Archiv für den Monat: Dezember 2017

BVOU Präsident

Weihnachtsgrüße des BVOU-Präsidenten

Berlin/Karlsruhe – „Wir sind O&U“ ist das Motto des DKOU 2018. Dr. Johannes Flechtenmacher findet: Ebenso wie aus dem DKOU-Motto 2017 „Bewegung ist Leben” kann man daraus Schlussfolgerungen für den weiteren Weg des BVOU ziehen.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Weihnachten steht vor der Tür. Die Zeit zwischen den Jahren gibt uns die Möglichkeit, von den alltäglichen Tätigkeiten etwas Abstand zu nehmen und auf das Jahr zurückzublicken.

Bewegung ist Leben – das war das erfolgreiche Motto des DKOU 2017. Bewegung ist Leben – das gilt ebenso für einen Berufsverband. Bewegung, um die Ziele des Verbandes zu erreichen, aber auch Bewegung im Sinne einer Weiterentwicklung, um neue Ziele zu finden und manches besser zu machen als zuvor.  Hierbei gilt es, die Balance zwischen Gewohntem und Bewährtem einerseits und Neuem und Innovativem andererseits zu finden.

Für den BVOU gilt für das Jahr 2017: Einiges haben wir auf den Weg gebracht. Ob es jeweils der richtige Weg war, werden wir wie immer erst in der Rückschau erkennen können. Nichts auf den Weg zu bringen, würde aber Stillstand bedeuten und im Grunde schon Rückschritt. So etwas wollen wir alle bekanntlich nicht. Um als Verband neue Wege zu gehen und neue Projekte umzusetzen, brauchen wir die Mitarbeit aller unserer Mandatsträger und den Rückhalt und die Anregungen aller Mitglieder. Nur so können wir unsere gesteckten Ziele erreichen und eine erfolgreiche Berufspolitik umsetzen.

Eine von vielen Herausforderungen ist dabei die fortschreitende Digitalisierung im Gesundheitswesen. Ich weiß, dass einige von Ihnen hier große Bedenken haben. Umso wichtiger ist es, dass wir selbst unseren Weg gehen und nicht gegangen werden. Ein gutes Beispiel für ein modernes digitales Angebot ist Orthinform, das als neu gestartetes Patienteninformations- und Arztsuchportal immer klarer Gestalt annimmt. Es ist unser Projekt! Ich bitte Sie deswegen, Orthinform zu unterstützen und als einen ersten Schritt Ihre Daten und Ihr Foto in Ihrem Arztprofil zu aktualisieren.

Das Motto des DKOU 2018 wird sein: „Wir sind O&U“.  Auch das ist ein Motto, welches der Berufsverband mitträgt und auch lebt. Es sollte Schluss sein mit einer parzellierten Denkweise in O&U. BVOU-Mitglieder wissen, dass nur eine geeinte starke Gemeinschaft berufspolitische Ziele erfolgreich umsetzen kann. Die Parzellierung von O und U, wie sie teilweise in Positions- oder Methodenverbände gepflegt wird, bietet deren Mitgliedern Identifikationsmomente, birgt aber die Gefahr von Ausgrenzung und unnötigen Grabenkämpfen. Gerade aber in Zeiten einer tiefen gesellschaftlichen Misstrauenskultur, gepaart mit einem ungeheuren Kontrollwahn und einer furchtbaren Regelungswut, ist Gemeinsamkeit für unser Fach notwendig.

Sorgen Sie deshalb mit dafür, dass wir uns im Sinne einer notwendigen Fachlichkeit differenzieren – doch nur, um danach mit neuen Erkenntnissen in den Austausch aller im Fach zu gehen. Seien Sie kritisch – aber um des richtigen Weges willen.

Ich möchte an dieser Stelle allen danken, die den BVOU begleiten und bereichern: Den Mitgliedern für ihre Treue, den Mandatsträgern auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene für ihre Einsatzfreude im Ehrenamt, der Geschäftsstelle für ihren täglichen Einsatz. Ohne Sie alle kann ein Verband nicht bestehen – weder auf Bezirks- noch auf Landes- oder Bundesebene. Den Kolleginnen und Kollegen aus dem Gesamtvorstand und dem geschäftsführenden Vorstand möchte ich besonders für die gute und freundschaftliche Zusammenarbeit danken. Ich kann Ihnen versichern, dass der BVOU weiter mit Engagement und Einsatzfreude die berufsständischen Belange von Orthopädie und Unfallchirurgie kraftvoll vertreten wird, zusammen mit Ihrer Hilfe.

Meine Gedanken und guten Wünsche sind aber auch bei den Kolleginnen und Kollegen und ihren Familien, die im vergangenen Jahr durch Krankheiten oder Unfälle aus ihrem Alltag gerissen wurden. Ich wünsche Ihnen Genesung und die nötige Geduld beim Gesundwerden.

Ihnen allen wünsche ich ein friedliches Weihnachtsfest im Kreise Ihrer Familie und Freunde und ein gutes Neues Jahr,

Ihr

Johannes Flechtenmacher

 

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Ihre Visitenkarte als Orthopäde und Unfallchirurg im Netz

Berlin – Millionen Nutzer von Google und ähnlichen Suchmaschinen durchforsten das Internet auf der Suche nach Gesundheitsinformationen, Krankheiten und spezialisierten Ärzten. Das BVOU-Portal Orthinform bietet der Öffentlichkeit nun beides: Es bietet verständliche, redaktionell aufbereitete Gesundheitsinformationen zu orthopädisch-unfallchirurgischen Themen für Patienten und verknüpft diese mit regionalen Hinweisen zu Fachärzten für Orthopädie und Unfallchirurgie und ihren Behandlungsschwerpunkten.

Das Portal Orthinform ist ein seit Jahren etablierter Service des BVOU, der Patienteninformation und Arztsuche kombiniert. Hier können sich Patienten über Erkrankungen des muskuloskelettalen Systems informieren und ihren Orthopäden und Unfallchirurgen vor Ort finden.

Mit der völligen Neugestaltung des Portals bietet Orthinform künftig nicht nur ein zeitgemäßes Design und eine mobiloptimierte Nutzeroberfläche, sondern auch eine engere Verknüpfung von Fachinformationen über Krankheiten und Therapieoptionen zu regional tätigen Experten.

Die monatelangen Vorarbeiten zum neuen Orthinform hat ein engagiertes Team aus aktiven BVOU-Mitgliedern um die BVOU-Landesvorsitzende Westfalen-Lippe, Dr. Angela Moewes, und den BVOU-Präsidenten Dr. Johannes Flechtenmacher geleistet, unterstützt von Anne Faulmann aus dem BVOU-Presseteam.

Dreh- und Angelpunkt ist der einzelne Arzt

Neben der kompletten Überarbeitung von Struktur und redaktionellen Inhalten für medizinische Laien wurden die Arztprofile deutlich erweitert, um jedem BVOU-Mitglied die Möglichkeit zu geben, die eigene Expertise informativ und repräsentativ darzustellen. Zentraler Dreh- und Angelpunkt in Orthinform ist die einzelne Ärztin und der einzelne Arzt. Und das unabhängig vom Tätigkeitsort in Praxis oder Klinik.

Jedes BVOU-Mitglied kann aus einer Vielzahl an Spezialisierungen und Therapiemethoden. diejenigen auswählen, mit denen sie oder er in Orthinform und bei Google gefunden werden möchte. Ärzteteams in Praxis und Klinik sollten sich abstimmen, wer sich mit welchen Kompetenzen auf Orthinform präsentiert.

Das Gesamtportfolio einer Praxis oder Klinik wird über die Einzelkompetenzen der mitarbeitenden Kolleginnen und Kollegen repräsentiert. Dies entspricht auch dem Grundgedanken des neuen Orthinform: Das WIR der starken Individuen in Orthopädie und Unfallchirurgie stärken und gemeinsam wachsen.

Responsive Design und Suchmaschinenoptimierung

Auch den technischen Entwicklungen der letzten Jahre und den aktuellen Möglichkeiten des Internets wird das neue Orthinform gerecht. Die neue Website besitzt ein sogenanntes Responsive Design. So ist sie sowohl auf Tablet und Smartphone gleichermaßen gut lesbar wie am PC und steht mit allen Funktionen zur Verfügung.

Durch Suchmaschinenoptimierung werden sowohl der einzelne Arzt, als auch die Gesundheitsinformationen auf Orthinform bei Google referenziert und wandern in den Google-Trefferlisten Schritt für Schritt nach oben. Sucht ein Internetnutzer nach Krankheiten und Behandlungsmethoden oder nach Experten aus Orthopädie und Unfallchirurgie, wird er diese bei Google auch dann finden, wenn er noch nie etwas von Orthinform gehört hat.

Millionen Patienten suchen nach Stichworten aus O und U

Pro Monat registriert die Suchmaschine Google in Deutschland etwa 4,7 Milliarden Suchanfragen, erklärte der Online-Marketing-Experte André Lönser, der den BVOU bei der Entwicklung des neuen Orthinform-Portals unterstützt hat. Jeder zweite Internetnutzer suche dabei auch nach konkreten Krankheitssymptomen, wie zum Beispiel Rückenschmerzen (zwei Millionen Anfragen pro Tag).

Genau auf dieses Suchverhalten ist das neue Orthinform abgestimmt: Sowohl innerhalb der Suchfunktion des Portals als auch innerhalb der Arztprofile und der redaktionellen Inhalte wie dem Patientenlexikon wird der einzelne Arzt mit seinen individuellen Spezialgebieten verknüpft und kann so von möglichen Patienten besser gefunden werden. Deshalb ist es auch wichtig, dass jedes BVOU-Mitglied sein Profil auf Orthinform regelmäßig aktualisiert und seine eigenen Schwerpunkte festlegt.

Neben dem „Was?“ und dem „Wer?“ liegt ein weiterer Fokus auf dem „Wo?“. Anhand einer automatischen Standorterkennung regionalisiert Orthinform die Suchergebnisse seiner Nutzer und liefert so eine Liste der passenden Spezialisten in unmittelbarer Nähe des Nutzers, selbst wenn dieser keine Region eingetragen hat. Ergänzend ist selbstverständlich die gezielte Suche nach Ort oder Postleitzahl möglich.

Diagnose-Assistent und informative Profile helfen bei der Arztsuche

Neben der Suchfunktion hilft auf Orthinform ein praktischer Diagnose-Assistent, den richtigen Arzt für bestimmte Beschwerden zu finden. Vom Körperteil über das Symptom bis hin zu in Frage kommenden Diagnosen werden die Nutzer zu einer Auswahl regional passender Ansprechpartner geführt und erhalten außerdem leicht verständliche Fachinformationen zu den verschiedenen Erkrankungen und Behandlungsmethoden.

Haben die Patienten den Arzt ihrer Wahl gefunden, erfahren sie auf dessen Profil mehr über seine Leistungen, Kontaktmöglichkeiten und Sprechzeiten und können sogar, wenn der einzelne Arzt entsprechende Angaben hinterlegt, gleich online einen Termin vereinbaren.

Dem Orthinform-Projektteam ist es darüber hinaus besonders wichtig, dass das Patientenportal von Ärzten selbst aktiv mitgestaltet und weiterentwickelt wird. Als Mindestbeitrag wird dabei die Aktualisierung des eigenen Profils inklusive des Hochladens eines guten Profilfotos angesehen.

Kolleginnen und Kollegen sind außerdem dazu eingeladen, selbst Fachbeiträge im Portal zu verfassen. So können sich Patienten aus erster Hand über muskuloskelettale Erkrankungen sowie Diagnose und Behandlungsmethoden in ihrer Region informieren und Ärzte ihre Fachkompetenz im eigenen Spezialgebiet kommunizieren.

Perspektiven

Die Informationsangebote des Portals für Patienten sollen Schritt für Schritt erweitert und ergänzt werden: Durch aktuelle Nachrichten und Fachbeiträge im Patientenlexikon und dem News-Bereich, aber auch durch hochwertige Bilder und Videos soll Orthinform zum führenden Informationsportal für Orthopädie und Unfallchirurgie ausgebaut werden. Diese Medien stehen registrierten Ärztinnen und Ärzten zur Erweiterung ihrer persönlichen Profile zur Verfügung. Später werden weitere Angebote zur Digitalisierung der Arzt-Patienten-Kommunikation sowie zur Vernetzung von Ärzten, auch über die Sektorengrenzen hinweg, folgen.

Ärztinnen und Ärzten soll dabei die Sorge um die eigene Homepage sowie um die Ergänzung moderner Kommunikationsangebote und Apps für Ihre Patienten erheblich erleichtert oder ganz genommen werden. Es wird möglich sein, die eigene Homepage komplett in Orthinform abzubilden, was insbesondere niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen sowie Gemeinschaftspraxen und MVZ entgegenkommt.

Orthinform: Symbol einer starken Gemeinschaft

Orthinform ist deutlich mehr als die x-te Arztsuchmaschine. Was die einzelne Praxis, MVZ oder Klinik auch mit einer noch so gut optimierten Homepage nicht erreichen kann, ist die Kraft eines starken, pulsierenden Portals.

Orthinform schafft einerseits eine starke Gemeinschaft mit deutschlandweit aktuell ca. 5.500 Ärzten, die sich gemeinsam im Portal präsentieren. Dadurch verbessert sich bereits die Positionierung jedes einzelnen Arztes bei Google und anderen Suchmaschinen. Hinzu kommt die regionale Optimierung der Einträge und Suchergebnisse. Bereits heute erhält man bei Google unterschiedliche Ergebnisse, je nach dem aktuellen Standort des Suchenden Kombiniert werden die Arztprofile mit ausführlichen Informationen über Krankheiten und Behandlungsmethoden. Das schafft eine Relevanz mit regionaler Fokussierung, die von Google extrem stark bevorzugt wird.

Einige Monate nach Einführung von Orthinform und Anreicherung des eigenen Profils kann es deshalb gut sein, dass das eigene Orthinform-Profil in Google-Trefferlisten oberhalb der eigenen Homepage platziert wird. So unterstützt Orthinform als überregionales Portal die einzelne Ärztin und den einzelnen Arzt, bei seinen Spezialthemen und Leistungen eine regionale Themenführerschaft zu erlangen. Einzige Voraussetzung ist die kontinuierliche Aktualisierung und Erweiterung des eigenen Profils auf Orthinform.

Orthinform kann und will dabei den individuellen Arzt-Patienten-Kontakt nicht ersetzen. Das Portal unterstützt den Nutzer jedoch bei der Suche nach Gesundheitsinformationen und will über das Leistungsspektrum von Orthopäden und Unfallchirurgen in Deutschland informieren.

Dr. Jörg Ansorg, BVOU-Geschäftsführer
Dr. Angela Moewes, BVOU-Landesvorsitzende Westfalen-Lippe

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Investoren finden auf dem Medtech Pitch Day

Melsungen – Die B. Braun-Stiftung macht auf den Medtech Pitch Day des High-Tech-Gründerfonds aufmerksam, der am 31. Januar 2018 in München stattfindet. Eingeladen sich vorzustellen sind Start-ups der Medizintechnik-Branche, die sich in der Gründungsphase befinden und nach Investoren suchen.

Die Jungunternehmer haben am Nachmittag jeweils acht Minuten Zeit ihre Geschäftsideen zu präsentieren. Im Anschluss an jeden Pitch findet eine kurze Diskussionsrunde statt. Am Vormittag haben die Teilnehmer Gelegenheit, sich über die Medizinprodukteverordnung und Nutzenbewertung nach §137 SGBV zu informieren.

Die B. Braun-Stiftung fördert gemäß ihres Stiftungszwecks Medizintechnik im Rahmen von Veranstaltungen und der Forschung, u. a. im High-Tech-Gründerfonds (HTGF). Der HTGF sieht sich als Frühphaseninvestor von deutschen Start-up-Unternehmen. Er finanziert innovative, zukunftsorientierte neue Technologien unterschiedlichster Branchen und bringt Investoren und Jungunternehmer zusammen. Seit 2005 hat er über 480 Unternehmen auf den Weg gebracht. Der Medtech Pitch Day wird ausgerichtet von der B. Braun Stiftung, dem High-Tech-Gründerfonds und dem paneuropäischen Venture Capital-Unternehmen Wellington Partners.

Quelle: B. Braun-Stiftung

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Handchirurgen fordern Umsicht beim Feuerwerk

Berlin – Jedes Jahr an Silvester kommt es zu zahlreichen Unfällen mit Feuerwerkskörpern, nicht zuletzt durch selbst hergestellte oder manipulierte Böller. Bei Verletzungen sind meist die Hände betroffen, oftmals schwer. Deshalb rufen die Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie e.V. (DGH) und die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (DGOU) zum verantwortungsvollen Umgang mit Feuerwerkskörpern auf. So lassen sich Unfallfolgen vermeiden, unter denen Betroffene oft langfristig leiden.

Circa 50 bis 60 schwere Handverletzungen werden in einer Silvesternacht in einem großstädtischen Krankenhaus behandelt. Betroffen sind zumeist junge Männer zwischen 15 und 30 Jahren, eine weitere Risikogruppe sind 50- bis 60-jährige Männer. Zu den häufigsten Verletzungen zählen dabei tiefe Verbrennungen, abgetrennte Finger oder Fingerglieder. Die schwersten Folgen, wie eine zerstörte Hand, verursachen selbst „gebastelte“ oder außerhalb des Fachhandels erworbene Böller. Diese sind besonders gefährlich, da sie zu früh oder viel stärker explodieren können als erwartet.

Langzeitfolgen trotz erfolgreicher rekonstruktiver Maßnahmen

Durch wiederherstellende Operationen können Handchirurgen heute viel erreichen. Knochen, Sehnen, Nerven und Gefäße werden dabei so rekonstruiert, dass die Handfunktion zumindest teilweise erhalten werden kann. Dennoch bleiben fast immer Beeinträchtigungen zurück. „Handverletzungen durch Böller sind oft so schwer, dass sie die Lebensqualität des Patienten langfristig einschränken können“, sagt Dr. Walter Schäfer, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Klinikum Oberberg und Präsident der DGH. „Meist bleiben Einschränkungen zurück, die sowohl Funktionen wie Halten oder Greifen betreffen als auch den Tastsinn der Hand.“

Unfälle mit Feuerwerkskörpern vermeiden

Daher rufen Handchirurgen, Orthopäden und Unfallchirurgen dazu auf, umsichtig und verantwortungsvoll mit Feuerwerkskörpern umzugehen. „Die wichtigste Regel lautet, Feuerwerkskörper ausschließlich im Fachhandel zu kaufen und keine Produkte aus unsicheren Quellen zu nutzen“, warnt Prof. Dr. Joachim Windolf, Klinik für Unfall- und Handchirurgie am Universitätsklinikum Düsseldorf und Vizepräsident der DGOU. „Am besten sollten nur Feuerwerkskörper verwendet werden, die gar nicht in der Hand gezündet werden. Dies gilt besonders, als bei den meisten Unfällen Alkohol im Spiel ist.“

Die Fachgesellschaften geben außerdem folgende Hinweise:

  • Die Gebrauchsanweisung von Feuerwerkskörpern sorgfältig lesen! Außerdem auf das CE-Zeichen und die BAM-Prüfnummer (Bundesamt für Materialprüfung) achten.
  • Feuerwerkskörper keinesfalls am Körper tragen! Am besten verschlossen und in sicherem Abstand lagern.
  • Knaller und Böller sollten für Kinder und Jugendliche tabu sein! Jugendliche sind besonders oft von schweren Verletzungen durch Feuerwerkskörper betroffen.
  • Nicht explodierte Böller nicht noch einmal zünden! Am besten sofort entsorgen – dies schützt auch Kinder und Jugendliche, die Blindgänger sammeln und nachzünden.

Quelle: DGOU/DGH

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Ab 2018 werden Orthopädie-EFA in BaWü gefördert

Stuttgart – „Wir sind froh, dass es nun auch für das Fachgebiet Orthopädie und Unfallchirurgie Entlastungsassistentinnen in der Facharztpraxis gibt. Angesichts der demografischen Herausforderungen brauchen wir qualifizierte Mitarbeiterinnen, an die Ärztinnen und Ärzte wichtige Routinearbeiten delegieren können.“

Mit diesen Worten hat Dr. Burkhard Lembeck, Landesvorsitzender Württemberg des Berufsverbands für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (BVOU) und dortiger MEDI-Sprecher, das neue Angebot einer Orthopädie-EFA gewürdigt. „Wir hoffen, dass sich viele Praxisteams zur Weiterbildung von Entlastungsassistentinnen entscheiden“, ergänzte er. Die jetzige Honorierung der Orthopädie-EFA sei ein Anfang. Praxen erhalten danach einen Aufschlag von fünf Euro pro Beratungspauschale im Quartal. Dieser ist auf 200 Pauschalen im Quartal begrenzt.

Hintergrund: Ab 1. Januar 2018 fördern AOK Baden-Württemberg und Bosch BKK auch im Facharztvertrag Orthopädie die besondere Tätigkeit der „Entlastungsassistentin in der Facharztpraxis“ (EFA). Sie soll den Arzt durch die Übernahme delegationsfähiger Aufgaben unterstützen und damit zu einer verbesserten Patientenversorgung beitragen. Derzeit sind EFA bereits in den Fachgebieten Kardiologie, Gastroenterologie und Neurologie aktiv. Im neu hinzugekommenen Bereich Orthopädie/Unfallchirurgie hat die Weiterbildung zur EFA im September 2017 begonnen. Insgesamt rechnet MEDI Baden-Württemberg über alle Fachgebiete bis Ende 2017 mit rund 400 weitergebildeten EFA.

Das neue Modul wurde vom BVOU in Zusammenarbeit mit dem Institut für Fortbildung und Versorgungsforschung der MEDI-Verbünde entwickelt. Das Fortbildungskonzept, welches 80 Unterrichtseinheiten umfasst, ist von der Bundesärztekammer zertifiziert. Im Fokus des Curriculums stehen die Krankheitsbilder Rückenschmerz, Gelenkerkrankungen, Osteoporose und Arthrose. Teilnehmerinnen müssen sich an insgesamt acht Schulungswochenenden qualifizieren. Nach einer erfolgreichen Online-Abschlussprüfung erhalten sie ein Weiterbildungszeugnis.

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Flechtenmacher kritisiert Direktzugang-Forderung

Köln – Der Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) fordert von der Politik die Einführung des Direktzugangs für Patienten zum Therapeuten. Dadurch ergäben sich angeblich Vorteile für Patienten, Ärzte und für das Gesundheitssystem, so Karl-Heinz Kellermann, stellvertretender Vorsitzender des SHV.

Der Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (BVOU) kritisierte den neuerlichen Vorstoß. BVOU-Präsident Dr. Johannes Flechtenmacher hatte bereits aus Anlass der Modellvorhaben zur sogenannten Blankoverordnung erklärt: „Eine Diagnose zu stellen und daran anschließend mit dem Patienten gemeinsam die Therapie zu planen, notwendige Heil- und Hilfsmittel wie zum Beispiel Physiotherapie zu verordnen und den Verlauf der Genesung zu kontrollieren und zu bewerten – all das zählt zu Recht zu den ärztlichen Aufgaben.“ Er ergänzte: „Ein Direktzugang gefährdet die Patientensicherheit und führt zu unkalkulierbaren Kostensteigerungen.“

Gerade im Bereich der Heil- und Hilfsmittel litten zudem alle, Ärzte wie Physiotherapeuten, unter umfangreichen bürokratischen Vorgaben, gab Flechtenmacher erneut zu bedenken. Auch sei im Bereich der Physiotherapie weniger eine Substitution ärztlicher Aufgaben wünschenswert als vielmehr eine noch engere Abstimmung über therapeutische Möglichkeiten. Wer diese befürworte, müsse aber auch bereit sein, allen Beteiligten den Aufwand dafür zu bezahlen. Das sei bislang weder für Ärzte noch für Physiotherapeuten vorgesehen.

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Krankenhausdirektoren fordern Trendumkehr

Berlin – Je nach Art des Krankenhauses hat sich die kritische Finanzlage der Kliniken etwas gebessert. Das geht aus einer Umfrage unter Mitgliedern des Verbands der Krankenhausdirektoren Deutschlands e.V. (VKD) hervor. Gefragt wurde nach der aktuellen Finanzlage, der Organisation der Notfallversorgung und dem Grad der Digitalisierung.

Wiesen 2014 noch 35 Prozent der Allgemeinkrankenhäuser rote Zahlen vor, waren es 2016 noch 23 Prozent. Bei den Fachkrankenhäusern halbierte sich dieser Anteil von 27 auf 13 Prozent. Bei den Universitätskliniken lagen 2014 genau 42 Prozent im Minus, 2016 waren es nach der Umfrage noch 33 Prozent. Eine Trendumkehr sei dies nicht, so der VDK. Denn für 2017 erwarteten die Befragten wieder eine Verschlechterung.

„Wir müssen erneut feststellen, dass insbesondere kleinere Krankenhäuser und Universitätsklinika mit dem DRG-System nicht zurechtkommen“, kommentierte VKD-Präsident Dr. Josef Düllings die Ergebnisse. „Der Grund ist die Durchschnittskalkulation der Preise. Das System führt zu einer Umverteilung der Finanzmittel von den Rändern zur Mitte.“

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ÄZQ-Wartezimmerinformationen aktualisiert

Berlin – Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) hat vor kurzem zwei Wartezimmerinformationen zum Thema Kreuzschmerzen neu aufbereitet. Die Titel dieser Patienteninformationen lauten „Plötzlich Kreuzschmerz – was kann ich tun?“ und „Aktiv gegen dauerhafte Kreuzschmerzen“.

Plötzlich Kreuzschmerz – was kann ich tun?

Das Infoblatt richtet sich an Menschen, deren Beschwerden weniger als sechs Wochen bestehen und die wissen wollen, woher die Beschwerden kommen, wie man sie behandelt und was sie selbst dagegen tun können. In Deutschland gehören Kreuzschmerzen zu den häufigsten Schmerzen überhaupt. Etwa vier von fünf Bürgern geben an, mindestens einmal in ihrem Leben solche Beschwerden gehabt zu haben.

Aktiv gegen dauerhafte Kreuzschmerzen

Diese Wartezimmerinformation richtet sich an Menschen mit Kreuzschmerzen, die schon mehr als zwölf Wochen andauern oder bei denen das Risiko dafür besteht, länger unter den Schmerzen zu leiden. Sie erfahren hier, wie dauerhafte Kreuzschmerzen entstehen und behandelt werden können.

Das ÄZQ entwickelt im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Bundesärztekammer zu ausgewählten Gesundheitsthemen „Kurzinformationen für Patienten“. Diese beruhen auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Ärzte können die Patienteninformationen ausdrucken und im Wartezimmer auslegen. Sie werden leicht verständlich aufbereitet und enthalten die wichtigsten Empfehlungen zu Behandlung und Umgang mit der jeweiligen Erkrankung. Zu ausgewählten Informationen liegen Übersetzungen in verschiedenen Sprache vor, zum Beispiel in Arabisch, Englisch, Französisch, Spanisch, Russisch und Türkisch.

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Landesteam bestätigt und erweitert

Dortmund – Bei der BVOU-Landesversammlung Westfalen-Lippe am 6. Dezember 2017 wurde das Landesteam um Dr. Angela Moewes bestätigt und erweitert: „Aufgrund der hohen Mitgliederstärke in Westfalen-Lippe und durch den Wegfall der Verwaltungsstellen Münster und Dortmund sind wir mit zwei Stellvertretern, Dr. Stefan Heidl aus Steinfurt und Ben Gilberger aus Winterberg weiterhin im Amt“, kommentierte Moewes ihre Wiederwahl.

In den Bezirken ist in Lüdenscheid Dr. Frank Hupe bestätigt worden. Für Bochum-Hagen ist Markus Zarske neuer Bezirksvorsitzender.

Moewes, langjähriges BVOU-Mitglied, leitet das Projektteam zur Neugestaltung des BVOU-Patientenportals Orthinform. Gemeinsam mit vier Kollegen ist sie in einer orthopädischen Gemeinschaftspraxis in Bochum niedergelassen.

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Interview: „Bewährtes VSOU-Konzept ergänzen“

Baden-Baden – „Mobilität durch Fortschritt“: Dieses Motto haben die beiden Kongresspräsidenten, Prof. Steffen Ruchholtz und Prof. Maximilian Rudert, für den VSOU-Kongress 2018 gewählt. Es spiegelt die Kernaufgaben des Faches O&U wider. Der Kongress findet vom 26. bis 28. April 2018 traditionell im Kongresshaus in Baden-Baden statt. Im Interview sprechen die zwei Kongresspräsidenten über die Highlights, die auf die Besucher warten.

Sie haben als Kongresspräsidenten für die VSOU-Jahrestagung 2018 das Motto „Mobilität durch Fortschritt“ gewählt. Was war der Antrieb für dieses Motto? Und wie wird das Thema im Kongress abgebildet?
Ruchholtz: In unserem Fachgebiet ist die Wiederherstellung der Mobilität unserer Patienten nach einem Unfall oder bei verschleißbedingten Erkrankungen das wesentliche Ziel unserer Behandlung.  Nur wenn wir den Sportler wieder zurück zum Sport bringen und bei unseren älteren Patienten die Reintegration in den Alltag gelingt, war unsere Therapie erfolgreich.

Rudert: Unsere Ziele erreichen wir nur, wenn wir bewährte Therapien umsetzen, gleichzeitig aber auch offen für Innovationen und selbst Motor für den Fortschritt sind. Auf dem Kongress wird es in einem Großteil der Sitzungen einen „Fortschrittsblock“ geben, in dem passend zum jeweiligen Thema zukünftige Entwicklungen und Neuerungen aufgezeigt werden.

Welche Neuerungen und Innovationen in der Orthopädie und Unfallchirurgie werden bei der 66. Jahrestagung im Vordergrund stehen?
Rudert: Im Vordergrund steht der Einsatz digitaler Techniken und Medien in unserem klinischen Alltag. Die digitale Revolution hat schon jetzt und wird in den nächsten Jahren einen großen Einfluss auf unser Handeln haben. Dies betrifft uns im klinischen Alltag im Operationssaal, im Krankenhaus allgemein, aber auch in der Patientenführung.

Ruchholtz: Zusätzlich spielen neue Medien eine immer größere Rolle bei der medizinischen Wissensvermittlung in Studium und Beruf, so dass wir dies schwerpunktmäßig thematisieren wollen.

Herr Prof. Ruchholtz, die Alterstraumatologie ist aufgrund der steigenden Zahl älterer Menschen ein „zukunftsträchtiges“ Thema. Wo sehen Sie hier die größten Herausforderungen für O und U?
Ruchholtz: Sie haben Recht, wir werden in Zukunft zunehmend ältere Patienten in unserem Fachgebiet behandeln. Dies gilt nicht nur für die Alterstraumatologie, sondern auch für die Orthopädie, wo zum Beispiel der Ersatz großer Gelenke oder die Behandlung degenerativer Wirbelsäulenerkrankungen hochaltriger Patienten immer wichtiger wird.

Die Herausforderungen in der Versorgung älterer Patienten sind vielfältig. Im chirurgischen Bereich stellt – trotz großer Fortschritte in den letzten Jahren – die Verankerung der Implantate im Knochen und das Weichteilmanagement eine große Herausforderung dar. Zusätzlich müssen die Strategien für das Management von Komplikationen wie zum Beispiel Protheseninfektionen für die geriatrischen Patienten optimiert werden.

Eine weitere Herausforderung wird die Optimierung des perioperativen Managements der zunehmend schweren Nebenerkrankungen sein. Nicht zuletzt gibt es gerade in Deutschland noch große Defizite in der Nachsorge zum Beispiel im Hinblick auf die Sekundärprophylaxe der Osteoporose, die dringend verbessert werden muss.

Das Interview führte Inge Kölle/SEMIKOLON im Auftrag der VSOU.

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