraxen, zur Verbesserung des Bereitschaftsdienstes und zur Aktivierung der Bereitschaftsdienstnummer 116117 gelingt es, die ambulante Inanspruchnahme der Krankenhausnotaufnahmen wieder zu senken.
Auch zeigen die Daten, dass sich die Behandlungsanlässe deutlich in Richtung akuter Ereignisse wie Verletzungen und Schwangerschaftsbehandlungen verschieben. Die Inanspruchnahme zur Behandlung von chronischen Erkrankungen, die in der vertragsärztlichen Regelversorgung gut versorgt werden können, ist hingegen deutlich rückläufig. Kurzum: Die Reformmaßnahmen der Kassenärztlichen Vereinigungen tragen erste Früchte. Die Vertragsärzte leisten einen signifikanten und weiter steigenden Beitrag zur Entlastung der Notaufnahmen in den Kliniken. Diese Ansätze müssen jetzt unterstützt werden.“
Entwicklung der Fallzahlen von 2010 bis 2018Höchste prozentuale Steigerung der Anzahl von Behandlungsfällen TOP 1-10 (EBM 1.2) 2013 und 2018 nach ICD-Gruppen
Der BVOU-Vizepräsident, Prof. Dr. Dr. Reinhard Hoffmann (BG Unfallklinik Frankfurt am Main), und BVOU-Bezirksvorsitzender Heilbronn-Franken, Dr. Karsten Braun (Niedergelassen in Wertheim), kommentieren die bisherigen Entwürfe.
Quelle: Zi-Pressestelle: Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland (Zi) ist das Forschungsinstitut der Kassenärztlichen Vereinigungen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung in der Rechtsform einer Stiftung des bürgerlichen Rechts. Es wird finanziert durch jährliche Zuwendungen der Kassenärztlichen Vereinigungen. Die Forschungsarbeiten und Studien des Zentralinstituts beschäftigen sich vorwiegend mit der vertragsärztlichen Versorgung unter Nutzung der von den Trägern dafür zur Verfügung gestellten Routinedaten.
Der 122. Deutsche Ärztetag hat letzte Woche in Münster Dr. Klaus Reinhardt zum neuen Präsidenten der Bundesärztekammer (BÄK) gewählt. Der 59-jährige Facharzt für Allgemeinmedizin tritt damit die Nachfolge von Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery an.
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Baden-Baden – Jung, engagiert, weiblich: Auf der BVOU-Mitgliederversammlung am 4. Mai 2019 in Baden-Baden wählten die Anwesenden Stefanie Weber in den BVOU-Gesamtvorstand und zur Vertreterin der Weiterbildungsassistenten. Im Interview spricht sie über ihren Weg zur Medizin, berufspolitische Ziele und den Spagat zwischen Engagement und Privatleben.
Frau Weber, wie haben Sie den Weg zur Medizin gefunden?
Stefanie Weber: Als ich 17 Jahre alt war, habe ich ein freiwilliges soziales Jahr in einem Pflegeheim absolviert. Der Umgang der Ärzte mit den Patienten dort hat mein Interesse an einem medizinischen Berufsweg geweckt.
Nach meiner dortigen Tätigkeit habe ich in Berlin in der Praxis von Helmut Mälzer angefangen zu arbeiten und dort eine Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten (MFA) absolviert. So fand ich auch den Weg zum BVOU und habe mich neben dem Medizinstudium an der Universitätsmedizin Göttingen in Niedersachsen für den jungen Medizinernachwuchs stark gemacht. Dort studiert jeder vierte Einwohner, die Stadt ist quicklebendig, jung und dabei so überschaubar, dass alle Wege kurz sind. Göttingen ist eine liebenswerte Stadt, in der für viele Karrieren der Grundstein gelegt wurde und gelegt wird. 2017 habe ich dann mein Examen abgeschlossen. Seit April 2018 arbeite ich als Assistenzärztin im zweiten Weiterbildungsjahr am Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie (CMSC) der Charité. Das CMSC ist eines der größten unfallchirurgisch-orthopädischen Zentren Deutschlands. An den Standorten Berlin-Mitte und Berlin-Wedding werden jährlich etwa 8.000 Fälle stationär versorgt.
Sie engagieren sich im Jungen Forum O und U zum Thema Interdisziplinäre Zusammenarbeit. Was streben Sie diesbezüglich an?
Weber: Die aktuellen berufspolitischen Themen in den chirurgischen Disziplinen zeigen, dass die interdisziplinäre Zusammenarbeit auf der Ebene der Assistenten über die Fachgebietsgrenzen hinaus notwendig ist. Mir ist es wichtig, Synergien im interdisziplinären Bereich mit anderen chirurgischen und nicht-chirurgischen Disziplinen zu schaffen. Schwierigkeiten, die insbesondere durch die Heterogenität unseres Faches entstehen, können durch gegenseitige Information und Vernetzung überbrückt werden. Wir benötigen ein Forum für Vernetzung, Informationsweitergabe und zur gegenseitigen Unterstützung bei Weiterbildungs- und Facharztstellen, Rotationen, Promotion, Facharztprüfung usw. Wir können einen viel höheren politischen Impact durch fachübergreifende Zusammenarbeit und verbesserte Kommunikationsstrukturen erreichen.
Sie arbeiten mit am AOUC-Weiterbildungscurriculum – was haben Sie erreicht, welche Ziele verfolgen Sie?
Weber: Die Weiterbildung muss noch stärker um alternative Methoden zur Qualifizierung ergänzt werden. Der Zeitdruck im OP wächst immer mehr. Die Kliniken stehen unter enormem Druck, effizient zu arbeiten und Gewinne zu erwirtschaften. Dadurch fehlt häufig die Zeit im OP, in Ruhe anzuleiten. Es müsste deshalb gelingen, die Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung so zu qualifizieren, dass sie schon gewisse Fertigkeiten mitbringen. Dementsprechend fände ich es sinnvoll, ein strukturiertes Weiterbildungscurriculum in Zusammenarbeit mit der AOUC zu veröffentlichen, um entsprechende Kurse zum jeweiligen Ausbildungsstand des Assistenzarztes oder der Assistenzärztin anbieten zu können. Wir benötigen Curricula und digitale Workflows mit Lernpfaden zur Erlangung spezieller Kompetenzen.
Inwieweit können Sie sich vorstellen, dass sich das Junge Forum mehr in die berufspolitische Arbeit einbringt und somit unterstützt?
Weber: Der Ärztestatistik zufolge befanden sich in Deutschland 2018 fächerübergreifend etwa 7938 Assistenzärzte und Assistenzarztinnen in der chirurgischen Weiterbildung, wobei der chirurgische Nachwuchs in Deutschland heute vor vielfältigen Herausforderungen steht. Junge Chirurginnen und Chirurgen müssen oftmals einen Spagat meistern, um ihren beruflichen und privaten Rollen gerecht zu werden. Diese jungen Ärzte brauchen deshalb dringend eine politische Stimme, die sich ihrer Belange annimmt und die kommenden Entwicklungen begleitet. Unser Ziel ist es, die Weiterbildungs-, Arbeits- und Forschungsbedingungen junger Unfallchirurginnen und Unfallchirurgen und Orthopädinnen und Orthopäden in Deutschland nachhaltig und kontinuierlich zu verbessern.
Was bedeutet das zusätzliche Engagement für Ihren Berufsalltag? Und was für Ihr Privatleben?
Weber: Die Frage ist berechtigt. Zusätzliches Engagement neben dem Klinikalltag muss Spaß machen und eine Sinnhaftigkeit für jeden individuell haben. Durch berufspolitisches Engagement kann man über den Tellerrand hinausblicken.
Wenn man sich mit Aufgaben und der Organisation diverser Projekte identifizieren kann, ist das eine gute Sache. Natürlich haben wir neben idealistischen Motiven auch die Karriere im Blick, wenn man sich für ein Projekt einsetzt. Und das ist auch völlig in Ordnung: Persönliches Engagement ist wichtig, wenn es darum geht, Nachwuchs zu rekrutieren.
— Deutschlandweite Befragung unter ÄrztInnen und medizinischem Personal —
Sehr geehrte Damen und Herren,
die Digitalisierung hält längst auch im deutschen Gesundheitssystem Einzug. Als Software Anbieter für ein digital vernetztes Gesundheitswesen ist die samedi GmbH stets bestrebt die Ansichten, Herausforderungen und Wünsche der Gesundheitsdienstleister detailliert zu erkennen und somit smarte Lösungen zu entwickeln. Daher führt die samedi GmbH eine deutschlandweite Befragung zum Thema „Ärzte & medizinisches Personal im Zukunftsmarkt – Gesundheit 4.0“ durch.
Die Fragen beziehen sich insbesondere auf folgende Themen: • Welche Herausforderungen bestehen im beruflichen Alltag? • Welche beruflichen Ziele werden verfolgt? • Bekanntheit und Nutzen von Termin- und Behandlungsplanungs-Software?
Die Beantwortung der folgenden Fragen dauert etwa 10 bis 15 Minuten. Ihre Angaben werden nach den gesetzlichen Datenschutzbestimmungen anonym erfasst und von uns absolut vertraulich behandelt. Wir danken Ihnen im Voraus für Ihre Beteiligung. Sollten Sie Fragen zur Befragung haben melden Sie sich gerne über: kontakt@samedi.de.
Unter allen Teilnehmern verlost samedi 2×2 Kinotickets in einem Kino Ihrer Wahl. Die Gewinner werden nach Abschluss der Befragung ausgelost und informiert.
Baden-Baden – Die VSOU-Jahrestagung ist für das Team der BVOU-Geschäftsstelle traditionell ein wichtiges Ziel. Am Stand zu Gast waren Olga Zöllner von der Funk Gruppe und Jeannine Hauke und Tim Schneider von der Deutschen Arzt AG (DAAG). Die drei Kooperationspartner blicken auf drei erfolgreiche Tage mit interessanten Gesprächen am BVOU-Stand zurück.
Wie wurden Ihre Informationsangebote
am BVOU-Stand aus Ihrer Sicht wahrgenommen?
Olga Zöllner: Die Funk Gruppe als Kooperationspartner des Berufsverbandes in Versicherungsfragen, konnte sich über zahlreiche konstruktive Gespräche sowohl mit den Verbandsmitgliedern als auch mit den potentiellen Mitgliedern des BVOU erfreuen. Auch die vor Ort ausgelegten Informationen zu zahlreichen Berufs-Versicherungen fanden bei den Interessierten einen positiven Anklang.
Jeannine Hauke: Auch die DAAG-Informationsangebote am BVOU-Stand wurden sehr gut angenommen. Es war immer viel los und es mangelte nicht an konstruktiven und interessanten Gesprächen. Wenn mal zu viel Aufgebot am Stand war, war es daher sehr gut sich für längere Gespräche in den Sitz- und Stehtischbereich hinter dem Stand zurückziehen zu können.
Tim Schneider: Die
gute Stimmung der Aussteller haben auch die Interessenten sehr deutlich
vernommen und kehrten gerne, auch mehrfach, für einen fachlichen Austausch an den Stand
zurück.
Was interessierte die
Mitglieder besonders? Was haben sie besonders gefragt?
Hauke: Mittlerweile
sind viele BVOU-Mitglieder sehr gut informiert und haben nur noch Detailfragen,
bevor sie eine Zusammenarbeit mit der Deutsche Arzt AG starten. Mitglieder, die
bereits Teil unseres Expertennetzwerks sind, freuten sich über die gute
Zusammenarbeit und kamen mit Rückfragen oder kleineren Anliegen auf uns zu.
In diesem Jahr konnten wir eine Preiserhöhung der
physiotherapeutischen Leistungen für BARMER-Versicherte im Rahmen des
besonderen Versorgungsvertrages verkünden. Das war genauso ein großes Thema,
wie der regionale Bedarf an weiteren Netzwerkärzten und Physiotherapeuten. Mit
dem Wissen wo weitere Einrichtungen laut Krankenkasse dringend benötigt werden,
um eine flächendeckende Versorgung zu erreichen und wie die aktuellen Preise
für die Physiotherapeuten ausfallen, sind nun wieder viele BVOU-Mitglieder mit
praxisnahen Physiotherapie-Zentren in Kontakt getreten, um eine Kooperation mit
der Deutschen Arzt AG anzustreben. Natürlich bieten wir bei der Suche nach
einer geeigneten physiotherapeutischen Einrichtung gerne unsere Unterstützung
an.
Schneider: Auch das Thema Telemedizin und Fernbehandlung erwies sich als echter Publikumsmagnet. Da sich der Markt zurzeit sehr dynamisch präsentiert und sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen zum 1. April 2019 erneut geändert haben, war der Informationsbedarf enorm hoch. Die zahlreichen
Interessenten konnten sich nicht nur am Stand zum Thema informieren lassen,
sondern auch einige Vorträge und Workshops haben die Chancen der innovativen
Kommunikationslösung aufgegriffen.
So konnten Interessenten sich bereits vor Ort von der Leistungsfähigkeit der Videosprechstunde „sprechstunde.online“ von der Deutschen Arzt AG überzeugen.
Zöllner: Die Kongressteilnehmer erkundigten sich zudem häufig nach den bestehenden Sonder- und Rahmenkonditionen für Verbandsmitglieder.
Insbesondere das außerordentliche Preis-Leistungsverhältnis der exklusiv für BVOU-Mitglieder bestehenden Versicherungslösungen – sowohl obligatorisch als auch fakultativ – wurde in den persönlichen Gesprächen detailliert erörtert. Die Resonanz hierzu war aus der Sicht der Funk Gruppe positiv.
Vielen Dank für Ihr Feedback!
Das Interview führte Janosch Kuno, BVOU-Presse.
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