Der Einsatz resorbierbarer Knochenersatzmaterialien ist ein etabliertes Verfahren zur Behandlung von Knochendefekten, die u. a. durch Frakturen, Tumor- oder Zystenresektionen sowie durch Implantatentfernungen nach Osteosynthesen entstehen. Sie füllen Kavitäten und unterstützen den Knochenaufbau; zudem tragen sie zur Stabilisierung osteosynthetischer Implantate bei.1
Grenzen bei natürlichen Knochenersatzmaterialien
Als Knochenersatzmaterial werden häufig autologe und allogene Materialien verwendet. Diese unterliegen jedoch Verfügbarkeits- und Qualitätsschwankungen. Die Gewinnung autologen Materials – üblicherweise aus Beckenkammspongiosa – erfordert einen zusätzlichen invasiven Eingri mit Risiken wie Infektionen, Wundheilungsstörungen oder Schmerzen. Allogene Materialien aus Knochenbanken (z. B. DIZG) gelten als Goldstandard, decken jedoch den Bedarf nicht vollständig.2
Synthetische Biomaterialien in der modernen Defekttherapie
Neue Möglichkeiten zur Defektfüllung bieten seit einigen Jahren Innovationen im Bereich der resorbierbaren synthetischen Biomaterialien. Diese bestehen vorwiegend aus mineralischen Bestandteilen basierend auf Calcium-Sulfat oder Calcium-Phosphat. Allen Materialien zugrunde liegt der Vorteil hinsichtlich Verfügbarkeit und Reproduzierbarkeit, sowie einem verbesserten Zeitmanagement während der Operation, da auf Zweiteingriffe zur Materialgewinnung verzichtet werden kann. Vor allem bei modernen Behandlungsansätzen von Knochendefekten werden die Vorteile synthetischer Knochenersatzmaterialien bevorzugt.1,3
Calcium-Sulfat: Risiko unkontrollierter Resorption
Im klinischen Einsatz ermöglichen synthetische Knochenersatzmaterialien eine gute Stabilisierung des behandelten Knochendefektes. Unterschiede zeigen sich je nach Zusammensetzung vor allem im Resorptionsverhalten. Materialien auf Calcium-
Sulfat-Basis lösen sich nach Einbringung in die Kavitäten eigenständig und unkontrolliert auf, womit das Risiko eines unvollständigen Knochenaufbaus und dem Auftreten möglicher wiederkehrender Defekte besteht.2,3
heracure: Kontrolle, Stabilität und Effizienz durch BONEPACE Technologie
Um eine vollständige und stabile Knochenregeneration zu erzielen, interagieren innovative Calcium-Phosphat-Materialien nach dem Prinzip einer zellgesteuerten Resorption, bei der der Knochen auf das eingebrachte Material reagiert. Das Knochenersatzmaterial heracure stellt eine solche Möglichkeit in der Behandlung von Knochendefekten dar. heracure ist ein gebrauchsfertiges, synthetisches und resorbierbares Biomaterial mit osteokonduktiven Eigenschaften, das vorrangig bei der Defektfüllung von nicht-infizierten und nicht-lasttragenden Knochendefekten in der orthopädischen Chirurgie und Traumatologie eingesetzt wird. heracure basiert zu hohen Anteilen auf Alpha- Tricalciumphosphat (Alpha-TCP), einem hoch bioaktiven Material, das bei Kontakt mit Körperflüssigkeiten aushärtet und sich dabei in knochenmineralähnliche Strukturen umwandelt. Durch die spezielle BONEPACE Technologie von Heraeus Medical wird das Material durch den umgebenden Knochen als körpereigen erkannt und ein kontrollierter, mit der Resorption synchroner Auau von Knochensubstanz ermöglicht. heracure kann in Form der anwendungsfertigen (ready-to-use) Paste heracure one in den Defekt eingebracht werden. Die Beschaffenheiten von heracure one bieten eine unbegrenzte Verarbeitungszeit und gewährleisten Chirurgen die volle Kontrolle während des gesamten Eingriffs. Als weitere Option kann heracure als Formkörper heracure 3D zur Defektfüllung appliziert werden. heracure 3D wird in einem patentierten 3D-Druckverfahren auf Basis der heracure one Paste hergestellt. Die knochenähnlichen mechanischen Eigenschaften und die 3D-Porenstruktur unterstützen eine optimale und effektive Knochenregeneration.1
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Literatur
1. Heraeus Medical, Data on file
2. Heinemann et.al. 2013
3. Winglet OFF 2026, Vortrag Prof. Alt






