Archiv für den Monat: September 2017

BVOU-Vorstandskandidaten nominiert

Bremen – Bei der Sitzung des BVOU-Gesamtvorstands am vergangenen Wochenende in Bremen haben sich die Kandidaten für die Wahl des geschäftsführenden Vorstands des BVOU vorgestellt. Der Gesamtvorstand hat sämtliche Kandidaturen aus den eigenen Reihen einstimmig begrüßt und bestätigt.

Unter Beifall und mit dem Dank der Vorstandskollegen wurde in Bremen Prof. Dr. Karl-Dieter Heller verabschiedet, der sich unter anderem mit erheblichem Aufwand für die Novellierung der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) eingesetzt hat. Die noch anstehenden Arbeiten wird er fortsetzen. Heller verzichtet auf eine erneute Kandidatur, weil er aus privaten Gründen sein umfassendes berufspolitisches Engagement reduziert.

Auch Frank-Ullrich Schulz kandidiert nicht mehr für den Vorstand; er ist seit einigen Monaten Präsident der Landesärztekammer Brandenburg. Auch ihm wurde für seine langjährige BVOU-Vorstandsarbeit gedankt.

Folgende Kollegen kandidieren bei der Mitgliederversammlung während des DKOU 2017 für den Vorstand:

Präsident Dr. Johannes Flechtenmacher, niedergelassen in einer Gemeinschaftspraxis mit sieben Kolleginnen und Kollegen in Karlsruhe. Er kündigte an, im Fall seiner Wiederwahl die zahlreichen begonnenen Strukturentwicklungen im Verband weiter voranzutreiben und die Positionen des BVOU weiter nach innen zu diskutieren und engagiert nach außen zu vertreten. Honorarverbesserungen für O und U stehen weiter vorn auf seiner Agenda, ebenso Weiterbildungsfragen. Die Gemeinsame Akademie mit den Fachgesellschaften, die kurz vor dem Start steht, soll vorangetrieben werden und relevante Inhalte aus der ganzen Breite des Fachs bieten. Ein weiterer zentraler Punkt ist die Integration und Repräsentation aller Gruppen in O und U durch den Verband – vom Assistenzarzt bis zum Chef oder Praxisinhaber, vom Orthopäden bis zum Unfallchirurgen.

Vizepräsident Prof. Karsten Dreinhöfer, Ärztlicher Direktor und Chefarzt Orthopädie und Unfallchirurgie des Medical Park Berlin Humboldtmühle. Er betonte, dass er erneut die Interessen der Rehabilitation im geschäftsführenden Vorstand vertreten will, die Vernetzung im Bereich der Versorgungsforschung mit dem Deutschen Netzwerk verbessern möchte und sich zudem erneut in zahlreichen Gremien auf nationaler und internationaler Ebene für das Fach O und U einsetzen will. Zudem möchte er sich weiterhin als Mitherausgeber für die Fachzeitschrift OUMN, für die Aktion Orthofit – Zeigt her Eure Füße und für den Journalistenpreis von BVOU und DGOU engagieren. Außerdem will er unterstützend einwirken, dass bei der Vergabe von Weiterbildungsbefugnissen die Vermittlung von Inhalten der konservativen O und U überprüft wird.

Schatzmeister Dr. Helmut Weinhart, niedergelassen in einer Gemeinschaftspraxis in Starnberg mit Tätigkeit als ambulanter und stationärer Operateur. Er erläuterte, dass er sich als Vorstandsmitglied weiterhin in zahlreichen Gremien auf Landes- und Bundesebene für die Interessen des BVOU einsetzen will. Dazu zählen beispielsweise die Fachärzteausschüsse von KBV und KV Bayern und der Spitzenverband der Fachärzte Deutschlands, hier auch mit dem Schwerpunkt Schnittstellenausschuss ambulant- stationär. Sein besonderes Augenmerk wird dabei der Tätigkeit als niedergelassener Operateur und einer Neuordnung des stationären Arbeitens für die Niedergelassenen (Beleg-Kooperation-Consultant) gelten. Außerdem setzt er sich dafür ein, Selektivverträge zu fördern. Seinen Aufgaben als Schatzmeister will er wie bisher in enger Abstimmung mit dem Vorstand und in Kooperation mit der BVOU-Geschäftsstelle nachgehen.

Prof. Alexander Beck, Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie im Krankenhaus Juliusspital Würzburg. Er verwies darauf, dass die letzten beiden Jahre stark durch seine Aufgabe als DKOU-Präsident 2017 geprägt waren. In der nächsten Amtsperiode will er sich wieder umfassender der Vorstandsarbeit widmen. Eines seiner Anliegen ist die Vernetzung von ambulanten und stationären Strukturen, die man angesichts des Antikorruptionsgesetzes umsichtig weiterentwickeln müsse. Er sieht Potential für mehr Engagement von Klinikärztinnen und -ärzten im Verband.

Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV. Er konnte wegen einer Verpflichtung als Vorstandsvorsitzender der KBV nicht an der Sitzung in Bremen teilnehmen. Er ist seit vielen Jahren Teil des BVOU-Vorstands und steht für dieses Amt weiter zur Verfügung.

PD Dr. Axel Sckell, Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Unfall-, Wiederherstellungschirurgie und Rehabilitative Medizin der Universitätsmedizin Greifswald. Er will nach einer Wiederwahl die Anbindung an und die Förderung des „Nachwuchses“ und Mittelbaus durch den BVOU intensivieren. Durch die Teilnahme an Projekten wie der Reform der BVOU-Homepage und dem Neustart des Patienten- und Arztsuchportals Orthinform soll zur Verstetigung der Vorstandsarbeit im BVOU und zur kontinuierlichen Impulssetzung beigetragen werden. Dazu zählt für ihn auch ein Engagement zur Reform der ambulanten Notfallversorgung, wofür er nicht zuletzt durch ein Werkstattgespräch beim Sachverständigenrat für die Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen motiviert wurde. Besonderes Augenmerk soll weiterhin auf dem Ausbau der Netzwerkbildung zwischen Klinik, Forschung, Lehre und Internationalität unter berufspolitischen Aspekten gelegt werden. Dazu zählt zum Beispiel auch sein Engagement für die jährliche Summer School der europäischen Vereinigung der Asssistenzärzte in O und U (FORTE).

Prof. Reinhard Hoffmann, Ärztlicher Direktor und Chefarzt für Unfallchirurgie und Orthopädische Chirurgie der BG Unfallklinik Frankfurt am Main. Er will sich für die enge Verbindung des BVOU zu den wissenschaftlichen Fachgesellschaften in O und U einsetzen und zur Steigerung der Attraktivität des BVOU für Kliniker beitragen sowie den Aufbau der gemeinsamen Akademie aktiv mitgestalten. Als berufspolitische Themen hält er Delegation/Substitution ärztlicher Leistungen, die Akademisierung nicht-ärztlicher Gesundheitsberufe, die Überwindung der Sektorengrenzen und den Abbau von Bürokratie für besonders wichtig.

Dr. Henning Leunert, in einer Gemeinschaftspraxis in Teltow niedergelassen. Er kandidiert neu für den Vorstand und möchte einen Beitrag dazu leisten, den BVOU noch professioneller aufzustellen. Dabei will er die Interessen aller Kolleginnen und Kollegen gut vertreten, sowohl der ambulant wie der stationär tätigen, egal ob selbstständig oder angestellt. Er ist seit 2001 Landesvorsitzender Brandenburg, Facharztvertreter O und U bei der KV Brandenburg und im Vorstand des „Bund der Osteologen Brandenburg“. Wegen seiner örtlichen Nähe ist er zudem sehr gut in der Lage, den BVOU-Vorstand bei den zahlreichen Terminen in Berlin zu repräsentieren.

Terroranschlag Polizei Unfall

2. Notfallkonferenz: Training für den Terror

Frankfurt/Main – Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. (DGU) und die Bundeswehr haben den vor einem Jahr aufgelegten 5-Punkte-Plan zur medizinischen Versorgung der Bevölkerung bei möglichen Terroranschlägen erfüllt. Herzstück des Plans ist der Kurs „Terror and Disaster Surgical Care“, bei dem erfahrene Unfallchirurgen und Chirurgen lernen, medizinische Herausforderungen in einer Terrorlage zu managen. Teile des Kurses wurden bei einer Sichtungs- und Simulationsübung mit Schauspielern praktisch trainiert und live in den Hörsaal der Universitätsklinik in Frankfurt am Main zur 2. Notfallkonferenz übertragen. Dabei kommentierten Experten vor rund 200 Teilnehmern, welche Besonderheiten es bei der Erstversorgung von Opfern von Terroranschlägen im Vergleich zu Schwerverletzten aus dem zivilen Leben gibt. „Wir vermitteln entscheidende Kenntnisse über Verletzungsmuster und Behandlungsprioritäten, damit Mediziner angemessen bei der Versorgung von Verletzten nach einem Terroranschlag vorgehen können“, sagt DGU-Präsident Professor Dr. Ingo Marzi.

Ziel der Übung beim Kurs ist es, im Ernstfall Patienten bestmöglich nach individualmedizinischen Standards zu versorgen, gleichzeitig aber möglichst vielen Patienten das Leben zu retten. Dazu nutzen die Ärzte einen neu entwickelten Algorithmus „Kategorisieren – Priorisieren – Disponieren – Realisieren“, bei dem Verletzte entsprechend ihres Verwundungsgrades eingeteilt und in Abhängigkeit der verfügbaren Ressourcen versorgt werden.

Bei der 2. Notfallkonferenz unterzeichneten die DGU und die Deutsche Gesellschaft für Wehrmedizin und Wehrpharmazie (DGWMP) eine Kooperationsvereinbarung. Die DGWMP als interdisziplinäre wissenschaftliche Fachgesellschaft und die DGU streben fortan als Partner einen intensiven Austausch in Wissenschaft und Forschung an.

Paragraf 73c: Hohe Patientenzufriedenheit

Stuttgart – Mehr Zeit für Beratung und Motivation der Patienten sind wichtige Ziele des 2014 gestarteten Facharztvertrags Orthopädie in Baden-Württemberg. Dass dieses gemeinsame Ziel der Vertragspartner erreicht wird, belegen zwei Patientenbefragungen aus den Jahren 2015 und 2016*. 81 Prozent fühlten sich durch ihren Orthopäden gut beraten, 85 Prozent würden ihn weiterempfehlen. Auch die knapp 580 teilnehmenden Ärzte profitieren: 82 Prozent gaben an, wichtige Rückmeldungen zur Patientensicht erhalten zu haben, 72 Prozent erhielten Hinweise auf Verbesserungspotentiale. Diese bestanden etwa bei der Beratung zu Selbsthilfeangeboten (zum Beispiel für Ernährung und Bewegung).

Diskussion der Ergebnisse in Qualitätszirkeln

Die jährlichen Patientenbefragungen zur Versorgungsqualität und möglichen Verbesserungspotentialen erfolgen unter wissenschaftlicher Federführung des Universitätsklinikums Heidelberg im Auftrag der fünf Vertragspartner: Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU), Berufsverband Niedergelassener Chirurgen (BNC), AOK Baden-Württemberg, Bosch BKK und MEDI Baden-Württemberg. 183 Facharztpraxen (Rücklaufquote 49 Prozent) beteiligten sich 2015 an der Befragung, im Folgejahr 267 Facharztpraxen (59 Prozent). Im ersten Jahr nahmen rund 9.000 Patientinnen und Patienten teil, 2016 nochmals rund 10 Prozent mehr. Praxen mit mehr als 20 verwertbaren Fragebögen erhielten einen Feedbackbericht mit ihren praxisindividuellen Ergebnissen inklusive eines Vergleichs zu den aggregierten, anonymisierten Ergebnissen aller Praxen. Die Ärztinnen und Ärzte diskutierten die Ergebnisse zudem in den vertragsbegleitenden Qualitätszirkeln.

Gute Ergebnisse für Terminvergabe und Wartezeiten

Sehr gute Bewertungen erteilten die Patienten im Jahr 2015 für die Freundlichkeit des Praxispersonals (88 Prozent), für die Terminvergabe innerhalb von 14 Tagen (72 Prozent) sowie für kurze Wartezeiten von weniger als 30 Minuten (70 Prozent). 86 Prozent würden ihren Orthopäden wieder aufsuchen. Den stärksten statistischen Zusammenhang zur Gesamtzufriedenheit zeigte die Bewertung der ärztlichen Beratung. Vergleichbar positive Ergebnisse wie 2015 zeigten sich auch in der zweiten Befragungswelle 2016.

Patienten wünschen sich noch mehr Beratung

In beiden Befragungswellen zeigten sich gleichzeitig auch noch Verbesserungspotentiale. So wurde zwar die Beratung zu Angeboten der Selbsthilfe und zu Bewegungs- und Ernährungskursen von knapp 60 Prozent als ausreichend empfunden. Insbesondere jüngere, erwerbstätige Patienten wünschten sich hier eine noch intensivere Beratung zur Lebensweise und zu Fragen nach seelischen Belastungen. Das Grundanliegen des Facharztvertrags Orthopädie „Weg von der Fünf-Minuten-Spritzen-Medizin hin zu einer ganzheitlichen Behandlung“ geht aus Sicht der Vertragspartner auf. „Die vorliegenden Befragungsergebnisse bestätigen unseren eingeschlagenen Kurs einer Stärkung der Arzt-Patienten-Kommunikation und der Unterstützung des Selbstmanagements der Patienten“, so Dr. Christopher Hermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg.

Lembeck: „Veränderung von Gewohnheiten ist elementar.“

Aus Ärztesicht ist gerade die Motivation zu einem gesundheitsfördernden Lebensstil essentiell. „In unserem Fachgebiet sind ausführliche Aufklärung zu biologisch-psychologischen und medizinischen Zusammenhängen sowie Beratung und Anleitung zu dauerhaften gesundheitsförderlichen Veränderungen eingeschliffener Gewohnheiten elementar für eine gute Versorgung. Ein solch intensives Gespräch erfordert mehr Zeit, die der Arzt im Facharztvertrag Orthopädie jetzt zur Verfügung hat“, erklärt Dr. Burkhard Lembeck, MEDI-Sprecher und Sprecher des BVOU in Baden-Württemberg. Ergänzt wird dies durch die Präventionsberatung der AOK und der Bosch BKK-Patientenbegleiter. Zudem kann der Arzt im Orthopädievertrag zur Stärkung der Eigeninitiative der Patienten indikationsspezifische Angebote wie etwa das AOK-RückenKonzept, das Tübinger Knie- und Hüftprogramm, Präventionskurse der Bosch BKK oder bei akuten Sportverletzungen das rehabilitative Programm AOK-Sports verordnen.

Quelle: PM AOK Baden-Württemberg, Boscho BKK, MEDI Baden-Württemberg

* Strukturierte ambulante Patientenversorgung im Facharztvertrag Orthopädie: die Erfahrungen der Patienten als Qualitätskriterium (DOI 10.1055/s-0043-114417 Z Orthop Unfall – Sonderdruck eFirst). Die Quelle enthält die vollständige Publikation zur ersten Befragungswelle in 2015. Die Daten der Patientenumfrage für 2016 liegen noch nicht als Publikation vor.

Elf Ärzte sitzen im neuen Bundestag

Berlin – Dem 19. Deutschen Bundestag werden elf Ärzte angehören. Darauf hat der NAV-Virchow-Bund in einem Wahlspecial verwiesen. Prof. Dr. Helge Braun, Arzt und Staatsminister bei der Bundeskanzlerin, gewann den Wahlkreis 173 (Gießen) mit 35,1 Prozent direkt. Die Hausärztin Sabine Dittmar (SPD) schaffte den Wiedereinzug in das Parlament über Platz 10 der Landesliste Bayern. Dr. Kirsten Kappert-Gonther, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, zieht über Listenplatz 1 der Landesliste Bremen für Bündnis90/Die Grünen ein.

Prof. Dr. Axel Gehrke (AfD), Facharzt für Innere Medizin, zieht über Listenplatz 2 (Schleswig-Holstein) in das Parlament ein. Rudolf Henke (CDU), Internist und stellvertretender Vorsitzender des Gesundheitsausschusses, gewinnt den Wahlkreis 087 (Aachen I) knapp mit 33,7 Prozent gegen die vormalige SPD-Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (32,5 Prozent). Mit einem aussichtlosen Listenplatz 58 in Nordrhein-Westfalen von vielen bereits abgeschrieben, meldet sich Prof. Dr. Karl Lauterbach (SPD), Universitätsprofessor und Arzt, eindrucksvoll zurück: Der Wahlkreis 101 (Leverkusen – Köln IV) geht mit 38,7 Prozent an ihn. Sein CDU-Konkurrent konnte lediglich 30,8 Prozent der Stimmen erzielen.

Dr. Ursula von der Leyen (CDU), Ärztin und Bundesverteidigungsministerin, hat mit Listenplatz 1 der Landesliste Niedersachsen ein nahezu sicheres Mandat. Ihren Wahlkreis 042 (Stadt Hannover II) verlor sie mit 28,9 Prozent gegen die ehemalige SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi (33,7 Prozent). Der Münchner Mediziner Stefan Pilsinger, CSU, (Facharzt für Innere Medizin) gewann mit 33,4 Prozent den Wahlkreis 220 (München-West/Mitte). Dr. Robby Schlund von der AfD (Facharzt für Orthopädie) erreichte mit Listenplatz 4 im Wahlkreis 194 (Gera-Greiz-Altenburger Land) den Einzug. Prof. Dr. Claudia Schmidtke (CDU), Herzchirurgin, gewann mit 35,3 Prozent der Stimmen den Wahlkreis 11 (Lübeck). Prof. Dr. Andrew Ullmann (FDP), Universitätsprofessor und Facharzt für Innere Medizin, rutschte als Nummer 12 der Landesliste Bayern gerade noch in den Bundestag.

Dr. Roy Kühne (CDU) gewann seinen Wahlkreis 052 (Goslar – Northeim – Osterode) mit 39,8 Prozent. In der CDU/CSU-Bundestagsfraktion war er zuletzt Berichterstatter für Heil- und Hilfsmittel. Nach seinem Einzug in den Bundestag 2013 hatte er im Interview mit dem Deutschen Ärzteblatt unter anderem erläutert: „Mich interessieren die Anliegen der nicht-ärztlichen Gesundheitsberufe, ganz besonders natürlich die der Heilmittelerbringer, weil ich finde, dass sie in Deutschland nicht die Anerkennung erhalten, die sie angesichts ihrer Bedeutung im Therapieprozess von Patienten verdient hätten. Mir fällt das besonders auf, wenn ich die Position der Heilmittelerbringer in Deutschland mit der in anderen Ländern vergleiche, beispielsweise in den Niederlanden. In diesem Zusammenhang spielt für mich das Thema Akademisierung der Heilberufe auch eine wichtige Rolle.“

Quelle: NAV-Virchowbund

Hilfsmittelversorgung: Neue Gesellschaft

Dortmund – Die Anfang des Jahres neu gegründete Deutsche Gesellschaft für interprofessionelle Hilfsmittelversorgung (DGIHV) hat vor kurzem ihre erste Fachtagung organisiert. Dabei kamen mehr als 60 Fachleute aus dem Bereich Technische Orthopädie zusammen. Die DGIHV versteht sich als Ansprechpartner für alle medizinischen und technischen Fragestellungen der Technischen Orthopädie sowie Hilfsmittelversorgung.

Der Gesamtvorstand wurde um fünf Vertreter aus Politik, Industrie und Ärzteschaft auf 13 Personen erweitert. Zu ihnen gehört Prof. Bernd Kladny, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie sowie Stellvertretender Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU).

Quelle: DGIHV

Buchrezensionen: Von Mitgliedern für Mitglieder

Berlin – Im BVOU-Infobrief sowie in der OUMN erscheinen regelmäßig Buchrezensionen rund um das Thema O und U. Die Rezensionen sollen BVOU-Mitgliedern eine Orientierung über neue Werke der medizinischen Fachliteratur geben – aus Sicht von Kolleginnen und Kollegen des Berufsverbandes. Durch die kompakten Buchbesprechungen bekommt man einen ersten Einblick in das jeweilige Werk, dessen Aufbau und Inhalt. Die BVOU-Geschäftsstelle nimmt neue Rezensionsvorschläge jederzeit gerne entgegen.

Rezensionen: Vorschläge erbeten

Die BVOU-Pressestelle organisiert Interessenten, die eine passende Buchbesprechung verfassen möchten, das jeweilige Rezensionsexemplar beim Verlag und schickt es auf Wunsch nach Hause, in die Praxis oder Klinik.

Der verfasste Text sollte dabei etwa den Umfang einer DIN A4 Seite (2.000-4.000 Zeichen) betragen und unter folgenden Fragestellungen verfasst sein:

  •  Welche Thematik behandelt das Werk? Welche relevanten Bereiche für BVOU-Mitglieder werden abgedeckt?
  • Wie lässt sich das Buch im Vergleich zu anderen Werken des Bereichs einordnen und bewerten?
  • Mit welchen Daten, mit welchem Material erfolgt die Behandlung der Thematik? Welche Quellen verwendet der Autor?
  • Ist das Werk gut verständlich? Wie ist es strukturiert? Liegt eine knappe oder eine ausführliche Darstellung vor?
  • Wen spricht das Werk an? An welche Zielgruppe ist es adressiert?
  • Welchen Hintergrund hat der Autor?

Rezensionsangebote im sozialen Netzwerk „meinBVOU“

In der Gruppe „Buchrezensionen” im sozialen Netzwerk „meinBVOU“ werden zudem regelmäßig aktuelle Rezensionsangebote und Neuerscheinungen gepostet. Bei Interesse an einer Buchbesprechung können BVOU-Mitglieder direkt im Chat antworten oder sie unterbreiten Vorschläge für weitere Rezensionen per Mail an: presse@bvou.net.

Leitlinienentwurf Osteoporose im Netz

Essen – Seit dem 20. September ist der aktualisierte S3-Leitlinienentwurf des Dachverbands der Deutschsprachigen Wissenschaftlichen Osteologischen Fachgesellschaften (DVO e.V.) zur Osteoporose unter www.dv-osteologie.de im Internet einsehbar. Bis zum 27. Oktober 2017 besteht die Möglichkeit der E-Mail-Kommentierung (leitlinie@dv-osteologie.de) des Entwurfs. Dazu lädt die Leitlinien-Arbeitsgruppe herzlich ein. Die Kommentare werden in der Arbeitsgruppe diskutiert, und danach wird die Endversion der Leitlinie erstellt.

Quelle: DVO e.V.

Honorarerhöhung: „Wie drei Pfandflaschen“

Berlin – Die Entscheidung, den Orientierungswert für ärztliche und psychotherapeutische Leistungen im nächsten Jahr bundesweit nur um 1,18 Prozent steigen zu lassen, hat heftige Kritik ausgelöst. Die Erhöhung hat der Erweiterte Bewertungsausschuss gegen die Stimmen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) beschlossen. Der Honorarzuwachs beläuft sich hierdurch auf 438 Millionen Euro im kommenden Jahr. Hinzu kommen rund 80 Millionen Euro, die die Krankenkassen mehr bereitstellen müssen, um den steigenden Behandlungsbedarf aufgrund zunehmender Krankheiten und einer immer älter werdenden Bevölkerung zu decken. Insgesamt sind dies inklusive einer kleinen Nachzahlung 525 Millionen Euro. Nur durch voraussichtlich 400 Millionen Euro für extrabudgetäre Leistungen, wie beispielsweise Vorsorgeuntersuchungen, und 50 Millionen Euro für die Stärkung des nicht-ärztlichen Praxispersonals kommt die Gesamterhöhung um rund eine Milliarde Euro zustande. Zum Vergleich: Die Gesamtvergütung beträgt aktuell rund 37 Milliarden Euro.

KBV: Bruttolohnsteigerung liegt bei drei Prozent

Empört hat der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg auf die Ergebnisse der Honorarverhandlungen auf Bundesebene reagiert. „Im Ergebnis sind das 70 Cent pro Fall im Quartal mehr. Drei Pfandflaschen vom Discounter, also 70 Cent mehr für die Versorgung im Quartal für einen Patienten – das ist die Botschaft der Bundesebene der Krankenkassen an die Menschen und niedergelassenen Ärzte, wie viel sie ihnen wert sind“, zeigten sich Vorstandschef Dr. Norbert Metke und sein Stellvertreter Dr. Johannes Fechner verärgert. Das Ergebnis sei ein fatales Signal an die Ärzteschaft, sagte auch KBV-Chef Dr. Andreas Gassen vor Journalisten. Bei überlaufenden Finanzreserven der Kassen und einer Bruttolohnsteigerung von im Schnitt drei Prozent würden die Ärzte und Psychotherapeuten zunehmend abgekoppelt. Dringend notwendige Investitionen könnten so nicht getätigt werden.

BVOU-Präsident: Fachgruppe O und U mit Hilfe von Honorarverteilungsmaßstäben angemessen bezahlen

Auch BVOU-Präsident Dr. Johannes Flechtenmacher kritisierte die Entscheidung. „Mit solchen Erhöhungen erreichen wir keine Zuwächse, die die ambulante Versorgung dringend benötigt“, sagte er. „Das Geld reicht insgesamt auch nicht aus, um die wünschenswerten Gehaltserhöhungen beispielsweise für Medizinische Fachangestellte zu finanzieren.“ Die MFA-Gehälter steigen in den medizinischen Einrichtungen, die nach Tarifvertrag bezahlen, rückwirkend zum 1.4.2017 um 2,6 Prozent linear und ab 1.4.2018 nochmals um 2,2 Prozent. Der BVOU-Präsident forderte zudem, Erhöhungen vor allem den Facharztgruppen zukommen zu lassen, die in den letzten Jahren nicht von Honorarsteigerungen profitiert hätten, obwohl sie erheblichen Anteil an der Patientenversorgung hätten. Hierzu zählten auch niedergelassene Orthopäden und Unfallchirurgen. Die Kassenärztlichen Vereinigungen müssten über die Honorarverteilungsmaßstäbe gegensteuern.

Der GKV-Spitzenverband hatte in den Honorarverhandlungen für das Jahr 2018 nach Angaben der KBV eine Nullrunde verlangt. Die KBV hatte eine Anhebung des Orientierungswertes von 2,4 Prozent gefordert und dies vor allem mit den gestiegenen Praxiskosten, insbesondere Personalkosten, begründet. Außerdem hatte sie mehrere Maßnahmen vorgeschlagen, um die haus- und fachärztliche Versorgung gezielt zu fördern. „Selbst einen Multimorbiditätszuschlag für Patienten mit mehreren chronischen Erkrankungen und die längst überfällige Nachbesserung am Chronikerzuschlag haben die Kassen kategorisch abgelehnt“, kritisierte der Vize-Vorstandsvorsitzende Dr. Stephan Hofmeister.

KBV-Vorstand: Haltung der Kassen ist irrational

Gassen und Hofmeister übten scharfe Kritik an der „irrationalen und rigiden“ Haltung des GKV-Spitzenverbandes. Es sei schon erstaunlich, mit welcher Ignoranz die Kassenvertreter die Argumente der Ärzteseite vom Tisch geschoben hätten. „Da können wir uns die Verhandlungen auch sparen“, kritisierte Gassen. Vor diesem Hintergrund plädierten beide dafür, Honorarabschlüsse wieder mit Kassenverbänden tätigen zu können. Diese hätten häufig eine größere Versorgungsnähe und seien stärker bereit, in die Versorgung ihrer Patienten zu investieren. „Wir halten es für dringend notwendig, dass der Gesetzgeber hier nachschärft“, sagte Gassen.

Die fortgesetzte restriktive Blockadehaltung des GKV-Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen bei den Honorarverhandlungen erzwingt nach Überzeugung des Vorsitzenden des Hartmannbundes, Dr. Klaus Reinhardt, eine grundsätzliche Systemdebatte. Das Selbstverständnis des Spitzenverbandes, das im Wesentlichen darin bestehe, sich durch Bereitstellung der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung von jeglicher Versorgungsverantwortung zu befreien, gehöre grundsätzlich in Frage gestellt.

Hartmannbund: Morbiditätsrisiko wird bei den Ärzten abgeladen

Solange die Krankenkassen am wirtschaftlichen Risiko durch Demographie, Morbiditätsentwicklung, medizinischen Fortschritt und auch von ihnen im Wettbewerb selbst induzierten Leistungsanspruch der Versicherten nicht unmittelbar wirklich angemessen beteiligt seien, werde es ihrerseits zu keiner wirklichen Verantwortungsübernahme im Rahmen einer sinnvoll organisierten Patientenversorgung kommen. Es trage am Ende Züge von Perfidie, wenn die Kassen im Wettbewerb um Kunden immer mehr Leistungsversprechen aus dem Hut zauberten, deren Kosten dann bei den Leistungserbringern kompensiert würden. Damit werde das Morbiditätsrisiko unverändert bei den Ärzten abgeladen.

Reinhardt: „Wir müssen deshalb – nicht nur mit Blick auf die Notfallversorgung – unseren Druck auf die Politik erhöhen, intelligente Maßnahmen zur Steuerung der Inanspruchnahme von Leistungen im Gesundheitswesen gesetzgeberisch zu implementieren.“ Darüber hinaus müsse durch die ärztliche Selbstverwaltung das Ziel fester Preise für klar definierte ärztliche Leistungen konsequent verfolgt werden.

NAV: Nicht einmal Inflationsausgleich

„Dieser Honorarabschluss ist eine Nullnummer“, kritisierte auch der  Bundesvorsitzende des NAV-Virchow-Bundes, Dr. Dirk Heinrich. Damit würden die Praxisärzte von der allgemeinen Lohn- und Gehaltsentwicklung abgekoppelt. Angesichts von Tarifsteigerungen in den Krankenhäusern, in der Pflege oder bei den Medizinischen Fachangestellten blieben niedergelassene Ärzte weit dahinter zurück. „Der Investitionsstau und der Personalabbau, den das Statistische Bundesamt kürzlich bei niedergelassenen Ärzten festgestellt hat, wird also weitergehen. Keine guten Vorzeichen für die ambulante Versorgung“, stellt Dr. Heinrich fest. „Trotz Überschüssen der Krankenkassen von 17,5 Milliarden Euro wird mit einem Honorarplus von 1,18 Prozent noch nicht einmal der Inflationsausgleich von 1,9 Prozent erreicht“, bemängelte er.

Eine neue Bundesregierung müsse daher dringend den gesetzlichen Ablauf der Honorarverhandlungen prüfen. „Und eine weitere wichtige Aufgabe einer neuen Bundesregierung ist die Beendigung der Budgetierung. Als Einstieg dazu müssen zunächst alle Leistungen der haus- und fachärztlichen Grundversorgung aus der Budgetierung herausgenommen werden. Nur so lässt sich der bestehende Investitionsstau in den Praxen abbauen und der Beruf des Praxisarztes in selbstständiger oder angestellter Form erhalten“, so Heinrich.

Quellen: KBV, Hartmannbund, NAV

Muskelverletzungen beim Sport vermeiden

Berlin – Muskelverletzungen entstehen im Sport. Dabei ist nicht immer direkte Gewalteinwirkung der Grund: Viel häufiger führt zu starke oder einseitige Belastung beim Training zu Zerrungen, Verhärtungen und Co. Experten warnen vor allem Freizeitsportler davor, beginnende Schmerzen in der Muskulatur auf die leichte Schulter zu nehmen und so eine ernsthafte, langwierige Verletzung zu riskieren. Auf einer Pressekonferenz im Rahmen des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) 2017 erklären Experten, wie Hobby- und Profi-Sportler Muskelverletzungen vermeiden und Betroffene schneller wieder mobil werden.

Ein Schlag auf den Oberschenkel, ein Tritt in die Wade: Im Fußball betrifft jede dritte Verletzung den Muskel. Die Fußballer werden nur von den Leichtathleten übertroffen, die mit 16 Prozent den größten Teil aller sportbedingten Muskelverletzungen ausmachen. „Viele Sportler machen den Fehler, die Schmerzen in der Muskulatur lange zu ignorieren“, sagt Prof. Thomas Vogl, der das Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main leitet. „So kann sich eine kleinere Verletzung – wie etwa eine Zerrung – verschlimmern und den Sportler für Wochen oder gar Monate außer Gefecht setzen.“ Auch wer seine Muskeln regelmäßig überbelastet oder alte Verletzungen nicht richtig auskuriert, riskiert nachhaltige Schäden. Schon ein Muskelkater sollte Anlass sein, die Belastung bei der nächsten Trainingseinheit etwas zu verringern, ergänzt Prof. Ingo Marzi, Kongresspräsident des DKOU 2017: „Die Schmerzen sind ein Zeichen, dass der Muskel sich noch erholt: Wer zwischen den Trainingseinheiten nicht ausreichend pausiert, erhöht sein Risiko auf eine Zerrung oder sogar einen Muskelfaserriss.“

So beugen Sportler Muskelverletzungen vor:

  • Wer krank oder verletzt ist, sollte nicht trainieren.
  • Die Trainingskleidung sollte vor Kälte und Feuchtigkeit schützen, damit die Muskulatur nicht abkühlt.
  • Ein Aufwärmprogramm mit 20 Minuten lockerem Joggen hilft den Muskeln, ihre optimale Betriebstemperatur zu erreichen.
  • Muskeln wirken immer in Paaren von Spielern und Gegenspielern. Sportarten wie Fußball oder Joggen etwa beanspruchen die Vorderseite des Oberschenkels stärker als die Rückseite. Gezielte Kräftigungsübungen können dieses Ungleichgewicht kompensieren. Wer zusätzlich die Rumpfmuskulatur trainiert, stabilisiert den ganzen Körper und schützt sich so vor Verletzungen.
  • Zu hartes Training bringt keine Leistungssteigerung: Der Trainingsplan sollte zum individuellen Leistungsvermögen des Sportlers passen und den Muskeln ausreichend Zeit zur Erholung lassen.

 

Die steigenden Anforderungen im Spitzensport und die zunehmende Beliebtheit des Breitensports führen dazu, dass auch die Zahl der Muskelverletzungen zunimmt. „Gerade für Profi-Athleten zählt bei der Behandlung und Regeneration jeder Tag“, betont Vogl. „Eine Früherkennung möglicher Schwachstellen zwischen Sehnen- und Muskelgewebe und möglichst genaue Prognosen zum Heilungsprozess werden daher immer wichtiger.“ Dank bildgebender Diagnostik können Orthopäden und Unfallchirurgen Art und Ausmaß einer Verletzung sehr gut einschätzen und sogar eine Prognose zum Heilungsprozess geben, so der Experte. „Im MRT können wir sogar nachweisen, an welchen Stellen ein Muskel bereits geschädigt oder überlastet ist, bevor der Patient überhaupt Schmerzen hat.“ Wie die Bildgebung dabei helfen kann, schwere Muskelverletzungen zu vermeiden und was Sportler selbst tun können, erklären Experten auf einer Pressekonferenz im Rahmen des DKOU 2017.

Terminhinweis:

Kongress-Pressekonferenz zum DKOU 2017
Termin: Mittwoch, 25. Oktober 2017, 11.00 bis 12.00 Uhr
Ort: Messe Berlin, Eingang Süd, Halle 6.3, Raum 411
Motto: Was O & U bewegt

Themen u. a.: Muskelverletzungen – Frühdiagnostik, Prävention und Therapiekontrolle
(Prof. Thomas J. Vogl); Interdisziplinäre Versorgung im Leistungsfußball (Prof. Tim Meyer, DFB)

Pressekontakt/Akkreditierung:

Pressestelle DKOU 2017
Anne-Katrin Döbler, Lisa Ströhlein
Postfach 20 11 30; 70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-459; Fax: 0711 8931-167
E-Mail: stroehlein@medizinkommunikation.org

Verurteilung von Gewalt gegen Ärzte

Berlin – Gewalt gegen Ärzte und andere Angehörige von Gesundheitsberufen entwickelt sich auch in den Ländern Mittel- und Osteuropas zu einem immer größeren Problem. Dies stellten Vertreter der mittel- und osteuropäischen Ärztekammern bei ihrem diesjährigen Treffen Mitte September im slowenischen Ljubljana fest. Alle teilnehmenden Ärztekammern suchen nach Wegen, der wachsenden Gewalt zu begegnen und die Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren. „Die Gewaltbereitschaft steigt. Daher ist es notwendig, dass wir in der Gesellschaft ein Bewusstsein für dieses Problem schaffen. Die Sicherheit der Ärzte ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung“, betonte Dr. Max Kaplan, Vizepräsident der Bundesärztekammer, bei dem Treffen.

Dies unterstrichen die Ärztekammern in ihrer gemeinsamen Resolution. Sie fordern darin eine Null-Toleranz-Politik bei Gewalt gegen Ärzte, flankiert von einer entsprechenden Gesetzgebung auf nationaler und europäischer Ebene. Neben nationalen Meldesystemen sollten Pläne entwickelt werden, wie Gewalt in den Gesundheitseinrichtungen begegnet werden kann. Polizei, Staatsanwaltschaft, Gerichte und Krankenhausverwaltungen müssten die Vorfälle ernst nehmen und Ärzte besser für solche Situationen geschult werden, fordern die Ärztekammern. Letztendlich gehe es um das Recht des Einzelnen auf einen sicheren Arbeitsplatz.

Darüber hinaus wurden bei dem Treffen auch die neuesten Entwicklungen in der Fort- und Weiterbildung, Fragen der Anerkennung von ärztlicher Tätigkeit jenseits von Fachgebietsgrenzen sowie Ansätze der Qualitätssicherung in Mittel- und Osteuropa diskutiert.

Quelle: Bundesärztekammer