Gemeinsame Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (DGOU) und des Berufsverbandes für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (BVOU)
Preisträger Deutscher Journalistenpreis Orthopädie und Unfallchirurgie (JOU) 2026
Journalistenpreis O und U für die TV-Serie: „Die Lebensretter von Murnau“
Berlin, 20.10.2026: Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) und der Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) zeichnen 2026 die ZDF-Produktion „Die Lebensretter von Murnau“ mit dem Deutschen Journalistenpreis Orthopädie und Unfallchirurgie (JOU) aus. Der Siegerbeitrag nimmt die Zuschauer mitten hinein in die Arbeit von Notfallmedizin sowie Orthopädie und Unfallchirurgie und zeigt strukturiertes und sekundenschnelles lebensrettendes Handeln. Zwei weitere Beiträge werden mit Sonderpreisen gewürdigt. Die drei ausgezeichneten Arbeiten zeigen eindrucksvoll die große Bandbreite der Orthopädie und Unfallchirurgie: von der hoch spezialisierten Versorgung Schwerverletzter über das Leben mit den Folgen eines schweren Unfalls bis hin zum erfolgreichen Genesungsweg nach dem Einsatz eines künstlichen Kniegelenks.
Siegerbeitrag: Matthias Ebel (me:works media productions) „Die Lebensretter von Murnau“ (ZDF)
„Die Lebensretter von Murnau“ begleitet die Versorgung schwer verletzter Patientinnen und Patienten durch die gesamte Behandlungskette: von der Unfallstelle über Schockraum und Operation bis hin zur Rehabilitation. Die Serie vermittelt dabei nicht nur medizinische Abläufe präzise und verständlich, sondern macht vor allem die Menschen sichtbar, die in der Orthopädie und Unfallchirurgie unter höchstem Zeitdruck Verantwortung übernehmen.
Die Jury überzeugte der Beitrag vor allem durch seine außergewöhnliche Authentizität und emotionale Tiefe sowie durch die verständliche Darstellung der gesamten Behandlungskette. Im Mittelpunkt steht der Schockraum der Unfallklinik Murnau. Mehr als 20 Kameras ermöglichen einen unmittelbaren und zugleich zurückhaltenden Blick auf die hochkomplexen Abläufe. Rettungskräfte, Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte kommen zu Wort, erläutern medizinische Zusammenhänge und schildern offen die fachlichen und emotionalen Herausforderungen ihres Alltags. So vermittelt die Serie die Anspannung im Schockraum ebenso wie die Erleichterung nach einer gelungenen Operation, immer voll Mitgefühl für den Patienten oder die Patientin.
„‚Die Lebensretter von Murnau‘ zeigt auf beeindruckende Weise, was moderne Orthopädie und Unfallchirurgie ausmacht: hoch spezialisierte Medizin, Teamarbeit und schnelle Entscheidungen, von denen im Ernstfall ein Menschenleben abhängt. Die Serie ist nah an den Menschen und emotional und vermittelt sogleich authentische Einblicke in die medizinische Teamarbeit“, sagt Juryvorsitzender Prof. Dr. Karsten E. Dreinhöfer.
„Spannung, die aus Authentizität und Intimität entsteht – nicht aus künstlicher Dramatisierung. Das war unser wichtigstes Ziel und gleichzeitig unsere größte Herausforderung bei der Konzeptionierung und Produktion der „Lebensretter von Murnau“. Der Journalistenpreis O und U ist für uns gerade vor diesem Hintergrund eine wunderbare Bestätigung, dass unser Vorhaben geglückt ist. Unser gesamtes Team freut sich sehr über diese besondere Auszeichnung“, sagt Matthias Ebel, Produzent des Siegerbeitrages.
Die erste, fünfteilige Staffel der Serie wurde ab dem 19. November 2025 im ZDF ausgestrahlt und ist seitdem in der ZDF-Mediathek abrufbar.
https://www.zdf.de/reportagen/die-lebensretter-von-murnau-100
Sonderpreis: Michael Heß „Sekunden, die ein Leben verändern – Unfallopfer berichten“ (VOD)
Einen Sonderpreis erhält Michael Heß für die von ihm konzipierte und redaktionell betreute Broschüre „Sekunden, die ein Leben verändern – Unfallopfer berichten“. Auf rund 85 Seiten versammelt die Publikation persönliche Berichte von Unfallopfern und Angehörigen ebenso wie die Perspektiven von Freunden, Rettungskräften und Notfallseelsorgern.
Die Jury beeindruckte besonders die konsequente Perspektive der Betroffenen und die große emotionale Kraft der sehr persönlichen Schilderungen. Die Broschüre macht eindrücklich sichtbar, dass die Folgen eines schweren Unfalls weit über den Moment der Akutversorgung hinausreichen und oftmals das gesamte weitere Leben der Betroffenen und ihres Umfelds prägen. Zugleich verbindet sie die individuellen Erfahrungen mit Informationen zu medizinischer Versorgung, Rehabilitation, psychischen Unfallfolgen und Prävention. Damit gibt sie Menschen eine Stimme, deren Perspektive in der öffentlichen Wahrnehmung häufig zu wenig Beachtung findet.
„Dieser Beitrag berührt, weil er die Perspektive der Menschen in den Mittelpunkt stellt, die mit den Folgen eines schweren Unfalls weiterleben müssen“, sagt Prof. Dr. Almut Tempka, stellvertretende Juryvorsitzende. „Er verbindet persönliche Schicksale mit medizinischer Information und macht deutlich, dass Orthopädie und Unfallchirurgie nicht mit der Akutversorgung endet.“
„Etwa 50.000 Menschen jährlich werden im Straßenverkehr schwer verletzt. In den Texten kommen Verkehrsunfallopfer, Angehörige und Notfallretter zu Wort. Unfallopfer müssen mehr Gerechtigkeit erfahren: bei der Unfallaufnahme, vor Gericht und bei Auseinandersetzungen mit Versicherungen und Krankenkassen“, sagt Michael Heß, Autor der Publikation „Sekunden, die ein Leben verändern – Unfallopfer berichten“ (VOD).
Herausgegeben wurde die Publikation von der Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland e. V. (VOD). Konzeption, Interviews und Redaktion stammen von Michael Heß; die Ausgabe erschien 2026 als VOD-Schriftenreihe Nr. 3.
https://vod-ev.org/vod-schriftenreihe-nr-3-sekunden-die-ein-leben-veraendern/
Sonderpreis: Lukas Rieckmann „Die Bewegungs-Docs: Knieprothese“ (NDR Visite)
Ein weiterer Sonderpreis geht an Lukas Rieckmann für den Beitrag „Die Bewegungs-Docs: Knieprothese“ aus der NDR-Sendung „Visite“. Der Film begleitet einen Patienten rund um den Einsatz eines künstlichen Kniegelenks, vom Zustand vor der Operation bis zur Situation viele Monate später und vermittelt medizinische Zusammenhänge und Behandlungsmöglichkeiten anschaulich und verständlich.
Die Jury überzeugte besonders die differenzierte und lebensnahe Darstellung der Rehabilitation. Der Beitrag zeigt dabei auch die besonderen Möglichkeiten der Rehabilitation nach einem Arbeitsunfall durch die gesetzliche Unfallversicherung. Diese richtet den Blick über die medizinische Genesung hinaus gezielt auf die Rückkehr in Beruf, Alltag und gesellschaftliche Teilhabe.
„Gerade bei einer Knieprothese haben Patientinnen und Patienten viele Fragen“, sagt Prof. Dr. Karsten E. Dreinhöfer. „Der Beitrag beantwortet diese verständlich und ausgewogen. Besonders gelungen ist, dass er nicht bei der Operation stehen bleibt, sondern auch die entscheidende Rolle der Rehabilitation für den weiteren Weg der Betroffenen zeigt.“
„Bewegung ist Medizin – Nach diesem Motto arbeiten wir mit den Bewegungs-Docs seit fast 10 Jahren. Unsere Geschichte zeigt: Alter ist nur eine Zahl. Auch mit 80 Jahren kann eine Knie-TEP mit anschließender gut begleiteter Rehabilitation enorm viel Lebensqualität zurückgeben. Dass dieser Filmbeitrag von der DGOU ausgezeichnet wird, ist eine große Anerkennung“, sagt Lukas Rieckmann, Autor von „Die Bewegungs-Docs: Knieprothese“ (NDR Visite)
Der Beitrag wurde am 9. September 2025 in der NDR-Sendung „Visite“ im NDR Fernsehen ausgestrahlt.
https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/die-bewegungsdocs/die-bewegungs-docs,sendung-44292.html
Über den JOU
Seit 2010 würdigt der JOU jährlich herausragende Medienbeiträge zu orthopädisch-unfallchirurgischen Themen aus den Bereichen Print, Hörfunk, Fernsehen und Online. Der achtköpfigen Jury 2026 lagen 36 Bewerbungen vor. Der Siegerbeitrag erhielt eine Dotation von 3.000 Euro, an die Autoren der Beiträge für den Sonderpreis gingen jeweils 1.000 Euro.
Der JOU-Jury 2026 gehörten an:
- Prof. Dr. med. Karsten E. Dreinhöfer, Juryvorsitzender sowie Chefarzt Orthopädie, Medical Park Berlin Humboldtmühle und Professor, Charité – Universitätsmedizin Berlin
- Wolfgang Bauer, ZEIT, Preisträger JOU 2025
- Dr. med. Maria Dey Hazra, Junges Forum O und U – JFOU
- Janosch Kuno, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit BVOU
- Swetlana Meier, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit DGOU
- Prof. h.c. Dr. med. Almut Tempka, Stellvertretende Juryvorsitzende, Oberärztin, Centrum für Muskuloskelettale Chirurgie (CMSC), Charité – Universitätsmedizin Berlin
- Elisa Schwarz, Süddeutsche Zeitung, Preisträgerin JOU 2025
- Anna Wittchen, Geschäftsstelle der Bevollmächtigten der Bundesregierung für Pflege
Der Bewerbungsschluss für den Journalistenpreis Orthopädie und Unfallchirurgie endete am 31. Juli 2026. Eingereicht werden konnten Beiträge, die zwischen dem 1. August 2025 und dem 31. Juli 2026 in einem deutschsprachigen Medium erschienen sind. Die Jury bewertete alle Beiträge in einem aufwendigen Sichtungsverfahren.
Weitere Informationen:
Kontakt für Rückfragen:
Janosch Kuno
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