Deutschland ist Praxenland. Und soll es bleiben. Doch die Kürzungen bei der ambulanten Versorgung, insbesondere infolge des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes, setzen die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten massiv unter Druck. Mit der Praxenland-Kampagne machen die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) seit Ende September öffentlich sichtbar, was diese Kürzungen für die Praxen und die Versorgung der Patientinnen und Patienten bedeuten.
Insgesamt rund drei Milliarden Euro weniger im Jahr 2027 für die ambulante Versorgung, Kostendeckelung bei bisher noch voll vergüteten Leistungen wie ambulanten Operationen, Früherkennungsuntersuchungen und Psychotherapie, sowie die komplette Kürzung von Zuschlägen, die für Mehraufwände gezahlt wurden, haben gravierende Folgen. Denn die ärztlichen und psychotherapeutischen Praxen können nicht mehr dasselbe leisten wie bisher, wenn über alle Fachrichtungen hinweg die Finanzierung für rund jeden zwölften Behandlungsfall, insgesamt 46 Millionen Fälle, wegbricht.
Die KBV und die KVen haben mit dem Appell „Praxen nicht kaputtsparen“ bereits seit Monaten lautstark vor diesen Sparplänen gewarnt. Neue Kampagnenmotive mit starken Headlines wie „Aua“ und „Gleich tut´s weh“ bringen die schmerzhaften Konsequenzen für Ärzte, Psychotherapeuten und ihre Patienten nun auf den Punkt: Die Praxen müssen ihr Angebot an die sinkenden Einnahmen anpassen, beim Personal sparen, Termine streichen, Sprechstunden verkürzen und Vorsorgeangebote reduzieren – nicht weil sie das wollen, sondern weil es wirtschaftlich nicht anders funktioniert. Leidtragende sind die Patientinnen und Patienten, die in Zukunft mit längeren Wartezeiten rechnen müssen.
Der Kardiologe Dr. Djawid Hashemi (Berlin), die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin Eva Frank (München), die Kinderärztin Manuela Rabe (Altenburg) sowie der Internist und Hausarzt Christoph Rödiger (Erfurt) geben den aktuellen Motiven ihr Gesicht. Sie machen deutlich, dass die schmerzhaften Einschnitte bei der Patientenversorgung allen wehtun – die Praxen aber wirtschaftlich keine andere Wahl haben. Leidtragende werden auch die Patientinnen und Patienten sein, die mit längeren Wartezeiten rechnen müssen.
Fortlaufende Kampagne zum Wert der ambulanten Versorgung Bereits seit 2024 informieren die KBV und die Kassenärztlichen Vereinigungen öffentlichkeitswirksam über den Wert der Praxen für die gesundheitliche Versorgung und das gesellschaftliche Miteinander – zunächst unter dem Motto „Wir sind für Sie nah“, seit 2025 mit dem Hashtag „Praxenland“. Der aktuelle Anzeigenflight läuft noch bis Dezember 2026. Die Motive werden als Video-Ads und Banner in Newslettern und Onlinemedien ausgespielt. Zudem sind sie als Außenwerbung in den größten deutschen Städten und im Berliner Regierungsviertel zu sehen.
Quelle: KBV
Die Plakate und die Info-Präsentation finden Sie unten auf dieser Seite.





