Alle Beiträge von Lasse Walter

Perspektive DVT – „Case-Study – Kalzifikation der Schulter“

Über den Autor: Dr. med. Carlo Di Maio

Facharzt für Orthopädie | Sportmedizin | Triggerpunkt-Therapeut | D-Arzt | Osteopath | Dozent • MVZ Orthopädiepraxis Dres. Swart und Di Maio GmbH

Mit diagnostischer Präzision, langjähriger Erfahrung und aufmerksamer Patientenfürsorge leitet Herr Dr. med. Carlo Di Maio gemeinsam mit Herrn Dr. med. Stephan Swart die „MVZ Orthopädiepraxis Dres. Swart und Di Maio GmbH“.

Das Konzept der Ärzte und Praxis ist klar: Gezielte und fein dosierte Reize, die die körpereigenen Regenerationskräfte anregen. Von Stoßwellen und eigens entwickelten myofaszialen Techniken, bis PRP ACP zu Impact-Injektionen, die einzeln oder kombiniert ihre Anwendung finden – Patienten erleben hier die gesamte Bandbreite der konservativen Therapie.

Moderne bildgebende Verfahren eröffnen neue Wege, wenn klassische Diagnostik an ihre Grenzen stößt. Dieser Fall zeigt, wie die Kombination aus digitaler Volumentomographie und hochauflösendem Ultraschall eine belastbare Grundlage für eine zielgerichtete, konservative Therapie schaffen kann. Präzise Aufnahmen, eine klare Lokalisation der Pathologie und ein strukturiertes Vorgehen ermöglichten eine nachhaltige Beschwerdereduktion – ohne operative Maßnahme.

Anamnese und klinische Ausgangslage

Der Patient stellte sich mit seit Wochen zunehmenden Schmerzen in der rechten Schulter vor. Die Beschwerden schränkten sowohl den Alltag als auch das Krafttraining erheblich ein. Eine initial veranlasste MRT konnte aufgrund der Lagerungsproblematik und Schmerzintensität nicht erfolgreich durchgeführt werden – die resultierenden Aufnahmen waren verwackelt und zeigten nur unscharf eine mögliche Kalzifikation an der Rotatorenmanschette.

Mehrere ärztliche Konsultationen führten zur Empfehlung einer operativen Kalkentfernung sowie zur temporären Aufgabe sportlicher Aktivitäten. Der Patient lehnte diesen Weg ab und suchte eine bildgebende und therapeutische Alternative.

Diagnostisches Vorgehen – Kombination von DVT und Ultraschall

In unserer Praxis erfolgte eine alternative Diagnostik durch Kombination einer hochauflösenden digitalen Volumentomographie (DVT: SCS MedSeries® H22) mit einer ergänzenden fokussierten Ultraschalluntersuchung.

Diese Vorgehensweise ermöglichte eine präzise Lokalisation und Größenbestimmung einer 1,2 cm großen Kalzifikation an der Supraspinatussehne.

Die 3D-Darstellung durch die DVT zeigte knöcherne Strukturen in präziser Auflösung, während der Ultraschall zusätzliche Informationen über das periartikuläre Weichteilgewebe, Entzündungszeichen und mögliche Begleitpathologien lieferte.

Konservative Therapie auf Basis präziser Bildgebung

Auf Grundlage der detaillierten Bildgebung wurde gemeinsam mit dem Patienten ein konservatives Therapiekonzept erstellt:

  • Hochauflösende Ultraschalltherapie zur gezielten Fragmentierung und Anregung der Kalzifikatsresorption
  • ACP-Injektionen (autolog konditioniertes Plasma) zur Entzündungshemmung und Förderung der Heilung
  • Funktionelle Trainingsanpassung und Beratung zur sportartspezifischen Belastungssteuerung
  • Verlaufskontrollen mittels DVT und Ultraschall zur Dokumentation des Therapieerfolgs

Bereits nach wenigen Wochen zeigte sich eine klinische Besserung. Nach sechs Monaten war die Kalzikation zu etwa 80-90 % resorbiert, die Schmerzsymptomatik deutlich reduziert, die Beweglichkeit voll wiederhergestellt.

Diagnostik muss nicht schmerzhaft sein – Ein Impuls für die Praxis

Der Fall verdeutlicht, dass moderne bildgebende Verfahren – insbesondere die Kombination aus DVT und hochauflösendem Ultraschall – eine sinnvolle Alternative darstellen, wenn klassische Methoden wie die MRT an ihre Grenzen stoßen.

Die digitale Volumentomographie ermöglicht eine belastungsarme, schnell verfügbare und präzise knöcherne Diagnostik. In Verbindung mit fokussiertem Ultraschall, das sich in jeder Praxis befindet und daher schnell und einfach zugänglich ist, ergibt sich ein umfassendes Bild der Pathologie – ohne Lagerungsschmerz, Wartezeit oder Kliniktermin.

Dieses Verfahren ist einfach in den Praxisalltag integrierbar und für Patienten oft angenehmer.

Fallvorstellung: Kalzifikation der Schulter

Die initiale DVT-Aufnahme der rechten Schulter zeigt eine deutlich abgrenzbare, rundlich konfigurierte Kalzifikation im Bereich der Supraspinatussehne (Pfeilmarkierung).

Die hochauflösende 3D-Darstellung ermöglicht eine exakte Lokalisation an der ventralsuperioren Sehnenplatte, unmittelbar oberhalb des Humeruskopfes.

Die Kalzifikation misst etwa 1,2 cm und zeigt sich homogen, dicht und klar vom umgebenden Weichteilgewebe differenzierbar. Knochenkonturen, Tuberculum majus sowie artikuläre Strukturen sind unauffällig. Die Aufnahme bestätigt die zuvor nur unscharf angedeutete Struktur aus der MRT und schafft eine verlässliche Grundlage für die konservative Therapieplanung.

Kalzifikation der Schulter – Verlaufskontrolle

Die Verlaufskontrolle zeigt eine deutliche Regression der Kalzifikation, die nun nur noch als kleines, deutlich fragmentiertes Kalzifikatsareal erkennbar ist (Pfeilmarkierung). Im Vergleich zur Erstaufnahme ist die Struktur um circa 80–90 % resorbiert.

Die 3D-Darstellung verdeutlicht sowohl die fortgeschrittene Auflösung des Kalzifikats als auch die ungestörte knöcherne Integrität der angrenzenden Strukturen. Die Befunde korrelieren mit der klinischen Besserung: Der Patient berichtet über weitgehende Beschwerdefreiheit, eine vollständige Wiederherstellung der Beweglichkeit sowie eine schmerzfreie Rückkehr zu Training und Alltagsbelastung.

Schlussfolgerung

„Mit der SCS Bildgebung war eine schmerzfreie und eindeutige Untersuchung möglich. Der Patient konnte die Kalzifikation selbst nachvollziehen. Gemeinsam arbeiteten wir eine erfolgreiche Therapie aus.“

Höhere Auflösung zeichnet ein klares Bild

Dieser Fall zeigt, wie relevant es ist, moderne Lösungen zur klassischen Diagnostik in Betracht zu ziehen – vor allem dann, wenn Patienten unter starken Schmerzen leiden oder die Standardverfahren aus individuellen Gründen nicht umsetzbar sind.

Die digitale Volumentomographie, wie sie mit der SCS MedSeries® H22 in der Praxis von Herrn Dr. Di Maio zum Einsatz kommt, bietet in diesen Fällen nicht nur eine hochauflösende Darstellung knöcherner Strukturen, sondern auch einen erheblichen Vorteil im therapeutischen Vorgehen: Sie ermöglicht eine genaue Zielsetzung, auf deren Grundlage konservative Therapien wie die Stoßwelle oder ACP punktgenau angesetzt werden können. Für das Praxisteam ist die Nutzung der 3D-Bildgebung sehr leicht, da sie Patienten einfach und ohne komplizierte Lagerungspositionen platzieren können – dadurch ist den Patienten eine Untersuchung direkt vor Ort möglich, ohne weitere Überweisungen.

Erweiterte Indikationen

Die Kombination aus DVT und hochauflösendem Ultraschall kann ein MRT ersetzen (auch bei vielen Indikationen ergänzen), insbesondere wenn Kalzifikationen im Gewebe vorliegen.

In vielen Fällen liefert die Methode eine präzise Grundlage zur Entscheidung für eine konservative Therapie – unter anderem:

  • Epicondylopathien (z. B. Tennis- und Golferellenbogen)
  • Patellaspitzensyndrom und retropatellare Beschwerden
  • Plantarfasziitis und Fersensporn
  • Tendinopathien der Achillessehne u.v.m.

Eine Empfehlung an Kolleginnen und Kollegen

Ähnliche Fälle wie dieser ereignen sich tagtäglich für viele Patienten, die schmerzfrei und nach individuellen Bedürfnissen behandelt werden möchten – und es auch müssen. Sie sind auf eine präzise Diagnostik angewiesen, um fundierte Entscheidungen zur nachfolgenden Therapieplanung zu treffen.

„In der O&U muss man bereit sein, neue Wege zu gehen, um das Patientenwohl zu verbessern. Die DVT-Technologie bietet Patienten eine schmerzfreie, sofort verfügbare und hochauflösende 3D-Bildgebung bei sehr geringer Strahlung.“

Die Ergebnisse können im Anschluss leicht verständlich mit den Patienten besprochen und eine passende Therapie auf Basis präziser Aufnahmen erarbeitet werden.

In Verbindung mit einer empathischen ärztlichen Betreuung wird auf diesem Wege oftmals nicht nur eine Operation vermieden, sondern auch eine nachhaltige Bindung zwischen Arzt und Patient geschaffen – auf Basis von Vertrauen, Transparenz und Technologie.

Die elektronische Patientenakte: Befüllpflicht, Widersprüche und TI-Störungen im Praxisalltag

Erinnern Sie sich an die Patientin mit Verdacht auf Meniskusläsion aus der ersten Ausgabe dieser Newsletter-Serie? Ihr Röntgenbefund ist geschrieben, der Arztbrief an die Hausärztin fertig. Bis vor Kurzem endete die Datenspur hier, in Ihrem Praxisverwaltungssystem. Heute geht sie weiter: Befundbericht und Arztbrief gehören in die elektronische Patientenakte, wo Hausärztin, Klinik oder die nächste Fachpraxis sie lesen können. Seit Oktober 2025 ist die Nutzung der ePA für Praxen Pflicht, seit Januar 2026 kostet die Nichtnutzung ein Prozent des Honorars und die Hälfte der TI-Pauschale. Nach einem Jahr liegen über 100 Millionen Dokumente in den Akten, fast ausschließlich aus Praxen eingestellt. Die ePA ist Alltag geworden. Die Frage lautet deshalb nicht mehr, ob Ihre Praxis mitmacht, sondern ob die Abläufe dahinter stimmen.

Was hier gilt

An dieser Station treffen zwei Regelwerke aufeinander. Das Sozialrecht verpflichtet Sie zum Befüllen: Befundberichte, Befunde aus der Bildgebung und elektronische Arztbriefe gehören in die Akte, sofern sie aus der aktuellen Behandlung stammen, von Ihrer Praxis selbst erhoben wurden, elektronisch vorliegen und die Patientin oder der Patient nicht widersprochen hat. Die Faustregel der KBV: In die ePA gehört, was für mitbehandelnde Kolleginnen und Kollegen von Interesse sein kann. Nicht jede Verlaufsnotiz, nicht jeder interne Vermerk.

Die DSGVO und die Schweigepflicht ziehen zugleich die Grenzen. Der Zugriff Ihrer Praxis gilt standardmäßig 90 Tage ab dem Stecken der Karte und nur, soweit die Behandlung ihn erfordert. Jeder Zugriff wird protokolliert, und Versicherte sehen in ihrer App, welche Praxis wann in ihre Akte geschaut hat. Dokumente, die sie vor Ihrer Praxis verborgen haben, werden Ihnen gar nicht erst angezeigt. Und was Sie aus der ePA in Ihre Dokumentation übernehmen, wird Teil Ihrer Patientenakte, mit denselben Schutz- und Aufbewahrungspflichten. Im Alltag lässt sich das auf drei Abläufe herunterbrechen, die in jeder Praxis schriftlich festgelegt sein sollten.

Drei Abläufe für den Alltag

  1. Befüllen: wer, was, wann. Für eine O&U-Praxis sind die Kandidaten überschaubar: der Befundbericht nach Röntgen oder Sonografie, der Arztbrief, der OP-Bericht nach einem ambulanten Eingriff. Fremde Dokumente wie der MRT-Befund aus der Radiologie gehören nicht dazu, dafür ist die Radiologie selbst zuständig. Legen Sie fest, wer im Team das Einstellen übernimmt, am besten im selben Arbeitsschritt, in dem der Arztbrief ohnehin freigegeben wird. Erlaubt Ihr PVS das Einstellen direkt aus dem Dokument heraus, nutzen Sie das, denn jeder zusätzliche Klickweg ist der Grund, warum es am Ende doch liegen bleibt.
  2. Widersprüche: hören, dokumentieren, weitergeben. Ihre Patientinnen und Patienten können auf drei Ebenen widersprechen. Gegen die ePA insgesamt, dann gibt es keine Akte und nichts einzustellen. Gegen den Zugriff Ihrer Praxis, das regeln sie per App oder über ihre Krankenkasse, und Sie merken es daran, dass der Zugriff nicht möglich ist. Und gegen das Einstellen einzelner Dokumente, das geschieht direkt bei Ihnen im Behandlungszimmer, mündlich genügt. Dieser dritte Fall betrifft Ihr Team: Der Widerspruch muss nachprüfbar in der Behandlungsdokumentation vermerkt sein, damit nicht drei Wochen später jemand anderes das Dokument doch einstellt. Ein Nachteil entsteht Ihrer Praxis dadurch nicht, die Befüllpflicht entfällt bei wirksamem Widerspruch. Aufklären müssen die Krankenkassen, nicht Sie. Sie informieren lediglich darüber, was Ihre Praxis einstellt, mündlich oder per Aushang. Nur bei besonders sensiblen Diagnosen, etwa psychischen Erkrankungen, müssen Sie aktiv auf das Widerspruchsrecht hinweisen.

Ein Blick voraus: Ab dem vierten Quartal 2026 sollen ePA-Daten pseudonymisiert an das Forschungsdatenzentrum Gesundheit fließen, zunächst die Medikationsliste, später weitere Inhalte. Versicherte können dem jederzeit widersprechen, über die ePA-App oder die Ombudsstelle ihrer Krankenkasse. Ihre Praxis muss dafür nichts tun, wird aber gefragt werden. Ihr Team sollte die Antwort kennen: Der Widerspruch läuft über die Kasse, nicht über die Praxis.

  1. TI-Störungen: ein kurzer Ausfallplan. In einer KBV-Umfrage gaben zuletzt drei Viertel der Praxen an, im vergangenen Monat technische Probleme mit der ePA gehabt zu haben: kein Zugriff, oder Dokumente ließen sich nicht hochladen. Anders als beim eRezept gibt es für die ePA kein Ersatzverfahren. Umso wichtiger ist ein Ablauf, der auf eine halbe Seite passt. Wer prüft auf der Statusseite der gematik, ob die Störung zentral ist oder in Ihrer Praxis liegt? Wo werden Dokumente notiert, die nach der Störung nachgetragen werden müssen, und wer hakt sie ab? Und wer vermerkt Datum, Uhrzeit und Dauer der Störung? Diese Notiz ist Ihr Nachweis, falls es später Nachfragen gibt. Die Sanktionen knüpfen daran an, ob Ihre Praxis die ePA nutzen kann, nicht an einen einzelnen gestörten Vormittag. Ein Befund, der wegen der Störung nicht in die ePA kann, gehört nicht unverschlüsselt per E-Mail an die Hausärztin.

KI und die ePA: was sich abzeichnet

Je voller die Akten werden, desto attraktiver wird Software, die sie durchsucht und zusammenfasst. Die gematik plant eine Volltextsuche, und erste Hersteller kündigen Funktionen an, die ePA-Dokumente mit KI sortieren und in einer Kurzfassung aufbereiten sollen. Bevor Sie so etwas einschalten, gelten die drei Fragen aus der letzten Ausgabe unverändert: Wohin fließen die Daten und schließt der Vertrag das Training mit Patientendaten aus? Sind Verarbeitungsverzeichnis und Datenschutz-Folgenabschätzung erledigt? Und hat Ihr Team die kurze Schulung erhalten, die der EU AI Act erwartet? Bei der ePA kommt eine vierte Frage hinzu: Ihr Zugriff ist auf das beschränkt, was die Behandlung erfordert. Eine Funktion, die für die Zusammenfassung die gesamte Akte einliest, verarbeitet unter Umständen mehr, als Sie für den Fall brauchen. Und wie beim Arztbrief gilt: Die Zusammenfassung ist ein Entwurf. Eine vertauschte Seite oder eine veraltete Medikation in einem fremden Befund fällt nur auf, wenn jemand nachliest.

Praxis-Check: drei Fragen für diese Woche

  1. Ist festgelegt, wer welche Dokumente wann in die ePA einstellt, und läuft das direkt aus dem PVS heraus?
  2. Weiß Ihr Team, wie ein Widerspruch gegen das Einstellen dokumentiert wird, und kennt es die Antwort auf die Frage nach der Forschungsdatenfreigabe?
  3. Gibt es einen kurzen, schriftlichen Ablauf für TI-Störungen, mit Nachtrageliste und Störungsnotiz?

Damit unser Webinar am 14. Oktober genau Ihre Themen trifft, bitten wir Sie auch in dieser Ausgabe um zwei Minuten für drei kurze Fragen:

Ab sofort können Sie sich auch für das Webinar selbst anmelden. Am 14. Oktober 2026 gehen wir im „Daten-Rundgang live” alle Stationen dieser Serie noch einmal gemeinsam durch, mit Ihren Fragen aus den Fragebögen im Mittelpunkt. Die Teilnahme ist für BVOU-Mitglieder kostenlos:

In der nächsten Ausgabe folgen wir der Datenspur an die Patientenschnittstelle: Online-Terminbuchung und Videosprechstunde, und was zu klären ist, wenn dort ein KI-Assistent ans Telefon geht.

Dieser Beitrag ist allgemeine Fachinformation und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.

 

Das Praxisverwaltungssystem: Zugriffsrechte, Verträge und KI-Module im Herzstück Ihrer Praxis

In der ersten Ausgabe dieser Newsletter-Serie haben wir eine Patientin mit Verdacht auf Meniskusläsion durch die Praxis begleitet und dabei ihre Datenspur verfolgt. Heute halten wir an der Station, an der alle Wege zusammenlaufen: dem Praxisverwaltungssystem. Anamnese, Diagnosen, Befunde, Verordnungen, Arztbriefe, Abrechnung, alles liegt hier. Ob MEDISTAR, x.isynet, ORBIS, Medical Office oder tomedo: Kein anderes System Ihrer Praxis bündelt so viele Gesundheitsdaten. Und gerade weil es so selbstverständlich zum Alltag gehört, geraten die Grundregeln leicht aus dem Blick. Deshalb beginnt unser Rundgang nicht am Anfang der Datenspur, sondern in ihrer Mitte.

Was hier gilt

Die KBV-Zulassung Ihres Systems bestätigt, dass es Abrechnung und Telematikinfrastruktur beherrscht. Wie es in Ihrer Praxis betrieben wird, entscheiden Sie, und dafür tragen Sie auch die Verantwortung. Die DSGVO verlangt, dass Gesundheitsdaten nach dem Stand der Technik geschützt sind. Was das konkret heißt, beschreibt die IT-Sicherheitsrichtlinie der KBV für jede vertragsärztliche Praxis, von Updates bis zur Datensicherung. Hat der Hersteller Zugriff auf Ihre Patientendaten, etwa für Fernwartung oder Cloud-Betrieb, braucht es dafür einen Auftragsverarbeitungsvertrag. So weit der Rahmen. Im Alltag lässt er sich auf drei Punkte herunterbrechen. Dazu kommen zwei Anlässe, bei denen sich ein genauerer Blick lohnt.

Drei Punkte für den Alltag

  1. Eigene Logins, passende Rechte. Wer am Empfang arbeitet, braucht Termine und Stammdaten, nicht den OP-Bericht. Die Abrechnung braucht Ziffern und Diagnosen, nicht jeden Befund im Volltext. Das Prinzip ist einfach: Jede Person meldet sich mit eigenem Login an und sieht das, was sie für ihre Aufgabe benötigt. Gemeinsame Zugänge, bei denen sich das ganze Team unter einem Namen anmeldet, sollten Sie ablösen. Denn dann lässt sich nicht mehr nachvollziehen, wer wann welche Akte geöffnet hat. Genau diese Nachvollziehbarkeit erwartet die DSGVO, und sie schützt auch Ihr Team, falls es einmal Nachfragen gibt. Was Sie tun können: Lassen Sie sich von Ihrem Hersteller oder IT-Betreuer die Benutzerliste zeigen und legen Sie für jede Rolle fest, welche Rechte sie braucht. Bei einem kleinen Team ist das schnell erledigt.
  2. Zugänge beim Ausscheiden. Die KBV nennt vergessene Zugänge ehemaliger Beschäftigter als typische Schwachstelle in Praxen. Das passiert schnell: Der Vertrag endet, der Schlüssel wird abgegeben, das PVS-Login bleibt bestehen. Dazu kommen oft Zugänge zu Bildarchiv, Terminportal oder KIM-Postfach. Was Sie tun können: Führen Sie eine kurze Liste aller Systeme, in denen Ihr Team Zugänge hat, und haken Sie sie am letzten Arbeitstag ab, zusammen mit der Schlüsselrückgabe. Wechselt jemand intern die Aufgabe, sollten die Rechte entsprechend angepasst werden.
  3. Vertrag und Datensicherung. Prüfen Sie, ob der Auftragsverarbeitungsvertrag mit Ihrem PVS-Hersteller vorliegt und noch zu dem passt, was Sie heute nutzen. Läuft Ihr System inzwischen ganz oder teilweise in der Cloud, stellt sich die Frage aus der ersten Ausgabe neu: Wo liegen die Daten, und wer greift darauf zu? Für die Datensicherung genügt eine einfache Regel: regelmäßig und verschlüsselt sichern, eine Kopie außerhalb des Praxisnetzes aufbewahren und einmal im Jahr ausprobieren, ob sich die Sicherung tatsächlich zurückspielen lässt. Falls einmal etwas schiefgeht, ob durch einen Hardwaredefekt oder durch Schadsoftware, ist die Sicherung Ihr Weg zurück in den Normalbetrieb.

Zwei Anlässe für einen genaueren Blick

Wenn Sie das System wechseln. Rund ein Drittel der Praxen denkt laut Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung über einen PVS-Wechsel nach, viele zögern wegen der Datenübernahme. Wer wechselt, sollte zwei Punkte in den Vertrag schreiben. Die Übernahme muss vollständig sein und sich prüfen lassen, denn Behandlungsdokumentation ist mindestens zehn Jahre aufzubewahren und muss lesbar bleiben. Und hat der bisherige Anbieter Daten bei sich gespeichert, etwa in der Cloud oder in Support-Sicherungen, sollten diese nach der Übernahme gelöscht werden, mit schriftlicher Bestätigung. So bleiben nach dem Wechsel keine Datenbestände zurück, die niemand mehr im Blick hat.

Bevor Sie eine KI-Funktion einschalten. Die Hersteller beginnen, KI-Funktionen in ihre Systeme einzubauen: Arztbriefe aus Stichworten, Zusammenfassungen der Behandlungshistorie, Vorschläge für die Kodierung. Oft kommen sie mit einem Update und sind mit einem Klick aktiviert. Dieser Klick ist der richtige Moment für drei Fragen. Wohin fließen die Daten, deckt der Auftragsverarbeitungsvertrag das ab, und ist ausgeschlossen, dass der Anbieter mit Ihren Patientendaten trainiert? Ist die Funktion im Verarbeitungsverzeichnis erfasst und die Datenschutz-Folgenabschätzung erledigt, die bei KI auf Patientendaten meist nötig ist? Und hat Ihr Team die kurze Schulung erhalten, die der EU AI Act von jeder Praxis erwartet, die KI einsetzt? Für Hilfen beim Schreiben und Dokumentieren ist damit das Wesentliche getan. Anders liegt es, sobald eine Funktion Diagnose oder Therapie unterstützt: Dann gilt sie in der Regel als Medizinprodukt, und der AI Act zählt sie ab August 2028 zu den Hochrisiko-Systemen mit zusätzlichen Pflichten. Und in jedem Fall gilt: Was die KI vorschlägt, ob Arztbrief, Zusammenfassung oder Kodierung, ist ein Entwurf. Sie sollten ihn selbst prüfen und freigeben, bevor er in die Patientenakte übernommen wird, denn die Verantwortung für den Inhalt bleibt bei Ihnen.

Praxis-Check: drei Fragen für diese Woche

  1. Arbeitet jedes Teammitglied mit eigenem Login und nur mit den Rechten, die zur jeweiligen Rolle passen?
  2. Gibt es eine Liste aller Systeme mit Zugängen, die beim Ausscheiden abgehakt wird?
  3. Liegt der Auftragsverarbeitungsvertrag mit Ihrem PVS-Hersteller vor, und wann haben Sie zuletzt eine Sicherung zurückgespielt?

Damit unser Webinar am 14. Oktober genau Ihre Themen trifft, bitten wir Sie auch in dieser Ausgabe um zwei Minuten für drei kurze Fragen:

 

In der nächsten Ausgabe folgen wir der Datenspur weiter in die elektronische Patientenakte: Befüllpflicht, Widersprüche und was bei TI-Störungen zu tun ist.

Dieser Beitrag ist allgemeine Fachinformation und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.

Quelle: Dieter – Datenschutz

Digitale Resilienz und Zivilschutz

8.-12. November 2026 –
Digitale Resilienz und Zivilschutz:
Eine Delegationsreise für Blaulichtorganisationen, öffentliche Entscheider, Unternehmer in Gesundheit, Pflege sowie Zivil- und Katastrophenschutz

Krisen, Katastrophen und komplexe Schadenslagen stellen Rettungsdienste, Feuerwehren, Kliniken, Krisenstäbe und öffentliche Verwaltungen vor ständig wachsende Herausforderungen. Israel gehört auf den Gebieten der Notfallmedizin, des Bevölkerungsschutzes, der resilienten Kommunikation und des technologiegestützten Krisenmanagements zu den international führenden Ländern. Viele der dort entwickelten Lösungen sind nicht nur innovativ, sondern unter realen Einsatzbedingungen erprobt.

Die D‑I‑W‑Delegationsreise „Resilienz & Innovationen Blaulicht“ bietet Führungskräften und Verantwortlichen aus dem deutschen Gesundheitswesen, den Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben sowie kommunalen Verwaltungen die Gelegenheit, diese Erfahrungen aus erster Hand kennenzulernen.

Vom 8. bis 12. November 2026 führt die Fachreise nach Tel Aviv, Jerusalem, Ramla und Sderot. Vorgesehen sind unter anderem Besuche bei:

der Stadtverwaltung Tel Aviv mit ihrer kommunalen Krisen- und Notfallsteuerung, dem Tel Aviv Sourasky Medical Center mit seiner geschützten unterirdischen Notfallinfrastruktur, der Israel Trauma Coalition und dem NATAL Trauma & Resilience Center,United Hatzalah mit seinem technologiegestützten First-Responder-Netzwerk, dem Resilience Accelerator und Human Resilience Living Lab in Sderot, Magen David Adom mit nationalem Dispositionszentrum, KI-gestützter Einsatzsteuerung und geschützter Blutbank, sowie dem Israel Center for Medical Simulation am Sheba Medical Center.

Im Mittelpunkt stehen einsatzerprobte Technologien und übertragbare Konzepte: redundante Kommunikations- und Warnsysteme, digitale Leitstellen, Telemedizin, mobile Diagnostik, KI-gestützte Einsatzsteuerung, Simulation und VR-Training, psychosoziale Resilienz, Schutz kritischer Infrastruktur sowie die Vorbereitung von Kliniken und Kommunen auf außergewöhnliche Einsatzlagen.

Die Reise ermöglicht einen unmittelbaren fachlichen Austausch mit israelischen Einsatzorganisationen, medizinischen Einrichtungen, Kommunen, Forschungseinrichtungen und Technologieunternehmen. Sie soll nicht nur Einblicke vermitteln, sondern konkrete Impulse für die Weiterentwicklung von Krisenvorsorge, Gefahrenabwehr und Notfallversorgung in Deutschland geben.

Wir laden Sie herzlich ein, an dieser besonderen Fachdelegation teilzunehmen und gemeinsam zu prüfen, welche israelischen Erfahrungen und Innovationen sich auf deutsche Strukturen übertragen lassen.

D‑I‑W‑Fachdelegation „Resilienz & Innovationen Blaulicht“ 08.–12. November 2026 Tel Aviv · Jerusalem · Ramla · Sderot

Weitere Informationen und Anmeldung:

info@d-i-w.de

www.d-i-w.de/delegationen

Perspektive SCS – „Die Arthro CBCT zur sicheren Beurteilung osteochondraler Läsionen der Talusschultern“

Fragestellung

Nach Supinationstraumen im oberen Sprunggelenk gilt es eine osteochondrale Läsion der Talusschulter auszuschließen. In der konventionellen radiologischen Diagnostik können kleine Läsionen nicht sicher erkannt werden. Methodenbedingt findet sich in der MRT oft nur eine bone bruise Läsion, Frakturlinien stellen sich aber oft nicht dar.

Nachdem sich die Schnittbilddiagnostik mit dem digitalen Volumentomographen (DVT) SCS MedSeries® H22 in einem breiten Indikationsspektrum bewährt hat und diese mit der DVT Fachkunde, die in der Kooperation von BVOU und dem Unternehmen SCS gefördert wird, kann sie von Orthopäden und Unfallchirurgen eigenständig angewendet werden. Diese Lösung finden Einsatz im Nachweis osteochondraler Läsionen. Diese Betrachtung wird durch die Evaluation des ergänzenden Nutzens von Kontrastmittel erweitert, das vor der Aufnahme mit der DVT in das obere Sprunggelenk appliziert wird.

Methodik

Bei Verdacht auf osteochondrale Läsion der Talusschulter mit nicht sicherer Beurteilung, ob eine Lösung des Fragmentes besteht, wurde das obere Sprunggelenk unter entsprechenden hygienischen Kriterien punktiert und mit mindestens 10 ml Kontrastmittellösung aufgefüllt. Das obere Sprunggelenk wurde nachfolgend mehrfach durchbewegt, um eine sichere Verteilung des Kontrastmittels zu gewährleisten. Anschließend wurde die 3-dimensionale Schnittbilddiagnostik mit dem digitalen Volumentomographen SCS MedSeries® H22 (Cone Beam CT) durchgeführt.

MRT mit dem Syndesmoseverlauf angulierten 0,8 mm messenden Dünnschichtrekonstruktionen: Das vordere Talofibularband ist nicht abgrenzbar, intakt erscheinendes vorderes und hinteres Syndesmoseband, ödematös aufgelockertes hinteres Talofibularband sowie Deltaband, 16 mm messendes subchondrales Knochenmarködem der medialen Talusrolle in der Belastungszone mit mutmaßlicher diskreter Gelenkflächenabflachung, eine subchondrale Fraktur ist nicht sicher auszuschließen, 12 mm messendes eher kontusionsbedingtes subchondrales Knochenmarködem an der lateralen Talusschulter mit subchondralem Knochenmarködem der Fibula ohne abgrenzbare osteochondrale Läsion, 5 mm tiefe Impression der medialen Talusschulter, relativ glatt, eher alt, bei angrenzendem Knochenmarködem ist eine frischere Komponente nicht auszuschließen, 4 mm tiefe knöcherne Impression am Talushals medial, mäßiger Gelenkerguss, diffuses ausgeprägtes Weichteilödem medial und lateral, Os trigonum mit gelenkiger Verbindung zum Talus und Reizungszeichen, deutliche Flüssigkeit um die kräftige Tibialis posterior Sehne, gering Flüssigkeit um die Peronäussehnen, keine Sehnenruptur. [5]

MRT mit dem Syndesmoseverlauf angulierten 0,8 mm messenden Dünnschichtrekonstruktionen (präoperativ): 5 mm messende knöcherne schalenförmige intraartikuläre Absprengung an der lateralen Talusrolle mit begleitendem Gelenkerguss am OSG, ödematös verändertes vorderes Talofibularband bei erhaltener Kontinuität, deutlich ödematös verändertes Deltoidband, Partialruptur möglich, hinteres Talofibularband sowie die Syndesmose erschein intakt, Ödem an der Basis Mittelfußknochen V, im Ansatzbereich der Peronaeus brevis Sehne mit mutmaßlicher Unterbrechung der Knochenstruktur DD knöcherner Abriss, Verdacht auf 4 mm messende knöcherne Absprengung am Os cuboideum, ventral des Prozessus anterior calcanei, diskrete subchondrale knöcherne Impression am Os cuboideum ventral zum Mittelfußknochen V mit begleitendem 2 cm messendem Knochenmarködem, nebenbefundlich Os tibiale externum und Os sesamoideum peroneum, kein Sehnenriss nachweisbar, mäßige Intertarsalarthrose mit einzelnen Geröllzysten, mäßige Tarsometatarsalarthrose am ersten und zweiten Strahl mit subchondralem Knochenmarködem, mäßiger Erguss am unteren Sprunggelenk, Flüssigkeit um die Tibialis posterior Sehne. [5]

PBCT Arthrographie linkes Sprunggelenk in 0,25 mm Schichten und dreidimensionaler Rekonstruktion (rechtfertigende Indikation: Verlaufskontrolle, Beurteilung, ob eine Lösung des Dissekates vorliegt): Die bekannte 1 x 1 x 2 mm große osteochondrale Läsion der lateralen Talusschulter liegt in situ, es stellt sich keine Kontrastmittelspülung dar, es stellt sich auch keine Unterbrechung der Knorpelstrukturen dar, keine fissuralen Einrisse, im Beriech der vorderen Syndesmose zarter Kontrastmittelstreifen als Hinweis auf eine geringe Insuffizienz, die hintere Syndesmose ist sicher intakt, sehr gute Füllung und Kontrastierung des oberen Sprunggelenkes. [5]

PBCT Arthrographie linkes Sprunggelenk in 0,25 mm Schichten und dreidimensionaler Rekonstruktion (rechtfertigende Indikation, Gelenkstatus postoperativ): Gute Gelenkfüllung und Kontrastierung mit 20 ml, an der Tibiavorderkante ausgeprägte Narbenbildung anterolateral, tibiotarsales Narbenimpingement bei narbenmeniscoid möglich, an der lateralen Talusschulter osteochondrale Läsion Grad IV b nach Griffith, kleine ründliche Ossifikation unterhalb der distalen Fibulaspitze, zentral nahe der tibialen Gelenkfläche sehr kleine Geröllzyste, Corticalis noch durchgängig gezeichnet, Bohrkanäle nach Refixation des osteochondralen Fragmentes noch zu erkennen, Calcaneussporn dorsal.[5]

Ergebnis

In meiner gelenkchirurgischen Praxis stellte sich die Arthrographie des oberen Sprunggelenkes in Verbindung mit dem 3D-Schnittbildgebung als eine neue ultrahochauflösende Technik mit geringer Strahlenbelastung dar, welche als eine Alternative zu der konventionellen CT Diagnostik selbst Submillimeter kleine Läsionen sicher darstelle und eine exakte Beurteilung ermöglichte. Wurde die osteochondrale Läsion von Kontrastmittel umspült, war zudem die Lösung des Fragmentes beweisbar. Die DVT fertigte ultrahochauflösende, nahezu artefaktfreie 3-dimensionale Schnittbilder der Extremitäten innerhalb weniger Sekunden Aufnahmezeit bei gleichzeitig für den Patienten sehr entspannter Lagerung an.

Diese Lösung ist mit einer isotropen Auflösung von 200 μm in der Lage, feinste Strukturen durch seinen ultrahochauflösenden Flachdetektor, einen hochentwickelten Rekonstruktionsalgorythmus und eine spezifisch programmierte Steuerung der Röntgenquelle mit einer Strahlenbelastung unter der des 2D-Projektionsröntgen in 2 Ebenen abzubilden[1]. Dies gewährleistet die erforderliche diagnostische Sicherheit vor dem Hintergrund höchstmöglicher Strahlenhygiene, nachdem das SCS MedSeries® H22 im Vergleich zur üblichen Diagnostik mit der klassischen Computertomographie eine um bis zu 92 % verringerte Strahlenbelastung[2,3,4] besitzt. Die maximal mögliche Reduktion der Strahlenexposition, welche nach §8 des aktuellen Strahlenschutzgesetzes gefordert ist, kann somit erreicht werden.

Quellen

[1]Neubauer J, Benndorf M, Reidelbach C, Krauû T, Lampert F, Zajonc H, et al. (2016): Comparison of Diagnostic Accuracy of Radiation Dose-Equivalent Radiography, Multidetector Computed Tomography and Cone Beam Computed Tomography for Fractures of Adult Cadaveric Wrists. PLOS ONE 11(10): e0164859.

[2]Koivisto J, Wolff J, Järnstedt J, Dastidar P, Kortesniemi M: Assessment of the effective dose in supine, prone, and oblique positions in the maxillofacial region using a novel combined extremity and maxillofacial CBCT scanner. Oral Surg Oral Med Oral Pathol Oral Radiol. 2014; 118(3):355-62.

[3]Juha Koivisto, Timo Kiljunen, Jan Wolff, Mika Kortesniemi; Assessment of effective radiation dose of an extremity CBCT, MSCT and conventional X ray for knee area using MOSFET dosemeters. Radiat Prot Dosimetry 2013; 157

[4]515-524. [4] Koivisto J, Kiljunen T, Kadesjö N, Shi XQ, Wolff J: Effective radiation dose of a MSCT, two CBCT and one conventional radiography device in the ankle region. Journal of Foot and Ankle Research (2015) 8:8.

[5]Petermann J, Main-Medical-Clinic, Am Neubergsweg 6, D-63868 Großwallstadt (2018).

 

PD Dr. Joerg Petermann
Am Neubergsweg 6
63868 Großwallstadt
www.praxis-petermann.de

 

Digitale Volumentomographie mit dem SCS MedSeries® H22

SCS steht für Sophisticated Computertomographic Solutions und beschreibt die Lösung für die anspruchsvolle 3D-Bildgebung mit höchster Strahlenhygiene, höchster Bildauflösung sowie höchster Zeitersparnis für Patient, Praxis und Arzt – als Win-Win-Win-Situation – gleichermaßen.

Der digitale Volumentomograph SCS MedSeries® H22 besitzt ein breites Indikationsspektrum und ist aus der Orthopädie und Unfallchirurgie nicht mehr wegzudenken. Mit dem platzsparenden Design findet das DVT in jeder Praxis einen Platz. Dank der hohen Strahlenhygiene und der Auflösung von bis zu 0,2 mm ist der digitale Volumentomograph auch in der Pädiatrie anwendbar. Die vom DVT ausgehende Strahlendosis kann unterhalb der täglichen terrestrischen Strahlendosis eingestellt werden und ist im Vergleich zur Computertomographie um bis zu 92 % geringer.

Die hochauflösenden Schnittbilder stehen, inklusive Rekonstruktionszeit, innerhalb von drei Minuten in multiplanarer Ansicht (axial, koronal, sagittal) sowie in 3D am Befundungsmonitor zur Beurteilung durch den behandelnden Arzt zur Verfügung. Im Resultat ist es mit dem DVT möglich, eine 3D-Schnittbilddiagnostik durchzuführen, die sehr strahlungsarm ist, eine exakte Beurteilung von Grenzflächen zwischen Metall- und Knochenstrukturen zulässt, und sehr einfach am Patienten anzuwenden ist.

Jetzt Beratungsangebot zum planungssicheren Einstieg in die SCS Bildgebung anfordern.

 

heracure – moderne Biomaterialien für eine kontrollierte Knochenregeneration

Der Einsatz resorbierbarer Knochenersatzmaterialien ist ein etabliertes Verfahren zur Behandlung von Knochendefekten, die u. a. durch Frakturen, Tumor- oder Zystenresektionen sowie durch Implantatentfernungen nach Osteosynthesen entstehen. Sie füllen Kavitäten und unterstützen den Knochenaufbau; zudem tragen sie zur Stabilisierung osteosynthetischer Implantate bei.1

Grenzen bei natürlichen Knochenersatzmaterialien

Als Knochenersatzmaterial werden häufig autologe und allogene Materialien verwendet. Diese unterliegen jedoch Verfügbarkeits- und Qualitätsschwankungen. Die Gewinnung autologen Materials – üblicherweise aus Beckenkammspongiosa – erfordert einen zusätzlichen invasiven Eingri mit Risiken wie Infektionen, Wundheilungsstörungen oder Schmerzen. Allogene Materialien aus Knochenbanken (z. B. DIZG) gelten als Goldstandard, decken jedoch den Bedarf nicht vollständig.2

Synthetische Biomaterialien in der modernen Defekttherapie

Neue Möglichkeiten zur Defektfüllung bieten seit einigen Jahren Innovationen im Bereich der resorbierbaren synthetischen Biomaterialien. Diese bestehen vorwiegend aus mineralischen Bestandteilen basierend auf Calcium-Sulfat oder Calcium-Phosphat. Allen Materialien zugrunde liegt der Vorteil hinsichtlich Verfügbarkeit und Reproduzierbarkeit, sowie einem verbesserten Zeitmanagement während der Operation, da auf Zweiteingriffe zur Materialgewinnung verzichtet werden kann. Vor allem bei modernen Behandlungsansätzen von Knochendefekten werden die Vorteile synthetischer Knochenersatzmaterialien bevorzugt.1,3

Calcium-Sulfat: Risiko unkontrollierter Resorption

Im klinischen Einsatz ermöglichen synthetische Knochenersatzmaterialien eine gute Stabilisierung des behandelten Knochendefektes. Unterschiede zeigen sich je nach Zusammensetzung vor allem im Resorptionsverhalten. Materialien auf Calcium-
Sulfat-Basis lösen sich nach Einbringung in die Kavitäten eigenständig und unkontrolliert auf, womit das Risiko eines unvollständigen Knochenaufbaus und dem Auftreten möglicher wiederkehrender Defekte besteht.2,3

heracure: Kontrolle, Stabilität und Effizienz durch BONEPACE Technologie

Um eine vollständige und stabile Knochenregeneration zu erzielen, interagieren innovative Calcium-Phosphat-Materialien nach dem Prinzip einer zellgesteuerten Resorption, bei der der Knochen auf das eingebrachte Material reagiert. Das Knochenersatzmaterial heracure stellt eine solche Möglichkeit in der Behandlung von Knochendefekten dar. heracure ist ein gebrauchsfertiges, synthetisches und resorbierbares Biomaterial mit osteokonduktiven Eigenschaften, das vorrangig bei der Defektfüllung von nicht-infizierten und nicht-lasttragenden Knochendefekten in der orthopädischen Chirurgie und Traumatologie eingesetzt wird. heracure basiert zu hohen Anteilen auf Alpha- Tricalciumphosphat (Alpha-TCP), einem hoch bioaktiven Material, das bei Kontakt mit Körperflüssigkeiten aushärtet und sich dabei in knochenmineralähnliche Strukturen umwandelt. Durch die spezielle BONEPACE Technologie von Heraeus Medical wird das Material durch den umgebenden Knochen als körpereigen erkannt und ein kontrollierter, mit der Resorption synchroner Auau von Knochensubstanz ermöglicht. heracure kann in Form der anwendungsfertigen (ready-to-use) Paste heracure one in den Defekt eingebracht werden. Die Beschaffenheiten von heracure one bieten eine unbegrenzte Verarbeitungszeit und gewährleisten Chirurgen die volle Kontrolle während des gesamten Eingriffs. Als weitere Option kann heracure als Formkörper heracure 3D zur Defektfüllung appliziert werden. heracure 3D wird in einem patentierten 3D-Druckverfahren auf Basis der heracure one Paste hergestellt. Die knochenähnlichen mechanischen Eigenschaften und die 3D-Porenstruktur unterstützen eine optimale und effektive Knochenregeneration.1

Weitere Informationen zu heracure und der BONEPACE Technologie hier klicken

Literatur
1. Heraeus Medical, Data on file
2. Heinemann et.al. 2013
3. Winglet OFF 2026, Vortrag Prof. Alt

Perspektive DVT – „Wenn kleine Helden stürzen – schnelle Klarheit durch moderne Diagnostik”

Für den 4-jährigen Magnus endete ein Sprung vom Klettergerüst im Spiderman-Kostüm mit starken Schmerzen im linken Unterarm. Statt in der Notaufnahme zu warten, fuhr sein Vater direkt zu Herrn Ferdinand Graf von der Groeben nach Kaarst, der über die 3D-Diagnostik von SCS verfügt. Die Untersuchung dauerte weniger als zwei Minuten, die Strahlendosis lag unter einer 2D-Aufnahme. Die Schnittbilder zeigten eine dislozierte Unterarmfraktur mit sofortiger OP-Indikation. Mit den fertigen 3D-Datensätzen, die die Eltern gleich mitnehmen konnten, operierte die Klinik sofort – ohne weitere Aufnahmen oder Wartezeiten. Auch die Nachsorge erfolgte mit minimaler Dosis und hoher Präzision. Magnus verstand dank der anschaulichen 3D-Schnittbilder seinen Heilungsverlauf und kam angstfrei zu allen Kontrollen.

Der Fall zeigt, wie moderne Diagnostik schnelle Entscheidungen ermöglicht und Kindern Schmerzen, Wartezeit und Belastung erspart. Herr Ferdinand Graf von der Groeben erzählt, wie er den kleinen Patienten mit größter Fürsorge und liebevollem Einsatz behandeln konnte.

Ein sonniger Freitagnachmittag, ein voller Spielplatz, ein mutiger Sprung: Für Magnus, vier Jahre alt, endete das Abenteuer in seinem Spiderman-Kostüm mit einem schmerzhaften Aufprall auf den linken Unterarm. Der Vater ahnte sofort, dass mehr passiert war als eine Prellung. Statt den Notarzt zu rufen und mehrere Stunden in der überfüllten Kliniknotaufnahme zu verbringen, wählte er einen anderen Weg – und fuhr direkt zu Herrn Ferdinand Graf von der Groeben, Orthopäde und Unfallchirurg in Kaarst, der seit 2024 die SCS Bildgebung im Einsatz hat.

Was in der Praxis innerhalb weniger Minuten geschah, zeigt wie moderne 3D-Bildgebung den Unterschied machen kann – gerade in der Pädiatrie, wo Geduld, Vertrauen und schnelle Entscheidungen ausschlaggebend sind. Eine Diagnostik, die in wenigen Minuten Klarheit schafft. Als der Anruf um 17:45 Uhr bei Herrn von der Groeben einging, war die Praxis eigentlich schon geschlossen. Doch er zögerte keine Sekunde:

„Ich war bereits auf dem Weg nach Hause. Aber als ich hörte, dass ein Kind gestürzt ist und starke Schmerzen hat, bin ich sofort umgedreht.“

Er wusste, dass er dank seiner diagnostischen Ausstattung in wenigen Minuten Klarheit schaffen konnte. Für Magnus dauerte die gesamte Untersuchung mit Positionierung und Aufnahme keine zwei Minuten. Die Strahlendosis lag dabei unter einer 2D-Aufnahme und weit unter der Strahlenbelastung mehrfacher Aufnahmen, die sonst nötig gewesen wären.

„Mit einem klassischen Röntgengerät hätte ich eine medizinische Fachangestellte zurückrufen müssen. Für eine korrekte Aufnahme ist das Kind mehrfach zu lagern, was bei Schmerzen durch einen Bruch kaum möglich ist. Mit der 3D-Bildgebung konnte ich die Untersuchung dagegen allein durchführen. Der Arm wird in das System gelegt, ich drücke auf den Auslöser – und nach wenigen Sekunden liegen die 3D-Schnittbilder vor.“

Hightech, Herz und Verständnis – vereint in einer Untersuchung

Das Ergebnis war eindeutig: Eine distale Radius-Extensionsfraktur, eine sogenannte Bajonettfraktur, bei der die Knochenenden gegeneinander verschoben sind. Der Orthopäde fasst zusammen:

„Es handelte sich um eine instabile Unterarmfraktur mit Dislokation. Die Indikation zur Operation war sofort klar.“

Noch am selben Abend konnte die Familie mit den fertigen 3D-Schnittbildern in die Klinik fahren. Dort war kein zusätzliches Röntgen mehr erforderlich – die Daten ließen sich direkt übernehmen, die Operation wurde direkt nach kurzer stationärer Aufnahme durchgeführt. So war Magnus gegen 22:30 Uhr bereits operiert und versorgt.

Die besondere Rolle der SCS Bildgebung

„Der größte Vorteil war, dass ich die Diagnostik selbst durchführen konnte – schnell, ohne Personal, mit maximaler Bildqualität.“

Während das Kind ruhig blieb und dem Arzt über die Schulter schauen durfte, entstand auf dem Bildschirm

ein exaktes 3D-Modell des gebrochenen Unterarms. Die SCS Bildgebung ermöglichte nicht nur die sichere Erstdiagnose, sondern auch die gesamte Nachsorge in der Praxis:

· Kontrollaufnahme nach der Operation: eine Woche später konnte ausgeschlossen werden, dass sich die Fraktur erneut verschoben hatte oder Wachstumsfugen betroffen sind.

· Drei-Wochen-Kontrolle: Beurteilung des Heilungsverlaufs und der Metallstifte.

· Letzte Kontrolle vor dem Ziehen der Drähte: am 17. Juni – alle Aufnahmen in Dosisbereichen einer einzelnen 2D-Röntgenaufnahme.

Auf diese Weise blieb die Strahlenbelastung auch bei mehreren Verlaufskontrollen minimal – ein entscheidender Punkt gerade bei Kindern mit empfindlichen Wachstumsfugen.

Moderne 3D-Bildgebung und einfühlsame Versorgung: Der kleine Patient wird Schritt für Schritt begleitet.

Was wäre ohne moderne 3D-Diagnostik geschehen?

Bei dieser Frage muss Herr von der Groeben nicht lange überlegen:

„Ohne das System hätte ich die Eltern in die Notaufnahme schicken müssen. Dort hätten sie 1 bis 3 Stunden gewartet, das Kind wäre mehrfach umgelagert worden und wahrscheinlich wären zusätzliche Aufnahmen erfolgt. Vielleicht hätte man ein CT angefertigt – mit deutlich höherer Strahlendosis. Bis zur OP wären leicht sechs Stunden vergangen.“

So aber konnten sich Arzt, Eltern und Klinik unmittelbar auf das Wesentliche konzentrieren: Die schnelle, sichereVersorgung des Kindes.

„Magnus konnte sogar selbst sehen, wo der Bruch liegt. Dieses Verständnis schafft Vertrauen – auch bei kleinen Patienten.“

Stress- und schmerzfreie Lagerung

In praktischer Hinsicht zeigt sich für Herrn von der Groeben die Überlegenheit der DVT-Technologie. Die Untersuchung ist schnell, nahezu schmerzfrei und erfordert keine wiederholten Umlagerungen – ein entscheidender Vorteil bei Verletzten, insbesondere Kindern, die unter Schmerzen leiden und häufig verängstigt sind. Die ruhige Lagerung der betroffenen Extremitäten im System und die kurze Aufnahmedauer minimieren die Belastung für das Kind und erleichtern gleichzeitig dem Arzt eine präzise Diagnosestellung ohne zusätzliche Assistenz.

Darüber hinaus eignet sich die DVT-Bildgebung hervorragend für die Verlaufskontrolle nach operativen Eingriffen. Man kann die knöcherne Durchbauung und die Implantatlage hervorragend beurteilen. Das lässt die engmaschige Überwachung des Heilungsprozesses zu, ohne das Kind unnötiger Strahlenexposition auszusetzen.

Vertrauen als Teil der Therapie

Die Beziehung zwischen Arzt und Patient änderte sich nachhaltig. Magnus kam ohne Angst zu den Kontrolluntersuchungen, ließ ohne Widerstände und freiwillig die Drähte ziehen. Die Orthose trug er über Wochen gewissenhaft – weil er verstand, was in seinem Arm geschah. Gerade in der Pädiatrie ist dieses Verständnis Gold wert: Kinder kooperieren besser, Eltern fühlen sich sicherer und der Arzt kann ohne Druck arbeiten.

Schnelle Hilfe dank moderner Ausstattung

Herr von der Groeben zeigt sich begeistert vom diagnostischen und organisatorischen Mehrwert, den die moderne 3D-Bildgebung den Patienten und der Praxis bietet. Die Kombination aus schneller Verfügbarkeit, hoher Bildqualität, niedriger Strahlenbelastung und kindgerechter Anwendung macht die SCS Bildgebung zu einem wichtigen Instrument seines Praxisalltags. Sie ermöglicht eine sichere, effiziente und schonende Diagnostik, die in vielen Fällen zu einer schnelleren Therapieentscheidung und einem besseren klinischen Ergebnis führt.

„Die 3D-Schnittbilder halfen nicht nur mir als Arzt, sondern auch dem Kind und den Eltern. Sie sahen den Bruch, die Heilung, die Drähte – und verstanden, warum jede Phase wichtig war.“

Fallvorstellung: Instabile Unterarmfraktur mit Dislokation

Bei dem 4-jährigen Patienten bestand nach Sturzereignis der Verdacht auf eine distale Radiusfraktur. Die klinische Untersuchung zeigte eine deutliche Schwellung und Druckschmerzhaftigkeit im distalen Unterarmbereich. Zur präzisen Abklärung erfolgte eine digitale Volumentomographie (DVT), um die Frakturmorphologie ohne belastende Lagerungswechsel zuverlässig beurteilen zu können.

DVT

Die Untersuchung mit dem SCS MedSeries® H22 ermöglichte eine hochauflösende 3D-Darstellung des distalen Radioulnargelenks bei signifikant reduzierter Strahlenexposition. In der Aufnahme zeigen sich eine dislozierte metaphysäre Fraktur des distalen Radius mit deutlicher Stufenbildung sowie Begleitveränderungen an der distalen Ulna, die in konventionellen 2D-Projektionen nur eingeschränkt beurteilbar gewesen wären. Die multiplanaren Rekonstruktionen und die 3D-Ansicht erlaubten eine exakte Einschätzung des Frakturverlaufs, der Fragmentposition und der Gelenkbeteiligung.

Der Vorteil der DVT zeigte sich auch in der stress- und schmerzarmen Durchführung: Die kurze Aufnahmedauer unter 30 Sekunden und die ruhige Armposition ermöglichten eine kindgerechte Diagnostik ohne zusätzlichen Umlagerungsstress. Durch die präzise Darstellung konnte eine sichere Therapieentscheidung getroffen und – im weiteren Verlauf – die korrekte Implantatlage sowie die knöcherne Konsolidation zuverlässig überwacht werden.

Der Fall unterstreicht den besonderen Wert der modernen 3D-Bildgebung in der pädiatrischen Notfallversorgung: präzise, schnell, schonend und mit deutlich reduzierter Strahlenbelastung – ein diagnostischer Vorteil, der sowohl die Patientensicherheit als auch die Behandlungsqualität entscheidend verbessert.

DVT-Verlaufskontrolle

Die DVT-Verlaufskontrolle zeigt eine regelrechte Lage der eingebrachten elastischen Marknägel mit stabiler Achs- und Fragmentposition. Die Frakturzone ist homogen abgrenzbar und weist eine regelrechte frühe knöcherne Konsolidation ohne Hinweise auf Dislokation, Implantatlockerung oder Fehlstellung auf. Die hochauflösende 3D-Darstellung ermöglicht eine sichere Beurteilung des Heilungsverlaufs bei minimaler Strahlenexposition.

Schlussfolgerung

„Die selbstständige Untersuchung mittels SCS Bildgebung ersparte lange Wartezeiten in der Klinik. Während der strahlenarmen Verlaufskontrollen konnte die Familie den Heilungsprozess genau beobachten und nachvollziehen.“

Fazit: Mehr sehen, schneller handeln

Der Fall zeigt exemplarisch, was moderne Diagnostik heute ausmacht. Ein verletztes Kind, ein entschlossener Arzt und eine Technologie, die präzise, schnell und schonend arbeitet – dieses Zusammenspiel führte dazu, dass zwischen Unfall und Operation nur wenige Stunden lagen.

Während viele Eltern an diesem Nachmittag noch im Krankenhausflur gewartet hätten, war Magnus bereits auf dem Weg der Besserung. Die SCS Bildgebung steht damit sinnbildlich für eine neue Generation der Diagnostik – eine, die nicht nur die Arbeit der Ärzte verändert, sondern auch das Erlebnis der Patienten: Schnell, sicher, kinderfreundlich.

„Die SCS Bildgebung ermöglicht mir eine schnelle und präzise Diagnostik, die ich im Notfall auch selbstständig durchführen kann, da sie sehr einfach in der Bedienung ist. Das trägt dazu bei, dass sie leicht untersucht werden können und Schmerzen während der Aufnahme vermieden werden. Außerdem kann ich mir stets sicher sein, dass ich Patienten durch die geringe Strahlendosis noch besser schütze.“

Und für Magnus selbst war das Schlimmste nicht die Fraktur – sondern, dass der Spiderman-Anzug aufgeschnitten werden musste, den er an diesem Tag trug.

„Das zeigt, wie gering die Belastung war. Wenn ein 4-Jähriger nach einer Fraktur das zerschnittene Kostüm schlimmer findet als die Behandlung, dann haben wir medizinisch und menschlich alles richtig gemacht. Wer technisch gut aufgestellt ist, kann schneller helfen. Eine eigenständige 3D-Bildgebung erweitert das diagnostische Spektrum erheblich – sie ist keine Konkurrenz zum Röntgen, sondern eine logische Weiterentwicklung. Ich würde mir wünschen, dass diese Technologie in Zukunft zum Standard in der pädiatrischen Versorgung wird.“

Ferdinand von der Groeben
Sportospine
Martinusstraße 43
41564 Kaarst
www.sporthospine.de

Digitale Volumentomographie mit dem SCS MedSeries® H22

SCS steht für Sophisticated Computertomographic Solutions und beschreibt die Lösung für die anspruchsvolle 3D-Bildgebung mit höchster Strahlenhygiene, höchster Bildauflösung sowie höchster Zeitersparnis für Patient, Praxis und Arzt – als Win-Win-Win-Situation – gleichermaßen.

Der digitale Volumentomograph SCS MedSeries® H22 besitzt ein breites Indikationsspektrum und ist aus der Orthopädie und Unfallchirurgie nicht mehr wegzudenken. Mit dem platzsparenden Design findet das DVT in jeder Praxis einen Platz. Dank der hohen Strahlenhygiene und der Auflösung von bis zu 0,2 mm ist der digitale Volumentomograph auch in der Pädiatrie anwendbar. Die vom DVT ausgehende Strahlendosis kann unterhalb der täglichen terrestrischen Strahlendosis eingestellt werden und ist im Vergleich zur Computertomographie um bis zu 92 % geringer.

Die hochauflösenden Schnittbilder stehen, inklusive Rekonstruktionszeit, innerhalb von drei Minuten in multiplanarer Ansicht (axial, koronal, sagittal) sowie in 3D am Befundungsmonitor zur Beurteilung durch den behandelnden Arzt zur Verfügung. Im Resultat ist es mit dem DVT möglich, eine 3D-Schnittbilddiagnostik durchzuführen, die sehr strahlungsarm ist, eine exakte Beurteilung von Grenzflächen zwischen Metall- und Knochenstrukturen zulässt, und sehr einfach am Patienten anzuwenden ist.

Jetzt Beratungsangebot zum planungssicheren Einstieg in die SCS Bildgebung anfordern.

 

Seminar: Stressfrakturen abklären und versorgen

Stressfrakturen sind mehr als reine Überlastungsschäden. Hinter solchen Frakturen können sich Störungen des Knochenstoffwechsels, Ernährungsdefizite, hormonelle Ursachen oder noch weitere Faktoren verbergen. Eine genaue Diagnose ist für die Behandlung und die langfristige Prognose entscheidend. Umso wichtiger ist eine strukturierte Abklärung: Welche Untersuchungen sind sinnvoll und wie gelingt eine nachhaltige Versorgung, um Rezidive zu vermeiden?
Genau hier setzt das Online-Seminar „Stressfrakturen vollständig abklären und langfristig versorgen“ an. Anhand praxisnaher Fallbeispiele zeigt Univ.-Prof. Dr. med. Uwe Maus, wie eine systematische Diagnostik, risikoorientierte Ursachenabklärung und fundierte Nachsorge in der klinischen Praxis umgesetzt werden können. Seien Sie live dabei und bringen Sie Ihre Fragen in die Diskussion ein!

Seminar: Stressfrakturen abklären und versorgen

Termin: 4. November 2026, 17 bis 18 Uhr (online; CME-Zertifizierung beantragt)
Referent:
Univ.-Prof. Dr. med. Uwe Maus, Lausitz
Moderator:
Prof. Dr. med. Christopher Niedhart, Heinsberg
Veranstalter:
med-kompakt, unterstützt von Alexion

 

Die Veranstaltung ist Teil der digitalen Fortbildungsserie „Facts4Fractures“, die in diesem Jahr von der DGE-Akademie („Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie, Hormone & Stoffwechsel“) zertifiziert wurde.

Die erfolgreiche Online-Seminarreihe wird auch 2027 fortgesetzt. Sie möchten kein Seminar verpassen? Dann lassen Sie sich doch unkompliziert und bequem per E-Mail erinnern: www.Facts4Fractures.de/info

Seminar verpasst? Kein Problem – Sie können alle Seminare jederzeit als Video-on-Demand online abrufen: www.Facts4Fractures.de
Die letzten Themen waren Das Diagnostik-1×1 für sekundäre Osteoporosen, Endoprothetische Versorgung sowie Bildgebende Verfahren bei Knochenstoffwechselerkrankungen

Nicht jede Stressfraktur ist eine Überlastungsfraktur

Stressfrakturen werden häufig als Folge einer erhöhten mechanischen Belastung betrachtet. Insbesondere bei wiederkehrenden Frakturen, atypischer Lokalisation, verzögerter Frakturheilung oder fehlenden offensichtlichen Risikofaktoren sollte jedoch auch an zugrunde liegende Stoffwechselerkrankungen gedacht werden.1

Eine wichtige, aber häufig übersehene Differenzialdiagnose ist die Hypophosphatasie (HPP). Bei dieser Systemerkrankung kommt es genetisch bedingt zu einer verminderten Aktivität der alkalischen Phosphatase (AP).2–4 Ein erniedrigter AP-Wert ist daher ein wichtiger diagnostischer Hinweis und lässt sich durch eine einfache Laboruntersuchung erfassen. Bei der Interpretation ist jedoch zu beachten, dass die AP-Referenzbereiche alters- und geschlechtsspezifisch sind. Ein Wert, der für Frauen normal ist, kann für Männer bereits zu gering sein.5,6

Untere Referenzwerte für Frauen und Männer6*

Klinisch kann sich die HPP durch Stressfrakturen, Frakturheilungsstörungen und Muskelschwäche äußern. Häufig treten zudem Knochen- und Gelenkschmerzen, Fatigue sowie Nierenfunktionsstörungen auf.7,8 In schweren Verläufen ist die Krankheitslast erheblich und kann bis zur Abhängigkeit von Gehhilfen oder einem Rollstuhl führen.9

Laborwerte im Kitteltaschenformat

Die Kitteltaschenkarte zur Labordiagnostik ist Ihr praktischer Begleiter bei der Abklärung von Stressfrakturen. Sie bietet aktuelle Referenzwerte des osteologischen Labors für Erwachsene – kompakt, übersichtlich und stets griffbereit. So können Sie wichtige Hinweise auf mögliche Ursachen wie Störungen des Knochenstoffwechsels oder Mangelzustände schnell erfassen.

Bei unklaren, rezidivierenden oder verzögert heilenden Stressfrakturen sollte auch an eine HPP gedacht werden. Der speziell für die Orthopädie entwickelte Diagnosealgorithmus unterstützt Sie bei der differenzialdiagnostischen Abklärung und gibt einen Überblick über typische Symptome. Sie können den Algorithmus

Das Verständnis der HPP entwickelt sich stetig weiter. Neue Erkenntnisse zeigen, dass die Erkrankung weit über den Knochenstoffwechsel hinausgeht und als systemische Erkrankung betrachtet werden sollte. Gleichzeitig eröffnen sich neue Perspektiven für Diagnostik, Patientenmanagement und Therapie. Unsere Sonderproduktion fasst aktuelle wissenschaftliche Entwicklungen und praxisrelevante Erkenntnisse kompakt für Sie zusammen.

Wann sollten atypische Frakturen, verzögerte Frakturheilung oder muskuloskelettale Beschwerden an eine Hypophosphatasie (HPP) denken lassen? In dieser Folge von „Let’s talk Osteo“ erläutert Dr. med. Ulla Stumpf, welche Warnsignale im unfallchirurgischen Alltag besonders relevant sind und wie eine frühzeitige Verdachtsdiagnose gelingen kann.

*Referenzwerte können je nach Labor variieren

Referenzen:

  1. May T et al., Stress Fractures. StatPearls Publishing, 2023.
  2. Beck C et al., Open Bone J. 2009; 1:8–15.
  3. Rockman-Greenberg C, Pediatr Endocrinol Rev. 2013; 10:380–388.
  4. Conti F et al., Clin Cases Miner and Bone Metab. 2017; 14(2):230–234.
  5. Ng E et al., Osteoporos Int. 2023; 34(2):327–337.
  6. Niederau CM et al., Klinikleitfaden Labordiagnostik. Elsevier GmbH, Urban & Fischer Verlag, 2021.
  7. Dahir KM et al., Orphanet J Rare Dis. 2022; 17(1):277.
  8. Seefried L et al., Calcif Tissue Int. 2025; 116(1):46.
  9. Dahir KM et al., Front Endocrinol. 2023; 14:1138599.

Perspektive DVT – „Mit der neugegründeten Praxis zum langfristigen Erfolg.“

Die Eröffnung einer medizinischen Praxis ist ein Unterfangen, das sowohl im medizinischen, technischen als auch wirtschaftlichen Bereich gründlicher Planung bedarf.

Viele Neugründer stehen vor der Frage, wie sie ihren Patienten die bestmögliche Versorgung durch eine technisch qualitative Ausstattung bieten können, ohne dabei die junge Finanzstruktur zu gefährden. Daraus entsteht häufig ein Investitionsdilemma, das in der Praxis zu langanhaltenden Problemen führen kann.

Vorallem am Anfang ist es wichtig, eine finanzielle Basis zu schaffen, auf der die neue Praxis erfolgreich aufbauen kann.

Effektiver und wirtschaftlicher Praxisbetrieb – von Anfang an

Nicht mehr zeitgemäße Diagnostikverfahren sind auf der einen Seite zwar erschwinglicher für eine neue Praxis, auf der anderen Seite entstehen dadurch aber auch Einbußen im zu erwartenden Ertrag und in der künftigen Diagnosesicherheit des Arztes. Das SCS MedSeries® H22 ist ein modernes DVT-System, das den Arzt dabei unterstützt, eine bessere, vollumfängliche Diagnose zu stellen.

Die Leistung wird zudem pro Aufnahme entsprechend honoriert. Für eine neugegründete Praxis, die mit einem noch niedrigeren Patientenaufkommen die doppelte finanzielle Belastung durch den Erwerb und die anfallenden Kosten (z.B. Umbau, Personal und Betrieb) stemmen muss, ist ein entsprechend hohes Honorar essenziell. Somit trägt die SCS Bildgebung enorm dazu bei, die Anforderungen des Businessplans erfolgreich zu erfüllen.

Die SCS Bildgebung im ROC Aschheim

Für Herrn Dr. med. Filesch, der 2020 das ROC Aschheim bei München eröffnet hat, spielte die Implementierung der SCS Bildgebung im März 2022 von Anfang an eine große Rolle. Er arbeitet stets nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und ist zudem selbst in der Forschung und Lehre aktiv tätig. Daher sollte auch seine orthopädische Praxis mit der modernsten und bestmöglichen 3D-Diagnostik ausgestattet werden, um den Patienten eine ausgezeichnete Behandlung aus einer Hand bieten zu können.

Die Perspektive der Installation erschien Herrn Dr. Filesch zunächst als Wagnis, doch schon kurze Zeit nach der Anschaffung entpuppte sich aus dieser Entscheidung der Schlüssel für den Erfolg.

Finanzielle Sicherheit mit der SCS Bildgebung

Die Anschaffung einer modernen Diagnostik ist auf den ersten Blick eine große Investition, die den Praxisneugründer zunächst vor eine Hürde stellt.

Beschäftigt man sich jedoch eingehender mit der Perspektive der eigenen 3D-Schnittbildgebung, zeigt sich schnell, dass es sich hierbei eher um eine Investition in den zukünftigen wirtschaftlichen, wie diagnostischen Erfolg handelt.

In einem kostenlosen und unverbindlichen Erstgespräch, das etwa fünfzehn Minuten beansprucht, können bereits die ersten Fragen zur SCS Bildgebung beantwortet werden. In einem weiteren, tiefgreifenderen Beratungsgespräch wird auf Basis der persönlichen Aufnahmezahlen eine wirtschaftliche Analyse erstellt, die dem Praxisneugründer aufzeigt, wie schnell sich die Anschaffung amortisieren wird.

Auch Herr Dr. Filesch erhielt eine persönliche Betreuung und eine klar definierte wirtschaftliche Prognose, bestehend auf den Aufnahmezahlen, die das ROC Aschheim zu dem Zeitpunkt vorwies.

Somit konnte die anfängliche Skepsis zerstreut werden und schließlich fand der Facharzt den Mut, diesen entscheidenden Schritt zu gehen. Anstelle eines kalkulierten Durchbruchs nach mehreren Monaten, erlebte die Praxis aufgrund der hochmodernen Diagnostik einen sofortigen Anstieg der Patientennachfrage und eine rasche Amortisation der Investition.

Das wirtschaftliche Arbeiten ist für den Facharzt ein wichtiger und nicht zu vernachlässigender Punkt, denn nur so kann er seinen Patienten die beste Medizin bieten, die Praxis vergrößern und um wichtige Technologien erweitern.

„Eine Praxis muss auch wirtschaftlich funktionieren, denn man hat die Verantwortung gegenüber der eigenen Familie, dem Praxisteam, den Patienten sowie sich selbst und nur so lässt sich Sicherheit für uns alle schaffen.“

Nutzen Sie die Chance für eine individuelle Beratung

Unsere Lösung verhilft neuen Praxis zum langfristigen Erfolg – wirtschaftlich und medizinisch. Fordern Sie eine tiefgreifende und maßgeschneiderte Beratung an, im Zuge derer wir auf Basis Ihrer bisherigen Aufnahmezahlen eine Transformationsrechnung mit konservativ angesetzten Fallzahlen erstellen, um ihre persönliche Amortisationszeit zu ermitteln. Investieren Sie in die Zukunft Ihrer Praxis – wir unterstützen Sie dabei von Anfang an.

Das komplette Interview mit Herrn Dr. med. Daniel Filesch erschien in der Sommerausgabe 2023 des SCS Society Magazins. Dort sprach er neben den wirtschaftlichen Aspekten auch über die komplementäre Nutzung von DVT und MRT in der Praxis und über viele weitere Themen rund um die SCS Bildgebung. Online finden Sie das Interview hier.

Digitale Volumentomographie mit dem SCS MedSeries® H22

SCS steht für Sophisticated Computertomographic Solutions und beschreibt die Lösung für die anspruchsvolle 3D-Bildgebung mit höchster Strahlenhygiene, höchster Bildauflösung sowie höchster Zeitersparnis für Patient, Praxis und Arzt – als Win-Win-Win-Situation – gleichermaßen.

Der digitale Volumentomograph SCS MedSeries® H22 besitzt ein breites Indikationsspektrum und ist aus der Orthopädie und Unfallchirurgie nicht mehr wegzudenken. Mit dem platzsparenden Design findet das DVT in jeder Praxis einen Platz. Dank der hohen Strahlenhygiene und der Auflösung von bis zu 0,2 mm ist der digitale Volumentomograph auch in der Pädiatrie anwendbar. Die vom DVT ausgehende Strahlendosis kann unterhalb der täglichen terrestrischen Strahlendosis eingestellt werden und ist im Vergleich zur Computertomographie um bis zu 92 % geringer.

Die hochauflösenden Schnittbilder stehen, inklusive Rekonstruktionszeit, innerhalb von drei Minuten in multiplanarer Ansicht (axial, koronal, sagittal) sowie in 3D am Befundungsmonitor zur Beurteilung durch den behandelnden Arzt zur Verfügung. Im Resultat ist es mit dem DVT möglich, eine 3D-Schnittbilddiagnostik durchzuführen, die sehr strahlungsarm ist, eine exakte Beurteilung von Grenzflächen zwischen Metall- und Knochenstrukturen zulässt, und sehr einfach am Patienten anzuwenden ist.

Jetzt Beratungsangebot zum planungssicheren Einstieg in die SCS Bildgebung anfordern.

 

Dienstplan-Analyse-Tool für Arztpraxen zum BVOU-Sonderpreis

Der Dienstplan als stiller Kostenfaktor: Warum Zahlenkolonnen teure Planungsfehler verbergen

In orthopädischen Praxen gehört der Dienstplan zu den am häufigsten bearbeiteten – und am seltensten hinterfragten – Dokumenten. Er zeigt zuverlässig, wann wer anwesend ist. Ob die Besetzung zu jeder Stunde auch sinnvoll ist, zeigt er nicht. Genau dort entstehen Kosten, die in keiner BWA als eigene Position auftauchen.

Eine Stunde, jeden Montag, seit Jahren

Ein typisches Beispiel aus der Beratungspraxis: Der Arzt beginnt montags um 13 Uhr mit der Nachmittagssprechstunde. Die Mitarbeiterinnen stehen laut Plan erst ab 14 Uhr wieder im Dienst. Eine volle Stunde Sprechstunde ohne Assistenz – jeden Montag, seit Jahren. In der Realität verkürzt irgendjemand seine Pause, ungeplant und aus Sicht der Mitarbeiterin als Überstunden. Im tabellarischen Dienstplan ist diese Lücke praktisch unsichtbar: Die Zeiten stehen korrekt in den Spalten, nur ihr Zusammenspiel fällt niemandem auf.

In einem anderen Fall – eine Praxis mit vier Ärzten und 19 Medizinischen Fachangestellten – zeigte erst die grafische Aufbereitung der Anwesenheitszeiten, dass an einem Wochentag regelmäßig Mitarbeiterinnen eingeplant waren, obwohl kein Arzt im Haus war. Sie blieben dennoch bis zum offiziellen Sprechstundenende. Die Summe: über 10.000 Euro unnötige Überstundenkosten pro Jahr.

Keine dieser Situationen war eine bewusste Entscheidung. Sie sind einfach passiert – über Jahre gewachsen durch Vertretungsregelungen, geänderte Sprechzeiten und neue Teilzeitmodelle, nie hinterfragt, im Zahlenplan unsichtbar.

Orthopädische Praxen sind besonders anfällig

Je komplexer die Praxisstruktur, desto größer das Risiko unbemerkter Planungsfehler. Orthopädische und unfallchirurgische Praxen bringen dafür gleich mehrere Faktoren mit: geteilte Sprechstunden, Röntgen- und Funktionsbereiche mit eigenen Besetzungsanforderungen, OP-Tage, an denen Ärzte außer Haus sind, und häufig größere Teams mit unterschiedlichen Teilzeitmodellen.

Dabei geht es nicht nur in eine Richtung. Ebenso häufig wie Leerlauf findet sich das Gegenteil: Sprechstundenzeiten, in denen Ärzte ohne ausreichende MFA-Unterstützung arbeiten. Das bedeutet ineffiziente Nutzung teurer Arztzeit – und ein erhöhtes Haftungsrisiko, etwa wenn Behandlungen ohne Assistenz stattfinden.

Was der Blick auf Zahlen nicht leistet

Die Ursache liegt nicht in mangelnder Sorgfalt. Ein tabellarischer Dienstplan beantwortet die Frage „Wer ist wann da?” – mehr nicht. Die entscheidenden Fragen bleiben offen: Passt die Besetzung zu jeder Stunde zur Zahl der anwesenden Ärzte? Wo entstehen strukturelle Lücken, etwa mittwochnachmittags? Wo ist Personal anwesend, ohne dass Behandlungskapazität dahintersteht?

Wer diese Fragen aus Zahlenkolonnen beantworten will, muss jede Viertelstunde jedes Wochentags gedanklich durchrechnen – ein Aufwand, den im Praxisalltag niemand leisten kann.

Von der Farbe zur Zahl

Bewährt hat sich ein anderer Ansatz: die grafische Darstellung des Wochenplans als Balkendiagramm, ergänzt um eine automatische Bewertung jeder Viertelstunde nach dem Ampelprinzip. Kritische Zeitfenster – Arztzeit ohne Assistenz, Unterbesetzung, Leerlauf, unnötige Personalkosten – erscheinen farblich markiert und springen ins Auge, ohne dass jemand aktiv danach suchen muss. Eine Wochenübersicht macht aus einzelnen Auffälligkeiten ein Muster. Wer das einmal gesehen hat, kann es nicht mehr übersehen.

Die Farben sind dabei nur der erste Schritt. Aussagekräftig wird die Analyse durch die Zahlen dahinter: Wie viele Minuten pro Woche arbeitet ein Arzt ohne Mitarbeiter? Wie lange ist die Praxis unterbesetzt – und wie lange überbesetzt? Das sind keine akademischen Kennzahlen. Es sind die Zahlen für das nächste Jahresgespräch, für das Gespräch mit dem Steuerberater über die Personalkosten – und für die Entscheidung, ob wirklich eine neue Stelle nötig ist oder nur ein besserer Plan.

Fazit

Personalkosten sind der größte Kostenblock einer orthopädischen Praxis – und der Dienstplan ihr zentrales Steuerungsinstrument. Wer die eigene Wochenplanung einmal systematisch visualisiert und bewertet, entdeckt fast immer Optimierungspotenzial; häufig genügen kleine Korrekturen, um spürbare Beträge einzusparen und zugleich Haftungsrisiken zu reduzieren. Denn in den meisten Fällen gilt: Der Plan war nicht schlecht gemacht. Er war nur nie sichtbar gemacht worden.

Rudolf Loibl Betriebswirt (VWA), Unternehmensberater für Arzt- und Zahnarztpraxen Straubing

Dienstplan-Check für Ihre Praxis – exklusiv für BVOU-Mitglieder

Der BVOU bietet seinen Mitgliedern das im Artikel beschriebene Analyse-Verfahren als praxisfertiges Werkzeug an: Das Dienstplan-Analyse-Tool stellt den Wochendienstplan grafisch dar und bewertet die Besetzung automatisch nach dem Ampelprinzip. Es läuft vollständig lokal im Browser – ohne Cloud, ohne Installation, ohne laufende Kosten.

BVOU-Mitglieder erhalten das Tool zum Vorzugspreis.

Dienstplan-Analyse-Tool-Demonstration: klicken Sie auf “Inhalt entsperren“

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Weitere Informationen