Unglaubliche 39 Jahre liegt die erste Auflage dieses Buches bereits zurück. Reinhard Graf hatte damals 5 Jahre geforscht, eine einfache, leicht anwendbare, strahlenfreie und vor allem sichere und in Bezug auf die therapeutischen Konsequenzen objektivierbare nachvollziehbare Untersuchungstechnik zu finden, um die in Mittel- und Osteuropa häufige Dysplasie der Säuglingshüften erkennen zu können.
Die letzten fast 40 Jahre hat sich die von ihm begründete Untersuchungstechnik weitgehend weltweit etabliert – von einigen leider immer noch zu vielen angloamerikanischen Ignoranten abgesehen! Der Vorzug der von ihm entwickelten Technik liegt darin, nicht nur Instabilitäten, wie sie möglicherweise auch klinisch erkannt werden könnten, sondern bereits die Fehlanlage, die Hüftdysplasie selbst also, frühzeitig erkennen zu können. Nur so wird, und das ist der zweite Vorzug der Grafschen Erkenntnis, auch eine frühzeitige zielgerichtete und sichere Therapie möglich. Die Früchte seiner Arbeit kosten seit Jahrzehnten junge und mittlerweile in zwei Generationen nachgewachsene Patientinnen und Patienten aus, nämlich, dass sie infolge frühzeitiger Erkenntnis und Behandlung keine operativen Hüftgelenkseingriffe benötigen. Soweit zu den jedem Krankheitsstatistiker zugänglichen bekannten Zahlen.
Graf hat mit dem vorliegenden im Vergleich zur bereits 14 Jahre zurückliegenden Vorauflage in Text und Abbildungen reduziertem Buch sein Lebenswerk noch mehr auf die Praxis ausgerichtet. Dem mag der Umstand Rechnung tragen, dass das Buch jetzt nicht mehr in festem Einband sondern als Paperback vorliegt.
Inhaltlich erfolgt zunächst die Darstellung der anatomischen Entwicklung des Säuglingshüftgelenks, damit die Umsetzung in sonografisch erkennbare Landmarks gelingen kann. Lagerung und optimale Abtasttechnik sind Graf ein besonderes Anliegen, denn nur so können Abtastfehler vermieden werden, die die Typisierung und die sich daraus ableitenden Behandlungsmaßnahmen beeinflussen. Die sonografiegesteuerte Therapie ist der wesentliche und abschließende Hauptteil des Buchs.
Das vorliegende Werk ist und bleibt all jenen dringlich ans Herz zu legen, die diese so fundamental notwendige frühkindliche orthopädische Untersuchungstechnik erlernen und vertiefen wollen und ihre Fehler und Schwächen überwinden wollen.
Zwei Dinge sind schade: Der für ein Paperback vergleichsweise hohe Preis und die Tatsache, dass Professor Graf für seine Entdeckung bisher immer noch nicht den fälligen Medizin-Nobelpreis erhalten hat.
In Nürnberg-Langwasser verfügt das Ärzteteam der SportDocsFranken über die modernsten Behandlungsverfahren für Gelenk- und Sportverletzungen sowie für degenerative Arthrose- oder Verschleißerkrankungen. Nach einer umfassenden Beratung und Betreuung in den Bereichen der Gelenk- und Handchirurgie sowie in der Sportmedizin können Patienten im ambulanten, hausinternen Operationszentrum der Elisee-Klinik Nürnberg auf eine fürsorgliche Behandlung vertrauen. Auch in den Beleg-Krankenhäusern, der Klinik Hallerwiese und der Klinik am Birkenwald werden Gelenkoperationen auf höchstem Niveau durchgeführt.
Einer erfolgreichen Behandlung geht eine hochqualitative Diagnostik voraus, weshalb das Zentrum für Gelenk- und Handchirurgie im Februar 2024 mit der SCS Bildgebung ausgestattet wurde. Seither unterstützt unsere Lösung die Ärzte Dres. med. Hofbeck, Keck, Kobes, Krutsch, Wald und Meier in ihrer täglichen Arbeit.
Wir haben mit dem Handchirurgen Dr. med. Karl Heinz Hofbeck gesprochen, der uns erläuterte, wie das System in der Praxis eingesetzt wird. Zudem gewährte er dabei interessante Einblicke in die handchirurgische Anwendung der SCS Bildgebung bei der prä- und postoperativen Planung.
Unmittelbare und zuverlässige Bildergebnisse
Die Vorteile der SCS Bildgebung, die beispielsweise die unmittelbare Verfügbarkeit sowie die hohe Bildqualität umfassen, und die Herr Dr. Hofbeck bereits aus den SOCIETY Magazinen kannte, haben sich schnell positiv in der Praxis bemerkbar gemacht. „Die SCS Bildgebung stellt für uns Handchirurgen in der Frakturdiagnostik im Bereich der Handwurzel ein wichtiges und strahlenarmes Diagnostikum dar und ist der Kernspintomographie zum Beispiel beim Ausschluss von Kahnbeinfrakturen überlegen. Im Falle einer nachgewiesenen Handwurzelfraktur kann mit diesem Schnittbildverfahren die Frakturmorphologie hinsichtlich Dislokation oder Trümmerzone beurteilt und zuverlässig eine OP-Indikation gestellt werden.“
Dem Handchirurgen war außerdem aufgefallen, dass sich die Patientencompliance perioperativ seit der Implementierung deutlich erhöht hatte. Dies schreibt er der hervorragenden Bildqualität zu, die es erlaubt, dem Patienten knöcherne Veränderungen am Computer in unterschiedlichen Schnittebenen direkt nach durchgeführter Untersuchung anschaulich zu demonstrieren.
Wertvoller Einsatz in der prä- und postoperativen Planung
In der operativen Versorgung von Radiusfrakturen hat sich die strahlenarme DVT-Untersuchung als Standard bei der OP-Vorbereitung etabliert. Niveauunterschiede oder Stufenbildungen der Gelenkflächen können detektiert und das operative Verfahren entsprechend angepasst werden, erklärt Herr Dr. Hofbeck. „Das heißt, dass bei Bedarf die operativen Zugangswege modifiziert oder Radiusfrakturen auch mit arthroskopischer Unterstützung versorgt werden können.“ Vor allem bei der spezifischen Versorgung einer Fraktur, bei der nicht nur die palmare winkelstabile Standard-Platte eingebracht wird, ist die SCS Bildgebung sehr hilfreich. „Bei der Untersuchung mit der CT liegen dem Operateur postoperativ lediglich 3 Standard-Ebenen vor. Mit der SCS Bildgebung können am PC individuelle Schnittebenen kreiert werden, um die Fraktur multiplanar zu erfassen.“
Dieser Aspekt der SCS Bildgebung ist auch bei der Erfolgskontrolle von großer Bedeutung, betont Herr Dr. Hofbeck. „Man kann sehr leicht die exakte Implantat-Lage und die korrekte Frakturstellung durch freie Schnittebenen-Planung überprüfen. Wer sich präoperativ der Schnittbild-Diagnostik bedient, sollte dies im Interesse des Patienten auch postoperativ so handhaben.“
In der Endoprothetik erhält der Handchirurg zum Beispiel im Bereich des Daumensattelgelenks präoperativ stets hochwertige Informationen hinsichtlich des Arthroseausmaßes, der Luxation des Daumenstrahls und der Lage von zu entfernenden Osteophyten. Er erwähnt zudem die exakte Bestimmbarkeit der Höhe des Trapeziums, um zu sehen, ob die Knochenhöhe für die Pfanne ausreicht oder ob sich z.B. im Trapezium große Zysten befinden, die die Operation erschweren könnten.
Eine sinnvolle Erweiterung des Leistungsangebotes
„Für uns hat sich die Implementierung der SCS Bildgebung auf jeden Fall gelohnt“, lautet das abschließende Fazit der SportDocsFranken. Die Vorteile, die sich für die Patienten, die Praxis und die Ärzte selbst ergeben, liegen klar auf der Hand. „Unseren Patienten können wir eine deutlich angenehmere Untersuchung bieten, während sich gleichzeitig die Präzision unserer Diagnostik nochmals deutlich erhöht hat.“
Sportdocs Franken
Zentrum für Hand- und Gelenkchirurgie Nürnberg Dr. Kobes, Dr. Wald, Dr. Hofbeck, Dr. Keck, Dr. Meier, Prof. Dr. Krutsch
Elisabeth Selbert Platz 1
90473 Nürnberg www.orthopaeden-langwasser.de www.handchirurgie-hofbeck.de
Digitale Volumentomographie mit dem SCS MedSeries® H22
SCS steht für Sophisticated Computertomographic Solutions und beschreibt die Lösung für die anspruchsvolle 3-D-Bildgebung mit höchster Strahlenhygiene, höchster Bildauflösung sowie höchster Zeitersparnis für Patient, Praxis und Arzt – als Win-Win-Win-Situation – gleichermaßen.
Der digitale Volumentomograph SCS MedSeries® H22 besitzt ein breites Indikationsspektrum und ist aus der Orthopädie und Unfallchirurgie nicht mehr wegzudenken. Mit dem platzsparenden Design findet das DVT in jeder Praxis einen Platz. Dank der hohen Strahlenhygiene und der Auflösung von bis zu 0,2 mm ist der digitale Volumentomograph auch in der Pädiatrie anwendbar. Die vom DVT ausgehende Strahlendosis kann unterhalb der täglichen terrestrischen Strahlendosis eingestellt werden und ist im Vergleich zur Computertomographie um bis zu 92 % geringer.
Die hochauflösenden Schnittbilder stehen, inklusive Rekonstruktionszeit, innerhalb von drei Minuten in multiplanarer Ansicht (axial, koronal, sagittal) sowie in 3-D am Befundungsmonitor zur Beurteilung durch den behandelnden Arzt zur Verfügung. Im Resultat ist es mit dem DVT möglich, eine 3-D-Schnittbilddiagnostik durchzuführen, die sehr strahlungsarm ist, eine exakte Beurteilung von Grenzflächen zwischen Metall- und Knochenstrukturen zulässt, und sehr einfach am Patienten anzuwenden ist.
Jetzt Beratung und DVT-Live-Demo anfordern Kontaktieren Sie uns für eine Beratung zum planungssicheren Einstieg in die 3-D-Bildgebung oder für eine Live-Demonstration an einem DVT-Standort in Ihrer Nähe. Weitere Informationen erhalten Sie auf unserer Webseite unter www.myscs.com/beratung.
Die AOUC intensiviert die Zusammenarbeit mit der digitalen Fortbildungsplattform und OP-Lehre OrthOracle. Gemeinsam wurde das komplette Angebot und alle OP-Prozeduren ins Deutsche übersetzt.
Mit detaillierten Schritt-für-Schritt-Anleitungen zu mehr als 500 Eingriffen in Orthopädie und Unfallchirurgie ist OrthOracle der führende digitale OP-Atlas für O&U. Es richtet sich sowohl an Chirurginnen und Chirurgen in Weiterbildung, als auch an erfahrene Kolleginnen und Kollegen.
OrthOracle ist ein unabhängiger, von Chirurgen betriebener Service. Jeden Monat werden neue Prozeduren und Eingriffe hinzugefügt. So bleibt OrthOracle aktuell und nimmt kontinuierlich neue Prozeduren auf. Damit unterscheidet es sich von jedem gedruckten oder partiell digitalisierten OP-Atlas.
OrthOracle wird von vielen renommierten orthopädisch-chirurgischen Gesellschaften weltweit als Fortbildungsplattform akkreditiert, so auch von der AOUC.
Plattform jetzt auf Deutsch
Durch intensive Zusammenarbeit zwischen OrthOracle und der AOUC konnte die gesamte Webseite in den vergangenen Monaten ins Deutsche übertragen werden. Nutzer in Deutschland haben nun die Wahl, ob sie die Plattform im Original auf Englisch oder lieber in der eigenen Muttersprache nutzen möchten.
Es kann jederzeit zwischen beiden Sprachen umgeschaltet werden. Der entsprechende Schalter findet sich links oben auf der Homepage www.orthoracle.com.
Neben der gesamten Oberfläche des Portals wurden auch alle Beiträge, das sind über 500 Schritt-für-Schritt-Anleitungen zu orthopädisch-unfallchirurgischen Eingriffen, ins Deutsche übersetzt. Dabei kamen verschiedene KI-Tools zum Einsatz, um die Übertragung zu beschleunigen. Es wurde großer Wert auf die Beibehaltung der hohen Qualität der Originalbeiträge gelegt.
Einige Inhalte der Plattform, wie beispielsweise der Zugriff auf Originalartikel diverser Zeitschriften, die Recherche in der umfangreichen Literaturdatenbank mit Hilfe von IBM Watson und der interaktive 3D-Anatomieatlas wurden von der Übersetzung ausgenommen. Diese können Sie weiterhin in Englisch nutzen. Auch die täglich aktualisierten News aus der internationalen Orthopädie- und Unfallchirurgie-Community werden weiterhin in Englisch publiziert.
Einladung zur Mitarbeit und Publikation eigener Beiträge
Fehlen Ihnen wichtige Beiträge, Operationsmethoden oder verwendete Implantate? Dann werden Sie selbst aktiv. OrthOracle und die AOUC laden interessierte Kolleginnen und Kollegen ein, mit eigenen Beiträgen die täglich wachsende Bibliothek an Operationstechniken zu bereichern. Werden Sie Autor auf OrthOracle und freuen Sie sich, daß Ihr Beitrag weltweit Beachtung finden wird.
Als Autor genießen Sie außerdem erhebliche Statusvorteile. Unter anderem können Sie OrthOracle auf Lebenszeit kostenfrei nutzen und sogar von der Nutzung der Plattform profitieren.
Alle Beiträge der OP-Lehre sind nach einem klaren Schema strukturiert:
Übersicht
Indikation
Setup und Lagerung
Operation (Schritt für Schritt in Bild und Text)
Nachbehandlung
Verwendete Implantate
Literatur
Anatomie (interaktiver 3D-Atlas)
Ihre Beiträge können Sie gern primär in Deutsch verfassen. Wir übersetzen sie dann ins Englische. Sie erhalten Zugriff auf das Backend des Systems und können dann selbst abschließende Korrekturen vornehmen, Bilder austauschen etc.
Wir laden Interessierte außerdem dazu ein, einzelne Beiträge nochmals kritisch durchzuarbeiten und uns fehlerhafte Übersetzungen und weitere Anpassungen an den deutschen Sprachraum mitzuteilen. Als Belohnung werden Sie als Co-Autor für den Beitrag gelistet.
Wenn Sie Interesse haben, als Autor oder Lektor aktiv zu werden, melden Sie sich gern direkt bei Dr. Jörg Ansorg.
Vorteile für BVOU-Mitglieder
Mitglieder von BVOU und DGOU erhalten erhebliche Nachlässe auf die normalen Nutzungsgebühren von OrthOracle:
6 Monate kostenfreie Probephase
Danach 50% Rabatt auf den regulären Abopreis (60 € statt 120 €)
Für die Freischaltung Ihrer 6-monatigen Testphase loggen Sie sich bitte im Fortbildungsportal der AOUC ein (www.edoucate.de). BVOU-Mitglieder nutzen dazu einfach ihre üblichen Logindaten, die Sie auch im BVOU.net und auf Orthinform.de nutzen.
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft und der PKV-Verband haben sich auf Regelungen bei Leistungen der speziellen sektorengleichen Vergütung geeinigt.
Die Ambulantisierung schreitet weiter voran. Seit Januar 2024 gelten die neuen Regelungen zur sektorengleichen Vergütung – kurz Hybrid-DRG. Die Abrechnung von Wahlleistungen neben Hybrid-DRGs sind grundsätzlich möglich. Nun hat sich der PKV-Verband mit der DKG auf Bedingungen zur Abrechnung dieser Leistungen – bspw. Chefarztbehandlung – geeinigt. Dies hat der PKV-Verband offiziell bestätigt. Auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) informiert hierzu auf ihrerWebsite.
Laut Aussage beider Verbände können wahlärztlichen Leistungen, analog den Regelungen für die stationäre Leistungserbringung, abgerechnet werden – auch wenn die erbrachte Leistung ambulant erfolgt ist.
Hinsichtlich der Vereinbarung der Wahlleistungen gelten die gleichen formellen Voraussetzungen wie bei stationären Fällen. Das bedeutet auch, dass vorher eine schriftliche Wahlleistungsvereinbarung und eine schriftliche Aufklärung des Patienten über die wirtschaftlichen Risiken erfolgen müssen. Die Abrechnung erfolgt dann auf Grundlage der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ).
„Dort ansetzen, wo andere Therapieverfahren nicht den gewünschten Erfolg bringen“ – das ist die Philosophie des WirbelSäulen-Therapie-Zentrums in Stuttgart. Unter der Leitung des Facharztes Dr. med. Theophil Abel können Patienten hier auf ein interdisziplinäres und individuelles Schmerz-Therapiekonzept zählen. Zum Leistungsspektrum der Praxis gehören beispielsweise die moderne SpineMed Therapie, die extrakorporale Stoßwellentherapie, sowie alle minimal invasiven Wirbelsäulen Therapieverfahren und minimalinvasive Wirbelsäulenoperationen
Seit November 2023 bietet die Praxis in Ergänzung zu dem bis jetzt vorhandenen, offenen MRT die Untersuchung mit der innovativen SCS Bildgebung an, die den Arzt und das Team dabei unterstützen, die richtige Diagnose zu finden. Mit uns hat Herr Dr. Abel über den Einsatz der eigenständigen 3-D-Schnittbildgebung gesprochen und über die Vorteile berichtet, die er seither für sich selbst entdecken konnte.
Einfach erstellte multiplanare 3-D-Schnittbilder
Beeindruckt von den Erfahrungen, die Dr. med. Bernhard Kempa aus Heidenheim in seiner Praxis machen konnte, entschied sich Herr Dr. Abel für eine tiefgreifendere Auseinandersetzung mit der SCS Bildgebung. „Mich überzeugten sofort die hochauflösenden und multiplanaren 3-D-Schnittbilder in CT-Qualität, die bei einer deutlich geringeren Strahlendosis erstellt werden“, erinnert er sich und erzählt von den Vorteilen und Möglichkeiten, die sich in seiner Praxis täglich ergeben. Der Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie betont dabei die einfache Positionierung der Patienten. Die lagerungsunabhängige Handhabung der 3-D-Bildgebung stellt nicht nur für die Patienten, sondern auch für das medizinische Fachpersonal eine große Erleichterung dar.
Zukunftsweisende Diagnostik, die begeistert
„Ich fühlte mich vom SCS Team hervorragend betreut. Auf all meine medizinischen, technischen und wirtschaftlichen Fragen, wie beispielsweise zur Amortisation, wurde fachmännisch eingegangen.“ Das SCS Team stand Herrn Dr. Abel auch in der Projektphase tatkräftig zur Seite. So konnte eine reibungslose Installation der SCS Bildgebung durchgeführt werden. „Wie zuvor schon die Raumplanung, verliefen auch die Einweisung in das System sowie die letztendliche Implementierung absolut vorbildlich. Der ganze Vorgang war professionell. Die Abrechnung bei Privatkassen und bei der BG erwiesen sich als problemlos.“
Das abschließende Fazit fällt positiv aus: „Ich habe viel zu lange mit der Implementierung der 3-D-Bildgebung gewartet und rate daher meinen Kollegen, sich auf jeden Fall mit der Integration der SCS Bildgebung zu befassen. Unsere Patienten sind von den strahlenarmen Aufnahmen genauso begeistert, wie wir.“
MVZ für Orthopädie WirbelSäulen-Therapie-Zentrum Stuttgart Schwabstraße 91 im Moltkeareal
70193 Stuttgart www.wstz.de
Digitale Volumentomographie mit dem SCS MedSeries® H22
SCS steht für Sophisticated Computertomographic Solutions und beschreibt die Lösung für die anspruchsvolle 3-D-Bildgebung mit höchster Strahlenhygiene, höchster Bildauflösung sowie höchster Zeitersparnis für Patient, Praxis und Arzt – als Win-Win-Win-Situation – gleichermaßen.
Der digitale Volumentomograph SCS MedSeries® H22 besitzt ein breites Indikationsspektrum und ist aus der Orthopädie und Unfallchirurgie nicht mehr wegzudenken. Mit dem platzsparenden Design findet das DVT in jeder Praxis einen Platz. Dank der hohen Strahlenhygiene und der Auflösung von bis zu 0,2 mm ist der digitale Volumentomograph auch in der Pädiatrie anwendbar. Die vom DVT ausgehende Strahlendosis kann unterhalb der täglichen terrestrischen Strahlendosis eingestellt werden und ist im Vergleich zur Computertomographie um bis zu 92 % geringer.
Die hochauflösenden Schnittbilder stehen, inklusive Rekonstruktionszeit, innerhalb von drei Minuten in multiplanarer Ansicht (axial, koronal, sagittal) sowie in 3-D am Befundungsmonitor zur Beurteilung durch den behandelnden Arzt zur Verfügung. Im Resultat ist es mit dem DVT möglich, eine 3-D-Schnittbilddiagnostik durchzuführen, die sehr strahlungsarm ist, eine exakte Beurteilung von Grenzflächen zwischen Metall- und Knochenstrukturen zulässt, und sehr einfach am Patienten anzuwenden ist.
Jetzt Beratung und DVT-Live-Demo anfordern
Kontaktieren Sie uns für eine Beratung zum planungssicheren Einstieg in die 3-D-Bildgebung oder für eine Live-Demonstration an einem DVT-Standort in Ihrer Nähe. Weitere Informationen erhalten Sie auf unserer Webseite unter www.myscs.com/beratung.
Leonie Beck ist deutsche Goldhoffnung in Paris. Ihr Vater Prof. Alexander Beck ist Mannschaftsarzt der Olympiaauswahl und betreut sie. DocCheck hat mit beiden gesprochen und Einblicke in die ärztliche Versorgung der Sportler bekommen.
Der BVOU unterstützt das interdisziplinäre Forschungsteam der Hochschule RheinMain in Wiesbaden mit der Studie zu ambulanten Operationen in Deutschland.
Hintergrund ist die derzeit intensive Diskussion auch in Deutschland mehr ambulante Operationen durchzuführen, denn International wird viel umfangreicher ambulant operiert.
Es soll mit dieser Befragung insbesondere auch für ältere Patientinnen und Patienten herausgefunden werden, welche persönlichen Gründe die Bereitschaft, sich ambulant operieren zu lassen, beeinflussen können.
Es stellen sich Fragen wie:
Fühlen sich (ältere) Patientinnen und Patienten persönlich in der Lage, mit einer ambulanten Operation und deren Konsequenzen umzugehen?
Können sie in einem solchen Ausnahmefall Unterstützung durch ihr soziales Umfeld sicherstellen?
Werden sie in die Behandlungsentscheidung bei der Wahl des Operationssettings einbezogen?
Oder wollen sie überhaupt miteinbezogen werden?
Die Erkenntnisse aus der Studie sind von hoher Relevanz, da wir ein besseres Verständnis für die individuellen Bedürfnisse von Patientinnen und Patienten sowie die notwendigen Strukturen und Bedarfe im Gesundheitswesen erlangen können.
Wir bitten Sie daher, auf diese Umfrage in Ihrer Praxis aufmerksam zu machen. Einen Flyer zum Auslegen oder Aufhängen in Ihrer Praxis steht Ihnen hier zur Verfügung, über den QR-Code gelangen Ihre Patienten direkt zur Umfrage. Oder Falls Sie die Umfrage lieber auf Ihrem Patienten-Tablet o. ä. zur Verfügung stellen möchten, können Sie gerne diesen Link nutzen: https://hsrm.qualtrics.com/jfe/form/SV_1AYkUkWY3oEGGbA
Der BVOU bedankt sich gemeinsam mit dem Forschungsteam für Ihre Unterstützung.
Dr. Tobias Vogel hat seinen Weg von einer erfolgreichen klinischen Karriere bis hin zur Mitgründung einer gut etablierten überörtlichen Gemeinschaftspraxis in München gemeistert. Sein nächstes Highlight steht bereits fest: Beim diesjährigen Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) 2024, der vom 22. – 25. Oktober stattfindet, ist er Kongresspräsident für den BVOU. Ein Gespräch über Erfahrungen, Herausforderungen und seine Begeisterung für das Fach.
Sie sind Kongresspräsident für den BVOU in diesem Jahr. Warum lohnt es sich, Ende Oktober zum DKOU 2024 nach Berlin zu kommen? Dr. Tobias Vogel: Eine Reise nach Berlin zum DKOU 2024 lohnt sich, da auf unserem Kongress das gesamte Spektrum des Fachgebietes abgedeckt wird: Von Kinderorthopädie bis Alterstraumatologie, von Kopf bis Fuß, von Notfall bis Elektiv – für jeden ist etwas dabei. Nirgendwo sonst auf dem Kontinent finden sich so viele Kollegen aus O&U zusammen, was die Gelegenheit bietet, in entspannter Atmosphäre miteinander ins Gespräch zu kommen. Die Bandbreite an Themen und Teilnehmern macht den DKOU zu einem einzigartigen Kongress, der jedes Jahr eine Reise wert ist.
Was war aus Ihrer Sicht die größte Herausforderung bei der Übernahme der Präsidentschaft für den DKOU 2024? Dr. Tobias Vogel: Die größte Herausforderung war und ist das Zeitmanagement. Neben meiner operativen Tätigkeit und dem Management unserer drei Praxen in München bin ich auch noch in der KV und in der Landesärztekammer engagiert und habe eine Familie. Auch meine Aufgaben als bayerischer Landesvorsitzender des BVOU ruhen in dieser Zeit nicht. In Bezug auf den DKOU war insbesondere die Programmgestaltung ein „großer Brocken“. Obwohl es unheimlich viel Spaß macht, war es eine sehr zeit- und arbeitsintensive Aufgabe. Dies dürften auch meine beiden Mit-Kongresspräsidenten bestätigen, die als Chefärzte in großen Kliniken tätig sind. Ein gutes Zeitmanagement war daher für uns alle unglaublich wichtig, um diese Aufgabe zu bewältigen.
Apropos Kliniken: Was hat Sie eigentlich dazu bewogen, sich für eine selbstständige Niederlassung in einer Praxis in der Münchener City zu entscheiden, während Ihre Co-Präsidenten, Prof. Markus Scheibel und Prof. Andreas Seekamp, als Chefärzte in Krankenhäusern tätig sind? Dr. Tobias Vogel: Meine klinische Weiterbildung fand an der LMU vor allem im Bereich der Unfallchirurgie statt. Es war eine sehr spannende Zeit und ich arbeitete gerne im Schockraum, auf der Intensivstation und im OP. Durch die Weiterbildungsordnung von 2004 konnte ich jedoch gegen Ende meiner Weiterbildungszeit auch Einblicke in die Orthopädie sammeln. Insbesondere die arthroskopische Chirurgie hat es mir dann angetan. Nach meinem Wechsel als Oberarzt nach Bochum habe ich dort das gesamte Spektrum der arthroskopischen Chirurgie abgedeckt, sogar die ersten Hüftarthroskopien an der RUB durchgeführt. Ich habe auch gerne wissenschaftlich gearbeitet und mich der Lehre gewidmet.
Und was hat Sie schließlich dazu bewogen, sich doch für die Niederlassung zu entscheiden? Dr. Tobias Vogel: Ich war insgesamt zehn Jahre lang im Krankenhaus tätig, immer universitär und bis hin zu einer Juniorprofessur. Anfänglich strebte ich eine klinische Leitungsfunktion an. Allerdings konnte ich erleben, wie eingeengt und abhängig viele Chefärzte agieren müssen und dass hat mir ehrlich gesagt nicht so gefallen. Also stieg mein Interesse an der Selbstständigkeit. Die Möglichkeit selbst das eigene Leistungsspektrum und die Unternehmensstrategie festlegen zu können hat schließlich den Anstoß für meine Selbstständigkeit gegeben. Auch die Erkenntnis über eine Unternehmerpersönlichkeit zu verfügen hat meine Entscheidung beeinflusst.
Welche Unterstützung und Planungshilfe haben Sie bei der Gründung Ihrer Praxis erhalten? Dr. Tobias Vogel: Zusammen mit zwei Kollegen war ich in den Jahren vor meiner Niederlassung nebenher als Unternehmensberater im Gesundheitswesen tätig. Die Kontakte die ich dort knüpfen konnte haben mir sehr geholfen. Einer der erwähnten Kollegen ist dann auch mein Praxisgründungspartner in München geworden. Ich fühlte mich medizinisch, unternehmerisch und strategisch für die Selbstständigkeit gewappnet. Die Unterstützung meines Gründungspartners und meiner Familie waren aber entscheidend, um diese große Aufgabe anzugehen.
Wie kam es dazu, dass Sie auch ein wirtschaftliches Studium absolviert haben? Dr. Tobias Vogel: Die Idee dazu entstand eigentlich schon damals als Vorbereitung auf eine mögliche Chefarztposition. Mein damaliger Chef an der Uniklinik in Bochum empfahl mir, ein grundlegendes Verständnis für Betriebswirtschaft zu erlangen, um mich weiterzuentwickeln. Also beschloss ich, mich mit dem Thema zu beschäftigen und verschiedene Bildungsangebote in Betracht zu ziehen. Es war mir klar, dass ein berufsbegleitendes Studium die einzige Option war, da ich bereits eine Familie mit kleinen Kindern hatte. Ich wollte sicherstellen, dass das Studium einen Mehrwert für meine berufliche Zukunft bietet und entschied mich daher für einen Masterstudiengang im Gesundheitsmanagement an einer Universität in Bremen. Ich schrieb mich ein und absolvierte das Studium parallel zu meinen anderen beruflichen Verpflichtungen. Es war eine Herausforderung, sich nach langen Arbeitstagen dem Studium zu widmen und Seminare zu besuchen. Ich glaube aber fest daran, dass mir diese wirtschaftliche Ausbildung sehr geholfen hat, unsere Praxen in München erfolgreich aufzubauen.
Also auch eine klare Empfehlung an Kollegen, den Weg einzuschlagen, wenn sie sich ebenfalls niederlassen möchten? Dr. Tobias Vogel: Ja, absolut. Ich würde auf jeden Fall empfehlen, sich auch betriebswirtschaftlich weiterzubilden. Ein tieferes Verständnis von Themen wie Gesundheitsmanagement, Personalführung und strategischer Unternehmensplanung kann sehr hilfreich sein. In der herkömmlichen medizinischen Aus- und Weiterbildung kommen diese Aspekte zu kurz, deshalb halte ich eine solche zusätzliche Ausbildung für sehr wichtig.
Und was würden Sie gerade jüngeren Kollegen mit auf den Weg geben, wenn diese sich für O&U entschieden haben, um im Beruf erfolgreich zu sein? Dr. Tobias Vogel: Um ein guter Orthopäde und Unfallchirurg zu werden, benötigen Sie eine vielseitige und fundierte Aus- und Weiterbildung. Ich würde jedem raten, sich mehr als einen Weiterbilder zu suchen und sich vieles anzusehen. Auch Auslandserfahrung erweitert den Horizont. Der Verband, die Fachgesellschaften und die Sektionen sind optimal um sich fortzubilden und stellen ein sehr gutes Netzwerk für die Zukunft dar, das man nicht unterschätzen sollte. Sich hier zu engagieren macht auch Spaß. O&U ist für mich nicht nur eine Fachrichtung, sondern eine Leidenschaft. Die Zusammenlegung der Fächer Orthopädie und Unfallchirurgie vor 20 Jahren war ein wichtiger Schritt, um den Bewegungsapparat und die Behandlung von Verletzungen und Erkrankungen des Bewegungsapparats in einer Facharztspezialität zu bündeln.
Also das gesamte Spektrum von O&U einmal mitnehmen? Dr. Tobias Vogel: Unbedingt. Unser Fach bietet so viele Möglichkeiten. Ich würde auch empfehlen sich sowohl in Klinik wie auch in einer Praxis weiterzubilden. Durch die politischen Weichenstellungen im Gesundheitswesen ist die Weiterbildung in Klinik und Praxis, die sog. Verbundweiterbildung, sowieso das Zukunftsmodell.
Thema Berufspolitik: Sie sind bayerischer Landesvorsitzender unseres Berufsverbands. Für welche Themen sollten wir uns als BVOU in den kommenden Monaten einsetzen? Dr. Tobias Vogel: Für mich persönlich ist die Balance zwischen Kosteneinsparungen im Gesundheitssystem und der Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung ein wichtiger Punkt. Es ist entscheidend, dass Einsparungsmaßnahmen nicht dazu führen, dass die Versorgungsqualität abnimmt oder wichtige Leistungen nicht mehr flächendeckend verfügbar sind. Daher müssen wir versuchen eine aktive Rolle bei wichtigen Themen wie Krankenhausreform, Ambulantisierung und Neustrukturierung der Notfallversorgung zu spielen. Besonders am Herzen liegt mir aber die strategische Neuausrichtung der Weiterbildung in O&U. Als freier Beruf haben wir die Aus- und Weiterbildung unseres Nachwuchses weitestgehend selbst in der Hand. Es wäre völlig inakzeptabel, wenn wir das nicht gemeinsam mit den Ärztekammern und den KVen schaffen würden.
Was kritisieren Sie hier genau an der Gesundheitspoltik? Dr. Tobias Vogel: Prinzipell werden die richtigen Dinge angegangen. Ambulantisierung, Krankenhausreform und Neugestaltung der Notfallversorgung sind absolut notwendige Projekte. Allerdings macht es den Anschein, als würde immer alles mit der Brechstange gemacht. Mir fehlen die strukturierte Vorbereitung und eine Umsetzung mit Augenmaß. Häufig werden nicht zu Ende gedachte Projekte implementiert, in der Hoffnung sie würden dann schon im Gebrauch zur Marktreife gelangen. Dies halte ich im Gesundheitssektor für falsch und sogar für gefährlich, weil patientengefährdend. Auch die Fokussierung auf die Kostenersparnis halte ich für falsch. Ich möchte nicht das billigste, sondern das beste Gesundheitswesen für Deutschland. Die Qualität gehört in den Mittelpunkt. Wir sind doch ein reiches Land.
Und was fordern Sie? Dr. Tobias Vogel: Wir als BVOU fordern, dass seitens der Politik strukturelle und ökonomische Voraussetzungen geschaffen werden, um die Versorgung der Patienten über die Sektorengrenzen hinweg sicherzustellen, wobei die Qualität der Patientenversorgung im Vordergrund stehen muss. Notwendig sind hier angepasste Strukturen und eine fair abgestimmte Finanzierung, um stationäre Leistungen effizienter ambulant zu erbringen und eine sinnvolle medizinische Versorgung zu gewährleisten. Der Abbau von Überkapazitäten durch die Krankenhausreform und durch die massive Verlagerung von Leistungen in den ambulanten Sektor kann nur mit und nicht ohne eine starke selbstständige, niedergelassene Fachärzteschaft ohne Qualitätseinbußen gelingen.
Das Zeitalter der Digitalisierung wird, in Anlehnung an die Industrie, in unserem Bereich als „Medizin 4,0“ bezeichnet. Dieser Begriff wurde durch „Medizin 5.0“, das Zeitalter der künstlichen Intelligenz (KI), abgelöst. Wobei abgelöst hoch gegriffen formuliert ist und eine Verschiebung der Schwerpunkte bzw. eine andere Fokussierung diese Vorgänge wohl besser beschreibt. Schon länger im Alltag angekommen und bewusst oder unbewusst genutzt, ist der Begriff KI spätestens seit der Veröffentlichung von ChatGPT deutlicher in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt. Die Reaktionen der Öffentlichkeit von hohen Erwartungen über Heilsversprechen bis hin zu Warnungen vor nicht absehbaren Folgen spiegeln die Bandbreite der Möglichkeiten, die inhärenten Risiken und die vielfältigen unterschiedlichen Interpretationsvarianten bei der Nutzung von KI-Anwendungen wider.
Auch in die Medizin haben KI-Anwendungen Einzug erhalten. Deren Einsatz verspricht neue Wege und Möglichkeiten in Diagnostik und Therapie zum Wohle des Patienten. Verbesserung der Patientensicherheit und der Behandlungsergebnisse, Reduktion von Komplikationen und Nebenwirkungen, Steigerung der Lebensqualität und Gewinn von Zeit sind in diesem Zusammenhang immer wieder genannte Ziele. Jedoch stellen die damit verbundenen rechtlichen Risiken, regulatorischen Hürden und resultierende ethischen Fragen eine mindestens genauso große Herausforderung dar, wie die Anwendung Möglichkeiten erschließt.
Der Einsatz von kontrolliert trainierten KI-Algorithmen scheint das schon lange angestrebte Ziel einer personalisierten Medizin greifbarer zu machen. Das konkret definierte Ziel ist dabei die optimale Behandlung zugeschnitten auf den einzelnen individuellen Patienten. Dem zu Grunde liegt ein schon als Paradigmenwechsel zu bezeichnender Ansatz, nämlich Erkrankungen als einzigartige Situationen im Leben jeder Person als einzigartiges Individuum mit all seinen Besonderheiten zu betrachten und somit Erkrankungen nicht mehr als zu verallgemeinernde Zustände anzusehen.
Im Bereich der Diagnostik hat die KI die ersten Schritte der Translation in den klinischen Alltag bereits geschafft. Beispielhaft genannt sei die automatisierte Analyse in der Bildgebung oder die Analyse von Veränderungen der menschlichen Haut. Dies sind Anwendungen, welche die Ärzteschaft heute schon unterstützen können. Hier kommen die Möglichkeiten eines großen Bereiches der KI, des s.g. „machine learning (ML)“, auf der Grundlage großer trainierter Datenmengen Muster oder Anomalien erkennen zu können, besonders zum Tragen. Auch im Bereich der Spracherkennung und Sprachübersetzung, einem anderen wichtigen Bereich der KI, des s.g. „natural language processing (NLP)“ bzw. „neural machine translation (NMT)“, sind große Fortschritte in automatisierter Befund- sowie Brieferstellung als auch in der Übersetzung zu verzeichnen.
In der Aus- und Weiterbildung hat sich die „Virtual Reality (VR)“ als Übungs- und Trainingsalternative im Sinne eines Zwischenschrittes zwischen Theorie und der Anwendung am Patienten etabliert. Hier kann im virtuellen Raum und in 3D von den Grundlagen der Anatomie bis hin zu Operationen vieles simuliert und trainiert werden.
„Augmented Reality (AR)“ befindet sich aktuell noch im Stadium der Erprobung, aber sie verspricht z.B. die intraoperativen Navigationsmöglichkeiten grundlegend zu erweitern. Vom Patienten erstellte 3D Datensätze können dabei mit dem realen Bild des Patienten kombiniert werden, wodurch diese Zusatzinformationen direkt in den operativen Prozess einfließen können.
Große Hoffnungen werden mit denen sich noch in der Forschungs- und Entwicklungsphase befindlichen „decision support systems“ verbunden. Systeme, die prädiktive Aussagen zum Erkrankungsbild machen können oder in der Lage sind, Entscheidungen des Arztes hinsichtlich notwendiger Diagnostik bzw. Therapie zu unterstützen. Dies ist bei klinischen Entscheidungen, die ja überwiegend multifaktoriell sind und für den individuellen Patienten mit seinen Besonderheiten getroffen werden müssen, von Relevanz. Neuronale Netze können dafür mit großen Datenmengen unter wissenschaftlicher Kontrolle bezüglich spezifischer Fragestellungen trainiert werden und somit die Entscheidungsfindung in der Patientenbehandlung unterstützen. Dazu liegen erste erfolgversprechende Ergebnisse vor.
Die oben nur angerissenen Möglichkeiten weisen schon auf die damit verbundenen rechtlichen und ethischen Fragen hin, die sich aus der Anwendung von KI-Systemen ergeben. Die erforderlichen großen Datenmengen und deren Verarbeitung führen zu Fragen nach Datenschutz, Datenverwertung und den Rechten an Daten bei industrieller Anwendung solcher Systeme. Ethische Fragen wie die nach der Verantwortung bei der Entwicklung, der Datensicherheit (cave: „verzerrte Algorithmen“), der Einbindung und Aufklärung der Patientinnen und Patienten und Fragen nach der Verantwortlichkeit des einzelnen Anwenders im konkreten Fall müssen beantwortet werden. Dies braucht Fingerspitzengefühl, um Überregulierung und überbordende Bürokratie als Entwicklungshindernisse zu vermeiden.
Erforderlich ist ein gesamtgesellschaftlicher Diskurs, um einen rechtlichen und ethischen Rahmen zu schaffen, der diese Anwendungen fachlich und wissenschaftlich abgesichert zum Nutzen der Patienten ermöglicht. Dies kann nur ein kontinuierlicher Prozess sein, um den schnellen Entwicklungen auf diesen Gebieten gerecht werden zu können.
Die Fortschritte der Medizin sind vielfältig und rasant. Digitalisierung, KI-Anwendungen, klinische- und Laborforschung ebenso wie Versorgungsforschung sind nicht wirklich zu trennen, profitieren voneinander und verstärken sich gegenseitig. Für unser Fachgebiet seien stellvertretend die Fortschritte in der präoperativen Planung, der Navigation, beim 3D-Druck, die ersten Schritte in der Robotik sowie individualisierte Implantate genannt.
Dabei führt der kometenhafte Höhenflug in der Entwicklung der KI zu sowohl berechtigten Hoffnungen als auch zu ebenso berechtigten Ängsten.
Der aktuelle Infobrief nimmt zu einigen dieser Fragen nachfolgend Stellung. Dazu konnten Expertinnen und Experten gewonnen werden, die auf diesen Gebieten in der Forschung aktiv sind und klinisch dazu arbeiten. Ebenso wird von kompetenter Seite auf die rechtlichen Rahmenbedingungen eingegangen.
Wir hoffen, Ihnen damit einige hilfreiche Informationen zur KI in der Medizin im Allgemeinen und in unserem Fachgebiet im Speziellen geben zu können und Sie zur weiteren Beschäftigung mit diesen spannenden Fragen anzuregen.
Viel Spaß beim Lesen dieses Infobriefes,
Prof. Dr. med. Christoph – E. Heyde PD Dr. med. Anna Völker
Neben der Fußball-EM in Deutschland steht dieses Jahr im Zeichen eines weiteren sportlichen Großevents: Die 33. Olympischen Sommerspiele in Paris. Mit dabei: Leonie Beck. Sie ist Deutschlands erfolgreichste Freiwasserschwimmerin und Weltklasseschwimmerin. Bei ihrer Vorbereitung zu ihrem olympischen Rennen über 10 Kilometer am 8. August in Paris haben wir sie beim zweiten 10km Weltcup am 24.Mai. 2024 in Golfo Aranci (Sardinien) besucht und durften sie dann nochmals nach den Europameisterschaften im Freiwasserschwimmen im Juni in Belgrad zu ihrer Trainingsvorbereitung für Paris interviewen.
Das Interview führte ihr Vater Prof. Dr. Alexander Beck. Prof. Beck ist Chefarzt für Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie am Juliusspital in Würzburg und Mitglied im geschäftsführenden Vorstand des BVOU. Mittlerweile ist er ehrenamtlich Verbandsarzt der Freiwasserschwimmer im Deutschen Schwimmverband und als deutscher Vertreter Mitglied im Medical Board der Ligue Européenne de Natation (LEN) bin. Die LEN ist der europäische Dachverband für Wassersport und hat seinen Sitz in Luxemburg.
Hallo Leonie, wie läuft Deine Vorbereitung für diesen so wichtigen Sportsommer?
Leonie Beck: Ich trainiere nun schon seit den letzten Olympischen Spielen 2021 in Japan und in Italien, Ostia. Dort habe ich neben einer tollen internationalen Trainingsgruppe auch einen Spitzentrainer, was ganz hervorragende Bedingungen für mich sind. Zudem haben wir hier die Möglichkeit, zweimalmal die Woche direkt 100m vom Trainingspool im Meer zu trainieren, was es mir für meine Sportart Freiwasserschwimmen leichter macht.
Beim Weltcup in Golfo Aranci konntest Du einen starken 3. Platz gewinnen, in Belgrad bist Du Doppeleuropameisterin (über 5 und 10km) geworden, aktuell bist Du Führende im Gesamtweltcup. Was ist das für ein Gefühl, so kurz vor Deinem Jahreshöhepunkt vor Paris so stark zu sein.
Beck: Ich bin verständlicherweise sehr zufrieden mit den letzten Monaten und gleichzeitig gibt das enorm viel Selbstvertrauen und macht die harten Trainingstage etwas erträglicher vor Paris. Andererseits wird für den 8. August alles wieder auf Null gesetzt und die Karten neu gemischt, deswegen will ich den guten Ergebnissen auch nicht zu viel beimessen und muss weiter hart arbeiten.
Die aktuellen Wettkämpfe finden vorwiegend in kaltem Wasser statt, was bedeutet das für Dich?
Beck: Ich persönlich bin überhaupt kein Fan von Schwimmen in kaltem Wasser, aber ich arbeite daran, mich dort zu verbessern. Es ist wie bei einem guten Motor, der braucht auch eine vernünftige Betriebstemperatur, um optimal arbeiten zu können. Man wird sehen, wie im Endeffekt die Wassertemperatur in Paris sein wird, alle sprechen von relativ kaltem Wasser beim Wettkampf, ich bin da eher zuversichtlich, auch wenn ich schon jetzt versuche, im Training und bei den Wettkämpfen mit kalten Umgebungstemperaturen besser klarzukommen.
Beim Weltcup in Sardinien waren die Wassertemperaturen deutlich unter 20 Grad Celsius.
Beck: Das ist richtig, knapp über 18 Grad waren es hier. Umso erfreulicher war es für mich festzustellen, dass ich trotz kalter Wassertemperatur vorne mitschwimmen kann, was mir natürlich Hoffnung macht.
Deine finale Trainingsvorbereitung für die Olympischen Spiele wird jetzt im Juli in Livigno in der Höhe stattfinden. Wie sieht dort Dein Tagesablauf aus?
Beck: Die meisten Tage trainieren wir doppelt. Das bedeutet mit Vor- und Nachbereitung morgens drei Stunden und nachmittags drei bis dreieinhalb Stunden. Dazwischen geht es an die Regeneration und Essen. Die meiste Zeit schwimmen wir natürlich, aber auch Krafttraining, Gymnastik und Dehnung gehören zum Training.
Es gibt aktuell noch viele Diskussionen über die Wasserqualität in der Seine, aber auch die Sicherheit von Athleten und Zuschauern mitten in Paris wird bei der aktuellen Sicherheitslage in der gesamten Welt hinterfragt. Wie siehst du das in Bezug auf Deinen Start am 8. August?
Beck: Gerade die Wasserqualität macht mir sehr große Sorgen. Wenn es bei solch hohen E. coli-Werten bleiben sollte, halte ich es nicht für vertretbar, uns Athleten in der Seine schwimmen zu lassen. Gott sei Dank gibt es mittlerweile einen Plan B, einen See, auf dem auch die Ruder Wettbewerbe ausgetragen werden. Mir persönlich wäre das lieber, da dann nicht die Angst vor einer Erkrankung mitschwimmt. Zudem wäre es auch sicherheitspolitisch unbedenklicher, wenngleich auch die Kulisse vor dem Eiffelturm sicher ihren Charme hat.
Was sind die häufigsten Sportverletzungen, die bei Euch beim Schwimmsport auftreten?
Beck: Im Freiwasserschwimmen gibt es immer mal Verletzungen an scharfen Kanten, wie sie beispielsweise an Riffen, Steinen und Unrat im Wasser zu finden sind. Es können auch Verletzungen durch Quallen entstehen.
Darüber hinaus ist im Schwimmsport vor allem die Schwimmerschulter immer wieder ein Problem. Das kommt durch ein Missverhältnis in der Schultermuskulatur: In diesem Fall sind die Innenrotatoren deutlich stärker gefordert als die Außenrotatoren und deshalb kräftiger trainiert. Dieses Ungleichgewicht kann dazu führen, dass der Oberarmkopf nicht richtig zentriert wird und er höher steht. Die Enge unter dem Schulterdach führt zu einer Schleimbeutelreizung, einem Impingementsyndrom.
Durch konsequentes Training der Schultermuskulatur und der Rotatorenmanschette (u.a. sog. Rhomboideustrainer) lässt sich eine Schwimmerschulter am besten vermeiden. Die Muskeln müssen dabei gekräftigt und ins Gleichgewicht gebracht werden. Zudem sind Mobilisation, Massage des Bindegewebes, Übungen mit dem Theraband und Dehnen wichtig.
Du bist eine ausgewiesene Expertin im Freiwasserschwimmen. Was kannst Du anderen Schwimmern für Tipps geben, wie man sich aufs Schwimmen in offenen Gewässern vorbereitet?
Beck: Grundsätzlich lieber erstmal in einem See als in einem fließenden Gewässer anfangen zu üben. Am besten eine Schwimmboje um den Bauch binden und damit trainieren. Zudem sollte man fit genug sein, längere Strecken am Stück zu schwimmen, da in offenen Gewässern nicht jederzeit eine Wand (wie im Schwimmbad) wartet an der man sich festhalten kann. Zudem muss man ein wenig an der Orientierung arbeiten und immer mal wieder nach vorne atmen und schauen, ob man noch auf dem richtigen Weg ist.
Was sind die Hauptgefahren und wie kann man sie minimieren?
Beck: Bei Strömung und kalten Temperaturen aufpassen. Am besten nur an bewachten Badestellen schwimmen, sodass immer jemand im Notfall eingreifen kann. Zudem niemals sich selber überschätzen, lieber etwas weniger schwimmen und kleinere Runden, um jederzeit wieder nah am Ufer zu sein.
Ernährung und Langstreckenschwimmen: Welche Tipps hast Du parat?
Beck: Eine ausgewogene Ernährung mit vielen Vitaminen, Kohlehydraten und Proteinen. Gerade direkt nach dem Training sollte man die Speicher schnell auffüllen (ich mache das mit einer Schokomilch) und dann abends richtig essen. Zudem bei körperlicher Anstrengung alle 60min ca. 40 Gramm Kohlenhydrate zu sich nehmen bei körperlicher Anstrengung. Je nach Belastung gerne auch mehr.
Liebe Leonie, wir möchten uns ganz herzlich bedanken für Dein Interview. Wir wünschen Dir für Paris nur das Beste, und hoffentlich den Tag Deines Lebens, wo Du Dir alle Ziele, die Du Dir gesetzt hast, auch erfüllen kannst.
Leonie Beck
Sie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Turnstile. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Newsletter2Go. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von reCAPTCHA. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.