Archiv für den Monat: März 2016

Handlungsempfehlungen zur Arthroskopie bei Gonarthrose 2016

Der gemeinsame Bundesausschuss (GBA) hat infolge eines Antrages des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen am 27.11.2015 einen Beschluss zur Arthroskopie bei Gonarthrose gefasst. Dieser Beschluss tritt nun am 1.4.2016 in Kraft und sieht vor, dass arthroskopische Eingriffe bei Gonarthrose künftig nicht mehr Leistung der gesetzlichen Krankenkasse sind.

Hiervon ausgeschlossen sind einige Ausnahmesituationen, bei denen die Arthroskopie bei vorliegender Gonarthrose dennoch als GKV-Leistung abgerechnet werden kann.

Der BVOU, die DGOU sowie weitere Verbände und Fachgesellschaften in O&U haben deshalb gemeinsam eine Handlungsempfehlung erarbeitet, die den Beschluss und dessen Festlegungen zusammenfassend erläutert und Ärzten einen Leitfaden für das künftige Vorgehen bei einer Gonarthrose bzw. vermuteten Gonarthrose an die Hand gibt.

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Ziehm Imaging holt Silber bei den German Stevie Awards 2016

NÜRNBERG – Der internationale Hersteller für Bildgebungssysteme Ziehm Imaging erhält den Silver German Stevie Award 2016 in der Kategorie „Bestes neues Produkt – Gesundheit und Pharma“. Der Nürnberger Innovationsführer im Markt für mobile Bildgebung überzeugte die Jury mit seinem Ziehm Vision RFD 3D. Der High-End C-Bogen liefert intraoperative 3-D-Bildgebung in höchster Qualität und sorgt so für eine verbesserte Patientenversorgung. Der Wirtschaftspreis wird jährlich an deutsche Unternehmen, Organisationen und Einzelpersonen für herausragende Leistungen verliehen.

 „Wir sind sehr stolz auf den German Stevie Award 2016. Nach dem Gewinn des internationalen Stevie Award 2015 freut es uns umso mehr, auch in unserem Heimatmarkt ausgezeichnet worden zu sein“, sagt Martin Ringholz, Director Global Marketing. „Dieser Preis bestätigt und unterstreicht die Qualität unseres Produktdesigns und unsere Innovationsführerschaft. Wir haben mit dem Ziehm Vision RFD 3D ein völlig neues Konzept eines 3-D-C-Bogens entwickelt, der Operateuren während des Eingriffs jederzeit intraoperative Kontrolle bietet.“

Ziehm Vision RFD 3D setzt neue Standards in der mobilen 3-D-Bildgebung. Der High-End C-Bogen erlaubt mit kombinierter 2-D- und 3-D-Funktionalität bestmögliche intraoperative Kontrolle für Eingriffe in der Orthopädie, Traumatologie und Wirbelsäulenchirurgie. Aufgrund der einzigartigen SmartScan-Technologie von Ziehm Imaging und der iterativen Rekonstruktion (ZIR) bietet der Ziehm Vision RFD 3D anatomische Informationen mit CT-ähnlicher Bildqualität. Dabei liefert der C-Bogen das aktuell größte 3-D-Bildvolumen auf dem Markt und bildet bis zu sieben Halswirbelkörper in einem 3-D-Scan ab. Das kompakte Design ermöglicht zudem eine hohe Mobilität und eine flexible OP-Planung.

Die „German Stevie Awards“ sind ein hochkarätiger Wirtschaftspreis für Unternehmen, die in Deutschland tätig sind. In 80 verschiedenen Kategorien werden die Leistungen von Unternehmen jeder Größe, aber auch von Einzelpersonen der deutschen Wirtschaft ausgezeichnet. Die Jury besteht aus Wirtschafts- und Branchenexperten. Die Preisverleihung findet am 08.04.2016 in München statt.

Ziehm Imaging steht seit über 40 Jahren für die Entwicklung, Produktion und weltweite Vermarktung von mobilen röntgenbasierten Bildgebungssystemen für den intraoperativen Einsatz. Das 1972 gegründete Unternehmen beschäftigt heute mehr als 400 Mitarbeiter weltweit und ist anerkannter Innovationsführer bei mobilen C-Bögen sowie Marktführer in Deutschland und weiteren europäischen Ländern.

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Meditation und Verhaltenstherapie können chronischen Kreuzschmerz lindern

Madison, USA – Die aus der buddhistischen Lehre abgeleitete Achtsamkeitsmeditation, die ursprünglich zur Stressbewältigung eingesetzt wurde, zeigte sich in den letzten Jahren in diversen Studien auch als erfolgreiches Mittel zur Bewältigung chronischer Schmerzen. Forscher der Universität von Wisconsin in den USA konnten nun feststellen, dass die Achtsamkeitsmeditation in Kombination mit Elementen der kognitiven Verhaltenstherapie chronischen Kreuzschmerz bei Patienten reduzieren kann, die mit Opioiden behandelt werden.

„Achtsamkeitsmeditation und kognitive Verhaltenstherapie haben das Potenzial die Schmerzintensität bei Patienten mit chronischem Kreuzschmerz, die mit Opioiden behandelt werden, sicher zu reduzieren“, sagt Dr. Aleksandra Zgierska, Assistenzprofessorin für Familienmedizin an der Universität. „Für Patienten, die an dieser einschränkenden Erkrankung leiden, ist der langfristige Einsatz von Opioiden oft nur begrenzt effektiv gegen den chronischen Schmerz und kann zudem schwerwiegende Nebenwirkungen haben, einschließlich Abhängigkeit und Tod.“

In ihrer Studie untersuchten die US-Forscher 35 Patienten mit chronischem Kreuzschmerz, die mit Opioiden behandelt wurden. Die Patienten wurden in zwei Gruppen aufgeteilt: 21 Patienten nahmen an einem achtwöchigen Kurs zur Achtsamkeitsmeditation und zu ausgewählten Techniken der kognitiven Verhaltenstherapie teil, die restlichen 14 Patienten bildeten die Kontrollgruppe. Alle Studienteilnehmer erhielten weiterhin ihre Opioid-Behandlung und mussten vor Studienbeginn, unmittelbar nach Studienende, sowie 18 Wochen später eine Einschätzung zur Stärke ihrer Schmerzen abgeben.

Die Patienten in der Meditationsgruppe erhielten acht Wochen lang jede Woche zwei Stunden Training und wurden zusätzlich dazu ermutigt, die Meditation auch zu Hause eigenständig zu trainieren, sechs Tage pro Woche für jeweils 30 Minuten am Tag. Angeleitet wurden die Patienten von zwei in der Schmerztherapie erfahrenen Psychologen.

Unmittelbar nach Studienende berichteten die Patienten der Meditationsgruppe von einer Schmerzreduktion um acht Prozent, die auch bei der Befragung 18 Wochen später noch anhielt. Bei den Patienten der Kontrollgruppe dagegen nahm der Schmerz nach acht Wochen um acht Prozent und nach weiteren 18 Wochen um insgesamt 10 Prozent zu.

„Wir konnten während der Studiendauer zwar keinen statistisch signifikanten Rückgang bei der Einnahme der Opioide feststellen, allerdings ist anzunehmen, dass eine signifikante Senkung der Opioid-Dosis über einen längeren Nachbeobachtungszeitraum oder bei einem größeren Stichprobenumfang erreicht werden könnte“, so Zgierska.

Laut den Forschern sind nun weitere Studien notwendig, um die Effekte und die Wirkungsweise von Meditation und Verhaltenstherapie bei chronischem Kreuzschmerz eingehender zu untersuchen. Die Ergebnisse der Pilotstudie wurden am 10. März in der Fachzeitschrift Pain Medicine veröffentlicht.

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Schadsoftware im E-Mail-Anhang: BVOU-Domain von Krypto-Trojanern betroffen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

derzeit versuchen Cyberkriminelle massiv mittels Spam-E-Mails sogenannte Krypto-Trojaner zu verbreiten, die sich in E-Mail-Anhängen verbergen. Durch das Öffnen der Anhänge werden die Trojaner aktiviert und beginnen ihr Schadwerk: sie verschlüsseln ganze Festplatten und Netzlaufwerke. Anschließend werden die Betroffenen erpresst. Deshalb bezeichnet man diese Erpressungs-Trojaner auch als Ransomware (ransom: engl. für Lösegeld).

Zur Verbreitung der Schadsoftware werden gefälschte E-Mail-Absender verwendet. Davon ist seit Kurzem leider auch unsere Domain „BVOU.net“ betroffen. Offenbar sind die Kriminellen seit einigen Monaten insbesondere an medizinischen Einrichtungen und deren sensiblen Daten interessiert. Die Angreifer arbeiten dabei mit gefälschten E-Mail-Adressen, die zum Beispiel die Namen unserer Mandatsträger mit unserer E-Mail-Domain kombinieren. Hierbei werden auch ungültige Adressen generiert, was die Angreifer bei der schieren Menge an E-Mails allerdings nicht stört.

Sollten Sie eine verdächtige E-Mail von einem BVOU-Absender mit einem unbekannten Anhang erhalten, löschen Sie diese bitte sofort ohne den Anhang zu öffnen. Wenn Sie nicht explizit auf eine E-Mail mit Anhang von einem BVOU-Kollegen warten oder der Inhalt der E-mail den Absender und sein Anliegen als glaubwürdig legitimiert, öffnen Sie keinesfalls die E-Mail-Anhänge. Besonders vorsichtig sollten Sie bei angehangenen Office-Dokumenten (Word, Excel, PowerPoint) und ZIP-Dateien sein.

Wir raten Ihnen dazu, zukünftig möglichst ausschließlich PDF-Dateien als E-Mail-Anhang zu versenden. Auch die Geschäftsstelle des BVOU wird künftig so verfahren und versendet Office-Dateien wie zum Beispiel Word-Dokumente schon jetzt nur noch für den internen Gebrauch (z.B. Abstimmung im Vorstand oder mit einzelnen Mandatsträgern) per E-Mail.

Für das Versenden sonstiger Anhänge möchten wir Ihnen erneut das neue soziale Netzwerk des BVOU ans Herz legen. Hier können Sie sicher und einfach Dokumente, Bilder und Videos an Ihre Kollegen senden – sowohl an Einzelne als auch an ganze Interessengruppen. Wie genau dies funktioniert und welche weiteren Funktionen Ihnen das neue Netzwerk bietet, erfahren Sie hier.

Aufgrund der aktuell verschärften Bedrohungslage hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik ein Themenpapier zu Ransomware veröffentlicht. Dieses beschreibt mögliche Angriffspunkte und Schäden und gibt konkrete Empfehlungen und Hilfestellungen für die Prävention und die Reaktion im Schadensfall. Weitere Informationen dazu erhalten Sie hier.

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GOÄ vertagt – derzeit keine Einigung möglich

Sehr geehrte, liebe Kolleginnen und Kollegen,

es kam so, wie es kommen musste und wie es sich in den letzten Wochen bereits abzeichnete. Trotz Sonderärztetag konnte die BÄK die Kritik über die Intransparenz des Diskussionsprozesses, der handwerklichen Umsetzung, der mangelnden Kommunikation mit den Berufsverbänden und vor allem an dem sogenannten „Paragraphenteil“ nicht entkräften. Dann vor wenigen Wochen der Hinweis der Bundesärztekammer, dass die monetäre Bewertung der PKV gravierend von der der Bundesärztekammer abwich. Am vergangenen Dienstag noch betonte Herr Gesundheitsminister Gröhe, die GOÄ-Novelle sei überfällig. Er betonte auch im Rahmen der 11. Berliner Gespräche zum Gesundheitsrecht in Berlin, dass durch eine neue GOÄ die Bundesländer durch eine Beteiligung der Beihilfe begünstigt würden. Dies sollte hellhörig machen. Eine Begünstigung der Beihilfe ist nur dann möglich, wenn die Gesamtsumme der GOÄ rückläufig ist.

Nach massiver Intervention der Fachverbände am 7.3.2016 fand am 17. März die Vorstandssitzung der Bundesärztekammer statt, in der man den aktuellen Diskussionsstand zum Leistungsverzeichnis der GOÄ erörterte. Man sah bereits am 17.3. neuen Diskussionsbedarf. Es gipfelte nun in der Pressemitteilung vom 19. März 2016, dass Hr. Theodor Windhorst alle Ämter im Zusammenhang mit der GOÄ niedergelegt habe und von seinen Funktionen als Vorsitzender des Ausschusses der Gebührenordnung der Bundesärztekammer und als Verhandlungsführer der GOÄ neu zurücktrete. Zu berücksichtigen dabei ist, dass bereits am 14.3. eine Meldung publiziert wurde, nach der Hr. Lauterbach die Bürgerversicherung vorbereite. Die Sozialdemokraten überarbeiten offenbar eine Neuauflage ihrer Bürgerversicherung, bei der nun die neue geplante Gebührenordnung eine Rolle spielen solle. Die Sozialdemokraten wollen die neu ausgearbeitete GOÄ in das Modell der Bürgerversicherung einbauen. Lauterbach betonte aber auch, die GOÄneu, auf die sich nach seinem Wissenstand am 14.3.2016 Bundesärztekammer und PKV-Verband geeinigt hätten, zu stoppen. Er bewertete die enorme Arbeit, die Fachverbände, Ärztekammer und PKV-Verband geleistet haben, als wertvolle Arbeit, wenn man irgendwann eine gemeinsame Gebührenordnung für gesetzlich und privat Versicherte mache.

Hr. Windhorst sehe derzeit keine Chancen für einen fairen Leistungsausgleich, was seiner Meinung nach auch der großen Einflussnahme von außen und der großen Zerrissenheit der Verhandlungsebenen geschuldet sei. Zugleich wolle er den Forderungen der Fachverbände nicht im Wege stehen. Mittlerweile hält auch Hr. Windhorst die Umsetzung der GOÄneu in dieser Legislaturperiode durch die Blockade der SPD für unwahrscheinlich. Es sei jetzt angebracht, die Verhandlungen ohne Zeitdruck und unter Beteiligung der Fachverbände fortzuführen. Damit bestätigt selbst Hr.Windhorst, die Notwendigkeit der Einbindung der Fachverbände und insbesondere die Notwendigkeit, dies mit mehr Zeit und Vorbereitung zu tun. Somit haben wir uns als Berufsverband in den letzten Monaten mit extrem viel Zeiteinsatz und Mühe für die neue GOÄ eingesetzt. Die Legendierung ist abgeschlossen und kann sicherlich in Zukunft als Blaupause für weitere Verhandlungen dienen.

All unsere geäußerte Kritik bzgl. Manpower und Verhalten einzelner Protagonisten und der Bundesärztekammer in diesem Zusammenhang sehen wir bestätigt.

Es ist davon auszugehen, dass zunächst einmal die alte Gebührenordnung so bleibt, wie sie derzeit ist. Es wird nun basierend auf den intensiv getätigten Arbeiten zu weiteren Verhandlungen bzgl. der Gebührenordnung kommen, aber dann unter Einbeziehung der Fachverbände unter einem fairen Ausgleich und mit Transparenz und ohne maximale Verschwiegenheit, denn so kann dies nicht gehen.

Insbesondere die von uns immer wieder kritisierte geringe Manpower der BÄK ist so nicht akzeptabel gewesen. Es ist schwer verständlich, wieso eine Bundesärztekammer ein solches Projekt so oberflächlich mit so wenigen und häufig wechselnden Mitarbeitern verfolgt und letztendlich auch so blauäugig in Verhandlungen geht und glaubt, dass man hier auch nur eine 10%ige Steigerung hätte erreichen können. Ausreichend Zeit stand zur Verfügung. Die ersten Daten haben wir bereits 2010 geliefert. Mit einem entsprechenden Personaleinsatz hätte man dies in sehr viel kürzerer Zeit bearbeiten können und wäre nun nicht, auch zuletzt aufgrund des Zeitdruckes, im Dissens auseinandergegangen. Auch der Stundenlohnansatz der Bundesärztekammer im Rahmen der GOÄ neu war sicherlich mehr als fragwürdig.

Herr Montgomery wird sich als Organisationsverantwortlicher in diesem Zusammenhang sicherlich kritischen Fragen ausgesetzt sehen.

Wir werden Sie über die aktuellen Verhandlungen auf dem Laufenden halten, aber dennoch ist jetzt ein Szenario eingetreten, was ggf. als das geringeres Übel gesehen werden kann. Besser eine alte, intransparente GOÄ mit bekannter monetärer Bewertung, als eine neue GOÄ, welche in manchen Teilen zu einer schlechteren Bewertung und zur Implementierung eines in der Ärzteschaft nicht konsensfähigen „Paragraphenteils“ geführt hätte. Die Erwartung, dass eine neue GOÄ uns in der nächsten Legislaturperiode vor einer Bürgerversicherung schützen würde, mutet eher unrealistisch an.

Mit freundlichen kollegialen Grüßen

Prof. Dr. med. Karl-Dieter Heller
Vizepräsident des BVOU

Dr. med. Johannes Flechtenmacher
Präsident des BVOU

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VSOU-Frühjahrstagung erstmals mit Weiterbildungscontest

Wettkampf: Nachwuchs löst klinische Fälle auf dem Kongress

Die zentralen Fragen für das tägliche Handeln in der Orthopädie und Unfallchirurgie stehen im Fokus der 64. Jahrestagung der Vereinigung Süddeutscher Orthopäden und Unfallchirurgen (VSOU)vom 28. bis 30. April 2016 in Baden-Baden. Ein Höhepunkt der kommenden Tagung ist der Weiterbildungscontest für den Nachwuchs.

Erstmals messen sich beim Nachwuchswettbewerb für Ärzte in Weiterbildung acht verschiedene Teams und lösen auf dem Kongress klinische Fälle. Eine Sitzung lang haben die zwei Kandidat/Innen eines Teams Zeit, einen aufwändigen Versorgungsfall zu erarbeiten und am Ende vorzustellen. Die Besucher entscheiden, welches Team eine Runde weiterkommt. Die Gewinner des Wettbewerbs erhalten ein Stipendium inklusive Flug und Hotel für den Besuch des Kanadischen Orthopäden-Kongress im Juni 2016 in Quebec. „Der Contest soll der Förderung der Besten während der Weiterbildung dienen und natürlich Spaß machen“, sagt Prof. Dr. med. Dr. h. c. Joachim Grifka. Zusammen mit Univ.-Prof. Dr. med. Ulrich Stöckle leitet er als Kongresspräsident die Frühjahrstagung. Medizinrechtliche Themen im Programm Ganz nach dem Kongressmotto „Was, Wann, Wie“ können sich die Teilnehmer über wichtige Empfehlungen für das gesamte therapeutische Vorgehen und die tägliche Arbeit in der Orthopädie und Unfallchirurgie informieren. Rund 400 Punkte, darunter Fachvorträge, Workshops, Seminare und Podiumsdiskussionen, stehen auf dem Programm.

Auf der Tagung werden auch medizinrechtliche Aspekte thematisiert. „Uns ist es wichtig, neben den Behandlungserfolgen auch Probleme zu reflektieren. Wir sind in einem gefahrengeneigten Bereich aktiv, da ist es elementar, sich dessen bewusst zu sein“, sagt Prof. Grifka. Dabei müssen die Probleme nicht durch den Behandler verursacht worden sein, sondern können beispielsweise aus ungünstigen Konstellationen der operativen Voraussetzung, Multimorbidität und Beeinträchtigung der Heilung oder generellen Problemen der Versorgung entstanden sein.

Sportverletzungen stehen im Fokus

Ein weiterer Schwerpunkt des Kongresses liegt auf Sportverletzungen, hier erwartet die Teilnehmer –neben verschiedenen Expertensitzungen – eine spannende Podiumsdiskussion. Die Podiumsdiskussion soll einen Wissenstransfer von den Betreuern der Spitzenathleten zu den Behandlern der Breitensportler ermöglichen. „Die verschiedenen Facetten der Betreuung – Wettkampf, Training, Rehabilitation sowie Motivation und Kommunikation – werden diskutiert, so dass wir dem Leitgedanken ,von den Profis lernen‘ gerecht werden können“, sagt Prof. Stöckle. Die Sitzung „Muskelverletzungen im Sport“ wird durch Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt und sein Team, PD Dr. Peter Ueblacker und Dr. Lutz Hänsel, abgebildet. Dr. Müller-Wohlfahrt hat in der Behandlung der Muskelverletzung größte Expertise und wurde bereits 2015 mit dem Carl-Rabl Preis der VSOU ausgezeichnet. Für die weiteren Sitzungen zu Sportverletzungen an Bändern, Sehnen, Knorpel und Knochen konnten ebenfalls hochkarätige Referenten gewonnen werden.

Weitere Schwerpunktthemen des Kongresses 2016

1. Arthrose: Früh-Diagnostik, Knorpeltherapie evidenz-basiert, Gelenkerhalt vs. Gelenkersatz

2. Behandlungsergebnisse sichern: Komplexe Fälle, Komplikationsbehandlung, Berichte aus Gutachterkommissionen

3. Technische Orthopädie und Sport: Sportverletzungen, Orthesenversorgung aktueller Stand, Sport mit Handicap

4. Alterstraumatologie: Frakturen bei Osteoporose, Insuffizienzfrakturen, Osteoporosetherapie

5. Freie Themen: Wirbelsäule, obere Extremität, untere Extremität (auch Fuß/OSG), Trauma, Innovationen

 

Öffnungszeiten

Donnerstag I 28.04.2016 8.00–16.00 Uhr

Freitag I 29.04.2016 8.00–18.00 Uhr

Samstag I 30.04.2016 8.30–18.00 Uhr

Tagungsgebühren

VSOU-Mitglieder – Dauerkarte: 100,00 bis 150,00 € (bei Online-Anmeldung günstiger)

Assistenzarzt ermäßigt (mit Bescheinigung) 20,00 €

Nichtmitglieder – Dauerkarte: 140,00 bis 210,00 € (bei Online-Anmeldung günstiger)

Assistenzarzt ermäßigt (mit Bescheinigung) 50,00 €

Tageskarte: 100,00 €

Sonstige:

Erstreferenten/Vorsitzende des wissenschaftlichen Hauptprogramms kostenlos

Leiter/Referenten von Seminaren, Workshops etc. kostenlos

(Interne AGs/AKs, Firmen- u. sonstige Veranstaltungen ausgeschlossen)

Kongressteilnehmer aus med. Fachbereichen 140,00 bis 160,00 €

Für Student(mit Bescheinigung) kostenlos

 

 

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Studie zur Effektivität der transkraniellen Therapie bei Kreuzschmerz erhält Auszeichnung

KÖLN – Seit 2008 würdigt das Deutsche Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. herausragende Leis­tungen auf dem Gebiet der evidenzbasierten Medizin und Gesundheitsversorgung mit dem David-Sackett-Preis. Im Rahmen seiner 17. Jahrestagung Anfang März in Köln zeichnete das Netzwerk die zwei diesjährigen Preisträger aus. Einer davon ist ein Wissenschaftler-Team aus Hamburg und Birmingham, das die Wirksamkeit der transkraniellen Stimulation bei nicht-spezifischem Kreuzschmerz untersucht hat.

Beide mit dem David-Sackett-Preis ausgezeichneten Arbeiten sind im Bereich der Physiotherapie angesiedelt, einem auf­strebenden therapeutischen Berufsfeld, das um die Verwissenschaftlichung seiner Arbeits­grundlagen bemüht ist, sich aktiv an der Leitlinienerstellung beteiligt und in den letzten Jahren eine Vielzahl an Studiengängen etabliert hat.

Einer der Preise ging an die Hamburger Arbeitsgruppe CIMT, die den Einsatz der Constraint-induced Movement Therapy (CIMT) bei Schlaganfall-Patienten untersucht hat. Die zweite Auszeichnung erhielt eine internationale Forschergruppe für ihre Studie zur elektrischen transkraniellen Stimulation bei nichtspezifischem chronischem Kreuzschmerz.

Das Forschungsprojekt wurde vor dem Hintergrund initiiert, dass inner­halb weniger Jahre eine Serie von Studien veröffentlicht worden war, die trotz schwerer me­thodischer Mängel zu einem regelrechten „Hype“ von transkranieller Stimulation für jede Art von chronischen Schmerzerkrankungen geführt hat. Ohne eine solide Evidenzgrundlage wur­den Patienten mit dieser Methode reihenweise behandelt.

Die im British Medical Journal veröffentlichte Arbeit ist die erste Studie zu elektrischer transkranieller Stimulation mit einer adäquaten Fallzahl von Probanden, die mit einer Scheinintervention kontrolliert und die methodischen Ansprüche einer nicht-pharmakologi­schen Studie auf höchstem Niveau erfüllt. Das zentrale Ergebnis der Studie ist ernüchternd: Eine Schmerzlinderung konnte nicht erreicht werden, die klinische Nutzung kann nicht un­terstützt werden.

Die Studie wurde unter dem Titel „Effectiveness of transcranial direct current stimulation preceding cognitive behavioural management for chronic low back pain: sham controlled double blinded randomised controlled trial” im April 2015 im British Medical Journal veröffentlicht.

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Mastertrainerseminar für die strukturierte Weiterbildung in O&U

Gemeinsames Angebot von BDC, BDI, BVOU, VLOU und DGOU

Die Weiterentwicklung der Qualität im Bereich der Facharztweiterbildung ist ein zurzeit intensiv diskutiertes Thema. Neben den notwendigen strukturellen Veränderungen (Novellierung der Musterweiterbildungsordnung) geht es im Mastertrainer-Kurs um die Unterstützung in den Kliniken vor Ort.

Die Berufsverbände der Chirurgen und Internisten (BDC und BDI) und nun auch der Orthopäden und Unfallchirurgen (BVOU) haben eine gemeinsame Initiative zur Weiterentwicklung der Facharztweiterbildung ins Leben gerufen und bereits über 50 Mastertrainer ausgebildet. Die Initiative wird mittlerweile auch vom VLOU und von der DGOU unterstützt.

Seminar und Zielgruppe

Im Juni 2016 wird der 4. Trainingskurs beginnen, zu dem wir herzlich einladen möchten.

Hauptanliegen ist es, die in der Praxis tätigen Weiterbilder auf die wichtigsten Instrumente der strukturierten Weiterbildung zu schulen und in Supervisionen kontinuierlich zu begleiten.

Das Angebot richtet sich an alle in die Weiterbildung involvierten Kolleginnen und Kollegen in Klinik und Praxis:

  • Chefärztinnen und Chefärzte
  • Oberärztinnen und Oberärzte
  • Fachärztinnen und Fachärzte
  • Assistenzärzte, die von ihren Ermächtigten beauftragt sind, die Weiterbildung zu koordinieren.

Das Mastertrainerkonzept

Das Mastertrainermodell beschreibt ein klassisches Train-the-Trainer-Konzept. Dabei werden Sie als erfahrener Weiterbilder in einem ersten Schritt zu einem Mastertrainer ausgebildet. Nach der Ausbildung sollen dann die Mastertrainer in ihren Abteilungen sechs Monate lang die erlernten Instrumente und Kompetenzen umsetzen. Diese Erfahrungsphase ist notwendig, um später eigene Erfahrungen in die Ausbildung der Weiterbilder einbringen zu können. Die erworbenen Kompetenzen können dann sowohl in der eigenen Klinik bei der Schulung der eigenen Kollegen, als auch bei Teilnahme an überregionalen Ausbildungsveranstaltungen für Weiterbilder, die BDC und BDI durchführen werden, genutzt werden.

Kosten

Der Mastertrainerkurs inkl. der Supervisionen wird einmalig € 350,– für Nichtmitglieder und € 200,– für Mitglieder von BDI, BDC, BVOU, VLOU und DGOU kosten.

Aufgaben und Arbeitsaufwand der Mastertrainer

  • Teilnahme an der Ausbildung zum Mastertrainer.
  • Im Anschluss daran werden in der Regel zwei Supervisionen im Jahr angeboten, in denen aktuelle Probleme in der Trainerarbeit besprochen werden. Die Teilnahme ist optional.
  • Ebenfalls optional: Mitarbeit bei der Durchführung von überregionalen Großveranstaltungen zur Ausbildung von interessierten Weiterbildern durch BDI, BDC, BVOU, VLOU und DGOU
  • Gemeinsam mit Prof. Siebolds, Dr. Ansorg und Prof. Denkinger Zusammenarbeit bei der Verstetigung des Projektzuschnitts und Einbringen eigener Ideen der Mastertrainer für die Weiterentwicklung des Projektes.

Um dieses fortschrittliche und kliniknahe Konzept in den aufwändigen Arbeitsalltag integrieren zu können, wurde eine sparsame Zeiteinteilung realisiert.

Die konkrete Zeitbelastung kann der Tabelle Zeitaufwand entnommen werden (Tabelle 1).

Der Ablauf der Grundausbildung

In der zweiten Übersicht sind Ablauf und Inhalte der Grundausbildung dargestellt. Die Ausbildung ist stark trainingsorientiert. Jeder Teilnehmer erhält alle notwendigen Ausbildungsunterlagen in Form eines Trainerlogbuchs. (Tabelle 2)

Zum Workshop soll jeder Teilnehmer bitte ein Notebook mitbringen!

Anmeldung & Kosten

Wir würden uns sehr freuen, wenn wir Sie für diese neue Aufgabe gewinnen könnten. Nutzen Sie die Möglichkeit, Ihre Weiterbildung in der Klinik so zu optimieren, dass Sie das Beste aus den schwierigen Bedingungen herausholen. Das Projekt wird davon leben, dass sich ausgewiesene Kliniker bereiterklären, daran teilzunehmen.

Termin:    17.6. – 18.6.2016
Dozent:    Prof. Dr. med. Marcus Siebolds
Ort:            Robert-Koch-Platz 9, 10115 Berlin

Weitere Informationen zum Kurs erhalten Sie gerne auf Anfrage bei Herrn Ruff von der BDI-Geschäftsstelle per E-Mail: sruff@bdi.de. Auch können Sie sich bei ihm oder bei Dr. Jörg Ansorg  verbindlich für den Kurs anmelden.

Es sind noch einige wenige freie Plätze für diesen Kurs vorhanden!

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Jörg Ansorg (BVOU)

Prof. Michael Denkinger (BDI)

Dr. Norbert Hennes (BDC)

Prof. Dr. Marcus Siebolds (Sysco GmbH)

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TraumaNetzwerk NordWest: Universitätsklinikum Münster rezertifiziert

MÜNSTER – Die Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie des Universitätsklinikums Münster (UKM) ist bereits zum dritten Mal in Folge in ihrer Arbeit als Teil der Initiative TraumaNetzwerk NordWest bestätigt worden. Ziel des Netzwerks ist die optimale Behandlung von Schwerverletzten nach standardisierten Qualitätsmaßstäben der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU).

Die unabhängige Zertifizierungsfirma DIOcert GmbH kontrollierte die Prozesse in der Unfallchirurgie und vergab erneut die Qualitätsauszeichnung nach Münster. „Wir freuen uns nach dem Prüftermin im Dezember sehr, dass uns jetzt die hohe Qualität unserer Unfallchirurgie am UKM erneut offiziell bestätigt wurde“, sagt Klinikdirektor Prof. Dr. Michael Raschke. „Die Initiative TraumaNetzwerk NordWest ist ein wichtiger Beitrag zur optimalen Patientenversorgung in der Region und wir sind stolz, ein Teil davon zu sein.“

Das TraumaNetzwerk NordWest wurde 2007 ins Leben gerufen, um die medizinische Versorgung von Unfallopfern in der Region nördliches Nordrhein-Westfalen/südliches Niedersachen zu verbessern. Auch zwei niederländische Kliniken beteiligen sich an der Initiative.

Insgesamt 25 zertifizierte Kliniken und die dazugehörigen Leitstellen kooperieren in dem Netzwerk und arbeiten eng mit weiteren Kliniken und Rehabilitations-Zentren der Region zusammen, damit eine flächendeckende, heimatnahe Versorgung von Schwerverletzten rund um die Uhr gesichert ist.

Mit Hilfe des UKM und allen eingebundenen Rettungsdiensten, Ärzten und Kliniken kann jeder schwerverletzte Patient innerhalb von 30 Minuten vom Unfallort in ein geeignetes Krankenhaus transportiert und dort optimal versorgt werden.

Die Kliniken des TraumaNetzwerks müssen sich regelmäßigen Qualitätsprüfungen unterziehen. Die speziellen Kriterien sind im Weißbuch der Schwerverletztenversorgung der DGU festgeschrieben. Neben einem Hubschrauberlandeplatz und einer Intensivstation sind unter anderem eine Blutbank und eine 24-stündige Verfügbarkeit eines Spezialteams notwendige Voraussetzungen.

Bild:
Zum dritten Mal in Folge ausgezeichnet: Direktor Prof. Dr. Michael Raschke mit Dr. Christian Juhra (l). und Dr. Benedikt Schliemann (r.) aus dem Team der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie. (Quelle: UKM)

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Vorsicht beim Öffnen von Dateianhängen unbekannter Absender!

Die Zunahme dieser sogenannten Ransomware hat sich seit letztem Herbst deutlich verschärft.

Als Ransomware werden Schadprogramme bezeichnet, die den Zugriff auf Daten und Systeme einschränken oder verhindern und eine Freigabe dieser Ressourcen erfolgt nur gegen Zahlung eines Lösegeldes (engl. ransom). Es handelt sich dabei um einen Angriff auf das Sicherheitsziel der Verfügbarkeit und eine Form digitaler Erpressung.

Sie finden hier im Anhang einen Report des Bundesamtes für Sicherheit in der IT- Technik zur Bedrohungslage, Prävention & Reaktion.

 

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