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Interview: „Bewegung ist Leben war mein Wunschmotto“

Prof. Alexander Beck ist der neue Kongresspräsident des BVOU für den DKOU im nächsten Jahr. Ein Interview über Gestaltungsfreiheit, die Freude am Kongressthema sowie Planungsstress.

BVOU.net: Herr Prof. Beck, Sie sind der neue Präsident des BVOU für den Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) 2017. Worüber und worauf freuen Sie sich am meisten?
Alexander Beck:
Erst einmal freue ich mich sehr, dass unser Berufsverband mir diese Aufgabe übertragen hat. Das ist eine große Ehre für mich, auf die ich sehr stolz bin. Außerdem gefällt mir schon jetzt die Kreativität, mit der ich zusammen mit meinen Mitpräsidenten Prof. Ingo Marzi und Prof. Andrea Meurer den DKOU 2017 planen und das Programm ausgestalten kann. Das ist einerseits eine tolle und reizvolle Aufgabe, aber andererseits auch etwas, was man nicht jeden Tag bewältigen könnte.

BVOU.net: Was verbinden Sie mit dem Kongressmotto 2017: Bewegung ist Leben?
Beck:
Das war auch mein Wunschmotto. Es beschreibt sehr gut, was die Kolleginnen und Kollegen in unserem gesamten Fachgebiet beschäftigt: Alles, was mit Leben zu tun hat, ist Bewegung. Bewegung ist etwas Schönes und Positives, nicht nur für Sportlerinnen und Sportler jeden Alters, sondern für alle Menschen.

Und wenn die Bewegung eingeschränkt ist oder gar verloren gegangen, dann sorgen wir Ärzte in O und U dafür, dass sich das wieder ändert. Wir helfen, auch durch ein vertrauensvolles Arzt-Patient-Verhältnis, dass Menschen sich wieder besser bewegen können. Optimalerweise geschieht dies im Einklang mit dem stetigen Fortschritt in unserem Fach, also indem wir weiterentwickelte Therapien sowie Innovationen aus der Forschung einbeziehen.

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Weitere Informationen

BVOU.net: Welche Themenaspekte sind Ihnen besonders wichtig?
Beck:
Sport und Bewegung – das ist seit vielen Jahren ein wichtiges Thema in unserem Land. Einerseits treiben Bürgerinnen und Bürger Sport, um sich fit zu halten und weil sie Spaß an körperlicher Betätigung haben. Andererseits messen sich immer mehr ältere Menschen auch mit den Jüngeren, wollen im Sport Schritt halten. Daraus ergeben sich vielfältigste Fragestellungen, und zwar vom Breiten- bis zum dopingfreien Spitzensport. Wie sehen die jeweiligen potentiellen Risiken aus? Wie behandelt man Verletzungen und Überlastungsschäden, wie sorgt man für deren Prävention? Das alles werden wichtige Themen auf dem DKOU 2017 sein. Ich freue mich auch sehr, dass wir die USA als Gastland gewinnen konnten. Das gibt Deutschland als Veranstalterland und den USA die Möglichkeit, wieder einmal über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen.

BVOU.net: Haben Sie sich von Ihrem Vorgänger Dr. Neubert etwas abgeguckt?
Beck:
Manfred Neubert hat einen ganz tollen Job gemacht. Dazu kann ich ihm nur sehr herzlich gratulieren. Die Latte hängt somit sehr hoch. Aber jeder DKOU-Präsident wird und muss seinen Kongress individuell gestalten. Wenn man sich zu viel vom Vorgänger abguckt, wird es sonst für die Besucher schnell langweilig. Deshalb: Variatio delectat.

BVOU.net: Was ist bei der Vorbereitung für den DKOU 2017 die größte Herausforderung?
Beck:
Eine der ganz großen Herausforderungen liegt sicher in der individuellen Ausgestaltung des wissenschaftlichen Programms. Die Sitzungen überschneiden sich ja notgedrungen immer, es gibt mehrere Parallelstränge. Da muss man als Programmgestalter dem Großteil der Besucher dahingehend entgegenkommen, dass nicht zu viele thematisch ähnliche Veranstaltungen parallel laufen. Sonst hat man keine Chance, wenigstens einzelne zu besuchen. Wir wollen diesen Punkt für unsere Gäste im nächsten Jahr so optimal wie möglich gestalten.

KV-Wahl: Einsatz für neue Versorgungsstrukturen

Pirmasens – Vor knapp einem Jahr ist Dr. Frank Fasco in ein großes neues Ärztehaus umgezogen. Jetzt arbeitet er in einer konservativ ausgerichteten Praxisgemeinschaft mit einem jüngeren Kollegen. Kontinuität wünscht er sich hingegen für seine Tätigkeit in der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Rheinland-Pfalz: Er kandidiert für eine weitere Amtsperiode.

7 Fragen an Dr. Frank Fasco

BVOU.net: Warum kandidieren Sie für die Vertreterversammlung (VV)?
Fasco
: Ich bin seit vielen Jahren berufspolitisch im BVOU, der KV und bei Medi-Rheinland-Pfalz aktiv. Seit fünf Jahren bin Mitglied in der VV. Auch wenn die Mitarbeit dort oft schwierig und frustrierend erscheint, so ist die demokratische, parlamentarische Auseinandersetzung wichtig, um für die Mehrheit gute Ergebnissen zu erkämpfen.

BVOU.net: Wofür steht Ihre Liste?
Fasco: Ich kandidiere auf der Medi-Südwest Liste. Medi ist seit vielen Jahren kontinuierlich in der Vertretung, Information und im Service für seine Mitglieder in unserem Bundesland aktiv. Wir sind eine fachübergreifende Haus-/Facharztliste und  engagieren uns besonders für die Freiberuflichkeit und den Erhalt der fachärztlichen, niedergelassenen, wohnortnahen und unabhängigen Versorgung. Wichtig ist die Stärkung von haus- und fachärztlicher Zusammenarbeit unter Einbeziehung der Klinikkollegen und -kolleginnen. Die VV muss handlungsfähig bleiben und darf nicht durch ideologische Engstirnigkeit ihre Glaubwürdigkeit verlieren.

BVOU.net: Wofür wollen Sie sich engagieren, wenn Sie gewählt werden?
Fasco: Ich sehe meine Aufgaben in der Verbesserung der innerärztlichen Kooperation, dem kontinuierlichen Zuschütten der Gräben zwischen Haus- und Fachärzten, hin zu einem stabilen Vertrauensverhältnis mit einer stärkeren Vernetzung – aber bei Erhaltung der Individualität. Feste und angemessene Preise sind existenziell für einen freien Beruf und den Erhalt der selbstständigen Praxen. Standespolitik muss fachübergreifend sein. Hausarzt-/Facharztkonflikte in den KVen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung haben diese an den Rand der Handlungsunfähigkeit manövriert. Hier müssen die VVen Verantwortung übernehmen. Die ambulante Versorgung, gerade in ländlichen strukturschwachen Regionen, muss erhalten bleiben. Dafür kämpfe ich.

BVOU.net: Welches Versorgungsthema wollen Sie dann vor allem vorantreiben?
Fasco: Als geschäftsführende Mitglied im Ärztenetz Südwest kämpfe ich seit Jahren um eine Weiterentwicklung und Verbesserung der ambulanten Versorgung unserer Region. Für mich ist grundsätzlich die Weiterentwicklung von neuen Versorgungstrukturen wichtig, Stichworte: Selektivverträge und sektorenübergreifende Versorgung.

BVOU.net: Und welches Honorarthema wollen Sie vorantreiben?
Fasco: Verlässlichkeit und Kalkulierbarkeit sind entscheidende Faktoren bei der Erstellung eines Honorarverteilungsmaßstabs. Das Geld muss der Leistung folgen. Deswegen ist wichtig: Keine neuen Leistungen ohne frisches Geld. Als ganz wichtig sehe ich die Absicherung der Kollegen gegenüber Regressen an. Es kann nicht sein, dass die Krankenkassen Leistungen fordern, diese nicht kostendeckend vergüten und dann bei Überschreitungen teils existenzgefährde Rückforderungen stellen.

BVOU.net: Wie wollen Sie es schaffen, Zeit für die Arbeit in der VV zu erübrigen?
Fasco: Ich habe das die letzten Jahre geschafft und bin sicher, dies auch zukünftig auf die Reihe zu bekommen.

BVOU.net: Wie motivieren Sie sich, wenn Sie einmal gar keine Lust auf Berufspolitik haben?
Fasco: Es ist wie im Sport: Wenn man ausgepowert ist, muss man kurz pausieren. Waldspaziergänge mit meinen Hunden und ein gutes Glas Wein bei entspannender Musik wirken oft Wunder. Danach kann man wieder gestärkt angreifen.

Der BVOU hat bereits zahlreiche Interviews mit Orthopäden und Unfallchirurgen veröffentlicht, die für die KV-Wahlen kandidieren. Das KV-Wahljahr endet demnächst, und zwar in der KV Rheinland-Pfalz am 9. November.

Weiterführende Informationen:

KV-Wahlwerbung: Plakate, Slogans, Hillary-Video

Weitere Interviews:

KV-Wahlen 2016: Die Kandidaten aus O und U im Gespräch

Mitgliederversammlung: positive Bilanz herausfordernder Monate

Berlin – Es sei „ein turbulentes Jahr“ gewesen – mit diesen Worten fasste BVOU-Präsident Dr. Johannes Flechtenmacher die gesundheitspolitischen Herausforderungen für den Verband im Jahr 2016 zusammen. Doch der geschäftsführende Vorstand, die Mandatsträger, die BVOU-Geschäftsstelle und engagierte Mitglieder haben seiner Überzeugung nach dafür gesorgt, dass zahlreiche Projekte mit großer Relevanz für die Orthopädie und Unfallchirurgie erfolgreich bewältigt werden konnten.

Flechtenmacher führte das neue gemeinsame Kapitel von Orthopädie und Chirurgie im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) an, das die beiden betroffenen Berufsverbände in enger Abstimmung auf den Weg gebracht hätten. Deren gute Vorarbeit hatte Dr. Andreas Gassen in seiner Eigenschaft als Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung am Vormittag ausdrücklich gewürdigt. Die Arbeiten an der neuen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) stagnierten zwar, so Flechtenmacher. Doch habe man sich auch hier in Abstimmung mit dem Berufsverband für Chirurgie (BDC) auf eine gemeinsame gute Vorlage geeinigt.

Für ihr Engagement beim DMP Chronischer Rückenschmerz, an dem der Gemeinsame Bundesausschuss gerade arbeitet, dankte Flechtenmacher Prof. Dr. Bernd Kladny und dem BVOU-Landesvorsitzenden Württemberg, Dr. Burkhard Lembeck. Er halte es aus der Versorgungs- wie aus der Honorarperspektive für eines der wichtigsten Projekte und hoffe, dass es umgesetzt werde.

Zu den Aufgaben im Jahr 2016 zählten zudem versorgungspolitische Projekte, ein Ausbau der BVOU-Kommunikation, ein stärkeres Engagement im Bereich der Nachwuchsarbeit und die politische Vertretung in anderen Verbänden, darunter dem Spitzenverband Fachärzte Deutschlands. Als erfreulich wertete es Flechtenmacher, dass sich die Mitgliederzahlen des BVOU stabilisiert haben.

Im Rahmen der Mitgliederversammlung des BVOU auf dem DKOU sowie beim Präsidentendinner wurden mehrere Mitglieder geehrt. Die Ehrenmitgliedschaft des Berufsverbands erhielten Dr. Hans-Peter Bischoff sowie Prof. Dr. Wolfgang Rüther. Mit der Hubert-Waldmann-Plakette wurde Dr. Karl-Heinz Conrad ausgezeichnet, mit der Jürgen-Eltze-Plakette Reinhard Deinfelder. Die Goldene Ehrennadel des BVOU erhielten Dr. Ludwig W. Ackermann sowie Prof. Dr. Michael Schierack. Die Silberne Ehrennadel wurde Dr. Oliver Holtz, Dr. Rolf Jacob, Dr. Sabine Welling, Dr. Klaus Braukmann und Dr. Marco Landwehr.

Zügig ins Ziel – für einen guten Zweck

Berlin – Donnerstag, Frühaufsteher-Treff: Pünktlich um 7.15 Uhr versammeln sich rund 50 Läuferinnen und Läufer zum „Walk for charity“ des BVOU am Eingang zum Tiergarten gegenüber dem Brandenburger Tor. Die einen trinken schnell noch einen Schluck Wasser, die anderen erstehen noch flott ein DKOU-Laufshirt in ihrer Größe. Laufpate Joey Kelly begrüßt alle Sportler per Megafon und spornt sie an: „Laufen Sie zügig! Spätestens um 8.25 Uhr machen wir ein Gruppenfoto vor dem Brandenburger Tor.”

Kurz nach den Läufern starten die Walker. Dr. Hans-Jürgen Hesselschwerdt und seine Frau Anna Karrenbauer gehen als einzige Teilnehmer an den Start – gelassen. „Wir walken auch sonst regelmäßig“, erzählen sie. Sie richten sich erst einmal die Leihstöcke her. Die flotten Läuferinnen und Läufer bringen sie nicht aus ihrem Rhythmus.

Wie sich herausstellen wird, sind die knapp fünf Kilometer durch den Tiergarten für die joggenden Orthopäden und Unfallchirurgen ein Klacks: Um 7.42 läuft Markus Walther als Erster durchs Ziel. Er joggt regelmäßig, auch bei Wettläufen – „und ich gewinne auch öfters“, kommentiert er gelassen seinen Sieg. Kurz nach ihm folgt Daniel Dornacher, der nach eigener Auskunft unregelmäßig laufen geht. Als Dritte spurtet Heike Piotrowski übers rote Zielband. Sie läuft regelmäßig und geht gleich nach dem „Walk for charity“ die nächste Aufgabe an: Ihr kleines Kind, das im Kinderwagen bei einer Freundin warm eingepackt wartet, muss gewickelt werden.

Früher Start in den Tag? „Das kennen wir doch aus der Klinik“, heißt es. „Das ist für Ärzte keine Ausrede fürs Laufen.“ Zwei Läuferinnen sind nicht nur gekommen, um den Charity-Lauf zu unterstützen. „Wir sind ehemalige Kolleginnen und kombinieren die sportliche Betätigung mit einem Wiedersehen“, erzählen sie. Während des Kongresses sei einfach zu wenig Zeit, um miteinander zu schwatzen. Eine der beiden war bis in den frühen Morgen auf der Rookie Night – „aber das passt schon“, sagt sie lachend.

Mitgelaufen sind für den BVOU unter anderem Präsident Dr. Johannes Flechtenmacher, Geschäftsführer Dr. Jörg Ansorg und DKOU-Präsident Dr. Manfred Neubert. „Prima, dass so viele mitgemacht haben“, ruft Neubert, nachdem alle Läuferinnen und Läufer durchs Ziel sind. Und er dankt Joey Kelly: „Es war bestimmt die größte Motivation, dass Du uns angeführt hast.“

Jetzt schnell noch die Aufstellung fürs Gruppenfoto mit dem Brandenburger Tor im Hintergrund, einen Müsliriegel oder einen Apfel als schnelles Frühstück – und dann verschwinden die Läuferinnen und Läufer um 8.30 Uhr im Shuttlebus zum Hotel und von da aus zum dritten Kongresstag.

Fazit: Der dritte Charity-Lauf des BVOU im Rahmen des DKOU war ohne Zweifel wieder ein Erfolg. Die Spenden von je 25 Euro für ein DKOU-Laufshirt kommen dem Babeluga e.V. zugute. Der Verein unterstützt von Adipositas betroffene Kinder, Jugendliche und ihre Familien. Partner des diesjährigen Lauftreffs war das Unternehmen Brainlab.

Der diesjährige Laufpate Joey Kelly begann mit dem Ausdauersport als Ausgleich zu seiner Arbeit mit der weltbekannten Kelly Family, die in den 1990er Jahren große musikalische Erfolge feierte. Mittlerweile hat er über 200 Marathons, Ultra- und Halbmarathons, sowie zehn Wüstenläufe, 13 Ironman und viele weitere Kurzdistanztriathlons und Kurzdistanzwettkämpfe absolviert.

„Wir sollten über Choosing wisely diskutieren“

„Choosing wisely“ – Hinter diesem Leitspruch verbirgt sich eine vor fünf Jahren gestartete Initiative, die die Themen Indikationsqualität, Patientenkommunikation sowie Über- und Unterversorgung in den Fokus des ärztlichen Handelns rücken will. Ausgehend von den USA, ist die Initiative mittlerweile auch in Deutschland angekommen und wird in zahlreichen Gremien und auf Tagungen diskutiert, so auch auf dem diesjährigen DKOU. Im Interview spricht Kongresspräsident Dr. Manfred Neubert über die Bedeutung von „Choosing wisely“ für die Orthopädie und Unfallchirurgie.

BVOU.net: Herr Dr. Neubert, Sie setzen sich als DKOU-Kongresspräsident dafür ein, sich auch in O und U mit dem Thema „Klug entscheiden“ beziehungsweise „Choosing wisely“ zu befassen. Woher kommt Ihr Interesse an dem Thema?
Dr. Manfred Neubert: Schon auf dem DKOU 2015 war „Choosing wisely“ ein Thema. Es war für mich danach nicht zu übersehen, dass es in der medizinischen Öffentlichkeit zunehmend diskutiert wird. Die Bundesärztekammer hat eine große Tagung zu dem Thema veranstaltet, die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin veröffentlicht mittlerweile regelmäßig ihre Empfehlungen zum klugen Entscheiden im Deutschen Ärzteblatt. Dieser Entwicklung kann sich O und U nicht verschließen.

BVOU.net: Warum eigentlich nicht?
Neubert: In der Debatte werden Knackpunkte der Gesundheitsversorgung aufgegriffen, konkret Über-, Unter- und Fehlversorgung – und wie man solche unerwünschten Effekte vermeiden kann.

BVOU.net:
Sind Handlungsempfehlungen für die Orthopädie und Unfallchirurgie schwerer zu formulieren als für andere Fachgebiete?
Neubert: In gewisser Weise ja. Vereinfacht gesagt, gibt es in O und U häufig nicht so etwas wie den Laborwert X, bei dessen Überschreitung Y gemacht werden muss. Uns fehlen teilweise die harten Kriterien anderer Fächer. Ich meine das nicht despektierlich im Hinblick auf die Entscheidungsfindung von Kollegen anderer Fachgebiete.

Gerade niedergelassene Orthopäden behandeln aber häufig Patienten, deren Beschwerden erst einmal sehr subjektiv sind und mit denen gemeinsam man herausfinden muss, welche Behandlung für sie die beste ist. Wir verweisen ja nicht umsonst immer wieder darauf, dass ein Röntgenbild oder andere Befunde natürlich hilfreich sind bei Entscheidungen, aber eben nicht allein entscheidend.

BVOU.net:
Was fehlt also noch für ein „Choosing wisely“?
Neubert: Wir arbeiten ja bereits mit Leitlinien und achten im Idealfall auch darauf, zu einer gemeinsamen Therapieentscheidung mit unseren Patienten zu kommen. Aber ich würde mir noch klarere Richtlinien zum Beispiel für die Indikation von Operationen wünschen. Das ist allerdings ein komplexer und langer Prozess.

BVOU.net: Hat sich Ihre Arbeitsweise durch die Auseinandersetzung mit dem Thema verändert?
Neubert: Ich glaube schon. Mir ist noch deutlicher als vorher geworden, wie wichtig es ist, seine eigenen Indikationen zu überprüfen – sowohl individuell als auch gemeinsam mit dem jeweiligen Patienten. Eine Hüfte kann noch so gut eingebaut sein, aber wenn die Indikation nicht gestimmt hat, war es im Grunde keine erfolgreiche OP.

BVOU.net: Gibt es Patientengruppen, von denen Sie sagen würden: Bei diesen Frauen und Männern müsste man die Indikation generell strenger überprüfen?
Neubert:
Nein, das kann man so nicht sagen. Man muss immer sehr sorgfältig überlegen, ob beispielsweise eine Operation hilft oder etwas anderes. Das gilt nicht nur für jüngere Patienten, bei denen man ja stets bedenken muss, dass eine künstliche Hüfte nicht ewig hält, sondern auch für sehr alte Menschen, bei denen das OP-Risiko in guter Relation zum Nutzen stehen muss.

Frauen sind anders – Herausforderung für O und U

Berlin – Geschlechtsspezifische Unterschiede bei Erkrankungen und Verletzungen in O und U stellen Orthopäden und Unfallchirurgen vor Herausforderungen. „Frauen sind anders – das ist so. Wir müssen dies bei der Behandlung berücksichtigen“, betonte Dr. Manfred Neubert heute im Rahmen einer Pressekonferenz zum DKOU 2016. „In den zurückliegenden Jahren ist zunehmend klar geworden, dass das Geschlecht einen Einfluss auf die Häufigkeit gewisser Erkrankungen und Symptome hat“, ergänzte der diesjährige Kongresspräsident des BVOU. Es entscheide nicht selten mit darüber, wie gut eine Behandlung anspreche.

Nach Neuberts Darstellung leiden Frauen häufiger an Osteoporose als Männer: 16 Prozent der Frauen über 50, aber nur vier Prozent der Männer sind davon betroffen. Auch bei der Kniearthrose ist jede zweite Frau über 60 betroffen, aber nur jeder dritte Mann dieses Alters. So verwundert es nicht, dass 65 Prozent der Patienten, die mit einem neuen Kniegelenk versorgt werden, Frauen sind.

Sie haben dann allerdings sowohl vor als auch nach der OP mehr Schmerzen als Männer, erholen sich oft schlechter und fühlen sich mit dem Gelenkeinsatz eingeschränkter. „Amerikanischen Untersuchungen zufolge lassen sich Frauen oft später operieren als Männer, so dass ihre Arthrose weiter fortgeschritten ist“, betonte Neubert.

Die Ursachen für solche vielfältigen geschlechterspezifischen Unterschiede sind häufig noch nicht bekannt. Diskutiert werden dem Kongresspräsidenten zufolge hormonelle wie anatomische Unterschiede, aber auch eine größere Muskelmasse bei Männern. „Eine Hormonersatztherapie bietet auch keinen nennenswerten Schutz vor Arthrose“, so Neubert. Man müsse ergründen, ob eine frühere Operation von Patientinnen oder andere Konzepte der Schmerztherapie sinnvoll sein könnten.

Auf eine Studie, die geschlechtsspezifische Unterschiede bei Knieverletzungen belegt, ging Dr. Johannes Flechtenmacher in der Pressekonferenz ein. „Zwar treten Kniebandverletzungen vor allem bei jungen Männern auf“, sagte der BVOU-Präsident. Aber bei Frauen sind die entsprechenden Zahlen in den vergangenen Jahren sehr viel stärker gestiegen als bei Männern. Offenbar verletzen sich jüngere Frauen häufig beim Skifahren. Wichtig sei, dass sich Frauen gut auf das Skifahren vorbereiteten. Ob andere Gymnastikformen als die klassische Skigymnastik sinnvoller seien, müsse man erst noch erforschen.

Vor dem Start: Grußwort des Kongresspräsidenten

Berlin – Liebe Kolleginnen und Kollegen, der DKOU 2016 steht vor der Tür. Morgen wird der größte europäische Kongress für Orthopäden und Unfallchirurgen eröffnet, wie immer in Berlin. Der BVOU ist neben den beiden Fachgesellschaften DGOOC und DGOU gleichberechtigter Veranstalter.

Mir als einem von drei Kongresspräsidenten war es ein Anliegen, dass sich Ihre Interessen im Kongressprogramm wiederfinden. Ich denke und hoffe, das ist gelungen. Sie finden ein großes Spektrum an konservativen Themen, die sowohl Niedergelassene wie auch Kliniker interessieren. Dies reicht von Sitzungen zur konservativen Arthrosetherapie über Updates zur Osteoporose und Rheumatologie bis hin zu Veranstaltungen über den Einsatz neuer Medien in der Praxis oder den Umgang mit Arztbewertungsportalen.

Auch die Interessen der niedergelassenen Operateure finden Berücksichtigung. So geht es in einer Sitzung um die Qualitätssicherung in der Arthroskopie – ein hochbrisantes Thema, gerade angesichts der neuen Richtlinien zur Arthroskopie bei Gonarthrose. Eine weitere Sitzung hat den Vergleich des ambulanten Operierens in Deutschland mit dem in anderen europäischen Ländern zum Thema.

Beim Rückenschmerz mit all seinen Facetten bestehen viele neue Ansätze minimalinvasiver und perkutaner Therapieverfahren, die langfristig vielleicht die Zahl der Operationen zurückdrängen könnten und die auch für den ambulanten Bereich geeignet sind. Es sollte also für alle etwas dabei sein.

Hinweisen möchte ich Sie auch auf das abwechslungsreiche Rahmenprogramm mit einer hochkarätigen Vorlesung zur Raumfahrtmedizin zur Eröffnung: „Doc, we have a problem“, auf die fetzige „Rookie Night“ für die jüngeren Kollegen sowie die Kongressparty.

Es freut mich besonders, dass wir zum dritten Mal hintereinander zum morgendlichen Charity-Lauf einladen, für den wir Joey Kelly als Paten gewinnen konnten.  Das zeigt: Wir Orthopäden predigen nicht immer nur Bewegung, wir praktizieren sie auch.

Kongresse sind aber immer auch Orte der Begegnung und der zwanglosen Diskussion mit Kollegen aus Klinik und Praxis. Ich wünsche Ihnen, dass dieser Austausch für Sie nicht zu kurz kommt, und freue mich, möglichst viele von Ihnen auf dem Kongress zu treffen,

Ihr
Dr. Manfred Neubert
DKOU-Kongresspräsident

“Wir sind doch mit Gummihopse aufgewachsen”

Wittstock – Mitmachen bei der Orthofit-Aktion „Zeigt her Eure Füße?“ Aber gern, sagt Dr. med. Jens Tokar. Der Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie aus dem brandenburgischen Wittstock/Dosse hat drei Jahre lang sogar jeweils eine ganze Woche lang seine Praxis geschlossen und ist durch die Grundschulen in seinem Heimatkreis getourt: „Ich finde die Idee, Prävention für Kinder im Hinblick auf ihre Fußgesundheit anzubieten, wirklich klasse. Manchmal sieht man nämlich schon bei Grundschülern ganz schön deformierte Füße.“

Im Rahmen der bundesweiten Aktion „Zeigt her Eure Füße“ des BVOU, die in diesem Jahr vom 21. bis 25. November stattfindet, wird Tokar erneut auf Tour gehen, allerdings dieses Mal nur einen Tag lang: „Ich habe in der Sprechstunde so viel zu tun, dass ich eine ganze Woche wie früher nicht mehr schaffe. Und ehrlich gesagt bedeutet es ja auch einen betriebswirtschaftlichen Verlust, wenn man eine ganze Woche lang keine Patienten behandelt.“ Tokar fände es deshalb gut, wenn sich im nächsten Jahr ein seriöser Sponsor fände, der den BVOU finanziell bei der Präventionsaktion unterstützt: „Geld verdienen muss man als teilnehmender Orthopäde damit nicht, finde ich. Aber es wäre schön, wenn man keinen Verlust macht.“

Seilhüpfen und das Tanzlied sind beliebt

Und was macht Dr. Tokar als Präventionsexperte im Rahmen der Aktion Orthofit dann in den Klassen genau? „Ich erkläre den Kindern die Fußmuskulatur, und zwar spielerisch. Was immer gut ankommt, sind die bunten Fußabdrücke“, erzählt er. „Weil das immer ganz schön dauert, bringe ich meine beiden Krankenschwestern aus der Praxis mit.“ Außerdem hat der Orthopäde jedes Mal Springseile mitgenommen und die Kinder zum Seilhüpfen animiert: „Es ist erschreckend, wie viele das heute nicht mehr können. Wir sind doch früher praktisch mit Seilspringen und Gummihopse groß geworden. Da gab es praktisch kein Kind, dass das nicht konnte.“

Das Tanzlied „Zeig her, wozu Du Füße hast“ von TV-Moderator Christian Bahrmann komme auch immer gut an. Und die Urkunde am Ende mit einem kleinen Geschenk ist bei allen Kindern sehr beliebt.

Über mehr Kollegenbeteiligung würde sich der Brandenburger freuen

Und die Lehrer? „Manche finden es toll und gehen richtig mit bei den Übungen, andere zeigen weniger Interesse“, sagt Tokar. „Aber so ist das eben. Überwiegend sind die Reaktionen sehr positiv.“ Auch die Eltern freuten sich mehrheitlich über das Präventionsangebot für ihre Kinder.

Und die Kollegen rund um Wittstock? Alle angesprochen, alle überlastet in den Praxen und deshalb bislang nicht zu einer Teilnahme zu gewinnen, bedauert Tokar – auch wenn er das grundsätzlich verstehen kann. Aber er würde sich natürlich freuen, wenn sich das noch änderte.

Haben Sie Interesse, sich als Orthopäde und Unfallchirurg an der Aktion „Zeigt her Eure Füße“ zu beteiligen? Dann unterstützen Sie die BVOU-Kampagne mit Ihrer Teilnahme an der diesjährigen Aktionswoche. Auf der Website www.aktion-orthofit.de erhalten Sie weitere Informationen und können sich für die Aktion anmelden.

Entlassmanagement: Richtlinie ist umstritten

Berlin – Die neuen Vorgaben zum Entlassmanagement haben zu heftiger Kritik der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) geführt. Die Entscheidungen des erweiterten Bundesschiedsamts hätten das Entlassmanagement „zu einem bürokratischen Monster für die Krankenhäuser gemacht“, rügte DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum. „50.000 Zwangsregistrierungen von Krankenhausärzten im KV-System sind ein Wahnsinn.“

Hintergrund: Das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz schreibt vor, das Entlassmanagement nach einem Klinikaufenthalt zu verbessern. Bis Ende 2015 sollte eigentlich eine entsprechende Richtlinie vorliegen. Darin sollte geregelt sein, wie Krankenhäuser Entlassrezepte für Arznei-, Heil- und Hilfsmittel ausstellen, aber auch andere Bescheinigungen, beispielsweise solche über Arbeitsunfähigkeit. Weil sich die DKG, die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband nicht einigen konnten, entschied nun Mitte Oktober das erweiterte Schiedsamt. Die Richtlinie soll nun zum 1. Juli in Kraft treten.

Baum: Zwangserfassung von Krankenhausärzten in KVen

„Ohne dass es für die Wirtschaftlichkeitsprüfung bei Arzneimitteln gebraucht wird, haben GKV und KBV mit ihrer Mehrheit vorgegeben, dass die Krankenhausärzte über die lebenslange Arztnummer der KVen zwangserfasst werden müssen“, kritisierte Baum. „Der enorme bürokratische Aufwand erfordert einen zeitlichen Vorlauf, der dazu führt, dass die Vorteile des Entlassmanagements erst zum Juli in Kraft treten können.“

Der GKV-Spitzenverband beurteilt das Schiedsergebnis anders. Die Entscheidung „werde helfen, den Rechtsanspruch der Patienten endlich in allen Krankenhäusern durchzusetzen“, hieß es in einer Pressemitteilung. Von Sommer 2017 an müssten die Kliniken bei der Entlassung von Patienten nach klar geregelten Verbindlichkeiten arbeiten, „die für Patienten auf den Internetseiten der Klinik nachzulesen sind“. Dazu gehörten ein Entlassbrief und ein Medikationsplan.

Umfrage: Krankenhäuser wären mit Entlassrezepten überfordert

Die Zeitschrift „Das Krankenhaus“ hatte am 14. Oktober über die Ergebnisse einer deutschlandweiten Umfrage unter Krankenhäusern zum Thema Entlassrezepte berichtet. Mit der Einhaltung der vorgeschriebenen Anforderungen an die ambulante Arzneimittelversorgung seien Krankenhausärzte nach eigener Einschätzung überfordert, hieß es darin: „Knapp 60 Prozent der befragten Krankenhäuser gaben an, dass dem verantwortlichen Stationsarzt nie oder selten alle erforderlichen Informationen vorliegen, um ein Entlassrezept rechtskonform zu erstellen.“ DKG-Hauptgeschäftsführer Baum wird in dem Artikel unter anderem mit dem Hinweis zitiert, man könne gar nicht streng rechtskonform verordnen, „weil wir gar keinen Einblick haben, welche Rabattverträge gerade gelten“.

Für die Analyse hatten 66 Prozent der befragten Krankenhäuser angegeben, sie schätzten die Probleme bei der Verordnung von Betäubungsmitteln über das Entlassrezept als sehr groß/groß ein. Bei der Ermittlung der richtigen, ambulant verfügbaren Arznei rechnen demnach 58 Prozent mit sehr großen/großen Problemen, bei der Beratung des Patienten bei der Rezeptübergabe 39 Prozent.

Patientenvertreter im G-BA erwarten Verbesserungen

Sabine Häfner, Teamleiterin Stabsstelle Patientenbeteiligung beim Gemeinsamen Bundesausschuss, hatte am Wochenende auf die Bedürfnisse der Patienten verwiesen. Beim Bundeskongress des Verbands der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands betonte sie, dass zu den Wünschen der Versicherten nach mehr Qualität auch der Wunsch nach einem besseren Entlassmanagement gehöre. Der Gesetzgeber habe hier zwar mehrfach nachgebessert. Doch Patienten berichteten immer wieder von einem hohen Maß an Intransparenz. Es fehlten zum Beispiel Informationen darüber, welche Krankenhäuser diese Aufgabe gut lösten und welche nicht.

Korruption: Chirurg wegen Untreue vom BGH verurteilt

Karlsruhe – Die Folgen des Anti-Korruptionsgesetzes werden von Orthopäden und Unfallchirurgen seit Monaten diskutiert. Ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BHG) gegen einen niedergelassenen Chirurgen, dessen ausführliche Begründung vor kurzem veröffentlicht wurde, befeuert diese Diskussion weiter. Es bezieht sich allerdings auf die Rechtslage vor Inkrafttreten des Anti-Korruptionsgesetzes.

Mit ihrem Urteil stellen die Bundesrichter klar, dass Vertragsärztinnen und -ärzte eine „Pflicht zur Rücksichtnahme auf das Vermögen der Krankenkassen“ aus Paragraf 266 Absatz 1 Strafgesetzbuch heraus haben. Diese gebiete ihnen zumindest, Heilmittel nicht ohne jegliche medizinische Indikation zu verordnen, schon gar nicht in der Kenntnis, dass diese gar nicht erbracht, aber abgerechnet wurden.

Chirurg erhielt selbst kein Geld aus dem Geschäft

Der Verurteilte arbeitete als „Kooperationsarzt“ mit drei regionalen Gesundheitszentren zusammen. In rund 500 Fällen verordnete er in den Jahren 2005 bis 2008 physiotherapeutische und krankengymnastische Leistungen für Patienten, die er gar nicht selbst untersucht hatte. Die Rezepte wurden von den Zentren abgerechnet, die verordneten Leistungen allerdings nicht erbracht. Der Chirurg erhielt selbst keinen Anteil dieses Geldes. Ihm ging es dem Urteil zufolge darum, seine Stellung als „Kooperationsarzt“ der Zentren zu erhalten und seinen Geschäftspartnern dauerhafte Einnahmen zu verschaffen.

Den Krankenkassen entstand dadurch ein Schaden von mehr als 50.000 Euro. Das Landgericht Halle verurteilte den Chirurgen darauf hin wegen Untreue in Tateinheit mit Beihilfe zum Betrug zu einem Jahr Haft auf Bewährung. Der BHG änderte das Urteil ab: Verurteilt wurde der Chirurg in der letzten Instanz allein wegen Untreue, die Bewährungsstrafe bleibt. Die Bundesrichter verwiesen auf die „Vermögensbetreuungspflicht“ von Vertragsärzten. Diese zähle zu den Hauptpflichten gegenüber den Kassen. Denn mit seinen Verordnungen, hier den Heilmittelverordnungen, erkläre ein Vertragsarzt auch, dass alle Anspruchsvoraussetzungen erfüllt seien, darunter auch die, dass das Heilmittel notwendig und wirtschaftlich sei.                             Sabine Rieser