Alle Beiträge von Lasse Walter

Digitale Endoprothetik und Fast-Track

Fast Track ist in der Endoprothetik an vielen Zentren mittlerweile zum Standard geworden. Seit Einführung des Behandlungskonzeptes, das gezielt auf die Minimierung von perioperativem Stress, schneller Mobilisierung und zeitnaher Wiederherstellung der vollen Funktionalität abzielt, hat sich dem Grunde nach nicht viel geändert.

Das Fast-Track-Konzept ist weiterhin analog: die Patienten werden vor der Operation vor Ort geschult, während der Operation werden minimalinvasive Techniken und lokale Infiltrationen angewendet, und postoperativ wird großer Wert auf die ambulante oder stationäre Rehabilitation gelegt. Der Fokus vieler Konzepte zielt dabei primär auf die stationäre Verweildauer ab. Gleichzeitig befinden wir uns im digitalen Wandel des Gesundheitssystems. An vielen Kliniken sind digitale Patientenakten sowie navigations- oder robotergestützte Assistenzsysteme in der Chirurgie bereits Standard. Auch in den perioperativen Abläufen für das Fast Track Konzept hat die digitale Welt noch viel mehr zu bieten, um die Behandlung der Patienten weiter zu verbessern und effizienter zu gestalten.

Telerehabilitation und Bewegungsanalyse für den beschleunigten Genesungsprozess

Das Potential der Fast-Track Telerehabilitation für die Endoprothetik wurde beispielhaft mit dem „Virtual Exercise Rehabilitation Assistant“ (VERA) des Unternehmens Reflexion Health aus San Diego/USA wissenschaftlich untersucht.1, 2 Die Firma nutzte dabei das ursprünglich für die Videospielkonsolen Xbox entwickelte „Kinect System“ von Microsoft zur Echtzeit-Erkennung von Körperhaltung und -bewegung. Auf Basis dieser Technologie können Bewegungen und Bewegungsmuster in einer virtuellen Umgebung analysiert und dem Patienten auf einem Bildschirm im heimischen Wohnzimmer angezeigt werden. Patienten erhielten in einer frühen, postoperativen Phase nach künstlichem Knieersatz ein therapeutisch freigegebenes, virtuelles Physiotherapieprogramm zur täglichen Durchführung vor dem System. Die Bewegungsdurchführung und der Trainingsablauf wurde dabei vom Kinect System live kontrolliert (Abb. 1, Abb. 2).

In einer prospektiv, randomisiert-kontrollierten Studie mit evidenzbasierter Analyse war die patientenzentrierte Knierehabilitation bei 143 Patienten in der virtuellen Physiotherapiegruppe mindestens genauso erfolgreich wie mit klassischer Physiotherapie – verbunden mit einer deutlichen Kostenersparnis. Fortschritte bei diesem sogenannte „motion capture“ Verfahren haben in den letzten Jahren einen beeindruckenden Verlauf genommen. Anfänglich mussten noch aufwändig reflektierende Markerkugeln am gesamten Patienten fixiert werden, um über Kamerasysteme Bewegungsmuster zur Datenverarbeitung in einen Computer einzuspielen. Diese Methoden wurden in den letzten Jahren erheblich vereinfacht, so dass aktuell nur aufgrund von Videos, erstellt durch ein Kamerasystem oder auch nur dem persönlichen Smartphone, Bewegungsanalysen durchgeführt werden können (Abb. 3). Somit können postoperative Fortschritte in der Rehabilitation auch aus der Ferne durch den behandelnden Arzt oder Physiotherapeut beobachtet werden, das Therapieprogramm lässt sich so anpassen und der Rehabilitationsprozess individualisiert steuern.2 Digitalisierte telemedizinische Betreuung wird zukünftig gerade im Rahmen von Fast-Track und ambulantisierten Konzepten in Deutschland deshalb an Bedeutung gewinnen.3–5 Schon heute nehmen nach endoprothetischem Gelenkersatz tagesstationäre und ambulante Nachbehandlungskonzepte stetig zu, der Kostendruck im Gesundheitswesen wird auch die Rehabilitationsmedizin weiter herausfordern. Autoren von wissenschaftlichen Arbeiten im Bereich der Telerehabilitation berichten in diesem Kontext auch über Nebeneffekte, wie beispielsweise eine verringerte Anzahl von ungeplanten Wiedervorstellungen oder gar Rehospitalisierungen durch eine engmaschige telemedizinische Betreuung.1, 6, 7 Studienteilnehmer in den USA empfanden dabei den Verzicht auf Fahrten zu Therapieterminen, eine flexiblere Zeiteinteilung und das „beruhigende Gefühl“, auch zu Hause gut betreut zu sein als hilfreich. Weiterentwicklungen in diesem Bereich werden zukünftig mitdenkende Systeme sein, die mit Hilfe der vielzitierten künstlichen Intelligenz (KI) Übungsprogramme autonom in Abstimmung mit den analysierten Bewegungsmuster und den Fortschritten im Rehabilitationsverlauf personalisieren und an den individuellen Fortschritt anpassen. Die Integration von Wearables mit Vernetzung von telerehabilitativen Bewegungsdaten mit Vitaldaten wie Herzfrequenz oder Schlafmuster könnte zudem zukünftig die Betreuung der Patienten zusätzlich verbessern und so frühzeitig auch erste Hinweise auf mögliche unerwünschte Ereignisse im prä- und poststationären Verlauf liefern.8, 9

Intelligente Implantate mit integrierter Sensorik für personalisiertes Feedback

Durch die zunehmende Digitalisierung in der Endoprothetik erleben mittlerweile auch sensorische Implantate eine Renaissance. Schon Ende der 80er Jahre wurden miniaturisierte Telemetriesender mit wenigen Messkanälen für einen Hüftendoprothese von Georg Bergmann und Kollegen in Berlin entwickelt und bei mehreren Patienten eingesetzt. Neue Forschungsansätze gehen nun einige Schritte weiter und wollen nicht nur Größe und Richtung der im Gelenk wirkenden Kraft messen, sondern auch prädiktive Anzeige dafür liefern, ob ein Implantat festsitzt oder gelockert ist. Schon vor einigen Jahren erhielt der US-amerikanische Endoprothesenhersteller Zimmer Biomet für eine „smarte“ Knieprothese mit integrierter Sensortechnologie die erste so genannte De-Novo-Zulassung, d. h. eine Zulassung eines Produkts, für das es kein vergleichbares Vorgängerprodukt gibt. Das System ist in Europa (noch) nicht verfügbar, aktuell werden durch das instrumentierte Implantatsystem kinematische Mobilitätsdaten (z. B. Bewegungsumfang, Schrittlänge, Gehgeschwindigkeit, Schrittfrequenz, Distanz uvm.) aus dem künstlichen Patientenknie gesammelt und an eine cloudbasierte Plattform übermittelt, die den Datenschutzregularien nach US-amerikanischen Gesetz untersteht und dort vom Patienten und medizinischem Fachpersonal abgerufen werden können. In den Anwendungsländern fließen diese Echtzeitdaten bereits heute in die Rehabilitationsplanung ein und erlauben so ein höheres Maß an Individualisierung und personalisierter Nachbehandlung. Patienten sollen anhand dieser Daten zukünftig im Rahmen von „maßgeschneiderten“ (tailored) Fast-track Konzepten im Gegensatz zu den noch heute gängigen „Standard Fast-track Konzepten“ (one-sizefits-all) präziser und mit größerer Effizienz gesteuert werden. Trotz dieser verheißungsvollen Zukunftsperspektive sind, mit Fokus auf Patientensicherheit, aus Sicht der Autoren aber zwei Spannungsfelder in der Entwicklung smarter Implantate bislang noch nicht durchgängig gelöst: zum einen müssen während der mittlerweile sehr hohen Lebensdauer, z. B. eines künstlichen
Hüftschaftes, die eingebauten Messsensoren kontinuierlich mit ausreichender Spannung versorgt werden. Bei diesem als „Energy Harvesting“ beschriebenen Vorgang gibt es erfolgversprechende Ansätze mit Piezo Elementen, um mechanische Energie, die beim Laufen oder Gehen entsteht, in elektrische Spannung umzuwandeln. Gleichzeitig darf, trotz Integration von Piezo-Keramik, Sensorik und Elektronik die Primärstabilität, Haltbarkeit und das ossäre Adaptationsverhalten der digitalisierten Prothesensysteme nicht gefährdet werden. Aus Alltagsbewegungen und -belastungen gewonnene Daten könnten zudem zukünftig zu einer Art „Rückkopplungsschleife“ für digitalisierte Operationstechniken mithilfe von Navigation, Robotik und Co. werden. Als „lernende Systeme“ bieten computerassistierte Operationsverfahren die einzigartige Perspektive,
sich mit Datenanalysen aus smarten Implantaten zu vernetzen, und so die Anzahl von Revisionsoperationen aufgrund ungünstiger Operationstechniken und mangelhafter Ausrichtung von Prothesenkomponenten zu reduzieren.10

Vernetzte Patientenbetreuung durch Smartwatches und Apps – Die digitale Schnittstelle zum Patienten

Patienten und Behandler können insbesondere in der Fast-Track- Endoprothetik und ambulantisierten Versorgungskonzepten mit geringer postoperativ-stationärer Verweildauer über digitale Plattformen, Smartphones, Smartwatches und entsprechende Apps vernetzt bleiben.

Ein Beispiel hierfür ist die Plattform mymobility® (Zimmer Biomet). Das System nutzt iPhone und Apple Watch, um Patientendaten kontinuierlich zu erfassen und diese dem behandelnden Team in der Cloud zur Verfügung zu stellen.11–13 Die Anwendung stellt präoperativ z. B. Informationsmaterial zur Vorbereitung, Übungsanleitungen und Checklisten für den Klinikaufenthalt bereit. Postoperativ erinnert sie an die Einnahme von Medikamenten und notwendige Trainings und ermöglicht die Dokumentation von Schmerzintensität und funktionellem Status.12

Patienten müssen sich bei Nutzung allerdings über eine durchgängige Datenerhebung und Rückkopplung bewusst sein: So zeichnet das Smartphone und die Uhr beispielsweise Schrittzahlen, Gehgeschwindigkeit und Ruhe- und Belastungspulse auf. Die mymobility-App führt diese Informationen mit patientenseitig eingegebenen Messwerten und Fragebögen zusammen und führt einen statistischen Vergleich der Patientendaten mit einer Referenzgruppe durch. Durch dieses Monitoring soll sich die zeitgemäße Rekonvaleszenz und mögliche Komplikationen im Verlauf früher erkennen lassen.13

Die Plattform wurde in einer prospektiven randomisiertkontrollierten, multizentrischen Studie mit insgesamt 452 Patienten nach Knie TEP (244 in der Kontrollgruppe, 208 in der Interventionsgruppe) untersucht.12 Dabei erreichten Patienten nach Nutzung der digitalen Plattform vergleichbare klinische Ergebnisse wie die Patientengruppe mit traditioneller Physiotherapie. Die Rate an stationären Notaufnahmen, die im ambulantisierten Endoprothese Konzept der USA nicht ungewöhnlich ist, wurde dabei verringert (2,5 % vs. 8,2 %).

Wearables für die Orthopädie – Potenziale der Apple Watch

Unter den Herstellern von Wearables hat sich besonders das US-amerikanische Technologieunternehmen Apple mit seiner Apple Watch etablieren können. Bereits viele Patienten können so präoperativ kontinuierlich Aktivitätsdaten aufzeichnen.14, 15

Neben Schritten, Herzfrequenz und Kalorienverbrauch können neuere Modelle anhand integrierter Algorithmen auch Gangparameter wie die Schrittlänge, die Gangasymmetrie oder die Geschwindigkeit beim Treppensteigen erfassen.16 Anhand dieser Daten lässt sich auch postoperativ beobachten, wie schnell der Patient sein vorheriges Niveau wieder erreicht bzw. übertrifft. Trotz großer Fortschritte in den technischen Möglichkeiten und der Erfassungsbreite der Sensorik der Wearables ist die Frage nach der klinischen Relevanz dieser Daten für die Orthopädie bislang noch ungeklärt. Im Rahmen einer wissenschaftlichen Kooperation zwischen dem US-amerikanischen Unternehmen Apple und der Klinik für Orthopädie der Universität Regensburg/Bad Abbach gehen wir dieser Frage derzeit nach. Spezielle Patientendaten werden dabei durch eine Apple Watch perioperativ in der Fast Track Hüft- und Knieendoprothetik erfasst um beispielsweise prä- und postoperativ Bewegungsmuster sowie andere Sensor Parameter mit der patientenindividuellklinischen Situation abzugleichen (Abb. 4). Bei der in Deutschland nach unserer Kenntnis ersten Kooperation zwischen Apple und einer universitär-orthopädischen Einrichtung nimmt Apple keinen Einfluss auf die wissenschaftliche Planung oder Datenauswertung. Durch den persönlichen Austausch von Mitgliedern unserer Arbeitsgruppe im Hauptquartier von Apple in Cupertino hatten wir die Gelegenheit, das Gesundheitsökosystem von Apple in Kalifornien kennenzulernen. In Erinnerung blieb dabei unter anderem auch, neben der wissenschaftlichen Diskussion, die Vision des dortigen Teams, zukünftig auch eine stärkere Verbindung zu muskuloskelettale Fragestellungen zu finden.

Patientenapps in der Fast Track Endoprothetik – Masse oder Klasse?

Inzwischen existieren eine ganze Reihe von Smartphone- Applikationen (Apps) zur Vorbereitung und Nachsorge für die Endoprothetik.

Ein aktueller systematischer Review identifizierte insgesamt 15 kostenlose Apps, die sich speziell an Patienten mit Hüft- oder Kniegelenksersatz richten.17 Die Autoren nutzten hierfür die sogenannte Mobile App Rating Scale (MARS), um Aspekte wie Bedienbarkeit, Ästhetik und Informationsgehalt zu bewerten. Dabei zeigte sich eine erhebliche Spannbreite hinsichtlich Qualität und Aussagekraft der Anwendungen. Während ausgewählte Apps umfangreiche Inhalte und ansprechende Nutzeroberflächen bieten, bemängeln die Autoren der Arbeit wissenschaftliche Fundierung und Interaktivität beim Großteil der Anwendungen.

Ziel der meisten Apps ist es, Patienten besser über ihren Eingriff und die anschließende Therapie zu informieren. So werden etwa präoperative Checklisten, interaktive Übungsvideos oder digitale Schmerztagebücher angeboten. Einige Apps, beispielsweise My Knee Guide (Empire Digital LLC, iOS) legen den Fokus auf Informationsmodule zum Operationsablauf und integrieren Kontaktadressen (nur für den US-Markt) für Krankenhäuser, Physiotherapeuten und Sanitätshäuser. Andere – wie beispielsweise myHip&Knee (Seamless Mobile Health Inc., iOS und Android) – lassen den Abruf von Trainingsplänen zu und bieten die Option im Austausch mit den Behandlern, persönliche Fortschritte zu dokumentieren und so den Genesungsverlauf aktiv mitzugestalten. Plattformen wie die Patient Journey App (Interactive Studios, iOS und Android) versuchen eine durchgängige Begleitung von der Indikationsstellung bis in die poststationäre Phase zu bieten. Hierzu lassen sich Informationen, Bilder, Videos sowie Push-Nachrichten und Fragebögen einspielen (Abb. 5).18

Mit Hospital Fit (Maastricht Instruments, iOS und Android) steht ein System zur Verfügung, das beispielhaft auch Daten von auf der Körperoberfläche angebrachten, einfachen Sensoren integriert und so ein direktes Feedback zum Bewegungsverhalten liefert.19

Wie Benignus und Kollegen in ihrem Beitrag hervorheben,3 kann der Einsatz von Patienten-Apps insbesondere in Fast-Track- Programmen sinnvoll sein. Eine Kernforderung ist, Patienten bereits während der Entwicklungsphase einzubinden, um Inhalte passgenau zu gestalten und die Akzeptanz zu erhöhen. Zudem empfiehlt es sich, die Anwendungen in bestehende Versorgungspfade zu integrieren, damit medizinische Fachkräfte gezielt auf die digital erfassten Daten zurückgreifen können. Die meisten derzeit verfügbaren Apps sind aber nur eingeschränkt evaluiert und eine klare Leitlinienempfehlung steht noch aus. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) listet im sogenannten DiGA-Verzeichnis bislang noch keine App mit explizitem Fokus auf endoprothetische Fragestellungen.3, 20 Dies unterstreicht das Potenzial für künftige Entwicklungen, aber auch die Notwendigkeit einer verbesserten Struktur, Sicherheit, Qualität und evidenzbasiertem Nutzen der Gesundheitsapps. Softwareentwickler alleine werden diese Herausforderung nicht bewältigen können. Es bedarf eine konsentierte Aktion mit dem Sachverstand von Entwicklern, orthopädischen Experten, dem Berufsverband und Kostenträgern.

Auch in den perioperativen Ablaufen für das Fast Track Konzept hat die digitale Welt noch viel mehr zu bieten, um die Behandlung der Patienten weiter zu verbessern und effizienter zu gestalten.

Zukunftsperspektiven und Fazit: Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung
in der Fast Track Endoprothetik

Bei aller Euphorie über die neuen digitalen Möglichkeiten bleiben Aspekte wie Datenschutz und Datensicherheit zentral.21 Patienten müssen darauf vertrauen können, dass ihre Daten nach anerkannten Standards verarbeitet und vor unbefugtem Zugriff geschützt werden. Ebenso stellt sich die Frage nach der Qualität der Algorithmen, wenn es um den Einsatz von KI-gestützten Diagnostik- oder Therapieempfehlungen geht. Transparenz über die Datengrundlagen und Entscheidungskriterien ist daher essenziell. Ethisch und gesellschaftspolitisch sind zudem die Themen Barrierefreiheit und digitale Teilhabe von Patienten noch ungelöst, nicht jeder Betroffene ist gleichermaßen technikaffin oder verfügt über die entsprechende technische Ausstattung.3, 22 Entscheidend bleibt die Akzeptanz durch Behandler: Schlussendlich geht es in Zeiten der knappen Ressourcen um eine realistische Einschätzung des Mehrwerts im Einzelfall. Ohne Gegenfinanzierung und Expertise, besteht die Gefahr, dass Systeme zum „technischen Selbstzweck“ verkommen, ohne den klinischen Alltag zu erleichtern.

Der Einsatz digitaler Lösungen wird im perioperativen Prozess (prä-/intra-/postoperativ) der Fast Track Endoprothetik weiter zunehmen. Eine enge Verzahnung von digitalen Navigations-/Robotik-, Wearable- und Klinikdaten, kombiniert mit lernfähigen Algorithmen bietet eine zukunftsweisende Perspektive für eine sichere, individuelle und effiziente Patientenbetreuung.22 Schon heute ließen sich postoperative Rehaverläufe noch exakter steuern, indem zum Beispiel auf Basis von Vitalparametern, Schrittfrequenzen oder Gangasymmetrien passgenaue Übungsprogramme zur Verfügung gestellt werden. Zukünftig dürften gerade KI-gestützte oder mit Wearables vernetzte Apps weitere Fortschritte ermöglichen. Ob sich diese Anwendungen letztlich im Klinikalltag etablieren und wie groß ihr Beitrag zur Qualitätssicherung in der Endoprothetik sein wird, bleibt Gegenstand weiterer Forschung. Fest steht, dass das Interesse an digitalen Tools im Sinne einer individualisierten, patientenzentrierten Nachsorge stetig wächst und sich mit fortschreitender Digitalisierung auch in Deutschland immer mehr Möglichkeiten eröffnen.

 

Die Literatur finden Sie unter www.bvou.net im entsprechenden
Themendossier zum Heft.

Schnell, schneller, am schnellsten?

Die moderne Endoprothetik gehört zu den Erfolgsgeschichten der deutschen Orthopädie. „Fast Track“-Verfahren mit beschleunigten Patientenpfaden, minimal-invasiven Zugangswegen, lokaler Schmerztherapie und computerassistierter Chirurgie haben in den letzten zehn Jahren zu einem Dogmenwechsel insbesondere in der Versorgung unserer Patientinnen und Patienten nach Knie- und Hüftgelenkersatz beigetragen. Unmittelbare postoperative Mobilisation und schnellere Nachbehandlung führen zu einer relevanten Verkürzung der stationären Verweildauer, erfordern aber angepasste operative Verfahren und neue Konzepte der Prä- und Rehabilitation. In der aktuellen gesundheitspolitischen Entwicklung mit dem Ruf nach mehr Ambulantisierung rückt auch die Endoprothetik zunehmend in den Fokus. In diesem Infobrief haben wir deshalb für Sie einen aktuellen Überblick mit Beiträgen von Meinungsbildnern und Pionieren auf diesem Gebiet zusammengestellt. So zum Beispiel Herrn Krieg, der als erster in Deutschland ambulante Endoprothetik durchgeführt und seine wissenschaftlichen Daten dazu bereits 2020 publiziert hat. Herr Kappenschneider schildert erstmalig evidenzbasierte Eindrücke aus eine prospektiv-randomisierten Untersuchung zum Nutzen der Speziellen Orthopädischen Geriatrie in der Fast-Track Endoprothetik. Herr Pagano stellt digitale Versorgungskonzepte für die Hüft- und Knieendoprothetik vor und berichtet über eine universitäre Kooperation in diesem Bereich mit dem US-Giganten Apple. Den Blick aus den USA übernimmt Herr Böttner mit seinem Beitrag zur dortigen ambulanten Endoprothetik und seiner Sicht auf dafür notwendige Veränderungen in der deutschen Versorgungsphilosophie. Herr Gatzka vom BVOU-Referat „Hüfte“ stellt eine interdisziplinäre Sicht auf die Prähabilitation dar, die bei immer kürzer werdenden stationären Verweildauern auch in Zukunft von besonderer Bedeutung sein wird.

Fast-Track Endoprothetik ist zu einem Erfolgskonzept geworden, kein Zweifel. Innovative digitale Verfahren werden den Prozess in Zukunft noch weiter verbessern. Bei der ambulanten Endoprothetik bleibt eine kritische Betrachtung und Abwägung der Risiken unerlässlich. Auch in Zeiten knapper Ressourcen und steigenden Kostendrucks sollten Versorgungsqualität und Patientensicherheit unsere Richtschnur bleiben. Flächendeckende Strukturen für eine spezialisierte ambulante Nachsorge durch Pflegekräfte und Physiotherapeuten, die solche Konzepte in anderen Ländern begleiten, fehlen in unserem Gesundheitssystem bislang. Nicht alles, was wir medizinischtechnisch anbieten können, ist auch für unsere Patienten von echtem Nutzen. Auch zu dieser Diskussion soll dieser Infobrief beitragen.

Allen Erst- und Koautoren sei an dieser Stelle herzlich für die hervorragenden Zusammenfassungen gedankt.

Der BVOU trifft sich, beim DKOU in Berlin!

Liebe Mitglieder des BVOU,

unter dem Motto FORTSCHRITT GEMEINSAM GESTALTEN werden beim DKOU 2025 aktuelle, bedeutende und kontroverse Themen vom 28. bis 31. Oktober live in Berlin diskutiert.

Helfen Sie mit, den kollegialen und interdisziplinären Austausch zu fördern:

  • Nutzen Sie die laufende Abstracteinreichung (bis 15.02.2025), um Ihrer Forschung und Ihrem Fachgebiet eine Bühne zu geben
  • Verwenden Sie die verfügbaren Grafiken und werden Sie DKOU Botschafter bzw. Botschafterin

Leiten Sie diese Infos weiter und machen Sie so Ihr gesamtes Netzwerk auf den DKOU 2025 aufmerksam!



Wir freuen uns auf den aktiven Austausch mit Ihnen!

Herzliche Grüße
Ihre Kongresspräsidenten 

Tennisarmbefreiung (mit Zimmer-Biomet JuggerKnot Anker)

Der Tennisarm ist eine häufige schmerzhafte Erkrankung, die den lateralen Epikondylus betrifft. Dabei handelt es sich um eine Tendinopathie des gemeinsamen Strecksehnenursprungs (der kombinierte Ansatz vieler Strecksehnen am lateralen Epikondylus des distalen Oberarmknochens), bei der es zu einer Degeneration kommt, die insbesondere die Enthesen (das spezialisierte Element der Sehne an der Stelle, an der sie in den Knochen eindringt), insbesondere die Sehne des Extensor carpi radialis brevis, betrifft.

Die gemeldete Prävalenz liegt zwischen 1-10%, wobei man im Allgemeinen davon ausgeht, dass sie in der Größenordnung von 3% liegt, wobei vor allem Personen in den 30er, 40er und 50er Jahren betroffen sind.

Obwohl sie als Tennisarm bezeichnet wird, kann die laterale Epicondylitis durch viele Aktivitäten ausgelöst werden. Sie entwickelt sich in der Regel allmählich, ohne dass es eine eindeutige „einmalige“ Verletzung gibt, obwohl Patienten nach einem Trauma, wie z.B. einem gewaltsamen Greifen oder Ziehen, Symptome entwickeln können. Die Schmerzen des Tennisarms beeinträchtigen viele Aktivitäten des täglichen Lebens, insbesondere Aufgaben, die eine Dorsalflexion des Handgelenks erfordern (da die Enthesis des Extensor Carpi Radialis Brevis vorherrschend ist), so dass Aktivitäten beeinträchtigt werden, bei denen man fest zupackt (was zwangsläufig eine Dorsalflexion des Handgelenks erfordert, um die Spannung in den Beugesehnen zu maximieren), und bei denen man das Handgelenk für längere Zeit in einer dorsal gebeugten Position hält (z. B. beim Tippen).

Bei vielen Patienten verschwindet der Tennisarm, auch wenn dies nur langsam geschehen kann. In den meisten Fällen tritt eine Besserung bis zum Verschwinden innerhalb von 6-24 Monaten ein, wobei 90% der Fälle innerhalb des ersten Jahres verschwinden. Nicht-chirurgische Maßnahmen sind wichtig und nützlich. Dazu gehört die Änderung der Aktivitäten (entweder die Vermeidung von Aktivitäten, die Schmerzen verursachen, oder die Suche nach Möglichkeiten, diese Aktivitäten angenehmer auszuführen, wie z.B. die Änderung des Griffs, d.h. die Verwendung eines Hakengriffs mit den Fingern anstelle eines Griffs, um Griffe von Gegenständen zu halten, die getragen werden; die Verwendung einer Handgelenkschiene, um das Handgelenk in Dorsalflexion zu halten, anstatt die Muskeln für Aufgaben wie das Tippen zu aktivieren.

Ein chirurgischer Eingriff zur Entfernung der degenerierten Sehne vom gemeinsamen Streckmuskelursprung und zur Förderung der Heilung der Sehnenansätze kann hilfreich sein, entweder mit oder ohne Reparatur/Rekonstruktion des gemeinsamen Streckmuskelursprungs. Die Operation und die Erholungsphase (3-6 Monate bei den meisten Patienten) führen bei 80-95% der Patienten zu guten und dauerhaften Verbesserungen. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass die Operation bei einer Erkrankung durchgeführt wird, die sich bei den meisten Patienten von selbst zurückbildet. Da bei den meisten Patienten mit Tennisarm die Symptome innerhalb eines Jahres nach Beginn der Erkrankung abklingen, ist eine Operation in der Regel Patienten vorbehalten, bei denen die Symptome trotz geeigneter und angemessener nicht-chirurgischer Behandlungen über einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten nicht abklingen.

Autor: Chris Little FRCS (Tr & Orth)

Einrichtung: The Nuffiled Orthopaedic centre, Oxford, UK.

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Transfemorale Amputation (Malgaigne-Technik)

In den Vereinigten Staaten werden jedes Jahr etwa 150.000 Amputationen der unteren Gliedmaßen durchgeführt. Die häufigsten Ursachen für Amputationen sind Diabetes mellitus, periphere arterielle Verschlusskrankheit, Neuropathie und Trauma. Das Ausmaß der Amputation bestimmt die Menge des verlorenen distalen Gewebes und die Möglichkeit, eine angemessene Knochenbedeckung zu erreichen. Es ist wichtig, dass bei der Behandlung von Patienten, für die eine Amputation der unteren Gliedmaßen in Frage kommt, ein interprofessioneller Ansatz gewählt wird.

Die Häufigkeit von Amputationen der unteren Gliedmaßen ist direkt proportional zur Häufigkeit von peripheren Arterienerkrankungen, Neuropathien und Weichteilsepsis. Diese Korrelation wird durch die zunehmende Inzidenz von Diabetes mellitus bestimmt, der in den Vereinigten Staaten für 82 % aller vaskulären Amputationen der unteren Gliedmaßen verantwortlich ist. Bei Patienten mit Diabetes mellitus ist die Wahrscheinlichkeit, eine Amputation zu erleiden, 30 Mal höher als bei Patienten ohne Diabetes. In 20 % der Fälle führt ein Unfall zu einer Amputation der unteren Gliedmaßen, insbesondere wenn der Unfall mit einer schweren Wundkontamination oder einem erheblichen Verlust von Weichteilgewebe verbunden ist. Bei bewaffneten Konflikten führen Explosionsverletzungen in etwa 90 % der Fälle zu einer Amputation, und die Amputation von Gliedmaßen ist die Ursache von 2 % der Todesfälle im Zusammenhang mit bewaffneten Konflikten.

Amputationen der unteren Gliedmaßen werden unterteilt in Amputationen des Oberschenkels, des Knies, des Unterschenkels und eine ganze Reihe von Knöchel- und Fußamputationen. Im vorliegenden Fall handelt es sich um eine Oberschenkelamputation nach einem Trauma. Dieser war eine Unterschenkelamputation vorausgegangen, die durch eine aufsteigende Infektion und mangelnde Blutversorgung kompliziert wurde.

In der Literatur gibt es eine Kontroverse über die optimale Amputationshöhe. Rene Baumgartner bevorzugt die niedrigstmögliche Amputationslinie und beschreibt die Amputation durch das Kniegelenk als funktionell besser im Vergleich zur Oberschenkelamputation. Andere Autoren beschreiben eine erhöhte Wahrscheinlichkeit von Weichteil-, Gefäß- und Nervenkomplikationen nach einer Kniegelenksexartikulation im Vergleich zur Oberschenkelamputation. Dies ist wahrscheinlich auch darauf zurückzuführen, dass es eine Reihe unterschiedlicher Techniken für das Kniegelenk gibt und daher wahrscheinlich auch eine Reihe unterschiedlicher Ergebnisse.

Der vorliegende Fall beschreibt die Situation einer traumatischen bilateralen Unterschenkelamputation nach einem Selbstmordversuch einer 90-jährigen Patientin, die vor einen Zug gesprungen war. Die Unterschenkelamputation wurde zunächst während der Erstbehandlung durchgeführt. Später entwickelte sich aufgrund von septischen Komplikationen und schlechter Weichteil- und Gefäßversorgung eine Nekrose, so dass der Oberschenkel amputiert werden musste. Die Exartikulation des Kniegelenks konnte bei dieser Patientin aufgrund ihres Alters und der schlechten Weichteil- und Vaskularisationsbedingungen nicht durchgeführt werden.

Wie bei jeder Amputation gilt auch beim Oberschenkel die Regel, dass um jeden Zentimeter gekämpft werden muss. Es ist klar, dass der klassische Stumpf mit guter Weichteildeckung erst ab einer Höhe erreicht werden kann, die ungefähr am Übergang vom distalen zum mittleren Drittel liegt. Längere Stümpfe sind aus anatomischen Gründen weniger gut mit Muskeln gepolstert und zeigen bei fortschreitender arterieller Verschlusskrankheit einen ungünstigen Verlauf.

In einer sehr guten Übersicht über die Ergebnisse von Amputationen der unteren Gliedmaßen analysierte Penn-Barwell 27 Studien mit 3105 Patienten. Das wichtigste Ergebnis dieser Studie war, dass 3/4 der Patienten mit Unterschenkel- oder Knieamputationen mit einer Prothese wieder gehen konnten, während dies nur bei 55% der Patienten mit Oberschenkelamputationen möglich war.

Bei der Anlage der beiden Lappen ist es äußerst wichtig, dass die Wunde möglichst ventral und nicht im Bereich der belasteten Zone liegt. Die Kanten des Oberschenkels können mit der oszillierenden Säge um etwa ein Drittel der Kortikalisdicke abgeschrägt werden, wobei darauf zu achten ist, dass keine „Speerspitze“ entsteht, d.h. nicht zu steil. Anschließend können Bohrlöcher gesetzt werden (2×2 durchgehende transkortikale Bohrlöcher mit einem 5-mm-Bohrer) und der Quadrizepsmuskel um den Oberschenkelknochen wird nach hinten geführt und fixiert (als transossäre Myopexie nach Burgess).

OrthOracle-Leser werden auch die folgenden verwandten Techniken von Interesse finden:

Transfemorale Amputation: Peripheres Chondrosarkom

Durch-Knie-Amputation mit Abdeckung der Fußsohle

Amputation unterhalb des Knies

Computernavigierte Hemipelvektomie bei Ewing-Sarkom

Navigierte Hemipelvektomie für Chondrosarkom und GraftJacket (Wright Medical) Rekonstruktion

Amputation des vorderen Viertels: Chondrosarkom des proximalen Oberarmknochens

Amputation des Hinterviertels: mit gestieltem Filetlappen bei Chondrosarkom des proximalen Oberschenkels

Amputation des hinteren Viertels: bei einem Weichteilsarkom des Beckens

Autor: Professor Peter Biberthaler MD.

Einrichtung: Technical University of Munich, Klinikum rechts der Isar, Munich, Germany.

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Reparatur ventraler thorakaler Rückenmarkshernien

Die ventrale Rückenmarkshernie (vSCH) ist eine seltene Erkrankung, bei der das Rückenmark durch einen Defekt in der Dura Mater hervortritt.

Diese Erkrankung tritt am häufigsten in der thorakalen Region des Rückenmarks auf.

vSCH kann idiopathisch, angeboren oder erworben sein und durch Faktoren wie degenerative Bandscheibenerkrankungen und Prolaps, Trauma oder frühere chirurgische Eingriffe verursacht werden.

Die Rückenmarkshernie kann zu einem Tethering-Effekt auf das Rückenmark führen, der durch die Liquorpulsation und ein Druckgefälle zwischen den intraduralen und extraduralen Kompartimenten angetrieben wird. Infolgedessen können sich fortschreitende neurologische Symptome aufgrund einer beeinträchtigten Blutversorgung entwickeln, ähnlich wie bei einer Strangulationshernie an anderer Stelle im Körper. Unbehandelt kann es zu einer fortschreitenden Erosion des Wirbelkörpers kommen.

Die Diagnose kann aufgrund des schleichenden Auftretens der Symptome und eines geringen klinischen Verdachts oft verzögert werden.

Die chirurgische Behandlung ist eine komplexe intradurale Exploration. Dies ist eine seltene Pathologie mit einem hohen Risiko einer Verschlechterung der neurologischen Morbidität und sollte nur in spezialisierten Zentren mit Erfahrung in intraduraler Chirurgie durchgeführt werden.

Autor: Mark Nowell FRCS

Einrichtung: Southmead Hospital, Bristol, UK.

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Facts4Fractures: Komplexe Fälle der Osteoporose

Manche Osteoporose-Fälle gehen über das Alltägliche hinaus und fordern eine besondere Herangehensweise. Genau diesen Herausforderungen widmet sich Prof. Dr. med. Heide Siggelkow im Online-Seminar „Komplexe Fälle der Osteoporose – Herausforderungen außerhalb der DVO-Leitlinie“. Was tun, wenn mehrere chronische Erkrankungen zusammentreffen oder der/die Patient:in nicht auf empfohlene Therapien anspricht? Das aktuelle Seminar ist nun on demand verfügbar.

Das Seminar ist Teil von www.Facts4Fractures.de, einer maßgeschneiderten Fortbildungsplattform für Orthopädie und Unfallchirurgie, die über den Tellerrand hinausblickt. Hier finden Sie CME-zertifizierte Online-Seminare, Informationsmaterialien sowie informative Videos und Podcasts.

Komplexe Fälle der Osteoporose – Herausforderungen außerhalb der DVO-Leitlinie

Referentin: Prof. Dr. med. Heide Siggelkow, Göttingen
Moderator: Prof. Dr. med. Christopher Niedhart, Heinsberg
Veranstalter: med-kompakt, unterstützt von Alexion

Weitere Online-Seminare stehen bereits fest:

26. Juni 2025
Bildgebende Verfahren bei Knochenstoffwechselerkrankungen
Prof. Dr. med. Florian Barvencik
 
12. November 2025
Endoprothetische Versorgung bei Störungen des Knochenstoffwechsels
Prof. Dr. med. Andreas Roth
 

Sie möchten up to date bleiben? Melden Sie sich auf www.Facts4Fractures.de/info für den Info-Service an und lassen Sie sich an kommende Seminare erinnern.


Sie haben die Seminare verpasst? Kein Problem! Alle Seminare sind im Nachgang verfügbar unter: www.Facts4Fractures.de
Die Themen im Jahr 2024 waren Kraniosynostosen, Pseudarthrose und chirurgische Intervention sowie Seltene Knochenerkrankungen im Praxisalltag.

 



 

Prof. Niedhart über Herausforderungen in der Orthopädie

Prof. Dr. med. Christopher Niedhart, Heinsberg

In der Orthopädie ist ein übergreifendes Fachwissen entscheidend, da jeder Fall individuelle Herausforderungen mit sich bringt. Genau darüber und über die Seminarreihe „Facts4Fractures“ haben wir mit Prof. Dr. med. Christopher Niedhart aus Heinsberg gesprochen, dem Moderator der CME-zertifizierten Fortbildungen.




Osteoporose – könnte Hypophosphatasie dahinterstecken?

Ähnliche Symptome wie bei Osteoporose können auch durch andere Erkrankungen hervorgerufen werden, z. B. durch Hypophosphatasie (HPP), einer seltenen Störung der Knochenmineralisierung.[i],[ii], [iii], Typische Anzeichen von HPP können u. a. Stressfrakturen, Frakturheilungsstörungen und Muskelschwäche sein.[iv]

Die Ähnlichkeit zur Osteoporose führt häufig zu einer verzögerten Diagnose.[v]Ein entscheidender Unterschied ist jedoch die dauerhaft zu niedrige Aktivität der alkalischen Phosphatase (AP) bei HPP. [vi] Dabei ist es wichtig, die geschlechts- und altersspezifischen Referenzwerte zu berücksichtigen.[vii]




Möchten Sie bei einer Patientin oder einem Patienten eine Hypophosphatasie (HPP) ausschließen? Der speziell für die Orthopädie entwickelte Diagnosealgorithmus bietet Ihnen eine klare Übersicht über die typischen Symptome der HPP und relevante Differenzialdiagnosen. Sie können den Algorithmus ganz einfach



Wie unterscheidet sich die Osteoporose von der erblichen Systemerkrankung HPP? Und welche Rolle spielt die Schmerzsymptomatik für Betroffene? Im Podcast „Let’s talk Osteo“ spricht Moderatorin Avan Sidiq mit Alboren Shtylla, Funktionsoberarzt und Spezialist für Stoffwechselerkrankungen am Universitätsklinikum Heidelberg. Freuen Sie sich auf fundierte Einblicke und praktische Tipps zur Differenzialdiagnose!



 

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Quellenverzeichnis:

[i] Leitlinie Osteoporose https://leitlinien.dv-osteologie.org/wp-content/uploads/2024/02/DVO-Leitlinie-zur-Diagnostik-und-Therapie-der-Osteoporose-Version-2.1.-2023-002.pdf (Zuletzt zugegriffen am 07. Januar 2025).

[ii] Rockman-Greenberg C, Pediatr Endocrinol Rev. 2013; 10:380–388.

[iii] Beck C et al., Open Bone J. 2009; 1:8–15.

[iv] Dahir KM et al., Front Endocrinol. 2023; 14:1138599.

[v] Högler W et al., BMC Musculoskelet Disord. 2019; 20:80.

[vi] Ng E et al., Osteoporos Int. 2023 Feb; 34(2):327–337.

[vii] Niederau CM, B.hm. BO, Klinikleitfaden Labordiagnostik. Available from: VitalSource Bookshelf, (7th Edition). Elsevier GmbH, Urban & Fischer Verlag, 2021.

*Referenzwerte können je nach Labor variieren

 

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Pro gebuchter Lizenz erhalten Sie die folgenden Grundkurse:

  • Arbeitsschutz
  • Brandschutz
  • Hygiene
  • Basic Life Support
  • Datenschutz
  • Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz

Ihre Vorteile auf einen Blick

  • Von Profis für Profis – Lernen Sie nur das, was Sie wirklich brauchen
  • Aktuelle Inhalte und laufende Updates
  • Reporting über den Schulungsstand der gesamten Belegschaft
  • E-Learning nach der meduplus Smart Learning® Methode
  • Für 1, 100 oder 1.000 Mitarbeiter ohne Softwareinstallation sofort starten!
  • Online und mobil, bei der Arbeit, auf dem Heimweg oder zu Hause, verfügbar auf allen Endgeräten (BYOD)

Paket Pflichtschulungen buchen


Paket Risikomanagement

Immer komplexere Behandlungsabläufe in Klinik und Praxis sowie das wachsende Anspruchsdenken unserer Patienten machen es erforderlich, sich als Arzt aktiv mit der Fehlervermeidung und Schadenprävention auseinanderzusetzen.

Steht der Vorwurf des Behandlungsfehlers im Raum, ist professionelles ärztliches Handeln ebenso gefragt wie die gute Vorbereitung im Rahmen eines klinischen Risikomanagements.

Unsere Kurse unterstützen Ärzte dabei, Fehler und Schäden zu vermeiden, vermitteln das nötige medizinische und juristische Grundwissen und zeigen an praktischen Beispielen der aktuellen Rechtssprechung die Konsequenzen für mangelndes Risikobewusstsein auf.

Das Paket beinhaltet die folgenden Kurse:
1 x Kommunikation im Schadenfall
1 x Ärztliche Patientenaufklärung
1 x Grundkurs ärztliche Schweigepflicht, Dokumentation & Datenschutz

Paket Risikomanagement buchen


Paket Cybersecurity und Datenschutz für das Praxisteam

Hackerangriffe, Verschlüsselung, Erpressung und Datenlecks: Lernen Sie die gefährlichsten Angriffsmethoden kennen und erfahren Sie, wie Sie Ihre Praxisdaten und die Praxis-EDV wirksam schützen.

Machen Sie gleichzeitig den Datenschutz-Check nach DSGVO und sichern Sie sich vor Datenlecks und hohen Strafzahlungen ab.

Für wen eignet sich das Paket?

Das Paket Cybersecurity, Informationssicherheit und Datenschutz und ist für jede Arztpraxis geeignet. Es enthält Schulungen für das gesamte Praxisteam. Denn nur wenn jeder Datenschutzrisiken und Cyber-Bedrohungen kennt, können Sie Ihre Praxis wirksam schützen.

Welche Inhalte bietet mir das Paket?

Das Paket enthält drei aufeinander abgestimmte Komponenten:

  • 5 x Kurs Informationssicherheit & Cybersecurity
  • 5 x Grundkurs Schweigepflicht, Dokumentation und Datenschutz für Ärzte
  • Interaktiver Datenschutz-Ordner mit Musterformularen und Checklisten

Der Cybersecurity-Kurs informiert alle Mitarbeiter über die Cyber-Bedrohungslage sowie wirksame Abwehrmaßnahmen.

Der Datenschutzkurs, ebenfalls an das gesamte Praxisteam adressiert, deckt die jährlich Pflichtunterweisung zu Datenschutz und Schweigepflicht ab und bringt die gesamte Praxis auf DSGVO-Niveau.

Mit Hilfe des interaktiven Datenschutzordners entwickeln Sie ohne Mühe Ihr eigenes Datenschutzkonzept. Checklisten und Musterformulare helfen Ihnen, nichts zu vergessen. Ergebnis ist ein DSGVO-konformes Datenschutzhandbuch mit vielen praktischen Tipps und Tricks. Die enthalten Musterformulare und Checklisten können sie sofort im Praxisalltag einsetzen.

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4. Online-Kongress der “Veränderung” und “Niederlassung”

Liebe KollegInnen und Kollegen,

Unser vierter „Niederlassungstag“ seit Gründung von „Ihre gesunde Arztpraxis“.

Nun aber als Premiere in Kooperation mit MEDUPLUS und in neuem Gewand. Neu konzipiert als interdisziplinärer Onlinekongress, geöffnet für alle Partnerfachgesellschaften von MEDUPLUS.

Warum neu?

Weil Ihre Wahl zu Ihrer beruflichen Zukunft viel mehr sein kann, als sich „niederzulassen“. „Veränderung“ trifft es besser und steht für unsere Hilfe zu allen denkbaren Wegen und Entscheidungen. Wir möchten die Welt ausserhalb der Klinik zeigen, um Ihre Wahl Klinik oder Praxis, selbstständig oder angestellt zu unterstützen. Die Arztpraxiswelt darf keine „Black box“ für Sie sein. Dafür wiegt diese Entscheidung zu schwer.

Beide „Varianten“ haben Vor- und Nachteile. Aber für jeden von Ihnen gibt es den richtigen Platz. Wichtig ist nur, welches der richtige Weg und der richtige Ort für Sie ist. Und genau da setzen wir an.

Seien Sie kostenfrei unser Gast und lassen Sie uns Ihnen Türen und Wege zeigen. Wissen aus der Praxis für die Praxis.Von Arzt zu Arzt/Ärztin.

ANMELDUNG

Dr. Christian Möcklinghoff
Gründer, Seminarleitung, Konzept & Marketing

Frühzeitige Mobilisation nach offener Achillessehnennaht verbessert die Rehabilitation

Artikel aus Zentralblatt für Orthopädie und Unfallchirurgie

Achillessehnenrupturen (ATR) sind schwerwiegende Verletzungen, die oft eine chirurgische Reparatur erfordern. Ein zentrales Thema in der postoperativen Rehabilitation ist die Dauer der Immobilisation. In dieser prospektiven Kohortenstudie wurden unterschiedliche Immobilisationszeiten nach einer offenen ATR-Operation untersucht, um die optimale Dauer der Ruhigstellung zu bestimmen. Ziel war es, die Funktionserholung, das Schmerzmanagement und das Auftreten von Komplikationen in den  verschiedenen Gruppen zu vergleichen.