Eine Kooperation, die sich seit vielen Jahren bewährt: Der BVOU und die SCS GmbH setzen sich gemeinsam dafür ein, moderne 3D-Bildgebung strukturiert in die fachärztliche Versorgung zu integrieren. Dabei geht es längst nicht mehr nur um Technologie – sondern um die Frage, wie Diagnostik, Verantwortung und Therapie künftig in Bezug auf Veränderungen organisiert werden.
Die Geschäftsführer der SCS GmbH, Herr Dr. h. c. Markus Hoppe, und des BVOU, Herr Dr. med. Jörg Ansorg, sprechen über die Zukunft der orthopädisch-unfallchirurgischen Versorgung, die Rolle des Facharztes und darüber, warum integrierte Diagnostik ein entscheidender Faktor für eine schnellere, patientenzentrierte Medizin wird.
Wenn wir heute über die Zukunft der fachärztlichen Versorgung sprechen – geht es dabei noch um Technologie, oder längst um die Frage, wer sie verantwortet?
Jörg Ansorg: Die Technologie für eine moderne Versorgung ist vorhanden und wird ständig weiterentwickelt. Entscheidend ist, wer sie einsetzt und wie sie sinnvoll in die Versorgung integriert werden kann. Beispiel Diagnostik: Werden Unter-suchungen ausgelagert, bleiben Prozesse häufig fragmentiert – mit Zeitverlusten, zusätzlichen Schnittstellen und unnötigen Wegen für den Patienten. Übernimmt der Facharzt die Diagnostik unmittelbar am Ort der Behandlung, entsteht eine direktere, schnellere und präzisere Versorgung.
Markus Hoppe: Genau an diesem Punkt setzen wir mit SCS und X2C an. Technologie allein löst kein Versorgungsproblem. Ent-scheidend ist, wie sie eingesetzt wird und ob sie den Arzt dabei unterstützt, Prozesse effizienter zu gestalten.
Bedeutet das, dass wir nicht nur über bessere Bildgebung sprechen, sondern über eine strukturelle Veränderung der Praxis?
Jörg Ansorg: Absolut. Der Übergang von 2D- zur 3D-Diagnos-tik ist kein rein technisches Upgrade. Er verändert relevante Versorgungsprozesse. Diagnostik wird transformiert von der unmittelbaren Entscheidungsfindung in der Praxis hin zur in-dividuellen Therapieplanung. Bei vielen Indikationen, die früher eine externe Schnittbilddiagnostik mit CT erforderten, kann durch das DVT heute die Diagnostik verzögerungsfrei in der Praxis für Orthopädie und Unfallchirurgie durchgeführt werden.
Markus Hoppe: Viele Praxen stehen heute vor gleichen organisatorischen Herausforderungen, die Veränderungen bedeuten. Mit X2C bieten wir Lösungen:
Wie integriert man moderne Diagnostik sinnvoll? Wie werden Prozesse qualitätsgesichert automatisiert bzw. digitalisiert? Wie entlastet man Teams im Alltag? Genau deshalb verstehen wir X2C nicht als Produktansatz, sondern als strukturellen Entwicklungsprozess. Die Praxis entwickelt sich von einer fragmentierten Versorgungsstruktur hin zu einem integrierten System aus Diagnostik, Organisation, Kommunikation und Therapie.
Welche Rolle spielt dabei die Organisation der Praxis?
Jörg Ansorg: Eine zentrale. Die Qualität der Versorgung hängt beispielsweise nicht allein von der Bildgebung ab, sondern davon, wie Informationen verarbeitet, Entscheidungen getroffen und Abläufe organisiert werden. Moderne Versorgung bedeutet auch, Prozesse sinnvoll zu strukturieren und den Praxisalltag effizienter zu gestalten.
Markus Hoppe: Unsere Erfahrung zeigt, dass viele Praxen mit denselben Herausforderungen kämpfen: Zeitmangel, Personalknappheit und hohe organisatorische Belastung, lassen sich nicht im klassischen Beratungsumfeld lösen. Das Ziel ist klar:
Mehr Zeit für den Patienten, schnellere Entscheidungen und eine strukturierte Versorgung mit weniger Reibungsverlusten.
Wie verändert sich die ärztliche Sprechstunde in diesem Kontext?
Jörg Ansorg: Die Sprechstunde entwickelt sich zunehmend zu einem integrierten Prozess, bei dem Diagnostik, Dokumentation und Therapie unter aktiver Einbeziehung unserer Patienten zusammenlaufen. Digitalisierung kann dabei helfen, Abläufe nach-vollziehbarer und effizienter zu gestalten.
Markus Hoppe: Die Digitalisierung ermöglicht heute schon deutlich mehr Transparenz und Struktur. Durch Transkription, strukturierte Dokumentation und vernetzte Prozesse entsteht weniger personeller Aufwand und gleichzeitig mehr Nachvollziehbarkeit.
Wenn Diagnostik unmittelbar verfügbar ist, können Entscheidungen schneller getroffen und Therapien früher ein-geleitet werden. Dadurch verkürzen sich Wartezeiten erheblich – und Patienten finden schneller zurück in ihren Alltag und ihr Wohlergehen.
Viele Praxen berichten von Personalproblemen. Wie lässt sich das lösen?
Jörg Ansorg: Der Fachkräftemangel gehört aktuell zu den größten Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, verlässliche Strukturen zu schaffen, die Ärzte und Teams gleichermaßen entlasten. Effiziente Prozesse und der kontinuierliche Wille zur Verbesserung können dazu beitragen, Motivation und Identifikation unserer Kol-legen und Mitarbeiter zu erhöhen. Das gelingt, wenn das Team in Entscheidungen und Optimierungsprozesse einbezogen und der Einzelne wirksam entlastet wird. In diesem Sinne geht es nicht darum, Personal durch KI zu ersetzen, sondern resilienter zu machen und mehr Zeit für die Tätigkeit am Patienten zu gewinnen.
Markus Hoppe: Wir sehen die Lösung darin, Personalressourcen effizienter einzusetzen. Dazu gehören: strukturierte Prozesse, digitale Unterstützung, standardisierte Abläufe und eine klare Aufgabenverteilung.
Welche Rolle spielt die Sichtbarkeit der Praxis?
Jörg Ansorg: Sichtbarkeit wird zunehmend wichtiger. Patienten informieren sich intensiver und erwarten Transparenz und Orientierung. Plattformen wie das Gesundheitsportal „Orthinform“ helfen dabei, Patienten und spezialisierte Praxen gezielt zusammenzuführen. Die Kunst besteht heute nicht darin, das Warte-zimmer voll zu bekommen, sondern die richtigen Patienten an die Praxis zu binden. Und das am besten mit geringer Wartezeit.
Markus Hoppe: Sichtbarkeit entsteht heute als Ergebnis klarer Kommunikationsstrategien. Patienten möchten erkennen: Wer ist verantwortlich? Wo bekomme ich ein vollständige Leistungsbild? Wo werde ich effizient in der Therapie begleitet?
Was bedeutet das für den Patienten konkret?
Jörg Ansorg: Für Patienten bedeutet das vor allem Orientierung, kürzere Wege und eine unmittelbarere Versorgung. Diagnostik und Therapie können häufig an einem Ort und innerhalb eines deutlich kürzeren Zeitfensters erfolgen. Egal ob konservativ oder operativ: Der Patient ist dankbar und fühlt sich ernst genommen, wenn er effizient und ohne Umwege von seiner Ärztin oder seinem Arzt behandelt wird.
Markus Hoppe: Und genau darin liegt ein entscheidender Vor-teil moderner integrierter Bildgebung: Wartezeiten, zusätzliche Termine und unnötige Überweisungen können reduziert werden. Dadurch entsteht nicht nur eine höhere Effizienz, sondern auch ein besseres Gefühl von Sicherheit und Betreuung.
Der Wandel wird oft als Krise wahrgenommen. Wie sehen Sie das?
Jörg Ansorg: Ich sehe im Wandel zuallererst eine Chance. Jede Veränderung eröffnet die Möglichkeit, bestehende Strukturen weiterzuentwickeln und Versorgung neu zu denken.
Problematisch wird es allerdings, wenn man mit dem Wandel so lange wartet, bis die Krise längst da ist. Das zeigt sich beispielsweise an den aktuellen Sparplänen der Bundesregierung. Nachdem man einen Strukturwandel trotz des Wissens um Demografie, Überlastung der Sozialsysteme und ungedeckte Schecks viel zu lange hinausgeschoben hat, ist man nun aus-schließlich mit der Symptombehandlung im Krisenmodus beschäftigt. Pflasterkleben statt einer gut geplanten Operation.
Markus Hoppe: Die gesundheitspolitischen und wirtschaftlichen Veränderungen zeigen deutlich, dass neue Versorgungskonzepte notwendig werden. Wer jetzt aktiv handelt, schafft die Grund-lage für eine langfristig stabile, eigenständige und moderne Praxisstruktur.
Was bedeutet 3D-Bildgebung in der orthopädisch- unfallchirurgischen Praxis abschließend?
Jörg Ansorg: Die digitale 3D-Bildgebung bedeutet eine moder-ne, integrierte bildgebende Diagnostik in der eigenen Praxis und führt zu einer besseren Versorgung der Patienten vor Ort. Ohne Wartezeiten und Umwege.
Markus Hoppe: Und X2C sorgt dafür, dass diese Entwicklung strukturiert in der Praxis umgesetzt werden kann. Dadurch entsteht eine Versorgung, die schneller, transparenter und patientenzentrierter funktioniert – und gleich-zeitig die eigenständige fachärztliche Diagnostik stärkt.
Wie sehen Sie die diagnostische Zukunft der O&U?
Jörg Ansorg: Zukunft entsteht dort, wo Information, Ent-scheidung und Verantwortung zusammengeführt werden. Das wertet die Position der Fachärztin und des Facharztes für Orthopädie und Unfallchirurgie deutlich auf. Der Patient darf sich auf kürzere Wege und raschere Entscheidungen freuen und fühlt sich als ganzer Mensch wahrgenommen.
Markus Hoppe: Und genau dafür steht X2C: Die Praxis neu zu denken – und Veränderung in konkreten Fortschritt für Ärzte, Teams und Patienten zu übersetzen. Gemeinsam mit dem BVOU begleiten wir diesen Wandel aktiv und gestalten eine moderne, integrierte fachärztliche Versorgung.
In den vergangenen zehn Jahren haben wir gemeinsam mit unseren Anwendern gelernt, dass es nie ausschließlich um die Transformation von der 2D- zur 3D-Bildgebung ging. Die eigentliche Entwicklung begann meist erst danach.
Denn mit jeder Implementierung wurden auch strukturelle Fragen sichtbar: Prozesse, Organisation, Personal, Patienten-führung oder wirtschaftliche Herausforderungen innerhalb der Praxis. Genau diese wiederkehrenden Themen konnten wir über Jahre bündeln, analysieren und gemeinsam mit unseren Partnern in konkrete Lösungsmodelle überführen.
Deshalb steht das ‚X‘ in X2C heute auch sinnbildlich für den individuellen Veränderungs- oder Schmerzpunkt einer Praxis – also genau den Bereich, den wir gemeinsam verbessern möchten.
Welches ‚X‘ möchten wir gemeinsam verändern, um ein neues Ergebnis zu erzielen?
X2C verstehen wir deshalb nicht als abgeschlossenes Konzept, sondern als Beginn einer langfristigen Partnerschaft. Gemeinsam mit unseren Kollaborationspartnern und in enger Ko-operation mit dem BVOU entwickeln wir lösungsorientierte Ansätze, die Praxen dabei unterstützen, moderne Versorgung strukturiert, eigenständig und nachhaltig umzusetzen.






