Archiv für den Monat: Oktober 2025

Offener Brief an Bundesgesundheitsministerin Nina Warken zur geplanten Apothekenreform

Die von Bundesministerin Warken auf dem Deutschen Apothekertag verkündeten Pläne, Apotheken künftig mit urärztlichen Aufgaben zu betrauen, lösen in der Ärzteschaft deutlichen Protest aus.

Unten im Downloadbereich finden Sie den gemeinschaftlich verfassten offenen Brief an Bundesgesundheitsministerin Nina Warken.

Den Brief haben folgende Organisationen unterzeichnet:

–        Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen e.V. (BVKJ)

–        Berufsverband Deutscher Internistinnen und Internisten e.V. (BDI)

–        Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)

–        Bundesärztekammer

–        Marburger Bund

–        Hartmannbund

–        Hausärztinnen- und Hausärzteverband

–        Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa)

–        Virchowbund 

 

Berufs-Haftpflicht-Versicherung für BVOU-Mitglieder

Eine umfassende Berufs-Haftpflicht-Versicherung ist für Ärztinnen und Ärzte von essenzieller Bedeutung. Sie deckt spezifische Risiken ab, die im Rahmen der ärztlichen Tätigkeit auftreten können.

Laut der Musterberufsordnung sind Ärztinnen und Ärzte dazu verpflichtet, sich gegen Schadenersatzansprüche, die aus der ärztlichen Tätigkeit entstehen können, hinreichend zu versichern. Zudem ist eine ausreichende Berufs-Haftpflicht-Versicherung Voraussetzung für die Zulassung eines KV-Sitzes (Kassenärztliche Vereinigung) und somit für die Berechtigung, gesetzlich krankenversicherte Patientinnen und Patienten zu behandeln. Ein Haftungsfall kann außerdem den Ruf und den Alltag von Ärztinnen und Ärzten erheblich beeinträchtigen.

Ihr Berufsverband lässt Sie nicht allein. Schützen Sie, was Sie sich aufgebaut haben und profitieren sie als Mitglied des BVOU von exklusiven Sonderkonditionen:

Eine gute Berufs-Haftpflicht-Versicherung ist ein wesentliches Intrument, Haftungsfälle professionell zu managen und Schäden bestmöglich abzuwickeln. Sie deckt finanzielle Schäden ab, die durch fahrlässiges Handeln oder Unterlassen im beruflichen Kontext entstehen können. Dies umfasst sowohl die Entschädigung berechtigter Ansprüche als auch die Abwehr unberechtigter Ansprüche. Gleichzeitig sorgt sie dafür, dass Ihre Patientinnen und Patienten im Schadensfall schnell und angemessen entschädigt werden.

Ob Fehldiagnose oder andere berufsspezifische Risiken – die Versicherungslösungen von Funk bieten Ihnen eine maßgeschneiderte Absicherung. So können Sie sich auf das Wesentliche konzentrieren: Ihre Patientinnen und Patienten. Erfahren Sie mehr über Ihre Vorteile und lassen Sie sich individuell beraten.

Ihr Kontakt

Funk Hospital-Versicherungsmakler GmbH
Funk Ärzte Service
Sabine Stock
Mail: faes@funk-gruppe.de
Tel.: 040-35914-0

3D-Planung und personalisierte Lösungen bei komplexen Acetabulum-Revisionen: Präzision und Personalisierung in der modernen Orthopädie

Die Orthopädie entwickelt sich zunehmend in Richtung präziser, datenbasierter und patientenspezifischer Versorgung. Besonders in der komplexen Rekonstruktion gewinnen 3D-Planung und personalisierte Lösungen an Bedeutung. Der Grund ist klar: Treffen ausgeprägte Knochendefekte, veränderte Anatomie und hohe biomechanische Anforderungen zusammen stoßen Standardansätze an ihre Grenzen.

Die klinische Herausforderung der Acetabulum-Revision

Starke Erosion der medialen Wand, große kavitäre Defekte, vollständiger Verlust des Pfannenrands und Becken­diskontinuität erhöhen die Komplexität. Ziel ist nicht nur einen Defekt zu füllen. Chirurg:innen müssen eine stabile Fixation erreichen, die Biomechanik möglichst exakt wiederherstellen und die Voraussetzungen für ein dauerhaftes Ergebnis schaffen. In Re-Revisionsfällen steigt die Herausforderung weiter – mit direkten Folgen für Mobilität, Schmerzen und Lebensqualität der Patient:innen.

Präoperative Planung als Teil der Rekonstruktionsstrategie

Vor diesem Hintergrund gewinnt ein integrierterer Behandlungsansatz an Bedeutung. Fortschrittliche Bildgebung und 3D-Analyse ermöglichen eine genauere Beurteilung des Defekts und der verfügbaren Knochensubstanz vor dem Eingriff. Wichtige Rekonstruktionsparameter wie Rotationszentrum, Inklination, Anteversion und Fixationsstrategie lassen sich vorab festlegen. In enger Zusammenarbeit zwischen Operateur:in und klinischem Ingenieur entsteht so bereits vor der Operation ein umfassenderes Fallverständnis – statt sich ausschließlich auf intraoperative Erkenntnisse zu verlassen.

Was Personalisierung im OP verändert

Der Nutzen dieses Ansatzes wird besonders im OP greifbar. Ein 3D-gedrucktes, patientenspezifisches Implantat wird passend zur individuellen Anatomie und zum Defekt entwickelt und ermöglicht eine Passform, die mit Standardkomponenten nicht erreichbar ist. Zudem sind viele kritische Rekonstruktionsentscheidungen bereits präoperativ definiert. Das reduziert die intraoperative Komplexität, verringert den Bedarf mehrere Komponenten während des Eingriffs zu kombinieren oder anzupassen, und unterstützt einen effizienteren OP-Ablauf.

Materialise aMace

Ein starkes Beispiel dafür ist Materialise aMace, ein patientenspezifisches Acetabulum-Implantat auf Basis detaillierter präoperativer 3D-Analyse. Materialise verfügt über mehr als 15 Jahre Erfahrung und hat über 2.000 komplexe Acetabulum-Rekonstruktionen unterstützt. Die Technologie zur Quantifizierung des acetabulären Knochenverlusts und 3D-Visualisierung des verfügbaren Knochens unterstützt eine Rekonstruktionsstrategie, bei der Implantat und Fixation individuell angepasst werden – ohne unnötige Knochenresektion. Das Implantat wird in enger Zusammenarbeit zwischen Chirurg:in und klinischem Ingenieur entwickelt; über eine interaktive Online-Plattform ist direkter Input im Planungsprozess möglich. Patientenspezifische Bohrschablonen unterstützen zudem eine präzise Schraubenplatzierung. Veröffentlichte klinische Ergebnisse zeigen eine Implantatüberlebensrate von 97 %¹; 98 % der Patient:innen würden sich erneut für den Eingriff entscheiden².

Fazit

3D-Planung und personalisierte Implantatlösungen stehen für eine breitere Entwicklung in der Orthopädie da, in der Präzision und individualisierte Versorgung zunehmend enger miteinander verknüpft werden. Bei komplexen Acetabulum-Revisionen kann dieser Ansatz helfen, Eingriffe fundierter vorzubereiten und Rekonstruktionen planbarer umzusetzen. Lösungen wie Materialise aMace zeigen, wie sich dieses Konzept in die klinische Praxis übertragen lässt.

Learn more about aMace: https://www.materialise.com/en/healthcare/amace-acetabular-hip-implant

1Baauw et al. 2020, 2017, 2015; Citak et al, 2017; Colen et al. 2013; Goriainov et al. 2018; Myncke et al. 2017; Van Eemeren et al. 2020; Matar et al. 2020; Gruber et al. 2020; Scharff-Baauw et al. 2021; Augustyn et al. 2022; Faraj et al. 2023; Madanipour et al. 2022​

2Baauw et al. 2017; Colen et al. 2013; Myncke et al. 2017; Scharf-Baauw et al. 2021​

ePA-Einführung zeigt:
So gelingt Digitalisierung nicht!

„Zum Tag der verpflichtenden Einführung der elektronischen Gesundheitsakte ePA zieht der Bundesvorsitzende des Virchowbundes, Dr. Dirk Heinrich, eine durchwachsene Zwischenbilanz:

„Nach einem quälend langen Vorlauf sind wir bei der Modernisierung des Gesundheitswesens zwar einen Schritt weiter. Aber es steht fest: So wird die Digitalisierung in Deutschland nicht gelingen“, erklärt der Vorsitzende des Verbandes der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in Deutschland.

Und das liege nicht an den Praxisärzten, die in der zurückliegenden Zeit in ihren Praxen digitalisiert und modernisiert haben. „Während Praxisärzte immer unter dem Damoklesschwert von Strafzahlungen stehen, können Technikanbieter sanktionslos versagen oder einfach nicht fristgerecht liefern“, so Dr. Heinrich. „Deshalb müssen diese Sanktionen sofort beendet werden! Denn in vielen Praxen kann die ePA einfach aus dem Grund nicht umgesetzt werden, weil die Hersteller von Praxisverwaltungssoftware noch gar nicht geliefert haben“, berichtet Dr. Heinrich.

Zudem sei der gesamte Krankenhausbereich noch gar nicht an das System der ePA angebunden, wodurch der digitale Bruch an der Sektorengrenze weiterhin bestehen bleibt.

„Auch die ePA selbst bleibt technisch weit hinter den aktuellen Möglichkeiten zurück. Statt einer unstrukturierten Sammlung von PDF-Dokumenten sind strukturierte Daten erforderlich, die dem Arzt die Patientengeschichte auf einen Blick ermöglichen. Weitere Anwendungen wie der elektronische Impfpass lassen weiter auf sich warten. 

Hier bietet sich aktuell gerade mit der geplanten Einführung eines Primärarztsystems eine einmalige Chance: „Ein Primärarztsytem mit einem steuernden und koordinierenden Haus- oder Facharzt funktioniert am besten mit einem digitalen Check-In, einer KI-basierten Ersteinschätzung und einer echten strukturierten, sektorenübergreifenden Patientenakte mit den Informationen aus den Krankenhäusern. Dafür sollten wir uns dann auch zwei Jahre Zeit der intensiven Vorbereitung nehmen. Letztendlich hat uns Apple mit seinem iPhone gezeigt, wie sich Digitalisierung durchsetzt: Mit einem Produkt, das jeder haben will, weil es dem Nutzer Vorteile bringt“, so der Virchowbund-Chef.

Dr. Heinrich weiter: „Insgesamt hat Deutschland in Sachen Digitalisierung des Gesundheitswesens noch viel Nachholbedarf, insbesondere bei der nutzenorientierten Konzeption. Nur wenn die Anwender einen konkreten Nutzen haben, werden Digitalisierungsprojekte erfolgreich umgesetzt. Deshalb ist es unverständlich, warum beispielsweise noch immer kein digitaler Praxis-Check-In bei Haus- und Fachärzten möglich ist.“

Quelle: Virchowbund