Archiv für den Monat: Mai 2019

Krankenhäuser brauchen einen ausfinanzierten Masterplan

Berlin – „Es wird Zeit, dass sich die Politik endlich dieser Thematik annimmt. In den Krankenhäusern weiß man, welchen Nutzen eine flächendeckende Digitalisierung in vielerlei Hinsicht bringen würde“, sagt Peter Asché, Vizepräsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) und zuständig für das Thema IT, zum jüngsten gesetzgeberischen Aufschlag des Gesundheitsministers, dem Digitale Versorgung-Gesetz.

Der VKD betont seit langem, dass die Digitalisierung zur Bewältigung der aktuellen Herausforderungen in der Gesundheitsbranche ein wesentlicher Faktor ist. Auch, dass der Gesetzentwurf den Weg in Richtung smarter Versorgung weist, ist aus Sicht des VKD richtig. Patienten und Mitarbeiter sind die treibenden Kräfte der Digitalisierung nach innen wie nach außen. Seit mehr als 10 Jahren trägt der VKD, tragen viele Krankenhäuser, im Rahmen der Entscheiderfabrik aktiv zur Erprobung von Digitalisierungsprojekten bei.

„Berücksichtigt werden muss aber“, so Peter Asché, „dass die Einführung einer digitalen Patientenakte für die Krankenhäuser – im Koalitionsvertrag ebenfalls bis 2021 vorgesehen – deutlich komplexer und umfangreicher ist, als die Anbindung der Krankenhäuser an die elektronische Patientenakte im niedergelassenen Bereich. Während für die elektronische Patientenakte im ambulanten Bereich vom Ministerium Kosten in Millionenhöhe veranschlagt werden – zu zahlen von den Krankenkassen – geht es für die Krankenhäuser um deutlich höhere finanzielle Belastungen. Woher dieses Geld kommen soll, steht angesichts völlig unzureichend von den Bundesländern bereitgestellten Investitionsfördermitteln in den Sternen.“

Internationale Erfahrungen, etwa aus den USA, zeigten, dass dafür in Deutschland etwa 10 Milliarden Euro, verteilt über fünf Jahre, aufgebracht werden müssten. Nur so wird der stationäre Bereich zügig Anschluss auch an internationale Entwicklungen finden.

Ein zweites Problem stellt sich für eine Reihe von Krankenhäusern in Flächenregionen angesichts der Forderung – und auch der Notwendigkeit – telemedizinische Vernetzung zwischen Krankenhäusern und mit den ambulanten Gesundheitsversorgern zu ermöglichen. Wo es noch keine Breitbandanbindung gibt, ist die Übertragung von Bildern für eine sichere Befundung zum Beispiel schlicht nicht möglich. Hier gibt es längst bekannte Defizite, die nun schleunigst ebenfalls behoben werden müssen.

Der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands sieht die Initiativen des Bundesgesundheitsministers, endlich nach Jahren der Verschleppung der Digitalisierung einen Schub zu versetzen, positiv. Auch die dafür geplante Verlängerung des Innovationsfonds bis zum Jahr 2024 ist sicher sinnvoll. Der aktuelle Gesetzentwurf richtet sich vor allem an Versicherte, Patienten, niedergelassene Ärzte und Krankenkassen.

Peter Asché: „Für die Krankenhäuser und deren flächendeckende digitale Ausstattung muss hier aber noch mehr getan werden. Für sie ist ein ausfinanzierter Masterplan notwendig. Sie sind der Kern der Gesundheitsversorgung – wie Jens Spahn erst vor wenigen Tagen vor den Teilnehmern der Jahrestagung des VKD in Berlin betont hat.“ 

Quelle: VKD

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MVZ-Konzeptbewerbung derzeit noch nicht berücksichtigungsfähig

Kassel – Bewerbungen eines Medizinischen Versorgungszentrums um einen Vertragsarztsitz nur mit einem Versorgungskonzept ohne Benennung eines für dessen Umsetzung geeigneten Arztes können bei der Auswahlentscheidung noch nicht berücksichtigt werden. Es fehlen hierfür konkretisierende Regelungen, die zunächst der Gesetzgeber oder Verordnungsgeber erlassen muss; die Gerichte können sie unter Beachtung der Gewaltenteilung nicht selbst schaffen. Das hat der 6. Senat des Bundessozialgerichts am Mittwoch, den 15. Mai 2019 in einem Revisionsverfahren zur Vergabe eines Sitzes für einen Orthopäden in Mittelfranken entschieden (Aktenzeichen B 6 KA 5/18 R).

Mit der im Jahr 2015 eingefügten Vorschrift zu Konzeptbewerbungen wollte der Gesetzgeber den Medizinischen Versorgungszentren ermöglichen, sich um einen Vertragsarztsitz zu bewerben, ohne dafür schon einen bestimmten Arzt angestellt zu haben. Das am 11. Mai 2019 in Kraft getretene Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) hat die Regelung zu Konzeptbewerbungen nur geringfügig verändert. Sie ist nicht nur für Nachbesetzungsverfahren nach dem Ausscheiden von Vertragsärzten, sondern entsprechend auch für Zulassungsverfahren nach partieller Aufhebung von Zulassungsbeschränkungen anwendbar.

Allerdings würde ein Medizinisches Versorgungszentrum mit dem Zuschlag für ein bloßes Versorgungskonzept eine “arztlose Anstellungsgenehmigung” erhalten. Eine solche Berechtigung ist bisher weder im Gesetz noch in der Zulassungsverordnung für Vertragsärzte vorgesehen. Die hierzu erforderlichen näheren Bestimmungen, die auch den unterlegenen Mitbewerbern die Geltendmachung ihrer Rechte im weiteren Verfahren ermöglichen und zudem regeln müssen, was gilt, wenn das Versorgungskonzept nicht oder nicht mehr umgesetzt wird, können die Gerichte nicht selbst treffen. Es ist Aufgabe des Gesetzgebers beziehungsweise des Verordnungsgebers der Zulassungsverordnung, solche Regeln zu schaffen. Solange sie nicht existieren, können Konzeptbewerbungen ohne Benennung eines Arztes in einem Auswahlverfahren nicht berücksichtigt werden.

Quelle: BSG

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Umfrage: Zukunftsmarkt – Gesundheit 4.0

— Deutschlandweite Befragung unter ÄrztInnen und medizinischem Personal —


Sehr geehrte Damen und Herren,

die Digitalisierung hält längst auch im deutschen Gesundheitssystem Einzug. Als Software Anbieter für ein digital vernetztes Gesundheitswesen ist die samedi GmbH stets bestrebt die Ansichten, Herausforderungen und Wünsche der Gesundheitsdienstleister detailliert zu erkennen und somit smarte Lösungen zu entwickeln. Daher führt die samedi GmbH eine deutschlandweite Befragung zum Thema „Ärzte & medizinisches Personal im Zukunftsmarkt – Gesundheit 4.0“ durch.

Die Fragen beziehen sich insbesondere auf folgende Themen:
• Welche Herausforderungen bestehen im beruflichen Alltag?
• Welche beruflichen Ziele werden verfolgt?
• Bekanntheit und Nutzen von Termin- und Behandlungsplanungs-Software?

Die Beantwortung der folgenden Fragen dauert etwa 10 bis 15 Minuten. Ihre Angaben werden nach den gesetzlichen Datenschutzbestimmungen anonym erfasst und von uns absolut vertraulich behandelt. Wir danken Ihnen im Voraus für Ihre Beteiligung. Sollten Sie Fragen zur Befragung haben melden Sie sich gerne über: kontakt@samedi.de.

Unter allen Teilnehmern verlost samedi 2×2 Kinotickets in einem Kino Ihrer Wahl. Die Gewinner werden nach Abschluss der Befragung ausgelost und informiert.

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FAB: Komprimierte Vorbereitung auf die Facharztprüfung

Termine:
Kommende Facharztvorbereitungskurs – zur Anmeldung

Nachbericht zum 26. FAB Juni 2019 in Berlin: “Gesamtüberblick und Fokus auf das Wesentliche”

Die Facharztvorbereitungskurse der ADO bereiten mit großem Aufwand und seit diesem Jahr komplett digital auf die Facharztprüfung vor. Sie finden 2 x jährlich in Berlin statt.

Über unsere O&U Events App realisieren wir bei diesem Seminar folgende Zusatzangebote:

  • interaktive Prüfungsfragen nach jedem Vortrag (Live-TED-System)

  • Zusatzmaterial: Leitlinien, BVOU Webinare, Amboss für Ärzte (2 x 1 Monat frei)

  • Alles auf dem Smartphone: Vortragsfolien, Zusatzmaterialien sowie TED und Chat

In den Vorträgen werden Fragen aus realen Facharztprüfungen bearbeitet und diskutiert. Um das gesamte Auditorium einzubinden, nutzen wir dafür die TED-Umfragen der neuen O&U Events App. Über diese App haben Sie auch Zugang zu allen Vortragsfolien, der Evaluation und können mit Referenten und Teilnehmern chatten.

 

Neben der Darstellung des prüfungsrelevanten Wissens, bereiten die Referenten die Teilnehmer des Facharztvorbereitungskurses in einer simulierten Prüfungssituation auf zu erwartende, konkrete orthopädisch-unfallchirurgische Fragestellungen vor. Bisherige Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer halten die Themen- und Formatvielfalt an den sechs Unterrichtstagen für eine gelungene Vorbereitung. So auch Assistenzärztin Dr. Damaris Essing aus Münster. Sie nahm an dem einwöchigen Kursformat im November teil.

Wo haben Sie Ihre Weiterbildung absolviert? Wo und wie möchten Sie danach arbeiten?

Dr. Damaris Essing: Ich habe meine Weiterbildung in der Raphaelsklinik in Münster begonnen. In der dortigen Klinik für Unfallchirurgie und orthopädische Chirurgie habe ich meine unfallchirurgische Zeit inklusive des Common Trunks absolviert. 2015 wechselte ich in die MediaPark Klinik in Köln. Hier konnte ich mein orthopädisches Spektrum sowohl im Bereich der konservativen als auch der operativen Behandlung erweitern. Im Juli dieses Jahres habe ich in einer chirurgisch-orthopädischen Gemeinschaftspraxis („COP Telgte“) in der Nähe von Münster zu arbeiten begonnen.

Nach dem Ende meiner Weiterbildungszeit möchte ich in der konservativen Orthopädie in der Niederlassung bleiben. Neben der Arbeit in der Praxis würde ich zudem gerne meine Tätigkeit als Sportärztin der Nationalmannschaft der Rollstuhlbasketball-Damen fortführen.

Warum hatten Sie sich für den FAB angemeldet? Was sollte er Ihnen bringen?

Essing: Um mich nun auf das Ende meiner Weiterbildung und entsprechend auf die Facharztprüfung vorzubereiten, wollte ich gerne den Vorbereitungskurs absolvieren, um neben dem selbstständigen Lernen noch einmal die wichtigen Schwerpunkte komprimiert zu wiederholen.

Bei welchen Themen hatten Sie das Gefühl, Sie würden diese gern noch vertiefen?

Essing: Dadurch, dass ich schon zu Beginn meiner Weiterbildung wusste, dass ich in der konservativen Orthopädie und Sportmedizin landen will, ist für mich der Bereich der Unfallchirurgie und dort insbesondere der großen Frakturversorgung noch zu vertiefen. Im Rahmen des Kurses ist es allerdings nicht möglich, auf die Schwächen des Einzelnen näher einzugehen. Das Feld der Orthopädie und Unfallchirurgie ist einfach zu groß. So können viele Themen nur angerissen werden.

Welche Aspekte von O und U sind in Ihrer Weiterbildung zu kurz gekommen? Was hätte Sie persönlich noch mehr interessiert?

Essing: In meinem Fall ist die Unfallchirurgie zu kurz gekommen. Das war aber meine persönliche Entscheidung, da ich wusste, wo ich landen möchte. Man hat als Assistenzarzt ja schon viele Möglichkeiten, seine eigenen Interessen zu vertiefen. Man muss sich leider früh darüber im Klaren sein, wo der Weg mal hinführen soll, um so entsprechend seine Stellen auszusuchen und den Bereich, der für einen selber im Vordergrund steht, erweitern zu können.

Was hat Ihnen am FAB gefehlt?

Essing: Ich könnte jetzt gar nichts nennen, was mir gefehlt hat. Es ist eben ein Anriss jeder Thematik, und dann muss man eigenverantwortlich weiter lernen und seine Schwächen aufarbeiten.

Was würden Sie am Kursformat anders strukturieren?

Essing: Die Struktur war insgesamt durchdacht, so dass ich keine tolle Idee hätte, wie man es besser machen könnte oder sollte. Nach den knapp sechs Tagen raucht der Kopf. Wir wurden mit Fakten geradezu überschüttet, aber dies war auf keinen Fall negativ und ist in solch einem großen Fachgebiet auch einfach nicht zu verhindern.

Was hat Ihnen gut gefallen am FAB? Welche Themen, Referenten, Details?

Essing: Der Kurs war insgesamt sehr gut. Es waren nur sehr wenige Referenten, die ihre Themen nicht optimal vermittelt haben. Die meisten Dozenten haben jahrelange Erfahrung, was man sofort merkt, da sie die wichtigen Dinge direkt auf den Punkt bringen können und ihrer Struktur treu bleiben.

Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Janosch Kuno.

 
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Springer: Mitgliederseite mit Informationen und Services

Die Mitglieder des BVOU und der Fachgesellschaften in O und U (DGOU, DGU, DGOOC, VLOU) haben auf der Website von Springer Medizin Zugriff auf verschiedene Informations- und Serviceangebote.

Die Springer-Mitgliederseite bietet Ihnen:

  • Aktuelle Meldungen aus O und U
  • Digitalen Zugriff auf Ihre Mitgliederzeitschrift „Orthopädie und Unfallchirurgie. Mitteilungen und Nachrichten – OUMN“
    • Jede Ausgabe der Zeitschrift als ePaper
    • Alle Beiträge als PDF
    • Umfassendes Zeitschriftenarchiv
  • CME-Kurse zu aktuellen Themen aus O und U (Punkteübermittlung direkt an die Landesärztekammer)
  • Ausführlicher Kongress- und Veranstaltungskalender
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BVOU in Baden-Baden: Positive Stimmung und fachlicher Austausch

Baden-Baden – Die VSOU-Jahrestagung ist für das Team der BVOU-Geschäftsstelle traditionell ein wichtiges Ziel. Am Stand zu Gast waren Olga Zöllner von der Funk Gruppe und Jeannine Hauke und Tim Schneider von der Deutschen Arzt AG (DAAG). Die drei Kooperationspartner blicken auf drei erfolgreiche Tage mit interessanten Gesprächen am BVOU-Stand zurück.

Wie wurden Ihre Informationsangebote am BVOU-Stand aus Ihrer Sicht wahrgenommen?

Olga Zöllner: Die Funk Gruppe als Kooperationspartner des Berufsverbandes in Versicherungsfragen, konnte sich über zahlreiche konstruktive Gespräche sowohl mit den Verbandsmitgliedern als auch mit den potentiellen Mitgliedern des BVOU erfreuen. Auch die vor Ort ausgelegten Informationen zu zahlreichen Berufs-Versicherungen fanden bei den Interessierten einen positiven Anklang.

Jeannine Hauke: Auch die DAAG-Informationsangebote am BVOU-Stand wurden sehr gut angenommen. Es war immer viel los und es mangelte nicht an konstruktiven und interessanten Gesprächen. Wenn mal zu viel Aufgebot am Stand war, war es daher sehr gut sich für längere Gespräche in den Sitz- und Stehtischbereich hinter dem Stand zurückziehen zu können.

Tim Schneider: Die gute Stimmung der Aussteller haben auch die Interessenten sehr deutlich vernommen und kehrten gerne, auch mehrfach,  für einen fachlichen Austausch an den Stand zurück.

Was interessierte die Mitglieder besonders? Was haben sie besonders gefragt?

Hauke: Mittlerweile sind viele BVOU-Mitglieder sehr gut informiert und haben nur noch Detailfragen, bevor sie eine Zusammenarbeit mit der Deutsche Arzt AG starten. Mitglieder, die bereits Teil unseres Expertennetzwerks sind, freuten sich über die gute Zusammenarbeit und kamen mit Rückfragen oder kleineren Anliegen auf uns zu.

In diesem Jahr konnten wir eine Preiserhöhung der physiotherapeutischen Leistungen für BARMER-Versicherte im Rahmen des besonderen Versorgungsvertrages verkünden. Das war genauso ein großes Thema, wie der regionale Bedarf an weiteren Netzwerkärzten und Physiotherapeuten. Mit dem Wissen wo weitere Einrichtungen laut Krankenkasse dringend benötigt werden, um eine flächendeckende Versorgung zu erreichen und wie die aktuellen Preise für die Physiotherapeuten ausfallen, sind nun wieder viele BVOU-Mitglieder mit praxisnahen Physiotherapie-Zentren in Kontakt getreten, um eine Kooperation mit der Deutschen Arzt AG anzustreben. Natürlich bieten wir bei der Suche nach einer geeigneten physiotherapeutischen Einrichtung gerne unsere Unterstützung an.

Schneider: Auch das Thema Telemedizin und Fernbehandlung erwies sich als echter Publikumsmagnet. Da sich der Markt zurzeit sehr dynamisch präsentiert und sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen zum 1. April 2019 erneut geändert haben, war der Informationsbedarf enorm hoch. Die zahlreichen Interessenten konnten sich nicht nur am Stand zum Thema informieren lassen, sondern auch einige Vorträge und Workshops haben die Chancen der innovativen Kommunikationslösung aufgegriffen.

So konnten Interessenten sich bereits vor Ort von der Leistungsfähigkeit der Videosprechstunde „sprechstunde.online“ von der Deutschen Arzt AG überzeugen.

Zöllner: Die Kongressteilnehmer erkundigten sich zudem häufig nach den bestehenden Sonder- und Rahmenkonditionen für Verbandsmitglieder.

Insbesondere das außerordentliche Preis-Leistungsverhältnis der exklusiv für BVOU-Mitglieder bestehenden Versicherungslösungen – sowohl obligatorisch als auch fakultativ – wurde in den persönlichen Gesprächen detailliert erörtert. Die Resonanz hierzu war aus der Sicht der Funk Gruppe positiv.

Vielen Dank für Ihr Feedback!

Das Interview führte Janosch Kuno, BVOU-Presse.

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MDK-Reform: Politik reagiert auf massive Schieflage

Berlin – „Die Politik reagiert auf eine gravierende Schieflage, die viele Krankenhäuser wirtschaftlich in Schwierigkeiten gebracht hat“, kommentiert der Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD), Dr. Josef Düllings. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat den Referentenentwurf für ein MDK-Reformgesetz vorgelegt. Eine grundsätzliche Veränderung der Prüfpraxis fordert der Verband schon seit langem.

„Der medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) ist in den letzten Jahren immer mehr zu einer Gelddruckmaschine für eine ganze Reihe von Krankenkassen geworden – und zu einer Gefahr für die Wirtschaftlichkeit von Krankenhäusern“, so Düllings. „Die eigentlich richtige Zielsetzung der Rechnungsprüfung wurde zweckentfremdet und zur Zwangsrabattierung missbraucht.“ Der nun vorgelegte Referentenentwurf zeige, dass die Politik dem unfairen Treiben der Krankenkassen und der Instrumentalisierung des MDK ein Ende setzen will, das absehbar zu einer Beschädigung flächendeckender Versorgungsstrukturen führen würde.

„Zu begrüßen ist insbesondere die geplante Abkoppelung des Medizinischen Dienstes von den Krankenkassen und seine Überführung in ein unabhängiges Prüfinstitut. Eine zentrale Forderung des VKD“, so der VKD-Präsident. „Ungeachtet noch zu diskutierender, durchaus schwieriger Details – der Teufel steckt ja, wie wir wissen, oft im Detail – besteht damit die Chance, dass der Schiedsrichter wirklich Unparteiischer wird. Zu begrüßen ist ebenso die Abschaffung der Aufrechnung von strittig gestellten Rechnungen mit unstrittigen Rechnungen sowie die vorgesehene Begrenzung der maximal zulässigen Prüfungen mittels Obergrenzen für Prüfquoten.“

Was im Referentenentwurf fehle, sei eine Klarstellung der Unterscheidung zwischen Falschabrechnung und strittiger Versorgungsform. Dr. Düllings: „Die Behauptung, 50 Prozent der Abrechnungen seien falsch, stimmt nicht. Eine Analyse der Daten des MDK Nordrhein durch Kaysers Consilium hat ergeben, dass über 96 Prozent der Abrechnungen korrekt sind. Was als Falschabrechnung behauptet wird, sind korrekte Abrechnungen von Leistungen, die der MKD als falsche Versorgungsform einstuft.“

So führe in nicht wenigen Regionen Deutschlands der zunehmende Mangel an Pflegekräften in ambulanten Pflegediensten, stationären Pflegeeinrichtungen und Reha-Einrichtungen dazu, dass eine zeitnahe Anschlussversorgung immer schwieriger zu organisieren sei. Die ersatzweise erbrachten Pflegeleistungen in Krankenhäusern mit Verweildauerverlängerung würden von den Versicherten zwar in Anspruch genommen, die Vergütung dafür von den Krankenkassen aber gestrichen.

„Wir beobachten, dass der Versorgungsauftrag der Krankenkassen nach dem Sozialgesetzbuch V und XI zunehmend unentgeltlich auf die Krankenhäuser verlagert wird. Das kann so nicht bleiben. Im MDK-Reformgesetz braucht es daher eine Regelung, die die Versorgung der Patienten und ihre Finanzierung sicherstellt, soweit objektiv Lücken in der Anschlussversorgung oder auch in der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung vor Kontakt mit dem Krankenhaus bestehen“, so der VKD-Präsident.

Der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands e.V. (VKD) vertritt mit rund 2.250 Mitgliedern das Management fast aller deutschen Krankenhäuser einschließlich der Rehabilitationskliniken und Pflegeeinrichtungen.

Quelle: VKD

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