Archiv für den Monat: Juni 2026

Auch in diesem Jahr: Assistenzärztinnen und -ärzte kostenfrei zum DKOU

Berlin – Haben junge Medizinerinnen und Mediziner ihre Approbation in der Tasche, warten große Herausforderungen zum Karrierestart. Da heißt es plötzlich, den Stationsalltag mit der ganzen Verantwortung für die Patienten und der Administration im Krankenhaus zu meistern. Viele junge Ärztinnen und Ärzte planen bereits die nächsten Schritte und organisieren ihre Facharztweiterbildung – und das alles neben der starken Belastung als Berufsneuling. Hier können Berufsverbände und Fachgesellschaften wie BVOU und DGOU eine gute Unterstützung sein, denn sie helfen Assistenzärzten und -ärztinnen gezielt bei der Facharztweiterbildung und fördern sie mit speziellen Weiterbildungsprogrammen. Darüber hinaus bieten sie ein Netzwerk zum Austausch über berufliche und wissenschaftliche Themen. Damit Weiterbildungsassistentinnen und -assistenten das Fach O und U in seiner ganzen Breite kennenlernen und sich mit Gleichgesinnten treffen können, bieten der BVOU und die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (DGOU) auch 2026 kostenfreien Eintritt für Assistenzärzte und -ärztinnen. 

Freier DKOU-Eintritt bei Doppelmitgliedschaft

Weiterzubildende, die vor Kongressbeginn und bis 12. Oktober 2026 ihre Mitgliedschaft in beiden Gesellschaften vorweisen können, erhalten freien Eintritt zum DKOU.

Das Angebot gilt für Ärzte und Ärztinnen in Weiterbildung, die bislang weder Mitglied in der DGOU noch im BVOU sind. 

 

Für Doppelmitglieder: Anmeldung leicht gemacht

Weiterzubildende, die bereits in BVOU und DGOU Mitglied sind, gehen bei der Anmeldung wie folgt vor: Sie wählen bei den Teilnahmetypen „Gratis“ aus und tragen die entsprechenden Mitgliedsnummern (bzw. für DGOU, DGOOC, DGU das Geburtsdatum) in das zugehörige Feld und führen die Mitgliedsprüfung durch..

Im weiteren Prozess wählen diese auf der Seite „Weitere Informationen“ aus, dass sie Rookie-Mitglieder sind und laden Ihren Weiterbildungsnachweis hoch.

 

Fortschritt gemeinsam gestalten

In den letzten Jahren haben wir gelernt, dass das Altbewährte an Bedeutung verliert, und wir schneller auf Veränderungen reagieren müssen. Gesundheitspolitisch stehen wir vor erheblichen Veränderungen der Versorgungsstrukturen wie einer Zunahme der Ambulantisierung und der Krankenhausreform mit Konzentrierung einzelner Leistungen und Reduktion der Kliniken. Die Finanzierbarkeit unserer exzellenten Standards der elektiven und Notfallversorgung ist zunehmend gefährdet.

Wir leben in politisch schwierigen Zeiten. Mit militärischen Konflikten in unmittelbarer Nähe hat Daseinsvorsorge, wofür wir als Ärztinnen und Ärzte stehen, in den letzten Jahren eine ganz andere Bedeutung bekommen. In den Kliniken müssen wir Patientinnen und Patienten mit Kriegsverletzungen behandeln, was wir uns vor ein paar Jahren nicht vorstellen konnten – die erhoffte Erholung der Kliniken nach der Pandemie ist nicht eingetreten.

Auch wirtschaftspolitisch findet in der Welt eine Neuordnung statt – die traditionellen Positionierungen von Europa und den USA müssen neu überdacht und gestaltet werden. Es findet nicht nur z.B. im Bereich der Automobilwirtschaft, sondern auch in der Medizintechnik, der Bedeutung der Wissenschaft und ihrer Internationalität eine Neuausrichtung statt.

 

Perspektive SCS – „Die Wertigkeit der SCS Bildgebung in der orthopädischen Diagnostik bei Kindern und Jugendlichen“

Seit 2012 steht die SCS Bildgebung für den Einsatz in der orthopädischen und unfallchirurgischen Diagnostik zur Verfügung. Technologisch unterscheidet sie sich erheblich von der konventionellen CT Analyse. Mit einer Schichtdicke von 0,2 mm (CT typischerweise 1,0 mm) ist sie dabei unter den Aspekten der Strahlenhygiene maximiert[1-5]. Wir verfügen heute über Protokolle, die im Vergleich zum konventionellen CT (Hand-, Ellenbogen-, Knie- und Sprunggelenk) eine Reduktion der Strahlenbelastung von über 90 % und im Vergleich zu konventionellen Projektionsröntgenanalysen (Röntgenübersichtsaufnahmen) in 2 Ebenen die effektive Dosis um 31,6 % (Handgelenk), 23,3 % (Kniegelenk), 6,7 % (Sprunggelenk) und 33,3 % (Ellenbogen) reduzieren[6]. Daraus resultiert eine erstaunliche Verbesserung der Wertigkeit der DVT im diagnostischen Einsatz. Im Gegensatz zum konventionellen CT ist darüber hinaus eine funktionelle Analyse unter Belastung bei der Gelenkdiagnostik möglich.

Die SCS Bildgebung ist für die Extremitätendiagnostik spezialisiert und wird seit einigen Jahren im Zentrum für Sportorthopädie eingesetzt. Innerhalb einer Aufnahme drehen sich die Röntgenquelle und der hochauflösende Detektor in nur einem Umlauf von 210° in etwa 20 Sekunden um das zu untersuchende Volumen. Dabei werden mehrere Hundert Projektionen erzeugt, welche innerhalb einer computergestützten Rekonstruktion in multiplanare Schnittbilder und in eine 3D-Darstellung transformiert werden.

Im Dezember 2017 entschied sich Prof. Dr. med. Heinz Lohrer für die Implementierung des SCS MedSeries® H22, um eine präzise und individuelle Behandlung des Patienten sicherzustellen.

Einsatz der digitalen Volumentomographie bei Kindern und Jugendlichen in der täglichen Praxis

Aufgrund der überlagerungsfreien, multiplanaren Darstellung in 0,2 mm Schichten ist die diagnostische Wertigkeit der SCS MedSeries® erheblich größer als bei konventionellen Röntgenaufnahmen. Damit ergibt sich abhängig von der Indikation und konform dem Strahlenschutzgesetz die Notwendigkeit zum Einsatz des Systems auch als Primärdiagnostik. Dies gilt insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Diese haben, gerade aufgrund der noch offenen Epi- und Apophysenfugen ein spezifisches Verletzungs- und Schadensmuster, welches sich der Projektionsradiographie in nicht ausgeprägten Fällen häufig entzieht. Eine überlagerungsfreie Darstellung der knöchernen Strukturen ist deshalb bei der Diagnostik von Verletzungen und Schädigungen, sowie von dysplastischen Veränderungen nicht nur sinnvoll, sondern notwendig.

Die 3D-Darstellung ermöglicht darüber hinaus ein räumliches Verständnis der diagnostizierten Pathologie, was zur Operationsplanung von wesentlicher Bedeutung ist. Ein zusätzlicher Vorteil ist dadurch gegeben, dass das zu evaluierende Gelenk funktionell (zum Beispiel mit dem Körpergewicht) belastet werden kann.

Darüber hinaus eignet sich die SCS Bildgebung optimal für den Einsatz in der postoperativen Nachsorge, wenn Fragestellungen im Zusammenhang mit dem Operationsergebnis und mit der Heilung knöcherner Strukturen evaluiert werden müssen. Die Stabilität von Osteosynthesen und die postoperative Belastbarkeit von Frakturen im Verlauf können häufi g mittels 2-D Röntgen nicht ausreichend beurteilt werden, während das System eine Möglichkeit zur sicheren Evaluation der postoperativen knöchernen Durchbauung anhand artefaktarmer Schnittbilder bietet.

Im Folgenden wird ein Fallbeispiel aus der täglichen Praxis dargestellt, das beispielhaft die Wertigkeit des Systems in der täglichen sportorthopädischen Diagnostik bei Kindern und Jugendlichen darstellt.

Epiphysenverletzung der distalen Tibia

Die 11 Jahre alte Patientin und ihr Vater berichten, dass sie 2 Tage zuvor beim Fußballspielen auf Kunststoffboden mit dem rechten Fuß „umgeknickt“ sei. In der Anamnese keine Vorschäden. Wegen der starken Schmerzen erfolgte sofort eine Vorstellung in einer nahe gelegenen Klinik. Eine „Zerrung“ sei dort diagnostiziert worden. Keine weitere bildgebende Analyse. Nach wie vor könne die junge Patientin aber „nicht auftreten“.

Bei der klinischen Untersuchung 2 Tage nach der Verletzung wurde der rechte Fuß an 2 Unterarmgehstützen komplett entlastet. Im Seitenvergleich Schwellung der rechten oberen Sprunggelenkkontur anterolateral und inframalleolär. Wenig Hämatomverfärbung über der lateralen Calcaneusfläche. Schmerzbedingt reduzierte Beweglichkeit des oberen und unteren Sprunggelenkes.

Eine eindeutige ligamentäre Instabilität war bei schmerzbedingter Abwehrspannung nicht erkennbar. Druckdolenz über dem anterolateralen OSG Gelenkspalt. Ausgeprägter Druckschmerz über der Syndesmose. Druckschmerz distale Fibula in Höhe der Epiphyse.

Sonographisch fand sich zu diesem Zeitpunkt eine intraartikuläre Ergussbildung im rechten OSG. Keine Ruptur der lateralen OSG Kapselbandstrukturen (LFTA und LFC). Kein Erguss in der peronealen Sehnenscheide. Die vordere Syndesmose war unauffällig. Keine Neovessels in der Powerdoppler Analyse.

Wir haben sodann zur überlagerungsfreien, exakten Evaluation des rechten oberen Sprunggelenkes und der Fußwurzel eine Aufnahme mit der SCS Bildgebung im Stehen, in 0,2 mm Schichten und mit computergestützter, dreidimensionaler Rekonstruktion durchgeführt.

Diagnostik Rechtfertigende Indikation

Klinisch unklare Verletzung nach Supinationstrauma im lateralen Sprunggelenkbereich rechts vor 2 Tagen mit seither persistierender belastungsabhängiger Schmerzhaftigkeit und schmerzbedingter Entlastung des rechten Fußes.

Fragestellung

Osteochondrale Läsion? Fraktur? Tibiofi bulare Diastase als Hinweis für eine Syndesmosenverletzung?

Befund

Es zeigt sich eine Epiphysenverletzung der distalen ventralen Tibia, sowie ein metaphysärer Biegungskeil dorsal. Eine wesentliche Dislokation im Frakturbereich lag nicht vor. Die knöcherne Epiphyse war unverletzt. Der tibiofibulare Spalt (Syndesmose) war unauff ällig. Beim Befund aus der SCS MedSeries® wurde die Diagnose einer Aitken I bzw. Salter-Harris Typ 2 Fraktur der distalen Tibia gestellt. Es erfolgte eine knapp 4-wöchige Immobilisation und Entlastung, zunächst in einer Scotchcast Unterschenkelschiene und sodann in einem zirkulären Scotchcast Unterschenkelverband. Nach Abnahme des Scotchcast Unterschenkelverbandes und nochmaliger Kontrolle mittels SCS Bildgebung wurde das verletzte Sprunggelenk zu diesem Zeitpunkt mit einer Sprunggelenkorthese funktionell orthetisch stabilisiert und für 1,5 Wochen mit halbem Körpergewicht (20 kg) teilbelastet.

Kontrolle

Sodann Übergang zur Vollbelastung (ganzes Körpergewicht) und Reevaluation der Fraktur per SCS Bildgebung im Stehen, in 0,2 mm Schichten und dreidimensionaler Rekonstruktion.

Rechtfertigende Indikation

Aitken I bzw. Salter-Harris Typ 2 Fraktur der distalen Tibia rechts vor 7,5 Wochen. Verlaufskontrolle nach Erreichen der Vollbelastung.

Fragestellung

Knöcherne Durchbauung? Stellung der Fraktur?

Befund

Es zeigt sich eine unverändert gute Einstellung der Fraktur. Keine Verschiebung. Eine weitgehende knöcherne Heilung mit Kallusbildung und Durchbauung ist in den Frakturbereichen eindeutig erkennbar. Die Durchbauung ist aber noch nicht vollständig abgeschlossen.

Schlussfolgerung

Die beiden dargestellten Einzelfälle belegen, dass bei der Diagnostik muskuloskelettaler Pathologien im Kindes- und Jugendalter die SCS Bildgebung die Übersichtsradiographie zunehmend verdrängt. Ursache dafür ist ihre überlegene, multiplanare und hochauflösende Bildinformation.

Das dargestellte Beispiel belegt, dass die multiplanere Bildinformationen eine Entscheidung zur Teilbelastung besser als die Projektionsradiographie ermöglicht. Zudem ist die Strahlenbelastung im Vergleich zur Projektionsradiographie niedriger.

Quellen

[1]Koivisto, J., Kiljunen, T. Wolff, J. et al. (2013). Assessment of effective radiation dose of an extremity CBCT, MSCT and conventional X ray for knee area using MOSFET dosemeters. Radiation Protection Dosimetry, 157(4), 515–524.

[2]Koivisto, J., Kiljunen, T., Kadesjö, N. et al. (2015). Effective radiation dose of a MSCT, two CBCT and one conventional radiography device in the ankle region. J Foot Ankle Res, 8(8).

[3]Koivisto, J., van Eijnatten, M., Kiljunen, T. et al. (2018). Effective Radiation Dose in the Wrist Resulting from a Radiographic Device, Two CBCT Devices and One MSCT Device: A Comparative Study. Radiation Protection Dosimetry, 179(1), 58–68.

[4]Koivisto, J., van Eijnatten, M., Ludlow, J. et al. (2021). Comparative dosimetry of radiography device, MSCT device and two CBCT devices in the elbow region. J Appl Clin Med Phys.

[5]Neubauer J., Benndorf M., Reidelbach C. et al. (2016). Comparison of Diagnostic Accuracy of Radiation Dose-Equivalent Radiography, Multidetector Computed Tomography and Cone Beam Computed Tomography for Fractures of Adult Cadaveric Wrists. PLoS One,11(10).

[6]Koivisto, J.: SCS Bildgebung in der Orthopädie und Unfallchirurgie – Physikalische Betrachtung des Einsatzspektrums und der Strahlenhygiene, Spitzenforschung Orthopädie und Unfallchirurgie, Ausgabe 2021/2022 zum Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU).

ESN – Zentrum für Sportorthopädie
Prof. Dr. med. Heinz Lohrer

Borsigstraße 2
65205 Wiesbaden
www.medical-center-wiesbaden.de

Sie haben Fragen zur innovativen SCS Bildgebung?

Wir begleiten Sie von Anfang an und unterstützen Ihre Transformation von der 2D- auf die moderne 3D-Diagnostik. Ihnen steht jederzeit ein persönlicher Ansprechpartner für alle Fragen zum technischen, wirtschaftlichen und medizinischen Betrieb zur Verfügung. Lassen Sie sich in einem ersten, etwa 15-minütigen Telefonat beraten. Wir zeigen Ihnen die Möglichkeiten dieser hochmodernen Lösung auf.

 

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DMP chronischer Rückenschmerz – Aktualisierung beschlossen

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 18. Juni 2026 die Aktualisierung des Disease-Management-Programms (DMP) chronischer Rückenschmerz beschlossen. Die wesentlichen Änderungen möchten wir Ihnen nachfolgend vorstellen.

Zum Hintergrund:

Das DMP chronischer Rückenschmerz wurde 2019 erstmals erstellt. Bislang ist dieses DMP vertraglich nicht umgesetzt. Der G-BA aktualisiert die Inhalte der DMP unabhängig vom Umsetzungsstand in regelmäßigen Abständen, um die Anforderungen auf dem aktuellen Stand der medizinischen Wissenschaft zu halten. Das DMP chronischer Rückenschmerz wurde nun auf Basis internationaler Leitlinien überarbeitet.

Wesentliche Inhalte und Änderungen

Die zentrale Maßnahme im DMP chronischer Rückenschmerz ist nach wie vor die ambulante multimodale Patientenschulung, da sich diese neben den Empfehlungen zur körperlichen Aktivität als wirksamste Maßnahme bei chronischem Rückenschmerz erwiesen hat. Jede Patientin und jeder Patient soll Zugang zu einer solchen Schulung im Rahmen des DMP erhalten.

Um bürokratische Aufwände abzubauen, konnte die KBV nun erreichen, dass die DMP-Dokumentationsfelder „Blutdruck“ und „Raucherstatus“ in diesem DMP nicht mehr befüllt werden müssen. Beide Parameter werden für die Behandlung in dieser Indikation nicht benötigt. Sollte die Dokumentation dieser Parameter im Rahmen dieses DMP im Individualfall dennoch sinnvoll sein, ist dies für die Praxen optional möglich. Ferner wurde klargestellt, dass sich das DMP chronischer Rückenschmerz ausschließlich an Erwachsene richtet. Präzisierungen erfolgten leitlinienbasiert in den Kapiteln Diagnostik und Basismaßnahmen.

In der indikationsspezifischen Dokumentation ist nun vorgesehen, dass bei der Eingabe der Schmerzstärke und der Funktionsfähigkeit in den Praxisverwaltungssystemen automatisch das Ausmaß und die Relevanz der Veränderungen zu vorherigen Dokumentationen angezeigt werden. Diese direkte Rückmeldung ermöglicht den Praxen einen Überblick über den individuellen Krankheitsverlauf und das Therapieansprechen.

Muskelverletzungen differenziert einordnen

Aktuelles, kostenfreies Therapieschema zu Muskelverletzungen

Muskelverletzungen gehören zu den häufigsten Gründen für Trainingsausfälle und Wettkampfpausen. Ob im Fußball, in der Leichtathletik, beim Wintersport oder im Breitensport: Die Bandbreite reicht vom Muskelkater über Muskelzerrungen bis hin zu Muskelfaser- und Muskelbündelrissen. Gleichzeitig zeigt der Praxisalltag, dass Diagnostik, Prognoseabschätzung und Therapieplanung häufig komplexer sind, als es auf den ersten Blick erscheint.

Genau hier setzt das aktuelle Therapieschema Muskelverletzungen der Expertenrunde „Steinbach-Talk“ an. Es fasst die Erfahrungen führender Sportmediziner, Mannschaftsärzte und Physiotherapeuten zusammen und bietet eine strukturierte Orientierung für die tägliche Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Muskelverletzungen.

Warum die richtige Einordnung wichtig ist

Nicht jede Muskelverletzung verläuft gleich. Während Überlastungen wie die Delayed Onset Muscle Soreness (DOMS) meist innerhalb weniger Tage abklingen, können Muskelbündelrisse oder Verletzungen mit Beteiligung von Faszien oder intramuskulären Sehnen deutlich längere Ausfallzeiten nach sich ziehen. Entscheidend für Prognose und Therapie ist deshalb nicht allein die Größe der Läsion, sondern auch die Frage, welche Gewebestrukturen betroffen sind.

Das Therapieschema greift diese Unterschiede auf und unterstützt dabei, Muskelverletzungen differenzierter einzuordnen. Darüber hinaus enthält es praxisnahe Hinweise zur Prognoseabschätzung und Orientierungspunkte für die zu erwartende Behandlungsdauer.

Fünf Aspekte, die in der Praxis häufig entscheidend sind

Muskelverletzung ist nicht gleich Muskelverletzung. Das aktuelle Therapieschema hilft dabei, insbesondere folgende Fragen einzuordnen:

  1. Handelt es sich um eine funktionelle Störung oder eine strukturelle Verletzung?
  2. Welche Bedeutung haben Faszien und intramuskuläre Sehnen für die Prognose?
  3. Welche diagnostischen Verfahren sind in welcher Situation sinnvoll?
  4. Wie lassen sich Belastung und Rehabilitation steuern?
  5. Wann ist eine Rückkehr in Training und Wettkampf realistisch?

Diese Fragestellungen ziehen sich wie ein roter Faden durch das Therapieschema und werden anhand der Erfahrungen führender Sportmediziner und Mannschaftsärzte praxisnah eingeordnet.

Aktuelle Aspekte der Therapie

Auch therapeutische Fragestellungen werden im Therapieschema aufgegriffen. Die Autoren weisen darauf hin, dass Kortikoide bei Muskelverletzungen nicht eingesetzt werden sollten. Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) können zur kurzfristigen Symptomkontrolle beitragen, sollten jedoch nach Einschätzung der Experten nur vorübergehend verwendet werden. Hintergrund sind aktuelle Erkenntnisse zur Bedeutung der Entzündungsauflösung für Regenerationsprozesse in Muskulatur und Sehnen.

Darüber hinaus beschreibt das Therapieschema verschiedene ergänzende Behandlungsansätze und deren Einordnung in ein multimodales Therapiekonzept. Auch die Kombination medikamentöser und physiotherapeutischer Maßnahmen sowie Aspekte der funktionellen Rehabilitation werden berücksichtigt.

Prävention von Anfang an mitdenken

Neben Diagnostik und Therapie widmet sich das Therapieschema auch der Frage, wie Muskelverletzungen vermieden werden können. Die Autoren weisen unter anderem darauf hin, dass Infektionskrankheiten das Verletzungsrisiko erhöhen können und sportliche Belastungen deshalb erst nach vollständiger Genesung wieder aufgenommen werden sollten. Prävention beginnt damit nicht erst auf dem Trainingsplatz, sondern bereits bei der richtigen Einschätzung der Belastbarkeit.

Mehr als ein Therapieschema

Wer das Therapieschema über heelmed.de herunterlädt, erhält Zugang zu weiterführenden Fachinformationen rund um Muskelverletzungen. Besonders hilfreich sind kurze Videotutorials, in denen erfahrene Sportmediziner den Untersuchungsablauf Schritt für Schritt demonstrieren und verschiedene diagnostische sowie therapeutische Vorgehensweisen erläutern. So lassen sich die Inhalte des Therapieschemas direkt mit konkreten Beispielen aus dem sportmedizinischen Alltag verknüpfen. Darüber hinaus stehen Online CME-Kurse, Live-Webinare und weitere hilfreiche Praxismaterialien zur Verfügung.

 

 

 

 

Umfrage zu Nationalen Versorgungsleitlinien (NVL)

Die Nationalen Versorgungsleitlinien (NVL) unterstützen Ärztinnen, Ärzte und anderes medizinisches Fachpersonal dabei, Menschen mit chronischen Erkrankungen bestmöglich zu versorgen.

Um die Leitlinien künftig noch stärker an den Bedürfnissen von Anwenderinnen und Anwendern auszurichten, führt das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi) eine Zielgruppenbefragung durch:

 

Zeitgleich befragt das Zi auch Patientinnen und Patienten, um deren Erfahrungen und Anregungen in der Leitlinienarbeit besser berücksichtigen zu können: 

 

Flyer zum Download:

 

GKV-Spargesetz: Fleiß und Leistungsbereitschaft wird zum Risiko für Arztpraxen

Der Virchowbund warnt vor den zwangsläufig eintretenden Folgen der geplanten Sparmaßnahmen zulasten der ambulanten Versorgung (GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz). Nach Berechnungen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung drohen Ärztinnen und Ärzten im Schnitt Umsatzverluste von bis zu 50.000 Euro pro Jahr und Arzt. Praxen müssen jetzt reagieren: weniger Personal, weniger Sprechstunden, weniger Termine. Für Patientinnen und Patienten bedeutet das längere Wartezeiten.

„Dieses Sparpaket ist keine Reform. Es ist eine Abrissbirne für funktionierende ambulante Strukturen“, erklärt Dr. Dirk Heinrich, Bundesvorsitzender des Virchowbundes. „Wer den Praxen in dieser Größenordnung Mittel entzieht, darf nicht gleichzeitig mehr Ambulantisierung fordern oder so tun, als bliebe die Versorgung unverändert. Mittelkürzungen sind Leistungskürzungen.“

Praxen mit hoher Versorgungslast besonders gefährdet

Besonders hart treffen die Einschnitte größere fachärztliche Strukturen, Schwerpunktpraxen und Praxen mit hoher Mitversorgung des Umlands. Genau diese Praxen halten heute vielerorts die Versorgung aufrecht: mit offenen Sprechstunden, kurzfristigen Facharztterminen, Hausarztvermittlungsfällen, ambulanten Operationen, Palliativversorgung … Die absoluten Budgetdeckel bieten jedoch in Zukunft keinerlei Anreiz mehr, durch Fleiß und Leistungsbereitschaft mehr Patienten schneller zu versorgen.

„Die Bundesregierung trifft ausgerechnet diejenigen, die in den vergangenen Jahren zusätzliche Versorgung aufgebaut haben“, so Dr. Heinrich. Allein die HNO-Ärzte haben 12 % mehr an Patienten behandelt. „Wer mehr Patientinnen und Patienten behandelt, mehr Personal eingestellt und mehr Termine angeboten hat, wird jetzt bestraft. Das ist gesundheitspolitisch absurd und betriebswirtschaftlich zerstörerisch.“

Zehntausende Arbeitsplätze in Praxen sind gefährdet. Die Personalkosten sind traditionell der größte Kostenblock einer Arztpraxis. Umfragen zufolge denkt jeder zweite Praxisinhaber bereits daran, Personal abzubauen.

Die Folgen betreffen auch die hausärztlichen Praxen, die in einem Primärversorgungssystem in Zukunft mehr Patienten behandeln sollen. Das wird dann nicht mehr im nötigen Umfang möglich sein. Patienten werden in teurere oder privat finanzierte Versorgungsstrukturen ausweichen. „Dieses Spargesetz gefährdet im Kern also auch das geplante Primärversorgungssystem“, warnt Dr. Heinrich.

Gesetz befeuert Zwei-Klassen-Medizin

Wenn das gesetzliche System wohnortnahe ärztliche Versorgung nicht mehr verlässlich bereitstellen kann, entstehen neue Strukturen für diejenigen, die privat zahlen können. „Der Blick ins europäische Ausland zeigt, wohin das führt: Neben der staatlich organisierten Versorgung wächst ein Gesundheitsmarkt mit privaten Zusatzversicherungen und alternativen Zugängen. Das wäre der Startschuss für eine echte Zwei-Klassen-Medizin“, warnt Dr. Heinrich.

Die geplanten Kürzungen setzen nach Auffassung des Virchowbundes zudem die falschen Prioritäten. „Das Prinzip lautet offenbar: Wer am lautesten schreit, profitiert am meisten“, kritisiert Dr. Heinrich. Die Pharmaindustrie verursacht mit 58,5 Milliarden Euro höhere Gesamtausgaben als der ambulante Bereich. Zugleich beschäftigt der ambulante Bereich in Deutschland mit mehr als 500.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern fast fünfmal so viele Menschen wie die Pharmaindustrie.

Der Virchowbund fordert daher:

  • keine pauschalen Kürzungen zulasten der ambulanten Versorgung
  • Erhalt vollständig vergüteter zusätzlicher Termine und offener Sprechstunden
  • faire Refinanzierung steigender Personal-, Energie- und Betriebskosten
  • Schutz spezialisierter fachärztlicher Versorgungsstrukturen und ihrer Mitversorgungseffekte ins Umland
  • vollständige Finanzierung versicherungsfremder Leistungen aus Steuermitteln statt weiterer Belastung der GKV-Versicherten
  • eine echte Folgenabschätzung für Praxen, Personal und Patiententermine vor Inkrafttreten des Gesetzes 

Der Virchowbund

Operative Einkaufsgesellschaft: Wirtschaftlichkeit für Praxen stärken

Der BVOU hat eine neue Kooperation ins Leben gerufen. Ziel ist es, den Mitgliedern des BVOU sowie weiteren interessierten Ärztinnen und Ärzten Zugang zu attraktiven Sonder­konditionen für Implantate und Praxisbedarf zu ermöglichen.

Die neue Kooperation, die attraktive Sonderkonditionen für Implantate, und Praxisbedarf gewährt, ist vor dem Hintergrund der Hybrid-DRG-Vergütung von großer Bedeutung, da die pauschale Abrechnung ambulanter Operationen Praxen und MVZ vor die Herausforderung stellt, Sachkosten möglichst gering zu halten, um wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben. 

Vorteile der Kooperation

Zahlreiche Vorteile sind speziell auf die Bedürfnisse von Orthopädinnen und Orthopäden sowie Unfallchirurginnen und Unfallchirurgen zugeschnitten:

Attraktive Sonderkonditionen: BVOU-Mitglieder profitieren von verhandelten Rabatten bei einer Vielzahl von Herstellern.

Breites Produktsortiment: Über 3.000 Produkte, darunter Implantate, Verbrauchsmaterialien und Praxisbedarf stehen zur Verfügung.

Individuelle Warenkörbe: Die Zusammenarbeit ermöglicht es, den Warenkorb individuell auf die Bedürfnisse der Praxis bzw. des MVZ abzustimmen.

Einfache digitale Abwicklung: Registrierung, Vertragsunterzeichnung und Bestellungen erfolgen vollständig online.

Unabhängigkeit von der Hybrid-DRG-Abrechnung: Die Nutzung ist nicht an die Abrechnung von Hybrid-DRGs über das Sanakey-Portal gebunden.

Praxisbedarf kann auch dann bezogen werden, wenn die Praxis oder das MVZ nicht operativ tätig ist.

Mindestbestellwert 200€: Das ermöglicht Flexibilität; es wird kein großes Lager benötigt.

Start nach großer Marktanalyse

Die Rahmenbedingungen wurden nach einer ausführlichen Marktanalyse abgesteckt, die Konditionen für BVOU-Mitglieder verhandelt und das Gesamtprojekt gemeinsam mit BVOU-Partnern aufgesetzt. Die gesamte Abwicklung erfolgt digital, von der Vertragsunterzeichnung bis zur Bestellung über einen eigenen Webshop.

Die Produkte der meisten namhaften Implantathersteller sind über diese Kooperation buchbar. Mit weiteren Herstellern, die sich BVOU-Mitglieder im Zuge der Marktanalyse ergänzend gewünscht haben, werden aktuell Verhandlungen geführt, um auch deren Artikel möglichst rasch in das Portfolio aufzunehmen.

Für jede teilnehmende Praxis/MVZ wird beim Onboarding ein eigener Warenkorb definiert, der die Produkte aller Hersteller enthält, die später gebraucht und bestellt werden können. Jeder Kunde erhält seinen persönlichen Webshop, der genau die vereinbarte Ware enthält. Dieser kann jederzeit erweitert oder reduziert werden, sodass stets auf neue Herausforderungen und Bedürfnisse reagiert werden kann.

Warum ist diese Kooperation wichtig?

Die Einführung der Hybrid-DRG-Vergütung hat die wirtschaftliche Gesamtsituation für ambulante Operationen verändert. Da pauschal vergütet wird, unabhängig von den tatsächlichen Materialkosten, ist es für Praxen und MVZ entscheidend, die Sachkosten zu optimieren. Diese Zusammenarbeit versorgt Verbandsmitglieder mit dem Zugang zu hochwertigen Produkten zu günstigen Konditionen. Dabei ist die Nutzung nicht an die Abrechnung von Hybrid-DRGs gebunden, sodass auch Praxen und MVZ, die diese Abrechnungsform nicht einsetzen, von den Preisvorteilen profitieren können.

Die neue Kooperation ist eine hervorragende Möglichkeit, die Wirtschaftlichkeit der Praxen und MVZ zu stärken, die Sachkosten zu reduzieren sowie gleichzeitig aus einem breiten Produkt­sortiment und individueller Beratung Nutzen zu ziehen.

Schritt-für-Schritt anmelden!

Die Anmeldung erfolgt über das Sanakey-Portal und ist in wenigen Schritten erledigt:

 

Dr. Jörg Ansorg, BVOU-Geschäftsführer
Dr. Gerd Rauch, Landesvorsitzender BVOU-Hessen

Seminar: Stressfrakturen abklären und versorgen

Stressfrakturen sind mehr als reine Überlastungsschäden. Hinter solchen Frakturen können sich Störungen des Knochenstoffwechsels, Ernährungsdefizite, hormonelle Ursachen oder noch weitere Faktoren verbergen. Eine genaue Diagnose ist für die Behandlung und die langfristige Prognose entscheidend. Umso wichtiger ist eine strukturierte Abklärung: Welche Untersuchungen sind sinnvoll und wie gelingt eine nachhaltige Versorgung, um Rezidive zu vermeiden?
Genau hier setzt das Online-Seminar „Stressfrakturen vollständig abklären und langfristig versorgen“ an. Anhand praxisnaher Fallbeispiele zeigt Univ.-Prof. Dr. med. Uwe Maus, wie eine systematische Diagnostik, risikoorientierte Ursachenabklärung und fundierte Nachsorge in der klinischen Praxis umgesetzt werden können. Seien Sie live dabei und bringen Sie Ihre Fragen in die Diskussion ein!

Seminar: Stressfrakturen abklären und versorgen

Termin: 4. November 2026, 17 bis 18 Uhr (online; CME-Zertifizierung beantragt)
Referent:
Univ.-Prof. Dr. med. Uwe Maus, Lausitz
Moderator:
Prof. Dr. med. Christopher Niedhart, Heinsberg
Veranstalter:
med-kompakt, unterstützt von Alexion

 

Die Veranstaltung ist Teil der digitalen Fortbildungsserie „Facts4Fractures“, die in diesem Jahr von der DGE-Akademie („Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie, Hormone & Stoffwechsel“) zertifiziert wurde.

 

 

Die erfolgreiche Online-Seminarreihe wird auch 2027 fortgesetzt. Sie möchten kein Seminar verpassen? Dann lassen Sie sich doch unkompliziert und bequem per E-Mail erinnern: www.Facts4Fractures.de/info

 

Seminar verpasst? Kein Problem – Sie können alle Seminare jederzeit als Video-on-Demand online abrufen: www.Facts4Fractures.de
Die letzten Themen waren Das Diagnostik-1×1 für sekundäre Osteoporosen, Endoprothetische Versorgung sowie Bildgebende Verfahren bei Knochenstoffwechselerkrankungen

Nicht jede Stressfraktur ist eine Überlastungsfraktur

Stressfrakturen werden häufig als Folge einer erhöhten mechanischen Belastung betrachtet. Insbesondere bei wiederkehrenden Frakturen, atypischer Lokalisation, verzögerter Frakturheilung oder fehlenden offensichtlichen Risikofaktoren sollte jedoch auch an zugrunde liegende Stoffwechselerkrankungen gedacht werden.1

Eine wichtige, aber häufig übersehene Differenzialdiagnose ist die Hypophosphatasie (HPP). Bei dieser Systemerkrankung kommt es genetisch bedingt zu einer verminderten Aktivität der alkalischen Phosphatase (AP).2–4  Ein erniedrigter AP-Wert ist daher ein wichtiger diagnostischer Hinweis und lässt sich durch eine einfache Laboruntersuchung erfassen. Bei der Interpretation ist jedoch zu beachten, dass die AP-Referenzbereiche alters- und geschlechtsspezifisch sind. Ein Wert, der für Frauen normal ist, kann für Männer bereits zu gering sein.5,6

Untere Referenzwerte für Frauen und Männer6*

Klinisch kann sich die HPP durch Stressfrakturen, Frakturheilungsstörungen und Muskelschwäche äußern. Häufig treten zudem Knochen- und Gelenkschmerzen, Fatigue sowie Nierenfunktionsstörungen auf.7,8 In schweren Verläufen ist die Krankheitslast erheblich und kann bis zur Abhängigkeit von Gehhilfen oder einem Rollstuhl führen.9

Laborwerte im Kitteltaschenformat

Die Kitteltaschenkarte zur Labordiagnostik ist Ihr praktischer Begleiter bei der Abklärung von Stressfrakturen. Sie bietet aktuelle Referenzwerte des osteologischen Labors für Erwachsene – kompakt, übersichtlich und stets griffbereit. So können Sie wichtige Hinweise auf mögliche Ursachen wie Störungen des Knochenstoffwechsels oder Mangelzustände schnell erfassen.

Bei unklaren, rezidivierenden oder verzögert heilenden Stressfrakturen sollte auch an eine HPP gedacht werden. Der speziell für die Orthopädie entwickelte Diagnosealgorithmus unterstützt Sie bei der differenzialdiagnostischen Abklärung und gibt einen Überblick über typische Symptome. Sie können den Algorithmus

Das Verständnis der HPP entwickelt sich stetig weiter. Neue Erkenntnisse zeigen, dass die Erkrankung weit über den Knochenstoffwechsel hinausgeht und als systemische Erkrankung betrachtet werden sollte. Gleichzeitig eröffnen sich neue Perspektiven für Diagnostik, Patientenmanagement und Therapie. Unsere Sonderproduktion fasst aktuelle wissenschaftliche Entwicklungen und praxisrelevante Erkenntnisse kompakt für Sie zusammen.

Wann sollten atypische Frakturen, verzögerte Frakturheilung oder muskuloskelettale Beschwerden an eine Hypophosphatasie (HPP) denken lassen? In dieser Folge von „Let’s talk Osteo“ erläutert Dr. med. Ulla Stumpf, welche Warnsignale im unfallchirurgischen Alltag besonders relevant sind und wie eine frühzeitige Verdachtsdiagnose gelingen kann.

*Referenzwerte können je nach Labor variieren

Referenzen:

  1. May T et al., Stress Fractures. StatPearls Publishing, 2023.
  2. Beck C et al., Open Bone J. 2009; 1:8–15.
  3. Rockman-Greenberg C, Pediatr Endocrinol Rev. 2013; 10:380–388.
  4. Conti F et al., Clin Cases Miner and Bone Metab. 2017; 14(2):230–234.
  5. Ng E et al., Osteoporos Int. 2023; 34(2):327–337.
  6. Niederau CM et al., Klinikleitfaden Labordiagnostik. Elsevier GmbH, Urban & Fischer Verlag, 2021.
  7. Dahir KM et al., Orphanet J Rare Dis. 2022; 17(1):277.
  8. Seefried L et al., Calcif Tissue Int. 2025; 116(1):46.
  9. Dahir KM et al., Front Endocrinol. 2023; 14:1138599.

Ausdünnung der Versorgung in sozialen Brennpunkten und flächendeckende 4-Tage-Woche

Angesichts des GKV-Spargesetzes übt der Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbandes Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa), Dr. med. Dirk Heinrich, scharfe Kritik an der Bundesregierung. Neben dem flächendeckenden Verlust von Arbeitsplätzen in den Facharztpraxen warnt er vor einem Wegbrechen der fachärztlichen Versorgung insbesondere in sozialen Brennpunkten.

„Angesichts des GKV-Spargesetzes der Bundesregierung müssen sich die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes ab 2027 darauf einstellen, nicht mehr jeden Tag in der Woche zum Facharzt gehen zu können. Die 4-Tage-Woche wird in Facharztpraxen die Regel sein.

Bei rund 20-30 % Umsatzverlust durch das Gesetz sind diese Veränderungen unausweichlich. Nur so lassen sich Kosten einsparen und Umsatzverluste etwas abmildern. Mindestens einen Tag in der Woche werden sich Facharztpraxen anderen Einnahmequellen zuwenden müssen.

An diesem Tag werden Gutachten, zusätzliche Privatpatienten und Selbstzahler, Verkehrsmedizin und andere Tätigkeiten notwendigerweise vermehrt gemacht werden müssen. Nur so kann das Überleben der meisten Facharztpraxen gesichert werden. Dies wird in sozialen Brennpunkten allerdings infolge fehlender Kaufkraft nicht möglich sein, so dass dort Praxen vermehrt aufgegeben werden müssen.

Sparen bleibt nicht ohne Folgen. Diese Binsenweisheit ist vielen Bürgerinnen und Bürgern klar, nur unserer Bundesregierung offensichtlich nicht.

Die Sparpolitik wird auch Auswirkung auf die Beschäftigung in Arztpraxen haben. Die Arztpraxen in Deutschland beschäftigen 750.000 Mitarbeiter, zum Vergleich, die Pharmaindustrie etwa 130.000. Die Pharmaindustrie wird, nach massiven Drohungen mit Arbeitsplatzabbau und Abwanderung, geschont. Ob ungleich mehr medizinische Fachangestellte, zu 98 % Frauen, in Arztpraxen arbeitslos werden, scheint der Bundesregierung hingegen nicht wichtig zu sein.

Wir fordern die Bundestagsabgeordneten auf, sich die Sparpläne noch einmal sehr gut anzuschauen, begrüßen daher auch die Verschiebung der Befassung im Bundestag und hoffen, dass wichtige Regelungen zur schnelleren Versorgung von Patientinnen und Patienten und zum Erhalt von Facharztpraxis in sozialen Brennpunkten erhalten bleiben.“

Quelle: SpiFa

Am 01.07.2026 startet das zweite Rollout-Cluster von GLA:D®

Für die Bundesländer Berlin, Brandenburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern beginnt zeitnah offiziell die nächste Phase der Implementierung. Somit wird weiteren Arthrosepatientinnen und Patienten eine hochwertige, evidenzbasierte Versorgung ermöglicht.

Wichtiger Hinweis zu Einzelfallanträgen außerhalb der Rollout-Cluster

Immer wieder erreichen uns Anfragen zur Teilnahme von Patientinnen und Patienten, die bei einer teilnehmenden Krankenkasse versichert sind, jedoch teilnehmende Leistungserbringer in einem Bundesland haben, das noch nicht Teil des aktuellen GLA:D® Deutschland Rollout-Clusters ist.

Bitte beachten Sie, dass für die Teilnahme am GLA:D® Deutschland Programm nicht der Wohnsitz der Patientin oder des Patienten ausschlaggebend ist, sondern der Standort des Leistungserbringers.

Maßgeblich ist, dass die behandelnde Physiotherapiepraxis bzw. die verordnende Ärztin oder der verordnende Arzt in einem Bundesland tätig ist, das sich bereits im aktiven Rollout-Cluster befindet.

Derzeit können für diese Versicherten keine Einzelfallanträge geprüft oder genehmigt werden können. Die teilnehmenden Krankenkassen haben ihre Beteiligung an GLA:D® Deutschland bereits im Rahmen des abgestimmten Rollout-Plans bestätigt. Die Versorgung erfolgt daher ausschließlich entsprechend der vorgesehenen zeitlichen und regionalen Einführung in den jeweiligen Bundesländern.

Eine vorgezogene Teilnahme außerhalb des für das betreffende Bundesland festgelegten Rollout-Zeitpunkts ist aktuell nicht möglich.

Sobald ein Bundesland in den aktiven Rollout übergeht, können Versicherte der teilnehmenden Krankenkassen gemäß den geltenden Teilnahmebedingungen in das Programm aufgenommen werden.

GLA:D® Rolloutplan

Cluster 1 – Start 01.01.2026: Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen, Bremen und Hamburg

Cluster 2 – Start 01.07.2026: Berlin, Brandenburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern

Cluster 3 – Start 01.01.2027: Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen

Cluster 4 – Start 01.07.2027: Hessen, Saarland, Rheinland-Pfalz

Das Programm wird durch alle teilnehmenden Krankenkassen bundesweit ausgeweitet – nicht nur durch eine einzelne Kasse.

Eine aktuelle Übersicht der beteiligten Krankenkassen finden Sie hier:

 

Kostenlose GLA:D® Webinare für Arztpraxen

Sie möchten mehr über GLA:D® Deutschland erfahren oder haben noch Fragen zum Programm? Dann nutzen Sie unsere kostenlosen Informationswebinare!

Im jederzeit verfügbaren Online-Webinar auf unserer Homepage erhalten Sie einen kompakten Überblick über das evidenzbasierte GLA:D® Deutschland Programm, den bundesweiten Rollout sowie die Voraussetzungen für eine Teilnahme als Praxis.

Die Teilnahme ist kostenfrei und richtet sich an interessierte oder bereits teilnehmende Arztpraxen, die GLA:D® Deutschland kennenlernen oder in ihrer Praxis bereits umsetzen und ihr Wissen zu Abläufen auffrischen möchten.

Weitere Infos sowie Schulungstermine auch außerhalb von Essen finden Sie auf der Homepage unter https://glad-deutschland.de/fuer-aerzte/.