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Veröffentlichung des Entwurfs der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ)

Der Entwurf der neuen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ist ab sofort öffentlich. Es handelt sich um die identische Fassung, die bereits am 30.04.2025 den Verbänden, Fachgesellschaften sowie den Abgeordneten des 129. Deutschen Ärztetags in Leipzig vorgelegt und dort mit großer Zustimmung angenommen wurde.

Der Entwurf entstand in enger Zusammenarbeit zwischen der Bundesärztekammer und dem PKV-Verband und ist derzeit nicht rechtsverbindlich. Das Bundesministerium für Gesundheit weist ausdrücklich darauf hin, dass eine Novellierung der GOÄ erst durch eine Verordnung der Bundesregierung rechtskräftig wird.

Umfassende Erläuterungen zur neuen GOÄ stehen ebenfalls bereit, um mögliche Verständnisfragen bei Ärztinnen und Ärzten zu beantworten.

Nach dem eindeutigen Votum des 129. Deutschen Ärztetags für die GOÄ-Reform wurde der Entwurf im Juni 2025 an Bundesgesundheitsministerin Nina Warken übergeben. Im Herbst 2025 kündigte sie öffentlich an, einen Regelungsentwurf für Mitte 2026 vorzulegen. Bis zum Kabinettsbeschluss sind weitere Abstimmungen erforderlich, anschließend steht die Beratung im Bundesrat an.

Mit diesen Entwicklungen ist der lange erwartete Novellierungsprozess der GOÄ nun auch politisch offiziell auf den Weg gebracht worden.

Ist die Lebenserwartung allein ein guter Indikator zum Vergleich von Gesundheitssystemen?

Deutschland hat bezogen auf das BIP das teuerste Gesundheitssystem der EU und auch international trennen uns lediglich die USA vom ersten Platz. Trotzdem haben einige Länder mit geringeren Gesundheitsausgaben eine höhere Lebenserwartung. Vorschnell wird allein daraus oft geschlussfolgert, dass unser Gesundheitssystem schlecht sei und es dafür nicht mehr Finanzmittel benötige; Restrukturierungen wie verbesserte intersektorale Zusammenarbeit und Digitalisierung reichten allemal aus. Doch der Vergleich der Lebenserwartung allein ermöglicht nicht automatisch einen Vergleich der Qualität von Gesundheitssystemen, da diese von zahlreichen weiteren Faktoren abseits der Gesundheitsversorgung abhängt.

Wie schneidet Deutschland in anderen Bereichen, die die Lebenserwartung ebenfalls beeinflussen, ab?

Die Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD) veröffentlicht in regelmäßigen Abständen gesundheitsbezogene Statistiken. Die im Folgenden wiedergegebenen Daten entstammen größtenteils den OECD Health statistics 2025, die in der Regel Daten der Vorjahre betrachten. Die Lebenserwartung eines Neugeborenen in Deutschland beträgt demnach aktuell 81,1 Jahre und liegt damit genau im Durchschnitt der OECD-Staaten. Bei den Gesundheitsausgaben pro Kopf liegt die BRD mit knapp 9.400 US-Dollar ebenso wie bei den Gesundheitsausgaben bezogen auf das BIP (12,3%) jedoch deutlich über dem Durchschnitt (5.967 USD; 9,3%). Gleichzeitig liegen Länder mit deutlich günstigeren Gesundheitssystemen wie beispielsweise Spanien bei der Lebenserwartung weit vorne (5.346 USD; 84 Jahre).

Grundsätzlich haben reiche Länder größtenteils einige Standards gemeinsam, die ihnen einen Vorsprung gegenüber Entwicklungsländern verschaffen: niedrige Kindersterblichkeit sowie Zugang zu sauberem Trinkwasser, sanitären Anlagen und andere hygienische Aspekte. Etablierte Demokratien profitieren zudem oft von politischer Stabilität, damit von weniger Kriminalität und Gewaltopfern.

Interessanter wird es, wenn man in Richtung Lebensstil blickt, da hier die Unterschiede zwischen den Industrienationen größer sind. Der OECD-Durchschnitt beim Anteil der Bevölkerung, der übergewichtig ist liegt bei 19%. Deutschland schneidet hier mit nur 16,7% gut ab, allerdings schaffen es trotzdem einige Staaten wie Italien, Frankreich oder Spanien bessere Quoten zu erzielen.

14,6% der deutschen Bevölkerung rauchen täglich. Damit bewegt sich die BRD in dieser Hinsicht nah am OECD-Durchschnitt von 14,8%. Raucherquoten sind in Deutschland bereits seit mehreren Jahren gesunken. Dennoch gibt es in dieser Kategorie noch viel Verbesserungspotential, da Nationen wie die USA, Mexiko und Kanada Quoten zwischen 8% und 8,7% erzielen konnten.

Deutlich negativer steht die BRD mit 10,6 Litern reinem Alkohol pro Person und Jahr beim Alkoholkonsum im Rampenlicht. Der OECD-Durchschnitt ist mit 8,5 Litern deutlich niedriger. Zu den wenigen Nationen, die hier noch schlechter abschneiden gehören größtenteils osteuropäische Länder wie Rumänien, Tschechien, Bulgarien oder Lettland.

In puncto Luftverschmutzung schafft es die Bundesrepublik nur leicht besser als der Durchschnitt abzuschneiden. Zu den besten in dieser Kategorie gehören vor allem nordische Länder wie Finnland, Island und Schweden.

Die Suizidrate ist in Deutschland mit 9,7 pro 100.000 Einwohnern leicht niedriger als der Durchschnitt von 10,7 pro 100.000 Einwohnern.

Mit 3,4 Verkehrstoten je 100.000 Einwohnern schneidet Deutschland laut statistischem Bundesamt besser als der EU-Durchschnitt (4,5 pro 100.000 Einwohner) ab.

Auch in Sachen Gesundheitsversorgung offenbart die OECD interessante Statistiken. In Deutschland haben wie in vielen anderen OECD-Staaten 100% der Bevölkerung Anspruch auf einen Kernsatz von Gesundheitsleistungen. 81% der Deutschen gaben an, mit der Verfügbarkeit qualitativ hochwertiger Gesundheitsversorgung zufrieden zu sein. Nur 0,8% gaben an, ungedeckten Bedarf an eigentlich notwendiger medizinischer Versorgung gehabt zu haben. Hier gehört Deutschland neben Tschechien und den Niederlanden zu den besten der Welt, der OECD-Durchschnitt liegt bei 3,4%. Niedrigschwelligen Zugang zu ambulanter haus- und fachärztlicher Versorgung mit vergleichsweise kurzen Wartezeiten kann man durchaus auch als Qualitätsindikator für Gesundheitssysteme werten.

Pro 100 Einweisungen von mindestens 45 Jahre alten Personen wegen eines akuten Myokardinfarkts starben in Deutschland 7,9 innerhalb der ersten 30 Tage. Das ist schlechter als der OECD-Durchschnitt von 6,5. Besser sieht es bei der 30 Tages Mortalität nach einem ischämischen Schlaganfall aus. Hier schneidet die BRD positiv im Vergleich zum Durchschnitt ab (7 vs. 7,7).

Im präventiven Bereich lässt Deutschland zu wünschen übrig. So lassen laut OECD beispielsweise deutsche Frauen im Alter von 50-69 Jahren unterdurchschnittlich häufig Mammographiesceenings durchführen. Auch bei Screenings auf Zervixkarzinome liegt Deutschland unter dem Durchschnitt. Während die Masernimpfquote noch überdurchschnittlich ist, ließen sich nur 89% aller impfberechtigten Kinder in Deutschland dreifach gegen Diphterie, Tetanus und Pertussis impfen. Der OECD-Durchschnitt liegt bei 93%. Außerdem ließen sich nur 40% der mindestens 65 Jahre alten Deutschen gegen Influenza impfen, der OECD-Durchschnitt lag bei 51%.

Mit 7,7 Krankenhausbetten, 4,7 Ärzten und 12,2 Krankenschwestern pro 1.000 Einwohnern und 74 Großgeräten wie CT, MRT und PET, pro 1.000.000 Einwohnern liegt Deutschland in all diesen Bereichen über dem Durchschnitt. Im Bereich Krankenhausbetten liegt der OECD-Durchschnitt bei gerade einmal 4,2 pro 1.000 Einwohnern. Einige Länder, darunter Schweden, Spanien und Italien schaffen es mit einer noch geringeren Anzahl an Krankenhausbetten (1,9; 2,9; 3 pro 1.000 Einwohner) auf eine mehr als zwei Jahre höhere Lebenserwartung als Deutschland (83,4; 84; 83,5 Jahre). Nicht zuletzt deshalb wird in Deutschland eine Anpassung der Zahl der Krankenhausbetten an den europäischen Standard gefordert, wo dieser noch nicht erreicht ist. Besonders naheliegend scheint dieser Gedanke außerdem, wenn man bedenkt, dass die OECD Deutschland mit 810 vermeidbaren Krankenhausaufenthalten pro 100.000 Einwohnern deutlich über dem Durchschnitt von 473 listet, was Ambulantisierungspotential nahelegt. Der Vergleich mit anderen Ländern legt nahe, dass eine gleichzeitige Reduktion beider Indikatoren eventuell zur Kosteneinsparung beitragen könnte, ohne die Lebenserwartung in Deutschland negativ zu beeinflussen.

Übrigens besonders interessant für unser Fachgebiet: unter den Ländern mit verfügbaren Daten war Deutschland im Jahr 2023 laut OECD mit 351 Hüftendoprothesen pro 100.000 Einwohnern auf Platz 1 und bei Knieendoprothesen mit 268 pro 100.000 Einwohnern auf dem zweiten Platz hinter der Schweiz.

Der Bericht offenbart: es gibt diverse Erklärungen, weshalb in Deutschland die Lebenserwartung nicht proportional zu den Gesundheitsausgaben ansteigt. In einigen Bereichen schneidet die Bundesrepublik nur durchschnittlich oder sogar schlechter als viele andere Nationen ab. Wenn Deutschland seine Lebenserwartung steigern will, könnte Prävention einen bedeutenden, verbesserungsfähigen Faktor darstellen. Simple Lebensstiländerungen wie Adipositas, Alkohol- und Tabakkonsum zu reduzieren könnten bereits einen wesentlichen Einfluss auf die Lebenserwartung haben.

Grundsätzlich ist der internationale Vergleich von Gesundheitssystemen aufgrund deutlicher struktureller Unterschiede immer schwierig. Wahrscheinlich ist das deutsche Gesundheitssystem aber gar nicht so schlecht, wie man ihm manchmal unterstellt. Wer einmal im fernen Ausland war, versteht, warum jeder bei ernsten Gesundheitsproblemen sehr schnell wieder hierher zur Versorgung zurückkommt. Selbst wenn die Lebenserwartung in irgendeiner Form Rückschlüsse auf die Qualität des Gesundheitswesens zulassen sollte, erlaubt der Indikator Lebenserwartung keine Rückschlüsse darauf, ob das Gesundheitssystem in Gänze weniger gut funktioniert oder welche Teile bzw. Sektoren des Gesundheitswesens besonders gut oder schlecht funktionieren. Interessant wären wissenschaftliche Untersuchungen dazu, in welcher Gewichtung die vorgenannten Faktoren und insbesondere einzelne Teilbereiche eines Gesundheitswesens auf die Überlebensraten einstrahlen. Dies wäre gerade auch in Bezug auf aktuelle gesundheitspolitische Entscheidungen zu einem Primärarztsystem oder dem direkten Facharztzugang gerade auch in Bezug auf das Fachgebiet O&U, interessant. Wer sich für weitere gesundheitsbezogene Statistiken interessiert, findet diese auf der Webseite der OECD.

Leopold Braun
Tübingen

Umfrage zur Nutzung von KI-Chatbots

Das Universitätsklinikum Freiburg führt in Zusammenarbeit mit dem Else Kröner Fresenius Zentrum (EKFZ) für Digitale Gesundheit an der TU Dresden diese kurze, anonyme Umfrage durch. Ziel ist es, die tatsächliche Nutzung in Klinik und Praxis abzubilden. Ihre Antworten liefern die notwendige Datengrundlage, um Entscheidungsträgern Argumente für die Bereitstellung offizieller Zugänge und sinnvoller Rahmenbedingungen an die Hand zu geben.

Teilnahmevoraussetzungen: Diese Umfrage richtet sich ausschließlich an Ärztinnen und Ärzte mit Berufserlaubnis in Deutschland. Der Zugangslink wurde nur über Fachgesellschaften, ärztliche Vereinigungen und Kliniken distribuiert. Wir bitten Sie, die Umfrage nur auszufüllen, wenn Sie diese Voraussetzung erfüllen.

Ambulantisierung, Nachwuchs, Digitalisierung: Über das neue Jahr in O&U

Dr. Burkhard Lembeck, Präsident des BVOU, spricht im Änd-Interview über strukturelle und finanzielle Hürden, den drohenden Nachwuchsmangel und die Chancen digitaler Innovationen. Er mahnt: Nur mit mutigen Reformen und praxisnahen Lösungen lässt sich die Versorgung auch in Zukunft sichern.

2025 war geprägt von Diskussionen um Ambulantisierung, Hybrid-DRG und Krankenhausreform. Was hat Ihre Fachgruppe am stärksten betroffen oder bewegt?
Dr. Burkhard Lembeck: Für mich gehören alle drei Aspekte zusammen: Bei der Zentralisieurng und der Ambulantisierung hinkt Deutschland strukturelle hinterher -Krankenhausreform und Hybrid DRG sind die gesetzlichen Initiativen dazu.

Als Berufsverband begleiten wir beides: Beim KHAG mahnen wir Änderungen bei den Vorgaben zur personellen Ausstattung an, bei den Hybrid DRG informieren wir die Kolleginnen und Kollegen über die Änderungen ab 01.01. 2026 in Form von Webinaren usw. und mahnen weiter bei der Selbstverwaltung die bestehenden Defizite bei der Ausgestaltung an. Teilweise führt die aktuelle Ausgestaltung der Hybrid-DRG zu Honorarkürzungen sogar gegenüber der Abrechnung über EBM, das ist nicht hinnehmbar.

Wie wirkt sich die aktuelle Entwicklung der Hybrid-DRG auf die orthopädisch-unfallchirurgische Versorgung in den Praxen aus?
Dr. Lembeck: Wir begleiten das Thema Hybrid-DRG schon seit vier Jahren sehr intensiv – sowohl wissenschaftlich als auch gesundheitsökonomisch. Mit dem „Wiesbadener Modell“ haben wir einen umfangreichen Katalog an ambulantisierbaren Leistungen aus unserem Fachgebiet vorgelegt, der fast eine Million Fälle umfasst. Die Erweiterung des Hybrid-DRG-Katalogs, wie sie im April 2025 beschlossen wurde, begrüßen wir ausdrücklich. Das ist ein wichtiger Schritt, um die Versorgung sowohl stationär als auch ambulant zu verbessern. In den neuen Katalog werden auch die Osteosynthesen mit aufgenommen, absehbar ist aber die Erweiterung auf Arthroskopien, Metallentfernungen der Hüfte usw.

Die Praxen sehe ich dabei gut aufgestellt, bei ihnen ist ambulantes Operieren oder auch tageschirurgische Eingriffe seit Jahren Standard.

Welche strukturellen oder finanziellen Hemmnisse verhindern derzeit, dass mehr Operationen ambulant durchgeführt werden können?
Dr. Lembeck: Strukturell stehen die Kliniken vor den größten Herausforderungen – sie müssen sich entscheiden, ob sie ambulante Eingriffe weiter anbieten wollen, dann müssen sie in den meisten Fällen die Prozesse dringend optimieren. Oder sie konzentrieren sich auf die Fälle, die absehbar eines stationären Aufenthaltes bedürfen. Völlig ungeklärt ist im Moment, wie man sich die Ambulantisierung bei konservativen Fällen vorstellt – das betrifft im Bereich O+U vor allen Dingen den akuten Rückenschmerz, den gestürzten älteren Patienten usw. Hier bedarf es dringend struktureller Reformen.

Finanziell weiter ungeklärt ist die Frage der finanziellen Berücksichtigung der Weiterbildung bei Eingriffen. Viele der im Hybrid-DRG-Katalog ab 2026 enthaltenen Eingriffe sind wichtige Weiterbildungseingriffe für unser Fachgebiet. Damit diese auch weiterhin sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich stattfinden können, brauchen wir eine Neubewertung dieser Eingriffe. Wir schlagen deshalb einen sektorenübergreifenden, fallbezogenen Zuschlag für Weiterbildungseingriffe vor, der den zusätzlichen Personal- und Zeitaufwand abbildet. In Kliniken besteht sonst die Gefahr, dass nur noch erfahrene Fachärzte diese Eingriffe durchführen, um die Kalkulationszeiten einzuhalten. In Praxen wiederum muss die Forderung nach persönlicher Leistungserbringung durch Vertragsärzte bei Weiterbildungseingriffen gelockert werden, damit ambulante Weiterbildung rechtssicher möglich ist.
Ganz zentral ist für uns auch die finanzielle Förderung der ambulanten Weiterbildung ab 2026 – analog zur Förderung in der Allgemeinmedizin. Nur so können wir die Versorgung und die Qualität der Ausbildung auch in Zeiten des Ärztemangels sichern.

Wie beurteilen Sie die Nachwuchssituation in der Orthopädie und Unfallchirurgie – insbesondere im ambulanten Bereich?
Dr. Lembeck: Wir stehen vor einem echten Nachwuchsproblem. Der Altersdurchschnitt in unserem Fach steigt, und der Personalbedarf nimmt zu. Leider nimmt die Attraktivität der Orthopädie und Unfallchirurgie bei Medizinstudierenden ab. Das liegt unter anderem daran, dass die Qualität der chirurgischen Lehre, vor allem das Bedside-Teaching, oft unter Zeitmangel und fehlender didaktischer Ausbildung leidet. Das Praktische Jahr ist eigentlich eine große Chance, aber die Ausbildung in unserem Fach schneidet im Vergleich zu anderen Fächern nicht gut ab. Wir brauchen praxisorientierte Curricula, Mentorenprogramme und eine frühzeitige Einbindung in die Fachgesellschaften, um das zu ändern. Auch die Arbeitsbedingungen müssen familienfreundlicher und moderner werden, damit wir den Beruf wieder attraktiver machen und die Ausbildungsqualität sichern können.

Digitalisierung, TI, ePA, eAU – bringt die aktuelle Entwicklung in der Telematikinfrastruktur Ihrer Fachgruppe eher Entlastung oder zusätzliche Belastung?
Dr. Lembeck:
Wir sind bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens zwar einen Schritt weiter, aber so, wie es aktuell läuft, wird das in Deutschland nicht gelingen. Das liegt nicht an den Praxisärzten – wir haben in unseren Praxen viel digitalisiert und modernisiert. Aber während wir ständig unter dem Damoklesschwert von Strafzahlungen stehen, können Technikanbieter sanktionslos versagen oder nicht fristgerecht liefern. Außerdem ist der Krankenhausbereich noch gar nicht an die ePA angebunden, sodass der digitale Bruch zwischen den Sektoren bleibt. Die ePA selbst ist technisch noch weit von dem entfernt, was möglich wäre – wir brauchen strukturierte Daten, die dem Arzt die Patientengeschichte auf einen Blick zeigen.
Mit der geplanten Einführung eines Primärarztsystems hätten wir die Chance, wirklich sektorenübergreifend und digital zu arbeiten – mit digitalem Check-In, KI-basierter Ersteinschätzung und einer echten, strukturierten Patientenakte. Dafür sollten wir uns die nötige Zeit nehmen. Digitalisierung funktioniert nur, wenn sie den Anwendern echten Nutzen bringt – das ist bisher leider nicht der Fall.

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten: Was würde sich 2026 ändern?
Dr. Lembeck: Demokratie, Wohlstand, Frieden – das haben wir in Deutschland im Jahr 2025 gehabt. Ich bin da zunächst mal dankbar.

Für 2026 würde ich mir wünschen, dass mehr Menschen in der Welt im Jahr 2026 dies haben.

Interview erschienen im änd

Praxiskultur und Mitarbeiterbindung: E-Learning-Kurs

Wieder mehr Teamgesichter auf den Praxisfluren – das geht!

Der akute Fachkräftemangel macht es für Arztpraxen immer schwieriger, gute Mitarbeitende zu gewinnen und dauerhaft zu halten. Der BVOU startete deshalb das Jahr 2026 mit einer Initiative zur Stärkung von Praxiskultur und Mitarbeiterbindung.

E-Learning-Kurs „Bindung und Motivation von Mitarbeitern“

Mitarbeiterbindung ist ein zentraler Erfolgsfaktor jeder Arztpraxis. Der neue E-Learning-Kurs „Bindung und Motivation von Mitarbeitern“ führt an praxisnahe Strategien zur Erhöhung des Teamgeistes heran. Kompakte,  Einheiten zeigen Führungskräften, wie sie Wertschätzung, Zugehörigkeit und Interesse entwickeln und dadurch die Zufriedenheit von Mitarbeitern fördern. Es geht darum, individuelle Stärken zu erkennen, gemeinsam Ziele zu benennen und eine inspirierende Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Das zehntägige Impulsprogramm vermittelt wöchentlich konkrete Anleitungen für mehr Motivation, Verbindlichkeit und Eigenverantwortung, jeweils in kurzen, sofort umsetzbaren Schritten.

Der Kurs richtet sich an Praxisinhaberinnen und -inhaber, Ärztinnen und Ärzte mit Leitungsverantwortung und das Praxismanagement, die ihre Praxis für neue Fachkräfte attraktiver machen oder bestehende Talente langfristig binden wollen. Alle Inhalte sind ohne Mehraufwand in den Praxisalltag inte­grierbar. Teilnehmende profitieren von praxiserprobten Methoden und erhalten Bonusmaterial wie ein Excel-Tool zur Personaleinsatzplanung und sofort einsetzbare Checklisten. Inhalte der zehntägigen Impulsreihe sind:

  • Was motiviert die Mitarbeitenden wirklich?
  • Wie Problemverhalten ansprechen, ohne zu demotivieren
  • Führen durch Coaching: in die Rolle der Trainerin, des Trainer schlüpfen
  • Wie Stolz als Antrieb im Team nutzen
  • Motivierende Rahmenbedingungen schaffen
  • Motivation durch kluge finanzielle Anreize
  • Selbst-Check: Teamgeist und Arbeitsmoral in der eigenen Praxis
  • Neue Mitarbeitende: So gelingt der Einstieg
  • Teambesprechungen als Führungsinstrument nutzen
  • Ziele, die wirklich motivieren – statt kontrollieren

Praxiskultur und Mitarbeiterbindung: Orthinform-Praxischeck

Wieder mehr Teamgesichter auf den Praxisfluren – das geht!

Der akute Fachkräftemangel macht es für Arztpraxen immer schwieriger, gute Mitarbeitende zu gewinnen und dauerhaft zu halten. Der BVOU startete deshalb das Jahr 2026 mit einer Initiative zur Stärkung von Praxiskultur und Mitarbeiterbindung.

Orthinform-Praxischeck

Kernstück der neuen Initiative des BVOU zur Stärkung der Praxiskultur und Mitarbeiterbindung ist der „Orthinform-Praxischeck“, ein digitales Befragungstool, womit das aktuelle Stimmungsbild einer Praxis abgefragt sowie eine Stärken-Schwächen-Analyse in mehreren Dimensionen erstellt werden kann. Ein KI-gestützter Algorithmus leitet daraus praxiserprobte Tipps und Tricks zur Verbesserung eventueller Problemstellungen für Praxisinhaberinnen und -inhaber ab. Erweitert wird das Angebot durch einen modularen E-Learning-Kurs aus zehn News­modulen. In kurzen Lerneinheiten wird die Entwicklung einzelner Aspekte der Mitarbeitermotivation im Team vermittelt. Ergänzend können interessierte Praxen vertiefende Beratungsangebote wahrnehmen, um ihre Führungskompetenzen auszubauen. Das Gesamt­programm der BVOU-Initiative wurde am 7. Januar 2026 in einem Webinar interessierten Kolleginnen und Kollegen vorgestellt. Es ist als Aufzeichnung auch weiterhin über den BVOU abrufbar und eröffnet den perfekten Einstieg in eine neue Dimension der Mitarbeiterführung.

Die Anforderungen an orthopädische Praxen steigen stetig: hoher Patientendurchlauf, komplexere Fälle, zunehmende Erwartungen an den Service und das Team sowie Digitalsierung. Das geht mit gesteigerten Erwartungen der Mitarbeitenden an eine gelingende Teamführung einher. Wird die Führungsrolle von Praxisinhaberinnen und -inhabern nicht ausgefüllt oder gar ignoriert, kommt es früher oder später zur Abwanderung des Personals. Der Orthinform-Praxischeck ist ein fünfteiliges, strukturiertes Instrument zur Standortbestimmung aus Sicht des gesamten Teams. Ziel ist es, Entscheidungen auf einer belastbaren Grundlage zu treffen, die sowohl die Patientenversorgung als auch die Zusammenarbeit und Organisation verbessert.

1. Praxiskultur: „Wie Sie arbeiten, bestimmt, wie gut Sie arbeiten“

Eine starke Praxiskultur ist weit mehr als ein angenehmes Arbeitsklima: Sie ist ein produktiver Faktor, beeinflusst Motivation, Stabilität im Team, Arbeitszufriedenheit und letztlich auch die Patien­tenerfahrung. Die Umfrage erfasst, wie ausgeprägt Vertrauen, Offenheit und Gemeinschaft im Praxisteam empfunden werden. Sie zeigt, ob Wertschätzung oder möglicherweise Spannungen oder verdeckte Störungen vorhanden sind.

Ergebnis: Es wird klarer, welche Werte tatsächlich gelebt und an welchen Stellen nachjustiert werden sollte, um ein belastbares Wir-Gefühl zu begünstigen.

2. Strategie und Systeme: „Wie zukunftsfähig Ihre Praxis aufgestellt ist“

Eine moderne orthopädische Praxis braucht eine klare strategische Ausrichtung und Systeme, die effizient unterstützen. Dieser Abschnitt der Umfrage analysiert, wie verständlich Praxisziele formuliert sind, wie tragfähig Behandlungskonzepte wahrgenommen werden und inwiefern vorhandene Systeme den Alltag erleichtern oder erschweren. Auch Personalentwicklung, Entlohnung und Anreize werden beleuchtet. Ziel ist es, zu verstehen, ob die eigene Praxis Menschen befähigt, wachsen lässt und gleichzeitig wirtschaftlich sinnvoll steuert.

Ergebnis: Hinweise darauf, wie gut die Praxis für kommende Herausforderungen gerüstet ist und welche Stellschrauben noch zu drehen sind.

3. Praxisorganisation: „Was Prozesse über den Zustand Ihrer Praxis verraten“

Auch eine funktionierende Organisation ist das Rückgrat einer erfolgreichen Praxis. Die Umfrage untersucht, wie klar Verantwortlichkeiten geregelt sind, wie gut Schnittstellen und wie effektiv Strukturen sowie Abläufe gestaltet sind. Themen wie Entscheidungsbefugnisse, Dokumentation, Abrechnung und interdisziplinäre Zusammenarbeit geben ein detailliertes Bild darüber, ob die Praxis effizient arbeitet oder ob Prozesse im Alltag eher belasten.

Ergebnis: Es wird ersichtlich, wo organisatorische Friktion entsteht und wie Abläufe entschlackt werden können, um das Praxisteam zu entlasten.

4. Praxisführung: „Wie Führung das Arbeitsumfeld beeinflusst“

Die Umfrage spiegelt, wie Mitarbeitende Feedback, Kommunikation, Entscheidungswege und Talentförderung erleben. Sie macht sichtbar, ob Führung in der Praxis für Stabilität sorgt oder Unsicherheiten, fehlende Rückkopplung und unklare Erwartungen den Alltag erschweren.

Ergebnis: Eine neutrale Einschätzung, wie gut die Praxisführung wirkt und wo Veränderungen direkt spürbare Verbesserungen ermöglichen.

5. Mitarbeitende: „Was Ihr Team stark macht – und was es braucht“

Mitarbeitende prägen maßgeblich den Aufritt und die Leistungsfähigkeit der Praxis. Die Umfrage beleuchtet Engagement, Motivation, Kompetenz und Belastungssituationen. Dabei geht es nicht nur um Zufriedenheit, es geht um konkreten Entwicklungsbedarf, Weiterbildung und die Frage, wie das Praxisteam mit steigender Arbeitsdichte umgeht.

Ergebnis: Ein realistisches Bild dessen, welches Potenzial im Praxisteam liegt und welche Maßnahmen die Praxis als attraktiven Arbeitsplatz positionieren.

Der Praxischeck schafft Transparenz. Die Auswertung liefert Prioritäten und Handlungsfelder, damit gezielt Veränderungen möglich werden. Praxisinhaberinnen und -inhaber bekommen eine teamorientierte Analyse, anstelle theo­retischer Modelle. Ermittelt wird eine ehrliche, professionelle Standortbestimmung, die Zusammenhänge sichtbar macht und Ansatzpunkte für Verbesserungen generiert. Die Umfrage ist ein wirkungsvolles Werkzeug, um Praxisentwicklung aktiv zu steuern, statt nur zu reagieren.

Praxiskultur und Mitarbeiterbindung: Webinar

Wieder mehr Teamgesichter auf den Praxisfluren – das geht!

Der akute Fachkräftemangel macht es für Arztpraxen immer schwieriger, gute Mitarbeitende zu gewinnen und dauerhaft zu halten. Der BVOU startete deshalb das Jahr 2026 mit einer Initiative zur Stärkung von Praxiskultur und Mitarbeiterbindung.

Webinar

Das Webinar bietet praxisnahe Einblicke und informiert über moderne Methoden der Personalbindung, inklusive konkreter Beispiele, digitaler Tools und Best Practices. Teilnehmende lernen, wie sie mit gezieltem Employer Branding ihre Arbeitgeberattraktivität steigern und emotionale Bindung im Team fördern.

  • Erhebungstool Orthinform-Praxis­check: Wie lassen sich Stimmung und Zufriedenheit im Team systematisch erfassen und wie kann eine KI-gestützte Analyse helfen, frühzeitig Risiken und Chancen zu erkennen.
  • Welche Führungsansätze fördern Vertrauen, Motivation und Stabilität im Team? Gezeigt wird, wie moderne Führung in kleinen Organisationen wirkt und wo klassische Hierarchien an ihre Grenzen stoßen.
  • Ein Blick in erfolgreiche Praxen soll verdeutlichen, welche Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung tatsächlich funktionieren und welche unter Umständen reine Theorie bleiben.
  • Praxen können gezielt an ihrer Arbeitgebermarke arbeiten, von der Positionierung über die Kommunikation bis hin zur digitalen Sichtbarkeit. Professionelles Employer Branding hilft dabei, qualifizierte Fachkräfte nicht nur zu gewinnen, sondern auch emotional zu binden.
  • Nicht jede Strategie passt in jede Praxis. Es wird dargelegt, was sich auf O & U übertragen lässt und wo individuelle Lösungen gefragt sind.

Das Webinar richtet sich an Praxisinhaberinnen und -inhaber, leitende medizinische Fachangestellte und das Praxismanagement, die Personalführung strategisch fortführen und Mitarbeitende langfristig binden wollen. Es soll einen Überblick über erprobte Instrumente, neue Impulse aus der KI-gestützten Analyse und konkrete Handlungsempfehlungen für den Praxisalltag geben. Die Ansicht des Webinars ist kostenfrei.

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Weitere Informationen

Unsere erfahrenen Berater stehen Ihnen als kompetente Partner für die externe Beratung und Begleitung Ihrer Praxisprozesse sowie zur Entwicklung einer starken Praxiskultur zur Seite. Von Kommunikationsberatung über Prozessoptimierung bis hin zu Employer Branding – profitieren Sie von maßgeschneiderten Lösungen, um Ihre Praxis erfolgreich weiterzuentwickeln. Unsere Experten unterstützen Sie mit fundiertem Know-how, kreativen Ideen und individueller Betreuung, damit Sie sich auf das Wesentliche konzentrieren können: Ihre Patienten. Bei Fragen oder Beratungsbedarf können Sie sich jederzeit gerne an unsere Expertinnen und Experten wenden – gemeinsam gestalten wir die Zukunft Ihrer Praxis!

Hier stellen wir Ihnen unsere Partner vor:

Jan Slanina, André Melzer
COMES MEDICORUM
Ludwigstraße 20, 09113 Chemnitz
Telefon: +49 173 988 27 93
E-Mail: jan.slanina@comes-medicorum.de

Rudolf Loibl
Unternehmensberatung für Ärzte
Rudolf Loibl – Betriebswirt (VWA)
Gabelsbergerstr. 53g
94315 Straubing
Telefon: 09421-10113
Telefax: 09421-88501
E-Mail: loibl@loibl-online.de

Britta Korpas, Markus Kocherscheidt
SHORT CUTS GmbH design + kommunikation
Kreuzbergstr. 30
10965 Berlin
kocherscheidt@short-cuts.de  korpas@short-cuts.de

Stipendium FORTE Summer School 2026: Jetzt bewerben!

Die europäische Vereinigung der Assistenzärzte in O und U (FORTE) veranstaltet in diesem Jahr wieder die European Orthopaedic Summer School. Die Veranstaltung findet vom 08. bis 12. Juni 2026 in Cantanzaro mit einem spannenden Programm statt. Sie dient der Vorbereitung auf das europäische Facharztexamen EBOT und ist für international orientierte Assistenzärzte in O und U eine ebenso interessante Vorbereitung auf die nationale Facharztprüfung. Neu in diesem Jahr: Teilnehmer können je nach Kenntnisstand zwischen allgemeinen Kurskomponenten und der gezielten EBOT-Vorbereitung wählen.  Darüber hinaus stellt die FORTE Summer School auch in diesem Jahr eine hochkarätige Fortbildung mit international anerkannten Referenten und Tutoren dar.  Der Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) fördert den Austausch der jungen Kolleginnen und Kollegen auf europäischer Ebene und in diesem Rahmen auch das Projekt. Junge Assistenz- und Fachärzte aus O und U können sich um vier Reisestipendien bewerben. Der BVOU übernimmt die Teilnahmegebühren und die Kosten für die Unterkunft. Bewerbungsfrist: 28. Februar 2026.

Jetzt bewerben und nach Italien fliegen! Interessierte Kolleginnen und Kollegen können sich auch unabhängig vom Stipendium des BVOU direkt beim Veranstalter für die Teilnahme anmelden.

Voraussetzungen für eine Bewerbung sind neben der BVOU-/und DGOU-Mitgliedschaft gute Englischkenntnisse sowie ein Alter von unter 40 Jahren. Die Bewerbung ist an die Akademie Deutscher Orthopäden (ADO) zu richten. Nach Abschluss der FORTE Summer School ist ein kurzer Nachbericht wünschenswert. Die Forte Summer School ist für Teilnehmer mit unterschiedlichem Vorwissen geeignet. Die Summer School bietet verschiedene Lernformate, von Vorlesungen über Roundtable-Sessions bis zu Fallbesprechungen. Neben den täglichen Kurseinheiten bietet die FORTE Summer School ein vielfältiges Rahmenprogramm und lädt zum internationalen Austausch ein.

Termin:
08.-12. Juni 2026

Stipendium:
Der BVOU übernimmt die Teilnahmegebühr und die Kosten für die Unterkunft

Ihr Beitrag:
Übernahme der Reisekosten, Einsatz einer Woche Urlaub bzw. Freizeit sowie kurzer Nachbericht an den BVOU

Bewerbung:
Motivationsschreiben und akademischen Lebenslauf in der Anmeldung hochladen
Bewerbungsfrist: 28. Februar 2026

Voraussetzung:
BVOU und DGOU-Mitgliedschaft
Alter unter 40 Jahre

Feuerwerksverletzungen an Silvester: BVOU warnt vor schweren Folgen

Berlin, 29. Dezember 2025 – Die Silvesternacht ist für viele ein Anlass zum Feiern, birgt jedoch auch erhebliche Risiken: Jedes Jahr werden zahlreiche Menschen durch unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerkskörpern schwer verletzt. Besonders häufig betroffen sind Hände, Augen und Ohren – mit teils gravierenden Folgen wie Verbrennungen, Amputationen, Sehverlust oder bleibenden Hörschäden. Der Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) warnt gemeinsam mit weiteren medizinischen Fachverbänden vor den Gefahren des unachtsamen Umgangs mit privatem Feuerwerk und ruft zu einem bewussten, verantwortungsvollen Einsatz auf. Damit das neue Jahr gesund wird.

„Jedes Jahr zu Silvester erleben wir zahlreiche schwere Handverletzungen, die oft gravierende und dauerhafte Einschränkungen nach sich ziehen. Explodierende Feuerwerkskörper können Knochen, Sehnen und Weichteile massiv schädigen – selbst mit modernsten Operationsverfahren lassen sich die Folgen nicht immer vollständig beheben“, betont Dr. Adrian Scale, Leiter des Referats Handchirurgie im BVOU. Besonders tragisch: Viele dieser Verletzungen sind durch umsichtiges Verhalten vermeidbar. Neben jungen Erwachsenen, die sich selbst durch unvorsichtiges Verhalten verletzen, sind auch unbeteiligte Kinder und Zuschauer von solchen Verletzungen und teils bleibenden Schäden betroffen.

Gemeinsame Präventionskampagne „Du entscheidest“

Um insbesondere junge Menschen für die Risiken zu sensibilisieren, hat der BVOU die bundesweite Präventionskampagne „Du entscheidest“ mit ins Leben gerufen. Die Initiative, getragen von sieben medizinischen Berufs- und Fachverbänden, setzt auf eine moderne, mobile-first-Ansprache über Social-Media-Plattformen wie Instagram und TikTok. Mit eindrücklichen Kurzclips wird gezeigt, wie ein unachtsamer Moment das Leben dauerhaft verändern kann. Die zentrale Botschaft: „Du entscheidest, wie dein Jahr anfängt.“ Ziel ist es, Eigenverantwortung zu stärken und zu einem bewussten, rücksichtsvollen Umgang mit Feuerwerk zu motivieren.

Tipps für ein sicheres Silvester

  • Feuerwerkskörper nie in der Hand zünden oder auf andere Personen richten
  • Keine selbstgebastelten oder manipulierten Feuerwerkskörper verwenden
  • Kinder und Jugendliche besonders schützen und beaufsichtigen
  • Abstand halten und Anweisungen auf den Verpackungen beachten

„Mit dieser Kampagne wollen die beteiligten Verbände erstmals direkt die Verursachergruppe sensibilisieren und in ihren eigenen Kommunikationskanälen ansprechen“, betont Dr. Jörg Ansorg, Geschäftsführer des BVOU. „Damit verfolgen wir das Ziel einer direkten Konfrontation mit den Folgen unverantwortlichen Handelns, sowohl für die eigene Gesundheit als auch für die von Menschen in der unmittelbaren Umgebung.“

Neben der Videokampagne auf verschiedenen Social-Media-Kanälen wurden deutschlandweit Postkarten an über 1.600 Schulen verteilt. Ergänzend wurde ein spezieller Podcast zum Thema auf OrthoCast, dem BVOU-eigenen Podcastkanal für orthopädisch-unfallchirurgische Publikumsthemen mit Dr. Scale veröffentlicht.

Die Kampagne möchte Verantwortungsbewusstsein stärken, statt auf Verbote zu setzenoder auf deren Umsetzung zu warten. Weitere Informationen zur Kampagne und zu sicheren Verhaltensregeln finden Sie unter:

Reel:                  https://youtube.com/shorts/x_FKd6uNH-8?feature=share
Webseite:        www.duentscheidest.info
Instagram:      @duentscheidest2026
TikTok:             @duentscheidest2026
OrthoCast:      https://orthinform.de/orthocast
Orthinform:    https://orthinform.de/patienteninformationen/sicherheit-an-silvester-tipps-fuer-eltern-und-kinder

Über den BVOU:

Der Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (BVOU) ist die berufspolitische Vertretung für mehr als 7.500 in Praxis und Klinik tätige Kolleginnen und Kollegen. Der BVOU setzt die beruflichen Interessen seiner Mitglieder durch, indem er zum Vorteil der Patienten und des Gemeinwohls gemeinsam mit den wissenschaftlichen Gesellschaften den Standard orthopädisch-unfallchirurgischer Versorgung entwickelt, die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen prägt und dadurch die öffentliche Wahrnehmung seiner Mitglieder als Experten für orthopädisch-unfallchirurgische Versorgung gestaltet.

Pressekontakt BVOU:
Janosch Kuno
Straße des 17. Juni 106-108
10623 Berlin
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duentscheidest.info: Kampagnenstart zur Aufklärung über Silvesterfeuerwerk-Risiken

Mehrere medizinische Berufsverbände, darunter der BVOU, der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte sowie Fachverbände der Handchirurgie, Augenheilkunde und HNO-Heilkunde, haben eine neue Präventionskampagne zur Aufklärung über die Verletzungsrisiken durch Silvesterfeuerwerk angekündigt.

Ziel der Kampagne ist es, mit einer emotional ansprechenden und Social-Media-gestützten Ansprache insbesondere Jugendliche und junge Männer für die Gefahren von Feuerwerkskörpern zu sensibilisieren.

Die Initiatoren reagieren damit auf die jährlich steigende Zahl schwerer Verletzungen rund um den Jahreswechsel.

Weitere Informationen, Hintergründe und Hilfestellungen zur sicheren Silvesterfeier finden Interessierte ab sofort auf der offiziellen Kampagnen-Website unter duentscheidest.info:

Die Verbände appellieren an alle Feiernden, verantwortungsvoll mit Feuerwerkskörpern umzugehen und insbesondere gefährdete Altersgruppen aktiv zu schützen.

Weitere Informationen

Webseite:        www.duentscheidest.info
Instagram:      @duentscheidest2026
TikTok:            @duentscheidest2026
OrthoCast:      https://orthinform.de/orthocast
Orthinform:    https://orthinform.de/patienteninformationen/sicherheit-an-silvester-tipps-fuer-eltern-und-kinder