Alle Beiträge von Janosch Kuno

Verbändegespräch: BÄK stellt konsentierte GOÄneu vor

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

hier ein erster Bericht zur neuen GOÄ. Weitere Analysen  werden in den nächsten Wochen folgen.

Am 11.9.24 fand das  Verbändegepräch der Bundesärztekammer statt. Mit dabei: Vertreter von 164 Ärzteverbänden welche an der neuen GOÄ mitgearbeitet haben. BVOU Vertreter und Vertreter der Fachgesellschaft waren selbstverständlich mit vor Ort. Wir haben in der Vergangenheit wiederholt zum Thema GOÄ berichtet.

Die Gespräche zur neuen GOÄ mit der PKV sind wohl mittlerweile beendet. Das Konzept ist von der BÄK und PKV konsentiert. Die neue GOÄ liegt jetzt (vertraulich) vor, es sind 975 Seiten und 5500 Positionen.

Die GOÄ wird durch den „Verordnungsgeber“ – der Bundesgesundheitsminister – in Kraft gesetzt. Ob Prof. Karl Lauterbach das macht oder nicht, müssen wir sehen. Interessant wird dann seine Erklärung dafür sein.

Die Struktur der neuen GOÄ ist eine andere als die der alten GOÄ. Die einzelnen Leistungen lassen sich nicht immer deckungsgleich vergleichen, neue Bewertungen von Leistungen bei der Beratung oder auch Management des Patienten sind dazugekommen. (konsiliarische Gespräche, Planung, Einleitung und Koordination krankengymnastischer Einzelbehandlungen, ärztliche telekonsiliarische Befundbeurteilung im Rahmen bildgebender Verfahren, Beurteilung der Auswirkung der diagnostizierten Erkrankungen auf die Lebensgestaltung, eine Vielzahl von Zuschlägen, viele neuen Zuschläge bei Kindern, Wegfall von Ausschlüssen, Eingangsuntersuchung vor medizinischer Trainingstherapie, Differenzierte Darstellung radiäre versus fokussierter Stoßwelle usw.)

Die neue GOÄ wird zu eine klareren Transparenz bei der Abrechnung von Leistungen führen, einige sehr hoch bewertete Leitungen werden nicht mehr in dieser Höher abrechenbar sein.

Nachdem die letzte GOÄ 1996 angeglichen wurde, ist jetzt 2024 von einer Erhöhung von 6% bis 13% ab gesetzlicher Gültigkeit auszugehen, wobei in den letzten 10 Jahren eine Erhöhung der abgerechneten ärztlichen Leistungen von 38% (Leistungsausweitung?) stattgefunden hat.

Eine grobe Abschätzung der Honorierung konservativer Leistungen (das ist mein Schwerpunkt) nach Durchsicht des von der BÄK vorgelegten Vorschlages lässt keinen Abfall der Honorierungshöhe befürchten, ggf. ist durch neu definierte Leistungen, Wegfall von Ausschlüssen und höhere Bewertung einzelner Leistungen (z.B. fokussierte Stoßwelle) und besonderer Zuschläge bei Kindern sogar eine Verbesserung der Gesamthonorierung zu erwarten auch wenn vielleicht einzelne Leistungen, welche in der Vergangenheit in Kombinationen abgerechnet wurden (z.B. Infiltration und Lokalanästhesie), jetzt etwas niedriger bewertet sind. Auch das konventionelle Röntgen bei klassisch orthopädischen Indikationen wird leicht erhöht.

Dieser Bericht bezieht sich alleine auf konservative Leistungen (auch Operateure erbringen diese!) . Sicherlich werden in Kürze von Prof. Heller und Dr. Weinhardt zusätzliche Berichte folgen.

Dr. Johannes Flechtenmacher

SpiFa: Termine gibt es nicht zum Nulltarif!

Anlässlich der stockenden Honorarverhandlungen fordert der Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) die gesetzlichen Krankenkassen und die Kassenärztliche Bundesvereinigung auf, die Verhandlungen auf den Boden der Versorgungsrealität zurückzuholen und damit einhergehend eine spürbare Anhebung des Orientierungswertes. Ansonsten sehe sich die Fachärzteschaft gezwungen, für weniger Geld auch nur das Mindestmaß an Leistung anzubieten.

„Für diese Rechnung brauchen Sie kein BWL-Studium,“ so Dr. Dirk Heinrich, Vorstandsvorsitzender des SpiFa. „Wenn ein Facharzt feststellt, dass der Betrieb seiner Praxis immer teurer wird und dabei auch die Lohnkosten für sein Personal stetig ansteigen, andererseits aber die angestrebte Anhebung der Vergütung für die erbrachte Leistung dies nicht einmal ansatzweise kompensiert, dann folgt als nächster logischer Schritt die Beschränkung auf das Mindestmaß an zu erbringender Leistung. Einfach gesagt: weniger Kohle, weniger Termine.“

Für die Versorgung von Patientinnen und Patienten bedeutet das also eine weitere Verknappung von Terminen. „Eine Befreiung der Facharztpraxen von der Budgetierung ist nicht in Sicht, die Honorarsteigerungen der letzten Jahre liegen weit unter der Inflationsrate, da werden bzw. müssen Fachärztinnen und Fachärzte ganz genau schauen, wofür sie ihre wertvolle Arbeitszeit zur Verfügung stellen. Das bedeutet für Patientinnen und Patienten Wartezeiten von einem halben Jahr, wahrscheinlich in der Regel sogar noch länger“, so Heinrich weiter.

Kritik übt der SpiFa auch daran, dass die Tarifsteigerungen für angestellte Fachärztinnen und Fachärzte als mögliche Referenz für die Honorarverhandlungen völlig ausgeblendet werden. „Im Rahmen der Verhandlungsrunden hat der Marburger Bund im vergangenen Jahr eine – wohl gemerkt – völlig legitime Steigerung von 8,8 Prozent für angestellte Fachärztinnen und Fachärzte erwirkt. Kein Arzt und keine Ärztin mit eigener Niederlassung versteht, warum dies von den Verhandlungspartnern nicht auch als Richtwert für die derzeitigen Honorarverhandlungen verstanden wird. Und dies auch gerade vor dem Hintergrund, dass sie auch noch das unternehmerische Risiko für den Praxisbetrieb, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und nicht zuletzt sich selbst tragen“, so Heinrich.

Quelle: www.spifa.de

Vorbereitung auf die neue elektronische Patientenakte

Zur Vorbereitung auf die elektronische Patientenakte ab 2025 stellt die KBV zahlreiche Informationsangebote bereit. „Wir wollen die Praxen bei der Einführung und Nutzung der Akte bestmöglich unterstützen“, sagte KBV-Vorstandsmitglied Dr. Sibylle Steiner. Erste neue Materialien sind seit heutigem Donnerstag online verfügbar.

Eine neue Auflage der PraxisInfoSpezial enthält Basiswissen rund um die elektronische Patientenakte (ePA). Darin wird unter anderem erläutert, welche medizinischen Daten Praxen künftig einpflegen müssen, wie der Zugriff auf die ePA erfolgt und welche Informations- und Dokumentationspflichten Ärzte und Psychotherapeuten haben. Auch Fragen, ob eine Einsichtnahme bei jedem Patienten-Kontakt routinemäßig notwendig ist oder welche Widerspruchsmöglichkeiten Versicherte haben, werden beantwortet.

Schaubild und Video

Ergänzend zur PraxisInfoSpezial gibt es ein Schaubild, das wesentliche Informationen zur Nutzung der ePA in der Praxis auf einer Seite zusammenfasst. Wie die elektronische Patientenakte die Anamnese, Diagnostik und Behandlung unterstützen kann, zeigt ein Video. Anhand eines fiktiven Falls wird die Nutzung der ePA erläutert.

Weitere kommunikative Maßnahmen sind geplant. So starten die PraxisNachrichten in der kommenden Woche eine Serie zur ePA. Alle zwei Wochen wird ein Aspekt näher erläutert. Im November erscheint ein Serviceheft in der Reihe PraxisWissen, das alle Informationen bündelt. Die umfassende Sammlung von Fragen und Antworten auf der Internetseite der KBV wird fortlaufend ergänzt. In kurzen Video-Clips sollen Anwendungen wie die Medikationsliste oder die Informations- und Dokumentationspflichten erläutert werden. Zudem wird es eine Online-Fortbildung geben.

Steiner: A und O ist das Praxisverwaltungssystem

Mit der ePA kommt nach der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung und dem eRezept eine weitere neue Anwendung der Telematikinfrastruktur auf die Praxen zu. „Die elektronische Patientenakte bietet durchaus Chancen für die Patientenversorgung“, sagte Steiner. Entscheidend aber sei, dass sie in den Praxen ohne großen Aufwand genutzt werden könne.

„Das A und O ist das Praxisverwaltungssystem“, betonte sie. Es müsse eine schnelle, alltagstaugliche und unkomplizierte Arbeit mit der ePA ermöglichen. Nur wenn das der Fall sei, könne das Bundesgesundheitsministerium (BMG) den flächendeckenden Rollout starten. Die KBV hatte bereits im Mai Anforderungen formuliert, die die Systeme aus der Perspektive der ärztlichen und psychotherapeutischen Praxen erfüllen müssen.

Noch hat kein Hersteller sein neues ePA-Modul vorgestellt. Nach den Plänen des BMG muss die Industrie die Praxen bis zum 15. Januar 2025 ausstatten. Dann beginnt zunächst eine vierwöchige Pilotphase in Modellregionen. Verlaufen die Tests reibungslos, soll der bundesweite Rollout erfolgen. Als Starttermin strebt das Ministerium den 15. Februar an.

Quelle: KBV

Kostenstrukturerhebung bei Arztpraxen 2023

Das Statistische Bundesamt führt auf der Grundlage des Gesetzes über Kostenstrukturstatistik (KoStrukStatG) in jährlichem Turnus repräsentative Untersuchungen über Kostenstrukturen in Arzt- und Zahnarztpraxen sowie Praxen von psychologischen Psychotherapeuten durch.

Wir möchten Sie hiermit vorweg über die anstehende Kostenstrukturerhebung, die sich auf das Berichtsjahr 2023 bezieht, informieren.

Ziel der Erhebung ist es, die in den Praxen erzielten Einnahmen und die dafür erforderlichen Aufwendungen sowie deren Zusammensetzung darzustellen. Die Praxen werden nach mathematisch-statistischen Verfahren ausgewählt.

Um die Belastung möglichst gering zu halten, wird die Erhebung bundesweit bei höchstens 7 Prozent der Praxen durchgeführt und das Ergebnis auf die Gesamtheit aller Praxen hochgerechnet.

Der Versand der Heranziehungsbescheide an die auskunftspflichtigen Praxen erfolgt Anfang Oktober diesen Jahres auf Basis einer rotierenden Stichprobenziehung. Dies bedeutet, dass die Teilnehmer der vorangegangenen Erhebung, mit Ausnahme der Angehörigen von Schichten mit sehr hohem Auswahlsatz, nicht in die aktuelle Erhebung einbezogen werden. Mit den Ergebnissen kann aus derzeitiger Sicht im Sommer 2025 gerechnet werden. Für die Erhebung besteht Auskunftspflicht.

Quelle: destatis

4.9.24: enovis und BVOU feiern 25. AKOM ON AIR Sendung

Am Mittwoch, den 4. September 24 feiern enovis und der BVOU die 25. AKOM ON AIR Sendung – ein kleines Jubiläum! AKOM steht für Workshops zur angewandten konservativen Orthopädie und Praxismanagement. Die Veranstaltungen kombinieren regionale Präsenz-Events mit digitalen Online-Workshops, bei denen neue konservative Therapieverfahren vorgestellt werden.

In der Jubiläumssendung am 4. September dreht sich alles um die Diagnostik und Therapie von vorderen Kreuzbandläsionen. Dabei werden prähabilitative und rehabilitative Maßnahmen und Methoden genauso beleuchtet wie die konservative Versorgung bei entsprechender Indikationsstellung.

Referent ist PD Dr. med. habil. Meinolf Goertzen, Leiter des Zentrums für Orthopädische Chirurgie & Sporttraumatologie in Hannover. Er ist Experte in der Behandlung orthopädischer Gelenkerkrankungen, insbesondere bei Sportverletzungen und Überlastungsschäden.

Orthopädie und Unfallchirurgie hautnah: Bericht zur 18. Summer School O&U

Wenn größere Gruppen von Studierenden durch die Gänge wuseln, es gehämmert und geklopft wird, in regelmäßigem Intervall eine Schweizer Kuhglocke ertönt, dann ist Summer School vom Jungen Forum O und U!

Diese traditionsreiche Veranstaltung in Kooperation von DGOU, BVOU, Junges Forum O und U fand vom 22. – 24. August 24 in Magdeburg und bereits zum 18. Mal statt.

Gastgeber war in diesem Jahr Prof. Christoph Lohmann, Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik in Magdeburg und Team, dem an dieser Stelle schon einmal höchstes Lob für die perfekte Organisation auszusprechen ist.

Hervorzuheben in diesem Zusammenhang auch die Kongress-Sekretärinnen, Frau Dr. Agnieszka Halm-Pozniak mit der Organisation vor Ort und Frau Dr. Isabella Weiss, deren Verdienst es auch war, dass alle ein schickes Logo-T-Shirt als Erinnerung bekamen.

140 Studierende hatten sich für die Teilnahme beworben, 30 durften dieses wertvolle Stipendium absolvieren, ausgewählt nach einem strengen Kriterienkatalog unter Leitung von Violetta Oesterreich und Jorge Mayor vom Jungen Forum O und U. Beide waren auch mit vor Ort mit von der Partie.

Denjenigen, die leider nicht zum Zuge kamen, wurde in diesem Zusammenhang ein Angebot zur Durchführung einer Hospitation gemacht. Verschiedene Kliniken und Praxen hatten sich hier im Vorfeld, bereit erklärt, ein gut strukturiertes alternatives Angebot zu machen.

Nach dem Motto: „Never change a winning team“ kamen Angebote zum Einsatz, die sich auch in den vergangenen Jahren bewährt haben: So zum Thema der Knie- und Hüftendoprothetik, unterstützt durch die Firma Mathys, der AO Skills Parkour (mit dem Schweizer Kuhglöckchen), Schockraum-Management nach ATLS, auch konnte sehr realitätsnah arthroskopiert werden, unterstützt durch die Firma Arthrex.

Die genannten Workshops wurden maßgeblich durch die Teams um Prof. Lohmann, OVGU Magdeburg, und Prof. Ulrich Stöckle, Charité Berlin unterstützt. Nicht-operativ ausgerichtete Workshops fanden statt zum Thema der Leistungsdiagnostik im Bereich von Orthopädie und Unfallchirurgie, Sportmedizin und Rehabilitation, mit praktischen Messungen im Bereich der Muskelfunktionsanalyse mittels Oberflächen EMG (sinfomed), dann auch einer KI-gestützten Ganganalyse ohne Marker(OPED).

Ein weiterer Workshop beschrieb den Weg von der Diagnose zur konservativen Therapie, hier ging es innerlich zunächst um die Möglichkeiten der Diagnostik und Behandlung durch manuelle Medizin, präsentiert von Dr. Sven Schemel, Vorstandmitglied der MWE, dann ging es um das Thema Schmerztherapie und wirbelsäulennahe Injektionstechniken, hier war Dr. Markus Schneider, Bamberg, als Experte am Start.

Darüber hinaus gab es auch Angebote im Plenum, den Beginn machten die drei Präsidenten für den DKOU 2025, Prof. Christoph Lohmann, Prof. Ulrich Stöckle und Dr. Stefan Middeldorf, die als Organisatoren der Veranstaltung zur Sprache kamen und die persönliche Sicht auf das Fach Orthopädie und Unfallchirurgie, aus ihren jeweiligen Blickwinkeln, darstellten.

Sehr spannend und interaktiv war auch die Podiums-Diskussion mit Einführungs-Vortrag und Moderation von Martin Lohrengel, Assistenzarzt der Klinik, zum Thema der Ärzte-Generationen und deren Sicht auf die ärztliche Tätigkeit, von den Babyboomern bis zur Generation Y/Generation alpha.

Gelungen war darüber hinaus auch das Rahmenprogramm, beginnend am Mittwochabend mit einem Get Together, dann natürlich der Grillabend auf dem Cable Island mit zuvor weitestgehend unfallfrei durchgeführten sportlichen Aktivitäten, wie Stand-Up Paddle und Beachvolleyball.

Begeisterung bei der jungen Generation für unser Fach Orthopädie und Unfallchirurgie wecken, Anteil haben lassen an unserer Leidenschaft für das Fach und unsere Arbeit im jeweiligen Segment, das alles gelang erneut bei der 18. Summer School in Magdeburg.

Dr. Stefan Middeldorf, DKOU-Präsident 2025

Unser Jahresbericht ist erschienen

Liebe Mitglieder unseres Berufsverbandes für Orthopädie und Unfallchirurgie,

die vergangenen zwölf Monate waren für unseren Verband eine Zeit des Wandels und der Innovation: Künstliche Intelligenz und Digitalisierung haben in unseren und Ihren Arbeitsalltag Einzug gehalten. Der BVOU hat in diesem Zuge diverse Apps entwickelt, die unseren Mitgliedern das Arbeiten erleichtern und effizienter gestalten: Von unserer Mitgliederapp bis hin zu dem Osteoporose-Risikowissen – wir setzen auf moderne Technologien, um den BVOU zukunftsfähig zu machen.

Unsere berufspolitische Arbeit stand unter dem amtierenden Bundesgesundheitsminister auch in diesem Jahr vor großen Herausforderungen. Die Diskussionen um die Vergütung, Ambulantisierung und die Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen waren intensiv und haben gezeigt, wie wichtig eine starke Interessenvertretung in O&U ist. Wir setzen uns unermüdlich für die Belange unserer Mitglieder ein und arbeiten hart daran, dass Ihre Arbeit gewürdigt wird.

Besonders erfreulich ist die stetig wachsende Mitgliederentwicklung des BVOU: Weit über 7000 Kolleginnen und Kollegen haben sich mittlerweile dazu entschieden, Teil unseres Verbandes zu sein und von den vielfältigen Angeboten und Vorteilen einer Mitgliedschaft zu profitieren. Gemeinsam bilden wir eine starke Gemeinschaft, die die Zukunft von O&U aktiv mitgestaltet.

Mit diesem Jahresheft zeigen wir unseren Mitgliedern und Freunden, was sich im laufenden Jahr getan hat und was uns in den kommenden 12 Monaten treibt. Begeben Sie sich mit uns auf eine Reise durch unsere Landesverbände, durch die Weiter- und Fortbildungsangebote unserer Akademien und lernen Sie unseren Vorstand und die vielen ehrenamtlich Tätigen im BVOU von einer neuen Seite kennen.

Ein herzlicher Dank gilt allen Mitgliedern, die uns weiterhin Treue halten und jedes Jahr neu dazukommen. In der Gemeinschaft liegt unsere Stärke, auf Bundes-, Landes- und Bezirksebene. Ein besonderer Dank gilt sämtlichen Mandatsträgern: Ihr Einsatz, Ihre Expertise und Ihre Leidenschaft für unser Fach sind die Grundlage für unseren Erfolg.

Trotz vieler Hindernisse blicken wir optimistisch in die Zukunft und freuen uns darauf, gemeinsam mit Ihnen auch weiterhin die Herausforderungen des Gesundheitswesens anzugehen und unseren Berufsstand weiter voranzubringen. Gehen wir es an!

Herzliche Grüße

Dr. Burkhard Lembeck

Dr. Jörg Ansorg

 

Aktion Orthofit: Jetzt anmelden und mitmachen

Berlin – Die wirksamste Vorsorge vor Haltungsbeschwerden bei Kindern sind regelmäßige Übungen und körperliche Aktivität. Fachärzte des BVOU gehen deswegen seit 2010 gezielt auf Schulen, Kindergärten und Sportvereine zu, um dort eine Schulstunde mit den Kindern zu gestalten. Ziel der Aktion Orthofit ist es, das Bewusstsein in der Bevölkerung und insbesondere der Kinder und Eltern für eine gesunde Entwicklung des Bewegungsapparats zu schärfen. Dabei spielt die Motivation zu mehr Bewegung und zur kontinuierlichen Vorsorge eine besondere Rolle.

Wir möchten Sie bitten, die Aktion Orthofit aktiv zu unterstützen. Davon profitieren die Kinder und Lehrkräfte, wir als teilnehmende Fachgruppe und nicht zuletzt auch der BVOU durch eine positive Wahrnehmung!

 

Einarbeitung in der Intensivmedizin – Positionspapier veröffentlicht

In Anbetracht des zunehmenden Fachkräftemangels in der Intensivmedizin, gilt es umgehend Maßnahmen zu ergreifen, um auch zukünftig eine gute Versorgungsqualität sowie die Fokussierung der Behandlung auf das Patientenwohl und die -sicherheit gewährleisten zu können. Besondere Bedeutung erlangt hierbei die nachhaltige Gewinnung und Bindung von qualifizierten Fachkräften. Die Einarbeitung ist gemäß aktuellen Umfragen ein wichtiger Aspekt, den es in diesem Kontext zu verbessern gilt.

Im vorliegenden Positionspapier zur Einarbeitung in der Intensivmedizin werden daher Empfehlungen formuliert, die zu einer umfangreichen strukturierten Einarbeitung und dadurch langfristig zu einer Verbesserung der Einarbeitung, Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit, Versorgungsqualität und Fokussierung der Therapie auf das Patientenwohl und die Patientensicherheit befragen beitragen soll. Das Papier entstand unter Leitung der jungen DIVI, einer multidisziplinären professionellen Initiative von jungen Fachkräften, innerhalb der deutschen Interdisziplinären Vereinigung für intensiv und Notfallmedizin e.V. (DIVI). Es wurden basierend auf einer systematischen Literaturrecherche sowie einer Konsensfindung aller beteiligten Berufsgruppen und Fachrichtungen erstellt und bietet erstmals einheitliche konkrete Hinweise für die strukturierte Umsetzung der Einarbeitung verschiedener Berufsgruppen auf der Intensivstation.

 

Hier kommt die Generation Z – Neue Hoffnung für den ambulanten Bereich?

Zur Generation Z zählen Personen, die ab 1995 geboren sind. Diese Gruppe stellt einen bedeutenden Anteil der aktuellen Medizinstudierenden dar und wird in den kommenden Jahren verstärkt in die ärztliche Weiterbildung eintreten oder befindet sich bereits dort. Gegenwärtig haben Kliniken und Praxen, insbesondere in der Orthopädie und Unfallchirurgie, einen erheblichen Personalbedarf. Ein wichtiger Grund ist die Überalterung der chirurgischen Ärzteschaft. Hier lag das Durchschnittsalter zuletzt bei 54 Jahren. Rund 30% der niedergelassenen Vertragsärztinnen und -ärzte waren über 60 Jahre alt (1).

Ein Spannungsfeld, in dem nun vieles aufeinandertrifft. Selten war eine Generation an jungen Medizinerinnen und Medizinern so vielen Vorurteilen über sich ausgesetzt wie diese. Man sei die “Generation Smartphone”, habe große Ansprüche und eine kleine Aufmerksamkeitsspanne. Diese trifft auf Führungskräfte, die größtenteils der Generation der Baby-Boomer angehören. Diese lebten, um zu arbeiten und Begriffe wie Teilzeit und Work-Life-Balance seien ihnen fremd – so das Vorurteil. Die große Frage, die sich nun in Kliniken und Praxen stellt: Was und wie genau möchte die Generation Z eigentlich arbeiten? Und kann hierbei der ambulante Bereich vielleicht diesen Bedürfnissen nachkommen?

Generation Z – Vorurteile und Wirklichkeit

Mit der Generation Z tritt eine Vielzahl junger, motivierter Ärztinnen und Ärzte in den Beruf ein, diese werden jedoch häufig als wenig belastbar, unkooperativ, hochgradig fordernd und mit mangelnder Arbeitsmoral beschrieben (2).

Soziologinnen und Soziologen halten diese Vorwürfe jedoch größtenteils für ungerechtfertigt. Die junge Generation hat das Potenzial, die Medizin zukunftsweisend zu gestalten. Die genannten Vorurteile treffen, wenn überhaupt, nur auf eine Minderheit dieser Generation zu. Laut dem deutschen Generationenforscher Prof. Hurrelmann zeigt ein Großteil eine hohe Arbeitsmotivation und das Bestreben, Erfolge zu erzielen. Das Interesse an Führungspositionen unterscheidet sich nicht von ihren Vorgängerinnen und Vorgängern. Allerdings zeigt sich eine Ablehnung starrer hierarchischer Strukturen. Eine überwiegend männliche, ältere Generation, die über Jahrzehnte die Medizin geprägt hat, trifft auf eine jüngere, zunehmend weibliche Generation. Die Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen, flexiblen Arbeitszeiten und einer Viertagewoche stoßen teils auf Unverständnis, da solche Veränderungen früher oft erst hart erkämpft werden mussten. Eine pauschale Ablehnung dieser Forderungen wird jedoch höchstwahrscheinlich keine Lösung des Konflikts herbeiführen. Die Generation Z verfügt über eine starke Verhandlungsposition auf dem Arbeitsmarkt, da ein erheblicher Personalmangel herrscht und gut ausgebildete Medizinerinnen und Mediziner rar werden (3). Die Anliegen und Forderungen sollten ernst genommen werden. Innerhalb dieser Generation gibt es viele engagierte Studierende und angehende Ärztinnen und Ärzte mit neuen Ideen und dem Bestreben, etwas zu bewegen. Eine Kooperation zwischen den Generationen und die Anpassung an moderne Arbeitsanforderungen sind unerlässlich, um den Herausforderungen der Zukunft gewachsen zu sein.

Facharztweiterbildung im ambulanten Bereich

Der ambulante Sektor wird eine zunehmend wichtige Rolle in der Facharztweiterbildung für O und U spielen. Für ein umfassendes Verständnis der Patientenbetreuung, insbesondere bezüglich Prävention, Nachsorge und konservativer Therapie von orthopädischen und unfallchirurgischen Erkrankungen ist die Einbindung der ambulanten Medizin in die Weiterbildung essenziell und bietet zahlreiche Vorteile. Sie ermöglicht angehenden Fachärztinnen und -ärzten, ein breiteres Patientenspektrum kennenzulernen und Therapieentscheidungen langfristig zu begleiten. Ferner können konservative Therapiemethoden vertieft und erprobt werden, die in der stationären Akutversorgung oft zu kurz kommen. Nicht zuletzt bietet die Aus- und Weiterbildung in der eigenen Praxis die Möglichkeit, eine qualifizierte Nachfolge für die Praxisübernahme zu gewinnen.

Bisher können Weiterbildungsassistentinnen und -assistenten bis zu sechs Monate des „Common Trunks“ und zusätzlich bis zu zwölf Monate des „Special Trunks“ im ambulanten Bereich absolvieren. Die Organisation dieser Rotationen muss aktuell allerdings fast immer selbst erfolgen und ist häufig mit einem Arbeitgeberwechsel verbunden, da die Weiterbildung aktuell arbeitsplatzbasiert organisiert ist. Vor dem Hintergrund, dass zukünftig durch die anstehende Krankenhausreform wahrscheinlich mit zunehmender Zentralisierung und Ambulantisierung nicht mehr alle Weiterbildungsinhalte und Richtzahlen bei einem Arbeitgeber zu erreichen sind, ist die Etablierung von Verbundweiterbildungen wie sie kürzlich in einem interdisziplinären Positionspapier der Jungen Foren der chirurgischen Fachgesellschaften unter der Mitarbeit des Jungen Forums O und U gefordert wurden, unumgänglich (4). Damit einhergehen muss auch die Einführung einer adäquaten Vergütung für das Angebot einer chirurgischen Weiterbildung, da es sonst für Praxisinhaberinnen und -inhaber unattraktiv bleibt, Zeit und Geld in die ressourcenintensive Weiterbildung zu investieren.

Welches Potenzial bietet der ambulante Bereich für unsere Generation?

Bereits für Medizinstudierende erweist sich der ambulante Bereich in O und U als besonders attraktiv. Verschiedene Aspekte sprechen gezielt die Bedürfnisse und Wertvorstellungen der aktuellen Generation Studierender an.

Ein prägender Gesichtspunkt ist der Personalmangel in den Kliniken, welcher die Qualität der Lehre bereits im Studium beeinträchtigt. Dieser Umstand steigert das Bedürfnis der Studierenden nach individueller Betreuung sowie direktem Feedback durch Mentorinnen und Mentoren. In der ambulanten Versorgung ermöglichen die oft persönlichen und direkten Beziehungen zu den Lehrenden sowie flache Hierarchien nicht nur ein verbessertes Lern- und Arbeitsklima, sondern sorgen auch für eine nachweislich bessere Lehre (5).

Ein weiterer wesentlicher Vorteil liegt in der besseren Work-Life-Balance, sowie den damit verbundenen Arbeitsbedingungen. Im niedergelassenen Bereich besteht häufig die Möglichkeit, Arbeitszeiten flexibler zu gestalten, was berufliche Verpflichtungen besser mit persönlichen Interessen und Bedürfnissen vereinbar macht. Diese Flexibilität, verbunden mit einem höheren Maß an Selbstbestimmung und Beteiligung an Entscheidungsprozessen, erhöht die Lebensqualität und reduziert arbeitsbedingte Stressbelastung.

Insgesamt vereint der ambulante Bereich in O und U viele Aspekte, die gezielt auf die Bedürfnisse und Werte der Generation Z eingehen. Persönliche Betreuung, praxisnahe Ausbildung, flexible Arbeitsbedingungen und selbstbestimmtes Arbeiten machen diesen Fachbereich besonders attraktiv. Diese Vorteile ermöglichen eine Medizin, die den Ansprüchen der kommenden Ärztegeneration gerecht wird. Der Nachwuchs für unser Fach kann hier durch das Angebot von strukturierten Weiterbildungskonzepten, die eine attraktive Perspektive in O und U eröffnen, gewonnen werden.

Marvin Berger, Dresden (Medizinstudent, AG Berufspolitik YOUngsters), Lilly Albertsen,  Greifswald (Medizinstudentin, AG Berufspolitik YOUngsters), Moritz Lenz, Hamburg (Arzt in Weiterbildung, Ansprechpartner YOUngsters), Moritz Bäumken, Münster (Medizinstudent, Ansprechpartner YOUngsters)

Quellen:
Kassenärztliche Bundesvereinigung (2024), Zugriff am 20.07.2024. https://gesundheitsdaten.kbv.de/cms/html/16397.php
Hellmann, W. (2021). Chirurgie hat Zukunft: Innovative Aus- und Weiterbildung als Erfolgsfaktor. essentials. Springer Gabler Wiesbaden. https://doi.org/10.1007/978-3-658-33829-9
Hurrelmann, Klaus (2024). „Warum die Generation Z nicht um jeden Preis Karriere machen will.“ Interview mit Julia Beil, Handelsblatt. Zugriff am 17. Juli 2024. https://www.handelsblatt.com/karriere/generation-z-warum-die-gen-z-nicht-um-jeden-preis-karriere-machen-will/100033617.html
Schlottmann F, Drossard S, Dey Hazra M, Blank B, Herbolzheimer M, Mulorz J, et al. Challenges and options for advanced training in surgery: An interdisciplinary position paper against the background of the hospital structural reform in Germany. Chirurgie (Germany) 2024;95:539–45.
Entezami P, Franzblau LE, Chung KC. Mentorship in surgical training: a systematic review. Hand (N Y). 2012 Mar;7(1):30-6. doi: 10.1007/s11552-011-9379-8. Epub 2011 Nov 29. PMID: 23448749; PMCID: PMC3280364.