Archiv für den Monat: Juli 2026

Perspektive DVT – „Mit der neugegründeten Praxis zum langfristigen Erfolg.“

Die Eröffnung einer medizinischen Praxis ist ein Unterfangen, das sowohl im medizinischen, technischen als auch wirtschaftlichen Bereich gründlicher Planung bedarf.

Viele Neugründer stehen vor der Frage, wie sie ihren Patienten die bestmögliche Versorgung durch eine technisch qualitative Ausstattung bieten können, ohne dabei die junge Finanzstruktur zu gefährden. Daraus entsteht häufig ein Investitionsdilemma, das in der Praxis zu langanhaltenden Problemen führen kann.

Vorallem am Anfang ist es wichtig, eine finanzielle Basis zu schaffen, auf der die neue Praxis erfolgreich aufbauen kann.

Effektiver und wirtschaftlicher Praxisbetrieb – von Anfang an

Nicht mehr zeitgemäße Diagnostikverfahren sind auf der einen Seite zwar erschwinglicher für eine neue Praxis, auf der anderen Seite entstehen dadurch aber auch Einbußen im zu erwartenden Ertrag und in der künftigen Diagnosesicherheit des Arztes. Das SCS MedSeries® H22 ist ein modernes DVT-System, das den Arzt dabei unterstützt, eine bessere, vollumfängliche Diagnose zu stellen.

Die Leistung wird zudem pro Aufnahme entsprechend honoriert. Für eine neugegründete Praxis, die mit einem noch niedrigeren Patientenaufkommen die doppelte finanzielle Belastung durch den Erwerb und die anfallenden Kosten (z.B. Umbau, Personal und Betrieb) stemmen muss, ist ein entsprechend hohes Honorar essenziell. Somit trägt die SCS Bildgebung enorm dazu bei, die Anforderungen des Businessplans erfolgreich zu erfüllen.

Die SCS Bildgebung im ROC Aschheim

Für Herrn Dr. med. Filesch, der 2020 das ROC Aschheim bei München eröffnet hat, spielte die Implementierung der SCS Bildgebung im März 2022 von Anfang an eine große Rolle. Er arbeitet stets nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und ist zudem selbst in der Forschung und Lehre aktiv tätig. Daher sollte auch seine orthopädische Praxis mit der modernsten und bestmöglichen 3D-Diagnostik ausgestattet werden, um den Patienten eine ausgezeichnete Behandlung aus einer Hand bieten zu können.

Die Perspektive der Installation erschien Herrn Dr. Filesch zunächst als Wagnis, doch schon kurze Zeit nach der Anschaffung entpuppte sich aus dieser Entscheidung der Schlüssel für den Erfolg.

Finanzielle Sicherheit mit der SCS Bildgebung

Die Anschaffung einer modernen Diagnostik ist auf den ersten Blick eine große Investition, die den Praxisneugründer zunächst vor eine Hürde stellt.

Beschäftigt man sich jedoch eingehender mit der Perspektive der eigenen 3D-Schnittbildgebung, zeigt sich schnell, dass es sich hierbei eher um eine Investition in den zukünftigen wirtschaftlichen, wie diagnostischen Erfolg handelt.

In einem kostenlosen und unverbindlichen Erstgespräch, das etwa fünfzehn Minuten beansprucht, können bereits die ersten Fragen zur SCS Bildgebung beantwortet werden. In einem weiteren, tiefgreifenderen Beratungsgespräch wird auf Basis der persönlichen Aufnahmezahlen eine wirtschaftliche Analyse erstellt, die dem Praxisneugründer aufzeigt, wie schnell sich die Anschaffung amortisieren wird.

Auch Herr Dr. Filesch erhielt eine persönliche Betreuung und eine klar definierte wirtschaftliche Prognose, bestehend auf den Aufnahmezahlen, die das ROC Aschheim zu dem Zeitpunkt vorwies.

Somit konnte die anfängliche Skepsis zerstreut werden und schließlich fand der Facharzt den Mut, diesen entscheidenden Schritt zu gehen. Anstelle eines kalkulierten Durchbruchs nach mehreren Monaten, erlebte die Praxis aufgrund der hochmodernen Diagnostik einen sofortigen Anstieg der Patientennachfrage und eine rasche Amortisation der Investition.

Das wirtschaftliche Arbeiten ist für den Facharzt ein wichtiger und nicht zu vernachlässigender Punkt, denn nur so kann er seinen Patienten die beste Medizin bieten, die Praxis vergrößern und um wichtige Technologien erweitern.

„Eine Praxis muss auch wirtschaftlich funktionieren, denn man hat die Verantwortung gegenüber der eigenen Familie, dem Praxisteam, den Patienten sowie sich selbst und nur so lässt sich Sicherheit für uns alle schaffen.“

Nutzen Sie die Chance für eine individuelle Beratung

Unsere Lösung verhilft neuen Praxis zum langfristigen Erfolg – wirtschaftlich und medizinisch. Fordern Sie eine tiefgreifende und maßgeschneiderte Beratung an, im Zuge derer wir auf Basis Ihrer bisherigen Aufnahmezahlen eine Transformationsrechnung mit konservativ angesetzten Fallzahlen erstellen, um ihre persönliche Amortisationszeit zu ermitteln. Investieren Sie in die Zukunft Ihrer Praxis – wir unterstützen Sie dabei von Anfang an.

Das komplette Interview mit Herrn Dr. med. Daniel Filesch erschien in der Sommerausgabe 2023 des SCS Society Magazins. Dort sprach er neben den wirtschaftlichen Aspekten auch über die komplementäre Nutzung von DVT und MRT in der Praxis und über viele weitere Themen rund um die SCS Bildgebung. Online finden Sie das Interview hier.

Digitale Volumentomographie mit dem SCS MedSeries® H22

SCS steht für Sophisticated Computertomographic Solutions und beschreibt die Lösung für die anspruchsvolle 3D-Bildgebung mit höchster Strahlenhygiene, höchster Bildauflösung sowie höchster Zeitersparnis für Patient, Praxis und Arzt – als Win-Win-Win-Situation – gleichermaßen.

Der digitale Volumentomograph SCS MedSeries® H22 besitzt ein breites Indikationsspektrum und ist aus der Orthopädie und Unfallchirurgie nicht mehr wegzudenken. Mit dem platzsparenden Design findet das DVT in jeder Praxis einen Platz. Dank der hohen Strahlenhygiene und der Auflösung von bis zu 0,2 mm ist der digitale Volumentomograph auch in der Pädiatrie anwendbar. Die vom DVT ausgehende Strahlendosis kann unterhalb der täglichen terrestrischen Strahlendosis eingestellt werden und ist im Vergleich zur Computertomographie um bis zu 92 % geringer.

Die hochauflösenden Schnittbilder stehen, inklusive Rekonstruktionszeit, innerhalb von drei Minuten in multiplanarer Ansicht (axial, koronal, sagittal) sowie in 3D am Befundungsmonitor zur Beurteilung durch den behandelnden Arzt zur Verfügung. Im Resultat ist es mit dem DVT möglich, eine 3D-Schnittbilddiagnostik durchzuführen, die sehr strahlungsarm ist, eine exakte Beurteilung von Grenzflächen zwischen Metall- und Knochenstrukturen zulässt, und sehr einfach am Patienten anzuwenden ist.

Jetzt Beratungsangebot zum planungssicheren Einstieg in die SCS Bildgebung anfordern.

 

Neu vom BVOU: Die Webinarreihe, die Ihren Praxisalltag verändert

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Sie behandeln. Sie dokumentieren. Sie telefonieren. Sie planen. Und irgendwo dazwischen fragen Sie sich: Wann war eigentlich das letzte Mal, dass ich pünktlich Feierabend gemacht habe?

Genau dort setzen wir an.

Neu: Die digitale O+U‑Praxis

Als BVOU haben wir gemeinsam mit MediMeets eine Webinarreihe entwickelt, die anders denkt. Nicht von der Technologie aus — sondern von Ihrem Alltag. Von den Momenten, die jeder kennt und über die selten jemand offen spricht.

6 Probleme, die jeder kennt. 6 Abende, die etwas ändern.

Digitalisierung ist kein Luxus mehr. Es ist der Unterschied zwischen einer Praxis, die funktioniert — und einer, die Sie auffrisst. Wir zeigen Ihnen den Weg — damit Sie im Dschungel der digitalen Lösungen nicht alleine suchen müssen, sondern direkt wissen, was Ihren Alltag wirklich erleichtert.

Die 6 Themen der Reihe

Mittwoch, 29. Juli 2026 um 19:00 Uhr
01 · „Das Telefon hört nie auf.”
Terminbuchung und Erstkontakt — automatisiert, ohne dass Patienten das merken
.

Mittwoch, 26. August 2026 um 19:00 Uhr
02 · „Der Patient sitzt drin, bevor ich weiß, warum er kommt.”
Digitaler Check‑In und strukturierte Anamnese — damit Sie vorbereitet ins Gespräch gehen.

Mittwoch, 30. September 2026 um 19:00 Uhr
03 · „Ich behandle — und schreibe dann noch eine Stunde.”
Die richtige Praxissoftware und KI‑Diktat — damit der Feierabend wieder Ihnen gehört.

Mittwoch, 28. Oktober 2026 um 19:00 Uhr
04 · „Meine Patienten rufen für Dinge an, die ich per Nachricht klären könnte.”
Videosprechstunde und digitale Kommunikation — weniger Anrufe, gleicher Kontakt.

Mittwoch, 25. November 2026 um 19:00 Uhr
05 · „Ich weiß nicht mal, ob sich meine Praxis wirklich lohnt.”
Dienstplanung und Praxisfinanzen — Klarheit, wo heute Nebel ist.

Mittwoch, 13. Januar 2027 um 19:00 Uhr
06 · „Ich merke, das war erst der Anfang.”
KI in der O+U‑Praxis — was heute schon geht und was in zwei Jahren Standard sein wird.

Was Sie in jeder Folge erwartet

Kein Frontalvortrag. Kein Produktmarathon. Sebastian Alsleben (MediMeets) und Jörg Ansorg, Geschäftsführer des BVOU, sprechen offen über das Thema der Folge — wo der echte Schmerz sitzt, welche Lösungen es gibt und was sie wirklich können. Danach zeigen zwei Unternehmen live ihre Ansätze: unterschiedliche Perspektiven auf dasselbe Problem, Sie entscheiden selbst. Am Ende: Ihre Fragen live beantwortet und drei Dinge, die Sie sofort mitnehmen können.

90 Minuten. Live. Kostenlos für BVOU‑Mitglieder.

 

„Neue Wege gehen“ – Dr. Wolfgang Böker über die Zukunft von O&U

Dr. Wolfgang Böker, Präsident des DKOU 2026 des BVOU, spricht über seine Motivation, die Kongresspräsidentschaft zu übernehmen, und seine Vision, tiefgreifende Veränderungen in der Orthopädie und Unfallchirurgie aktiv mitzugestalten. Im Interview erläutert er, wie Digitalisierung, innovative Versorgungskonzepte und eine bessere Verzahnung zwischen stationärer und ambulanter Medizin die Patientenversorgung revolutionieren können.

Herr Dr. Böker, Was war Ihre wichtigste Motivation, die Rolle der Kongresspräsidentschaft zu übernehmen, und welche Ziele möchten Sie während Ihrer Amtszeit erreichen?

Dr. Wolfgang Böker: Die Motivation, die Kongresspräsidentschaft zu übernehmen, war für mich vor allem die Möglichkeit, aktiv Impulse für unser Fach zu setzen. Orthopädie und Unfallchirurgie stehen vor tiefgreifenden Veränderungen – medizinisch, strukturell und gesundheitspolitisch. Der DKOU bietet die Chance, diese Entwicklungen nicht nur zu begleiten, sondern mitzugestalten. Mir ist besonders wichtig, die gesamte Breite unseres Fachs abzubilden, einschließlich der oft vernachlässigten konservativen Inhalte. Ganz gezielt möchte ich den Dialog zwischen Klinik, Praxis, Wissenschaft und Nachwuchs zu fördern.

Das Motto des diesjährigen DKOU lautet “Neue Wege gehen”. Welche konkreten neuen Ansätze in der Patientenversorgung möchten Sie mit dem Kongress vorantreiben, und welche Rolle spielt dabei die Digitalisierung?

Dr. Wolfgang Böker: „Neue Wege gehen“ bedeutet für mich nicht, Bewährtes zu verlassen, sondern neue Strukturen und Denkansätze sinnvoll zu integrieren. Wir müssen Versorgung sektorübergreifend denken und stärker patientenzentriert organisieren. Digitalisierung kann dabei helfen – etwa durch bessere Vernetzung, KI-gestützte Diagnostik oder moderne Kommunikationsstrukturen. Gerade hier gibt es in Deutschland jedoch noch erheblichen Nachholbedarf. Man denke nur an die Einführung der elektronischen Patientenakte, die letztlich mehr als 20 Jahre in Anspruch genommen hat und bis heute im Alltag vielerorts problematisch ist. Darüber hinaus existieren zwischen stationärem und ambulantem Bereich nach wie vor kaum funktionierende digitale Schnittstellen; der Austausch erfolgt häufig noch über klassische Papierdokumente.

Auch bei der für Orthopäden und Unfallchirurgen essenziellen Befundung von Röntgen-, CT- und MRT-Aufnahmen ist die Digitalisierung deutlich langsamer vorangeschritten, als noch vor einigen Jahren erwartet wurde. Hier müssen wir weiter forschen und Innovationen konsequenter in die Versorgung bringen. Gleichzeitig darf Digitalisierung kein Selbstzweck sein – sie muss den ärztlichen Alltag spürbar erleichtern und die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten verbessern.

Sie betonen die Bedeutung einer besseren Verzahnung zwischen stationärer und ambulanter Versorgung. Welche Herausforderungen sehen Sie aktuell in diesem Bereich, und wie können diese überwunden werden?

Dr. Wolfgang Böker: Die Trennung zwischen stationärer und ambulanter Versorgung ist in Deutschland vielerorts noch zu starr und führt zu erheblichen Reibungsverlusten – letztlich zulasten der Patientenversorgung. Ich selbst bin als niedergelassener Orthopäde, belegärztlich tätig und zugleich in einem Endoprothesenzentrum angestellt. Dadurch bin ich in allen drei Bereichen der Versorgung verankert und erlebe die daraus entstehenden Probleme täglich hautnah – aber eben auch die möglichen Lösungen.

Wir müssen die Sektorengrenzen überwinden, schon allein deshalb, weil die Ambulantisierung in den kommenden Jahren weiter deutlich zunehmen wird. Viele Krankenhäuser verfügen bislang nicht über geeignete Strukturen, um die daraus resultierende große Zahl ambulanter Patienten adäquat zu versorgen. Hier ist der niedergelassene Bereich gefordert. Die entsprechenden Strukturen müssen konsequent ausgebaut werden. Die fachliche Expertise ist vorhanden: Viele niedergelassene Kolleginnen und Kollegen waren zuvor Oberärzte in Kliniken und können eine medizinisch hochwertige Versorgung gewährleisten.

Die Herausforderungen liegen auch hier vor allem in der Finanzierung. Neue Modelle wie die Hybrid-DRG können helfen – vorausgesetzt, sie werden realistisch und praxisnah kalkuliert.

Gerade in unserem Fach sehen wir, dass Patienten an den Schnittstellen häufig unnötig Zeit und Qualität verlieren. Entscheidend ist deshalb, den Patienten über den gesamten Versorgungsweg hinweg zu begleiten. Der Vorwurf – insbesondere von hausärztlicher Seite –man würde Patienten nach operativen Eingriffen „blutig über den Zaun werfen“, zeigt sehr deutlich, wo die Probleme liegen. Deshalb müssen sowohl die Vorbereitung im Sinne der Prähabilitation als auch die strukturierte Nachsorge deutlich besser koordiniert werden. Dafür braucht es komplexe, aber funktionierende Versorgungskonzepte. Auch hier müssen wir letztlich „neue Wege gehen“.

Wichtig ist dabei, sektorenübergreifende Strukturen zu schaffen, ohne zusätzliche Bürokratie aufzubauen. Dafür benötigen wir gemeinsame Versorgungskonzepte, eine faire Finanzierung und vor allem mehr Vertrauen zwischen allen Beteiligten.

Die orthopädische Rheumatologie liegt Ihnen besonders am Herzen, und Sie sprechen von einem Mangelfach mit extremer Unterversorgung. Welche Maßnahmen sind aus Ihrer Sicht notwendig, um diese Lücke sowohl in der Patientenversorgung als auch in der Aus- und Weiterbildung zu schließen?

Dr. Wolfgang Böker: Die orthopädische Rheumatologie ist tatsächlich ein Bereich mit erheblicher Unterversorgung. Wir erleben einen zunehmenden Bedarf bei gleichzeitig sinkender Zahl spezialisierter Kolleginnen und Kollegen – sowohl im orthopädischen als auch im internistischen Bereich. Deshalb müssen wir das Fach wieder sichtbarer und attraktiver machen, sowohl in der Weiterbildung als auch im universitären Umfeld.

Viele Kolleginnen und Kollegen wissen heute kaum noch, dass die Rheumatologie ursprünglich ein wesentlicher Bestandteil der klassischen Orthopädie war. Die starke Fokussierung unseres Fachs auf die Unfallchirurgie hat sicherlich dazu beigetragen, dass ein so wichtiges konservatives Gebiet zunehmend aus dem Blickfeld geraten ist. Dabei ist die Rheumatologie ein außerordentlich interessantes und vielseitiges Fach. Gerade im niedergelassenen Bereich trifft man hier auf einen enormen Bedarf, weil die Versorgung rheumatologischer Patienten in vielen Regionen Deutschlands inzwischen nicht mehr ausreichend gewährleistet ist.

Wichtig sind gezielte Förderprogramme, strukturierte Weiterbildungsangebote und eine stärkere Verankerung des Fachs in der praktischen Versorgung. Die Weiterbildungsordnung wurde bereits sinnvoll reformiert, sodass der Erwerb der Zusatzbezeichnung Orthopädische Rheumatologie heute deutlich einfacher ist als noch vor einigen Jahren. Auch die Inhalte sind praxisnäher und realistischer gestaltet worden. Dennoch fehlt es weiterhin an geeigneten Ausbildungsstätten – sowohl im klinischen als auch im ambulanten Bereich.

Auch hier müssen wir sektorübergreifende Strukturen schaffen, um Weiterbildung und Versorgung sinnvoll miteinander zu verknüpfen. Letztlich geht es darum, chronisch kranke Menschen frühzeitig, interdisziplinär und kontinuierlich zu betreuen.

Der DKOU ist der größte Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie in Europa mit Teilnehmern aus über 50 Ländern. Welche internationalen Trends oder Innovationen erwarten Sie, die in diesem Jahr besonders im Fokus stehen werden?

Dr. Wolfgang Böker: International sehen wir derzeit eine Vielzahl spannender Entwicklungen, die unser Fach in den kommenden Jahren nachhaltig verändern werden. Besonders dynamisch sind die Fortschritte in den Bereichen Digitalisierung, Robotik, individualisierte Endoprothetik und regenerative Therapieverfahren. Hinzu kommen KI-basierte Anwendungen, die sowohl in der Diagnostik als auch in der Therapieplanung zunehmend relevant werden. Gerade in der Bildgebung, der Analyse komplexer Datensätze oder der Unterstützung operativer Prozesse eröffnen sich hier völlig neue Möglichkeiten. Gleichzeitig müssen wir aber auch kritisch hinterfragen, wie diese Technologien sinnvoll in den klinischen Alltag integriert werden können und welchen tatsächlichen Nutzen sie für unsere Patientinnen und Patienten bringen.

Parallel dazu beobachten wir international einen deutlichen Wandel der Versorgungsstrukturen. Viele Länder setzen bereits seit Jahren konsequenter auf ambulante oder hybrid organisierte Versorgungskonzepte, während Deutschland hier noch vergleichsweise stark in traditionellen sektoralen Strukturen verhaftet ist. Gerade deshalb lohnt sich der Blick ins Ausland. Andere Gesundheitssysteme haben zum Teil sehr pragmatische Lösungen entwickelt – sowohl hinsichtlich der Patientensteuerung als auch bei Fragen der Finanzierung, Digitalisierung oder Weiterbildung.

Gemeinsam mit unseren Partnerländern, den Niederlanden und Polen, werden wir deshalb auf dem DKOU eine gemeinsame Sitzung gestalten, die sich insbesondere mit den Themen Versorgung und Weiterbildung in unterschiedlichen europäischen Gesundheitssystemen beschäftigt. Dabei geht es nicht nur um einen wissenschaftlichen Austausch, sondern auch um die Frage, wie unterschiedliche Länder auf aktuelle Herausforderungen reagieren: Fachkräftemangel, Ambulantisierung, ökonomischer Druck oder die zunehmende Spezialisierung innerhalb unseres Fachs betreffen letztlich alle europäischen Gesundheitssysteme.

Der DKOU lebt seit jeher vom internationalen Austausch. Ich halte es für ausgesprochen wichtig, über die Grenzen des eigenen Systems hinauszublicken und unterschiedliche Herangehensweisen kennenzulernen. Gerade aus dem Vergleich verschiedener Strukturen können oft wertvolle Impulse entstehen. Nicht jedes Modell lässt sich eins zu eins übertragen, aber viele Ideen können helfen, die eigene Versorgung weiterzuentwickeln. Dieser offene Austausch ist aus meiner Sicht ein wesentlicher Bestandteil von Innovation und Fortschritt in Orthopädie und Unfallchirurgie.

Die Orthoklinik Lüneburg, an der Sie als Belegarzt tätig sind, hat vor einigen Jahren einen Trägerwechsel erlebt. Inwiefern hat sich dies auf Ihre Arbeit und die Ausrichtung der Klinik ausgewirkt, und welche Impulse möchten Sie in Ihrer Rolle als ärztlicher Leiter setzen?

Dr. Wolfgang Böker: Der Trägerwechsel an der Orthoklinik Lüneburg hat natürlich Veränderungen mit sich gebracht, gleichzeitig aber auch neue Möglichkeiten eröffnet. Wir sind heute als Spezialklinik in eine größere Versorgungsstruktur eingebettet, was in vielen Bereichen Vorteile bietet – etwa bei der interdisziplinären Zusammenarbeit oder bei organisatorischen Abläufen.

Gleichzeitig habe ich aber auch erfahren, dass der bürokratische Aufwand in größeren Krankenhausstrukturen deutlich höher ist, als ich es zuvor gewohnt war. Insbesondere die zunehmende Digitalisierung hat nicht automatisch zu einer Entlastung geführt. Im Gegenteil: Die Einführung elektronischer Dokumentationssysteme und der elektronischen Patientenakte bedeutet im klinischen Alltag häufig einen erheblichen zusätzlichen Zeitaufwand – oftmals sogar mehr als früher bei der klassischen papiergeführten Akte.

Hinzu kommt, dass viele administrative Tätigkeiten zunehmend auf das ärztliche Personal übertragen wurden. Dadurch ist die Belastung im Alltag weiter gestiegen. Die Effizienzgewinne, die wir im ambulanten Bereich durch Digitalisierung durchaus erlebt haben, lassen sich im stationären Bereich bislang offenbar nicht in gleicher Weise realisieren. Diese Erfahrungen haben meinen Blick auf die Weiterentwicklung digitaler und sektorenübergreifender Strukturen durchaus geprägt.

Entscheidend ist aus meiner Sicht, dass Digitalisierung nicht zu einer zusätzlichen Belastung wird, sondern tatsächlich Prozesse vereinfacht und die Versorgung verbessert. Technologie muss den ärztlichen Alltag unterstützen – nicht dominieren. Medizinische Qualität und Patientenorientierung müssen dabei immer im Mittelpunkt stehen.

Mir ist es wichtig, moderne Strukturen mit einer persönlichen und verantwortungsvollen Medizin zu verbinden. Gerade kleinere spezialisierte Einheiten können häufig sehr flexibel, effizient und patientennah arbeiten. Diese Stärke sollten wir auch innerhalb größerer Versorgungsstrukturen bewahren.

Herr Dr. Böker, Sie sind über viele Jahre Landesvorsitzender des Berufsverbands für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) in Niedersachsen. Welche Erfahrungen aus dieser Zeit prägen Ihre berufspolitische Arbeit, und wie fließen diese in Ihre Rolle als Präsident des DKOU 2026 ein?

Dr. Wolfgang Böker: Die Tätigkeit im BVOU hat meinen Blick auf die Versorgungssituation in Deutschland stark geprägt. Dort erlebt man sehr unmittelbar, mit welchen Herausforderungen Kolleginnen und Kollegen im Alltag konfrontiert sind – von zunehmender Bürokratie über wirtschaftlichen Druck bis hin zum Nachwuchsmangel.

Neben meiner Tätigkeit im BVOU bin ich seit vielen Jahren auch in der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen aktiv und inzwischen Vorsitzender des beratenden Fachausschusses. Dadurch erlebe ich die Probleme der niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen sehr direkt. Viele Sorgen und Entwicklungen werden unmittelbar an mich herangetragen. Gerade in der aktuellen Situation mit teilweise einschneidenden Honorarkürzungen ist es wichtig, gesundheitspolitische Entwicklungen nicht nur theoretisch zu diskutieren, sondern ihre konkreten Auswirkungen auf die tägliche Versorgung zu kennen.

Die Erfahrungen aus der berufspolitischen Arbeit helfen dabei, auch im politischen Umfeld realistisch und strategisch agieren zu können. Denn viele Probleme unseres Gesundheitssystems entstehen nicht auf der Ebene der Medizin, sondern durch strukturelle und gesundheitspolitische Rahmenbedingungen. Umso wichtiger ist es, dass sich Ärztinnen und Ärzte aktiv in diese Diskussionen einbringen.

Diese Erfahrungen fließen selbstverständlich auch in meine Rolle als DKOU-Präsident ein. Der Kongress soll nicht nur wissenschaftliche Entwicklungen präsentieren, sondern auch die gesundheitspolitische Realität unseres Fachs abbilden. Orthopädie und Unfallchirurgie stehen aktuell vor tiefgreifenden Veränderungen – sei es durch Ambulantisierung, Digitalisierung, ökonomischen Druck oder den Wandel der Versorgungsstrukturen. Der DKOU muss deshalb auch ein Forum sein, in dem diese Themen offen, kritisch und konstruktiv diskutiert werden können.

Dr. Wolfgang Böker, Danke für das Gespräch!

Das Interview führte Janosch Kuno

Seminar: Stressfrakturen abklären und versorgen

Stressfrakturen sind mehr als reine Überlastungsschäden. Hinter solchen Frakturen können sich Störungen des Knochenstoffwechsels, Ernährungsdefizite, hormonelle Ursachen oder noch weitere Faktoren verbergen. Eine genaue Diagnose ist für die Behandlung und die langfristige Prognose entscheidend. Umso wichtiger ist eine strukturierte Abklärung: Welche Untersuchungen sind sinnvoll und wie gelingt eine nachhaltige Versorgung, um Rezidive zu vermeiden?
Genau hier setzt das Online-Seminar „Stressfrakturen vollständig abklären und langfristig versorgen“ an. Anhand praxisnaher Fallbeispiele zeigt Univ.-Prof. Dr. med. Uwe Maus, wie eine systematische Diagnostik, risikoorientierte Ursachenabklärung und fundierte Nachsorge in der klinischen Praxis umgesetzt werden können. Seien Sie live dabei und bringen Sie Ihre Fragen in die Diskussion ein!

Seminar: Stressfrakturen abklären und versorgen

Termin: 4. November 2026, 17 bis 18 Uhr (online; CME-Zertifizierung beantragt)
Referent:
Univ.-Prof. Dr. med. Uwe Maus, Lausitz
Moderator:
Prof. Dr. med. Christopher Niedhart, Heinsberg
Veranstalter:
med-kompakt, unterstützt von Alexion

 

Die Veranstaltung ist Teil der digitalen Fortbildungsserie „Facts4Fractures“, die in diesem Jahr von der DGE-Akademie („Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie, Hormone & Stoffwechsel“) zertifiziert wurde.

Die erfolgreiche Online-Seminarreihe wird auch 2027 fortgesetzt. Sie möchten kein Seminar verpassen? Dann lassen Sie sich doch unkompliziert und bequem per E-Mail erinnern: www.Facts4Fractures.de/info

Seminar verpasst? Kein Problem – Sie können alle Seminare jederzeit als Video-on-Demand online abrufen: www.Facts4Fractures.de
Die letzten Themen waren Das Diagnostik-1×1 für sekundäre Osteoporosen, Endoprothetische Versorgung sowie Bildgebende Verfahren bei Knochenstoffwechselerkrankungen

Nicht jede Stressfraktur ist eine Überlastungsfraktur

Stressfrakturen werden häufig als Folge einer erhöhten mechanischen Belastung betrachtet. Insbesondere bei wiederkehrenden Frakturen, atypischer Lokalisation, verzögerter Frakturheilung oder fehlenden offensichtlichen Risikofaktoren sollte jedoch auch an zugrunde liegende Stoffwechselerkrankungen gedacht werden.1

Eine wichtige, aber häufig übersehene Differenzialdiagnose ist die Hypophosphatasie (HPP). Bei dieser Systemerkrankung kommt es genetisch bedingt zu einer verminderten Aktivität der alkalischen Phosphatase (AP).2–4 Ein erniedrigter AP-Wert ist daher ein wichtiger diagnostischer Hinweis und lässt sich durch eine einfache Laboruntersuchung erfassen. Bei der Interpretation ist jedoch zu beachten, dass die AP-Referenzbereiche alters- und geschlechtsspezifisch sind. Ein Wert, der für Frauen normal ist, kann für Männer bereits zu gering sein.5,6

Untere Referenzwerte für Frauen und Männer6*

Klinisch kann sich die HPP durch Stressfrakturen, Frakturheilungsstörungen und Muskelschwäche äußern. Häufig treten zudem Knochen- und Gelenkschmerzen, Fatigue sowie Nierenfunktionsstörungen auf.7,8 In schweren Verläufen ist die Krankheitslast erheblich und kann bis zur Abhängigkeit von Gehhilfen oder einem Rollstuhl führen.9

Laborwerte im Kitteltaschenformat

Die Kitteltaschenkarte zur Labordiagnostik ist Ihr praktischer Begleiter bei der Abklärung von Stressfrakturen. Sie bietet aktuelle Referenzwerte des osteologischen Labors für Erwachsene – kompakt, übersichtlich und stets griffbereit. So können Sie wichtige Hinweise auf mögliche Ursachen wie Störungen des Knochenstoffwechsels oder Mangelzustände schnell erfassen.

Bei unklaren, rezidivierenden oder verzögert heilenden Stressfrakturen sollte auch an eine HPP gedacht werden. Der speziell für die Orthopädie entwickelte Diagnosealgorithmus unterstützt Sie bei der differenzialdiagnostischen Abklärung und gibt einen Überblick über typische Symptome. Sie können den Algorithmus

Das Verständnis der HPP entwickelt sich stetig weiter. Neue Erkenntnisse zeigen, dass die Erkrankung weit über den Knochenstoffwechsel hinausgeht und als systemische Erkrankung betrachtet werden sollte. Gleichzeitig eröffnen sich neue Perspektiven für Diagnostik, Patientenmanagement und Therapie. Unsere Sonderproduktion fasst aktuelle wissenschaftliche Entwicklungen und praxisrelevante Erkenntnisse kompakt für Sie zusammen.

Wann sollten atypische Frakturen, verzögerte Frakturheilung oder muskuloskelettale Beschwerden an eine Hypophosphatasie (HPP) denken lassen? In dieser Folge von „Let’s talk Osteo“ erläutert Dr. med. Ulla Stumpf, welche Warnsignale im unfallchirurgischen Alltag besonders relevant sind und wie eine frühzeitige Verdachtsdiagnose gelingen kann.

*Referenzwerte können je nach Labor variieren

Referenzen:

  1. May T et al., Stress Fractures. StatPearls Publishing, 2023.
  2. Beck C et al., Open Bone J. 2009; 1:8–15.
  3. Rockman-Greenberg C, Pediatr Endocrinol Rev. 2013; 10:380–388.
  4. Conti F et al., Clin Cases Miner and Bone Metab. 2017; 14(2):230–234.
  5. Ng E et al., Osteoporos Int. 2023; 34(2):327–337.
  6. Niederau CM et al., Klinikleitfaden Labordiagnostik. Elsevier GmbH, Urban & Fischer Verlag, 2021.
  7. Dahir KM et al., Orphanet J Rare Dis. 2022; 17(1):277.
  8. Seefried L et al., Calcif Tissue Int. 2025; 116(1):46.
  9. Dahir KM et al., Front Endocrinol. 2023; 14:1138599.

SpiFa fordert Arzneimittelabgabe in Arztpraxen für Akutfälle

Der Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) fordert die Bundesregierung auf, die Abgabe von Arzneimitteln in medizinisch begründeten Akutfällen unmittelbar in Arztpraxen zu ermöglichen. Hintergrund sind zunehmende Versorgungslücken insbesondere im ländlichen Raum, in denen Apotheken schließen, Arztpraxen aber weiterhin die medizinische Versorgung der Bevölkerung sicherstellen.

Während Patientinnen und Patienten nach einer ärztlichen Untersuchung oftmals dringend auf eine sofortige medikamentöse Behandlung angewiesen sind, müssen sie vielerorts erhebliche Wege zur nächsten Apotheke zurücklegen. In einzelnen Regionen existiert bereits heute keine Apotheke mehr vor Ort – sehr wohl aber noch haus- und fachärztliche Praxen.

Der SpiFa sieht ein ernstzunehmendes Versorgungsproblem

„Wenn die nächste Apotheke viele Kilometer entfernt ist, darf ein dringend benötigtes Antibiotikum, Schmerzmittel oder Asthmaspray nicht an der Entfernung scheitern. Wer eine medizinische Diagnose stellt und eine akute Behandlung für erforderlich hält, muss den Patientinnen und Patienten in klar definierten Ausnahmefällen auch unmittelbar helfen können“, erklärt der Vorstandsvorsitzende des SpiFa, Dr. med. Dirk Heinrich.

Der Dachverband der fachärztlichen Berufsverbände fordert deshalb eine gesetzliche Regelung, die Ärztinnen und Ärzten in Akutfällen die Abgabe verschreibungspflichtiger Arzneimittel ermöglicht. Dies soll insbesondere dort gelten, wo eine zeitnahe Versorgung über eine Apotheke tatsächlich nicht gewährleistet werden kann.

Dabei betont der SpiFa ausdrücklich, dass es nicht um eine Verlagerung der regulären Arzneimittelversorgung aus den Apotheken in die Arztpraxen geht. Die flächendeckende Versorgung durch öffentliche Apotheken bleibt ein unverzichtbarer Bestandteil des deutschen Gesundheitswesens. Wo diese Versorgung jedoch faktisch nicht mehr gewährleistet werden kann, muss der Gesetzgeber pragmatische Lösungen schaffen.

Dr. Heinrich weiter: „Die Menschen erwarten zu Recht, dass ihnen nach einer ärztlichen Untersuchung auch tat-sächlich geholfen wird. Eine gute Gesundheitsversorgung endet nicht mit dem Rezeptblock. Sie endet erst, wenn die notwendige Therapie beginnen kann. Gesundheitspolitik muss sich an der Lebenswirklichkeit der Patientinnen und Patienten orientieren – nicht an überholten Sektorengrenzen.“

Der SpiFa verweist darauf, dass zahlreiche europäische Staaten bereits Regelungen kennen, die Ärztinnen und Ärzten unter bestimmten Voraussetzungen die unmittelbare Arzneimittelabgabe erlauben. Deutschland sollte diese Erfahrungen nutzen, um die Versorgung insbesondere im ländlichen Raum zu stärken und unnötige Verzögerungen bei dringend erforderlichen Behandlungen zu vermeiden.

Der Spitzenverband appelliert an die Bundesregierung, die derzeit anstehenden gesetzlichen Regelungen zur Arzneimittelversorgung dafür zu nutzen, eine patientenorientierte Ausnahmeregelung für medizinische Akutfälle zu schaffen.

Quelle: SpiFa

GKV-BSSG: Erst die Kasse, dann der Patient. Versorgung braucht verlässliche Finanzierung, nicht Sparlogik

Der Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (BVOU) nimmt zum beschlossenen GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (GKV-BSSG) Stellung.

Das Gesetz markiert einen Paradigmenwechsel in der deutschen Gesundheitspolitik – weg von Wettbewerb und Innovation, hin zu kompletter Budgetierung und Regulierung. Für orthopädisch-unfallchirurgische Praxen und die notwendige stationäre Versorgung dieser Patienten in Krankenhäusern bedeutet dies eine existenzielle Bedrohung.

Der zentrale Widerspruch: Reformen ohne Finanzierung und Spargesetz vor Versorgungssteuerung

Dr. med. Helmut Weinhart, BVOU-Vorstandssprecher, kritisiert: „Das Gesetz zeigt eindeutig, dass es sich um ein reines Spargesetz und nicht um eine Reform des Gesundheitssystems handelt.” Was als Beitragssatzstabilisierung verkauft wird, ist faktisch die Reduktion des für Patientinnen und Patienten verfügbaren Versorgungsumfangs.

Die Bundesregierung kündigt Strukturreformen, bessere Patientensteuerung und eine Neuordnung der Versorgung an, belastet aber zuvor genau die Praxen und Kliniken, die diese Reformen tragen sollen.

Zuerst die Verknappung des Versorgungsumfangs und anschließend die Steuerung zur Verbesserung der Versorgung – das ist definitiv die falsche Reihenfolge und zum Scheitern verurteilt.

Dr. med. Anna-Katharina Doepfer, BVOU-Vizepräsidentin, ergänzt: „Leistungsbereitschaft wird durch die Budgetlogik faktisch bestraft. Einnahmenorientierte Ausgabenpolitik bedeutet ein einnahmenorientiertes Leistungsangebot: weniger Kassenfälle, mehr Priorisierung, mehr Selbstzahler- und IGeL-Leistungen, keine ambulante Weiterbildung – damit eine deutliche Einschränkung der Patientenversorgung!”

Besonders problematisch ist dabei: Auch bisher extrabudgetär vergütete Leistungen werden in die Budgetlogik zurückgeführt beziehungsweise ausnahmslos gedeckelt. Das betrifft ausdrücklich Leistungen, die bisher gerade deshalb extrabudgetär vergütet wurden, weil sie politisch gewollt waren – unter anderem offene Sprechstunden, kurzfristig vermittelte Termine von Hausärzten und ambulante Operationen.

Patienten erleben zunehmend Einschränkungen: Konkrete Folgen für die ambulante orthopädisch-unfallchirurgische Versorgung

Die aktuelle Gesetzgebung hat erhebliche Auswirkungen auf den Versorgungsumfang für unsere Patienten in der GKV. Besonders betroffen sind orthopädisch-unfallchirurgische Praxen, die eine zentrale Rolle in der ambulanten Versorgung spielen. Die Auswirkungen auf niedergelassene Orthopäden und Unfallchirurgen sind dramatisch:

  • Minderung des Versorgungsbudgets in erheblichem Ausmaß: Nach aktuellen Einschätzungen müssen viele orthopädisch-unfallchirurgische Praxen mit Umsatzminderungen in der Größenordnung von durchschnittlich im mittleren fünfstelligen bis deutlich sechsstelligen Bereich pro Jahr rechnen. Je nach Praxisstruktur, Anteil offener Sprechstunden, vermittelter Patienten und ambulanter Operationen kann die Belastung deutlich höher ausfallen. Hinzu kommen steigende Kosten durch Inflation, steigende Personalkosten, Mieten, Energie-, Material-, Hygiene-, IT- und Digitalisierungskosten. Der tatsächliche wirtschaftliche Effekt wird deshalb erheblich schwerer wiegen.
  • Ambulante Operationen unter Druck: Zum jetzigen Zeitpunkt kann niemand seriös davon ausgehen, dass ambulante Operationen weiterhin im gewohnten Umfang angeboten werden können. Der Leistungsumfang wird durch Budgetierung abgeriegelt. Patienten müssen sich auf längere Wartezeiten einstellen oder die Operation unter stationären Bedingungen durchführen lassen. Aber auch das wird kaum möglich sein, weil mit dem Spargesetz auch die Kontrollen des Medizinischen Dienstes im stationären Versorgungsbereich weiter ausgeweitet werden sollen. Dieser kontrolliert insbesondere auch Operationen, die üblicherweise ambulant durchgeführt werden sollen. Wenn ambulante Operationen budgetiert und gleichzeitig durch MD-Prüfungen zusätzlich reguliert werden, entsteht ein doppelter Effekt für Leistungseinschränkungen.
  • Leistungssteigerung wird ausgeschlossen: Wenn Mehrleistung nicht mehr bezahlt wird, sondern in ein gedeckeltes Budget hineinläuft, wird diese Leistung nur noch für die Patienten innerhalb des Budgets angeboten. Weiteren Patienten bleibt der Zugang zum Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie zu Lasten der GKV staatlich versagt. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und einer alternden Bevölkerung bedeutet dies eine scharfe Leistungsbegrenzung, die in längeren Wartezeiten und bei akuten Beschwerden in den zunehmend überlasteten Notaufnahmen eines Krankenhauses mit gleichzeitig folgenden höheren Kosten enden wird.

Der BVOU warnt vor einem Wegfall von mindestens 46 Millionen Facharztterminen bundesweit. Für die Orthopädie und Unfallchirurgie bedeutet dies konkret: weniger verfügbare Termine, längere Wartezeiten, geschlossene Praxen und eine Gefährdung – nicht nur der wohnortnahen fachärztlichen Versorgung.

Krankenhausreform trifft auf Spargesetz: Eine gefährliche Gleichzeitigkeit

Das GKV-Spargesetz steht nicht allein für Leistungsbegrenzung und Umstrukturierung. Es trifft auf eine Krankenhausreform mit Leistungsbegrenzungen, politisch gewollter Ambulantisierung nur am Krankenhaus, Transformation und auf eine noch nicht verabschiedete Notfallreform, eine nicht ausformulierte Primärversorgung sowie zunehmende Digitalisierungspflichten. Genau diese Gleichzeitigkeit macht die Situation für Krankenhäuser gefährlich.

„Das GKV-Stabilisierungsgesetz führt zu einer zusätzlichen finanziellen Belastung der aktuell eh schon schwer angeschlagenen Versorgungskrankenhäuser, da Vergütungsanpassungen weit hinter den tatsächlichen Kostensteigerungen liegen. Durch den verschärften Druck auf viele Kliniken werden notwendige Investitionen massiv erschwert und die Versorgungssicherheit – insbesondere in ländlichen Regionen – langfristig gefährdet. Statt kurzfristiger Kostendämpfung braucht es eine langfristige, nachhaltige und planbare Finanzierung für die Krankenhäuser, um Planungssicherheit und wirtschaftliche Stabilität zu ermöglichen und damit eine dauerhafte, hochwertige Patientenversorgung zu gewährleisten”, mahnt Prof. Dr. med. Alexander Beck, BVOU-Vorstandsmitglied und Chefarzt des KWM in Würzburg.

Für die stationäre Orthopädie und Unfallchirurgie bedeutet die Krankenhausreform, dass künftig nicht mehr allein die historisch gewachsene Abteilungsstruktur entscheidend sein wird, sondern die Frage, welche Leistungsgruppen einem Standort planwirtschaftlich vom Bundesland zugewiesen werden und ob die jeweiligen Struktur-, Personal- und Qualitätsvoraussetzungen erfüllt werden. Endoprothetik, Revisionsendoprothetik, Spezielle Traumatologie, Wirbelsäulenchirurgie und Unfallversorgung hängen künftig unmittelbar an diesen Vorgaben.

Wenn Leistungsgruppen falsch definiert werden oder wenn die Facharztkompetenz Orthopädie und Unfallchirurgie nicht sachgerecht abgebildet wird, kann das massive Folgen haben: für Abteilungen, für Chefärztinnen und Chefärzte, für Weiterbildungsbefugnisse, für regionale Versorgungsaufträge und für die Zusammenarbeit zwischen Klinik und Praxis.

Univ.-Prof. Dr. med. Renkawitz, BVOU-Vizepräsident und Ordinarius der Universitätsorthopädie in Regensburg, ergänzt: „Gesetzliche Veränderungen dürfen nicht zu einer Einschränkung der stationären Versorgungssicherheit von Menschen mit muskuloskelettalen Erkrankungen in der Bundesrepublik führen.” Wenn gesetzliche Tarifsteigerungen für das Personal nicht mehr vollständig refinanziert werden, Erlöse begrenzt, MD-Prüfungen ausgeweitet und zusätzliche Regulierungen geschaffen werden, entsteht keine geordnete Strukturreform, sondern die Gefahr einer kalten Strukturbereinigung. Dann entscheidet nicht der tatsächliche Versorgungsbedarf einer Region darüber, welche Klinikstandorte künftig gebraucht werden, sondern die kurzfristige Liquiditätslage einzelner Häuser.

Der eigentliche Widerspruch liegt auf der Hand

Die Politik fordert mehr Ambulantisierung, mehr digitale Vernetzung, mehr Steuerung in der Regel- und Notfallversorgung, mehr Qualität, mehr Transparenz und mehr Spezialisierung. Gleichzeitig werden aber genau die Strukturen, die diese Aufgaben tragen sollen, wirtschaftlich unter Druck gesetzt. Wer so etwas in den Raum stellt, während er sehenden Auges die Axt an die wirtschaftliche Basis der Praxen und Kliniken legt, hat die Realität völlig verlassen. Unter diesen Bedingungen noch pauschale Termingarantien zu fordern, wirkt eher populistisch oder als Realsatire.

Forderungen des BVOU

Der BVOU fordert die Politik auf, die aktuellen Reformvorhaben zusammenhängend zu betrachten und nicht durch isolierte Sparmaßnahmen zu unterlaufen:

Für die ambulante Versorgung:

  • Die Politik muss ihrer Verantwortung für eine bedarfsgerechte Versorgung gerecht werden: Budgetierungsmechanismen dürfen nicht dazu führen, dass insbesondere chronisch erkrankte und multimorbide Patientinnen und Patienten im Zugang zur fachärztlichen Versorgung benachteiligt werden.
  • Ambulante Leistungen, die politisch gewollt sind – insbesondere ambulante Operationen, offene Sprechstunden, Direktzugang zum Facharzt gemäß Ersteinschätzung und hausarztvermittelte Termine für zeitnahe Versorgung – müssen dauerhaft extrabudgetär und kostendeckend vergütet werden.
  • Schnelle Termine, offene Sprechstunden und zusätzliche Versorgungsangebote wie kurzfristige Termine durch Primärversorgungsebene beim Facharzt brauchen eine wirtschaftliche Grundlage, keine Budgetlogik.
  • Leistungsbereitschaft und Versorgungsengagement dürfen nicht sanktioniert werden: Mehrleistung muss zu einer adäquaten Vergütung führen.
  • Prävention und frühzeitige Behandlung sind strukturell zu stärken und finanziell abzubilden, um Krankheitslast und Folgekosten nachhaltig zu reduzieren.

Für die stationäre Versorgung:

  • Wer Krankenhäuser über Leistungsgruppen neu ordnet, muss sicherstellen, dass orthopädisch-unfallchirurgische Fachkompetenz korrekt abgebildet und Weiterbildung nicht geschwächt wird.
  • Krankenhausreform braucht Ordnung statt kalter Strukturbereinigung – mit ausreichender Übergangszeit und verlässlicher und planbarer Finanzierung.

Übergreifend:

  • Primärversorgung, Patientensteuerung und Krankenhausreform brauchen verlässliche Finanzierung, klare Verantwortlichkeiten und praxistaugliche Abläufe. Strukturveränderungen brauchen verlässliche Übergangsfinanzierungen, um eine ungeplante Marktbereinigung zu verhindern.
  • Weiterbildung ist als integraler Bestandteil der Versorgungsstruktur verbindlich im ambulanten und stationären Versorgungsbereich zu sichern und zu finanzieren. Die Weiterbildung im Fach Orthopädie und Unfallchirurgie muss auch unter den neuen Bedingungen der Ambulantisierung und Budgetierung gewahrt und ausgebaut werden. Sonst haben wir morgen keine Ärztinnen und Ärzte mehr, die Erkrankungen am Bewegungsapparat in hoher Qualität versorgen können.
  • Digitalisierung muss Versorgungsprozesse verbessern und darf nicht zu zusätzlicher, unvergüteter Bürokratie führen.
  • Konzepte zur Überwindung der Sektorengrenzen sind mit zunehmender Ambulantisierung zu entwickeln und einzuführen.

Fazit

Versorgung lässt sich nicht kaputtsparen. Der BVOU wird sich weiterhin geschlossen für die Sicherung der ambulanten, stationären, präventiven und rehabilitativen orthopädisch-unfallchirurgischen Versorgung und auch der Notfallversorgung einsetzen. Wir entwickeln jetzt für unsere Mitglieder klare Handlungsempfehlungen, um auf die Herausforderungen dieses Spargesetzes angemessen zu reagieren. Dabei werden wir uns eng mit den Organen der Selbstverwaltung, der KBV, den KVen sowie dem Spitzenverband der Fachärzte abstimmen und geschlossen gegenüber der Politik und Öffentlichkeit auftreten. Orthopädie und Unfallchirurgie braucht starke Praxen, starke Kliniken, funktionierende Kooperationen, verlässliche Weiterbildung und eine faire Finanzierung in beiden Sektoren. Alles andere gefährdet die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten.

Webinar zum Thema

Wir berichten am Freitag, 17.07.26 um 19:00 Uhr zum aktuellen Stand zum Thema GKV-BSSG und diskutieren die Folgen mit namhaften Experten.

  • Dr. Helmut Weinhart – Vorstandsprecher BVOU
  • Kerstin van Ark – Geschäftsführerin DGPRÄC
  • Dr. Jörg Ansorg – Geschäftsführer BVOU Dazu namhafte Juristen (Dr. Clausen und Dr. List) und Abrechnungsexperten aus beiden Netzwerken/Fachgesellschaften.

 

Dienstplan-Analyse-Tool für Arztpraxen zum BVOU-Sonderpreis

Der Dienstplan als stiller Kostenfaktor: Warum Zahlenkolonnen teure Planungsfehler verbergen

In orthopädischen Praxen gehört der Dienstplan zu den am häufigsten bearbeiteten – und am seltensten hinterfragten – Dokumenten. Er zeigt zuverlässig, wann wer anwesend ist. Ob die Besetzung zu jeder Stunde auch sinnvoll ist, zeigt er nicht. Genau dort entstehen Kosten, die in keiner BWA als eigene Position auftauchen.

Eine Stunde, jeden Montag, seit Jahren

Ein typisches Beispiel aus der Beratungspraxis: Der Arzt beginnt montags um 13 Uhr mit der Nachmittagssprechstunde. Die Mitarbeiterinnen stehen laut Plan erst ab 14 Uhr wieder im Dienst. Eine volle Stunde Sprechstunde ohne Assistenz – jeden Montag, seit Jahren. In der Realität verkürzt irgendjemand seine Pause, ungeplant und aus Sicht der Mitarbeiterin als Überstunden. Im tabellarischen Dienstplan ist diese Lücke praktisch unsichtbar: Die Zeiten stehen korrekt in den Spalten, nur ihr Zusammenspiel fällt niemandem auf.

In einem anderen Fall – eine Praxis mit vier Ärzten und 19 Medizinischen Fachangestellten – zeigte erst die grafische Aufbereitung der Anwesenheitszeiten, dass an einem Wochentag regelmäßig Mitarbeiterinnen eingeplant waren, obwohl kein Arzt im Haus war. Sie blieben dennoch bis zum offiziellen Sprechstundenende. Die Summe: über 10.000 Euro unnötige Überstundenkosten pro Jahr.

Keine dieser Situationen war eine bewusste Entscheidung. Sie sind einfach passiert – über Jahre gewachsen durch Vertretungsregelungen, geänderte Sprechzeiten und neue Teilzeitmodelle, nie hinterfragt, im Zahlenplan unsichtbar.

Orthopädische Praxen sind besonders anfällig

Je komplexer die Praxisstruktur, desto größer das Risiko unbemerkter Planungsfehler. Orthopädische und unfallchirurgische Praxen bringen dafür gleich mehrere Faktoren mit: geteilte Sprechstunden, Röntgen- und Funktionsbereiche mit eigenen Besetzungsanforderungen, OP-Tage, an denen Ärzte außer Haus sind, und häufig größere Teams mit unterschiedlichen Teilzeitmodellen.

Dabei geht es nicht nur in eine Richtung. Ebenso häufig wie Leerlauf findet sich das Gegenteil: Sprechstundenzeiten, in denen Ärzte ohne ausreichende MFA-Unterstützung arbeiten. Das bedeutet ineffiziente Nutzung teurer Arztzeit – und ein erhöhtes Haftungsrisiko, etwa wenn Behandlungen ohne Assistenz stattfinden.

Was der Blick auf Zahlen nicht leistet

Die Ursache liegt nicht in mangelnder Sorgfalt. Ein tabellarischer Dienstplan beantwortet die Frage „Wer ist wann da?” – mehr nicht. Die entscheidenden Fragen bleiben offen: Passt die Besetzung zu jeder Stunde zur Zahl der anwesenden Ärzte? Wo entstehen strukturelle Lücken, etwa mittwochnachmittags? Wo ist Personal anwesend, ohne dass Behandlungskapazität dahintersteht?

Wer diese Fragen aus Zahlenkolonnen beantworten will, muss jede Viertelstunde jedes Wochentags gedanklich durchrechnen – ein Aufwand, den im Praxisalltag niemand leisten kann.

Von der Farbe zur Zahl

Bewährt hat sich ein anderer Ansatz: die grafische Darstellung des Wochenplans als Balkendiagramm, ergänzt um eine automatische Bewertung jeder Viertelstunde nach dem Ampelprinzip. Kritische Zeitfenster – Arztzeit ohne Assistenz, Unterbesetzung, Leerlauf, unnötige Personalkosten – erscheinen farblich markiert und springen ins Auge, ohne dass jemand aktiv danach suchen muss. Eine Wochenübersicht macht aus einzelnen Auffälligkeiten ein Muster. Wer das einmal gesehen hat, kann es nicht mehr übersehen.

Die Farben sind dabei nur der erste Schritt. Aussagekräftig wird die Analyse durch die Zahlen dahinter: Wie viele Minuten pro Woche arbeitet ein Arzt ohne Mitarbeiter? Wie lange ist die Praxis unterbesetzt – und wie lange überbesetzt? Das sind keine akademischen Kennzahlen. Es sind die Zahlen für das nächste Jahresgespräch, für das Gespräch mit dem Steuerberater über die Personalkosten – und für die Entscheidung, ob wirklich eine neue Stelle nötig ist oder nur ein besserer Plan.

Fazit

Personalkosten sind der größte Kostenblock einer orthopädischen Praxis – und der Dienstplan ihr zentrales Steuerungsinstrument. Wer die eigene Wochenplanung einmal systematisch visualisiert und bewertet, entdeckt fast immer Optimierungspotenzial; häufig genügen kleine Korrekturen, um spürbare Beträge einzusparen und zugleich Haftungsrisiken zu reduzieren. Denn in den meisten Fällen gilt: Der Plan war nicht schlecht gemacht. Er war nur nie sichtbar gemacht worden.

Rudolf Loibl Betriebswirt (VWA), Unternehmensberater für Arzt- und Zahnarztpraxen Straubing

Dienstplan-Check für Ihre Praxis – exklusiv für BVOU-Mitglieder

Der BVOU bietet seinen Mitgliedern das im Artikel beschriebene Analyse-Verfahren als praxisfertiges Werkzeug an: Das Dienstplan-Analyse-Tool stellt den Wochendienstplan grafisch dar und bewertet die Besetzung automatisch nach dem Ampelprinzip. Es läuft vollständig lokal im Browser – ohne Cloud, ohne Installation, ohne laufende Kosten.

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Weitere Informationen

Perspektive DVT – „Die SCS Bildgebung – Ein integraler Teil meiner Praxis”

Auszug

Die Praxis Ortho4Sport in Köln, gegründet von Herrn Prof. Dr. med. Oliver Tobolski, setzt auf moderne, patientenorientierte Diagnostik. Bereits zur Eröffnung 2024 wurde sie mit dem SCS MedSeries® H22 ausgestattet – einer Technologie, mit der Herr Prof. Tobolski seit vielen Jahren arbeitet. Die hochauflösende 3D-Bildgebung liefert präzise Diagnosen bei minimaler Strahlendosis und steht binnen Sekunden zur Verfügung – ohne aufwendige Lagerung, mit hohem Komfort für den Patienten.

Auch das Praxisteam profitiert von der intuitiven Bedienung und schnellen Einarbeitung. Besonders schätzt Herr Prof. Tobolski die Möglichkeit, die plastischen 3D-Rekonstruktionen direkt im Gespräch mit dem Patienten einzusetzen – verständlich, anschaulich und auf Augenhöhe. Gerade bei komplexen Fällen liefert sie entscheidende Befunde – und ist für Ortho4Sport längst unverzichtbar: Medizinisch präzise, menschlich wertvoll und wirtschaftlich sinnvoll.

In einem Interview sprach er über die moderne Art zu diagnostizieren und welche Rolle die SCS MedSeries® in der konservativen Sportorthopädie spielt.

Maßgeschneiderte orthopädische Lösungen zur vollen Entfaltung des eigenen Potenzials – so lautet das Motto der fortschrittlichen Ortho4Sport, eine sportorthopädische Praxis in Köln. Gegründet wurde sie von Herrn Prof. Dr. med. Oliver Tobolski, der hier neueste medizinische Technologie mit erstklassiger Betreuung verbindet. Mit individuellen Therapieansätzen und einem engagierten, fachlich geschulten Team wird Menschen aller Altersgruppen dabei geholfen, in einen gesunden Alltag zurückzukehren. Um den hohen Ansprüchen des Arztes, des Teams und den Patienten gerecht zu werden, wurde die Ortho4Sport schon zur Praxiseröffnung mit der SCS MedSeries® H22 ausgestattet.

Als einer der DVT-Pioniere in der Humanmedizin arbeitete er bereits in einer anderen, renommierten Praxis mit dieser Technologie. Auch in der neuen Praxis, die er nun seit 2024 leitet, ist diese hochentwickelte Lösung im Einsatz. Gemeinsam mit dem Praxisteam sorgt Prof. Dr. med. Tobolski für eine individuelle und patientenorientierte Behandlung.

Innovative Diagnostik ist der gelebte Standard

Als einer der ersten Anwender der SCS Bildgebung kann Herr Prof. Tobolski auf viele Jahre Erfahrung zurückblicken. Die digitale Volumentomographie ist fest in seinem Praxisalltag verankert, weshalb es außer Frage stand, dieses Diagnostikverfahren auch in der Ortho4Sport einzusetzen und im vollen Umfang zu nutzen. Die Vorteile liegen für ihn ganz klar auf der Hand:

„Die SCS Bildgebung ist extrem patientenfreundlich, strahlenarm, höchst innovativ und sehr treffsicher in der Diagnostik.”

Mit dem eigenständigen Betrieb erzielt der Arzt schnell präzise Ergebnisse, auf deren Basis therapeutische Entscheidungen fundiert getroffen werden können. Dabei hilft die detaillierte, multiplanare Aufnahme in 0,2 mm Schichtdicke.

„Die Bildauflösung ist deutlich besser und genauer als eine Aufnahme mittels konventioneller Röntgenverfahren. Das hat direkten Einfluss auf die Aussagekraft der erstellen 3D-Schnittbilder und steigert meine Diagnosesicherheit enorm.”

 Einfach im Alltag, sicher in der Handhabung

Er betont besonders, dass es sich um eine praxisorientierte Lösung handelt, die dem Team den Einstieg leicht macht, sich im Alltag schnell bewährt und zugleich durch ihre kompakte Bauweise überzeugt. Die gängigen Vorurteile, die dieser Technologie gelegentlich entgegengebracht werden – etwa ein hoher Schulungsaufwand oder ein zu großer Platzbedarf – hält Herr Prof. Tobolski für unbegründet.

Seine langjährige Erfahrung zeigt vielmehr das Gegenteil: Die Implementierung gelingt mühelos, die Handhabung ist für das gesamte Team verständlich und der Nutzen im Praxisalltag sofort spürbar.

„Die Implementierung in die eigene Praxis ist einfacher als bei einem MRT und die Bedienung des Systems wird problemlos durchgeführt. Daher kann ich Bedenken um eine zu teure Anschaffung mit zu großem Personalaufwand nicht bestätigen.“

Für den Facharzt ist klar: Die Investition amortisiert sich schnell – durch eine saubere, zielgerichtete Diagnostik, die das Vertrauen der Patienten stärkt und unnötige Umwege erspart. Eine solch qualitativ hochwertige Leistung wird von den Patienten sehr geschätzt und honoriert.

Diagnostik mit hoher Teamakzeptanz

Damit ein neues Diagnostikverfahren erfolgreich ist, braucht es die Akzeptanz des Teams. In der Ortho4Sport ist das SCS MedSeries® H22 fest etabliert und wird von den Mitarbeitern nicht nur als technische Erweiterung, sondern vor allem als spürbare Erleichterung im Alltag wahrgenommen. Besonders geschätzt werden die einfache Bedienung und die schnelle Verfügbarkeit der Aufnahmen. Das Feedback fällt daher durchweg positiv aus, berichtet Herr Prof. Tobolski.

„Die Arbeit mit der SCS Bildgebung fällt meinen Mitarbeitern sehr leicht, da das Verfahren schnell erlernbar und gut reproduzierbar ist. Die Bedienung ist innovativ und daher wenig fehleranfällig. Es gibt eine kurze Learning Curve und alle Mitarbeiter sind sehr schnell in der Lage, sehr gute Bildergebnisse zu erzielen, die in einer qualifizierte Befundung resultieren.“


Das Ergebnis überzeugt nicht nur das gesamte Praxisteam – sondern auch die Patienten. Die 3D-Schnittbilder liegen dem behandelnden Arzt innerhalb weniger Sekunden vor und können gemeinsam am Befundmonitor besprochen werden.

Kommunikation auf Augenhöhe

Die Möglichkeit, die Untersuchungsergebnisse direkt im Anschluss gemeinsam mit den Patienten zu besprechen und dabei die dreidimensionale Darstellung einzusetzen, verbessert das Arzt-Patienten-Verhältnis spürbar, erklärt Herr Prof. Tobolski.

Diesen Aspekt sieht er als entscheidend für die Patientenkommunikation an, denn die Transparenz sorgt für mehr Akzeptanz und stärkt die gemeinsame Therapieentscheidung. Gerade im Bereich der Sportorthopädie, in der Patienten häufig einen hohen Anspruch an Präzision und Selbstbestimmung mitbringen, ist das ein echter Mehrwert.

„Durch die 3D-Darstellung können wir dem Patienten Gelenke plastisch zeigen und Probleme detailliert visualisieren. Das ist für mich der wichtigste Punkt in der Nutzung dieses Verfahrens. Wenn der Patient seinen Befund versteht, erreichen wir eine sehr hohe Patientencompliance.”

Verborgenes sichtbar machen und die richtige Diagnose finden

Mit Blick auf vergangene Fälle, die Herrn Prof. Tobolski besonders im Gedächtnis geblieben sind, berichtet er über Patienten mit langanhaltenden und ausgeprägten Beschwerden – oft nach scheinbar harmlosen Unfällen. Sie haben bereits zahlreiche Schnittbildverfahren hinter sich, viele unterschiedliche Befunde, aber keine klare Diagnose.

Diese Fälle kommen immer häufiger auf Anfrage von Rechtsanwälten, da die Versicherungen solche Patienten nicht selten als „Simulanten“ einstufen – mit dramatischen Folgen für deren Versorgung und Lebensqualität. Hier eröffnet die hochauflösende 3D-Diagnostik neue Perspektiven, erzählt der Facharzt.

„Bei solchen Fällen hilft uns die moderne 3D-Schnittbildgebung ganz besonders. Strukturelle Veränderungen in den oberen Kopfgelenken des Dens axis und beginnende arthrotische Veränderungen können mit der SCS Bildgebung einwandfrei dargestellt werden, während sie in der herkömmlichen Diagnostik untergehen.“

Für viele dieser Patienten bedeuten die neuen Befunde nicht nur lang erhoffte Klarheit über die Ursachen ihrer Beschwerden, sondern eröffnen zugleich endlich den Zugang zur richtigen Therapie – oftmals nach einer langen Phase der Unsicherheit, zahlreicher Voruntersuchungen und fehlender Antworten.

„Die 3D-Diagnostik macht in solchen Fällen wirklich den großen Unterschied und ich freue mich, dass ich den Patienten helfen kann.”

Fazit: Ein Verfahren, das in der eigenen Praxis nicht fehlen darf

Für Herrn Prof. Oliver Tobolski hat sich die SCS Bildgebung vom diagnostischen Werkzeug zu einem festen Bestandteil seiner ärztlichen Identität entwickelt. Sie verbindet technische Präzision mit echter Patientenorientierung: Plastische 3D-Rekonstruktionen schaffen Transparenz, erleichtern die Kommunikation und fördern die Compliance. Gleichzeitig überzeugt die Lösung durch ihre Effizienz und Wirtschaftlichkeit.

Für das Team der Ortho4Sport steht fest: Die SCS Bildgebung ist integraler Bestandteil moderner Orthopädie und für jede Praxis ein unverzichtbarer Fortschritt. Auch nach vielen Jahren der Nutzung ist Herr Prof. Tobolski nach wie vor überzeugt, dass die SCS Bildgebung einen festen Platz in der modernen orthopädischen Diagnostik verdient.

Besonders im niedergelassenen Bereich – aber auch in Kliniken, in denen viele Kolleginnen und Kollegen das Potenzial des Verfahrens bislang nicht kennen.

„Mit der SCS Bildgebung kann ich komplexe Fälle, die zuvor im diagnostischen Graubereich blieben, mit hoher Sicherheit klären. Das hat auf die Therapie und die Lebensqualität meiner Patienten einen entscheidenden Einfluss. Ich lade jeden ein, sich diese Lösung einmal anzuschauen. Ich zeige es gerne vor Ort – denn die Kombination aus schneller Untersuchung, niedriger Strahlendosis und hoher Auflösung ist einfach zu gut, um sie ungenutzt zu lassen.“

Prof. Dr. Oliver Tobolski
Ortho4Sport
Industriestraße 161
50999 Köln
www.ortho4sport.de

Digitale Volumentomographie mit dem SCS MedSeries® H22

SCS steht für Sophisticated Computertomographic Solutions und beschreibt die Lösung für die anspruchsvolle 3D-Bildgebung mit höchster Strahlenhygiene, höchster Bildauflösung sowie höchster Zeitersparnis für Patient, Praxis und Arzt – als Win-Win-Win-Situation – gleichermaßen.

Der digitale Volumentomograph SCS MedSeries® H22 besitzt ein breites Indikationsspektrum und ist aus der Orthopädie und Unfallchirurgie nicht mehr wegzudenken. Mit dem platzsparenden Design findet das DVT in jeder Praxis einen Platz. Dank der hohen Strahlenhygiene und der Auflösung von bis zu 0,2 mm ist der digitale Volumentomograph auch in der Pädiatrie anwendbar. Die vom DVT ausgehende Strahlendosis kann unterhalb der täglichen terrestrischen Strahlendosis eingestellt werden und ist im Vergleich zur Computertomographie um bis zu 92 % geringer.

Die hochauflösenden Schnittbilder stehen, inklusive Rekonstruktionszeit, innerhalb von drei Minuten in multiplanarer Ansicht (axial, koronal, sagittal) sowie in 3D am Befundungsmonitor zur Beurteilung durch den behandelnden Arzt zur Verfügung. Im Resultat ist es mit dem DVT möglich, eine 3D-Schnittbilddiagnostik durchzuführen, die sehr strahlungsarm ist, eine exakte Beurteilung von Grenzflächen zwischen Metall- und Knochenstrukturen zulässt, und sehr einfach am Patienten anzuwenden ist.

Jetzt Beratungsangebot zum planungssicheren Einstieg in die SCS Bildgebung anfordern.

 

Umfrage: Anwendung von Expertenkonsens-Empfehlungen in klinischen Leitlinien

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir möchten Sie herzlich einladen, an einer wichtigen internationalen Forschungsstudie teilzunehmen, die sich mit der Wahrnehmung und Anwendung von klinischen Leitlinien-Empfehlungen befasst.

Hintergrund und Bedeutung der Studie

In der modernen Medizin entstehen regelmäßig klinische Fragen, die sich nicht vollständig durch wissenschaftliche Evidenz beantworten lassen. In solchen Fällen greifen Leitlinienentwickler:innen auf Expertenkonsens-Empfehlungen zurück, um Kliniker:innen in ihrer täglichen Praxis Orientierung zu geben. Bislang ist jedoch wenig darüber bekannt, wie Sie als Leitlinienleser:innen diese Empfehlungen verstehen, interpretieren und in Ihrem klinischen Alltag umsetzen.

Worum geht es in dieser Umfrage?

Diese Studie untersucht Ihre Perspektive auf Konsens-Empfehlungen von klinischen Expert:innen – insbesondere in Bereichen, wo wissenschaftliche Evidenz begrenzt ist. Ihre Erfahrungen und Sichtweisen sind entscheidend für das Verständnis der Behandlungsrealität.

Ihre Vorteile der Teilnahme

  • Kurze Dauer: Die Bearbeitung dauert weniger als 10 Minuten
  • Anonymität: Ihre Antworten werden vollständig anonym erfasst
  • Freiwilligkeit: Sie können jederzeit abbrechen
  • Ethisch geprüft: Die Studie hat ein positives Votum der Ethikkommission der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen

Ihre Unterstützung ist wertvoll

Ihre ehrlichen und intuitiven Antworten tragen wesentlich zu einer besseren Verständnis der klinischen Praxis bei und helfen, zukünftige Leitlinien praxisnäher zu gestalten. Sollten Sie Fragen haben, wenden Sie sich bitte jederzeit an: medizindidaktik@uk-essen.de

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

GKV‑Beitragssatzstabilisierungsgesetz – was auf uns zukommt

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

am vergangenen Freitag hat der Deutsche Bundestag das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz beschlossen.

Ziel der Bundesregierung ist es offiziell, die Beitragssätze der GKV zu stabilisieren und die Ausgabendynamik zu begrenzen.

Für uns in den Praxen bedeutet das ab 01.01.2027 aber vor allem: weniger Geld für ambulante Leistungen (auch operative Eingriffe) und auch Leistungen im EGV-Bereich, aber auch weniger Leistungen im stationären Bereich.

Die KBV geht davon aus, dass der ambulanten Versorgung im kommenden Jahr bundesweit je nach Fachgruppe Vergütungsabschläge von bis zu rund 20–25 % drohen. In Hamburg werden wir bei ca. 30 % liegen. Die individuellen Honorarberechnungen der KV Hamburg bekommt ihr in den nächsten Tagen; sie zeigen, wie sich die Kürzungen konkret bei euch auswirken. Kurz vor Abschluss des Verfahrens wurde ein einziger, sehr umfangreicher Änderungsantrag der Regierungsfraktionen nachgereicht, der das Gesetz an mehreren Stellen noch einmal verschärft und zusätzliche handwerkliche Probleme geschaffen hat.

Es ist möglich, dass die erste Welle KV-Berechnungen diese Änderungen noch nicht vollständig abbildet. Klar ist bereits, dass auch bisher extrabudgetär vergütete Leistungen (z. B. Prävention, ambulante Operationen, Impfungen) künftig in stärker begrenzte Budgets (ggf. sogar in die MGV) gezogen werden sollen.

Was heißt das ganz praktisch?

Wir werden unsere Leistungen künftig konsequent an der Bezahlung ausrichten müssen. Einnahmenorientierte Ausgabenpolitik bedeutet ein einnahmenorientiertes Leistungsangebot: weniger Kassenfälle, mehr Priorisierung, mehr Selbstzahler- und IGeL-Leistungen.

Dr. Anna-Katharina Doepfer, Vizepräsidentin

Veranstaltungshinweis BVOU-Webinar

Wir berichten am Freitag, 17.07.26 um 19:00 Uhr zum aktuellen Stand zum Thema GKV-BSSG und diskutieren die Folgen mit namhaften Experten.

  • Dr. Helmut Weinhart – Vorstandsprecher BVOU
  • Kerstin van Ark – Geschäftsführerin DGPRÄC
  • Dr. Jörg Ansorg – Geschäftsführer BVOU

    Dazu namhafte Juristen (Dr. Clausen und Dr. List) und Abrechnungsexperten aus beiden Netzwerken/Fachgesellschaften.