In der aktuellen Diskussion um die Zukunft der Hybrid-DRG hat die Deutsche Gesellschaft für Integrierte Versorgung im Gesundheitswesen e. V. (DGIV) an die Beteiligten der Politik und der Selbstverwaltung um Augenmaß und den Willen zu Kompromissfindung appelliert.
„Klar ist es, dass wir zur Überwindung der Sektorengrenzen ein Vergütungssystem benötigen, das ambulant und stationär in einem gemeinsamen Preiskatalog zusammenführt“, so der Vorstandsvorsitzende der DGIV, Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel. In weiten Leistungsbereichen der medizinischen Versorgung müsse die historische Sektorentrennung endlich Geschichte werden, um neuen, der modernen Medizin und den Patienten angemessenen Versorgungsformen zu weichen.
„Wenn wir die vielzitierte Ambulantisierung wirklich wollen – und es ist für mich keine Frage, dass diese Entwicklung dringend angezeigt ist –, dann müssen wir auch ein hybrides Vergütungskonzept entwickeln, das den Versorgern, ob ambulant oder stationär,
diesen Weg ermöglicht. Die Hybrid-DRG, deren Vorläufer übrigens aus den Reihen der DGIV entwickelt wurden, sind hier der einzig sinnvolle Weg.“
Prof. Nagel fordert in diesem Zusammenhang die Politik auf, einmal eingeschlagene Wege nicht hektisch und zur Verwirrung aller Akteure wieder zur verlassen, sondern die Zahlen genau zu analysieren und bei Fehlentwicklungen konsequent und unter Einbezug der Beteiligten sinnvolle Anpassungsschritte der Gesetzgebung zu formulieren.
„Was mich in diesem Zusammenhang wirklich wundert und erschüttert, ist die Tatsache, dass die ersten Erkenntnisse zur Überwindung der Sektorentrennung natürlich aus selektivvertraglichen Vereinbarungen nach §140a SGB V gewonnen wurden. Das hat die Politik selbst so gewollt, und das war eine richtige und vernünftige Option für die Leistungserbringer!
Die Interessenvertretung für genau diesen Bereich ist aber systembedingt natürlich
gerade nicht die KBV oder die DKG. Warum also verlässt man sich in der Ausgestaltung dieses hybriden Versorgungsbereichs auf die ‚Hüter der reinen Lehre‘ und spricht nicht mit den innovationswilligen Versorgern an der Basis, die buchstäblich seit Jahrzehnten und häufig gegen ihre jeweiligen Standesvertretungen versuchen, die verfahrene Situation zu überwinden?“, fragt sich der DGIV-Vorstandvorsitzende.
Einmal mehr bietet Prof. Nagel der Politik daher seine Unterstützung an, um aus dem reichen Wissenspool der DGIV endlich das weite Feld der Hybrid-Versorgung wirkungsvoll und konsequent zu beackern. „Wir können uns weiteres Herumdoktern an der Sektorengrenze schlicht keinen Moment länger mehr leisten“, so der DGIV-Vorsitzende
abschließend.
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