Archiv für den Monat: Juni 2017

Gröhe: Versorgung diskutieren, nicht Bürgerversicherung

Berlin – Zurückhaltend hat sich Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) zur anstehenden Reform der Ärztlichen Gebührenordnung (GOÄ) geäußert. Bei einer Podiumsdiskussion während des Sicherstellungskongresses der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) wurde er nach der wiederaufgeflammten Diskussion um die Bürgerversicherung, dem dualen System und der GOÄ gefragt. Er wolle ja den politischen Konkurrenten keine Ratschläge geben, so Gröhe. Aber man sei gut beraten, wenn man sich nicht über Systemdebatten unterhalte, sondern über das, was Behandlungsbedarfe seien. Mit einem „Zwangsverband von Versicherungssystemen“ werden seiner Meinung nach weder die Versorgungsprobleme Stadt-Land gelöst noch die Digitalisierung befördert.

Gröhe: Den Kassen Freiräume lassen

Gröhe stellte zudem klar, dass er den Krankenkassen bestimmte Satzungsleistungen wie Homöopathie nicht verbieten lassen will. Für viele ihrer Leistungen gebe es quasi ein Pflichtenheft. Wenn die Leistungen in diesem Bereich stimmten, solle man Krankenkassen darüber hinaus Freiräume lassen. Dennoch schaue man sich bestimmte Entwicklungen unter dem Aspekt der Patientensicherheit an.

Gassen: Homöopathie sollten Patienten extra bezahlen

Der KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Andreas Gassen vertrat eine andere Meinung: Es gehe nicht, dass bei einem gedeckelten ambulanten Gesamtbudget, bei dem zum Teil jede fünfte Leistung nicht bezahlt werde, für nicht evidenzbasierte Leistungen Geld ausgegeben werde. In Form von Extrapaketen, die vom Patienten zusätzlich bezahlt würden, sei dies völlig in Ordnung.

Heller: Zeitangaben waren Mammutaufgabe

Was die GOÄ-Novellierung anbelangt, so soll bis Herbst eine ärztlich konsentierte Version vorliegen. BVOU-Vizepräsident Prof. Dr. Karl-Dieter Heller, der seit Monaten daran mitarbeitet, berichtet über den Fortgang der Arbeiten regelmäßig in der OUMN. Zuletzt wies er darauf hin, dass es eine Mammutaufgabe war, in kürzester Zeit die erarbeiteten Legendierungen mit Zeitangaben zu versehen, zum Beispiel für Assistenten und Pflegekräfte, für Schnitt-Naht-Zeiten, Raumbelegung etc. „Nach unserer Überarbeitung liegen die gewünschten Zeiten für das muskuloskelettale System inklusive Arthroskopie, Endoprothetik und Wirbelsäulenchirurgie vor“, schrieb Heller in der OUMN 3. Deutlich habe man auch erneut Befürchtungen vorgetragen, „dass die GOÄ einen Touch Richtung EBM habe, was natürlich inakzeptabel ist“.

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Team BVOU nach der ISO 9001-Zertifizierung 2017

BVOU-Geschäftsstelle zertifiziert nach ISO 9001:2015

Berlin – Die BVOU-Geschäftsstelle und ihr Qualitätsmanagement wurde am 29.06.2017 nach ISO 9001:2015 zertifiziert. Damit sind das QM-System, die internen Prozesse und alle Mitarbeiter auf dem neuesten Stand.

Schatzmeister Dr. Helmut Weinhart und Geschäftsführer Dr. Jörg Ansorg gratulierten als erste und dankten allen Mitarbeitern für ihre zusätzlichen Arbeiten bei der Überarbeitung und Aktualisierung des Qualitätsmanagement-Systems.

Besonderer Dank und Anerkennung gilt unserer QM-Beauftragten, Frau Sabine Franzke-Helmts, die die Rezertifizierung mit großer Sorgfalt und Umsicht vorbereitet und alle Teammitglieder im Vorfeld in einem internen Audit ausführlich befragt hat. Die Ergebnisse wurden sofort in konkrete Vorschläge und Maßnahmen umgesetzt.

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Infos über regionale Projekte und Erfolge

Berlin – „Die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) organisieren kreativ alleine oder gemeinsam mit Partnern die ambulante und wohnortnahe Versorgung – und zwar auch dort, wo sich viele Institutionen bereits zurückgezogen haben.“ Darauf hat Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), in Berlin im Rahmen des KBV-Sicherstellungskongresses während der „Woche der ambulanten Versorgung“ hingewiesen. Sein Fazit: „Wir stellen sicher – jetzt und in Zukunft.“

Vom 26. bis 30. Juni haben KBV und KVen mit einem Kongress und vielfältigen regionalen Aktionen auf die Bedeutung und Leistungsfähigkeit der ambulanten Versorgung aufmerksam gemacht. Auf dem Sicherstellungskongress zeigten viele KVen Beispiele, lieferten Fakten und wiesen auf Besonderheiten ihrer jeweiligen regionalen Situation hin. „Es gibt nicht die eine allgemeine Lösung. Am besten wissen die KVen vor Ort, wie Versorgung funktioniert“, erklärte der KBV-Chef.

Modelle zur Verzahnung im Fokus

Parallel zu den Diskussionsrunden und Fachseminaren ist der Sicherstellungskongress damit eine Art Leistungsschau des KV-Systems: 30 Ausstellungen zeigten erfolgreich laufende Modellprojekte der KVen und anderer Akteure des Gesundheitswesens, mit denen die Versorgung besser verzahnt und gebündelt wird. Bereits der Vorgänger des Kongresses, die KBV-Versorgungsmesse, war ein Erfolg.

Imagekampagne mit Orthopäden-Beteiligung

Die KBV hat die „Woche der ambulanten Versorgung“ auch genutzt, um umfangreiche Infomaterialien mit Zahlen, Fakten und Best-Practice-Beispielen herauszugeben. Mit der Broschüre „Ohne uns tut’s weh.“ informieren KBV und KVen über die Leistungen und Herausforderungen der ambulanten Versorgung. Außerdem erschienen Faktenblätter mit Daten zur ambulanten Versorgung auch für die Praxis. Die „Woche der ambulanten Versorgung“ ist Teil der Kampagne „Wir arbeiten für Ihr Leben gern!“. Daran haben sich auch Orthopäden und Unfallchirurgen beteiligt.

Quelle: KBV

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G-BA

Kritik an Ablehnung der G-BA-Kandidaten

Berlin – Mit einer gemeinsamen Stellungnahme haben die Vorstände von Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV), Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung (KZBV) und der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) auf die Ablehnung der Kandidaten für die beiden Posten der Unparteiischen im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) reagiert. „Wir sind enttäuscht über diese Entscheidung. KBV, KZBV und DKG haben einen einstimmig beschlossenen Personalvorschlag unterbreitet mit Kandidaten, deren fachliche Eignung unbestritten ist. Vor diesem Hintergrund ist das ablehnende Votum des Gesundheitsausschusses unverständlich, sachlich nicht gerechtfertigt und stellt das Prinzip der Selbstverwaltung infrage.“

Nicht überzeugt von Unparteilichkeit und Unabhängigkeit

Der Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages hatte die Personalvorschläge für die Besetzung in beiden Fällen mit 36 zu 0 Stimmen abgelehnt. Zur Begründung wurden Bedenken an ihrer Unparteilichkeit und Unabhängigkeit angeführt. Die Entscheidung sage nichts über die fachliche und persönliche Qualifikation der Kandidaten aus, hieß er weiter.

Nominiert hatten KBV, KZBV und DKG den Geschäftsführer des Spitzenverbands Fachärzte Deutschlands, Lars Lindemann, früherer FDP-Bundestagsabgeordneter. Die Krankenkassenseite hatte Uwe Deh vorgeschlagen, den ehemaligen Vorstand des AOK-Bundesverbands.

Gassen: Keine Nachrücker in petto

Direkt nach der Bekanntgabe der Entscheidung hatte der KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Andreas Gassen erklärt: „Das Ergebnis ist für die Selbstverwaltung nicht erfreulich. Wir müssen sehen, ob wir uns in sechs Wochen auf einen neuen Vorschlag einigen können. Qualifizierte Kandidaten wachsen nicht auf den Bäumen. Wir haben keine Liste von Kandidaten, die nachrücken könnten, wenn man die erste Reihe abgeräumt hat.“

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hatte betont, er wolle die parlamentarische Entscheidung als Regierungsvertreter nicht kommentieren, aber „ein einstimmiges Ergebnis in zwei getrennten Wahlgängen ist jedenfalls deutlich. Es liegt im Interesse der Selbstverwaltung, daraus überzeugende Schlüsse zu ziehen.“

Einflussnahme ist nach dem Sozialgesetzbuch möglich

Die mögliche Einflussnahme des Bundestagsausschusses ist im Sozialgesetzbuch V festgehalten. Dort heißt es:  „Für die Berufung des unparteiischen Vorsitzenden und der weiteren unparteiischen Mitglieder sowie jeweils zweier Stellvertreter einigen sich die Organisationen […] jeweils auf einen Vorschlag und legen diese Vorschläge dem Bundesministerium für Gesundheit spätestens zwölf Monate vor Ablauf der Amtszeit vor. Als unparteiische Mitglieder und deren Stellvertreter können nur Personen benannt werden, die im vorangegangenen Jahr nicht bei den Organisationen […], bei deren Mitgliedern, bei Verbänden von deren Mitgliedern oder in einem Krankenhaus beschäftigt oder selbst als Vertragsarzt, Vertragszahnarzt oder Vertragspsychotherapeut tätig waren.

Das Bundesministerium für Gesundheit übermittelt die Vorschläge an den Ausschuss für Gesundheit des Deutschen Bundestages. Der Ausschuss für Gesundheit des Deutschen Bundestages kann einem Vorschlag nach nichtöffentlicher Anhörung der jeweils vorgeschlagenen Person innerhalb von sechs Wochen mit einer Mehrheit von zwei Dritteln seiner Mitglieder durch Beschluss widersprechen, sofern er die Unabhängigkeit oder die Unparteilichkeit der vorgeschlagenen Person als nicht gewährleistet ansieht.

Die Organisationen […] legen innerhalb von sechs Wochen, nachdem das Bundesministerium für Gesundheit den Gemeinsamen Bundesausschuss über einen erfolgten Widerspruch unterrichtet hat, einen neuen Vorschlag vor. Widerspricht der Ausschuss für Gesundheit des Deutschen Bundestages […] auch dem neuen Vorschlag innerhalb von sechs Wochen oder haben die Organisationen […] keinen neuen Vorschlag vorgelegt, erfolgt die Berufung durch das Bundesministerium für Gesundheit.“

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Günstige Kinderhandprothesen aus dem 3D-Drucker

Winterthur, Schweiz – Konventionelle Handprothesen sind häufig sehr teuer. Schweizer Forscher haben deshalb Prothesenmodule für Kinder entwickelt, die auch für Menschen in Entwicklungsländern erschwinglich sein könnten. Sie funktionieren ohne Hightech und die Teile stammen aus dem 3D-Drucker.

Moderne Handprothesen sind Hightech-Lösungen, die über die Muskelaktivität angesteuert werden. Sie können alle möglichen Greiffunktionen ausüben und gleichen zudem auch optisch einer echten Hand. Solche Prothesen sind für Menschen in Entwicklungsländern in der Regel nicht finanzierbar. Aber auch hierzulande seien die Hightech-Prothesen für Kinder nicht unbedingt das Beste, so die Forscher der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW): „Sie sind schwer und schränken beim Spielen eher ein, als dass sie helfen. Außerdem entwachsen Kinder der Prothese nach kurzer Zeit.“

Baukastensystem mit austauschbaren Modulen

Individualisierbar, leicht und dennoch robust sowie kostengünstig – mit diesen Anforderungen an eine Kinderhandprothese haben sich die Studierenden der ZHAW School of Engineering an die Ideenfindung gemacht. Die besten Ideen haben inzwischen zu einem patentierten Baukastensystem für Kinderhandprothesen geführt. „Früh stellte sich heraus, dass eine Universalprothese für alle in Frage kommenden Tätigkeiten nicht mit den gestellten Anforderungen zu vereinbaren ist“, so ZHAW-Forscher Wilfried Elspass. Das stattdessen entwickelte modulare Baukastensystem funktioniert so, dass auf einen eigens entwickelten Prothesenschaft – je nach Aktivität – unterschiedliche Module aufgesteckt werden können. Neben einer universellen Alltagsprothese gibt es bereits Prothesen für das Radfahren, Tennisspielen, Skifahren sowie für den Langlauf.

Herstellung im 3D-Drucker

Das Prothesensystem sei so konzipiert, dass Kinder problemlos damit umgehen können. Die einzelnen Module wiegen nur rund 150 Gramm. Die Prothesen für das Radfahren und die Skipiste funktionieren rein mechanisch; die Alltagsprothese und die fürs Tennisspielen verfügen über eine einfache integrierte Sensorik. Die Kunststoffteile werden im 3D-Drucker angefertigt. „Die Herstellung mittels 3D-Druck ist nicht nur besonders kostengünstig, sondern birgt auch den großen Vorteil, individuell auf den Benutzer zugeschnittene Prothesen fertigen zu können“, so Fabian Schollenberger, der die Prothesen im Rahmen seiner Masterarbeit weiterentwickelt hat. Der für die Prothesen verwendete Kunststoff sei leicht und dennoch robust, erklärt der Forscher. Die Steifigkeit und Festigkeit seien zwar verglichen mit Aluminium deutlich niedriger, was aber durch eine angepasste Gestaltung und Bauweise größtenteils kompensiert werde.

Stiftung für günstige Prothesen

Der Zürcher Arzt Prof. Dr. Andreas Trojan hat die Entwicklung der kostengünstigen Prothesen initiiert. Diese möchte er mit der eigens gegründeten Stiftung Appsocial weiter vorantreiben. „Ziel ist es, dass Kinder damit uneingeschränkt spielen können und nicht Angst haben müssen, dass etwas kaputt geht“, so Andreas Trojan. „Unsere Prothesen sind als funktionale Werkzeuge zu verstehen.“ In ersten Tests hätten sich die Prototypen bereits bewährt: Die Probandin habe die Prothesen ohne vorhergehendes Training ganz intuitiv benutzt.

Quelle: ZHAW

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Junge Ärztin - Weiterbildung

Zukunftsbild Heilberufler: Vom Halbgott in Weiß zum Dienstleister

Düsseldorf – Wie sehen junge Heilberufler ihre Zukunft? Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) hat dazu rund 400 Ärzte, Zahnärzte und Apotheker im Alter von 25 bis 40 Jahren befragt. Die Ergebnisse: Ein zunehmender Trend zu Teilzeitbeschäftigung und Anstellung; Patienten, die immer informierter, aber auch anspruchsvoller werden; und ein Wandel des Berufsbildes weg vom „Halbgott in Weiß“ hin zum Dienstleister.

Gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut forsa hat die apo-Bank eine Online-Umfrage unter Heilberuflern mit mindestens drei und maximal neun Jahren Berufserfahrung durchgeführt. Dabei ging es um Themen wie Digitalisierung, Arzt-Patienten-Beziehung und die präferierte Berufsform. Vorgestellt wurde die Studie mit dem Titel „Zukunftsbild Heilberufler 2030“ vergangene Woche auf dem Hauptstadtkongress.

Die Rolle des Heilberuflers verändert sich

Demnach gehen 83 Prozent der Befragten davon aus, dass der Heilberufler im Jahr 2030 als Dienstleister wahrgenommen werden wird. Das Image des „Halbgottes in Weiß“ dagegen halten 79 Prozent der befragten Ärzte, Zahnärzte und Apotheker bis dahin für überholt. 71 Prozent der Heilberufler glauben, dass sie auch im Jahr 2030 hohes Vertrauen in der Bevölkerung genießen werden.

Der Patient wird anspruchsvoller

Die große Mehrheit der Befragten (91 Prozent) rechnet aber auch damit, dass Patienten in Zukunft höhere Ansprüche an ihre Leistungen stellen werden. Nicht zuletzt, weil der Patient sich auch in Zukunft zunehmend selbst informieren wird, davon sind 85 Prozent der Heilberufler überzeugt. Zudem halten es 59 Prozent für wahrscheinlich, dass Patienten auch häufiger bereit sein werden, für Gesundheitsleistungen selbst zu zahlen.

Unterstützung durch digitale Lösungen

86 Prozent aller Heilberufler gehen davon aus, dass die Digitalisierung ihre Arbeit in Zukunft sinnvoll unterstützen wird. Lösungen bei der Verwaltung, die die „Zettelwirtschaft“ abnehmen – wie zum Beispiel elektronische Rezepte, computergestützte Diagnostik oder die Online-Gesundheitsakte – gehören 2030 nach Ansicht der überwiegenden Mehrheit zum Standard.

Trend zu Anstellung und Teilzeit

Mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) sieht in der Einzelpraxis beziehungsweise der Einzelapotheke ein Auslaufmodell. Der Trend zu Anstellung und Kooperation werde sich auch in Zukunft weiter fortsetzen. Die Versorgungslücke im ländlichen Bereich füllen nach Ansicht von zwei Dritteln der Heilberufler künftig Krankenhäuser, die als „Allrounder“ sowohl die stationäre als auch die ambulante Versorgung übernehmen werden.

Darüber hinaus zeigt die Studie eine zunehmende Präferenz der Teilzeitarbeit unter den Heilberuflern. So ziehen mehr als ein Drittel der befragten Ärzte und sogar mehr als zwei Drittel der befragten Ärztinnen die Arbeit in Teilzeit vor. Eine geschlechterspezifische Lücke tut sich auch bei den künftig erwarteten Gehältern auf: Frauen schätzen ihr Einkommen im Jahr 2030 im Median von 81.000 bis 100.000 Euro. Damit liegen sie um einiges niedriger als Männer mit 141.000 bis 160.000 Euro.

Quelle: apoBank

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BVOU und AOK Nordost richten „Bewegungstage” aus

Berlin – Der Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (BVOU) und die AOK Nordost laden im Juli dreimal zu stadtweiten Großereignissen für Grundschüler ein: In Sportstadien in Frankfurt (Oder), Cottbus und Neubrandenburg geht es einen ganzen Vormittag lang um Bewegung und gesunde Entwicklung. Der BVOU weitet damit seine langjährige Aktion Orthofit „Zeigt her Eure Füße“ aus. Sie findet seit acht Jahren bundesweit statt und steht unter der Schirmherrschaft von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. „Zeigt her Eure Füße“ heißt es immer in der letzten Novemberwoche an deutschen Grundschulen, Sportschulen und Kitas.

Kinder von fünf bis zehn Jahren dürfen sich an den Bewegungstagen in Begleitung ihrer Lehrerinnen und Lehrer sowie Erzieherinnen und Erzieher nach einem bewegungstherapeutischen Konzept der AOK an verschiedenen Stationen betätigen: Neben einem Staffel- und Sechs-Minuten-Lauf wird es eine Sprintbahn und „Himmel und Hölle“-Felder geben.

Der BVOU wird mit einer großen Eventfläche präsent sein und einen Barfußpfad mit verschiedenen Untergründen und Materialien anlegen: „Der Barfußpfad ist immer ein Spaßfaktor für die Kinder. Hier nehmen sie bewusst ihre Füße als Sinnesorgan wahr. Sie ertasten zum Beispiel weich oder hart, rund oder kantig, warm oder kalt“, erläutert Dr. Lutz Grunwald, teilnehmender Orthopäde aus Neubrandenburg.

In den Vordergrund der Bewegungstage in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern wollen AOK Nordost und BVOU neben der Bewegung die Vermittlung von Grundwerten wie Respekt und Fairness stellen. „Bewegung ist Teil der Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und prägt grundsätzlich deren gesamtes Gesundheits- und Sozialverhalten“, heißt es in der Einladung für die Lehrer, Erzieher und Eltern. „Kinder brauchen Bewegung, um Erfahrungen mit ihrem Körper zu sammeln. Bewegung fördert die Auseinandersetzung mit der Umwelt und stärkt die sozialen Fähigkeiten eines Kindes.“

Vor Ort werden die Veranstaltungen von den gastgebenden Städten und dem Stadtsportbund unterstützt. Durch das Programm, das jeweils den ganzen Vormittag dauert, führt der Fernsehmoderator Christian Bahrmann. Er ist seit Jahren aktiv in die Aktion Orthofit „Zeigt her Eure Füße“ des BVOU eingebunden.

Termine:

Datum Sportplatz Adresse
Mo., 10. Juli 2017
(9.00 – 13.15 Uhr)
Stadion der Freundschaft Buschmühlenweg 172
15230 Frankfurt (Oder)
Mi., 12. Juli 2017
(9.00 – 13.15 Uhr)
Stadion der Freundschaft Am Eliaspark 1
03042 Cottbus
Mi., 19. Juli 2017
(8.30 – 12.30 Uhr)
Leichtathletikstadion / Jahnstadion Badeweg 6
17033 Neubrandenburg
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SpiFa: Vertragsärztliche Grundversorgung stärken

Berlin – Der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) will die wohnortnahe vertragsärztliche Grundversorgung nachhaltig stärken und fordert dafür eine Herausnahme der haus- und fachärztlichen Leistungen der Grundversorgung aus dem Budget.

Die Mitgliedsverbände des SpiFa fordern grundsätzlich feste Preise ohne Mengenbegrenzung für alle ärztlichen Leistungen. Dafür sollten in einem ersten Schritt alle relevanten Betreuungs- und Koordinationsleistungen sowie die Leistungen, die mit der pauschalierten fachärztlichen Grundvergütung belegt sind, aus der Morbiditätsorientierten Gesamtvergütung (MGV) herausgenommen und in die Extrabudgetäre Gesamtvergütung (EGV) überführt werden, erklärt der Spitzenverband.

„Hierdurch werden effiziente Anreize gesetzt, die zu einer nachhaltigen Stärkung der notwendigen wohnortnahen ärztlichen Grundversorgung führen.“, so Dr. Dirk Heinrich, Vorstandsvorsitzender des SpiFa. Die vertragsärztliche Grundversorgung stelle das Rückgrat der medizinischen ambulanten Gesundheitsversorgung in Deutschland dar und drücke sich vor allem in dem Zusammenwirken von Haus- und Fachärzten aus. „Diese Zusammenarbeit gilt es weiterzuentwickeln und die jeweiligen Rollen in gegenseitigem Verständnis anzuerkennen“, betont der SpiFa.

Durch den Arztmangel, der sich gerade bei den Hausärzten zeige, aber auch bei einzelnen Fachärzten, die in der Grundversorgung tätig sind, sei die Grundversorgung gefährdet. „Dieser Entwicklung muss entgegengewirkt werden“, fordert der Spitzenverband.

In dem Grundsatzpapier „Fachärzte in der Grundversorgung“ hat der SpiFa die Forderungen aus seiner Agenda „Facharzt 2020“ präzisiert und unterbreitet zahlreiche Verbesserungsvorschläge zur zukunftsfähigen Gestaltung der ärztlichen Grundversorgung durch Haus- und Fachärzte.

Quelle: SpiFa e.V.

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Summer School 2017: Bewerbungsphase läuft

Gemeinsame Pressemitteilung von BVOU und DGOU

Berlin  Medizinstudierende können sich noch bis zum 4. August 2017 für die Summer School 2017 der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (DGOU) und des Berufsverbandes für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (BVOU) anmelden. Bei dem Schnupperkurs vom 28. bis zum 29. September 2017 in Kassel bekommen angehende Mediziner auch in diesem Jahr wieder Gelegenheit, einen Blick in ihre berufliche Zukunft zu werfen. Auf dem Programm der neunten Summer School stehen unter anderem Diskussionsrunden rund um Themen wie Karriereplanung sowie Vereinbarkeit von Beruf und Familie. In praktischen Workshops können sich die Nachwuchsmediziner zudem beispielsweise in Verfahren der Osteosynthese, Arthroskopie und Endoprothetik erproben und damit umfassende Einblicke in das Fach Orthopädie und Unfallchirurgie gewinnen.

Die Summer School wird jedes Jahr vom Jungen Forum O&U organisiert, um den medizinischen Nachwuchs zu fördern. In dem zweitägigen Intensiv-Programm lernen die Studierenden die theoretischen Inhalte des Faches Orthopädie und Unfallchirurgie praxisnah kennen und erfahren etwas über das Berufsleben von Medizinern, die in O und U tätig sind. Die wissenschaftliche Leitung der Summer School übernehmen: der zukünftige DGOU-Präsident Prof. Dr. Werner Siebert aus Kassel, der zukünftige stellvertretende DGOU-Präsident Prof. Dr. Joachim Windolf aus Düsseldorf und Dr. Gerd Rauch aus Kassel, BVOU-Kongresspräsident des DKOU 2018. Gemeinsam mit weiteren Chef- und Oberärzten, Hochschuldozenten sowie jungen Ärzten in der Weiterbildung berichten sie aus ihrem Arbeitsalltag. Im engen Austausch bringen sie den Studierenden die vielfältigen Arbeitsbereiche von Orthopädie und Unfallchirurgie näher, beleuchten die gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen und sprechen über die beruflichen Zukunftsaussichten im Fach.

Studierende aller klinischen Semester können sich noch bis zum 4. August 2017 für einen der 30 Plätze der Summer School 2017 bewerben. In einem strukturierten Verfahren wählt das Junge Forum dann die Kandidaten aus, die kostenfrei an der Summer School 2017 teilnehmen können. Die Unterbringungskosten sowie den Eintritt zur traditionellen Abendveranstaltung übernehmen DGOU und BVOU.

Kontakt für Rückfragen:

Sabine Rieser
Leitung Kommunikation und Pressearbeit
Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (BVOU)
Straße des 17. Juni 106-108, 10623 Berlin
Telefon: +49 (0)30 797 444 51
Fax +49 (0)30 797 444 45
E-Mail: sabine.rieser@bvou.net

Susanne Herda, Swetlana Meier
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (DGOU)
Straße des 17. Juni 106-108, 10623 Berlin
Telefon: +49 (0)30 340 60 36 -06 oder -00
Telefax: +49 (0)30 340 60 36 01
E-Mail: presse@dgou.de

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Orthopäden und Unfallchirurgen raten zu aktivem Lebensstil

Berlin – Jedes Jahr verletzen sich 1,25 Millionen Bundesbürger beim Sport so schwer, dass sie ärztlich versorgt werden müssen 1. Überbelastung, hohe Risikobereitschaft und eine mangelnde Vorbereitung auf das Training führen immer wieder zu Unfällen. Gleichzeitig leben in Deutschland viele Millionen Menschen, die sich aufgrund einer Erkrankung nicht mehr schmerzfrei bewegen können. Auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) stellen Experten vom 24. bis 27. Oktober Therapien vor, mit denen sie Beweglichkeit bis ins hohe Alter erhalten und verlorene Beweglichkeit wiederherstellen können. Mit mehr als 10.000 Teilnehmern aus dem In- und Ausland ist der DKOU der größte europäische Kongress dieser Fachrichtung.

 „Orthopädie und Unfallchirurgie haben in den vergangenen Jahren neue Methoden entwickelt, die Unfallopfer und Verletzte immer schneller wieder mobil machen“, sagt Prof. Ingo Marzi, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) mit Blick auf den DKOU 2017. Während Patienten früher wochenlang im Gips lagen, kennen Unfallchirurgen und Orthopäden heute modernere Verfahren, die den Patienten schneller wieder auf die Beine bringen.

Sportverletzungen vermeiden und behandeln

„Als Orthopäden und Unfallchirurgen begrüßen wir den hohen Stellenwert, den Sport mittlerweile in unserer Gesellschaft eingenommen hat“, betont Marzi, Direktor der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am Universitätsklinikum Frankfurt. „Immer wieder behandeln wir auch ältere Patienten, die ihr Leben noch aktiv gestalten können und sich bei Unfällen schmerzhafte Verletzungen zuziehen.“ Rekonstruktive Eingriffe werden daher bei immer älteren Patienten erfolgreich durchgeführt.

Mit Bewegung gegen die Schmerzen

„Sich schmerzfrei bewegen zu können, ist eine wichtige Voraussetzung für ein gesundes, selbstbestimmtes Leben“, erklärt auch Prof. Andrea Meurer, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC). Erkrankungen der Gelenke können in jedem Lebensalter – bei Kindern ebenso wie bei älteren Menschen –  die Beweglichkeit und damit die Lebensqualität einschränken. Die Betroffenen leiden an Schmerzen und fallen deswegen oft in eine Schonhaltung. Dadurch gerieten sie aber in einen Teufelskreis, so Meurer, die die Orthopädische Universitätsklinik Friedrichsheim leitet: „Schont sich der Patient, wird weniger Gelenkflüssigkeit produziert und die Knorpel werden rau und spröde, was wiederum zu mehr Verschleiß und Schmerzen führt.“ Regelmäßiges, moderates Training hilft dagegen, die Gelenkfunktion länger zu erhalten.“ Dies gelte auch für Patienten, die bereits eine Endoprothese tragen: Bewegung stabilisiert das Zusammenspiel zwischen Kunstgelenk, Knochen und Muskeln.

Bewegung beugt Erkrankungen vor

In einer Forsa-Umfrage mit 1210 Teilnehmern gaben nur zwei Drittel der Befragten an, sich mindestens 30 Minuten am Tag per Fahrrad oder zu Fuß zu bewegen2. Die meiste Zeit des Tages verbringen die Deutschen im Sitzen, davon fast drei Stunden täglich im Fernsehsessel. „Bewegungsmangel ist, neben kalorienreicher Ernährung, der häufigste Grund für Übergewicht und Fettleibigkeit. Übergewicht verdoppelt das Risiko für eine Knie-Arthrose, Fettleibigkeit verdreifacht es“, sagt Prof. Alexander Beck, Vorstandsmitglied im Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU). „Es ist daher unsere Aufgabe, den Patienten zu einer Gewichtsreduktion zu raten und sie darüber aufzuklären, wie sie mehr Bewegung in ihren Alltag integrieren können und wie sie gesund Sport treiben können“, betont der Chefarzt der Abteilung für Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie am Juliusspital in Würzburg.

Im Rahmen des DKOU 2017 wird auch wieder ein Patiententag stattfinden.

Der gemeinsame Kongress der DGOOC, DGU und des BVOU findet vom 24. bis 27. Oktober 2017 auf dem Messegelände Süd in Berlin statt. Die Anmeldung zum DKOU 2017 ist im Internet möglich. Unter http://dkou.org/ können Interessenten ausgewählte Vorträge außerdem live verfolgen. Nähere Informationen sind bei Intercongress GmbH, Wilhelmstraße 7, 65185 Wiesbaden, Tel. 0611 977-160, dkou@intercongress.de erhältlich. Journalisten akkreditieren sich über die Pressestelle.

Quellen:
(1) Sportunfälle – Häufigkeit, Kosten, Prävention; Studie der ARAG Allgemeine Versicherungs-AG in Kooperation mit der Ruhr-Universität Bochum, Lehrstuhl für Sportmedizin

(2) „Beweg dich, Deutschland!“ – TK Bewegungsstudie 2016

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