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Neuer GOÄ-Entwurf: Aktueller Stand und Engagement des BVOU

Neuer GOÄ-Entwurf: Aktueller Stand und Engagement des BVOU

Die neue Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ist jetzt öffentlich auf der Webseite der Bundesärztekammer zugänglich. Es handelt sich dabei um die Fassung, die bereits am 30. April 2025 den medizinischen Verbänden, Fachgesellschaften und den Delegierten des 129. Deutschen Ärztetags in Leipzig vorgelegt und dort mit großer Zustimmung angenommen wurde.

Entwicklung und rechtlicher Status

Der jetzt vorliegende GOÄ-Entwurf wurde in enger Abstimmung zwischen der Bundesärztekammer und dem PKV-Verband erarbeitet. Für operative Leistungen ist eine Abwertung im Vergleich zum ärzteeigenen GOÄ-Entwurf von 2023 festzustellen. Letztendlich ist die neue GOÄ eine hausarztzentrierte GOÄ, demzufolge sind Gesprächsleistungen und Koordinationsleistungen sehr attraktiv bewertet.

Aktuell ist diese Fassung noch nicht rechtsverbindlich. Das Bundesministerium für Gesundheit betont ausdrücklich, dass die Novellierung der GOÄ erst durch eine entsprechende Verordnung der Bundesregierung sowie Beschlüsse des Bundestags und Bundesrats in Kraft treten kann.

Für Ärztinnen und Ärzte stehen umfassende Erläuterungen zur neuen GOÄ bereit, um Fragen zu beantworten und das Verständnis für die geplanten Änderungen zu fördern. Dazu hat die Bundesärztekammer eine Seite mit Fragen & Antworten veröffentlicht.

Politische Weiterentwicklung

Nach dem klaren Votum des 129. Deutschen Ärztetags für die GOÄ-Reform – wobei ein grosser Teil der abstimmungsberechtigten Delegierten gar nicht über GOÄ abrechnet – wurde der Entwurf im Juni 2025 an Bundesgesundheitsministerin Nina Warken übergeben. Sie kündigte im Herbst 2025 an, einen Regelungsentwurf für Mitte 2026 vorzulegen. Bis zum Kabinettsbeschluss sind weitere Abstimmungen notwendig, anschließend folgt die Beratung im Bundestag und Bundesrat. Damit ist der lang erwartete Novellierungsprozess der GOÄ nun auch politisch offiziell angestoßen.

Stellungnahme des BVOU zum GOÄ-Entwurf:

Fachliche Beteiligung und kontinuierlicher Dialog

Der Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) hat eigene fachliche Vorschläge in den Entstehungsprozess des GOÄ-Entwurfs eingebracht. Diese Vorschläge basieren auf den aktuellen medizinischen, technischen und versorgungsrelevanten Anforderungen der orthopädisch-unfallchirurgischen Praxis.

In einem Zwischenschritt wurde 2023 ein betriebswirtschaftlich kalkulierter Entwurf einer neuen GOÄ konsentiert, der vom BVOU mitgetragen wurde. Dieser Entwurf hat die anschließende Verhandlungsrunde mit der PKV jedoch nicht überstanden. Das war einer der Gründe, weshalb eine Reihe von Abgeordneten unter der Führung eines BVOU-Vertreters diesen GOÄ-Entwurf auf dem Ärztetag 2025 abgelehnt hatte.

Unabhängig davon ist der BVOU auch weiterhin über entsprechende Arbeitsgruppen im kontinuierlichen Dialog mit der Bundesärztekammer. Für die kommenden Monate sind eine Reihe von Terminen zu Einzelkapiteln vereinbart, die Vertreter des BVOU in Abstimmung mit Vertretern der Fachgesellschaften aktiv wahrnehmen werden. Ziel ist es, durch Änderungen am aktuellen Entwurf eine sachgerechte, praxisnahe und zukunftsfähige Ausgestaltung der Gebührenordnung zu erreichen.

Transparenz im weiteren Verfahren

Es ist wichtig zu betonen, dass der öffentlich zugängliche GOÄ-Entwurf keinen abschließenden Stand darstellt. Vielmehr handelt es sich um die Version, die dem Deutschen Ärztetag vorgestellt wurde.

Die inhaltliche Weiterentwicklung und redaktionelle Bearbeitung erfolgen weiterhin in enger Zusammenarbeit zwischen Bundesärztekammer, Berufsverbänden und dem Bundesgesundheitsministerium.

Der BVOU wird sich weiterhin mit Nachdruck für die Interessen seiner Mitglieder einsetzen und auf eine gerechte Vergütung für Orthopäden und Unfallchirurgen hinarbeiten wobei realistischer Weise nur einzelne grobe Fehler korrigiert werden können. Wir werden nach Abschluss der Gespräche über die Weiterentwicklung der GOÄ berichten.

Aktive Mitgestaltung durch den BVOU

Der BVOU begleitet diesen Reformprozess auch zukünftig aktiv und konstruktiv, um eine leistungsgerechte, transparente und zukunftsfähige Gebührenordnung für Orthopädinnen, Orthopäden und Unfallchirurginnen sowie Unfallchirurgen sicherzustellen.

Wir sind zuversichtlich, noch einige relevante Änderungen am aktuellen GOÄ-Entwurf einbringen zu können.

Schulungsangebote des BVOU

Sobald der Entwurf der neuen GOÄ einen absehbar finalisierten oder konsentierten Stand erreicht hat, werden wir unseren Mitgliedern GOÄ-Schulungen anbieten. Dort werden sowohl renommierte Experten als auch unsere Verhandlungsführer zu den Einzelkapiteln referieren.

Es ist unser Ziel, alle unsere Mitglieder vor Inkrafttreten der neuen GOÄ fit für deren Einsatz zu machen.

Ob die Einführung der neuen GOÄ bereits im Jahr 2027 erfolgen wird, ist momentan noch nicht absehbar. Wir gehen davon aus, dass sie sicher im Jahr 2028 in Kraft treten wird.

Dr. Johannes Flechtenmacher (Schatzmeister)                                     

Dr. Jörg Ansorg ( Geschäftsführer)

 

Weitere Informationen

  1. Veröffentlichung des Entwurfs der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ)
    https://www.bvou.net/veroeffentlichung-des-entwurfs-der-gebuehrenordnung-fuer-aerzte-goae/
  2. Entwicklung und Ausblick zur Novellierung der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) seit Herbst 2024
    https://www.bvou.net/entwicklung-und-ausblick-zur-novellierung-der-gebuehrenordnung-fuer-aerzte-goae-seit-herbst-2024/

Marketing für Praxis und Klinik: News-Widget für die Praxishomepage

„Orthinform“ wird bereitgestellt vom BVOU, mit dem Ziel, ein geschlossenes Gemeinschaftsbild zu vermitteln und das Leistungsspektrum der deutschen O & U in Praxis und Klinik umfänglich abzubilden, damit Patientinnen und Patienten die passende ärztliche Betreuung in ihrer Nähe finden können.Orthinform ist das Mitmachportal aller BVOU-Mitglieder. Jede und jeder Einzelne kann die Gemeinschaft durch die simple Aktualisierung des eigenen Profileintrags stärken und profitiert unmittelbar von der regionalen Aufmerksamkeit, die damit verbunden ist. Orthinform wird monatlich von über 200.000 Besucherinnen und Besuchern frequentiert, die Informationen zur Gesundheit und über Krankheiten des Bewegungsapparates und Behandelnde sowie zu Ärztinnen und Ärzten in O & U suchen.

News-Widget für die Praxishomepage

Neben dem Chatbot können bereits seit langem die neuesten Beiträge von Orthinform in die eigene Web­seite einfließen. Das funktioniert ähnlich unkompliziert wie die Aufschaltung des Chatbots in die Praxishomepage. Unter dem Menüpunkt „News-Widget“ können die Parameter für die Darstellung der News-Beiträge festgelegt werden, beispielsweise wie viele Einträge in einer Zeile nebeneinander abgebildet werden sollen. Außerdem können Themen ausgewählt werden, aus denen sich die neuen Beiträge zusammensetzen sollen. So lassen sich genau die Spe­zialisierungen heraus­picken, die mit der eigenen Praxis oder Klinik assoziiert werden sollen. Nach dem Klick auf „Speichern“ wird auch hier wieder ein Stück ­HTML-Code generiert, das selbst oder durch die Homepagebetreuung in die Praxiswebseite eingebaut werden kann. Unmittelbar danach werden dann automatisch die neuesten Beiträge von Orthinform auf der eigenen Webseite eingeblendet.

Beide Widgets bieten Links zur vertiefenden Recherche auf Orthinform. Dabei werden übrigens die Expertenempfehlungen bei den verlinkten Artikeln ausgeblendet. Die Sorge, dass Patientinnen und Patienten und Interessenten durch Orthinform abgelenkt oder an andere Kolleginnen und Kollegen in der Region vermittelt werden, ist überflüssig. Insofern können die neuen Widgets problemlos zur Erweiterung der Funktionalität der eigenen Webseite eingesetzt werden – für BVOU-Mitglieder natürlich kostenfrei.

Schlüssel zur Digitalpräsenz: ein gepflegtes Orthinform-ProfilVoraussetzung für die regionale Expertenempfehlung ist das vollständig ausgefüllte Orthinform-Profil, das zur klinischen Expertise auch ein Bild der jeweiligen Fachärztin beziehungsweise des Facharztes enthalten sollte. Fehlen diese Informationen, fehlen die kompletten Einträge in den Suchergebnissen. Das persönliche Arztprofil auf Orthinform kann jederzeit aktualisiert werden . Mitglieder loggen sich dafür bei Orthinform mit denselben Daten ein, wie bei BVOU.net oder in der BVOU-Mitgliederapp. Im Profil können die Spezialisierungen aufgelistet werden:
  • Behandlungsschwerpunkte,
  • behandelte Körperregionen,
  • behandelte Krankheiten,
  • diagnostische Schwerpunkte,
  • eingesetzte Therapiemethoden.

Weiterhin kann über Sprechstundenzeiten informiert und angegeben werden, welche Patientenklientel behandelt wird (Krankenkasse, privat etc.). Auch Links zu Social-Media-Profilen sowie zur Online-Terminvergabe (z. B. Doctolib, samedi etc.) können hier verankert werden. Alle Angaben werden automatisch zu einem ansehnlichen Arztprofil auf Orthinform zusammengeführt. Unter dem Menüpunkt „Profil+ bearbeiten“ können ergänzend weitere Bilder, Videos und Texte hochgeladen werden, um die Praxis oder Klinik noch näher zu beschreiben.

Sollte in einer Praxis oder Klinik ein Ärzteteam arbeiten, macht es Sinn, die Profile aufeinander abzustimmen. Sie sollten möglichst unterschiedliche Expertisen und Behandlungsschwerpunkte setzen, damit die Praxis oder Klinik als Ganzes unter möglichst vielen Stichwörtern gefunden wird.

Arbeiten mehrere Kolleginnen und Kollegen in einer Institution und sind alle mit einem Profil auf Orthinform präsent, kann zusätzlich ein Profil der Institution erstellt werden. Dort wird die Gesamtexpertise der Einrichtung vorgestellt.

Marketing für Praxis und Klinik: Chatbot auf Orthinform

„Orthinform“ wird bereitgestellt vom BVOU, mit dem Ziel, ein geschlossenes Gemeinschaftsbild zu vermitteln und das Leistungsspektrum der deutschen O & U in Praxis und Klinik umfänglich abzubilden, damit Patientinnen und Patienten die passende ärztliche Betreuung in ihrer Nähe finden können.
Orthinform ist das Mitmachportal aller BVOU-Mitglieder. Jede und jeder Einzelne kann die Gemeinschaft durch die simple Aktualisierung des eigenen Profileintrags stärken und profitiert unmittelbar von der regionalen Aufmerksamkeit, die damit verbunden ist.
Orthinform wird monatlich von über 200.000 Besucherinnen und Besuchern frequentiert, die Informationen zur Gesundheit und über Krankheiten des Bewegungsapparates und Behandelnde sowie zu Ärztinnen und Ärzten in O & U suchen.

Chatbot auf Orthinform auf der eigenen Praxishomepage nutzen

Im vergangenen Jahr wurde Orthinform um den KI-gestützten Chatbot „Ortho­Chat“, der ausschließlich mit vom BVOU kuratierten Qualitätsinformationen trainiert wurde, erweitert. OrthoChat informiert über Gesundheit und Krankheit rund um den Bewegungsapparat, beantwortet Fragen und hält Empfehlungen und Tipps, wie Verletzungen und Erkrankungen vermieden werden können, bereit. Natürlich werden auch Auskünfte über die Diagnostik und Therapie von Erkrankungen, und welche Optionen dem Facharzt für O & U in konservativer und operativer Therapie zur Verfügung stehen, gegeben. OrthoChat spricht 50 Sprachen und kann von BVOU-Mitgliedern zur Patientenauf­­klä­rung eingesetzt werden. Monatlich nutzen derzeit mehr als 1.000 Besucherinnen und Besucher der Webseite den Chatbot.

Ab sofort kann der Chatbot in die Praxiswebseite integriert und Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörigen zur persönlichen Information und weiteren Beratung angeboten werden. Dazu muss auf den neuen Me­nü­­eintrag „Chat-Widget“ geklickt werden. Nach der Eingabe der  Webadresse wird ein Stück HTML-Code generiert, das in den eigenen Webauftritt aufgenommen werden kann. Danach taucht auf jeder Seite, die diesen Code enthält, Ortho­Chat auf.

Zum Orthinform-Login

Schlüssel zur Digitalpräsenz: ein gepflegtes Orthinform-Profil
Voraussetzung für die regionale Expertenempfehlung ist das vollständig ausgefüllte Orthinform-Profil, das zur klinischen Expertise auch ein Bild der jeweiligen Fachärztin beziehungsweise des Facharztes enthalten sollte. Fehlen diese Informationen, fehlen die kompletten Einträge in den Suchergebnissen.Das persönliche Arztprofil auf Orthinform kann jederzeit aktualisiert werden. Mitglieder loggen sich dafür bei Orthinform mit denelben Daten ein, wie bei BVOU.net oder in der BVOU-Mitgliederapp. Im Profil können die Spezialisierungen aufgelistet werden:
  • Behandlungsschwerpunkte,
  • behandelte Körperregionen,
  • behandelte Krankheiten,
  • diagnostische Schwerpunkte,
  • eingesetzte Therapiemethoden.

Weiterhin kann über Sprechstundenzeiten informiert und angegeben werden, welche Patientenklientel behandelt wird (Krankenkasse, privat etc.). Auch Links zu Social-Media-Profilen sowie zur Online-Terminvergabe (z. B. Doctolib, samedi etc.) können hier verankert werden. Alle Angaben werden automatisch zu einem ansehnlichen Arztprofil auf Orthinform zusammengeführt. Unter dem Menüpunkt „Profil+ bearbeiten“ können ergänzend weitere Bilder, Videos und Texte hochgeladen werden, um die Praxis oder Klinik noch näher zu beschreiben.

Sollte in einer Praxis oder Klinik ein Ärzteteam arbeiten, macht es Sinn, die Profile aufeinander abzustimmen. Sie sollten möglichst unterschiedliche Expertisen und Behandlungsschwerpunkte setzen, damit die Praxis oder Klinik als Ganzes unter möglichst vielen Stichwörtern gefunden wird.

Arbeiten mehrere Kolleginnen und Kollegen in einer Institution und sind alle mit einem Profil auf Orthinform präsent, kann zusätzlich ein Profil der Institution erstellt werden. Dort wird die Gesamtexpertise der Einrichtung vorgestellt.

Kooptierung von Dr. Anna-Katharina Doepfer in den SpiFa-Vorstand

Am 22. Januar 2026 hat der Vorstand des Spitzenverbandes Fachärztinnen und Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) Frau Dr. Anna-Katharina Doepfer, Vizepräsidentin des Berufsverbandes für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (BVOU), in den Vorstand kooptiert.
Diese Entscheidung erfolgte in der jüngsten Vorstandssitzung und steht im Zeichen des gemeinsamen Ziels, die Arbeit des SpiFa kontinuierlich weiterzuentwickeln und die fachliche wie auch personelle Breite der Fachärzteschaft im Führungsgremium angemessen abzubilden.

Frau Dr. Doepfer bringt als Vertreterin eines modernen fachärztlichen Selbstverständnisses nicht nur umfassende Expertise in Orthopädie und Unfallchirurgie mit, sondern auch fundierte berufspolitische Erfahrung, strategisches Denken und eine hohe kommunikative Kompetenz. Der Vorstand ist überzeugt, dass ihre Mitwirkung eine wertvolle Bereicherung für den SpiFa darstellt und die interdisziplinäre Perspektive des Verbandes weiter stärkt.
Ein besonderer Höhepunkt ist, dass Frau Dr. Doepfer bereits am 12. Januar 2026 in der zweiten Sitzung der SpiFa-Zukunftskommission zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt wurde. Diese Funktion unterstreicht die inhaltliche Passung ihrer Kooptierung und setzt ein deutliches Signal für eine zukunftsorientierte, generationenübergreifende und innovative Weiterentwicklung des Verbandes.

Im Hinblick auf die kommenden Jahre betont der Vorstand, dass die Förderung der fachärztlichen Vielfalt sowie einer ausgewogenen Geschlechter- und Altersstruktur in den Gremien ein zentrales Anliegen bleibt. Dies wird nicht als formales Ziel verstanden, sondern als Ausdruck einer lebendigen, repräsentativen und handlungsfähigen Fachärzteschaft. Frau Dr. Doepfer verkörpert diese Haltung in besonderer Weise.
Der Vorstand blickt der weiteren Zusammenarbeit mit Frau Dr. Doepfer mit großer Freude entgegen und ist überzeugt, mit dieser Entscheidung einen wichtigen Impuls für die Zukunft des SpiFa gesetzt zu haben.

Quelle: SpiFa

Veröffentlichung des Entwurfs der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ)

Der Entwurf der neuen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ist ab sofort öffentlich. Es handelt sich um die identische Fassung, die bereits am 30.04.2025 den Verbänden, Fachgesellschaften sowie den Abgeordneten des 129. Deutschen Ärztetags in Leipzig vorgelegt und dort mit großer Zustimmung angenommen wurde.

Der Entwurf entstand in enger Zusammenarbeit zwischen der Bundesärztekammer und dem PKV-Verband und ist derzeit nicht rechtsverbindlich. Das Bundesministerium für Gesundheit weist ausdrücklich darauf hin, dass eine Novellierung der GOÄ erst durch eine Verordnung der Bundesregierung rechtskräftig wird.

Umfassende Erläuterungen zur neuen GOÄ stehen ebenfalls bereit, um mögliche Verständnisfragen bei Ärztinnen und Ärzten zu beantworten.

Nach dem eindeutigen Votum des 129. Deutschen Ärztetags für die GOÄ-Reform wurde der Entwurf im Juni 2025 an Bundesgesundheitsministerin Nina Warken übergeben. Im Herbst 2025 kündigte sie öffentlich an, einen Regelungsentwurf für Mitte 2026 vorzulegen. Bis zum Kabinettsbeschluss sind weitere Abstimmungen erforderlich, anschließend steht die Beratung im Bundesrat an.

Mit diesen Entwicklungen ist der lange erwartete Novellierungsprozess der GOÄ nun auch politisch offiziell auf den Weg gebracht worden.

Ist die Lebenserwartung allein ein guter Indikator zum Vergleich von Gesundheitssystemen?

Deutschland hat bezogen auf das BIP das teuerste Gesundheitssystem der EU und auch international trennen uns lediglich die USA vom ersten Platz. Trotzdem haben einige Länder mit geringeren Gesundheitsausgaben eine höhere Lebenserwartung. Vorschnell wird allein daraus oft geschlussfolgert, dass unser Gesundheitssystem schlecht sei und es dafür nicht mehr Finanzmittel benötige; Restrukturierungen wie verbesserte intersektorale Zusammenarbeit und Digitalisierung reichten allemal aus. Doch der Vergleich der Lebenserwartung allein ermöglicht nicht automatisch einen Vergleich der Qualität von Gesundheitssystemen, da diese von zahlreichen weiteren Faktoren abseits der Gesundheitsversorgung abhängt.

Wie schneidet Deutschland in anderen Bereichen, die die Lebenserwartung ebenfalls beeinflussen, ab?

Die Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD) veröffentlicht in regelmäßigen Abständen gesundheitsbezogene Statistiken. Die im Folgenden wiedergegebenen Daten entstammen größtenteils den OECD Health statistics 2025, die in der Regel Daten der Vorjahre betrachten. Die Lebenserwartung eines Neugeborenen in Deutschland beträgt demnach aktuell 81,1 Jahre und liegt damit genau im Durchschnitt der OECD-Staaten. Bei den Gesundheitsausgaben pro Kopf liegt die BRD mit knapp 9.400 US-Dollar ebenso wie bei den Gesundheitsausgaben bezogen auf das BIP (12,3%) jedoch deutlich über dem Durchschnitt (5.967 USD; 9,3%). Gleichzeitig liegen Länder mit deutlich günstigeren Gesundheitssystemen wie beispielsweise Spanien bei der Lebenserwartung weit vorne (5.346 USD; 84 Jahre).

Grundsätzlich haben reiche Länder größtenteils einige Standards gemeinsam, die ihnen einen Vorsprung gegenüber Entwicklungsländern verschaffen: niedrige Kindersterblichkeit sowie Zugang zu sauberem Trinkwasser, sanitären Anlagen und andere hygienische Aspekte. Etablierte Demokratien profitieren zudem oft von politischer Stabilität, damit von weniger Kriminalität und Gewaltopfern.

Interessanter wird es, wenn man in Richtung Lebensstil blickt, da hier die Unterschiede zwischen den Industrienationen größer sind. Der OECD-Durchschnitt beim Anteil der Bevölkerung, der übergewichtig ist liegt bei 19%. Deutschland schneidet hier mit nur 16,7% gut ab, allerdings schaffen es trotzdem einige Staaten wie Italien, Frankreich oder Spanien bessere Quoten zu erzielen.

14,6% der deutschen Bevölkerung rauchen täglich. Damit bewegt sich die BRD in dieser Hinsicht nah am OECD-Durchschnitt von 14,8%. Raucherquoten sind in Deutschland bereits seit mehreren Jahren gesunken. Dennoch gibt es in dieser Kategorie noch viel Verbesserungspotential, da Nationen wie die USA, Mexiko und Kanada Quoten zwischen 8% und 8,7% erzielen konnten.

Deutlich negativer steht die BRD mit 10,6 Litern reinem Alkohol pro Person und Jahr beim Alkoholkonsum im Rampenlicht. Der OECD-Durchschnitt ist mit 8,5 Litern deutlich niedriger. Zu den wenigen Nationen, die hier noch schlechter abschneiden gehören größtenteils osteuropäische Länder wie Rumänien, Tschechien, Bulgarien oder Lettland.

In puncto Luftverschmutzung schafft es die Bundesrepublik nur leicht besser als der Durchschnitt abzuschneiden. Zu den besten in dieser Kategorie gehören vor allem nordische Länder wie Finnland, Island und Schweden.

Die Suizidrate ist in Deutschland mit 9,7 pro 100.000 Einwohnern leicht niedriger als der Durchschnitt von 10,7 pro 100.000 Einwohnern.

Mit 3,4 Verkehrstoten je 100.000 Einwohnern schneidet Deutschland laut statistischem Bundesamt besser als der EU-Durchschnitt (4,5 pro 100.000 Einwohner) ab.

Auch in Sachen Gesundheitsversorgung offenbart die OECD interessante Statistiken. In Deutschland haben wie in vielen anderen OECD-Staaten 100% der Bevölkerung Anspruch auf einen Kernsatz von Gesundheitsleistungen. 81% der Deutschen gaben an, mit der Verfügbarkeit qualitativ hochwertiger Gesundheitsversorgung zufrieden zu sein. Nur 0,8% gaben an, ungedeckten Bedarf an eigentlich notwendiger medizinischer Versorgung gehabt zu haben. Hier gehört Deutschland neben Tschechien und den Niederlanden zu den besten der Welt, der OECD-Durchschnitt liegt bei 3,4%. Niedrigschwelligen Zugang zu ambulanter haus- und fachärztlicher Versorgung mit vergleichsweise kurzen Wartezeiten kann man durchaus auch als Qualitätsindikator für Gesundheitssysteme werten.

Pro 100 Einweisungen von mindestens 45 Jahre alten Personen wegen eines akuten Myokardinfarkts starben in Deutschland 7,9 innerhalb der ersten 30 Tage. Das ist schlechter als der OECD-Durchschnitt von 6,5. Besser sieht es bei der 30 Tages Mortalität nach einem ischämischen Schlaganfall aus. Hier schneidet die BRD positiv im Vergleich zum Durchschnitt ab (7 vs. 7,7).

Im präventiven Bereich lässt Deutschland zu wünschen übrig. So lassen laut OECD beispielsweise deutsche Frauen im Alter von 50-69 Jahren unterdurchschnittlich häufig Mammographiesceenings durchführen. Auch bei Screenings auf Zervixkarzinome liegt Deutschland unter dem Durchschnitt. Während die Masernimpfquote noch überdurchschnittlich ist, ließen sich nur 89% aller impfberechtigten Kinder in Deutschland dreifach gegen Diphterie, Tetanus und Pertussis impfen. Der OECD-Durchschnitt liegt bei 93%. Außerdem ließen sich nur 40% der mindestens 65 Jahre alten Deutschen gegen Influenza impfen, der OECD-Durchschnitt lag bei 51%.

Mit 7,7 Krankenhausbetten, 4,7 Ärzten und 12,2 Krankenschwestern pro 1.000 Einwohnern und 74 Großgeräten wie CT, MRT und PET, pro 1.000.000 Einwohnern liegt Deutschland in all diesen Bereichen über dem Durchschnitt. Im Bereich Krankenhausbetten liegt der OECD-Durchschnitt bei gerade einmal 4,2 pro 1.000 Einwohnern. Einige Länder, darunter Schweden, Spanien und Italien schaffen es mit einer noch geringeren Anzahl an Krankenhausbetten (1,9; 2,9; 3 pro 1.000 Einwohner) auf eine mehr als zwei Jahre höhere Lebenserwartung als Deutschland (83,4; 84; 83,5 Jahre). Nicht zuletzt deshalb wird in Deutschland eine Anpassung der Zahl der Krankenhausbetten an den europäischen Standard gefordert, wo dieser noch nicht erreicht ist. Besonders naheliegend scheint dieser Gedanke außerdem, wenn man bedenkt, dass die OECD Deutschland mit 810 vermeidbaren Krankenhausaufenthalten pro 100.000 Einwohnern deutlich über dem Durchschnitt von 473 listet, was Ambulantisierungspotential nahelegt. Der Vergleich mit anderen Ländern legt nahe, dass eine gleichzeitige Reduktion beider Indikatoren eventuell zur Kosteneinsparung beitragen könnte, ohne die Lebenserwartung in Deutschland negativ zu beeinflussen.

Übrigens besonders interessant für unser Fachgebiet: unter den Ländern mit verfügbaren Daten war Deutschland im Jahr 2023 laut OECD mit 351 Hüftendoprothesen pro 100.000 Einwohnern auf Platz 1 und bei Knieendoprothesen mit 268 pro 100.000 Einwohnern auf dem zweiten Platz hinter der Schweiz.

Der Bericht offenbart: es gibt diverse Erklärungen, weshalb in Deutschland die Lebenserwartung nicht proportional zu den Gesundheitsausgaben ansteigt. In einigen Bereichen schneidet die Bundesrepublik nur durchschnittlich oder sogar schlechter als viele andere Nationen ab. Wenn Deutschland seine Lebenserwartung steigern will, könnte Prävention einen bedeutenden, verbesserungsfähigen Faktor darstellen. Simple Lebensstiländerungen wie Adipositas, Alkohol- und Tabakkonsum zu reduzieren könnten bereits einen wesentlichen Einfluss auf die Lebenserwartung haben.

Grundsätzlich ist der internationale Vergleich von Gesundheitssystemen aufgrund deutlicher struktureller Unterschiede immer schwierig. Wahrscheinlich ist das deutsche Gesundheitssystem aber gar nicht so schlecht, wie man ihm manchmal unterstellt. Wer einmal im fernen Ausland war, versteht, warum jeder bei ernsten Gesundheitsproblemen sehr schnell wieder hierher zur Versorgung zurückkommt. Selbst wenn die Lebenserwartung in irgendeiner Form Rückschlüsse auf die Qualität des Gesundheitswesens zulassen sollte, erlaubt der Indikator Lebenserwartung keine Rückschlüsse darauf, ob das Gesundheitssystem in Gänze weniger gut funktioniert oder welche Teile bzw. Sektoren des Gesundheitswesens besonders gut oder schlecht funktionieren. Interessant wären wissenschaftliche Untersuchungen dazu, in welcher Gewichtung die vorgenannten Faktoren und insbesondere einzelne Teilbereiche eines Gesundheitswesens auf die Überlebensraten einstrahlen. Dies wäre gerade auch in Bezug auf aktuelle gesundheitspolitische Entscheidungen zu einem Primärarztsystem oder dem direkten Facharztzugang gerade auch in Bezug auf das Fachgebiet O&U, interessant. Wer sich für weitere gesundheitsbezogene Statistiken interessiert, findet diese auf der Webseite der OECD.

Leopold Braun
Tübingen

Umfrage zur Nutzung von KI-Chatbots

Das Universitätsklinikum Freiburg führt in Zusammenarbeit mit dem Else Kröner Fresenius Zentrum (EKFZ) für Digitale Gesundheit an der TU Dresden diese kurze, anonyme Umfrage durch. Ziel ist es, die tatsächliche Nutzung in Klinik und Praxis abzubilden. Ihre Antworten liefern die notwendige Datengrundlage, um Entscheidungsträgern Argumente für die Bereitstellung offizieller Zugänge und sinnvoller Rahmenbedingungen an die Hand zu geben.

Teilnahmevoraussetzungen: Diese Umfrage richtet sich ausschließlich an Ärztinnen und Ärzte mit Berufserlaubnis in Deutschland. Der Zugangslink wurde nur über Fachgesellschaften, ärztliche Vereinigungen und Kliniken distribuiert. Wir bitten Sie, die Umfrage nur auszufüllen, wenn Sie diese Voraussetzung erfüllen.

Ambulantisierung, Nachwuchs, Digitalisierung: Über das neue Jahr in O&U

Dr. Burkhard Lembeck, Präsident des BVOU, spricht im Änd-Interview über strukturelle und finanzielle Hürden, den drohenden Nachwuchsmangel und die Chancen digitaler Innovationen. Er mahnt: Nur mit mutigen Reformen und praxisnahen Lösungen lässt sich die Versorgung auch in Zukunft sichern.

2025 war geprägt von Diskussionen um Ambulantisierung, Hybrid-DRG und Krankenhausreform. Was hat Ihre Fachgruppe am stärksten betroffen oder bewegt?
Dr. Burkhard Lembeck: Für mich gehören alle drei Aspekte zusammen: Bei der Zentralisieurng und der Ambulantisierung hinkt Deutschland strukturelle hinterher -Krankenhausreform und Hybrid DRG sind die gesetzlichen Initiativen dazu.

Als Berufsverband begleiten wir beides: Beim KHAG mahnen wir Änderungen bei den Vorgaben zur personellen Ausstattung an, bei den Hybrid DRG informieren wir die Kolleginnen und Kollegen über die Änderungen ab 01.01. 2026 in Form von Webinaren usw. und mahnen weiter bei der Selbstverwaltung die bestehenden Defizite bei der Ausgestaltung an. Teilweise führt die aktuelle Ausgestaltung der Hybrid-DRG zu Honorarkürzungen sogar gegenüber der Abrechnung über EBM, das ist nicht hinnehmbar.

Wie wirkt sich die aktuelle Entwicklung der Hybrid-DRG auf die orthopädisch-unfallchirurgische Versorgung in den Praxen aus?
Dr. Lembeck: Wir begleiten das Thema Hybrid-DRG schon seit vier Jahren sehr intensiv – sowohl wissenschaftlich als auch gesundheitsökonomisch. Mit dem „Wiesbadener Modell“ haben wir einen umfangreichen Katalog an ambulantisierbaren Leistungen aus unserem Fachgebiet vorgelegt, der fast eine Million Fälle umfasst. Die Erweiterung des Hybrid-DRG-Katalogs, wie sie im April 2025 beschlossen wurde, begrüßen wir ausdrücklich. Das ist ein wichtiger Schritt, um die Versorgung sowohl stationär als auch ambulant zu verbessern. In den neuen Katalog werden auch die Osteosynthesen mit aufgenommen, absehbar ist aber die Erweiterung auf Arthroskopien, Metallentfernungen der Hüfte usw.

Die Praxen sehe ich dabei gut aufgestellt, bei ihnen ist ambulantes Operieren oder auch tageschirurgische Eingriffe seit Jahren Standard.

Welche strukturellen oder finanziellen Hemmnisse verhindern derzeit, dass mehr Operationen ambulant durchgeführt werden können?
Dr. Lembeck: Strukturell stehen die Kliniken vor den größten Herausforderungen – sie müssen sich entscheiden, ob sie ambulante Eingriffe weiter anbieten wollen, dann müssen sie in den meisten Fällen die Prozesse dringend optimieren. Oder sie konzentrieren sich auf die Fälle, die absehbar eines stationären Aufenthaltes bedürfen. Völlig ungeklärt ist im Moment, wie man sich die Ambulantisierung bei konservativen Fällen vorstellt – das betrifft im Bereich O+U vor allen Dingen den akuten Rückenschmerz, den gestürzten älteren Patienten usw. Hier bedarf es dringend struktureller Reformen.

Finanziell weiter ungeklärt ist die Frage der finanziellen Berücksichtigung der Weiterbildung bei Eingriffen. Viele der im Hybrid-DRG-Katalog ab 2026 enthaltenen Eingriffe sind wichtige Weiterbildungseingriffe für unser Fachgebiet. Damit diese auch weiterhin sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich stattfinden können, brauchen wir eine Neubewertung dieser Eingriffe. Wir schlagen deshalb einen sektorenübergreifenden, fallbezogenen Zuschlag für Weiterbildungseingriffe vor, der den zusätzlichen Personal- und Zeitaufwand abbildet. In Kliniken besteht sonst die Gefahr, dass nur noch erfahrene Fachärzte diese Eingriffe durchführen, um die Kalkulationszeiten einzuhalten. In Praxen wiederum muss die Forderung nach persönlicher Leistungserbringung durch Vertragsärzte bei Weiterbildungseingriffen gelockert werden, damit ambulante Weiterbildung rechtssicher möglich ist.
Ganz zentral ist für uns auch die finanzielle Förderung der ambulanten Weiterbildung ab 2026 – analog zur Förderung in der Allgemeinmedizin. Nur so können wir die Versorgung und die Qualität der Ausbildung auch in Zeiten des Ärztemangels sichern.

Wie beurteilen Sie die Nachwuchssituation in der Orthopädie und Unfallchirurgie – insbesondere im ambulanten Bereich?
Dr. Lembeck: Wir stehen vor einem echten Nachwuchsproblem. Der Altersdurchschnitt in unserem Fach steigt, und der Personalbedarf nimmt zu. Leider nimmt die Attraktivität der Orthopädie und Unfallchirurgie bei Medizinstudierenden ab. Das liegt unter anderem daran, dass die Qualität der chirurgischen Lehre, vor allem das Bedside-Teaching, oft unter Zeitmangel und fehlender didaktischer Ausbildung leidet. Das Praktische Jahr ist eigentlich eine große Chance, aber die Ausbildung in unserem Fach schneidet im Vergleich zu anderen Fächern nicht gut ab. Wir brauchen praxisorientierte Curricula, Mentorenprogramme und eine frühzeitige Einbindung in die Fachgesellschaften, um das zu ändern. Auch die Arbeitsbedingungen müssen familienfreundlicher und moderner werden, damit wir den Beruf wieder attraktiver machen und die Ausbildungsqualität sichern können.

Digitalisierung, TI, ePA, eAU – bringt die aktuelle Entwicklung in der Telematikinfrastruktur Ihrer Fachgruppe eher Entlastung oder zusätzliche Belastung?
Dr. Lembeck:
Wir sind bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens zwar einen Schritt weiter, aber so, wie es aktuell läuft, wird das in Deutschland nicht gelingen. Das liegt nicht an den Praxisärzten – wir haben in unseren Praxen viel digitalisiert und modernisiert. Aber während wir ständig unter dem Damoklesschwert von Strafzahlungen stehen, können Technikanbieter sanktionslos versagen oder nicht fristgerecht liefern. Außerdem ist der Krankenhausbereich noch gar nicht an die ePA angebunden, sodass der digitale Bruch zwischen den Sektoren bleibt. Die ePA selbst ist technisch noch weit von dem entfernt, was möglich wäre – wir brauchen strukturierte Daten, die dem Arzt die Patientengeschichte auf einen Blick zeigen.
Mit der geplanten Einführung eines Primärarztsystems hätten wir die Chance, wirklich sektorenübergreifend und digital zu arbeiten – mit digitalem Check-In, KI-basierter Ersteinschätzung und einer echten, strukturierten Patientenakte. Dafür sollten wir uns die nötige Zeit nehmen. Digitalisierung funktioniert nur, wenn sie den Anwendern echten Nutzen bringt – das ist bisher leider nicht der Fall.

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten: Was würde sich 2026 ändern?
Dr. Lembeck: Demokratie, Wohlstand, Frieden – das haben wir in Deutschland im Jahr 2025 gehabt. Ich bin da zunächst mal dankbar.

Für 2026 würde ich mir wünschen, dass mehr Menschen in der Welt im Jahr 2026 dies haben.

Interview erschienen im änd

Praxiskultur und Mitarbeiterbindung: E-Learning-Kurs

Wieder mehr Teamgesichter auf den Praxisfluren – das geht!

Der akute Fachkräftemangel macht es für Arztpraxen immer schwieriger, gute Mitarbeitende zu gewinnen und dauerhaft zu halten. Der BVOU startete deshalb das Jahr 2026 mit einer Initiative zur Stärkung von Praxiskultur und Mitarbeiterbindung.

E-Learning-Kurs „Bindung und Motivation von Mitarbeitern“

Mitarbeiterbindung ist ein zentraler Erfolgsfaktor jeder Arztpraxis. Der neue E-Learning-Kurs „Bindung und Motivation von Mitarbeitern“ führt an praxisnahe Strategien zur Erhöhung des Teamgeistes heran. Kompakte,  Einheiten zeigen Führungskräften, wie sie Wertschätzung, Zugehörigkeit und Interesse entwickeln und dadurch die Zufriedenheit von Mitarbeitern fördern. Es geht darum, individuelle Stärken zu erkennen, gemeinsam Ziele zu benennen und eine inspirierende Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Das zehntägige Impulsprogramm vermittelt wöchentlich konkrete Anleitungen für mehr Motivation, Verbindlichkeit und Eigenverantwortung, jeweils in kurzen, sofort umsetzbaren Schritten.

Der Kurs richtet sich an Praxisinhaberinnen und -inhaber, Ärztinnen und Ärzte mit Leitungsverantwortung und das Praxismanagement, die ihre Praxis für neue Fachkräfte attraktiver machen oder bestehende Talente langfristig binden wollen. Alle Inhalte sind ohne Mehraufwand in den Praxisalltag inte­grierbar. Teilnehmende profitieren von praxiserprobten Methoden und erhalten Bonusmaterial wie ein Excel-Tool zur Personaleinsatzplanung und sofort einsetzbare Checklisten. Inhalte der zehntägigen Impulsreihe sind:

  • Was motiviert die Mitarbeitenden wirklich?
  • Wie Problemverhalten ansprechen, ohne zu demotivieren
  • Führen durch Coaching: in die Rolle der Trainerin, des Trainer schlüpfen
  • Wie Stolz als Antrieb im Team nutzen
  • Motivierende Rahmenbedingungen schaffen
  • Motivation durch kluge finanzielle Anreize
  • Selbst-Check: Teamgeist und Arbeitsmoral in der eigenen Praxis
  • Neue Mitarbeitende: So gelingt der Einstieg
  • Teambesprechungen als Führungsinstrument nutzen
  • Ziele, die wirklich motivieren – statt kontrollieren

Praxiskultur und Mitarbeiterbindung: Orthinform-Praxischeck

Wieder mehr Teamgesichter auf den Praxisfluren – das geht!

Der akute Fachkräftemangel macht es für Arztpraxen immer schwieriger, gute Mitarbeitende zu gewinnen und dauerhaft zu halten. Der BVOU startete deshalb das Jahr 2026 mit einer Initiative zur Stärkung von Praxiskultur und Mitarbeiterbindung.

Orthinform-Praxischeck

Kernstück der neuen Initiative des BVOU zur Stärkung der Praxiskultur und Mitarbeiterbindung ist der „Orthinform-Praxischeck“, ein digitales Befragungstool, womit das aktuelle Stimmungsbild einer Praxis abgefragt sowie eine Stärken-Schwächen-Analyse in mehreren Dimensionen erstellt werden kann. Ein KI-gestützter Algorithmus leitet daraus praxiserprobte Tipps und Tricks zur Verbesserung eventueller Problemstellungen für Praxisinhaberinnen und -inhaber ab. Erweitert wird das Angebot durch einen modularen E-Learning-Kurs aus zehn News­modulen. In kurzen Lerneinheiten wird die Entwicklung einzelner Aspekte der Mitarbeitermotivation im Team vermittelt. Ergänzend können interessierte Praxen vertiefende Beratungsangebote wahrnehmen, um ihre Führungskompetenzen auszubauen. Das Gesamt­programm der BVOU-Initiative wurde am 7. Januar 2026 in einem Webinar interessierten Kolleginnen und Kollegen vorgestellt. Es ist als Aufzeichnung auch weiterhin über den BVOU abrufbar und eröffnet den perfekten Einstieg in eine neue Dimension der Mitarbeiterführung.

Die Anforderungen an orthopädische Praxen steigen stetig: hoher Patientendurchlauf, komplexere Fälle, zunehmende Erwartungen an den Service und das Team sowie Digitalsierung. Das geht mit gesteigerten Erwartungen der Mitarbeitenden an eine gelingende Teamführung einher. Wird die Führungsrolle von Praxisinhaberinnen und -inhabern nicht ausgefüllt oder gar ignoriert, kommt es früher oder später zur Abwanderung des Personals. Der Orthinform-Praxischeck ist ein fünfteiliges, strukturiertes Instrument zur Standortbestimmung aus Sicht des gesamten Teams. Ziel ist es, Entscheidungen auf einer belastbaren Grundlage zu treffen, die sowohl die Patientenversorgung als auch die Zusammenarbeit und Organisation verbessert.

1. Praxiskultur: „Wie Sie arbeiten, bestimmt, wie gut Sie arbeiten“

Eine starke Praxiskultur ist weit mehr als ein angenehmes Arbeitsklima: Sie ist ein produktiver Faktor, beeinflusst Motivation, Stabilität im Team, Arbeitszufriedenheit und letztlich auch die Patien­tenerfahrung. Die Umfrage erfasst, wie ausgeprägt Vertrauen, Offenheit und Gemeinschaft im Praxisteam empfunden werden. Sie zeigt, ob Wertschätzung oder möglicherweise Spannungen oder verdeckte Störungen vorhanden sind.

Ergebnis: Es wird klarer, welche Werte tatsächlich gelebt und an welchen Stellen nachjustiert werden sollte, um ein belastbares Wir-Gefühl zu begünstigen.

2. Strategie und Systeme: „Wie zukunftsfähig Ihre Praxis aufgestellt ist“

Eine moderne orthopädische Praxis braucht eine klare strategische Ausrichtung und Systeme, die effizient unterstützen. Dieser Abschnitt der Umfrage analysiert, wie verständlich Praxisziele formuliert sind, wie tragfähig Behandlungskonzepte wahrgenommen werden und inwiefern vorhandene Systeme den Alltag erleichtern oder erschweren. Auch Personalentwicklung, Entlohnung und Anreize werden beleuchtet. Ziel ist es, zu verstehen, ob die eigene Praxis Menschen befähigt, wachsen lässt und gleichzeitig wirtschaftlich sinnvoll steuert.

Ergebnis: Hinweise darauf, wie gut die Praxis für kommende Herausforderungen gerüstet ist und welche Stellschrauben noch zu drehen sind.

3. Praxisorganisation: „Was Prozesse über den Zustand Ihrer Praxis verraten“

Auch eine funktionierende Organisation ist das Rückgrat einer erfolgreichen Praxis. Die Umfrage untersucht, wie klar Verantwortlichkeiten geregelt sind, wie gut Schnittstellen und wie effektiv Strukturen sowie Abläufe gestaltet sind. Themen wie Entscheidungsbefugnisse, Dokumentation, Abrechnung und interdisziplinäre Zusammenarbeit geben ein detailliertes Bild darüber, ob die Praxis effizient arbeitet oder ob Prozesse im Alltag eher belasten.

Ergebnis: Es wird ersichtlich, wo organisatorische Friktion entsteht und wie Abläufe entschlackt werden können, um das Praxisteam zu entlasten.

4. Praxisführung: „Wie Führung das Arbeitsumfeld beeinflusst“

Die Umfrage spiegelt, wie Mitarbeitende Feedback, Kommunikation, Entscheidungswege und Talentförderung erleben. Sie macht sichtbar, ob Führung in der Praxis für Stabilität sorgt oder Unsicherheiten, fehlende Rückkopplung und unklare Erwartungen den Alltag erschweren.

Ergebnis: Eine neutrale Einschätzung, wie gut die Praxisführung wirkt und wo Veränderungen direkt spürbare Verbesserungen ermöglichen.

5. Mitarbeitende: „Was Ihr Team stark macht – und was es braucht“

Mitarbeitende prägen maßgeblich den Aufritt und die Leistungsfähigkeit der Praxis. Die Umfrage beleuchtet Engagement, Motivation, Kompetenz und Belastungssituationen. Dabei geht es nicht nur um Zufriedenheit, es geht um konkreten Entwicklungsbedarf, Weiterbildung und die Frage, wie das Praxisteam mit steigender Arbeitsdichte umgeht.

Ergebnis: Ein realistisches Bild dessen, welches Potenzial im Praxisteam liegt und welche Maßnahmen die Praxis als attraktiven Arbeitsplatz positionieren.

Der Praxischeck schafft Transparenz. Die Auswertung liefert Prioritäten und Handlungsfelder, damit gezielt Veränderungen möglich werden. Praxisinhaberinnen und -inhaber bekommen eine teamorientierte Analyse, anstelle theo­retischer Modelle. Ermittelt wird eine ehrliche, professionelle Standortbestimmung, die Zusammenhänge sichtbar macht und Ansatzpunkte für Verbesserungen generiert. Die Umfrage ist ein wirkungsvolles Werkzeug, um Praxisentwicklung aktiv zu steuern, statt nur zu reagieren.