Berlin, 4. Februar 2026 – Die anhaltende Eis- und Schneeglätte der vergangenen Wochen hat in Berlin und bundesweit zu einem dramatischen Anstieg an Sturzverletzungen geführt. In den Notaufnahmen und orthopädisch-unfallchirurgischen Praxen herrscht Ausnahmezustand: Allein in Berlin meldeten Krankenhäuser und Praxen einen massiven Zustrom an Patientinnen und Patienten mit Brüchen, Prellungen und Kopfverletzungen. Ohne den direkten Zugang zu Fachärzten in Praxen und Kliniken wäre die Versorgung dieser akuten Fälle nicht möglich gewesen.
Berliner Orthopäden und Unfallchirurgen an der Belastungsgrenze
Die Versorgungskapazitäten der Orthopädie und Unfallchirurgie werden durch die Glättewelle stark beansprucht. Allein das Evangelische Elisabeth-Krankenhaus behandelte am vergangenen Freitag 60 bis 70 Verletzte innerhalb eines Tages – viele von ihnen mit Brüchen, die sofort operiert werden mussten. Die regulären 150 Betten waren bereits am Mittag vollständig belegt, und zusätzliche Feldbetten wurden bereitgestellt. Das Unfallkrankenhaus Berlin meldet täglich 30 bis 40 neue Glätteopfer. Auch die Berliner Feuerwehr war mit allen verfügbaren Rettungswagen im Dauereinsatz, um die gestürzten Personen zu versorgen.
Doch nicht nur die Kliniken, sondern auch hunderte Praxen für Orthopädie und Unfallchirurgie in Berlin sorgen dafür, dass die Patienten kurzfristig behandelt werden. Diese Praxen sind ein Rückgrat der Versorgung und helfen, die Notaufnahmen zu entlasten.
Zahlen belegen Rekordanstieg an Verletzungen
Die Glättewelle hat zu einer außergewöhnlichen Zunahme von Sturzverletzungen geführt:
In Berlin wurden in einzelnen Bezirken seit Jahresbeginn Hunderte Beschwerden über nicht geräumte Wege gemeldet. Verletzungen wie Knochenbrüche, Prellungen und Schädel-Hirn-Traumata häufen sich.
Bundesweit berichten orthopädisch-unfallchirurgische Praxen und Kliniken von einem Anstieg akuter Verletzungsfälle um bis zu 50 Prozent im Vergleich zu den Vorjahren.
Praxen und Kliniken: Rückgrat der Akutversorgung
Orthopädische und unfallchirurgische Praxen spielen eine zentrale Rolle in der Akutversorgung. In Berlin gibt es mehrere hundert Praxen für Orthopädie und Unfallchirurgie, die eng mit den Kliniken zusammenarbeiten und einen Großteil der ambulanten Notfallversorgung übernehmen. Bundesweit sind mehr als 3.300 Praxen tätig, die etwa 70 Prozent der orthopädisch-unfallchirurgischen Notfälle ambulant behandeln. Ohne diese Strukturen wäre die Versorgung in der aktuellen Lage nicht aufrechtzuerhalten.
Verpflichtender Hausarztbesuch würde Versorgung gefährden
Die aktuelle Versorgungssituation zeigt, dass ein verpflichtender Hausarztbesuch vor dem Facharztkontakt – wie in manchen Modellen der Primärarztversorgung vorgesehen – kontraproduktiv wäre. Patienten mit akuten Verletzungen wie Brüchen oder schwereren Sturzfolgen brauchen sofort fachärztliche Hilfe. Der direkte Zugang zu Orthopäden und Unfallchirurgen – sowohl in Kliniken als auch in Praxen – ist für die Patientensicherheit unerlässlich.
Fazit: Direkter Facharztzugang sichert Versorgung
Die Versorgung der vielen Glätteopfer im Januar 2026 war nur durch das Zusammenspiel von Kliniken und niedergelassenen Orthopäden und Unfallchirurgen möglich. Die Politik ist gefordert, den direkten Zugang zum Facharzt im Notfall sicherzustellen und bürokratische Hürden bei der Entwicklung von Primärversorgungsmodellen zu vermeiden
Über den BVOU:
Der Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (BVOU) ist die berufspolitische Vertretung für mehr als 7.500 in Praxis und Klinik tätige Kolleginnen und Kollegen. Der BVOU setzt die beruflichen Interessen seiner Mitglieder durch, indem er zum Vorteil der Patienten und des Gemeinwohls gemeinsam mit den wissenschaftlichen Gesellschaften den Standard orthopädisch-unfallchirurgischer Versorgung entwickelt, die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen prägt und dadurch die öffentliche Wahrnehmung seiner Mitglieder als Experten für orthopädisch-unfallchirurgische Versorgung gestaltet.
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