Archiv für den Monat: November 2016

BKK-Projekt für Muskel-Skelett-Erkrankte erhält Förderung

Berlin – Berufe, die vor allem mit körperlich belastenden Tätigkeiten verbunden sind (zum Beispiel Fertigungsberufe), sind vor allem durch Fehlzeiten aufgrund von Muskel- und Skeletterkrankungen geprägt. Dagegen zeigen sich bei Berufen mit hoher emotionaler Belastung (zum Beispiel Gesundheitsberufe) besonders viele Fehltage aufgrund von psychischen Störungen.

Auch bei den Arbeitsunfällen zeigt sich ein eindeutiger Zusammenhang zwischen dem ausgeübten Beruf und den damit verbundenen Arbeitsbedingungen. Werden bei den im Hoch- und Tiefbau Tätigen im Schnitt 1,5 Tage Arbeitsunfähigkeit (AU) je Beschäftigtem durch einen Arbeitsunfall verursacht, so sind es bei den im Bereich Finanzdienstleistungen, Rechnungswesen und Steuerberatung Tätigen gerade einmal 0,1 AU-Tage.

Das geht aus dem diesjährigen Gesundheitsreport des Bundesverbands der Betriebskrankenkassen (BKK) hervor. Dafür wurden die Daten von 9,3 Millionen Versicherten analysiert, darunter 4,4 Millionen BKK- Mitglieder. Der Report biete damit ein repräsentatives Bild des Krankheitsgeschehens in der Arbeitswelt, so der Verband. Insgesamt lag die Arbeitsunfähigkeit bei durchschnittlich 16,1 Tagen pro Person. Mit 23 AU-Tagen je Beschäftigtem sind die Reinigungsberufe bei den Fehlzeiten Negativ-Spitzenreiter, gefolgt von den Verkehrs- und Logistikberufen (22 AU-Tage) und den Sicherheitsberufen (20,5 AU-Tage).

Im Zusammenhang mit dem neuen Report verweist der BKK-Dachverband darauf, dass die Betriebskrankenkassen viel Erfahrung mit betrieblichem Gesundheitsmanagement (BGM) haben. Für „BGM-innovativ“, ein neues Programm zur Versorgung von Beschäftigten mit Muskel-Skelett-Erkrankungen, hat der Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses vor kurzem eine Förderung bewilligt. 15 Betriebskrankenkassen werden „BGM-innovativ“ in ihren traditionellen Trägerbetrieben einsetzen, 1.500 Versicherte sollen teilnehmen. Das Projekt soll 2017 starten, Einzelheiten dazu wird der BKK-Dachverband noch bekanntgeben.

Quelle: BKK-Dachverband

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Qualitätssicherung: Begutachter für D-Berichte gesucht

Berlin – Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV) startet Anfang 2017 ein Projekt zur Qualitätssicherung der Durchgangsarztberichte (D-Berichte). Ziel ist es, die Qualität von D-Berichten zu erfassen und das Berichtswesen künftig weiter zu verbessern. Dabei sollen D-Berichte im Zuge eines Peer-Review-Verfahrens begutachtet werden. Interessierte D-Ärztinnen und D-Ärzte können sich als Peers an dem Verfahren beteiligen, Anmeldeschluss ist der 12. Dezember.

Gemeinsam mit dem Institut für Community Medicine der Universitätsmedizin Greifswald und einer projektbegleitenden Expertengruppe, bestehend aus D-Ärzten und Verwaltungsspezialisten der Unfallversicherungsträger, hat die DGUV ein systematisches Prüfverfahren für D-Berichte entwickelt.

Im Rahmen des Projekts sollen die übermittelten D-Berichte anonymisiert und anschließend von ausgewählten und geschulten Fachleuten, sogenannten Peers, nach einheitlichen Bewertungskriterien begutachtet werden. Die Grundlage für die Begutachtung bildet eine von der projektbegleitenden Expertengruppe entwickelte Checkliste, welche neun Kriterien für einen guten D-Bericht definiert. Einbezogen würden nur solche Berichte, mit denen eine besondere Heilbehandlung eingeleitet wurde, so die DGUV.

Die Ergebnisse der Evaluation würden den jeweils evaluierten D-Ärztinnen und D-Ärzten im Sinne eines Rankings zur Selbsteinschätzung mitgeteilt und sollen damit dem internen Qualitätsmanagement von Praxen und Krankenhäusern dienen. Gegenüber Dritten würden nur anonymisierte Gesamtergebnisse bekannt gegeben, so die DGUV.

D-Ärzte für Begutachtung gesucht

Für die Umsetzung des Peer-Review-Verfahrens sucht die DGUV erfahrene D-Ärztinnen und D-Ärzte, die bereit wären, als Peers von Februar 2017 bis voraussichtlich Februar 2018 wöchentlich etwa 10 bis 15 D-Berichte zu begutachten. Die Bearbeitung der Fälle erfolge online über eine Webanwendung, bei einem geschätzten Zeitbedarf von ca. 5 Minuten pro Fall. Die DGUV zahlt eine Aufwandsentschädigung von 7,55 Euro pro begutachtetem D-Bericht.

Interessierte D-Ärztinnen und D-Ärzte, die sich gerne an dem Projekt beteiligen würden, können sich noch bis zum 12. Dezember 2016 als Peer anmelden. Weitere Informationen zu dem Projekt und den Ansprechpartnern sowie die Mitwirkungserklärung zur Anmeldung als Peer finden Sie im Anhang.

Quelle: DGUV

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KBV kritisiert Entwurf zu Selbstverwaltungsstärkungsgesetz

Berlin – „Auch wenn die Politik an einigen Stellen auf unsere Hinweise eingegangen ist, der Gesamtbefund bleibt“, sagte Dr. med. Andreas Gassen zum Kabinettsbeschluss des sogenannten Selbstverwaltungsstärkungsgesetzes. Das Prinzip einer eigenverantwortlichen fachlichen Organisation der ambulanten Versorgung werde „zugunsten einer kleinteiligen Steuerung ausgehöhlt“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Die bisher durch das Bundesgesundheitsministerium (BMG) ausgestaltete Rechtsaufsicht über Organisationen wie die KBV und andere Dachorganisationen im Gesundheitswesen wie den Gemeinsamen Bundesausschuss und den GKV-Spitzenverband wird nach Gassens Einschätzung bei Umsetzung des Entwurfs „vermehrt zu einer Fachaufsicht“.

Mit dem Vorhaben würde das BMG tief in die Strukturen der bitcoin casino us Selbstverwaltung eingreifen. So kritisierte Gassen unter anderem, dass künftig drei Vorstände für die KBV vorgeschrieben werden sollen. Auch mehrere Vorstände könnten „Quertreiberei“ nicht verhindern, so die Pressemitteilung der KBV. Sie befürchtet einen neuen Regelwust.

Quelle: KBV

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Interview: „Es gibt noch großen Forschungsbedarf“

Frankfurt am Main – Etwa fünf Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Arthrose. Die degenerative Krankheit ist die weltweit häufigste Gelenkerkrankung. Die Früherkennung und Behandlung der Arthrose ist allerdings nach wie vor meist schwierig. Ein neuer Forschungsbereich, der vor wenigen Monaten an der Orthopädischen Universitätsklinik Friedrichsheim in Frankfurt eingerichtet wurde, will nun die Mechanismen der Arthroseentstehung genauer erforschen. Der Molekularbiologe und Biochemiker Prof. Dr. Frank Zaucke ist Leiter der neuen Forschungseinheit. Im Interview mit BVOU.net spricht er über die Ziele seiner Forschung und darüber, was man bereits über die Entstehung der Arthrose weiß.

BVOU.net: Prof. Zaucke, die Arthrose ist ein chronischer Gelenkverschleiß, bei dem es zu einem vorzeitigen Abbau des Knorpels und damit zu Schmerzen und einem zunehmenden Gelenkversagen kommt. Was ist bisher über die Entstehung der Erkrankung bekannt?
Prof. Dr. Frank Zaucke:
Man kennt einige Prozesse, die bei der Entstehung der Arthrose ablaufen. Hierbei muss man aber erst einmal zwischen verschiedenen Formen der Arthrose unterscheiden. Denn es gibt auch die posttraumatische Arthrose, bei der es, etwa durch einen Sportunfall, zu einem plötzlichen Knorpelverlust aufgrund des Traumas kommt. In diesem Fall hat der Patient ein akutes Problem.

Das ist ein ganz anderer Verlauf als bei der altersbedingten Arthrose. Hier sind komplexe Mechanismen für den Knorpelverlust verantwortlich, die wir in Teilen bereits verstehen, aber noch nicht vollständig. Eins ist klar: Wir können die altersbedingte Arthrose weder verhindern noch aufhalten, aber auf jeden Fall verlangsamen und vorbeugen.

BVOU.net: Welche Möglichkeiten zur Vorbeugung gibt es? Wo liegen die Ursachen und Risikofaktoren der Arthrose, abgesehen von Verletzungen und dem Alter?
Zaucke:
Auch Übergewicht ist ein häufiger Risikofaktor für Arthrose. Hier spielt nicht nur die stärkere mechanische Belastung des Knorpels eine Rolle, sondern wahrscheinlich auch bestimmte Hormone und Botenstoffe, die in veränderter Konzentration freigesetzt werden und so auf den Knorpel einwirken. Das bedeutet aber auch: Man kann diesen Prozess durch Ernährung positiv beeinflussen. Anders ist es zum Beispiel bei Faktoren wie dem Geschlecht oder den Genen, die das Risiko für eine Arthrose ebenfalls erhöhen können. Wie im Fall der Osteoporose sind Frauen ja deutlich häufiger von altersbedingter Arthrose betroffen als Männer. Auch eine Fehlbelastung durch genetisch bedingte Fehlstellungen, zum Beispiel ausgeprägte X- oder O-Beine, kann sekundär zu einer Arthrose führen. Außerdem können nicht nur eine Sportverletzung, sondern auch übertriebener Sport und eine zu starke Belastung der Gelenke eine Arthrose verursachen.

BVOU.net: Was passiert bei der altersbedingten Arthrose auf zellulärer Ebene?
Zaucke:
Im Verlauf der Arthrose werden nacheinander zuerst einzelne Proteine und dann die Kollagenfasern der sogenannten extrazellulären Matrix abgebaut, bis am Ende gar nichts mehr übrig ist. Diese spezifische Abfolge von Abbaureaktionen verstehen wir bereits ziemlich gut. Das Problem ist, dass die Knorpelzellen die extrazelluläre Matrix bereits sehr früh in unserem Leben produzieren und dann ihre Arbeit weitgehend einstellen. Es findet kein kontinuierlicher Auf- und Abbau statt, der sich die Balance hält – so wie etwa beim Knochen, wo es spezialisierte Zellen für den Knochenaufbau und für den Knochenabbau gibt.

Man könnte also einerseits versuchen, den Abbau der extrazellulären Matrix zu hemmen, indem man die bereits bekannten Enzyme hemmt, die diesen Abbau verursachen. Der zweite große Angriffspunkt wäre es, die Knorpelzellen in einer frühen Phase der Erkrankung zu motivieren, die extrazelluläre Matrix erneut zu produzieren.

BVOU.net: Sie sind seit Kurzem Leiter des neuen Arthrose-Forschungsbereichs in Frankfurt. Was sind Ihre Ziele?
Zaucke:
Wir wollen vor allem bei einer früheren Diagnose der Krankheit ansetzen. Denn meist besteht das Problem gerade darin, dass der Patient erst zum Arzt kommt, wenn er Schmerzen hat. Es wäre sehr sinnvoll, deutlich früher erkennen zu können, dass erste Abbauprozesse im Gange sind – zum Beispiel durch die Identifizierung bestimmter prognostischer Biomarker im Blut, die auf Knorpelabbauprodukte hinweisen. Außerdem arbeiten wir an möglichen Hemmstoffen für die bereits bekannten Proteasen – die Enzyme, die die Proteine der extrazellulären Matrix abbauen – und daran, diese Hemmstoffe auch gezielt zum Knorpel zu bringen. Denn der Körper hat sich diese Proteasen ja nicht nur ausgedacht, um Knorpel abzubauen. Wahrscheinlich spielen sie an anderer Stelle in bestimmten Situationen sogar eine wichtige Rolle, sodass durch die Hemmung des Knorpelabbaus auch uns noch unbekannte Nebenwirkungen entstehen könnten. Es gibt also noch großen Forschungsbedarf.

BVOU.net: Wie genau gehen Sie dafür an dem neuen Forschungsbereich in Ihrer Forschung vor?
Zaucke:
Wir planen, Blutproben verschiedenster Patienten zu sammeln und diese zu vergleichen – anhand des Alters, des Geschlechts und der Art der Arthrose, von der sie betroffen sind. Diese Proben werden wir außerdem auch mit denen von gesunden Patienten vergleichen, um potenzielle Marker zu identifizieren, die wir routinemäßig untersuchen könnten. Zudem werden wir anhand von Zell- und Gewebekulturen die Abbauprozesse weiter untersuchen – vor allem auch, um noch besser nachvollziehen zu können, wie die Abbauprodukte den Knorpelabbau weiter beeinflussen oder vielleicht sogar verschlimmern. Denn eine Idee ist es auch, dass sich bestimmte Zellen durch die Abbaufragmente des Knorpels vielleicht dazu stimulieren lassen, entzündliche Faktoren freizusetzen und es so sekundär zu einer Entzündung kommt, die auch wieder Schmerzen verursacht. Hier könnte man dann zum Beispiel auch mit entzündungshemmenden Medikamenten arbeiten.

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Neuregelung zu Fachärzten in Hochschulambulanzen

Berlin – „Wir begrüßen es, dass Patienten mit komplexem Behand­lungsbedarf nun die Garantie haben, in einer Hochschulambulanz von einem Facharzt mit abgeschlossener Weiterbildung versorgt zu werden, der die Diagnose- und Therapie­entscheidung trifft.“ Das erklärte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. med. Andreas Gassen, im Anschluss an einen Schiedsamtsspruch des erweiterten Bundesschiedsamts. Demnach müssen Hochschulambulanzen künftig Fachärzte mit abgeschlossener Weiter­bil­dung einsetzen, wenn Patienten aufgrund der Schwere oder Komplexität ihrer Erkrankung in einer Hochschulambulanz versorgt werden.

Die KBV verweist auf die Hintergründe: Mit dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz wurde geregelt, dass Hochschulambulanzen auch Patienten mit schweren und komplexen Krankheitsbildern ambulant versorgen können. Bislang sind Hoch­schulambulanzen formal nur im Rahmen des für Forschung und Lehre erforderlichen Umfangs ermächtigt, an der vertragsärztlichen Versorgung teilzunehmen – auch wenn sie oft umfangreich Patienten versorgen. Details der neuen Zusammenarbeit sollten die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), der GKV-Spitzenverband sowie die KBV regeln. Ein Teil der Einigungen musste nun das Schiedsamt übernehmen.

Nach einem Bericht im „Deutschen Ärzteblatt“ hatte sich der Unparteiische Vorsitzende des Gremiums der Position der KBV und nicht der DKG-Position angeschlossen. Diese hatte argumentiert, dass Patienten mit hochkomplexen Krankheits­bil­dern in den Ambulanzen auf Fachärzte mit abgeschlossener Weiterbildung treffen sollten – und nicht auf Assistenzärzte in der Weiterbildung. Die DKG hatte nach Darstellung Gassens keine Notwendigkeit gesehen, den Facharzt mit abgeschlossener Weiterbildung zwingend vorzuschreiben. Auch in der Frage, welche Patientengruppen zukünftig nicht nur zu Zwecken von Forschung und Lehre Zugang zu den Hochschulambulanzen bekommen sollen, gab es offenbar Dissens.

Im April vergangenen Jahres hatte der Verband der Universitätsklinika Deutschlands (VUD) darauf hingewiesen, dass die Universitätsklinika auch wegen der Hochschulambulanzen in einer tiefen Finanzierungskrise steckten. Zwar seien deren Aufgaben bislang gesetzlich auf Zwecke von Forschung und Lehre begrenzt. „In der Praxis spielen sie aber eine große Rolle zur Sicherung der Patientenversorgung, gerade an Wochenenden, Feiertagen oder am Mittwochnachmittag“, hatte der VUD-Vorsitzende Prof. Dr. Michael Albrecht erklärt. Die Fallzahlen stiegen seit Jahren.

Quelle: KBV

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Ambulante Weiterbildung nach der Wahl fördern

Berlin – „Angesichts der zunehmenden Zahl von Behandlungen im ambulanten Bereich muss die fachärztliche Weiterbildung in allen Disziplinen in der ambulanten Praxis ermöglicht werden. Dies kann nicht auf ausgewählte Fachgebiete begrenzt werden. Im Besonderen muss eine Finanzierung von Weiterbildungsassistenten gewährleistet werden. In Weiterbildungspraxen müssen die Budgetgrenzen angepasst werden.“

Diese Forderungen erheben vier Fachverbände im Gesundheitswesen, die sich vor kurzem mit „32 Thesen zur Gesundheitspolitik nach der Bundestagswahl 2017“ positioniert haben. Mit diesen 32 Thesen wollen der Berufsverband der Deutschen Chirurgen e.V. (BDC), der Berufsverband Deutscher Internisten e.V. (BDI), der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands e.V. (VKD) und der Verband der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands e.V. (VLK) in Gespräche mit Politikern gehen.

Die Thesen umfassen weiterhin Forderungen und Vorschläge zur Finanzierung des Gesundheitssystems, zum Umgang mit dem Antikorruptionsgesetz, zu Qualitätsoffensive und geplanten Qualitätsindikatoren und zum MDK.

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Interview: „Ich unterstütze die Aktion Orthofit als Kinderorthopädin und als Mutter.“

Berlin – Dr. med. Monika Schulze-Bertram arbeitet als Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie / Rheumatologie mit der Zusatzbezeichnung Kinder-Orthopädie in einer Berufsausübungsgemeinschaft in Falkensee, Brandenburg. Sie beteiligt sich an der Aktion Orthofit „Zeigt her Eure Füße“ bereits zum dritten Mal. BVOU.net hat mit ihr auf dem DKOU 2016 gesprochen.

BVOU.net: Frau Schulze-Bertram, warum unterstützen Sie die Aktion Orthofit? Schulze-Bertram: Ich unterstütze die Aktion Orthofit als Kinderorthopädin und als Mutter, weil ich es wichtig finde, dass vor allem Grundschulkinder Kontakt mit ihren Füßen haben und ein besseres Körpergefühl für ihre Füße entwickeln. Traditionell werden die Füße tagsüber in Schuhen versteckt, der Bodenkontakt fehlt.

BVOU.net: Welche Schule haben Sie sich für die Aktion ausgesucht?
Schulze-Bertram:
Ich habe mir die Geschwister-Scholl-Schule in Falkensee ausgesucht. Diese liegt in Falkensee, direkt an der Grenze zu Berlin und bietet schwerpunktmäßig Unterricht nach dem Montessori-Konzept an. Kinder werden individuell gefördert und gefordert. Augenblicklich befassen sich die Kinder in der zu besuchenden Lerngruppe unter Leitung von Frau Cornel mit der Körperwahrnehmung, aktuell mit dem Thema Ernährung und Bewegung. Hier passt die Aktion Orthofit sehr gut dazu.

BVOU.net: Welche Inhalte werden Sie den Kindern vermitteln?
Schulze-Bertram:
Die Kinder sollen zunächst einfach ihre Füße betrachten und diese bewusst wahrnehmen. Ich möchte ihnen dabei anhand eines Skeletts erklären, aus wie vielen Knochen die Füße bestehen und wie sie aufgebaut sind. Spielerisch vermitteln mein Team und ich ihnen anschließend, was man mit den Füßen alles machen kann: Dinge greifen, balancieren und so weiter. Die Kinder werden verschiedene Materialien mit ihren Füßen ertasten. Wir wollen auch Spiele spielen und tanzen, vielleicht sogar Sitzfußball spielen.

BVOU.net: Haben Sie unser neues Plakat bemerkt? Wie gefällt es ihnen?
Schulze-Bertram:
Klar, das neue Layout ist mir ins Auge gesprungen. Das Plakat finde ich gelungen, denn durch die Farbe spricht es auch die Mädchen an. Auf mich wirkt es frisch und fröhlich.

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BVOU Study Club 2016

BVOU Study Club: alle Webinare 2016 im Überblick

Immer am Mittwochnachmittag!

Das neue E-Learning-Portal des BVOU eröffnet Ihnen die Möglichkeit, sich einfach und schnell überall und jederzeit fortzubilden. Bis zum Ende des Jahres haben wir für Sie ein vielfältiges Webinarprogramm zusammengestellt, das einen Einblick in verschiedene Bereiche der konservativen sowie operativen Therapie in O & U vermittelt.

Die Live-Webinare finden jeweils am Mittwoch statt und geben Gelegenheit, bis zu drei CME-Punkte zu erwerben. Einen Überblick über alle bisher geplanten Online-Kurse finden Sie hier.

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Die Teilnahme an den Webinaren im BVOU Study Club ist für alle BVOU-Mitglieder kostenfrei. Zur Anmeldung nutzen Sie einfach Ihr BVOU-Login.

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Faktencheck Rückengesundheit: Bertelsmann kritisiert Versorgung

Berlin – Auf Resonanz und Kritik ist der jüngste „Faktencheck Gesundheit“ der Bertelsmann Stiftung zum Thema Rückengesundheit gestoßen. „Viele Arztbesuche und unnötige Bilder. Patienten sind medizingläubig, Ärzte technikorientiert“ – so fasst die Stiftung ihre Erkenntnisse zusammen.

Demnach geht jeder fünfte gesetzlich Krankenversicherte mindestens einmal im Jahr wegen Rückenschmerzen zum Arzt. Jeder Zweite ist überzeugt davon, dass man wegen Rückenschmerzen immer einen Arzt aufsuchen müsse. Und 60 Prozent der Bevölkerung erwarten schnellstens eine bildgebende Untersuchung bei ihren Rückenbeschwerden. Die falschen Erwartungen der Patienten rückten die Ärzte häufig nicht zurecht, so die Autoren des „Faktencheck“. Dadurch komme es zu unnötig vielen Bildaufnahmen.

Das Institut für angewandte Gesundheitsforschung hatte Analysen zu Behandlungsfällen und dem Ausmaß der Bildgebung aufgrund von Rückenschmerzen im Auftrag von Bertelsmann vorgenommen. Zusätzlich wurde eine repräsentative Bevölkerungsbefragung zum Thema von TNS Emnid durchgeführt.

Facharztvertrag Orthopädie ist ein großer Erfolg

In einer ersten Reaktion auf die umfangreiche Studie wies BVOU-Präsident Dr. Johannes Flechtenmacher gegenüber dem „Deutschen Ärzteblatt“ (DÄ) auf die Bedeutung einer fachkundigen Untersuchung bei Rückenschmerz und der an­schlie­ßen­den motivationalen Beratung zum Krankheitsbild hin. Auch auf die Forderung, die gründliche körperliche Unter­suchung und das persönliche Gespräch zwischen Arzt und Patient müssten wieder mehr Gewicht bekommen, ging er im DÄ ein. Dr. med. Brigitte Mohn, Vorstand der Bertelsmann Stiftung, hatte erklärt:  „Dafür bedarf es Korrekturen im ärzt­lichen Vergütungssystem. So müssen Gespräche im Verhältnis zu technikbasierten Untersuchungen besser bezahlt werden.“

Flechtenmacher wies daraufhin, dass ein solches Modell bereits exis­tiere: Der Facharztvertrag Orthopädie mit der AOK Baden-Württemberg lege beson­deres Gewicht auf die körperliche Untersuchung und die ausführliche Beratung des Pa­tienten. „Und dies mit großem Erfolg“, so der BVOU-Präsident.

Schlussfolgerungen aus Routinedaten sind problematisch

Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) warnte in einer ers­ten Stellungnahme im DÄ vor einer zu groben Vereinfachung der Fakten. Es sei sehr proble­matisch, aus Krankenkassen-Routinedaten herauslesen zu wollen, dass bei Rücken­schmerz zu viel geröntgt werde, sagte der stellvertretende DGOU-General­sekretär Prof. Dr. Bernd Kladny. „Der Verdacht auf spezifischen Kreuzschmerz führt zur Veranlassung einer Bildgebung, in der sich dieser Ver­dacht vielfach nicht bestätigt“, ergänzte er. Ärzte hätten diese Bildgebung zum Beweis oder Ausschluss der Erkrankung durchgeführt. Verschlüsselt werde an­schließend aber nicht der Verdacht, der zur Bildgebung führte, sondern die Diagnose „nicht-spezifischer Kreuz­schmerz“, wenn in der Bildgebung eine ernsthafte gra­vierende Ursache ausgeschlossen werden konnte.

Dem Berliner „Tagesspiegel“ erläuterte der BVOU-Vizepräsident Prof. Dr. med. Karsten Dreinhöfer: „Was in der Bildgebung ,kaputt‘ erscheint, ist nicht unbedingt die Ursache der Schmerzen.“ Er verwies aber auf „Red Flags“, die eine weitergehende Diagnostik nötig machten: „Zu diesen gehören vor allem Schmerzen, die straßenförmig in ein Bein oder beide Beine ausstrahlen, Gefühlsstörungen oder Lähmungen in den Beinen und plötzliche Störungen der Blasen- und Mastdarmfunktion.“

Prof. Dr. med. Frank Kandziora, Vorstand der Sektion Wirbelsäule der DGOU, hatte sich in „Orthopädie und Unfallchirurgie – Mitteilungen und Nachrichten“ bereits im August umfangreich mit dem Thema Wirbelsäulenoperationen auseinandergesetzt. Er wies darauf hin, dass man Deutschland nicht als „OP-Weltmeister“ bei Rückenoperationen bezeichnen könne. Zwar war dies die Aussage einer OECD-Studie aus dem Jahr 2013. Doch die Altersadjustierung der Daten habe mittlerweile gezeigt, so Kandziora, dass Deutschland mit seiner weltweit zweitältesten Gesellschaft nur noch im durchschnittlichen Mittelfeld der westlichen Nationen lande.

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Aktion Orthofit: Christian Bahrmann begeistert Berliner Kinder

Berlin – „Zeigt her Eure Füße!“ 100 Schülerinnen und Schüler der Berliner Conrad-Grundschule folgten heute nur zu gern dieser Aufforderung. Sie sprangen, hüpften und tanzten, transportierten Tücher mit ihren Zehen, kitzelten sich gegenseitig die Füße und ließen sich ihre kleinen Wunderwerke aus je 26 Knochen, die Füße, erklären. Die Schule in Zehlendorf ist eine derjenigen, die sich an der bundesweiten Vorsorgeaktion Orthofit des BVOU unter dem Motto „Zeigt her eure Füße“ beteiligen.

Bereits zum siebten Mal besuchen Orthopäden und Unfallchirurgen vom 21. bis 25. November Grundschulen und Kitas sowie Tanz- und Ballettschulen. Mit dieser Aktionswoche unter der Schirmherrschaft von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe möchte der Berufsverband auf die Bedeutung gesunder Füße aufmerksam machen und die Freude an Sport und Bewegung von klein auf fördern. Angemeldet haben sich dieses Jahr mehr als 100 Schulen mit knapp 300 Klassen und 9.000 Kindern.

In der Conrad-Grundschule tanzte, sang und sprang der bekannte TV-Star, KIKA-Moderator Christian Bahrmann, mit den Schülern der ersten bis dritten Klasse. Unterstützt wurde er von BVOU-Vizepräsident Prof. Dr. Karsten Dreinhöfer best online casino und von Dietrich Bornemann, der um die Ecke der Schule wohnt und in Wilmersdorf niedergelassen ist. Er beteiligte sich zum ersten Mal an der Aktion und war von der Freude und dem Bewegungselan der Kinder begeistert: „Mir hat gefallen, wie die Kinder hoch engagiert mitgemacht haben und wie gut sie auf die spielerischen Übungen angesprochen haben.“

Auch der kleine Fuß mit Plastikknochen, den Bornemann mitgebracht hatte und an dem er das Wunderwerk Füße kindgerecht erklärte, kam gut an. „Bei einer solchen Aktion können wir Orthopäden Prävention betreiben“, fand der Arzt. „Und die Kinder bekommen Kontakt zu Orthopäden und Unfallchirurgen, ohne dass beispielsweise Schmerzen der Anlass sind.“

Die Conrad-Grundschule beteiligt sich zum ersten Mal an der Aktion Orthofit. „Es ist uns wichtig, auf viel Bewegung zu achten“, betonte Schulleiter Hans-Gerrit Plessen. „Es ist wichtig, dass man die Kinder dafür sensibilisiert – und wie man sehen kann, funktioniert das ja auch.“ An der Grundschule wurde in diesem Jahr erstmals eine Waldklasse eingerichtet, deren Schülerinnen und Schüler täglich drei bis vier Stunden im Freien sind. Außerdem finden regelmäßig Sportfeste und spielerische Turniere statt.

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