Archiv für den Monat: Oktober 2020

Personal-/ IT-Kosten tragen maßgeblich zu wirtschaftlichem Substanzverlust bei

Berlin – Seit 2017 hat sich das Einnahmenwachstum der 102.000 Arzt- und Psychotherapiepraxen weiter abgeschwächt. Steigende Einnahmen werden durch die Inflation sowie deutlich höhere Ausgaben, insbesondere für Personal und IT, weitgehend aufgezehrt. Im Ergebnis bedeutet das einen fortschreitenden wirtschaftlichen Substanzverlust der Praxen In Deutschland. Das sind die zentralen Ergebnisse eines Vorberichts zum diesjährigen Zi-Praxis-Panel (ZiPP), mit dem das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) die wirtschaftliche Lage der Praxen zwischen 2015 und 2018 analysiert hat.

Die Jahresüberschüsse je Praxisinhaber fielen inflationsbereinigt 2017 um 0,1 Prozent und 2018 um 0,3 Prozent gegenüber dem jeweiligen Vorjahr. Über den gesamten Zeitraum von 2015 bis 2018 betrug die reale Verbesserung der Überschusssituation zwar 6,8 Prozent. Diese wird aber ausschließlich durch den starken Anstieg des realen Jahresüberschusses im Jahr 2016 (+7,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr) erreicht. In den Jahren 2017 und 2018 in Folge fiel die reale Überschusssituation hingegen leicht negativ aus. Die Gesamtaufwendungen je Praxisinhaber stiegen zwischen 2015 und 2018 um 12,8 Prozent an. Der Kostenanstieg überschritt dabei deutlich die Entwicklung der Verbraucherpreise. Diese nahmen im gleichen Zeitraum im Bundesdurchschnitt um 3,8 Prozent zu. Im Durchschnitt betrug der Anstieg der Aufwendungen in den Praxen 4,1 Prozent pro Jahr. Besonders stark fiel der Anstieg in 2018 mit 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus. Die Personalkosten markierten mit 15.100 Euro bzw. 20,3 Prozent je Praxisinhaber den stärksten absoluten Anstieg aller Ausgabenkategorien. Auf Rang zwei der Kostentreiber rangierten die Aufwendungen für IT (Wartung und Instandhaltung) mit insgesamt 1.200 Euro bzw. 28,2 Prozent Zuwachs.

„Das Krisenjahr 2020 mit den coronabedingten Umsatzrückgängen aufgrund ausbleibender Patientenbesuche und den erheblichen Mehrkosten durch Schutz- und Hygieneregeln ist hier noch gar nicht berücksichtigt. Umso mehr müssen wir im Blick behalten, dass die Verdienstmöglichkeiten in der eigenen Praxis mit hohem wirtschaftlichem Risiko mindestens genauso gut sein sollten wie in der sicheren Anstellung in anderen medizinischen Versorgungsbereichen. Die Niederlassung muss für jüngere Ärztinnen und Ärzte gegenüber anderen Beschäftigungsmöglichkeiten konkurrenzfähig bleiben. Die Leistung der Praxen als notwendiger Schutzwall für eine Überforderung der Krankenhäuser während der Pandemie zeigt einmal mehr, dass es sich lohnt, in diese Versorgungsstruktur auch zu investieren. Dies muss sich in der Vergütung niederschlagen“, sagte der Zi-Vorstandsvorsitzende Dr. Dominik von Stillfried.

Auf der Einnahmenseite hat die Bedeutung der Einnahmen aus der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für die wirtschaftliche Lage der Praxen über den Zeitraum von 2015 bis 2018 weiter zugenommen: Der Anteil der GKV-Einnahmen an den Gesamteinnahmen stieg von 76,0 Prozent 2016 auf 77,2 Prozent 2018. Die Einnahmen aus kassenärztlicher Tätigkeit stiegen über den Beobachtungszeitraum überdurchschnittlich stark (+13,6 Prozent), während die Zuwachsrate bei den Privateinnahmen mit 6,6 Prozent unter dem Durchschnitt lag.

Das Zi-Praxis-Panel

Das Zi erstellt das Praxis-Panel (ZiPP) jährlich im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der 17 Kassenärztlichen Vereinigungen. Mit der Erhebung erfasst das Zi seit 2010 jährlich die Wirtschaftslage und die Versorgungsstrukturen der niedergelassenen Ärzte- und Psychotherapeutenschaft. Berücksichtigt werden sowohl die Einnahmen aus kassenärztlicher als auch aus privatärztlicher Tätigkeit. Die Basis bildet die steuerliche Überschussrechnung der Praxen.

Die vorliegenden Ergebnisse beruhen auf der Befragung des Jahres 2019 und beziehen sich auf die Berichtsjahre 2015 bis 2018. An der Erhebung 2019 nahmen 5.478 Praxen teil. In der hier beschriebenen Längsschnittanalyse wurden die Angaben von 4.419 Praxen berücksichtigt, die für alle vier Jahre über vollständige Finanzangaben verfügen. Die abschließenden Ergebnisse werden zu einem späteren Zeitpunkt im Rahmen des Jahresberichts zur Erhebungswelle 2019 veröffentlicht.

Quelle: Zi

0
Making of #digitalOU2020

Das war die Digitale Woche O&U 2020

Der erste digitale Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie ist vorüber.
  • 70 Sessions
  • 200 Referentinnen und Referenten
  • 6.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Mit einer Vorlaufzeit von weniger als 4 Monaten von der Entscheidung „Wir machen das!“ bis zum Kongressbeginn. Das Orga-Team der Akademie für Orthopädie und Unfallchirurgie (AOUC) hatte wenig Zeit und unruhige Nächte gepaart mit viel Mut, Gründerspirit und einer großen Vision.

Die ENTSCHEIDER haben sich bewusst entschieden, neue Wege zu gehen und der Kraft, Kompetenz und Agilität der eigenen Akademie zu vertrauen. Auch unsere Industriepartner sind diesen neuen Weg mutig mitgegangen und haben mitgestaltet. Danke für Euer Vertrauen und die vielen guten Ideen.

Gemeinsam haben wir ein neues und großartiges digitales Fortbildungserlebnis für über 6.000 Teilnehmer aus Orthopädie und Unfallchirurgie erschaffen.

Vieles können wir noch besser machen. Wir haben unheimlich viel dazu gelernt.

Danke für die Geduld unserer Teilnehmer, die manchmal nötig war. Und danke für die Agilität und Kreativität unseres Teams im „Hauptstadtstudio für O&U“ im Tiergartentower, das für jede Herausforderung eine Lösung fand.

0

Focus-Beitrag zum Kniegelenk erhält JOU 2020

Gemeinsame Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (DGOU) und des Berufsverbands für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (BVOU)

Berlin, 22.10.2020: Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) und der Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) zeichneten heute den herausragenden Beitrag „Operation Knie“ von Helmut Broeg und Susanne Donner mit dem Deutschen Journalistenpreis Orthopädie und Unfallchirurgie (JOU) 2020 aus. „Der Text nähert sich umfassend einem Thema, das viele Patienten interessiert: Welche nicht-operativen Möglichkeiten gibt es bei Knieschmerzen? Er fußt auf einer umfassenden Recherche und gibt die Ergebnisse laienverständlich und spannend wieder. Damit kann er für viele Betroffene eine hilfreiche Orientierung sein“, fasst Juryvorsitzender Univ.- Prof. Dr. med. Karsten E. Dreinhöfer das Ergebnis der Jurysitzung zusammen. Die JOU-Verleihung fand im Rahmen der gemeinsamen virtuellen Jahrespressekonferenz von DGOU und BVOU statt.

Beschädigtes Knie: Hoffnung jenseits des Skalpells

Helmut Broeg und Susanne Donner erhielten für ihren Beitrag „Operation Knie“ den JOU 2020 und ein Preisgeld von 5.000 Euro. Der Text erschien am 6. Juni 2020 mit Fotos von Jonas Holthaus im Focus-Magazin. Den Autoren gelang damit ein überzeugender Beitrag auf hohem journalistischen Niveau. Sie beschreiben in ihrem Artikel fundiert die Funktionsweise des menschlichen Knies: den komplexen Aufbau, funktionale Zusammenhänge und sensible Schwachstellen. Fotos einer hochmodernen Gang- und Laufanalyse, bei der Bewegungsmuster untersucht werden, vermitteln einen hervorragenden Eindruck der technischen Möglichkeiten in der Orthopädie und Unfallchirurgie. Die Autoren erläutern anschaulich, wie der Mensch sein Knie durch kleinste Fehlbelastung auf Dauer schädigt. Das kann zu starken Schmerzen und Bewegungseinschränkung führen. Durch gezielte Übungen und Muskelaufbau kann er es jedoch auch stärken und stabilisieren, ein künstliches Gelenk ist dann nur die letzte Behandlungsoption. Broeg und Donner vermitteln mit ihrem Text eine aktive Grundhaltung: Wer sein Knie häufig und richtig bewegt, sein Körpergewicht im Blick behält und für ausreichend Entspannung sorgt, hat gute Chancen, das Gelenk langfristig zu erhalten.

Seit 2010 würdigt der JOU jährlich herausragende Medienbeiträge zu orthopädisch-unfallchirurgischen Themen aus den Bereichen Print, Hörfunk, Fernsehen und Online.
Der neunköpfigen Jury 2020 lagen insgesamt 29 Bewerbungen vor.

Der JOU-Jury 2020 gehörten an:

  • Prof. Dr. med. Karsten E. Dreinhöfer, Juryvorsitzender, Vizepräsident Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) sowie Chefarzt Orthopädie, Medical Park Berlin Humboldtmühle und Professor, Charité – Universitätsmedizin Berlin
  • Dr. phil. Thomas Gerst, Redaktion Deutsches Ärzteblatt
  • Janosch Kuno, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit BVOU
  • Ingo Bach, JOU-Preisträger 2019, verantwortlicher Redakteur Tagesspiegel Gesundheitsprojekte
  • Swetlana Meier, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit DGOU
  • PD Dr. Oliver Miltner, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
  • Prof. h.c. Dr. med. Almut Tempka, Stellvertretende Juryvorsitzende, Oberärztin, Ständige D-Arztvertreterin, Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie (CMSC), Charité – Universitätsmedizin Berlin
  • Anna Wittchen, Geschäftsstelle des Bevollmächtigten der Bundesregierung für Pflege
  • Dr. Harold Woetzel, Autor/Regisseur SWR/ARD

Der Bewerbungsschluss für den Journalistenpreis Orthopädie und Unfallchirurgie endete am 31. Juli 2020. Eingereicht werden konnten Beiträge, die zwischen dem 1. August 2019 und dem 31. Juli 2020 in einem deutschsprachigen Medium erschienen sind. Die Jury bewertete alle Beiträge in einem aufwendigen Sichtungsverfahren.

Weitere Informationen:
www.dgou.de
www.bvou.net

Kontakt für Rückfragen:
Susanne Herda und Swetlana Meier
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) e.V.
Straße des 17. Juni 106-108, 10623 Berlin
Telefon: +49 (0)30 340 60 36 -06 oder -16
Telefax: +49 (0)30 340 60 36 01
E-Mail: presse@dgou.de

Janosch Kuno
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (BVOU e.V.)
Straße des 17. Juni 106-108, 10623 Berlin
Telefon: +49 (0)30 797 444 55
Fax +49 (0)30 797 444 45
E-Mail: presse@bvou.net


 



0

Weiter krisenfest: Versorgung in Orthopädie und Unfallchirurgie

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) und der Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) haben heute (22.10.2020) auf ihrer Jahrespressekonferenz Vorschläge für einen Strukturwandel der Versorgung von Erkrankungen und Verletzungen am Bewegungsapparat gemacht. Der Patient müsse durch ein flächendeckendes Versorgungsnetzwerk gezielt geleitet werden. Der Behandlungsweg führe ausgehend von einer starken ambulanten Versorgung mit niedergelassenen Fachärzten über Krankenhäuser unterschiedlicher Versorgungstufen und, falls erforderlich, Rehabilitationseinrichtungen wieder zurück zum Facharzt. Bisweilen verhindern die Sektorengrenzen eine nahtlose verzahnte Versorgung. Zudem wissen Patienten oftmals nicht, ob sie für ihre Beschwerden am Muskel-Skelett-System ambulant, im Krankenhaus oder in einem Spezialzentrum am besten aufgehoben sind. Nicht alle können alles und überall versorgen, sind sich die Experten einig. Vielmehr bräuchte es einheitlich festgelegte Qualitätsanforderungen, um zu entscheiden, von wem und wo welche Erkrankung versorgt werden darf. Der Ausbau der Versorgungsforschung würde hier helfen, um Versorgungsprozesse besser zu bewerten. Auch könnte die Digitalisierung in der Medizin einen wichtigen Beitrag leisten.

DGOU fordert bestmögliche Unterstützung für Zentren der Hochleistungsmedizin

Die Pandemie-Krise hat dem Gesundheitssystem ein hohes Maß an Kooperation und Koordination zwischen den verschiedenen Versorgungsstrukturen abverlangt. Bisher ist Deutschland im internationalen Vergleich gut durch die Krise gekommen. Mit dieser Erfahrung und vor dem Hintergrund der politischen Diskussion um den Abbau von Krankenhäusern spricht sich Prof. Dr. Dieter C. Wirtz, Präsident der DGOU und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) in seinem Statement für eine ausgewogene Balance zwischen flächendeckender Grundversorgung und Spezialisierung aus. „Im Hinblick auf die zunehmend knappen Ressourcen wird eine patientenorientierte Versorgung immer wichtiger“, sagt Wirtz, Direktor der Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Bonn. Dazu bräuchte es ein abgestimmtes und stark miteinander kooperierendes Netz aus Ambulanzen mit niedergelassenen Ärzten, Kliniken der Grund-, Schwerpunkt- und Maximalversorgung und Rehabilitationseinrichtungen. „Für zeitkritische und einfache Erkrankungen ist eine wohnortnahe flächendeckende Versorgung wichtig, komplexe Fälle wie Wechseloperationen an Hüfte und Knie oder schwerwiegende Beckenbrüche gehören in ein Zentrum“, sagt Wirtz weiter. Sind die Möglichkeiten des niedergelassenen Facharztes für Orthopädie und Unfallchirurgie ausgeschöpft, gehe es weiter in ein Krankenhaus der entsprechenden Versorgungsstufe. Je höher die Stufe, desto höher die Kompetenzen. Komplexe Eingriffe müssten grundsätzlich in Zentren gebündelt werden. Dadurch könnten Komplikationen reduziert und Ressourcen in der Fläche geschont werden. „Unser Fach braucht daher aus meiner Sicht mehr Zentrumsbildung, mit klarer Definition, welche Krankheitsbilder bzw. Verletzungsmuster in welcher Klinik behandelt werden“, sagt Wirtz. Für die Übernahme des hohen Anteils komplizierter und aufwendiger Therapien müssten die Zentren dann wiederum bestmöglich personell und apparativ ausgestattet werden, fordert er. Dies könne ein Zentrumszuschlag leisten. Beispiele für eine gelungene Qualitätsstruktur sind die Zertifizierungsverfahren EndoCert der DGOOC für die Versorgung im Bereich der elektiven Endoprothetik und TraumaNetzwerk DGU® im Bereich der Unfallversorgung.

Missstand dringend beenden: Reha auch für nicht ausreichend fitte Patienten ermöglichen

Wie wichtig es ist, verschiedene Versorgungsbereiche besser miteinander zu vernetzen, erklärte beispielhaft Prof. Dr. Michael J. Raschke, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) und stellvertretender Präsident der DGOU. In seinem Statement zeigt er auf, dass viele schwerverletzte Patienten am Übergang vom Krankenhaus in die Rehabilitation scheitern. Sie erfüllten häufig nicht die Rehabilitationsvorgaben und erhielten daher nicht die dringend notwendige Weiterbehandlung. Sie würden nach ihrer Entlassung aus dem Akutkrankenhaus nach Hause oder in die Kurzzeitpflege entlassen und fielen in das so genannte Reha-Loch, warnt Raschke. So werde wertvolles Rehabilitationspotenzial verschenkt. Nur 15 Prozent der Verletzten können direkt im Anschluss an die Krankenhausbehandlung die Rehabilitation antreten. Das liege daran, dass viele Patienten aufgrund der komplexen Mehrfachverletzungen noch pflegebedürftig seien. Eine standardisierte Reha komme für sie nicht in Frage. Daher fordert Raschke die schnelle Umsetzung eines neuen Modells zur Traumarehabilitation, wie es im Weißbuch Schwerverletztenversorgung der DGU beschrieben wird. Es ermöglicht eine frühe Rehabilitation, auch wenn der Patient noch intensiv therapiert und gepflegt werden muss.

DGOU fordert für mehr Forschungserfolg den Ausbau von klinischen Registern

Um Entscheidungen über zukünftige Versorgungsstrukturen und Qualitätsanforderungen besser treffen zu können, müssen Behandlungsprozesse besser bewertet werden. Dazu braucht es mehr Versorgungsforschung und eine deutlich breitere Datenbasis. Anhand von Daten und Fakten kann dann bewiesen werden, warum eine Mindestmenge in gewissen Bereichen, wie dem künstlichen Hüft- oder Kniegelenk, nötig ist oder ob sich eine leitliniengerechte Versorgung auf die Ergebnisqualität auswirkt. Daher spricht sich Prof. Dr. Bernd Kladny, stellvertretender DGOU-Generalsekretär und Generalsekretär der DGOOC, in seinem Statement für den Ausbau der klinischen Register aus. Derzeit gebe es 17 Register im Fach Orthopädie und Unfallchirurgie. Diese seien in der Lage, umfassende Daten aufzunehmen. Große Datenmengen seien eine Voraussetzung, um mit Methoden der Künstlichen Intelligenz (KI) die Versorgung der Patienten zu verbessern. Kostenträger und Kliniken verfügten über große Datenschätze. Doch bislang fehlten Strukturen, um große Datenmengen aus der Versorgung auch für die Versorgungsforschung routinemäßig zu nutzen. Häufig setze der Datenschutz der Gewinnung von Daten Grenzen. Aber auch die Dateneingabe sei eine Herausforderung, weil sie in vielen Fällen unverändert per Hand erfolgen muss. „Um die Register sinnvoll mit Daten zu füttern, muss der Datentransfer automatisiert werden“, sagt Kladny. Hier bedürfe es dringend einer besseren digitalen Infrastruktur.

Digitalisierung muss wieder mehr Zeit am Patienten schaffen

Der Gesetzgeber hat mit der Formulierung des Krankenhauszukunftsgesetzes (KHZG) einen Schwerpunkt auf die Digitalisierung der Krankenhäuser gelegt. „Ausgehend von einem durchaus unterschiedlichen Digitalisierungsstandard in der Krankenhauslandschaft ist diese Initiative aus der Sicht von Orthopädie und Unfallchirurgie durchweg zu begrüßen“, sagt Prof. Dr. Dietmar Pennig, Generalsekretär von DGOU und DGU. In seinem Statement weist er darauf hin, dass der administrative Aufwand sowohl in der Ärzteschaft als auch in der Pflege in erheblichem Umfang in den vergangenen Jahrzehnten zugenommen habe. Die zu implementierenden digitalen Lösungen müssten dringend auf eine Vereinfachung dieser Prozesse abzielen. Arzt- und Pflegezeit müsse als Endergebnis dieser Initiative vermehrt den Patientinnen und Patienten zugutekommen. Zudem helfe eine verbesserte Digitalisierung der Krankenhäuser der Vernetzung mit Arztpraxen und Rehakliniken. Dies sei ein notwendiger Schritt zur Stärkung des Gesundheitsstandortes Deutschland.

Entlastung der Kliniken durch ambulante Facharztversorgung

Der flächendeckende Ausbau eines qualifizierten Versorgungsnetzwerkes erfordere die erhöhte Durchlässigkeit der Sektorengrenze zwischen dem ambulanten und dem stationären Sektor. Denn die ambulante Versorgung müsse einen wesentlichen Teil der Behandlungskette abdecken und wenn erforderlich, den kontrollierten Zugang von Patienten zur klinischen Versorgung steuern. „Während der Pandemie wurde deutlich, wie wertvoll die flächendeckende ambulante Facharztversorgung in der Bundesrepublik ist. Patienten mit einem verstauchten Knöchel oder einem akuten Rückenschmerz brauchten nicht in eine Klinik zu gehen und haben dadurch keine Ressourcen blockiert. Das zeigt, wie unverzichtbar die konservative Orthopädie und Unfallchirurgie ist. Die Pandemie gibt also damit die Gelegenheit, Versorgung neu zu denken und neu zu konzipieren“, sagt Dr. Burkhard Lembeck, Facharzt für Chirurgie, für Orthopädie und Orthopädie und Unfallchirurgie, Gemeinschaftspraxis in Ostfildern im Statement. „Wir kämpfen seit Jahren für eine Aufwertung in Klinik und Praxis sowie in Aus- und Weiterbildung. Die Corona-Krise hat uns gezeigt, dass wir nicht lockerlassen dürfen. Die konservative Versorgung ist eklatant wichtig und muss weiter gestärkt werden“, sagt BVOU-Präsident Dr. Johannes Flechtenmacher. Gleichzeitig muss der Digitalisierungsschub für die Etablierung von Videosprechstunden und Apps genutzt werden, ohne auf das persönliche Vier-Augen Gespräch und auf die sorgfältige körperliche Untersuchung zu verzichten.

Zur Entwicklung neuer zukunftsfähiger Versorgungsstrukturen in Orthopädie und Unfallchirurgie stehen die Experten bereit, mit ihrer Expertise und Vorarbeit Unterstützung zu leisten.

Die Pressemappe steht nach der Pressekonferenz zum Download bereit unter:

www.dgou.de und www.bvou.net.

Pressekontakt:
Susanne Herda und Swetlana Meier
Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (DGOU)
Straße des 17. Juni 106-108, 10623 Berlin
Telefon: 030/340 60 36 -06 oder -16
E-Mail: presse@dgou.de
www.dgou.de

Janosch Kuno
Kommunikation und Pressearbeit
Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (BVOU e.V.)
Straße des 17. Juni 106-108, 10623 Berlin
Telefon: +49 (0)30 797 444 55
E-Mail: presse@bvou.net
www.bvou.net

0

Perspektive DVT – „Behandlungsvorteil für unsere Patienten“

Neckarsulm – Das MediCross-Zentrum in Neckarsulm ist eine Gemeinschaftspraxis für Orthopädie, Sportorthopädie, Unfallchirurgie und Chirurgie. Schwerpunktmäßig befassen sich die Fachärzte Dres. Boris Brand, Roberto Giacin, Anne-Catherine Oppermann sowie die Färzte Nils Haupt, Sebastian Spodzieja und Michael Stingl mit der Knie- und Schulterchirurgie, der Speziellen Unfallchirurgie sowie mit Verletzungen u.a. an Kreuzband, Meniskus und Knorpeln. Sowohl bei konservativen, wie auch bei operativen Behandlungen, setzen die Fachärzte bei ihren Patienten stets auf die hochwertigste Medizintechnik.

Im Juli 2020 erweiterte die orthopädische und unfallchirurgische Gemeinschaftsprasxis das eigene Leistungssprektrum um die hochauflösende 3-D-Diagnostik mit dem digitalen Volumentomografen (DVT) SCS MedSeries® H22.

Dr. med. Boris Brand berichtet von seinen ersten Erfahrungen:

„Durch die erfolgreiche Zusammenarbeit des Berufsverbandes für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) und SCS wurden wir auf die überlegene Technologie der digitalen Volumentomografie gegenüber den konventionellen 2-D-Röntgentechniken aufmerksam. Überzeugt haben uns die hochaufgelösten 3-D-Schnittbildaufnahmen und die Möglichkeit der Aufnahmen unter Belastung bei reduzierter Strahlenbelastung für den Patienten. Dazu kommt die einfache Handhabung sowie die gute Integrationsmöglichkeit in die Praxissoftware. Insgesamt erhalten wir dadurch einen diagnostischen Mehrwert und einen Behandlungsvorteil für unsere Patienten. Wir freuen uns, Teil des Anwenderkreises zu sein, und sehen in dieser Technik die Zukunft der bildgebenden Röntgendiagnostik.“

Digitale Volumentomografie mit dem SCS MedSeries® H22

SCS steht für Sophisticated Computertomographic Solutions und beschreibt die Lösung für die anspruchsvolle 3-D-Bildgebung mit höchster Strahlenhygiene, höchster Bildauflösung sowie höchster Zeitersparnis für Patient, Praxis und Arzt – als Win-Win-Win-Situation – gleichermaßen.

Der digitale Volumentomograf SCS MedSeries® H22 besitzt ein breites Indikationsspektrum und ist aus der Orthopädie und Unfallchirurgie nicht mehr wegzudenken. Mit dem platzsparenden Design findet das SCS MedSeries® H22 DVT in jeder Praxis einen Platz. Dank der hohen Strahlenhygiene und der ultrahohen Auflösung von bis zu 0,2 mm ist das SCS DVT auch in der Pädiatrie anwendbar.

Die vom SCS DVT ausgehende Strahlendosis kann unterhalb der täglichen terrestrischen Strahlendosis eingestellt werden und ist im Vergleich zur Computertomographie um bis zu 92% geringer.

Die hochauflösenden Schnittbilder stehen, inklusive Rekonstruktionszeit, innerhalb von drei Minuten in multiplanarer Ansicht (axial, koronal, sagittal) sowie in 3-D am Befundungsmonitor zur Beurteilung durch den behandelnden Arzt zur Verfügung. Im Resultat ist es mit dem SCS DVT möglich, eine 3-D-Schnittbilddiagnostik durchzuführen, die sehr strahlungsarm ist, eine exakte Beurteilung von Grenzflächen zwischen Metall- und Knochenstrukturen zulässt, und sehr einfach am Patienten anzuwenden ist.

MediCross Neckarsulm
Dres. B. Brand, R. Giacin, A. Oppermann und FÄ N. Haupt, S. Spodzieja, M. Stingl
Bahnhofplatz 4
74172 Neckarsulm
www.medicross-zentrum.de

0

Digitale Woche O und U: Programmhighlights der wissenschaftlichen Leiter

Berlin – Heute startet der dritte Tag Digitalen Woche O und U. Zeit für ein Zwischenstand der drei wissenschaftlichen Leiter:

Sehr verehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege,

am Montag ist die Digitale Woche O&U mit den Eröffnungsreden der drei wissenschaftlichen Leiter und der Videobotschaft des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn offiziell gestartet. Über 4.500 Teilnehmer haben sich registriert und mehr als 2.000 Besucher waren gleich am ersten Tag live dabei.

Sie konnten nicht alle Sessions sehen? Kein Problem, die Eröffnungsreden und die ersten Mitschnitte der wissenschaftlichen Sitzungen vom Montag sind bereits online und können jederzeit nachträglich angesehen werden.

Heute startet der dritte Tag der Fortbildungswoche mit diversen Schwerpunkten. Das sind die Highlights:

Zudem präsentieren im Format “Paper OUTube” Wissenschaftler ihre Abstracts passend zum Thementag Becken und Hüfte. Diese Videos sind bereits online und können bewertet werden. Darüber hinaus ist es möglich, vorab Fragen zu formulieren, zu denen in der Live-Session die jeweiligen Abstract-Autoren und Chairs diskutieren. Das beste Abstract wird täglich mit 250 Euro prämiert.

Alle Events des Tages gibt es hier.

Natürlich funktioniert bei so einer großen Veranstaltung die Technik nicht immer reibungslos. Die stabilste Verbindung in den Kongress und in die Live-Sessions erhalten Sie, wenn Sie sich die App herunterladen und sich einloggen. Die Links zu den Apps (Apple und Android) finden Sie hier.

Wir freuen uns auf weitere interessante Tage der Digitalen Woche O&U!

Ihre wissenschaftlichen Leiter

Prof. Dr. Dieter C. Wirtz, Prof. Dr. Michael J. Raschke und Dr. Burkhard Lembeck

0

Nexello: Neue Alternative zum Gips

Bei den NEXELLO Produkten von OPED handelt es sich um anatomisch vorgeformte Orthesen zur Ruhigstellung verschiedener Gelenke. Derzeit sind Orthesen für das Hand-, Ellenbogen- und Sprunggelenk auf dem Markt.

Anpassbarer Aluminiumkern und klettfähiges Außenmaterial

Durch Biegen lässt sich der Aluminiumkern schnell und einfach an die individuelle Anatomie des Patienten anpassen und sorgt gleichzeitig für eine hohe Stabilität. Er kann jederzeit wiederholt werden, wenn z.B. durch die Verletzung hervorgerufene Schwellungen zurück gehen. Die Orthese muss dazu weder erwärmt noch mit Wasser behandelt werden.   

Das Außenmaterial der Orthese setzt sich aus einer Samt – und Schaumstoffmischung zusammen. Diese ist klettfähig, daher können die mitgelieferten Gurte individuell befestigt werden. Kleine Löcher in der Schale sorgen für eine gute Belüftung.

Antibakterielles Innenmaterial

Das Innenmaterial besteht aus Baumwolle und Elastan. Um schlechten Gerüchen und Infektionen vorzubeugen, ist es mit einer antibakteriellen Beschichtung überzogen. Außerdem ist das Material hypoallergen und besonders hautfreundlich. Das, zusammen mit der Möglichkeit der individuellen Anpassung, sorgt für einen angenehmen Tragekomfort bei den Patientinnen und Patienten.

Die einzelnen Produkte

Die Handorthese NEXELLOhand Intrinsic stellt das Handgelenk ruhig und fixiert dabei auch die Langfinger. Der Daumen bleibt frei beweglich.

Die Fußorthese NEXELLOfoot dient zur Lagerung und Ruhigstellung des Sprunggelenks. Durch die klettfähigen Winkel lässt sich der Winkel im Sprunggelenk individuell einstellen. Das Gleiche gilt für die Ellenbogenorthese NEXELLOelbow, welche das Ellenbogengelenk ruhigstellt.

Kein Platz im Lager?

Das macht nichts! Alle NEXELLO Produkte können sowohl links als auch rechts getragen werden. Das spart Lagerplatz und unnötige Sucherei im Lager.

Die Vorteile auf einen Blick

  • Die schnelle und praktische Alternative zum Gips
  • Individuelle Anpassung an unterschiedliche Anatomien
  • Spart Lagerplatz, da die Orthesen rechts und links verwendet werden können
  • Hoher Tragekomfort durch ausgewählte Materialien

Weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten finden Sie hier: https://oped.de/landingpage-nexello

1+

Serious Game „PRAXISRAUM – spielend selbstständig“

Berlin – Seit heute steht die neue App „PRAXISRAUM – spielend selbstständig“ für Smartphones und Tablets (Android und iOS) über den Apple AppStore sowie den Google Playstore zum kostenfreien Download bereit. Mit dem vom Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) in Kooperation mit den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) entwickelten Serious Game sollen Medizinstudierende sowie junge Ärztinnen und Ärzte Interesse an einer Niederlassung als Haus- oder Facharzt entwickeln. Mit PRAXISRAUM können sie ihre eigene fiktive Arztpraxis aufbauen und erleben, wie eine Praxis organisiert und erfolgreich geführt wird.

„Da Studium und Weiterbildung nach wie vor weitgehend im Krankenhausumfeld stattfinden, bestehen bei jungen Medizinern nicht selten Wissensdefizite und Berührungsängste hinsichtlich einer möglichen späteren Niederlassung. Diese Informationslücke wollen wir spielerisch überwinden. Damit das Spielerlebnis so wirklichkeitsnah wie möglich ist, nutzt PRAXISRAUM Daten, die das Zi in realen Praxen erhoben hat. Dadurch werden Medizinstudierende sowie Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung an eine moderne Praxisorganisation und die wirtschaftlichen Rahmendaten der Niederlassung herangeführt“, so der Zi-Vorstandsvorsitzende Dr. Dominik von Stillfried.

Der Spielerfolg von PRAXISRAUM wird durch drei Werte dargestellt: Qualität der Praxis, definiert durch die Zufriedenheit der Patienten und Mitarbeiter, Work-Life-Balance, die von der Arbeitsbelastung des Praxisinhabers abhängt, und das Einkommen, das sich aus den Einnahmen und den laufenden Kosten der Praxis ergibt. Zum Start wird den Spielenden eine Auswahl von Praxen angeboten, die sich nach Gründungsart, Preis und regionaler Lage unterscheiden. Das Spiel gliedert sich in Abrechnungszyklen, die jeweils drei Tage umfassen. Es ist zeitlich unbegrenzt spielbar. Der User spielt in Echtzeit und ist frei, in welchem Zeitumfang er spielen möchte. Er sollte aber mehrmals am Tag die Abläufe in der Praxis überprüfen. Es besteht zudem die Möglichkeit, mit anderen Usern eine gemeinsame Praxis zu gründen oder sich über die Highscore-Liste mit anderen Spielenden zu vergleichen.

Das Ziel des Planspiels ist aus Sicht des Zi erreicht, wenn die Spielenden ein positives Erleben beim Aufbau und bei der Organisation der virtuellen Praxis entwickeln und hierdurch konkrete Fragen zu einer künftigen Vertragsarzttätigkeit entstehen. Hier bieten sich die KVen als Begleiter und Berater für die Niederlassung an. Über die Webseite www.praxisraum.de stehen umfangreiche Informationen zur Vertragsarzttätigkeit bereit. Dort finden sich auch konkrete Angaben aus dem Zi-Praxis-Panel (ZiPP) zu wirtschaftlich relevanten Rahmenbedingungen. Darüber hinaus wird für weiterführende Informationen zur Niederlassung auf www.lass-dich-nieder.de verwiesen.

Quelle: Zi

0

Ärztliche Zweitmeinung auch bei Kniegelenkersatz möglich

Berlin – Der Anspruch von Patientinnen und Patienten auf eine qualifizierte ärztliche Zweitmeinung gilt künftig auch bei dem geplanten Einsetzen einer Knie-​Endoprothese. Bei dieser Operation wird das natürliche Kniegelenk ganz oder teilweise durch eine Prothese aus Metall und Kunststoff ersetzt. Unabhängige Fachärztinnen und Fachärzte prüfen im Zweitmeinungsverfahren, ob die empfohlene Operation medizinisch notwendig ist, und beraten die Versicherten zu möglichen Behandlungsalternativen. Den Weg dafür hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) am Donnerstag (15.10.) in Berlin durch die Aufnahme des neuen Eingriffs in das Zeitmeinungsverfahren eröffnet. Teil des Beschlusses ist auch eine Vorgabe, welche Facharztgruppen in Frage kommen, eine qualifizierte Zweitmeinung abzugeben. Nach Inkrafttreten des Beschlusses können Ärztinnen und Ärzte bei den Kassenärztlichen Vereinigungen eine Genehmigung als unabhängige Zweitmeiner beantragen und die Leistung zulasten der gesetzlichen Krankenkassen anbieten.

Hilfe für informierte Entscheidung der Patientinnen und Patienten
Knieprothesen-​Implantationen werden ärztlicherseits in der Regel bei einer fortgeschrittenen degenerativen Erkrankung des Kniegelenks, insbesondere bei einer Arthrose, erwogen. Die Zahl dieser Eingriffe steigt in Deutschland in den letzten Jahren fast kontinuierlich an – aktuell werden bundesweit rund 190.000 Implantationen pro Jahr durchgeführt. Analysen zeigen hierbei deutliche regionale Unterschiede bei Erstimplantationen. Zu den konservativen und weniger invasiven alternativen Behandlungsmöglichkeiten von Schmerzen und Funktionseinschränkungen im Kniegelenk gehören insbesondere Physiotherapie sowie eine medikamentöse Therapie.

Das neue Zweitmeinungsverfahren greift, wenn Patientinnen und Patienten die Implantation einer Total-​ oder Teilendoprothese des Kniegelenks empfohlen wird. Der Anspruch besteht auch, wenn es sich um eine Revisionsoperation, also einen Folge-​, Wechsel-​ oder Korrektureingriff an der Knie-​Endoprothese, handelt. Ziel des Angebots ist es, Patientinnen und Patienten bei der Entscheidung für oder gegen eine solche Operation zu unterstützen und medizinisch nicht gebotene Eingriffe am Kniegelenk zu vermeiden.

Der G-BA beauftragte zudem das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), wissenschaftlich fundierte und unabhängige Gesundheitsinformationen zu Knie-​Endoprothesen zu erstellen: Das IQWiG veröffentlicht hierzu eine eingriffsspezifische Entscheidungshilfe auf seiner Website.

Zweitmeinungsgebende Fachärztinnen und Fachärzte

Fachärztinnen und Fachärzte folgender Fachrichtungen können beantragen, Zweitmeinungsleistungen zu einer geplanten Knie-​Endoprothese abzurechnen:

  • Orthopädie und Unfallchirurgie
  • Orthopädie
  • Chirurgie mit Schwerpunkt Unfallchirurgie
  • Physikalische und Rehabilitative Medizin

Jene Fachärztinnen und Fachärzte, die aufgrund ihrer Qualifikation und Unabhängigkeit eine Genehmigung als Zweitmeinungsgeber erhalten, werden auf der Website des ärztlichen Bereitschaftsdienstes.

Inanspruchnahme des neuen Zweitmeinungsverfahrens

Der Beschluss wird nun dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zur rechtlichen Prüfung vorgelegt. Er tritt nach Nichtbeanstandung durch das BMG und Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft.

Hintergrund – Zweitmeinungsverfahren zu geplanten Operationen
Gesetzlich krankenversicherte Patientinnen und Patienten haben gemäß § 27b SGB V einen Rechtsanspruch eine unabhängige ärztliche Zweitmeinung einzuholen. Der G-BA ist gesetzlich beauftragt zu konkretisieren, für welche planbaren Eingriffe dieser Anspruch besteht. Details zu den indikationsspezifischen Anforderungen hat der G-BA in der Richtlinie zum Zweitmeinungsverfahren festgelegt. Bislang besteht ein vom G-BA geregelter Zweitmeinungsanspruch bei Operationen an den Gaumen-​ und/oder Rachenmandeln (Tonsillektomien, Tonsillotomien), bei Gebärmutterentfernungen (Hysterektomien) und arthroskopischen Eingriffen am Schultergelenk. Der Beschluss des G-BA zum Zweitmeinungsverfahren bei Amputationen beim Diabetischen Fußsyndrom ist noch nicht in Kraft getreten.

Quelle: G-BA

0

digitalO&U 2020 – Ich hoffe, Sie sind dabei!

Karlsruhe – BVOU-Präsident, Dr. Johannes Flechtenmacher, lädt zur Digitalen Woche vom 19.10. bis 23.10. ein:

Sehr geehrte, liebe Kolleginnen und Kollegen, 

am nächsten Montag, den 19. Oktober startet die Digitale Woche O&U. Bis einschließlich 23. Oktober erwarten Sie jeweils von 17.00 bis 21.00 Uhr vielfältige wissenschaftliche Sessions, Workshops, Symposien und spannende Diskussionen per Live-Stream. Die Kongresspräsidenten Prof. Dr. Michael J. Raschke, Prof. Dr. Dieter C. Wirtz und Dr. Burkhard Lembeck haben en exzellentes Programm zusammengestellt.

Bis jetzt haben sich schon über 3.000 Teilnehmer registriert. Sind auch Sie mit dabei? Melden Sie sich bitte zeitnah kostenfrei an unter https://digitalou.org/digitalou2020/.

Nach der Registrierung und Erstellung Ihres Profils können Sie das Programm einsehen und sich Ihre persönliche Agenda mit den interessantesten Sitzungen zusammenstellen. Bitte beachten Sie: Die Online-Konferenz ist mit täglich drei CME-Punkten zertifiziert!

Einige Programmhighlights unter dem breiten Spektrum der hochkarätigen Vorträge sind:

Hoffe, dass Sie teilnehmen.

Beste Grüße

Johannes Flechtenmacher

0