Liebe Kolleginnen und Kollegen,
am vergangenen Freitag hat der Deutsche Bundestag das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz beschlossen.
Ziel der Bundesregierung ist es offiziell, die Beitragssätze der GKV zu stabilisieren und die Ausgabendynamik zu begrenzen.
Für uns in den Praxen bedeutet das ab 01.01.2027 aber vor allem: weniger Geld für ambulante Leistungen (auch operative Eingriffe) und auch Leistungen im EGV-Bereich, aber auch weniger Leistungen im stationären Bereich.
Die KBV geht davon aus, dass der ambulanten Versorgung im kommenden Jahr bundesweit je nach Fachgruppe Vergütungsabschläge von bis zu rund 20–25 % drohen. In Hamburg werden wir bei ca. 30 % liegen. Die individuellen Honorarberechnungen der KV Hamburg bekommt ihr in den nächsten Tagen; sie zeigen, wie sich die Kürzungen konkret bei euch auswirken. Kurz vor Abschluss des Verfahrens wurde ein einziger, sehr umfangreicher Änderungsantrag der Regierungsfraktionen nachgereicht, der das Gesetz an mehreren Stellen noch einmal verschärft und zusätzliche handwerkliche Probleme geschaffen hat.
Es ist möglich, dass die erste Welle KV-Berechnungen diese Änderungen noch nicht vollständig abbildet. Klar ist bereits, dass auch bisher extrabudgetär vergütete Leistungen (z. B. Prävention, ambulante Operationen, Impfungen) künftig in stärker begrenzte Budgets (ggf. sogar in die MGV) gezogen werden sollen.
Was heißt das ganz praktisch?
Wir werden unsere Leistungen künftig konsequent an der Bezahlung ausrichten müssen. Einnahmenorientierte Ausgabenpolitik bedeutet ein einnahmenorientiertes Leistungsangebot: weniger Kassenfälle, mehr Priorisierung, mehr Selbstzahler- und IGeL-Leistungen.
Dr. Anna-Katharina Doepfer, Vizepräsidentin
Veranstaltungshinweis BVOU-Webinar
Wir berichten am Freitag, 17.07.26 um 19:00 Uhr zum aktuellen Stand zum Thema GKV-BSSG und diskutieren die Folgen mit namhaften Experten.
- Dr. Helmut Weinhart – Vorstandsprecher BVOU
- Kerstin van Ark – Geschäftsführerin DGPRÄC
- Dr. Jörg Ansorg – Geschäftsführer BVOU
Dazu namhafte Juristen (Dr. Clausen und Dr. List) und Abrechnungsexperten aus beiden Netzwerken/Fachgesellschaften.







