Archiv für den Monat: September 2026

Jetzt BVOU-Mitglied werden – bis Ende 2026 beitragsfrei

Jetzt Mitglied werden und bis Jahresende beitragsfrei profitieren!

Wer sich ab sofort bis zum Jahresende dem Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (BVOU) anschließt, genießt alle Vorteile der Mitgliedschaft – und das komplett beitragsfrei bis zum 31. Dezember! Der Mitgliedsbeitrag wird erst ab dem kommenden Jahr fällig.

Nutzen Sie diese Gelegenheit, Teil des größten Netzwerks für Orthopädie und Unfallchirurgie zu werden, und profitieren Sie von exklusiven Services, Einkaufsvorteilen und einem umfassenden Berufsrechtsschutz ohne Zusatzkosten!

D.A.F. 2026 – Perspektive 3D-Diagnostik: Wir laden Sie ein

10. bis 12. September · Bonn

Diagnostische Klarheit beginnt dort, wo Ihre klinische Fragestellung entsteht – erleben Sie diese Realität live auf der 31. Jahrestagung der D.A.F.

Vom 10. bis 12. September zeigen wir Ihnen an Stand 3 gemeinsam mit unseren Anwendern, wie sich die tägliche Praxis durch strukturierte digitale Prozesse und moderne 3D-Diagnostik nachhaltig verändert – von der Indikation über die Aufnahme bis zur Befundung.

Was erwartet Sie während der Jahrestagung?

Am 10. September haben Sie zudem die Möglichkeit, unsere Workshops zur digitalen Volumentomographie zu besuchen. Zwischen 12.00 und 14.00 Uhr klären unsere Experten Ihre individuellen Fragen zu unserer Lösung.

Dr. med. Markus Preis
Fachkundeerwerb, Physik, Strahleschutzgesetz
und 2D/MRT/DVT mit 3D – was macht den Unterschied?

Dr. med. Guido Laps
Vom Röntgenbild zur dritten Dimension: Patientenerwartung und -kommunikation beim DVT des Vor-/Mittelfußes.

Dr. med. Tobias Gehlen
Rückfußinstabilitäten erkennen: Belastetes DVT zwischen Syndesmose, Subtalargelenk und 3D-Analyse.

Dipl.-Ing. Christian Stegmann
FAQs aus der SCS Akademie Applikationstraining am DVT und multiplanare Fallauswertung auf Basis der Falldatenbank

Zu den Lerninhalten zählen unter anderem ein Applikationstraining an der SCS Bildgebung sowie die gemeinsame Auswertung praxisnaher Fälle.

Sie möchten am Workshop teilnehmen?

Über den nachfolgenden Link können Sie sich Ihren Platz sichern: 

 

Das Praxisverwaltungssystem: Zugriffsrechte, Verträge und KI-Module im Herzstück Ihrer Praxis

In der ersten Ausgabe dieser Newsletter-Serie haben wir eine Patientin mit Verdacht auf Meniskusläsion durch die Praxis begleitet und dabei ihre Datenspur verfolgt. Heute halten wir an der Station, an der alle Wege zusammenlaufen: dem Praxisverwaltungssystem. Anamnese, Diagnosen, Befunde, Verordnungen, Arztbriefe, Abrechnung, alles liegt hier. Ob MEDISTAR, x.isynet, ORBIS, Medical Office oder tomedo: Kein anderes System Ihrer Praxis bündelt so viele Gesundheitsdaten. Und gerade weil es so selbstverständlich zum Alltag gehört, geraten die Grundregeln leicht aus dem Blick. Deshalb beginnt unser Rundgang nicht am Anfang der Datenspur, sondern in ihrer Mitte.

Was hier gilt

Die KBV-Zulassung Ihres Systems bestätigt, dass es Abrechnung und Telematikinfrastruktur beherrscht. Wie es in Ihrer Praxis betrieben wird, entscheiden Sie, und dafür tragen Sie auch die Verantwortung. Die DSGVO verlangt, dass Gesundheitsdaten nach dem Stand der Technik geschützt sind. Was das konkret heißt, beschreibt die IT-Sicherheitsrichtlinie der KBV für jede vertragsärztliche Praxis, von Updates bis zur Datensicherung. Hat der Hersteller Zugriff auf Ihre Patientendaten, etwa für Fernwartung oder Cloud-Betrieb, braucht es dafür einen Auftragsverarbeitungsvertrag. So weit der Rahmen. Im Alltag lässt er sich auf drei Punkte herunterbrechen. Dazu kommen zwei Anlässe, bei denen sich ein genauerer Blick lohnt.

Drei Punkte für den Alltag

  1. Eigene Logins, passende Rechte. Wer am Empfang arbeitet, braucht Termine und Stammdaten, nicht den OP-Bericht. Die Abrechnung braucht Ziffern und Diagnosen, nicht jeden Befund im Volltext. Das Prinzip ist einfach: Jede Person meldet sich mit eigenem Login an und sieht das, was sie für ihre Aufgabe benötigt. Gemeinsame Zugänge, bei denen sich das ganze Team unter einem Namen anmeldet, sollten Sie ablösen. Denn dann lässt sich nicht mehr nachvollziehen, wer wann welche Akte geöffnet hat. Genau diese Nachvollziehbarkeit erwartet die DSGVO, und sie schützt auch Ihr Team, falls es einmal Nachfragen gibt. Was Sie tun können: Lassen Sie sich von Ihrem Hersteller oder IT-Betreuer die Benutzerliste zeigen und legen Sie für jede Rolle fest, welche Rechte sie braucht. Bei einem kleinen Team ist das schnell erledigt.
  2. Zugänge beim Ausscheiden. Die KBV nennt vergessene Zugänge ehemaliger Beschäftigter als typische Schwachstelle in Praxen. Das passiert schnell: Der Vertrag endet, der Schlüssel wird abgegeben, das PVS-Login bleibt bestehen. Dazu kommen oft Zugänge zu Bildarchiv, Terminportal oder KIM-Postfach. Was Sie tun können: Führen Sie eine kurze Liste aller Systeme, in denen Ihr Team Zugänge hat, und haken Sie sie am letzten Arbeitstag ab, zusammen mit der Schlüsselrückgabe. Wechselt jemand intern die Aufgabe, sollten die Rechte entsprechend angepasst werden.
  3. Vertrag und Datensicherung. Prüfen Sie, ob der Auftragsverarbeitungsvertrag mit Ihrem PVS-Hersteller vorliegt und noch zu dem passt, was Sie heute nutzen. Läuft Ihr System inzwischen ganz oder teilweise in der Cloud, stellt sich die Frage aus der ersten Ausgabe neu: Wo liegen die Daten, und wer greift darauf zu? Für die Datensicherung genügt eine einfache Regel: regelmäßig und verschlüsselt sichern, eine Kopie außerhalb des Praxisnetzes aufbewahren und einmal im Jahr ausprobieren, ob sich die Sicherung tatsächlich zurückspielen lässt. Falls einmal etwas schiefgeht, ob durch einen Hardwaredefekt oder durch Schadsoftware, ist die Sicherung Ihr Weg zurück in den Normalbetrieb.

Zwei Anlässe für einen genaueren Blick

Wenn Sie das System wechseln. Rund ein Drittel der Praxen denkt laut Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung über einen PVS-Wechsel nach, viele zögern wegen der Datenübernahme. Wer wechselt, sollte zwei Punkte in den Vertrag schreiben. Die Übernahme muss vollständig sein und sich prüfen lassen, denn Behandlungsdokumentation ist mindestens zehn Jahre aufzubewahren und muss lesbar bleiben. Und hat der bisherige Anbieter Daten bei sich gespeichert, etwa in der Cloud oder in Support-Sicherungen, sollten diese nach der Übernahme gelöscht werden, mit schriftlicher Bestätigung. So bleiben nach dem Wechsel keine Datenbestände zurück, die niemand mehr im Blick hat.

Bevor Sie eine KI-Funktion einschalten. Die Hersteller beginnen, KI-Funktionen in ihre Systeme einzubauen: Arztbriefe aus Stichworten, Zusammenfassungen der Behandlungshistorie, Vorschläge für die Kodierung. Oft kommen sie mit einem Update und sind mit einem Klick aktiviert. Dieser Klick ist der richtige Moment für drei Fragen. Wohin fließen die Daten, deckt der Auftragsverarbeitungsvertrag das ab, und ist ausgeschlossen, dass der Anbieter mit Ihren Patientendaten trainiert? Ist die Funktion im Verarbeitungsverzeichnis erfasst und die Datenschutz-Folgenabschätzung erledigt, die bei KI auf Patientendaten meist nötig ist? Und hat Ihr Team die kurze Schulung erhalten, die der EU AI Act von jeder Praxis erwartet, die KI einsetzt? Für Hilfen beim Schreiben und Dokumentieren ist damit das Wesentliche getan. Anders liegt es, sobald eine Funktion Diagnose oder Therapie unterstützt: Dann gilt sie in der Regel als Medizinprodukt, und der AI Act zählt sie ab August 2028 zu den Hochrisiko-Systemen mit zusätzlichen Pflichten. Und in jedem Fall gilt: Was die KI vorschlägt, ob Arztbrief, Zusammenfassung oder Kodierung, ist ein Entwurf. Sie sollten ihn selbst prüfen und freigeben, bevor er in die Patientenakte übernommen wird, denn die Verantwortung für den Inhalt bleibt bei Ihnen.

Praxis-Check: drei Fragen für diese Woche

  1. Arbeitet jedes Teammitglied mit eigenem Login und nur mit den Rechten, die zur jeweiligen Rolle passen?
  2. Gibt es eine Liste aller Systeme mit Zugängen, die beim Ausscheiden abgehakt wird?
  3. Liegt der Auftragsverarbeitungsvertrag mit Ihrem PVS-Hersteller vor, und wann haben Sie zuletzt eine Sicherung zurückgespielt?

Damit unser Webinar am 14. Oktober genau Ihre Themen trifft, bitten wir Sie auch in dieser Ausgabe um zwei Minuten für drei kurze Fragen:

 

In der nächsten Ausgabe folgen wir der Datenspur weiter in die elektronische Patientenakte: Befüllpflicht, Widersprüche und was bei TI-Störungen zu tun ist.

Dieser Beitrag ist allgemeine Fachinformation und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.

Quelle: Dieter – Datenschutz

3D-Bildgebung in der eigenen Praxis: Die Zukunft der fachärztlichen Versorgung.

Eine Kooperation, die sich seit vielen Jahren bewährt: Der BVOU und die SCS GmbH setzen sich gemeinsam dafür ein, moderne 3D-Bildgebung strukturiert in die fachärztliche Versorgung zu integrieren. Dabei geht es längst nicht mehr nur um Technologie – sondern um die Frage, wie Diagnostik, Verantwortung und Therapie künftig in Bezug auf Veränderungen organisiert werden.

Die Geschäftsführer der SCS GmbH, Herr Dr. h. c. Markus Hoppe, und des BVOU, Herr Dr. med. Jörg Ansorg, sprechen über die Zukunft der orthopädisch-unfallchirurgischen Versorgung, die Rolle des Facharztes und darüber, warum integrierte Diagnostik ein entscheidender Faktor für eine schnellere, patientenzentrierte Medizin wird.

Wenn wir heute über die Zukunft der fachärztlichen Versorgung sprechen – geht es dabei noch um Technologie, oder längst um die Frage, wer sie verantwortet?

Jörg Ansorg: Die Technologie für eine moderne Versorgung ist vorhanden und wird ständig weiterentwickelt. Entscheidend ist, wer sie einsetzt und wie sie sinnvoll in die Versorgung integriert werden kann. Beispiel Diagnostik: Werden Unter-suchungen ausgelagert, bleiben Prozesse häufig fragmentiert – mit Zeitverlusten, zusätzlichen Schnittstellen und unnötigen Wegen für den Patienten. Übernimmt der Facharzt die Diagnostik unmittelbar am Ort der Behandlung, entsteht eine direktere, schnellere und präzisere Versorgung.

Markus Hoppe: Genau an diesem Punkt setzen wir mit SCS und X2C an. Technologie allein löst kein Versorgungsproblem. Ent-scheidend ist, wie sie eingesetzt wird und ob sie den Arzt dabei unterstützt, Prozesse effizienter zu gestalten.

Bedeutet das, dass wir nicht nur über bessere Bildgebung sprechen, sondern über eine strukturelle Veränderung der Praxis?

Jörg Ansorg: Absolut. Der Übergang von 2D- zur 3D-Diagnos-tik ist kein rein technisches Upgrade. Er verändert relevante Versorgungsprozesse. Diagnostik wird transformiert von der unmittelbaren Entscheidungsfindung in der Praxis hin zur in-dividuellen Therapieplanung. Bei vielen Indikationen, die früher eine externe Schnittbilddiagnostik mit CT erforderten, kann durch das DVT heute die Diagnostik verzögerungsfrei in der Praxis für Orthopädie und Unfallchirurgie durchgeführt werden.

Markus Hoppe: Viele Praxen stehen heute vor gleichen organisatorischen Herausforderungen, die Veränderungen bedeuten. Mit X2C bieten wir Lösungen:

Wie integriert man moderne Diagnostik sinnvoll? Wie werden Prozesse qualitätsgesichert automatisiert bzw. digitalisiert? Wie entlastet man Teams im Alltag? Genau deshalb verstehen wir X2C nicht als Produktansatz, sondern als strukturellen Entwicklungsprozess. Die Praxis entwickelt sich von einer fragmentierten Versorgungsstruktur hin zu einem integrierten System aus Diagnostik, Organisation, Kommunikation und Therapie.

Welche Rolle spielt dabei die Organisation der Praxis?

Jörg Ansorg: Eine zentrale. Die Qualität der Versorgung hängt beispielsweise nicht allein von der Bildgebung ab, sondern davon, wie Informationen verarbeitet, Entscheidungen getroffen und Abläufe organisiert werden. Moderne Versorgung bedeutet auch, Prozesse sinnvoll zu strukturieren und den Praxisalltag effizienter zu gestalten.

Markus Hoppe: Unsere Erfahrung zeigt, dass viele Praxen mit denselben Herausforderungen kämpfen: Zeitmangel, Personalknappheit und hohe organisatorische Belastung, lassen sich nicht im klassischen Beratungsumfeld lösen. Das Ziel ist klar:

Mehr Zeit für den Patienten, schnellere Entscheidungen und eine strukturierte Versorgung mit weniger Reibungsverlusten.

Wie verändert sich die ärztliche Sprechstunde in diesem Kontext?

Jörg Ansorg: Die Sprechstunde entwickelt sich zunehmend zu einem integrierten Prozess, bei dem Diagnostik, Dokumentation und Therapie unter aktiver Einbeziehung unserer Patienten zusammenlaufen. Digitalisierung kann dabei helfen, Abläufe nach-vollziehbarer und effizienter zu gestalten.

Markus Hoppe: Die Digitalisierung ermöglicht heute schon deutlich mehr Transparenz und Struktur. Durch Transkription, strukturierte Dokumentation und vernetzte Prozesse entsteht weniger personeller Aufwand und gleichzeitig mehr Nachvollziehbarkeit.

Wenn Diagnostik unmittelbar verfügbar ist, können Entscheidungen schneller getroffen und Therapien früher ein-geleitet werden. Dadurch verkürzen sich Wartezeiten erheblich – und Patienten finden schneller zurück in ihren Alltag und ihr Wohlergehen.

Viele Praxen berichten von Personalproblemen. Wie lässt sich das lösen?

Jörg Ansorg: Der Fachkräftemangel gehört aktuell zu den größten Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, verlässliche Strukturen zu schaffen, die Ärzte und Teams gleichermaßen entlasten. Effiziente Prozesse und der kontinuierliche Wille zur Verbesserung können dazu beitragen, Motivation und Identifikation unserer Kol-legen und Mitarbeiter zu erhöhen. Das gelingt, wenn das Team in Entscheidungen und Optimierungsprozesse einbezogen und der Einzelne wirksam entlastet wird. In diesem Sinne geht es nicht darum, Personal durch KI zu ersetzen, sondern resilienter zu machen und mehr Zeit für die Tätigkeit am Patienten zu gewinnen.

Markus Hoppe: Wir sehen die Lösung darin, Personalressourcen effizienter einzusetzen. Dazu gehören: strukturierte Prozesse, digitale Unterstützung, standardisierte Abläufe und eine klare Aufgabenverteilung.

Welche Rolle spielt die Sichtbarkeit der Praxis?

Jörg Ansorg: Sichtbarkeit wird zunehmend wichtiger. Patienten informieren sich intensiver und erwarten Transparenz und Orientierung. Plattformen wie das Gesundheitsportal „Orthinform“ helfen dabei, Patienten und spezialisierte Praxen gezielt zusammenzuführen. Die Kunst besteht heute nicht darin, das Warte-zimmer voll zu bekommen, sondern die richtigen Patienten an die Praxis zu binden. Und das am besten mit geringer Wartezeit.

Markus Hoppe: Sichtbarkeit entsteht heute als Ergebnis klarer Kommunikationsstrategien. Patienten möchten erkennen: Wer ist verantwortlich? Wo bekomme ich ein vollständige Leistungsbild? Wo werde ich effizient in der Therapie begleitet?

Was bedeutet das für den Patienten konkret?

Jörg Ansorg: Für Patienten bedeutet das vor allem Orientierung, kürzere Wege und eine unmittelbarere Versorgung. Diagnostik und Therapie können häufig an einem Ort und innerhalb eines deutlich kürzeren Zeitfensters erfolgen. Egal ob konservativ oder operativ: Der Patient ist dankbar und fühlt sich ernst genommen, wenn er effizient und ohne Umwege von seiner Ärztin oder seinem Arzt behandelt wird.

Markus Hoppe: Und genau darin liegt ein entscheidender Vor-teil moderner integrierter Bildgebung: Wartezeiten, zusätzliche Termine und unnötige Überweisungen können reduziert werden. Dadurch entsteht nicht nur eine höhere Effizienz, sondern auch ein besseres Gefühl von Sicherheit und Betreuung.

Der Wandel wird oft als Krise wahrgenommen. Wie sehen Sie das?

Jörg Ansorg: Ich sehe im Wandel zuallererst eine Chance. Jede Veränderung eröffnet die Möglichkeit, bestehende Strukturen weiterzuentwickeln und Versorgung neu zu denken.

Problematisch wird es allerdings, wenn man mit dem Wandel so lange wartet, bis die Krise längst da ist. Das zeigt sich beispielsweise an den aktuellen Sparplänen der Bundesregierung. Nachdem man einen Strukturwandel trotz des Wissens um Demografie, Überlastung der Sozialsysteme und ungedeckte Schecks viel zu lange hinausgeschoben hat, ist man nun aus-schließlich mit der Symptombehandlung im Krisenmodus beschäftigt. Pflasterkleben statt einer gut geplanten Operation.

Markus Hoppe: Die gesundheitspolitischen und wirtschaftlichen Veränderungen zeigen deutlich, dass neue Versorgungskonzepte notwendig werden. Wer jetzt aktiv handelt, schafft die Grund-lage für eine langfristig stabile, eigenständige und moderne Praxisstruktur.

Was bedeutet 3D-Bildgebung in der orthopädisch- unfallchirurgischen Praxis abschließend?

Jörg Ansorg: Die digitale 3D-Bildgebung bedeutet eine moder-ne, integrierte bildgebende Diagnostik in der eigenen Praxis und führt zu einer besseren Versorgung der Patienten vor Ort. Ohne Wartezeiten und Umwege.

Markus Hoppe: Und X2C sorgt dafür, dass diese Entwicklung strukturiert in der Praxis umgesetzt werden kann. Dadurch entsteht eine Versorgung, die schneller, transparenter und patientenzentrierter funktioniert – und gleich-zeitig die eigenständige fachärztliche Diagnostik stärkt.

Wie sehen Sie die diagnostische Zukunft der O&U?

Jörg Ansorg: Zukunft entsteht dort, wo Information, Ent-scheidung und Verantwortung zusammengeführt werden. Das wertet die Position der Fachärztin und des Facharztes für Orthopädie und Unfallchirurgie deutlich auf. Der Patient darf sich auf kürzere Wege und raschere Entscheidungen freuen und fühlt sich als ganzer Mensch wahrgenommen.

Markus Hoppe: Und genau dafür steht X2C: Die Praxis neu zu denken – und Veränderung in konkreten Fortschritt für Ärzte, Teams und Patienten zu übersetzen. Gemeinsam mit dem BVOU begleiten wir diesen Wandel aktiv und gestalten eine moderne, integrierte fachärztliche Versorgung.

In den vergangenen zehn Jahren haben wir gemeinsam mit unseren Anwendern gelernt, dass es nie ausschließlich um die Transformation von der 2D- zur 3D-Bildgebung ging. Die eigentliche Entwicklung begann meist erst danach.

Denn mit jeder Implementierung wurden auch strukturelle Fragen sichtbar: Prozesse, Organisation, Personal, Patienten-führung oder wirtschaftliche Herausforderungen innerhalb der Praxis. Genau diese wiederkehrenden Themen konnten wir über Jahre bündeln, analysieren und gemeinsam mit unseren Partnern in konkrete Lösungsmodelle überführen.

Deshalb steht das ‚X‘ in X2C heute auch sinnbildlich für den individuellen Veränderungs- oder Schmerzpunkt einer Praxis – also genau den Bereich, den wir gemeinsam verbessern möchten.

Welches ‚X‘ möchten wir gemeinsam verändern, um ein neues Ergebnis zu erzielen?

X2C verstehen wir deshalb nicht als abgeschlossenes Konzept, sondern als Beginn einer langfristigen Partnerschaft. Gemeinsam mit unseren Kollaborationspartnern und in enger Ko-operation mit dem BVOU entwickeln wir lösungsorientierte Ansätze, die Praxen dabei unterstützen, moderne Versorgung strukturiert, eigenständig und nachhaltig umzusetzen.

Junges Forum O&U: Bitte an Umfragen teilnehmen

Eure Stimme zählt! Mit eurer Teilnahme an den Umfragen des Jungen Forums O und U könnt ihr aktiv dazu beitragen, die Interessen von Studierenden sowie jungen Ärztinnen und Ärzten in der Orthopädie und Unfallchirurgie zu stärken.

Eure Erfahrungen und Einschätzungen sind der Schlüssel, um Schwachstellen zu erkennen, wichtige Themen voranzutreiben und die Bedingungen in unserem Fach nachhaltig zu verbessern.

Gemeinsam können wir Veränderungen bewirken und die Zukunft gestalten!

Macht mit und werdet Teil dieser positiven Entwicklung! Jede Meinung ist wertvoll – helft uns, gezielte Maßnahmen abzuleiten und die Orthopädie und Unfallchirurgie weiterzuentwickeln.

Herzlichen Dank für eure Unterstützung!

BVOU-Jahresbericht 2025/26 erschienen

Liebe Mitglieder unseres Berufsverbandes für Orthopädie und Unfallchirurgie,

das vergangene Jahr war geprägt von intensiven berufspolitischen Diskussionen, innovativen Projekten und einer starken Gemeinschaft, die sich den Herausforderungen des Gesundheitssystems entschlossen gestellt hat.

Mit einem klaren Fokus auf die Interessen unserer Mitglieder und die Zukunftsfähigkeit unseres Fachs hat der BVOU wichtige Akzente gesetzt – sowohl in der politischen Arbeit als auch in der Weiterentwicklung unserer Serviceangebote.

Deutschland verfügt über eines der kostenintensivsten Gesundheitssysteme weltweit. Gleichzeitig stehen wir vor der Realität begrenzter Ressourcen. Aktuelle Reformen und Sparmaßnahmen setzen sowohl die stationäre als auch die ambulante Versorgung erheblich unter Druck. Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (GKV-BSSG) gefährdet die wirtschaftliche Stabilität vieler Praxen, und weitere Klinikschließungen zeichnen sich ab.

Damit gerät auch die flächendeckende Versorgung unserer Patientinnen und Patienten mit muskuloskelettalen Erkrankungen zunehmend in Gefahr.

Der BVOU hat diese gesundheitspolitischen Entwicklungen kontinuierlich begleitet, kommentiert und gegenüber politischen Entscheidungsträgern adressiert – sowohl eigenständig als auch im Schulterschluss mit der Fachgesellschaft und dem Spitzenverband. Die bundesweite Posterprotestaktion unter dem Motto „Schreiben Sie Ihrem Abgeordneten!“ sei beispielhaft genannt.

Wir werden uns auch weiter mit Vehemenz und lauter Stimme dafür einsetzen, dass die Gesundheitsversorgung in der Bundesrepublik nicht durch kurzsichtige Sparmaßnahmen gefährdet wird.

Neben der berufspolitischen Arbeit bleibt ein zentraler Auftrag unseres Verbandes, konkrete Mehrwerte für unsere Mitglieder zu schaffen. Mit unserer neu gegründeten Einkaufsgemeinschaft haben wir insbesondere den ambulanten Sektor gezielt gestärkt. Sie ermöglicht den Zugang zu qualitativ hochwertigen Produkten und Dienstleistungen zu attraktiven Konditionen und trägt dazu bei, wirtschaftliche Belastungen zu reduzieren und Abläufe im Praxisalltag zu erleichtern.

Besonders erfreulich ist die weiterhin positive Entwicklung unserer Mitgliederzahlen. Mit über 7.500 Kolleginnen und Kollegen ist der BVOU nicht nur eine starke berufspolitische Stimme, sondern auch eine lebendige Gemeinschaft, die sich gegenseitig unterstützt und inspiriert. Jedes neue Mitglied stärkt unsere Position und ermöglicht es uns, noch effektiver für die Interessen unseres Fachs einzutreten. Die Stärke unseres Verbandes liegt auch in seiner Struktur.

An dieser Stelle möchten wir uns herzlich bei unseren Landesvorsitzenden und den vielen engagierten Mitgliedern in den Ländern bedanken.

Unsere Baumpflanzaktion, bei der für jedes neue Mitglied ein Baum in Deutschland gepflanzt wird, ist ein Symbol für Nachhaltigkeit und Wachstum – Werte, die uns als Verband besonders am Herzen liegen.

Dieses Jahr unterzeichnen die drei VizepräsidentInnen des Berufsverbands das Vorwort zu unserem Jahresbericht. Unser ehemaliger Präsident, Herr Dr. Burkhard Lembeck hatte sich unterjährig, aus persönlichen Gründen zum Rücktritt, entschlossen.

Diese Entscheidung gilt es mit Respekt zu akzeptieren. Es ist uns ein Anliegen, Burkhard Lembeck an dieser Stelle für seine hervorragende Arbeit und den großen Einsatz für unseren Berufsverband in den letzten Jahren zu danken. Auf unserer nächsten Mitgliederversammlung zum diesjährigen DKOU in Berlin werden wir das Präsidentenamt neu besetzen. Sie sind herzlich eingeladen und wir freuen uns auf Ihre rege Teilnahme.

Auch im kommenden Jahr werden wir vor großen Herausforderungen stehen. Mit klarer Positionierung, innovativen Projekten und einem starken Netzwerk werden wir die Interessen unseres Fachs weiterhin entschlossen vertreten, die Arbeitsbedingungen in Klinik und Praxis verbessern und den digitalen Wandel aktiv mitgestalten. In diesem Jahresbericht geben wir Ihnen einen Überblick über die Ereignisse des vergangenen Jahres und einen Ausblick auf die kommenden Monate. Wir laden Sie ein, mehr über unsere berufspolitischen Aktivitäten, unsere neuen Serviceangebote und die Menschen hinter dem Verband zu erfahren.

Ein herzlicher Dank gilt all unseren Mitgliedern und ehrenamtlich Engagierten, die mit ihrem unermüdlichen Einsatz den Erfolg unseres Verbandes ermöglichen. Gemeinsam gestalten wir die Zukunft unseres Fachs.

Univ.-Prof. Dr. habil. Tobias Renkawitz

Dr. Helmut Weinhart

Dr. Anna-Katharina Doepfer

Digitale Resilienz und Zivilschutz

8.-12. November 2026 –
Digitale Resilienz und Zivilschutz:
Eine Delegationsreise für Blaulichtorganisationen, öffentliche Entscheider, Unternehmer in Gesundheit, Pflege sowie Zivil- und Katastrophenschutz

Krisen, Katastrophen und komplexe Schadenslagen stellen Rettungsdienste, Feuerwehren, Kliniken, Krisenstäbe und öffentliche Verwaltungen vor ständig wachsende Herausforderungen. Israel gehört auf den Gebieten der Notfallmedizin, des Bevölkerungsschutzes, der resilienten Kommunikation und des technologiegestützten Krisenmanagements zu den international führenden Ländern. Viele der dort entwickelten Lösungen sind nicht nur innovativ, sondern unter realen Einsatzbedingungen erprobt.

Die D‑I‑W‑Delegationsreise „Resilienz & Innovationen Blaulicht“ bietet Führungskräften und Verantwortlichen aus dem deutschen Gesundheitswesen, den Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben sowie kommunalen Verwaltungen die Gelegenheit, diese Erfahrungen aus erster Hand kennenzulernen.

Vom 8. bis 12. November 2026 führt die Fachreise nach Tel Aviv, Jerusalem, Ramla und Sderot. Vorgesehen sind unter anderem Besuche bei:

der Stadtverwaltung Tel Aviv mit ihrer kommunalen Krisen- und Notfallsteuerung, dem Tel Aviv Sourasky Medical Center mit seiner geschützten unterirdischen Notfallinfrastruktur, der Israel Trauma Coalition und dem NATAL Trauma & Resilience Center,United Hatzalah mit seinem technologiegestützten First-Responder-Netzwerk, dem Resilience Accelerator und Human Resilience Living Lab in Sderot, Magen David Adom mit nationalem Dispositionszentrum, KI-gestützter Einsatzsteuerung und geschützter Blutbank, sowie dem Israel Center for Medical Simulation am Sheba Medical Center.

Im Mittelpunkt stehen einsatzerprobte Technologien und übertragbare Konzepte: redundante Kommunikations- und Warnsysteme, digitale Leitstellen, Telemedizin, mobile Diagnostik, KI-gestützte Einsatzsteuerung, Simulation und VR-Training, psychosoziale Resilienz, Schutz kritischer Infrastruktur sowie die Vorbereitung von Kliniken und Kommunen auf außergewöhnliche Einsatzlagen.

Die Reise ermöglicht einen unmittelbaren fachlichen Austausch mit israelischen Einsatzorganisationen, medizinischen Einrichtungen, Kommunen, Forschungseinrichtungen und Technologieunternehmen. Sie soll nicht nur Einblicke vermitteln, sondern konkrete Impulse für die Weiterentwicklung von Krisenvorsorge, Gefahrenabwehr und Notfallversorgung in Deutschland geben.

Wir laden Sie herzlich ein, an dieser besonderen Fachdelegation teilzunehmen und gemeinsam zu prüfen, welche israelischen Erfahrungen und Innovationen sich auf deutsche Strukturen übertragen lassen.

D‑I‑W‑Fachdelegation „Resilienz & Innovationen Blaulicht“ 08.–12. November 2026 Tel Aviv · Jerusalem · Ramla · Sderot

Weitere Informationen und Anmeldung:

info@d-i-w.de

www.d-i-w.de/delegationen