Alle Beiträge von Janosch Kuno

Termin-Diskussion: Kassenärzte sind freie Unternehmer, keine Staatsmediziner

In der aktuellen Diskussion um Terminvergaben für Kassenpatienten und geplante Mindestkontingente für GKV-Versicherte offenbart sich ein völlig falsches Verständnis über Eingriffsmöglichkeiten in unternehmerisch organisierte Arztpraxen:

„Arztpraxen in Deutschland sind wirtschaftliche Unternehmungen. Sie werden in der Regel von einem Arzt oder einer Ärztin betrieben, die u. a. einen Vertrag mit dem System der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) haben und deshalb Vertragsärzte sind. Die Vertragsarztpraxis gehört den Eigentümern und nicht den Krankenkassen oder dem Staat“, betont der Bundesvorsitzende des Virchowbundes, Dr. Dirk Heinrich.

Die Pflichten einer Vertragsarztpraxis beinhalten 25 Stunden Tätigkeit für GKV-Versicherte als Sprechzeiten und Hausbesuche. Bis zu 13 Stunden Nebentätigkeit bei einem vollen Kassenarztsitz und 26 Stunden bei einem halben sind nach höchst richterlichen Entscheidungen möglich. Diese werden häufig zur Behandlung von Selbstzahlern (z. B. Privatpatienten) genutzt. „Die Art der Nebentätigkeit ist für den Praxisarzt frei. Wer Kontingente für GKV-Versicherte zwangsweise vorschreiben will und damit faktisch jede andere berufliche Tätigkeit einschränkt, will die Vertragsärzte enteignen und macht aus dem Praxisarzt einen Staatsmediziner“, erklärt Dr. Heinrich.

Deshalb sind Zwangseingriffe in die Terminorganisation und gesetzlich vorgegebene Kontingente für GKV-Versicherte ein Angriff auf die selbst verantwortete, freie unternehmerisch-wirtschaftliche Tätigkeit des Vertragsarztes und daher allem Anschein nach verfassungswidrig. „Wir werden derartige Vorhaben deshalb auch verfassungsrechtlich prüfen und nötigenfalls nach Karlsruhe gehen“, erklärt Dr. Heinrich.

Um auf dieses eklatante Missverständnis von Politik und Krankenkassen hinzuweisen, hat der Virchowbund ein Factsheet erstellt, das Hintergründe und Erläuterungen zum Thema Wartezeiten auf Arzttermine, die tatsächlichen Ursachen und die Folgen von weiteren Eingriffen in die Terminorganisation von Arztpraxen zusammenfasst.

Virchowbund 

Künstliche Intelligenz in der Patientenberatung: Chancen und Herausforderungen

Im Gespräch erläutern Dr. Anna Völker (OrthoChat-Entwicklerteam) und Dr. Jörg Ansorg (BVOU-Geschäftsführer), wie Künstliche Intelligenz (KI) die Patientenberatung revolutionieren kann. Welche Vorteile bringt der Einsatz von Technologien wie der Chatbot OrthoChat für Patienten und Ärzte mit sich? Darüber hinaus diskutieren sie die ethischen und rechtlichen Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt, um das Vertrauen der Patienten in diese innovativen Lösungen zu stärken.

Welche konkreten Anwendungsbereiche sehen Sie für die Künstliche Intelligenz (KI) in der medizinischen Patientenberatung?

PD Dr. Anna Völker: KI kann in der medizinischen Patientenberatung in mehreren Bereichen eingesetzt werden, wie z.B. bei einer ersten unabhängigen Unterstützung eines Patienten, der auf der Suche nach Antworten auf seine Beschwerden ist. Dies ermöglicht eine unverbindliche Information und ermöglicht es dem Patienten, selbst aktiv zu werden und präventiv wirksam zu sein. Noch vor der ersten Arztkonsultation.

Zudem kann KI mit Informationen über Erkrankungen, Behandlungsmöglichkeiten und Präventionsmaßnahmen zu Erkrankungen einen wichtigen Beitrag zur Hebung der Gesundheitskompetenz unserer Bevölkerung leisten.

Wie gewährleisten Sie eine hohe Qualität der Informationen, die eine KI wie OrthoChat den Patienten zur Verfügung stellt?

Dr. Jörg Ansorg: Die Qualität der Informationen kann durch die Verwendung einer kuratierten, spezialisierten BVOU-eigenen Wissensdatenbank sichergestellt werden.  OrthoChat greift ausschließlich auf diese kuratierten Informationen zu. Wir vermeiden damit sog. Konfabulationen von Standard-KI-Systemen. Regelmäßige Überprüfungen und Aktualisierungen der Inhalte sind entscheidend, um sicherzustellen, dass diese hohe Informationsqualität dauerhaft gehalten wird.

Welche ethischen Herausforderungen sehen Sie beim Einsatz von KI in der Patientenberatung?

PD Dr. Völker: Eine der Hauptfragen ist die Rolle des menschlichen Arztes: KI sollte als unterstützendes Werkzeug fungieren, aber niemals die persönliche Beziehung zwischen Arzt und Patient ersetzen. Zudem müssen wir die Verantwortung im Falle von Fehlern klären, insbesondere wer haftbar ist, wenn die KI irreführende Informationen bereitstellt. Es ist wichtig, transparente Prozesse zu schaffen, um das Vertrauen der Patienten in die Technologie zu stärken.

Wie können wir als Berufsverband die Akzeptanz von OrthoChat bei unseren Mitgliedern und Patienten gleichermaßen fördern?

Dr. Ansorg: Wir können die Akzeptanz fördern, indem wir Aufklärungskampagnen starten, die die Vorteile und Funktionen von OrthoChat verdeutlichen. Darüber hinaus sollten wir Schulungen für Ärzte und Praxismitarbeiter anbieten, damit sie den Chatbot selbst nutzen und ihren Patienten empfehlen können.

PD Dr. Völker: Ein herausragender Vorteil von OrthoChat ist seine Mehrsprachigkeit. Das Angebot spricht fließend 50 Sprachen und unterstützt so bei der Behandlung von Patienten, deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Diese können mit Hilfe von OrthoChat offene Fragen vor oder nach einem Arztgespräch noch einmal in der eigenen Muttersprache klären.

Und seitens der Nutzer?

PD Dr. Völker: Positive Erfahrungsberichte von Nutzern tragen ebenfalls dazu bei, Vertrauen in das System aufzubauen. Erste Evaluationen sind bereits erfolgt, im Jahr 2025 werden wir eine weitere Welle starten. Wir freuen uns auf die Kritik von Anwendern und Experten und hoffen, damit das System immer weiter zu verbessern.

Dr. Ansorg: In der letzten Ausgabe unserer Mitgliederzeitschrift haben wir zudem ein OrhoChat-Poster für das Wartezimmer beigelegt.

Dieses kann kostenfrei unter service@bvou.net angefordert werden. Durch den dort platzierten QR-Code können Patienten OrthoChat direkt starten und ihre Fragen stellen. Es kostet vielleicht den ein oder anderen Kollegen eine gewisse Überwindung, auf diesem Weg seinen Patienten OrthoChat zu empfehlen. Aber am Ende sprechen Sie mit sehr viel besser informierten und motivierten Patienten, die Ihren Empfehlungen wissend folgen werden.

Welche Rolle spielt die menschliche Interaktion in einer KI-gestützten Patientenberatung?

PD Dr. Völker: Eine intakte Arzt-Patienten-Beziehung bleibt entscheidend, da sie Vertrauen und Empathie fördert, die für den Heilungsprozess wichtig sind. OrthoChat sollte als ergänzendes Werkzeug gesehen werden, das Patienten und Ärzte bei der Informationsbereitstellung unterstützt. Die Schnittstelle zwischen OrthoChat und den Ärzten ist wichtig, um sicherzustellen, dass Patienten die notwendige persönliche Beratung erhalten, wenn es um komplexe Gesundheitsfragen des Bewegungsapparates geht.

Welche rechtlichen Rahmenbedingungen mussten für den Einsatz von OrthoChat geschaffen werden?

Dr. Ansorg: Für den Einsatz von OrthoChat mussten wir sicherstellen, dass alle datenschutzrechtlichen Anforderungen erfüllt werden. Dazu gehört unter anderem, dass keine personenbezogenen Daten abgefragt werden, die Rückschlüsse auf die Identität des Nutzers zulassen würden.

PD Dr. Völker: Und wir machen mehrfach deutlich, dass OrthoChat das vertrauensvolle Gespräch mit dem Arzt nicht ersetzt, sondern lediglich unterstützt. Sollte ein Nutzer auch nur den geringsten Zweifel haben, motivieren wir zur umgehenden Kontaktaufnahme mit einem Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. Das kann über Orthinform ganz unmittelbar erfolgen. Geeignete Kolleginnen und Kollegen in der Umgebung des Nutzers werden kontextsensitiv empfohlen und ein Termin kann bei vielen direkt über Orthinform vereinbart werden.

Welche inhaltlichen Herausforderungen bestehen beim Aufbau eines solchen ChatBots?

Dr. Ansorg: Es ist notwendig, die medizinischen Standards zu berücksichtigen, die für die Bereitstellung von Gesundheitsinformationen gelten. Das bedeutet, dass die Inhalte von OrthoChat den aktuellen medizinischen Leitlinien entsprechen und von Experten überprüft werden. Durch diese Maßnahmen schaffen wir ein hohes fachliches und juristisches Niveau, damit OrthoChat als verlässliche Anwendung funktioniert und gleichzeitig dessen Rolle vom Anwender nicht überschätzt wird.

Wie wird sich die Rolle von KI in der Patientenberatung in den nächsten Jahren entwickeln?

PD Dr. Völker: Die Rolle von KI-Systemen wird sowohl in der Patientenberatung, als auch in der Patientenbetreuung weiter wachsen. Die Technologie leistungsfähiger und zugänglicher. Durch Sprachtools wird der Zugang auch für ältere Menschen sowie für Menschen mit Migrationshintergrund leicht zugänglich. KI wird verstärkt zur Personalisierung von Gesundheitsinformationen beitragen und die Patientenbindung verbessern.

Gleichzeitig wird die Integration von KI in bestehende Gesundheitssysteme zur Befundung und Patientenbetreuung zunehmen, wodurch eine nahtlose Zusammenarbeit zwischen Technologie und menschlicher Expertise gefördert wird. Der Berufsverband wird diese Entwicklungen auf allen Ebenen aktiv und mit eigenen Beiträgen begleiten.

Frau PD Dr. Völker und Herr Dr. Ansorg, vielen Dank für das Gespräch. 

Das Interview führte Janosch Kuno. 

KWEX-Studie: Befragung der ärztlichen Angestellten startet

Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) nimmt seit Ende Januar 2025 die Erfahrungen der ärztlichen und psychotherapeutischen Angestellten in Praxen, Medizinischen Versorgungszentren und diesen gleichgestellten Einrichtungen mit einer bundesweiten Befragung in den Blick. Dazu erhalten alle etwa 55.000 Ärztinnen und Ärzte bzw. Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die zum Stichtag 30.06.2024 in einer Praxis, einem MVZ oder einer vergleichbaren Einrichtung der vertragsärztlichen bzw. vertragspsychotherapeutischen Versorgung in Anstellung tätig waren, ab Ende Januar 2025 ein Einladungsschreiben mit persönlichen Zugangsdaten. Der Online-Fragebogen umfasst verschiedene Themenbereiche – vom beruflichen Werdegang und der aktuellen Anstellung über die Karriereoptionen, einschließlich der Option der Niederlassung, bis hin zu den beruflichen Zukunftsplänen. Die Befragung läuft für insgesamt vier Wochen bis zum 28. Februar 2025. Die Teilnahme an der Befragung ist freiwillig. Nach Auswertung des Datenmaterials erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf Wunsch eine Fachinformation zu den zentralen Ergebnissen der Befragung.

Die Befragung der ärztlichen und psychotherapeutischen Angestellten ist Teil der KWEX-Studie, mit der das Zi Fragestellungen zur ärztlichen und psychotherapeutischen Karrierewahl und Existenzgründungsentscheidungen untersucht. Die KWEX-Studie zielt darauf ab, das Existenzgründungsgeschehen bei Ärztinnen und Ärzten sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten zu beschreiben und Einflussfaktoren der Karrierewahl, insbesondere der Niederlassungsneigung, zu beleuchten. Perspektivisch sollen im Rahmen der KWEX-Studie die Sichtweisen zentraler Gruppen zu Arbeitsbedingungen, Bedürfnissen und Karrierewegen entlang der Ausbildungskette erfasst werden: Von Studierenden über die Weiterzubildenden bis hin zu angestellten und niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten.
Die in Kürze startende Befragung bietet den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit, ausführlich über ihre Erfahrungen in der ambulanten Anstellung zu berichten und ihre berufsbezogenen Bedürfnisse und Erwartungen, auch im Hinblick auf die Karriereoption „Niederlassung“, mitzuteilen. Das Zi möchte aus ihren Erfahrungen heraus verstehen und Empfehlungen ableiten, wie die Kassenärztlichen Vereinigungen die möglichen Karrierewege der ärztlichen und psychotherapeutischen Angestellten bedarfsgerecht und bestmöglich gestalten können.

Weitere Informationen zur KWEX-Studie und zur Befragung der ärztlichen und psychotherapeutischen Angestellten finden Sie auf der Projektwebseite unter

Perspektive DVT – Aufnahmen unter Körperbelastung fördern präzisere Diagnosen

In der Praxis Jasinski vertrauen die Patienten bei allen medizinischen Notfällen auf eine kompetente und fürsorgliche Hilfe. Mit über 2000 Arbeitsunfällen jährlich ist eine schnelle und effektive Diagnostik unabdingbar. Deswegen fiel im Juni 2024 die Entscheidung, die SCS Bildgebung implementieren zu lassen.

In diesem ausführlichen Videointerview erfahren Sie mehr über die vielen Vorteile dieser Lösung, die der Facharzt Markus Jasinski aus Bamberg besonders schätzt.

https://www.youtube.com/watch?v=TDHiCwbbCPQ

 

Praxis Jasinski
Pödeldorfer Str. 146
96050 Bamberg
www.unfallchirurgie-bamberg.de

SpiFa-Wahlprüfsteine: Antworten der Parteien

Der SpiFa gehört zu den wenigen gesundheitspolitischen Institutionen, die im Rahmen eines zwischen Parteien konsentierten Verfahrens Wahlprüfsteine stellen durften. Nun haben wir die Antworten von den Parteien erhalten. Diese Antworten und unsere Bewertung wollen wir Ihnen heute zur Verfügung stellen. Sie finden diese unten im Downloadbereich.

Mit Blick auf die Interessen der Fachärztinnen und Fachärzte werfen die Antworten der Parteien viel Licht, aber auch viel Schatten:

So geben ausschließlich die beiden Parteien CDU und FDP ein eindeutiges und uneingeschränktes Bekenntnis zur ärztlichen Freiberuflichkeit ab. Die FDP erklärt, dass sie staatsmedizinische Eingriffe kritisch sieht und will die Selbstverwaltung frei von politischer Einflussnahme.

Auch für die Entbudgetierung der Fachärztinnen und Fachärzte wollen sich nur CDU und FDP einsetzen. Die FDP will eine ungekürzte und leistungsgerechte Vergütung für alle Gesundheitsberufe. SPD und Bündnis90/Die Grünen sehen die Entbudgetierung ausdrücklich kritisch. Die SPD hinterfragt gar bereits die Entbudgetierung der Kinder- und Jugendärzte. Die Antwort der SPD auf viele der Herausforderungen ist vor allem eine Einheitsvergütung.

Die Terminsituation in den Facharztpraxen sehen vor allem SPD und Bündnis90/Die Grünen sehr kritisch. Beide Parteien wollen dieser mit einem Mehr an staatlichen Eingriffen begegnen.

Eine Steuerung von Patientinnen und Patientinnen durch die Versorgungspfade befürworten alle Parteien. Mehr Eigenverantwortung seitens der Patientinnen und Patienten adressieren jedoch nur CDU/CSU und FDP.

Die sektorenunabhängige medizinische Versorgung ist für alle Parteien ein Thema. Sie alle bekennen sich zu mehr Ambulantisierung. Wie genau das erfolgen soll und wie Fehlentwicklungen bei den Hybrid-DRG angegangen werden sollen, dazu gibt es leider von keiner Partei überzeugende Antworten.

Beim Thema Entbürokratisierung hat nur die FDP die Nase vorn. Sie will überflüssige Dokumentations-, Nachweis- und Berichtspflichten streichen und dafür sorgen, dass diese künftig erst gar nicht entstehen. Zukünftig sollten Bürokratiekosten auch auf Ebene der Selbstverwaltung transparent gemacht werden. CDU/CSU wollen zunächst prüfen und dann ggf. obsolete Vorschriften streichen. Bündnis90/Die Grünen wollen auf Entbürokratisierungsvorhaben der aktuell laufenden Legislaturperiode aufsetzen und die SPD will analoge Bürokratie vor allem digitalisieren.

Eine komplette Übersicht mit den Antworten der Parteien und der Bewertung des SpiFa aus fachärztlicher Sicht finden Sie im Anhang dieses Newsletters. Darüber hinaus finden Sie im Anhang auch die 10 Kernforderungen an die Politik noch einmal zusammen gefasst.

Quelle: SpiFa

Zukunftsaussichten für O&U: Rückblick auf die BVOU-Januar-Tagung 2025

Die diesjährige BVOU-Januartagung bot spannende Einblicke in aktuelle Entwicklungen und Zukunftsthemen in der Berufspolitik und unser Fach Orthopädie und Unfallchirurgie. Von Konzepten zur besseren Vergütung und Digitalisierung über KI-gestützte Innovationen bis hin zu den Herausforderungen der Notfallversorgung – die Tagung zeigte, wie der BVOU die Weichen für eine moderne und nachhaltige Gesundheitsversorgung stellt. Ein Rückblick auf Highlights, Diskussionen und inspirierende Vorträge.

Den Auftakt machte am Freitag in der Gesamtvorstandssitzung BVOU-Präsident Dr. Burkhard Lembeck mit einem Überblick über die Aktivitäten des Präsidenten und des geschäftsführenden Vorstandes in den letzten zwölf Monaten. Er berichtete von der Weiterentwicklung eines Konzeptes zur sinnvollen Implementierung der Hybrid-DRG im Einklang mit der Politik und den Kostenträgern, um möglichst eine für alle Sektoren faire Vergütung und eine gute praktische Umsetzbarkeit zu gewährleisten. Er sprach kurz über das Thema Osteoporose, die sehr gut angenommene BVOU-Osteoporose-Rechner-App zur Risikoabschätzung entsprechend den Leitlinien. Diese funktioniert wirklich sehr gut, ich nutze sie auch täglich in der Sprechstunde. Sie ist für BVOU-Mitglieder kostenfrei über den APP-Store für Android und IOS herunterzuladen. Der Präsident berichtete auch über Verhandlungsergebnisse zur Regressvermeidung bei leitliniengerechter Verordnung von z.B. Osteoanabolika in Baden-Württemberg. Ein analoges Konzept ist, wie wir auf unserer niedersächsischen Landestagung am 25.09.2024 in Bispingen bereits berichteten, auch für Niedersachsen ausgehandelt.

Weitere Themen waren die Fortentwicklung der Pläne zu einer Optimierung der Notfallversorgung mit entsprechend zähen Diskussionen mit den Beteiligten in den Gremien.

Ausblick auf das Honorar und Digitalisierung

Ein kurzer Ausblick streifte das Honorar (GOÄ – immer noch unbefriedigend – und EBM, mit jetzt regelhafter Berücksichtigung der MFA-Tarifvertragsentwicklung in den Honorarabschlüssen und Hygienezuschlägen beim ambulanten Operieren als Teilerfolge). Auch die DMPs mit orthopädischer Beteiligung stecken noch tief im Verwaltungssumpf und kommen nur lückenhaft in der Versorgung an (DMP Osteoporose aktuell in Bremen, Nordrhein, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Westfalen-Lippe, in den anderen Bundesländern hapert es am Widerstand der Krankenkassen). Ein Feld mit zuletzt größerer Dynamik ist die Digitalisierung, von Seiten des BVOU zunächst einmal die bereits erwähnte Osteoporose Rechner-App, die praxisangeleitete DIGA zur App-gestützten Bewegungstherapie “OrthoHeroBKK”, die Patientenplattform “Orthinform” mit sehr gutem Zuspruch und zunehmender Integration von KI-Elementen und TINANA, ein neues digitales Eigenübungs-Tool. Als Ausblick auf die Schwerpunkte in 2025 nannte Dr. Burkhard Lembeck ein aktuell noch in Feinabstimmung befindliches Positionspapier zur Bundestagswahl 2025 mit Darlegung unserer Forderungen und Anregungen/bereits erstellten Konzepte für O&U für die kommende Gesundheitspolitik, Ansätze zum sinnvollen Einsatz von KI in O&U zum Bürokratieabbau und zur Patientenkommunikation und weiterhin eine bundesweite Umsetzung des Orthovertrages aus BaWü als Vollversorgungsvertrag zur besseren Steuerung  von Patienten, Optimierung der Zusammenarbeitsstruktur zwischen Haus- und Facharzt und Kliniken auf der Basis aktueller Leitlinien, Generation von zeitnahen Facharzttermin wo medizinisch indiziert und letztendlich auch unbudgetierter Bezahlung der erbrachten Leistungen.

Als Nächstes berichtete Schatzmeister Dr. Johannes Flechtenmacher über die weiterhin positive Entwicklung der Mitgliederzahl im BVOU (im Jahr 2024 waren es 7.559 Mitglieder, davon 5.861 zahlende Mitglieder, mit Niedergelassenen und Ruheständlern weiterhin als Hauptgruppen, wobei sich ein erfreulicher Trend auch zu jüngeren Mitgliedergruppen bemerkbar macht, was sich im Gegenzug aber etwas dämpfend auf die Einnahmensituation auswirkt, da hier die Mitgliedsbeiträge rabattiert sind). Somit stagnieren die Beitragseinnahmen seit 2020, wobei die wirtschaftliche Situation des BVOU weiterhin grundsolide ist, da der Verband in den letzten Jahren zunehmend beitragsunabhängige Einnahmen generieren konnte (besonders aus Selektivverträgen, dem DKOU-Kongress, Sponsoring in den BVOU-Medien und Landesverbänden, Beiträgen der Akademie sowie Provisionen), um die Aktivitäten auf allen Verbandsebenen auch weiter effektiv umzusetzen.

Bericht aus der Geschäftsstelle

Im Verlauf berichteten Geschäftsführer Dr. Jörg Ansorg (BVOU-Apps, digitale Mitgliedskarte, Baumpflanzaktion und zusätzliche Service-Angebote zur Mitgliedergewinnung, Ausbau des digitalen Fortbildungsprogramms, OrthoTrauma Live – ein Fortbildungs-TV für O&U, der gemeinschaftliche DKOU-Stand, Starterpaket des BVOU, Orthinform mit OrthoChat und dem Podcast OrthoCast sowie der Aktion Orthofit) sowie Geschäftsstellenmitarbeiterin Kathrin Betsch (Stand bei den Selektivverträgen) über ihre aktuellen Hauptaufgabenfelder.

Interessante Berichte gab es auch zu den Kongressen 2024 und 2025 von den jeweiligen Präsidenten des VSOU und DKOU aus den Jahren. Aus den Ländern und Referaten

Es folgten die festen Rubriken “Berichte aus den Ländern” mit Darstellung der aktuellen Themen aller Landesverbände in komprimierter Form sowie “Berichte aus den Referaten”. Hier ging es schwerpunktmäßig um Vorstellung der Aktivitäten der letzten Monate aus den Referaten ALKOU, Alterstraumatologie, Digitale Medien, Fuß- und Gelenkchirurgie, Hüfte, Kampagnen, konservative Orthopädie, niedergelassene Operateure und Schnittstellen, Osteologie, Weiterbildung, vom Jungen Forum, der DGOU und dem befreundeten Chirurgen-Verband BDC sowie (komplex aber sehr interessant!) zum Honorarverteilungsmaßstab (HVM) und der Entstehung und Weiterentwicklung der deutlichen Unterschiede der Scheinwerte in den Ländern mit deren Interpretation im Vergleich und der Zukunftsperspektive von Dr. Helmut Weinhart (Honorarexperte aus dem geschäftsführenden Vorstand).

Klausurtagung: Blick über den Tellerrand

Am Samstagmorgen ging es dann mit der Klausurtagung weiter, zunächst einmal mit einem für die meisten ungewöhnlichen Blickwinkel auf unsere Tätigkeit durch Mediziner, Professor für Medizinethik an der Uni Freiburg, Philosoph und Buchautor Giovanni Maio der die Verletzlichkeit des Patienten (und auch des Behandlers) sowohl von körperlicher als auch von psychischer und sozialer Seite in den Vordergrund seiner Betrachtungen stellte und die Aufgaben des Behandlers nicht nur als Reparateur, sondern auch als Kümmerer mit einer Kultur der Sorge darstellte, mit der Aufgabe an uns Ärzte eine Verknüpfung aus Zweckrationalität und Verständigungsorientierung anzustreben zum Wohle unserer Patienten und auch unserer Selbst i.S. z.B. auch einer Burnout-Prophylaxe. Dem Vortrag wurde von allen Anwesenden sehr andächtig und aufmerksam gelauscht und anschließend gab es eine durchaus lebhafte und positive Diskussion zu dem Thema zwischen dem Plenum und dem Referenten.

Es folgte Dr. Karsten Braun mit einem erneut sehr gut aufbereiteten Vortrag zur Ambulantisierung in der fachärztlichen Versorgung, den Problemen und einem Ausblick.

Als nächster Referent erhielt Thomas Ballast, stellvertretender Vorsitzender der Techniker Krankenkasse (TK), das Rednerpult, um seine Sicht auf die Herausforderungen für die Gesundheitsversorgung in den nächsten Jahren und mögliche Konzepte aus dem TK-Blickwinkel zur Bewältigung dieser Herausforderungen darzulegen. Teilweise deckten sich seine Vorstellungen durchaus mit den Ansätzen des BVOU, in einigen Bereichen gab es jedoch erwartungsgemäß eine mitunter deutliche Divergenz – aber sicherlich ist hier ein Ansatz zur Vertiefung der Zusammenarbeit (bisher erfolgreich im Selektivvertrag) durchaus gegeben.

Als charismatischer und leidenschaftlicher Rednerzeigte sich der nächste Redner, G-BA-Vorsitzender Prof. Joseph Hecken, der über seine Sicht zu mehr Struktur in der ambulanten Elektiv- und Notfallversorgung sprach und sich wunderbar darüber echauffierte, wie schwer es mitunter fällt, eine entsprechende Portion gesunden Menschenverstand in die Arbeit des Gemeinsamer Bundesausschusses (G-BA) und die politischen Entscheidungen zu implementieren.

Ein weiteres Highlight war die Demonstration von Dr. Tom Jansen, niedergelassener Arzt, Vertreiber und Mitentwickler des KI-gestützten medizinischen Dokumentationssystems EUDARIA, das in der Lage ist, aus einem kompletten Gesprächsmitschnitt zwischen Arzt und Patient im Sprechzimmer eine strukturierte Arztbriefgliederung in Anamnese, Befund etc. und sogar Diagnosedokumentation mit ICD-10-Codierung passend zum Befund zu generieren und diese dann per Mausklick über eine GDT-Schnittstelle in das entsprechende PVS-System zu integrieren. Eine Demonstration mit einem gespielten Arzt-Patienten-Gespräch mit einem der anwesenden Kollegen als Patienten gelang überraschend reibungslos und nahezu fehlerfrei. Sicherlich bleibt ein Test im Praxisalltag und die Kompatibilität mit den verschieden PVS-Systemen hier noch ausstehend, aber das System zeigte in der Demo eine wirklich eindrucksvolle Performance. Für BVOU-Mitglieder gibt es rabattierte Preise.

Zum Abschluss berichtete BVOU-Geschäftsführer Dr. Jörg Ansorg zum Thema KI auch noch einmal über die Neuerung in der Orthinform-Plattform mit dem Chatbot-OrthoChat, der in der Lage ist, in unzähligen Sprachen Fachfragen aus O&U zu beantworten, wobei als Know-how-Basis dafür die in Orthinform von Mitgliedern des BVOU eingestellten Fachbeiträge dienen. In der Anfragebeantwortung erfolgt dann nach einer netten Anrede mit individueller Erläuterung ein Verweis zu den entsprechenden Fachartikeln in Orthinform sowie zu den darauf spezialisierten Ärztinnen und -Ärzten der jeweiligen Region des Anfragenstellers (Wichtig: Aktualisierung des eigenen Arztprofils auf aktuell, damit dann auch Euer Name bei Anfragen aus eurer Region gelistet werden kann!). Auch hier erfolgte eine Live-Demonstration, die sehr überzeugend war. Sinnvoll eingesetzt, ist KI sicherlich eine Bereicherung auch in O&U und ist zwischenzeitlich ja auch schon im Hintergrund in vielen Lebensbereichen mehr oder weniger unbemerkt im Einsatz und nicht mehr wegzudenken.

Mit diesen doch recht euphorisierenden Vorträgen endete die Tagung und lässt am Ende doch mal wieder zumindest in Teilaspekten etwas positiver in unsere berufliche Zukunft blicken als häufig zuletzt.

Dr. Marcus Hausdorf
stellv. Landesvorsitzender BVOU Niedersachsen

„Perspektive DVT – Die moderne Art, zielführend zu diagnostizieren”

Patienten mit Gelenk-, Wirbel- und Rückenerkrankungen sowie Sportverletzungen können in der Sportklinik Heidenheim auf eine erstklassige Behandlung vertrauen. Nachdem die Praxis 1996 gegründet wurde, entwickelte sie sich kontinuierlich weiter, bis schließlich 2015 der Umzug in größere Räumlichkeiten erfolgte.

Heute beschäftigt die Klinik etwa fünfzig Mitarbeiter sowie fünf Ärzte, darunter auch Herr Dr. med. Bernhard Kempa, Facharzt für Orthopädie. Im Operationszentrum mit angeschlossener Bettenstation werden sowohl stationäre als auch ambulante Eingriffe durchgeführt, die den Patienten dabei helfen, wieder in einen gesunden Alltag zurückzukehren.

Um einen hohen Standard in seiner Praxis zu gewährleisten, ließ Herr Dr. Kempa im Februar 2023 die SCS Bildgebung in die Praxisräume implementieren. Die hochmoderne Technologie stellt sicher, dass eine präzise Diagnostik die Grundlage jeder Behandlung bildet. Erfahren Sie in diesem interessanten Interview, welche Vorteile unserer Lösung, die in der Sportklinik täglich im Einsatz ist, besonders wertgeschätzt werden – sowohl auf ärztlicher Seite als auch bei den Patienten.

Eine exzellente Bildqualität, die fasziniert

Möchte man eine hochwertige Diagnostik bieten, reicht die Bildqualität des 2-D-Projektionsröntgen nicht mehr aus. Viele Ärzte verlassen sich trotzdem auf das herkömmliche Röntgen, anstatt auf ein moderneres Verfahren umzusteigen. Dabei laufen sie Gefahr, Verletzungen zu übersehen, die in der 2-D-Bildgebung verborgen bleiben. Eine moderne Praxis mit einer fortschrittlichen Ausstattung gehört für Herrn Dr. Kempa zu einer qualitativen Rundum-Versorgung seiner Patienten dazu. Als er sich für das SCS MedSeries® H22 entschied, war er von der Bildqualität, die unsere Lösung im Vergleich zum 2-D-Röntgen bietet, sofort begeistert:

„Der Unterschied zwischen der SCS Bildgebung und dem 2-D-Röntgen ist wirklich unvorstellbar und faszinierend. Wir sehen mit dem System täglich Verletzungen, die auf einem herkömmlichen Röntgenbild niemals aufgedeckt worden wären.“

Mit einer Schichtdicke von 0,2 mm garantiert unsere Lösung immer zuverlässige Bildergebnisse, auf Basis derer eine qualifizierte Befundung erfolgen kann. Diesen Fakt schätzt der Facharzt mit Schwerpunkt „Kniegelenk“ ganz besonders. Frakturen und Infraktionen ließen sich mittels 3-D-Bildgebung einfach besser diagnostizieren, so Herr Dr. Kempa.

„Ich setze die SCS Bildgebung sehr gerne für die präoperative Planung ein. Bohrkanalbestimmungen bei Revisionen im Kniegelenk kann ich so zum Beispiel exakter durchführen.“

Eltern wählen das sicherere Verfahren für ihr Kind

Die Diagnostik mittels CT bietet zwar ebenfalls eine überzeugende Bildqualität, allerdings muss dafür eine hohe Strahlenbelastung in Kauf genommen werden, die den Patienten nachhaltig schädigen kann.

Trotz der hohen Auflösung, mit der das SCS MedSeries® H22 arbeitet, bleibt die Strahlendosis, die während einer Untersuchung auf den Patienten einwirkt, gering. Unter Einsatz des SULD-Protokolls wird die Strahlung um ein Vielfaches verringert und lässt sich sogar unterhalb der des 2-D-Röntgens einordnen. Für Herrn Dr. Kempa war die geringe Strahlendosis ein fundamentales Argument, das für die Implementierung sprach.

„Wenn sich Strahlung nicht vermeiden lässt, empfehle ich die SCS Bildgebung aufgrund ihrer geringen Dosis auch gerne in der pädiatrischen Diagnostik. Die meisten Eltern entscheiden sich dann zum Wohle ihres Kindes für diese Option.“

Schnell und zuverlässig in der Diagnose

In der Sportmedizin sind eine schnelle Diagnose und zeitnahe Therapieeinleitung essentiell. Ohne die unmittelbare Verfügbarkeit einer hochwertigen 3-D-Schnittbildgebung sind Patienten gezwungen, weitere Terminketten auf sich zu nehmen. Mit der SCS Bildgebung, die in der eigenen Praxis betrieben werden kann, lassen sich solche Fälle ohne Verzögerung sofort behandeln. Unsere ganzheitliche Lösung ermöglicht eine unmittelbare Befundung noch während der Erstvorstellung. Dies spart Zeit und verbessert die Patientenversorgung erheblich.

„Unsere Sportler profitieren sehr von der direkten Verfügbarkeit. Wir können sie zügig behandeln und bis zur Entlassung begleiten, ohne sie für eine weiterführende Diagnostik wegschicken zu müssen.“

Auch für das Praxispersonal ist der Einsatz der 3-D-Bildgebung viel einfacher. Patienten, die für eine 2-D-Aufnahme unter Schmerzen schwierige Lagerungspositionen einnehmen müssen, können mit der SCS Bildgebung sehr leicht untersucht werden. Die räumlich freie Platzierung in der Gantry ist außerdem sehr komfortabel.

„Anstelle eines Röntgenbildes setzen wir nun sofort die 3-D-Schnittbildgebung als Primärdiagnostik ein. Somit ergibt sich für uns auch kein größerer, personeller Aufwand.“

Mit dem Einsatz der SCS Bildgebung haben sich die Arbeitsprozesse in der Sportklinik Heidenheim merklich verkürzt. Die einfachere Bedienung und die kurze Aufnahmedauer sorgten für eine Optimierung des Workflows.

Maßgeschneiderte Beratung von Anfang an

Damit unsere Anwender erfolgreich in den eigenständigen DVT-Betrieb starten können, begleiten wir das Projekt von der ersten Beratung bis zur Installation und darüber hinaus. So können Bedenken und Fragen zur Projektumsetzung jederzeit persönlich besprochen werden.

„Die Beratung durch das SCS Team hat mich wirklich überzeugt. Eine gewisse Grundskepsis war anfangs da, aber diese hat sich schon sehr bald in viele positive Erfahrungen umgewandelt.“

Auch der After-Sales-Service sei ausgezeichnet und bei Fragen ist immer ein Mitarbeiter erreichbar, betont der Facharzt. Jede Praxis ist individuell, daher stellen wir jedem einen persönlichen Ansprechpartner zur Verfügung.

Begeisterte Patienten schätzen die SCS Bildgebung

Können Patienten keiner aufschlussreichen Diagnose zugeführt werden, sinkt auch die Wahrscheinlichkeit auf eine baldige, erfolgreiche Genesung. Das kann den Wert der Praxis negativ beeinflussen. Mit ihren Vorzügen trägt unsere Lösung nicht nur zur Patientenzufriedenheit, sondern auch zu einem positiven Praxis-Image bei. Unter den Patienten spricht sich eine solch fortschrittliche Diagnostik herum, wodurch sich auch die Reputation steigert.

Die Patienten fühlen sich dank hoher Bildqualität und reduzierter Strahlenbelastung in guten Händen und empfinden die neue Diagnostik im Haus als sehr positiv.

„Die Begeisterung für die SCS Bildgebung sehe ich in unseren Patienten. Sie schätzen die unmittelbare Verfügbarkeit, die verringerte Strahlendosis und auch, dass wir ihnen die 3-D-Aufnahmen während der Sprechstunde zeigen können.“

Die positive Reputation der eigenen Praxis ist ein wichtiger Faktor, der zum weiteren Erhalt der Praxisstabilität beiträgt. Sie ist ein wirtschaftlicher und medizinischer Pluspunkt, der sich in der Sportklinik vom ersten Tag an als erfolgreiche Investition in die Zukunft etabliert hat.

Die SCS Bildgebung live erleben

Während einer Hospitation bei einem unserer Anwender können sich Interessenten ihr eigenes Bild unserer Lösung machen. Auch Herrn Dr. Kempa half der Besuch in der Orthopädie Oehler in Augsburg dabei, sich von den vielen Funktionen und Vorzügen selbst zu überzeugen. Daher lädt er alle Interessenten dazu ein, den Alltag mit der SCS Bildgebung in seiner Praxis zu erleben. Das Team rund um Dr. med. Bernhard Kempa ist sehr froh darüber, dass sie ihren Patienten eine medizinisch höherwertige Diagnostik anbieten können, die dazu beiträgt, dass die Sportklinik Heidenheim auch weiterhin finanziell stabil bleibt und für ihre Patienten da ist.

„Allen, die sich für das Thema SCS Bildgebung interessieren, kann ich die schnelle Umsetzung dieses Projekts nur ans Herz legen. Die zahlreichen Vorteile, die wir dadurch erzielen, sind wirklich von unschätzbarem Wert.“

Gerne vermitteln wir Ihnen einen Hospitations- Partner in Ihrer Nähe und stehen für alle weiteren Fragen zur Verfügung. Nutzen Sie dazu gerne unser Kontaktformular. Dieses finden Sie hier.

Sportklinik Heidenheim
Kurze Straße 5
89522 Heidenheim
www.sportklinik-heidenheim.de

Deutschland kann Gesundheit! Positionspapier des BVOU zur Bundestagswahl 2025

Deutschland leistet sich im internationalen Vergleich das zweitteuerste Gesundheitssystem der Welt. Viele Leistungen werden stationär erbracht, was durch eine hohe Krankenhausdichte sichtbar ist. Ambulant verzeichnet es überdurchschnittlich viele Arzt-Patienten-Kontakte und hat eine hohe Ausstattung mit Ärzten und Pflegepersonal pro 1.000 Einwohner. Die Gesundheitsausgaben wachsen rapide. Der Reformstau und die zögerlichen Verbesserungsversuche der letzten Bundesregierung führten im Jahr 2025 einerseits zu den höchsten Beiträgen für gesetzlich Krankenversicherte und gleichzeitig ist ein Klinik- und Praxissterben wegen deren Unterfinanzierung kaum noch abwendbar.

Hier muss eine neue Bundesregierung umgehend gegensteuern, um eine qualitativ hochwertige, flächendeckende und wirtschaftlich tragfähige Gesundheitsversorgung in Deutschland sicherzustellen und das deutsche Gesundheitssystem fit für die nächsten Jahrzehnte und die zusätzlichen Herausforderungen durch den demografischen Wandel zu machen.

Vor diesem Hintergrund formuliert der Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) zentrale Forderungen für mutige Reformen und wesentliche Maßnahmen, die eine neue Bundesregierung nach der Wahl angehen sollte. Dabei fokussieren wir einerseits auf generelle Reformen des Gesundheitssystems in den Bereichen Finanzierung, Versorgungssteuerung, Ambulantisierung und Entbürokratisierung und haben andererseits die besonderen Belange der Orthopädie und Unfallchirurgie im Auge sowohl in der ambulanten als auch in der stationären Versorgung.

Zentrale Forderungen stellt der BVOU in den folgenden Bereichen auf:

  1. Flächendeckende Versorgung und Koordination
  2. Reform der Notfallversorgung
  3. Ambulantisierung und vernetzte Versorgung
  4. Entbürokratisierung und mehr Zeit für Zuwendung
  5. Finanzielle Reformen für mehr Zukunftssicherheit
  6. Sicherung des ärztlichen Nachwuchses

Pressekontakt

Janosch Kuno
Tel: 030 797 444 55
eMail: presse@bvou.net

Flächendeckende und wohnortnahe Versorgung

In der heutigen Zeit ist es wichtiger denn je, dass wir eine flächendeckende und gut koordinierte Gesundheitsversorgung für alle Menschen schaffen. Besonders für ältere Patienten und chronisch Kranke ist es entscheidend, dass sie die Unterstützung bekommen, die sie benötigen. Ein vielversprechender Ansatz sind die Vollversorgungsverträge, die eine bessere Steuerung und Zusammenarbeit zwischen Hausärzten, Fachärzten und Kliniken ermöglichen. So können wir sicherstellen, dass alle Beteiligten auf dem gleichen Stand sind und die Patienten die bestmögliche Behandlung erhalten.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die wohnortnahe ärztliche Versorgung, insbesondere in ländlichen Regionen. Hier setzen gezielte Förderprogramme an, die es ermöglichen, dass auch Menschen außerhalb der großen Städte gut versorgt werden. Durch flexible Modelle und Kooperationen zwischen Hausärzten, Fachärzten und Krankenhäusern können wir lange Anfahrtswege vermeiden und die Patientenversorgung vor Ort stärken.

Ein innovativer Ansatz ist das Prinzip „digital vor ambulant vor stationär“. Das bedeutet, dass wir digitale Lösungen und Telemedizin bevorzugen, um Patienten schnell und effizient der für sie passenden Versorgungsebene zuzuführen. So können wir unnötige Besuche in der Praxis oder im Krankenhaus vermeiden und die Behandlung einfacher gestalten. Ausführlich finden Sie dieses Konzept unter unseren Vorschlägen zur Reform der Notfallversorgung.

Ein weiterer wichtiger Aspekt sind die Disease Management Programme (DMP). Diese Programme sind bereits für viele Volkskrankheiten wie Diabetes Mellitus definiert worden. In Orthopädie und Unfallchirurgie sind DMP-Programme für Rückenschmerzen, Osteoporose und Rheuma verfügbar, haben aber noch nicht den Weg in den Alltag vieler Patienten gefunden. Hier müssen wir ansetzen und diese Programme stärker in die reguläre Versorgung integrieren.

Zusätzlich ist es wichtig, die Prävention, konservative Therapie und Rehabilitation zu stärken. Eine bessere Vergütung für präventive Maßnahmen und konservative Therapie in Orthopädie und Unfallchirurgie kann dazu beitragen, dass Patienten nicht sofort ein operativer Eingriff empfohlen wird. Dazu muss die „sprechende Medizin“ gestärkt und adäquat honoriert werden. Wir sollten die Menschen ermutigen, zunächst konservative Behandlungsmethoden auszuprobieren, bevor sie sich für eine Operation entscheiden. Um nach einer Operation rasch wieder auf die beine zu kommen, ist eine gute Rehabilitation essentiell.

Insgesamt zielt dieser Ansatz darauf ab, die Gesundheitsversorgung für alle zu verbessern, die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren durch Vernetzung zu fördern und den Patienten eine qualitativ hochwertige und bedarfsgerechte Versorgung zu bieten. Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass jeder die Unterstützung erhält, die er braucht – egal wo er lebt.

Was der BVOU konkret von der nächsten Bundesregierung fordert

  • Koordination der Patientenströme durch Einführung von Vollversorgungsverträgen für betreuungsintensive Patientengruppen (z.B. alte Menschen, chronisch Kranke) mit einer strukturierten Zusammenarbeit von Hausärzten, Fachärzten und Kliniken und Vergabe zeitnaher Facharzttermine (max. 14 Tage) für eingeschriebene Patienten
  • Erhalt einer wohnortnahen ärztlichen Versorgung auch in ländlichen Regionen durch gezielte Förderprogramme und flexible Modelle, z.B. sektorenübergreifende Kooperationsformen von Ärztenetzen aus Haus- und Fachärzten sowie Krankenhäusern
  • Umsetzung des Prinzips „digital vor ambulant vor stationär“
  • DMP-Programme in die Versorgung bringen (Osteoporose, Rückenschmerz, Rheuma)
  • Stärkung von Prävention und Rehabilitation durch adäquate Vergütung
  • Verpflichtende Ausschöpfung konservativer Maßnahmen vor kostspieligen Operationen
  • regionale Akut- und Notfallversorgung in Orthopädie und Unfallchirurgie sicherstellen

Was der BVOU schon beiträgt

Selektivverträge sind eine spezielle Form von Versorgungsverträgen. Sie ermöglichen es Ärzten, Ärztegruppen und Berufsverbänden, individuell mit den Krankenkassen Versorgungsverträge auszuhandeln und die Vertragspartner können flexibel auf Versorgungslücken reagieren oder Innovationen in den Versorgungsalltag einbringen. In den letzten Jahren hat der Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) zahlreiche Selektivverträge abgeschlossen.

In Baden-Württemberg besteht mit Unterstützung des BVOU ein Vollversorgungsvertrag mit der AOK BaWü. Dieser wurde bereits mehrfach evaluiert und zeigt, daß Versicherte in diesem Vertrag gesünder sind, länger leben, kurzfristig Facharzttermine erhalten und seltener ins Krankenhaus müssen. Dadurch sind auch die Gesamtkosten für die AOK in diesem Vertrag sogar günstiger als in der Regelversorgung. Eine richtige Win-Win-Win-Situation.

Der BVOU hat weiterhin Vorschläge unterbreitet, wie Krankenkassen motiviert und belohnt werden können, Vollversorgungsverträge, wie den Vertrag der AOK Baden-Württemberg mit Haus- und Fachärzten, auch in anderen Gebieten der Bundesrepublik Deutschland einzuführen.

Deutschland kann Gesundheit! Positionspapier des BVOU zur Bundestagswahl 2025

Die neue Bundesregierung muss eine qualitativ hochwertige, flächendeckende und wirtschaftlich tragfähige Gesundheitsversorgung in Deutschland sicherstellen und das deutsche Gesundheitssystem fit für die nächsten Jahrzehnte machen.

Vor diesem Hintergrund formuliert der Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) zentrale Forderungen für mutige Reformen und wesentliche Maßnahmen, die eine neue Bundesregierung nach der Wahl angehen sollte. Dabei fokussieren wir einerseits auf generelle Reformen des Gesundheitssystems in den Bereichen Finanzierung, Versorgungssteuerung, Ambulantisierung und Entbürokratisierung und haben andererseits die besonderen Belange der Orthopädie und Unfallchirurgie im Auge sowohl in der ambulanten als auch in der stationären Versorgung.

Reform der Notfallversorgung

Die Reform der Notfallversorgung in Deutschland zielt darauf ab, Patienten in medizinischen Notfällen schneller und effektiver zu helfen.

Ein zentraler Bestandteil dieser Reform ist die Einführung einer einheitlichen Notrufnummer (116117), die in Kombination mit einer digitalen Ersteinschätzung (z.B. SmED) dazu dient, die Dringlichkeit der Behandlung zu beurteilen. So können Patienten gezielt und verbindlich an die passende Versorgungsebene weitergeleitet werden, sei es der Rettungsdienst, ein integriertes Notfallzentrum (INZ), die Notaufnahme im Krankenhaus oder die Haus- oder Facharztpraxis.

Die Schaffung von integrierten Notfallzentren (INZ) an Krankenhäusern ist ein weiterer wichtiger Schritt. Diese Zentren bündeln die Notfallversorgung und sorgen dafür, dass Patienten dort optimal betreut werden. Der BVOU empfiehlt, Notaufnahmen und ärztliche Bereitschaftsdienste an Krankenhäusern zu schließen, die nicht als INZ organisiert sind, um die Versorgungsqualität zu erhöhen.

Ein weiterer Aspekt der Reform ist die Sanktionierung der unkoordinierten Inanspruchnahme von Notfallbehandlungen. Das bedeutet, dass Patienten, die die Notaufnahme ohne dringenden Grund oder vorherige Konsultation der zentralen Notrufzentrale in Anspruch nehmen, beispielsweise einen Teil der entstandenen Behandlungskosten selbst tragen müssen. Ziel ist es, die Notfallversorgung zu entlasten und sicherzustellen, dass wirklich dringende Fälle schnell und effizient behandelt werden.

Insgesamt soll die Reform dazu beitragen, dass Patienten in Notfällen die bestmögliche Versorgung erhalten und die Ressourcen im Gesundheitssystem besser genutzt werden. So wird sichergestellt, dass jeder, der Hilfe benötigt, schnell die richtige Unterstützung bekommt.

Was der BVOU konkret von der nächsten Bundesregierung fordert

  • Steuerung durch eine zentrale Notrufnummer (116117) sowie telemedizinische bzw. digitale Ersteinschätzung (z.B. SmED) mit zielgerichteter Überweisung des Falls in die passende Versorgungsebene (Rettungsdienst, INZ oder Krankenhaus inkl. Ticket, Fach- oder Hausarzt mit akuter, dringlicher oder regulärer Terminvergabe)
  • Schaffung Integrierter Notfallzentren (INZ) an Krankenhäusern oder Notfallpraxen
  • Sanktionierung der unkoordinierten Inanspruchnahme der Notfallbehandlung

Was der BVOU schon beiträgt

Das bereits im Jahr 2022 vom Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (BVOU) formulierte Eckpunktepapier beschäftigt sich mit der ambulanten Versorgung von Notfällen in Orthopädie und Unfallchirurgie, liefert eine kurze Analyse, erläutert wie eine leitliniengerechte Versorgung auszusehen hat, und bietet konkrete, einfach umsetzbare Lösungsvorschläge.

Deutschland kann Gesundheit! Positionspapier des BVOU zur Bundestagswahl 2025

Die neue Bundesregierung muss eine qualitativ hochwertige, flächendeckende und wirtschaftlich tragfähige Gesundheitsversorgung in Deutschland sicherstellen und das deutsche Gesundheitssystem fit für die nächsten Jahrzehnte machen.

Vor diesem Hintergrund formuliert der Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) zentrale Forderungen für mutige Reformen und wesentliche Maßnahmen, die eine neue Bundesregierung nach der Wahl angehen sollte. Dabei fokussieren wir einerseits auf generelle Reformen des Gesundheitssystems in den Bereichen Finanzierung, Versorgungssteuerung, Ambulantisierung und Entbürokratisierung und haben andererseits die besonderen Belange der Orthopädie und Unfallchirurgie im Auge sowohl in der ambulanten als auch in der stationären Versorgung.