Der Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands (SpiFa) wendet sich in einem offenen Brief vom 11. Oktober 2026 an das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) und kritisiert dessen Studie „Hybrid-DRGs im Fokus” als wissenschaftlich unzureichend belegt.
Anlass ist die geplante Abschaffung der Hybrid-DRG-Fallpauschale durch die Regierungsfraktionen ab 2027/2028, die – so die Befürchtung des Verbands – die Übernachtung im Krankenhaus wirtschaftlich attraktiver mache und dadurch unnötige stationäre Behandlungen sowie Mehrkosten für die Beitragszahler auslösen könne.
In neun Punkten bemängelt der SpiFa unter anderem das fehlende Kontrollgruppendesign der Studie, mögliche Doppelzählungen bei EBM- und Hybrid-DRG-Abrechnungen, eine ungeprüfte Übertragung von Sachkosten sowie die mangelnde Unterscheidung zwischen besserer Dokumentation und tatsächlichen Behandlungszuwächsen.
Der Verband fordert das WIdO auf, die kritischen Fragen öffentlich zu beantworten, die Datenbereinigung nachvollziehbar darzustellen und die Ergebnisse unter alternativen Annahmen zu überprüfen.
Abschließend erklärt der SpiFa die Studie in ihrer veröffentlichten Form für keine belastbare Grundlage für die behaupteten reformbedingten Mehrkosten und erst recht nicht für die Abschaffung der einheitlichen Vergütung, da es um Beiträge, Versorgungskapazitäten und die Gesundheit der Patienten gehe.
Quelle: SpiFa







