Archiv für den Monat: Mai 2017

Frauenfußball: Mehr Verletzungen am Knie

Berlin – Frauen sind im Fußball von anderen Verletzungen betroffen als Männer. Darauf weist die Deutsch-Oesterreichische-Schweizer Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) hin. Hintergrund ist der internationale  Kongress der Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin, der vom 22. bis 24. Juni in Berlin stattfindet.

„Während Männer eher mit Oberschenkel-Muskel-Verletzungen zu tun haben, erleiden Frauen im Fußball häufiger Kreuzbandverletzungen“, erläuterte Dr. Ingo Tusk von den Frankfurter Rotkreuzkliniken, der auch Mannschaftsarzt der Frauenfußball-Nationalmannschaft ist. Er begleitete die deutschen Fußballerinnen zu den Olympischen Spielen 2016 nach Rio de Janeiro und wird auf dem GOTS einen Vortrag zum Thema halten. Als ein möglicher Grund für den Unterschied der Verletzungen wird bislang unter anderem das breitere Becken von Frauen mit dem damit verbundenen X-Bein-Stand angenommen. Das Knie wird dadurch anders belastet und läuft eher Gefahr, nach innen einzuknicken.

GOTS fördert die Aus-und Weiterbildung, die Forschung sowie den nationalen und internationalen Informationsaustausch unter sportorthopädisch und sporttraumatologisch tätigen Ärztinnen und Ärzten sowie   Berufsgruppen angrenzender Fachgebiete.

Quelle: GOTS

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Mit AOK Sports eine Versorgungslücke schließen

Freudenstadt – Auf ein ergänzendes Angebot zum „AOK-FacharztProgramm“ in Baden-Württemberg hat vor kurzem MEDI Baden-Württemberg hingewiesen. Wenn bei einem Patienten ein grundsätzlicher Rehabilitationsbedarf gegeben ist und Physiotherapie nicht ausreicht, eine ambulante Reha aber nicht möglich ist angesichts der Diagnosen, können Orthopädinnen und Orthopäden demnach einen Antrag auf „AOK Sports“ stellen.

Dr. Uwe de Jager, stellvertretender BVOU-Landesvorsitzender Baden und MEDI-Mitglied, erläutert, typische Patienten für AOK Sports in seiner Praxis seien „Patienten mit Sportverletzungen, die normalerweise keine Anschlussheilbehandlung bekommen würden, zum Beispiel Kletterer mit Schulterverletzungen oder Tennisspieler mit Sprunggelenksverletzungen“. Betroffene würden intensiver versorgt als bei einer Physiotherapie, könnten schneller genesen und deshalb auch rascher wieder arbeiten oder sich sportlich betätigen. Grundlage für die Verordnung von AOK Sports sind bestimmte in Frage kommende ICD-Ziffern.

Quelle: Magazin Neue Versorgung – Gesund in Baden-Württemberg

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SpiFa fordert zügigeren Innovationszugang

Berlin – Wenn Innovationen aller Art schneller im bundesdeutschen Versorgungsalltag genutzt würden, ließen sich Herausforderungen für das Gesundheitswesen leichter lösen, die sich aus Morbiditätsentwicklung und Demografie ergeben. Davon sind die Mitgliedsverbände des Spitzenverbandes Fachärzte Deutschlands e.V. (SpiFa) überzeugt. Sie haben ein sogenanntes Fast-Lane-Modell entwickelt, mit dem sie eine entsprechende Debatte anstoßen wollen.

Ausgangspunkt der Überlegungen des SpiFa ist die These, dass vor allem „die schwerfällige Struktur des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) eine zügige Nutzung neuer Entwicklungen im Versorgungsalltag blockiert“. Auch der neue Innovationsfonds bringe nicht die notwendige Verbesserung. Zudem hätten „selektivvertragliche Versorgungsformen als wertvolle Ergänzung zu den im Kollektivvertrag abgebildeten Leistungen und Eingang für Innovationen in die Regelversorgung nach wie vor nicht den entsprechenden Stellenwert“.

Mit seinem Fast-Lane-Modell schlägt der SpiFa vor, in einem zweiten Strang neben dem für den G-BA vorgesehenen die Etablierung von Innovationen im Gesundheitswesen vorzusehen. Dazu soll ein am Ausschuss für Gesundheit des Deutschen Bundestages zu installierender weiterer Innovationsausschuss ein Antragsverfahren etablieren. Dieses könnten dann Unternehmen oder andere Träger von Innovationen nutzen. Weiter heißt es hierzu: „Vorfahrt hat hierbei weiterhin der G-BA. Wenn dieser jedoch innerhalb von 12 Monaten zu keiner Entscheidung beziehungsweise Einführung der Innovation gelangt, öffnet sich die ,Fast-Lane‘ für den Antragsteller.“

Dann könne man die Innovation fünf Jahre lang in der Versorgung erproben, und zwar über einen Selektivvertrag. Finanziert werden solle das zusätzliche Angebot auf Basis einer Programmpauschale im Risikostrukturausgleich des Gesundheitsfonds finanziert. Eine Versorgungsevaluation soll verpflichtend vorgesehen werden.

Quelle: SpiFa

 

 

 

 

 

 

 

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Deutscher Ärztetag entscheidet zu Weiterbildung

Berlin/Freiburg – Der 120. Deutsche Ärztetag in Freiburg hat an seinem letzten Sitzungstag ausführlich eine kompetenzorientierte Novellierung der (Muster-)Weiterbildungsordnung (MWBO) beraten. An die MWBO lehnen sich die rechtlich verbindlichen Weiterbildungsordnungen der Landesärztekammern an. Unter anderem sprach sich der Ärztetag dafür aus, die Facharzt-Kompetenz „Allgemeinchirurgie“ sowie „Hygiene und Umweltmedizin“ zu erhalten. Die Delegierten forderten zudem, die im Landesrecht festgeschriebenen Zuständigkeits- und Verantwortungsbereiche der Landesärztekammern zu wahren. Jeglichen politischen Bestrebungen, die ärztliche Weiterbildung unter dem Aspekt der Sicherstellung der Versorgung limitieren zu wollen, müsse entgegengetreten werden.

Chirurgen hatten sich gegen Allgemeinchirurg ausgesprochen

Die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH), die medizinisch-wissenschaftlichen chirurgischen Fachgesellschaften und der Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC) hatten im Vorfeld des Ärztetags das Vorhaben der Ständigen Konferenz „Ärztliche Weiterbildung“ der Bundesärztekammer (BÄK) kritisiert, an einer generalistischen Weiterbildung zum Allgemeinchirurgen festzuhalten. Dies könne nur als Rückschritt gewertet werden, hieß es ihrer Pressemitteilung zufolge in einem Schreiben an BÄK und Landesärztekammern. Auch eine Verkürzung der Weiterbildungszeit um ein Jahr lehnten sie ab.

Kenntnisse und Fertigkeiten im Vordergrund, nicht starre Zeiten

Konkret wurde dem Ärztetag der rund 1.000 Seiten starke sogenannte Abschnitt B der Weiterbildungsordnung vorgelegt. Darin enthalten sind die Facharzt- und Schwerpunktbezeichnungen. In einem Grundsatzbeschluss zur Gesamtnovelle hat der Ärztetag die vorgestellten Rahmenbedingungen der Weiterbildungsinhalte fixiert. Mit der Novelle soll die ärztliche Weiterbildung einer neuen Struktur folgen. Die Kernfrage soll nicht mehr lauten, „wie oft“ und „in welcher Zeit“ werden Inhalte erbracht, sondern „wie“, in welcher Form, werden Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten erlernt. Die Inhalte der MWBO werden in Weiterbildungsblöcke und Weiterbildungsmodi gegliedert, um den Ablauf der Weiterbildung besser zu strukturieren. Ziel ist es, die novellierte (Muster-)Weiterbildungsordnung als Gesamtpaket auf dem nächsten Deutschen Ärztetag im Mai 2018 zu verabschieden.

Antrag gegen Blankoverordnung von Heilmitteln angenommen

Auch gegen einen Direktzugang zu Heilmitteln sowie gegen Blankoverordnungen an Physiotherapeuten, wie sie in Modellversuchen in allen Bundesländern erprobt werden sollen, hat sich der Ärztetag positioniert. „Die Spezifikation und Frequenz von Heilmitteln zu indizieren, ist ein Kerngebiet ärztlicher Behandlung und beruht auf ärztlichem Wissen zu Diagnose und Verlauf. Eine Übertragung der Entscheidung über Methode und Häufigkeit/Frequenz von Heilmittelanwendungen ist kontraproduktiv und potentiell gefährlich“, lautete die Antragsbegründung. Darauf hatte Dr. Klaus Thierse hingewiesen, Landesvorsitzender Berlin des Berufsverbandes für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) und Delegierter für die Ärztekammer Berlin beim DÄT.

Der BVOU hatte sich bereits zu Jahresbeginn gegen die Einführung der sogenannten Blankoverordnung von Heilmitteln ausgesprochen. Sie soll künftig in allen Bundesländern im Rahmen von Modellvorhaben zwischen Krankenkassen und Heilmittelerbringerverbänden erprobt werden. Das sieht das Gesetz zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung (HHVG) vor, das der Deutsche Bundestag am 16. Februar verabschiedete. Danach sollen Heilmittel zwar weiter von Ärztinnen und Ärzten verordnet werden. Doch die Heilmittelerbringer wie Physiotherapeuten, Logopäden oder Podologen sollen im Rahmen der Modellvorhaben Auswahl, Dauer und Abfolge der Therapie eigenverantwortlich bestimmen können.

„Eine Diagnose zu stellen und daran anschließend mit dem Patienten gemeinsam die Therapie zu planen, notwendige Heil- und Hilfsmittel wie zum Beispiel Physiotherapie zu verordnen und den Verlauf der Genesung zu kontrollieren und zu bewerten – all das zählt zu den ärztlichen Aufgaben“, betonte BVOU-Präsident Dr. Johannes Flechtenmacher. „Teile davon lassen sich nicht ohne Risiken auf andere Berufsgruppen wie zum Beispiel Physiotherapeuten übertragen.“

Quellen: PM BÄK, BDC

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Checkliste für Strukturierung des Krankenpflegepraktikums

Berlin Mit einer gemeinsam erarbeiteten „Checkliste für das Krankenpflegepraktikum“ wollen der Hartmannbund und der Deutsche Pflegerat Inhalte und Aufgabenfelder des Ausbildungsabschnittes für angehende Mediziner deutlicher strukturieren.

Die Liste beinhaltet diejenigen Tätigkeiten, die während des dreimonatigen Krankenpflegepraktikums gelehrt, gelernt beziehungsweise übernommen werden sollten. Sie soll den Medizinstudierenden und dem ausbildenden Pflegepersonal, aber auch den Medizinischen Fakultäten als Orientierung und Anleitung dienen. „Unser Fokus liegt auf den Inhalten des Krankenpflegepraktikums, die aus unserer Sicht bisher in der praktischen Umsetzung viel zu kurz kommen“, erläutert Moritz Völker, Vorsitzender des Ausschusses „Medizinstudierende im Hartmannbund“.

Das Krankenpflegepraktikum dient dem Erwerb eines Verständnisses des Arbeitsfeldes von Pflegefachpersonen und des Arbeitsalltages in einer Klinik. Während des Praktikums haben Medizinstudierende die Gelegenheit, die Stationsabläufe abseits von ärztlicher Tätigkeit besser kennenzulernen und nachzuvollziehen. Denn: „Pflegerisches Handeln zielt auf die Wiederherstellung, Erhaltung und Förderung von Selbstständigkeit in der Lebensführung. Das Krankenpflegepraktikum stellt eine einmalige Möglichkeit dar, die größte und für ärztliches Tun bedeutende Berufsgruppe des Krankenhauses und deren Aufgabenspektrum kennenzulernen“, so der Hartmannbund.

Quelle: Hartmannbund

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„Wir arbeiten für Ihr Leben gern!“

Berlin – „Ich arbeite für Ihr Leben gern. Und mache alles mit Ihnen durch. Auch die Nacht.“ Unter diesem Slogan hat sich Dr. Matthias Träger auf einem Plakat für die gemeinsame Imagekampagne der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der KVen fotografieren lassen. Er ist stellvertretender BVOU-Landesvorsitzender in Mecklenburg-Vorpommern. Sein Plakat zählt zu den sechs Motiven, die die KBV am 19. Mai vorgestellt hat. Sie zeigten „niedergelassene Hausärzte, Fachärzte und Psychotherapeuten, wo sie Versorgung leisten und möglich machen“, heißt es zur Erläuterung. Die Plakate, auch das mit Träger, sind bis Ende Mai in allen Landeshauptstädten und IC- beziehungsweise ICE-Bahnhöfen zu sehen.

„Ich engagiere mich für die Kampagne, weil es dabei um den ärztlichen Bereitschaftsdienst und die zentrale Rufnummer 116117 geht. Leider ist diese in der Bevölkerung kaum bekannt. Durch solche Kampagnen wird die Nummer an Bekanntheitsgrad zunehmen“, hat Träger als Begründung für seine Teilnahme im Interview angegeben. Die Kampagne läuft seit dem Jahr 2013. Noch mehr Motive, Interviews mit den teilnehmenden Ärztinnen und Ärzten sowie Hintergrundinfos zur Niederlassung findet man auf der dazugehörigen Homepage www.ihre-aerzte.de.

Mirko Kuhn war einer der ersten Teilnehmer

Zu den ersten Gesichtern der Imagekampagne gehörte bereits im Jahr 2014 Mirko Kuhn. Er ist in einer Gelsenkirchener Gemeinschaftspraxis niedergelassen. Unter der Überschrift „Ich hätte gern mehr Zeit für meine Patienten“ findet man auf der Kampagnen-Homepage ein Interview mit ihm darüber, wie er mit Patienten umgeht und seine Praxis führt. Kuhn erläutert darin auch, was er problematisch findet: „Wenn das Ende des Quartals naht und ein Patient zum dritten Mal zu mir kommt, ist das weniger rentabel für mich, als wenn ich einen neuen Patienten hätte. Das ist ein Honorarsystem, das Ärzte mit vielen chronisch Kranken benachteiligt.“ Mit dem Slogan „Ich bin Facharzt. Ich bin da, wo’s wehtut“ war er vor drei Jahren bereits im Deutschen Ärzteblatt zu sehen. Damals lobte er die mehrjährige Kampagne: „Ich hoffe, dass wir damit möglichst große Kreise ziehen und neues Vertrauen schaffen.“

2016 war Kuhn gemeinsam mit der Medizinstudentin Rahel Mae Pang auf neuen Plakaten der Kampagne „Wir arbeiten für Ihr Leben gern“ zu sehen, mit denen damals an den medizinischen Fakultäten geworben wurde. Neben „Wir arbeiten für Ihr Leben gern!“ läuft seit dem Jahr 2014 auch die Nachwuchs-Imagekampagne „Lass dich nieder!“. Sie soll den Ärztenachwuchs über die Arbeit in der Niederlassung informieren und dafür begeistern. Im vergangenen Sommer hat Pang in Kuhns Gemeinschaftspraxis in Gelsenkirchen famuliert – wie dies gelaufen ist, berichten beide in einem Doppelinterview für auf der Homepage www.lass-dich-nieder.de.

Neben Träger und Kuhn sind weitere Orthopäden mit Porträts und Interviews auf der Kampagnen-Homepage „Wir arbeiten für Ihr Leben gern“ zu finden: Dr. Stefan Hertl, Orthopäde und Mannschaftsarzt von Borussia Mönchengladbach, der Orthopäde und Sportmediziner Dr. Dirk Klammer, Michael Kirsch, Dr. Evi Fuchs und Dr. Volker Reiners. Der niedergelassene Orthopäde und Sportmediziner Dr. Andreas Heinzinger hat den Kampagnenmachern vor kurzem ein Interview mit Bobanschieberin Annika Drazek gegeben und erläutert, worauf es im Team Sportlerin-Verbandsarzt ankommt, welche Risiken es gibt – und warum Vertrauen so wichtig ist. Heinzinger betreut als Verbandsarzt die Mannschaften des Bob- und Schlittenverbands Deutschlands.

Der Berliner Orthopäde Dr. Tarek Raslan hat sich ebenfalls beteiligt: Er erklärt in einem Video, warum Qualitätszirkelarbeit für ihn wichtig ist.

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DGU startet neues Kursformat zur Versorgung im Terrorfall

Frankfurt – Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) hat am vergangenen Freitag ein neues Kursformat zur Behandlung von Schuss- und Explosionsverletzungen nach einem Terroranschlag gestartet. Der Kurs zur Terror- und Katastrophenchirurgie richtet sich an erfahrene Unfallchirurgen und Chirurgen an deutschen Kliniken, die mit der medizinischen Herausforderung bei Terrorlagen in Zukunft konfrontiert werden könnten.

„Unfallchirurgen müssen im Katastrophenfall andere Prioritäten als in der Regelversorgung setzen. Der Kurs übt das Umdenken in der Terrorlage. Auch wenn wir hoffen, dass es nicht nötig sein wird, wollen wir vorbereitet sein, um im Ernstfall möglichst viele Patienten bestmöglich zu behandeln“, sagt DGU-Präsident Prof. Ingo Marzi. DGU-Experten haben das Kurskonzept „Terror and Disaster Surgical Care“ (TDSC) vergangenen Freitag bei einem Pressegespräch in Frankfurt am Main vorgestellt und Einblicke in den ersten TDSC-Kurs gegeben.

Der Massenanfall von Verletzten im Terrorfall (TerrorMANV) unterscheidet sich von einem MANV, wie beispielsweise nach einer Massenkarambolage auf der Autobahn. Die besondere Gefahrenlage und stark blutende Schuss- und Explosionsverletzungen verlangen am Anschlagsort und im Krankenhaus ein besonderes Management. Der zweieinhalbtägige TDSC-Kurs vermittelt unter anderem Kenntnisse über den Einsatz auf gefährlichem Terrain, wesentliche Aspekte der Wundballistik, Besonderheiten zur Versorgung der speziellen Verletzungsmuster, wichtige Entscheidungsalgorithmen und Maßnahmen zur Schadensbegrenzung und -regulierung (Damage Control).

Das Kurs-Curriculum wurde von der DGU-AG Einsatz-, Katastrophen- und Taktische Chirurgie (AG EKTC) entwickelt – dabei wirkten Experten des Sanitätsdienstes der Bundeswehr ganz wesentlich mit. Prof. Benedikt Friemert, Oberstarzt und AG-EKTC-Leiter, sagt: „Durch den engen Schulterschluss zur Bundeswehr sind wir in der Lage, hochspezialisiertes Wissen aus der Einsatzchirurgie an zivile Mediziner weiterzugeben.“

Im Zentrum des Kurses steht eine Simulationsübung in Form eines Spiels. In verschiedenen Fallsimulationen werden die Teilnehmer mit einem Massenanfall von Verletzten infolge eines Terroranschlages konfrontiert. Unter möglichst realitätsnahen Bedingungen trainieren die Teilnehmer ihre Entscheidungskompetenz in einer Terrorlage: Welcher Patient bekommt in welcher Reihenfolge welche Operation mit welchem Material. Friemert sagt: „Schwere Schuss- und Explosionsverletzungen wie auch das Arbeiten mit reduzierten Ressourcen spielen in der täglichen Versorgung bei uns in Deutschland bisher kaum eine Rolle. Daher ist es wichtig, dass wir diesen Kurs entwickelt haben, um nach den Erfahrungen aus Paris, Brüssel und Berlin für den Ernstfall gut aufgestellt zu sein.“

Quelle: DGU

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Neues Biomaterial soll geschädigten Knorpel reparieren

Mainz – Mit einem innovativen therapeutischen Konzept will der Mainzer Molekularbiologe Prof. Werner E. G. Müller die Lebensqualität von Patienten mit Arthrose erheblich verbessern: in einem neuen Forschungsprojekt entwickelt er ein Biomaterial zur Regeneration des Gelenkknorpels, das sowohl injizierbar als auch implantierbar ist. Dafür erhält er für die Dauer von 18 Monaten einen mit 150.000 Euro dotierten Proof-of-Concept Grant des Europäischen Forschungsrates.

Der Arthrose liegt ein Abbau des Gelenkknorpels zugrunde, der zu einem massiven Gelenkverschleiß führt. Die Folgen sind Schmerzen, eine zunehmende Steifigkeit und Bewegungseinschränkungen. In der Europäischen Union sind über 70 Millionen Menschen von Arthrose betroffen. Zur Behandlung der Gelenkerkrankung kommen lediglich symptomatische Therapien zum Einsatz. Eine weitere Möglichkeit ist der operative Gelenkersatz.

In seinem Forschungsprojekt „ArthroDUR – Bifunktionelles und regenerativ aktives Biomaterial – Suche nach einer ultimativen Lösung zur Behandlung der Osteoarthrose“ verfolgt Müller eine duale Strategie. Zunächst will er ein Präparat erzeugen, das sich in die Gelenkflüssigkeit injizieren lässt und dort vorkommende Knochensplitter löst und auf diese Weise Schmerzen lindert. Dieses Präparat wird sich aus den beiden Polymeren Biosilica und Polyphosphat (PolyP) zusammensetzen.

„Während Biosilica sich regenerativ auf Bindegewebszellen auswirkt – wie ich in einem vorangegangenen ERC-Forschungsprojekt bereits zeigen konnte –, verstärkt das in Blutplättchen vorkommende PolyP diesen Effekt überraschenderweise noch. PolyP wirkt als ein ‚metabolischer Brennstoff‘ für die Synthese der Materialien des Skelett- und Knorpelgewebes“, erklärt Müller. Darüber hinaus will der Molekularbiologe aus Biosilica und PolyP Implantate entwickeln, die eine Reparatur des geschädigten Knorpels ermöglichen.

Quelle: Universitätsmedizin Mainz

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Flyer zu Meldepflichten für Medizinprodukte

Berlin – Eine Arbeitsgruppe verschiedener Industriefachverbände, darunter der Bundesverband Medizinprodukte (BVMed), hat den Informationsflyer „Meldepflichten der Betreiber und Anwender von Medizinprodukten“ aktualisiert. Er solle dazu beitragen, dass Ärzte und Pflegekräfte den Patientenschutz durch die Auswertung gemeldeter Risiken verbesserten, so der Verband. Die Änderungen der Medizinprodukte-Sicherheitsverordnung von Anfang 2017 sind eingearbeitet.

Quelle: BVMed

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Kritik an Weiterbildungsplänen Allgemeinchirurgie

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH), die medizinisch-wissenschaftlichen chirurgischen Fachgesellschaften und der Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC) kritisieren das Vorhaben der Ständigen Konferenz „Ärztliche Weiterbildung“ der Bundesärztekammer (BÄK), an einer generalistischen Weiterbildung zum Allgemeinchirurgen festzuhalten. Dies könne nur als Rückschritt gewertet werden, heißt es einer Pressemitteilung zufolge in einem Schreiben an BÄK und Landesärztekammern. Auch eine Verkürzung der Weiterbildungszeit um ein Jahr lehnen die Chirurgen ab.

Wer den Darm exzellent operiert, kann nicht auch Gelenke exzellent operieren

Wie das Deutsche Krankenhausverzeichnis belege, hielten heute 81 Prozent aller deutschen Kliniken eine Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie sowie eine weitere für Orthopädie und Unfallchirurgie vor. „Damit bilden Krankenhäuser heute in ihrer Organisation den hohen Spezialisierungsgrad in den chirurgischen Fächern ab und entwickeln sich vermehrt in Richtung der auch von der Politik geforderten Zentren“, so Prof. Hans-Joachim Meyer, Generalsekretär der DGCH und Präsident des BDC. Nur in diesen spezialisierten Einheiten sei der einzelne Operateur imstande, die notwendige Expertise für die Behandlung seiner Patienten zu entwickeln: „Ein Chirurg, der einen Darmkrebs exzellent operiert, kann nicht genauso erfahren in der Chirurgie des Gelenkersatzes sein.“

Keine Verschlechterung der operativen Versorgung riskieren

Die Ständige Kommission „Ärztliche Weiterbildung“ hält nach Darstellung von DGCH und BDC an einer Weiterbildung zum Allgemeinchirurgen fest. Dies gehe aus vorbereiteten Beschlussvorlagen für den Deutschen Ärztetag hervor. Die gemeinsame Weiterbildungskommission von DGCH, sämtlichen chirurgischen Fachgesellschaften und Berufsverbänden hatte hingegen bereits im Oktober 2015 einstimmig entschieden, dass der Facharzt für Allgemeinchirurgie nicht weitergeführt werden sollte. Prof. Tim Pohlemann, Präsident der DGCH, betonte, aus gutem Grund habe sich aufgrund der Komplexität operativer Eingriffe eine grundsätzliche Zweiteilung ergeben – zum einen die Konzentration auf die Weichteilchirurgie, die Allgemein- und Viszeralchirurgie, zum anderen auf Skelett und Knochen, die Unfallchirurgie und Orthopädie. „Diese Entwicklung sollten wir auch in der künftigen Weiterbildung abbilden, um keine Verschlechterung in der operativen Versorgung zu riskieren“, warnte Pohlemann.

Quelle: Pressemitteilung Berufsverband der Deutschen Chirurgie e.V.

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